anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 10. Dezember 2016
Liebesaufundab
Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, dass eine Kollegin eine ganze Woche krankgeschrieben war, weil "ihr das Leben weggebrochen war", da ihr Freund ohne konkreten Grund und für sie komplett unerwartet und plötzlich die langjährige Beziehung einfach so beendet hatte.
Ich habe mich damals gefragt, wie man damit umgeht, wenn man jemanden liebt, der einen nicht (mehr) zurückliebt.

Nun, die Kollegin ist über diesen Tiefpunkt in ihrem Leben dann doch recht schnell hinweg gekommen, im Frühjahr schwebte sie schon wieder auf rosa Wolken durchs Büro und zum Ende des Jahres zieht sie zu ihrem neuen Freund, der nur leider 65km von Münster entfernt wohnt, so dass sie künftig über eine Stunde Fahrtzeit hat für den Weg zu Arbeit, aber was tut man nicht alles für die Liebe.

Jetzt ist sie allerdings seit zwei Wochen schon wieder krankgeschrieben, diesmal nicht wegen Liebeskummer, sondern wegen Schwangerschaft. Das muss man seelisch ja auch erst mal verkraften, dass das dann plötzlich alles so schnell geht.

Ich drück ihr die Daumen, dass dieser Mann jetzt der richtige ist, aber wenn nicht, so hat sie wengistens eine bleibende Erinnerung
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Samstag, 3. Dezember 2016
Vergessen
Mein Auto ist in der Werkstatt und bekommt neue Schuhe Reifen, eine Kollegin war so nett, mich am Morgen an der Werkstatt einzusammeln und mit ins Büro zu nehmen. Leider habe ich so viel zu tun, dass ich zur normalen Büroschlusszeit noch nicht fertig bin, weshalb ich ihr Angebot, mich auf dem Rückweg auch wieder an der Werkstatt abzusetzen, ausschlug. Ich rufe stattdessen K. an und frage ihn, ob er mich auf seinem Heimweg im Büro abholt und mitnimmt. K. meint, er wäre so gegen 19h bei mir im Büro. Er kommt etwas früher, ich bin noch nicht fertig, wir quatschen zusammen und ich nutze die Gelegenheit, eine knifflige Exceltabelle mit ihm zu besprechen. K. ist nämlich bekennender Excel-Freak und freut sich immer, wenn er bei Excelproblemen helfen kann. Er bringt mich auch auf die richtige Idee und ich bastel begeistert an meiner Exceltabelle rum, die jetzt wieder fluppt.
K. schaut mir noch eine Weile zu und sagt dann: "Ich fahr jetzt." Ich nicke dazu und antworte, ohne das Geklicke an der Exceltabelle zu unterbrechen:"Ja, ich komm auch gleich."
K. verlässt das Büro.
10 Minuten später fällt mir auf, dass ich kein Auto habe und K. doch eigentlich nur gekommen war, um mich abzuholen. Das hatten wir zwischenzeitlich beide vergessen.
Zum Glück geht er an sein Telefon als ich ihn anrufe und findet es ausgesprochen witzig, dass er mich glatt vergessen hat.
Aber immerhin dreht er um und so komme ich doch noch recht problemlos nach Hause
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Dienstag, 29. November 2016
Frühe Kommunikation
Die modernen Autos sind ja ausgesprochen kommunikativ. Meines zB teilt mir immer ganz genau mit, was es möchte und wie viel Zeit es mir einräumt, diesen Wunsch zu erfüllen.
Meldungen wie "Tanken, noch 50km" sollte man möglichst schnell befolgen. Den Hinweis "Kofferraumklappe schließen" finde ich vor allem deshalb lästig, weil er bis zur Erfüllung des Wunsches das Display blockiert und das Auto jede weitere Kommunikation einstweilen verweigert. Es sagt mir noch nicht mal, wie viel Uhr wir haben oder was grade im Radio läuft, was es mir sonst jederzeit bereitwillig mitteilt.
Vorletzte Woche blinkte dann der Wunsch "Inspektion in 12 Tagen" auf. 12 Tage Vorlauf finde ich echt nett, da hat man Zeit genug, einen Termin zu vereinbaren, auch wenn die Werkstätten derzeit alle etwas überlaufen sind.
Heute war Inspektion, was dann für mich bedeutet, ich muss den Weg ins und vom Büro irgendwie anders organisieren, Autofahren ist nicht, eben wegen Inspektion.
Am Morgen hat mich dann ein Kollege mitgenommen, der allerdings schon um 7.45h im Büro sein wollte. Eine Zeit, zu der ich ansonsten höchsten mal darüber nachdenke, ob ich jetzt gleich mal duschen gehe. Aber was blieb mir übrig, Auto will inspiziert werden und ich muss irgendwie ins Büro gelangen, also war ich schon um 7h beim VW Händler meines Vertrauens, um 7.20h saß ich dann beim Kollegen im Auto und um 7.40h war ich tatsächlich im Büro. Irgendwie war der Tag da aber für mich schon gelaufen. Um diese Uhrzeit nicht nur wach, sondern auch konzentriert am Schreibtisch zu sitzen, kostet mich ungefähr die zehnfache Anstrengung wie drei Stunden später. Was dann aber logischerweise dazu führt, dass ich so gegen 9h, also nach knapp anderthalb Stunden Schreibtischarbeit schon die gesamte Energie des Tages verbraucht hatte, von da an habe ich nur noch versucht, nicht am Schreibtisch einzuschlafen.
Um 17h fuhr dann endlich eine Kollegin Richtung Greven, die mich wieder zurück bis zur VW Werkstatt mitnahm, länger hätte ich es auch nicht ausgehalten, ich war vollkommen k.o.

