anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 21. Juli 2018
Dies und das
- Nach einer einwöchigen Testreihe stelle ich fest: Mit durchschnittlich 10 Stunden Schlaf pro Tag (bzw. Nacht) komme ich aus und fühle mich dann auch durchgängig ausgeschlafen.

- Der deutsche Wetterdienst kündigt für nächste Woche die erste Hitzeperiode in Deutschland an. Ich bin sehr froh, dass ich nächste Woche nicht auf dem Festland sein muss, Hitze macht mich sehr schnell depressiv, weil ich mich dabei so hilflos ausgeliefert fühle. Was macht man gegen Hitze - außer leiden? Hier auf der Insel ist das alles besser zu ertragen, weil der Wind am Meer grundsätzlich das schlimmste verhindert.

- Heute gab es Hühnersuppe, damit ist auch die zweite Portion Huhn erfolgreich und sehr wohlschmeckend verarbeitet.

- Die Pfirsich-Galette schmeckt auch kalt, Gottseisdank.

- Wir haben neue Gartenstühle gekauft. Bisher hatten wir ja so weiße Kettler-Klapp-Stuhlsessel aus Plastik. Relativ groß, damit entsprechend unhandlich und schwer. Die wurden am Dienstag dem Sperrmüll übergeben, damit waren wir nun gartenstuhllos. Ich wollte jetzt Stühle aus Aluminium haben, die sind nicht nur wesentlich schlanker, sondern auch deutlich leichter und damit einfach praktischer. Eine Internetrecherche ergab, dass es die von mir gewünschten Stühle in Preiskategorien zwischen 29-329 Euro gibt. Nach kurzem Zaudern haben wir jetzt die billigste Variante gewählt, weil ich mir überlegt habe, dass die teuerste Variante 11x (elf!!mal) solange halten muss, bis sich der Mehrpreis amortisiert. Und da ich nach einem Probesitzen keinen bemerkenswerten Bequemlichkeitsunterschied zwischen der Billigvariante und der highprice Edition feststellen konnte, war es schnell entschieden, dass sich die höhere Qualität wahrscheinlich nie bezahlt machen wird. Wenn wir die jetzt gekauften, billigen Stühle nur zwei Jahre benutzen können, bevor sie kaputtgehen (und genau so lange läuft übrigens die Garantie), hat es sich schon gelohnt, denn dann müsste ich die teuren Stühle alternativ mindestens 22 Jahre behalten, bevor sie sich amortisiert haben, und das finde ich eine traurige Aussicht, weil ich dann ja auch nie mehr meinen Geschmack ändern dürfte.

- Das Superwetter macht die Insel sogar in der Hochsaison erträglich, die allermeisten Touristen halten sich am Strand auf, im Dorf ist es angenehm ruhig und man kann ohne Behinderung die Geschäfte erledigen, die man zu erledigen hat.

- N. hat sein „aktives“ Studium beendet, d.h. alle Vorlesungen sind gehört und alle Klausuren geschrieben, für seinen endgültigen Abschluss fehlt ihm jetzt nur noch eine Hausarbeit und das 2. Staatsexamen sowie das praktische Jahr. Hört sich nicht viel an, dauert dann aber doch noch mal zwei Jahre, bis das alles erledigt ist.
Und dann ist er nur einfacher Arzt. Bis zum Facharzt braucht es dann noch mal ein paar Jahre. Schon irre, wie lange so eine Ausbildung dauert.

- J. arbeitet seit drei Wochen als Aushilfe in einer Milchbude. Das bedeutet, er ist nicht nur dem direkten Kontakt mit den Touristen ausgesetzt (den er ganz gut damit hinbekommt, dass er sie einfach wie Aliens behandelt, die muss man auch nicht verstehen, es reicht, wenn man eine formale Höflichkeit wahrt), sondern noch mehr und für ihn viel belastender ist der direkte Kontakt mit anderen Menschen, für die diese Arbeit kein Ferienjob ist, sondern ihre normale Arbeit für den alltäglichen Broterwerb. - Immerhin hat er dadurch ganz eindeutig erkannt, dass es für ihn das Beste ist, wenn er möglichst schnell mit dem Studium beginnen kann, um sich dort, sicher vor der Welt und ihren vielen Unzulänglichkeiten, in einem pharmazeutisch versiegelten Elfenbeinturm zu verschanzen.

- Wenn ich es mir recht überlege, kann ich ihn eigentlich nur beneiden
.