Jetzt ist mein Autochen nicht nur frisch inspiziert, sondern auch gewaschen und gesaugt, übermorgen bekommt es noch frische Winterreifen, dann ist alles wie neu
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Mittwoch, 23. November 2016
Kloß im Bauch
Jetzt ist es mir zum zweiten Mal passiert, dass ich jemanden persönlich kenne, der Montagsmorgens nichtsahnend an seinem Arbeitsplatz auftaucht, um dort zu erfahren, dass er ab sofort keinen Arbeitsplatz mehr hat und deswegen nur noch eben seine persönlichen Dinge zusammenräumen möge, um sich dann nach Hause zu verfügen.

Beim ersten Mal traf es einen Bekannten von mir, der damals in London für die BoA arbeitete, die 2008 in einer Hauruck-Aktion die angeschlagene Investmentbank Merrill Lynch übernahm und beschloss, dass die Merrys wohl die besseren Mitarbeiter sind und deshalb kurzerhand ihre eigenen Arbeitnehmer alle entließ. Freitags arbeiteten noch rund 300 Leute auf der Etage - am Montag waren nur noch 40 da. Es muss gespenstisch gewesen sein.
Denn genau genommen kannte ich damals zwei Leute, die davon betroffen waren, der eine gehörte zu den 40, die bleiben durften, der andere durfte nach Hause gehen. Der, der bleiben durfte, blieb aber nur noch solange, bis er einen neuen Arbeitgeber gefunden hatte. Er wechselte zu einer deutschen Privatbank, unter anderem auch deshalb, weil er hoffte, dort ein anderes Klima vorzufinden. Wenn sich diese amerikanische hire and fire Mentalität in einem derart respektlosen Umgang mit den Mitarbeitern präsentiert, dass man sich noch nicht mal die Mühe macht, solche "notwendigen Vorstandsentscheidungen" wenigstens vernünftig zu kommunizieren und den Angestellten eine letzte Anstandsfrist gibt, sich von ihrem Arbeitsplatz zu verabschieden, sondern sich verhält wie der letzte Prolimacker, der per SMS Schluss macht, weil es bequemer ist, dann kann ich sehr gut verstehen, dass jemand für so eine Bank nicht mehr arbeiten mag.
Tja, und jetzt ist es dem, der bleiben durfte, zum zweiten Mal passiert - auch sein neuer Arbeitgeber pflegt diesen seltsamen Stil des "Sie sind ab sofort freigestellt, räumen bitte ihre persönlichen Sachen zusammen und verlassen dann umgehend das Gebäude." Der, der damals bei der BoA bleiben durfte, darf auch jetzt bei dieser Privatbank bleiben, aber wieder kenne ich persönlich bei dieser Bank noch jemanden, dem völlig unerwartet und aus heiterem Himmel mitgeteilt wurde, dass man ab sofort auf seine Dienste verzichte.
Und wieder wurde eine gesamte Etage komplett entlassen und ohne Vorwarnung am Montagmorgen kurzerhand nach Hause geschickt.
Mir macht das einen ganz dicken, kalten Kloß im Bauch.

Natürlich gibt es jetzt in Deutschland Arbeitsschutzgesetze, die dafür sorgen, dass die Leute immerhin noch eine Zeitlang weiter bezahlt werden und dann wahrscheinlich eine ansehnliche Abfindung bekommen, aber darum geht es mir gar nicht. Die finanzielle Seite einer Kündigung ist immer die gleiche und natürlich kann ich verstehen, dass Kündigungen sein müssen, weil die Menge der Mitarbeiter auf Dauer einfach nicht mehr bezahlt werden können, wenn die Geschäfte schlecht gehen, aber deswegen kann man das doch trotzdem mit den Menschen vorher besprechen? Und wir reden hier nicht von ungebildeten Hilfsarbeitern, "die so komplexe betriebswirtschaftliche Strukturen doch gar nicht begreifen", sondern von hochqualifizierten Akademikern. Da wäre es doch wenigstens einen Versuch wert, ihnen zu erklären, weshalb der Vorstand sich gezwungen sieht, eine derartige Entscheidung zu treffen - und das bitte mit einer vertretbaren Menge Zeit im vorhinein.

Für unsere Anlagerrichtlinien überlegen wir derzeit, in welcher Form man "Nachhaltigkriterien" als Grundbedingung für die Kapitalanlage definieren könnte. Ich denke, wir sollten derartige Nachhaltigkeitskriterien auch auf die "Verhaltensgrundsätze" der Banken anwenden, mit denen wir überhaupt zusammenarbeiten
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Dienstag, 22. November 2016
Statt bei den Kommentaren weiterzuschreiben
Und auch sehr süß, dass du dich über die Technik aufregen darfst, aber wenn ich das mache, dann ist das lächerlich. Nur weil ich halt noch nicht offiziell alt bin. Unfair


Naja, erstens regst du dich über Technik auf, deren Bedienung schon immer kompliziert war und da kann ein neues Update nur Vorteile bringen, weil es definitiv die Chance auf Fortschritt beinhaltet. Man mag zB das letzte iOS-Update jetzt blöd finden, aber um ein Smartphone zu bedienen, musste man schon immer ein Mindestmaß an Softwareumgang akzeptieren. Und dasselbe gilt für Windows 10. Bei Computerbetriebssystemen habe ich zumindest ein gewisses Grundverständnis, dass es kompliziert ist, denn es war ja noch nie einfach. Einen Fernseher zu bedienen war aber früher einfach und ist erst heute kompliziert geworden, weil er jede Menge Extras bekommen hat, die ich alle gar nicht nutzen will.

Und zweitens finde ich so ein gnatteriges Krückstockgefuchtel von Leuten U30 einfach albern.
Du kannst doch nicht jetzt schon aufgeben und sagen "lohnt sich für mich nicht mehr". Du hast noch unglaublich viele Chancen vor Dir, du kannst noch alles angehen, alles ausprobieren und das Beste: du hast noch ausreichend Zeit, um ganz viele Fehler zu machen, die du anschließend wieder alle korrigieren kannst. Denn du kennst doch dein Ziel noch gar nicht.
Du musst doch auch all die Fehler noch machen, um durch try and error herauszufinden, was dir nachher wirklich gut gefällt. Das ist ja auch der Spaß dahinter - und die Absicht. Jede bewältigte Katastrophe macht dich ein klein wenig stärker - und bietet wunderbare Möglichkeiten zum späteren Geschichtenerzählen.
Da kannst du dich nicht jetzt schon drücken und einen auf "das brauche ich alles nicht mehr" machen. Pfui, wie langweilig ist das denn. Denn wenn du eines noch im Überfluss hast, dann ist es Zeit.

Als ich 18 war, hatte ich definitiv mehr Zeit als Pläne. Heute ist das umgekehrt, denn je länger man durch sein Leben surft, umso mehr interessante Links entdeckt man, die man auch gerne mal ausprobieren möchte und wenn man sie anklickt, stecken dahinter noch mehr neue, spannende Dinge. Wenn ich allerdings ganz früh im Leben schon sage "Nö, das will ich gar nicht erst ausprobieren, das ist mir alles zu unbequem." - dann verschenkt man damit unglaublich viele Möglichkeiten. Man nimmt sich die Chance, Dinge zu entdecken, die man nicht kennt, Dinge zu lernen, von denen man gar nicht gewusst hat, dass es sie gibt und Erfahrungen zu machen, die einem wieder neue Möglichkeiten eröffnen.

Natürlich kann man ein Leben auch mit nur einer Erfahrungen und einem Minimum an Fremdeinflüssen führen. Aber willst du das wirklich? Jede Chance auf einen möglichen Spaß schon im Vorfeld vergeben? Klar macht man Fehler, klar gehen Dinge daneben, klar wird man Katastrophen durchstehen müssen, die man sich alle hätte sparen können, wenn man einfach nur immer dasselbe gemacht hätte. But, so what? Wo ist das Problem? Was hast du zu verlieren? Dein Einsatz ist einfach nur Zeit - und das sollte es Dir wirklich wert sein, finde ich.

Wenn man älter wird, ist es aber genau das, was einem am meisten fehlt, Zeit.
Zeit, die man braucht, um Fehler wieder glattzuziehen, Zeit, die es braucht, um Wunden heilen zu lassen, und Zeit, die man endlich nutzen möchte, um das Leben zu leben, auf das man sich all die Jahre vorher so ausführlich vorbereitet hat.

Deshalb werden ältere Leute mit ihrer Zeit immer knauseriger, denn alles was knapp wird, wird auch wertvoll. Je älter ich werde, umso mehr wäge ich ab: Lohnt sich das - noch oder überhaupt?
Die Zeit, die ich noch habe, kann ich mittlerweile überschauen. Sie reicht weniger weit nach vorne als ich rückwärts zurückblicken kann, deshalb weiß ich, dass es nicht mehr so viel ist.
Und deshalb weiß ich auch, dass ich für manche Dinge tatsächlich nicht mehr genug Zeit haben werde, schon gar nicht für alle Dinge, die ich mir wenigstens theoretisch noch als spannend vorstellen könnte. Dafür habe ich jedoch die Liste "100 things to do before you die" schon ganz gut abgearbeitet, das beruhigt mich dann gleichzeitig auch wieder.
Aber ich setze meine Zeit inzwischen bewusster ein und vermeide an einigen Stellen "Investitionen", eben weil ich mittlerweile sicher bin, dass ich die Früchte dieser Investitionen gar nicht mehr ernten werde. Das aber kann ich nur deshalb beurteilen, weil ich heute gezwungen bin, meine Zeit und meine Pläne und Vorhaben zu "bewirtschaften". Auf der einen Seite macht das natürlich gleichzeitig auch wieder unfrei, ich fühle mich oft von mir selber und meinem Zwang, meine Zeit "sinnvoll" zu nutzen, verfolgt und vergeude dann wieder dadurch Zeit, dass ich gegen meine eigene Vernunft rebelliere, aber das ist mein ganz persönliches Problem, muss ja nicht jeder so bekloppt sein wie ich.
Was ich sagen will, ist, dass ich mittlerweile ganz gut überschauen kann, wann es sich lohnt, Dinge noch mal neu zu lernen und sich gedanklich aufwändig damit auseinanderzusetzen - und welche ich Dinge ich mittlerweile lassen kann. Vorbeiziehen lassen, unberührt lassen, dabei wissen, dass damit zwar auch immer Chancen und Möglichkeiten vergeben werden, dass ich davon aber noch reichlich auf Vorrat habe und ich eben wirklich in der mir verbliebenen Zeit nicht mehr alles werde mitnehmen können.
Deshalb verzichte ich auf die Chance, die mir ein Fernseher mit 27tausend Extrafeatures bietet, weil ich für mich längst gelernt habe, dass bewegte Bilder, gleich welcher Art, noch nie besonders wichtig für mich waren. Ich lerne dann lieber die neue Smarthomesteuerung und versuche zu ergründen, was ich tun muss, wenn ich die Warmwasserzirkulation schon vorm Duschen, vom Bett aus, in Gang setzen möchte, um mir zwei Minuten Kaltwasserduschen, bevor es warm wird, zu ersparen. (Ich dusche ja nur DANACH kalt. Erst warm finde ich schon schön.)

Und deshalb denke ich, ist es etwas anderes, ob ein alter Mensch über die sich ständig und ständig fortentwickelnde Technik schimpft - oder ein junger.

Mag jetzt sein, dass du dich als Wertewahrer fühlst, dass du Stabilitätsanker suchst, die dir in dieser sich immer schneller drehenden Zeit etwas Sicherheit geben. Und sicher hast du es heute schwerer als ich es damals hatte, damals drehte sich die Welt noch nicht ganz so schnell wie heute und doch prangte auf meiner Schulkladde ganz groß der Spruch: Stop the world I want to get off - ich glaube allerdings vor allem deshalb, weil ich ihn so cool fand.
Und im Unterschied zu dir hatte ich auch ein äußerst wertstabiles Elternhaus. Meine Eltern waren nicht so durchgeknallt wie deine, die hielten noch auf Zucht und Ordnung, Sitte, Anstand und Moral. Von mir wurde diese unendliche Neugier, dieses nicht zu bremsende Verlangen, meine Fehler selber machen zu wollen und zwar am besten mehr als alle, das wurde alles nicht erwartet. Ich hätte es deutlich leichter haben können als du, denn ich hätte einfach nur tun müssen, was alle taten und keiner hätte geschimpft.
Ich gebe es deshalb sofort zu, dass dein Leben schwerer ist als meines. Die Erwartungen deiner Eltern zu erfüllen ist eine ungleich größere Herausforderung als ich sie meistern musste. Ich hätte nur einen längst vorgezeichneten, ausgetretenen Weg gehen müssen und alle hätten sich für mich gefreut. Du dagegen sollst einen Weg gehen, der gar keiner ist, den keiner kennt, den es noch nicht gibt, den du dir komplett selber trampeln musst. Einen Zickzackkurs quer durchs Leben. Und das auch noch ganz alleine. Meine Qualitäten als "Fürsorgemutter" sind bekanntermaßen eher schlecht.
Von dir wird erwartet, dass du Fehler nicht nur machst, sondern sie auch noch bravourös reparierst. Von dir wird erwartet, dass du dir deine Wegpunkte selber suchst und am besten sollen sie noch möglichst schillernd und abwechslungsreich sein. Du darfst alles sein, nur nicht langweilig. Dabei stehst du in ständigem Wettbewerb nicht nur mit deinen Geschwistern, sondern auch mit deinen Eltern. Ob du den Erwartungen deines Vaters je entsprechen wirst, wird dir immer eine Frage bleiben, (ich kann dir allerdings versichern, er wäre mittlerweile grottenstolz auf dich und könnte es dir aber immer noch nur dadurch zeigen, dass er noch mehr ranzen würde.) Das ist alles kein Zuckerschlecken, das kann ich gut verstehen, und trotzdem.
Und trotzdem ist es keine Entschuldigung sich aus dem Leben zurückzuziehen. Das Leben den anderen zu überlassen. Denen, die neugierig genug sind, sich der Herausforderung zu stellen. Denen, die mutig genug sind, Fehler zu machen. Denen, die übermütig genug sind, Blödsinn zu machen. Denen, die stark genug sind, die darauf folgenden blöden Sprüche der anderen auszuhalten. Und denen, die den Widrigkeiten des Lebens, und dazu gehören Softwareupdates und neue Technik, mit einem Lächeln begegnen und fest daran glauben, das schon alles seinen Sinn haben wird.
Punkt
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Samstag, 12. November 2016
Herbstmusik
Musik ist bei mir ein ganz spezielles Thema, da es mir schon in meiner Jugend nicht gelungen, einen "akzeptablen" Musikgeschmack zu entwickeln.
So mit 14 oder 15 Jahren habe ich mir ja noch viel Mühe gegeben, das mit der Musik und der Frage, welche Musik man mögen muss, soweit zu begreifen, dass ich versuchte, wenigstens eine formal korrekte Musikstilrichtung als meinen Musikgeschmack zu entwickeln, was aber grandios scheiterte.
Das lag zum einen daran, dass ich nicht nur zu einer Clique gehörte, sondern zu mindestens dreien, in der die unterschiedlichsten und zum Teil sehr gegensätzlichen Musikrichtungen angesagt bzw. "erlaubt" waren, zum anderen aber auch daran, dass es mir bis heute und auch schon damals nicht gelungen ist, eine Dauermusikberieselung als etwas Positives oder gar Erstrebenswertes zu empfinden.
Musik als Hintergrundgeräusch geht mir schlicht auf die Nerven.
Genau genommen geht mir jede Sorte Hintergrundgeräusch auf die Nerven, weshalb ich sehr früh schon eine wahre Meisterschaft darin entwickelt habe, alle Nebengeräusche kurzerhand auszublenden.
Wenn also irgendwo Musik "einfach so" läuft, bekomme ich das in aller Regel gar nicht mit, wenn es ist nicht zu laut ist. Allerdings bekomme ich dann auch nicht mit, wenn mich jemand unerwartet anspricht, wenn ich ausblende, dann blende ich alle Geräusche aus.

Wahrscheinlich bin ich einfach nur speziell, wenn es um Hören geht, aber wenn ich mich entscheiden müsste "lieber blind oder lieber taub?" habe ich schon immer und ohne zu Zögern "blind" gesagt.
Blind ist sicherlich enorm lästig und unpraktisch und umständlich - aber über die Augen werden bei mir keine Emotionen ausgelöst. Ich reagiere auch nicht auf "ooooh, schau mal, was für eine schöne Aussicht" oder ähnliche Dinge, ich muss nie irgendwas "unbedingt mal selber gesehen haben", weshalb ich zB Kunstmuseen auch sehr langweilig finde, denn alles, was es da zu sehen gibt kann ich ja auch in einem Buch oder im Internet angucken und das reicht mir komplett. Sehen ist für mich nur zur Informationsaufnahme wichtig, Gefühle werden dadurch bei mir nicht transportiert.
Hören dagegen löst bei mir immer auch irgendwelche Gefühle aus und deshalb bin ich so pingelig darin, welche Geräusche ich überhaupt an mich heranlassen will.
Hören ist bei mir ungefähr so emotional sensibel besetzt wie Riechen und Fühlen, und alle drei Sinne haben das große Problem, das man sie nicht einfach "abschalten" kann. Ich kann zwar bis zu einem gewissen Grad Geräusche ausblenden, aber nie so komplett wie ich mit "Augen zu" das Sehen abschalten kann.

Gleichzeitig finde ich Musik aber natürlich toll und habe Musik auch schon immer intensiv genutzt, um meine eigenen Emotionen auszuleben. Dann mache ich jedoch nichts anderes als nur Musik. Entweder spiele ich dann Klavier, da versteht sich von selbst, dass man dabei nicht noch irgendwas anderes machen kann - oder ich höre Musik, aber die höre ich dann als Hauptbeschäftigung.
Natürlich kann man neben der Hauptbeschäftigung auch noch eine Nebenbeschäftigung betreiben, zum Beispiel Spazierengehen - aber dann sind meine Multitaskingfähigkeiten auch schon erschöpft.
Wenn ich die Kombination Musikhören und Spazierengehen als Haupt- und Nebenbeschäftigung wähle, kann ich alle anderen Dinge, die beim Spazierengehen auch schön sind, nicht mehr genießen. Ich kann zB nicht mehr Nachdenken, denn Nachdenken ist bei mir immer eine Hauptbeschäftigung und das ist niemals mit Musikhören kombinierbar. Ich kann auch nicht mehr das Meer rauschen hören, den Wind brausen oder die Möwen schreien - denn das ist eine Nebenbeschäftigung, die nicht mit Musikhören kompatibel ist.
Ich habe also gar nicht genug Zeit, für all die Hauptbeschäftigungen, die ich gerne mache, aber jede eben nur einzeln tun kann, so dass es für mich gar nicht so viele Gelegenheiten gibt, bei denen ich tatsächlich Musik höre.

Und wenn man sowieso viel weniger Musik hört als die meisten anderen Menschen, dann kann man sich auch einen ganz speziellen, individuellen Musikgeschmack erlauben, der weit weg ist von irgendwelchen Hitlisten, aber genauso weit weg auch von irgendwelchen, generationenabhängigen "das gehört sich so, wenn man dazugehören will" Stilrichtungen.
Beschreiben kann ich meinen Musikgeschmack allerdings nicht, weil er zum einen stark Launen abhängig ist und zum anderen hauptsächlich durch Negativaussagen geprägt wird. Ich kann dafür sehr genau beschreiben, welche Musik ich nicht mag bzw. was ich fast grundsätzlich immer nur als störenden Krach empfinde.
Geht schon mit Lautstärke los.
Ich bin ja nicht taub, deshalb finde ich übertriebene Lautstärke bei Musik komplett überflüssig. "Discos" (=Veranstaltungen oder Locations auf denen laute Musik gespielt wird) machen mich deshalb immer ganz krank und ich habe heute, wenn ich es nicht vermeiden kann, dort überhaupt hinzugehen, immer ein paar Ohrstöpsel dabei, mit deren Einsatz ich versuche, die maximal mögliche Zeit auf dem Klo abzuwarten, bis ich die Veranstaltung endlich ohne zu großen Renomméverlust wieder verlassen darf. Livekonzerte (fast egal von wem) sind für mich deshalb auch ein Graus, weil die Musik da immer von monströsen Lautsprechern und Verstärkern in für mich extrem unangenehme Dezibelbereiche getrieben wird.
Was ich ebenfalls als unangenehm empfinde ist "eintönige" Musik. Mag ja sein, dass die drei Takte, aus denen manche Stücke ausschließlich bestehen, ganz hübsch sind, aber das ist dann, wie immerzu dieselbe Stelle streicheln. Das wird schnell unangenehm.
"Künstliche" Musik mag ich auch eher nicht. Also, alle Klänge, die nur unter Benutzung von irgend einer Sorte von Elektronik produziert werden können, sind nicht so meine Richtung. Das gilt auch schon für E-Gitarren. (Wobei man die auch so spielen kann, dass sie sich anhört wie eine ganz normale Gitarre, dann ist ja auch alles okay, aber ansonsten fällt jede Art von "Syntheziser-Musik bei mir in die Schublade "Plastikmusik" und die mag ich genausowenig an mich heranlassen, wie Plastikkleidung aus Nylon oder so.)

Naja, wie auch immer, auf alle Fälle habe ich im Laufe der letzten 40 Jahre gelernt, dass es klug ist, wenn ich bei "Musikgesprächen" besser den Mund halte, denn meine Musikablehnungen betreffen sehr oft intellektuelle Kultmusik und wenn man sagt, dass man Musik von Rolling Stones, oder Santana oder Pink Floyd oder was weiß ich für Gruppen, nicht so mag, dann wird man sehr oft sehr schnell schräg angeguckt und ich spüre, wie mein intellektuelles Gegenüber dann überlegt, ob er mich etwa in die Heintje-Schublade stecken soll oder mir ähnlich verwerfliche Grausamkeiten zutraut. Gemeindepfarramt oder sowas, womit ich halt auch auf gar keinen Fall in Verbindung gebracht werden möchte.
Dabei ist das mit mir und der Musik ganz einfach: Im Zweifel ist mir keine Musik immer lieber als Krach, weil ich die Musik, die mir gefällt nur sehr schwer beschreiben kann.
Deshalb war ich jetzt so maßlos fasziniert als ich durch Zufall bei YouTube eine Playlist gefunden habe, die ich von Anfang bis Ende toll finde - und das sind fast anderthalb Stunden. Ich kannte vorher kein Stück aus dieser Playlist, ich wusste noch nicht mal, dass es dieses Genre überhaupt gibt, aber ich war spontan total angefixt. Und das ist bei mir wirklich, wirklich selten. (Und rein vorsichtshalber: Nein, das ist jetzt kein Musikwunsch von mir, ich habe mir die Lieder schon alle selber runtergeladen.)



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Donnerstag, 10. November 2016
English
K. hat einen neuen Zusatzjob. Nächste Woche ist erstes Treffen der "Neuen" und er muss vorher einen Fragebogen ausfüllen und seinen Lebenslauf (aktualisiert) abgeben.
Nachdem er schon über drei Stunden an seinem Lebenslauf rumgetippt hatte, begann ich mir Sorgen über sein Alter zu machen. Ich meine, mein Lebenslauf ist inzwischen auch länger als eine Seite, aber doch keine drei Stunden Tipparbeit lang. Ich fragte ihn also, ob er statt Lebenslauf gleich eine komplette Familienchronik seit dem Mittelalter fertigt, es stellte sich aber heraus, dass die Arbeitspapiere alle auf Englisch ausgefüllt werden müssen, und das ist dann schon hart, das kann ich verstehen, wenn man mit Englisch sonst nix zu tun hat.

Mein Englisch war ja mal ziemlich gut. So gut, dass es mir egal war, ob ein Gespräch auf Deutsch oder auf Englisch geführt wurde, ich habe viele Jahre mit beiden Sprachen parallel gelebt und in den Amiforen bin ich nur deshalb als Ausländer aufgefallen, weil ich kaum Rechtschreibfehler machte.
Aber seit über neun Jahren habe ich kaum noch "englische Situationen". Beruflich sozusagen gar nicht, wenn man mal von einer Konversation mit den italienischen Steuerbehörden absieht, bei denen ich die Erstattung der italienischen Quellensteuer beantragt habe, was zu einem langwierigen Briefwechsel führte, und privat im Grunde auch kaum noch, weil ich ja nicht mehr in der Weltgeschichte rumreise. Mein Englisch ist also in Rente, um nicht zu sagen quasi scheintot, was mir aber erst auffiel, als mir noch nicht mal einfiel, was Lebenslauf auf Englisch heißt. Gut, dafür gibt es auch kein richtiges englisches Wort, aber wenigstens das hätte ich ja wohl wissen können.
Aber auch sonst fiel mir hauptsächlich Schulterzucken ein.
Faszinierend, in welchem Tempo sich ein Wissen verflüchtigt, wenn man es nicht benutzt.
Andererseits bin ich aber auch gar nicht sicher, ob ich überhaupt noch Englisch können möchte, wenn ich sehe, welche Floddergestalten sich da aktuell, rein verbal, hervortuen. Vielleicht ist es viel besser, ich verstehe die gleich gar nicht, dann rege ich mich auch nicht auf
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Montag, 7. November 2016
Durcheinander
Mir ist der Tag etwas durcheinander geraten. Ich bin heute nämlich schon mal ins Bett gegangen, heute morgen, um 2h. Das war 10 Stunden nachdem ich aufgestanden war, was wiederum heißt, ich bin im Grunde sehr früh ins Bett gegangen. Und das ist sogar im doppelten Wortsinn korrekt, denn 2h morgens ist unstreitig früh.
Leider ließ es sich aber auch nicht vermeiden, dass ich anschließend auch wieder früh aufstehen musste, also um 7.30h, was für mich, egal wann ich vorher ins Bett gegangen bin, immer früh ist, eigentlich auch immer zu früh, im Winter allemal, da ist es ja sogar noch dunkel, um so frühe, unrechtschaffende Zeit.
Im Ergebnis bedeutet das vor allem, dass ich jetzt grade grässlich müde bin. So sehr unsäglich müde, dass ich auch nur noch Nonsense schreiben kann, wie man unschwer bemerkt haben wird.
Darum mache ich für heute und hier und überhaupt jetzt einfach nur noch einen Punkt
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Sonntag, 6. November 2016
Sparsamkeit
Sparsamkeit ist etwas Wichtiges, habe ich schon als Kind gelernt. Das Antonym, also das Böse und Vorwerfenswerte ist dementsprechend Verschwendung und das gilt es auf alle Fälle zu vermeiden, denn sonst ist man ein schlechter Mensch.

Lustig finde ich, wie sich die "Dinge", bei oder mit denen ich sparsam bin, in der Kindheit einzementiert haben und sich dann später nur mit zusammengebissenen Zähnen wieder lösen lassen, also nur, wenn ich mir in Einzelsituationen aktiv bewusst mache, wie albern das jetzt grade ist - und auch dann klappt es nicht immer. Streng nach dem Motto:
Ich spare wo ich kann, koste es, was es wolle.

Und noch lustiger finde ich es, dass es meinen Kindern genauso geht. Ich habe mir natürlich auch Mühe gegeben, sie zu sparsamen Menschen zu erziehen - obwohl, nein, das ist falsch, "sparsam" fand ich immer überflüssig, ist zu dicht dran an Geiz und das wiederum ist etwas ganz Schreckliches. Aber verschwenderisch muss man deshalb trotzdem nicht sein. Man kann eben sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen.

Jetzt hat ja jeder so seine eigenen Ticks, wo er besonders "sorgfältig" mit umgeht und was er als verschwenderischen Luxus empfindet oder als überflüssig.
Einiges, was meinen Eltern noch ganz wichtig war, habe ich gleich von Anfang an nie übernommen, weil ich es schon immer schrecklich fand. Z.B. dass man alles aufessen muss und nie etwas wegwerfen darf. Hat bei mir als Kind dazu geführt, dass ich dann gleich lieber gar nichts essen wollte, bevor ich mich zwingen ließ etwas zu essen, was ich nicht mag. Auch dass erst das alte Brot gegessen werden muss, bevor man das frische anschneidet, finde ich völlig bescheuert, denn es führt dazu, dass man eigentlich immer nur altes Brot isst, weil das frische alt geworden bist, während man mühsam das noch ältere runtergewürgt hat.

Dinge, die ich dagegen so gut wie nie fertig bringe, sind
• Pfandflaschen wegwerfen
• Vom Festnetz ein Mobiltelefon anrufen
• Im Supermarkt eine Einkaufstüte erwerben
• Neuware kaufen, wenn es das gleiche gebraucht für einen Bruchteil des Neupreises gibt und
• Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die ich genauso gut auch selber machen kann

Ich bin bekennender Schnäppchen- und Flohmarktfan und gebe durchaus eine Menge Geld aus für Dinge, nur weil sie grade günstig sind, von wirtschaftlich sinnvoll ist das oft weit entfernt, aber Schätze jagen auf dem Flohmarkt macht meist so viel Spaß, dass ich es mittlerweile als Hobby bezeichne - und dann muss es ja nicht mehr wirtschaftlich sein, sondern darf auch mal was kosten.

Dass die Kinder längst ihre eigenen, obskuren Sparsamkeitsticks entwickelt haben, finde ich schon deshalb ausgesprochen witzig, weil ich merke, wie ähnlich sie mir in diesen Dingen sind.
Telefon zB ist so ein Ding, wo ich merke, wie sehr sie meine eigenen Werte übernommen haben.
Telefonieren war früher eine ziemlich teure Angelegenheit und man musste sich gut überlegen, mit wem man wie lange und zu welcher Uhrzeit ein Ferngespräch führte. Da nahm man dann auch einige Unbequemlichkeiten in Kauf, um hier die Kosten möglichst niedrig zu halten, zB. führte man Ferngespräche erst nach 22h, denn da wurde es billiger.
Als die ersten Handys aufkamen, war das mobile Telefonieren noch viel teurer als ein Ferngespräch vom Festnetz und deshalb nur erlaubt, wenn es beruflich notwendig war. Ich hatte zwar sehr früh schon ein Handy, aber eigentlich nur, um angerufen zu werden, also um erreichbar zu sein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich trotz Handy weiter Telefonzellen benutzte - es war einfach preiswerter, wenn ich selber jemanden anrufen wollte. Dann gab es die ersten Flatratetarife, die waren aber auch sehr teuer, sowas Vornehmes brauchte ich nicht. Ich hatte einen Tarif, bei dem waren die Gespräche kostenlos, wenn sie nicht länger als 10 Sekunden dauerten. Das reichte dann, um anzurufen und zu sagen: "Ruf mich zurück."
Und so hangelte ich mich von einem Billigtarif zum nächsten, kannte alle Sondervorwahlen, um günstig ins Ausland zu telefonieren und war Experte im Telefonkosten sparen.
Heute habe ich ein Diensthandy mit einem relativ "großvolumigen" Vertrag, was dazu führt, dass ich von meinem privaten Festnetz aus niemals ein Mobiltelefon anrufen würde, denn das wäre ja wieder Verschwendung.
Die Kinder haben Prepaidtarife und finden das ausreichend, bis auf den Ältesten, der es letztes Jahr einfach satt hatte, sich ständig über Telefonkosten Gedanken zu machen und damals kurzerhand auf einen Allnetflat-Vertrag umstieg. Ob das wirtschaftlich sinnvoll war, ist schwer zu sagen, wahrscheinlich telefoniert er die Mehrkosten des Festvertrages gar nicht ab, aber die Psychologie eines Flatratevertrages ist ja auch, dass man das Gefühl hat, plötzlich ist Telefonieren umsonst.
Die beiden anderen sind noch nicht so weit und ihre Telefonsparsamkeit nimmt schon stellenweise sehr urige Blüten an. J. z.B. soll seit Wochen einen Arzttermin vereinbaren, denn ich habe ihm erklärt, das müsse er jetzt selber machen, dafür sei er jetzt alt genug. Als ich ihn gestern fragte, ob er denn jetzt endlich einen Termin gemacht hat, hat er es verneint mit der Begründung: "Der Arzt hat nur Festnetz." -
J. kann mit seinem Tarif nur Telekommobilfunk kostenfrei anrufen, Festnetz kostet 3 cent die Minute. Logisch, dass er da keinen Termin beim Arzt vereinbaren kann
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Sonntag, 30. Oktober 2016
Na prima
Irgendwas ist ja immer.
Jetzt zum Beispiel kein Internet mehr.
LTE tut's noch, nur davon ist am Ende des Monats nicht mehr so doll viel übrig. Wer rechnet schon damit, dass Kabel Deutschland bzw. Vodafone einfach ausfällt?
Aber damit ist natürlich auch bloggen am PC hinfällig.
Dafür war heute traumschönes Wetter, die Fahrt hat richtig Spaß gemacht, wir hatten genug Zeit für einen Stopp im McDov in Appingedam, weil wir alle beide große McKrokett-Fans sind, und K. hatte die kluge Idee in dem Fahrradladen gegenüber mal nach diesen genialen Fahrradventildeckeln zu fragen, die die Farbe wechseln je nach Druck im Reifen. Und hat tatsächlich welche bekommen.
Vater hat einen ganzen Korb voll Schmutzwäsche produziert und sich sogar noch selbstständig einen weiteren Stapel T-Shirts gekauft, bis auf ausgefallenes Internet also alles tippitoppi
.

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