698 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 17. Juli 2018
Perfektes Timing
So langsam mache ich mir ja Gedanken, dass in den letzten Tagen alles rundum perfekt läuft und ich wirklich an gar keiner Stelle etwas zu meckern oder zu verbessern habe. Das kann ja nicht lange gut gehen.
Aber heute ist noch alles gut gegangen, um nicht zu sagen, das Timing aller Ereignisse war einfach nur perfekt.
Letzte Woche hat K. online einen neuen Herd gekauft und nach Borkum liefern lassen. Die Entscheidung, endlich einen neuen Herd zu kaufen und sich nicht mehr über den alten zu ärgern, war als solches schon prima. Bei dem alten löste sich ja nicht nur die Beschriftung immer wieder in Nichts auf, (zuletzt 2016 aufwendig refurbished, mittlerweile aber schon seit längerem wieder komplett verblasst), sondern in letzter Zeit streikten auch immer mal wieder einzelne Gasflammen und wirklich zuverlässig funktionierten zum Schluss nur noch zwei.
Fand ich ziemlich anstrengend, wenn man eigentlich einen fünf-flammigen Herd hat, den man vor allem deshalb hat, weil man auch regelmäßig auf vielen Flammen kochen will.
Endlich einen neuen Herd zu kaufen, hatten wir uns nun schon vor einiger Zeit überlegt und deshalb auch schon einen Herd ausgesucht, von dem wir annahmen, dass er sehr gut in die Küche passen wird. Ich wollte gerne bei Gas bleiben, in Greven habe ich Induktion, aber irgendwie finde ich Gas schöner. Und da der Anschluss ja nun schon vorhanden war, erschien es uns am einfachsten, einen ähnlichen großen Gasherd als Ersatz zu kaufen. "Range-Cooker" heißen die Dinger, habe ich gelernt, als ich danach gegoogelt habe.
Ausgesucht habe ich schließlich so einen Range-Cooker im Nostalgielook, innen moderne Technik, außen auf Vintage getrimmt, gefiel mir gut.
Es gab mehrere Händler, die den online anbieten, aber die allermeisten schreiben unter Versandbedingungen: "Keine Lieferung auf die Inseln". - Das ist blöd, kommt aber häufig vor. K. hat dann so lange gegoogelt, bis er schließlich einen Händler fand, der das Teil nicht nur zu einem sehr günstigen Preis, sondern auch ohne Insellieferbeschränlung anbot und dort hat er den Herd dann letzte Woche gekauft.
Angeblich ist der Herd bereits am Samstag zugestellt worden, was blöde gewesen wäre, denn wir sind ja erst Samstagabend spät gekommen, aber üblicherweise bezieht sich der Zustellhinweis in der Sendungsverfolgung immer nur auf die Übergabe an den örtlichen Inselspediteur - und der erschien dann heute morgen um 8h, was wirklich ein perfekter Zeitpunkt war, denn erstens war J. noch zu Hause und konnte mit anfassen, so dass der Herd gleich bis in den Flur geliefert wurde (und nicht nur bis Bordsteinkante, was bei einem knapp 100kg Teil ja auch immer noch so ein extra Twist ist) und außerdem war es so früh, dass ich mit meinem Anruf beim örtlichen Installateur noch in seine Tagesplanung kam, so dass gegen Mittag bereits ein Mitarbeiter erschien, der mir den Herd sofort anschloss. Bis zur Ankunft des Mitarbeiters hatte ich genug Zeit, den Herd komplett aus der Transportkiste zu schälen, so dass die Installation selber dann in 20 Minuten erledigt war. Die Anschlüsse des alten Herdes passten genau, kein neues Material, keine Behinderung, es lief.
Und als extra Krönung passt das Timing auch wirklich zu dem bestellten Sperrmülltermin, denn der ist morgen.
Gestern hatten wir ja schon den Schuppen aus- und aufgeräumt, jetzt konnte ich noch den alten Herd sofort mit entsorgen, das gefällt mir schon alles wunderbar, wenn das so glatt läuft.
Dann riefen auch noch die Abfallwirtschaftsbetriebe des Kreises Leer an, weil sie wissen wollten, ob ich über den Termin informiert wurde, dort konnte ich mir sofort bestätigen lassen, dass ich einen Gasherd auch mit an den Sperrmüll stellen darf, und den Termin selber natürlich auch bestätigen.
Lohnen tut sich dieser Sperrmülltermin nun auf alle Fälle



Und der Herd passt absolut perfekt in die Küche





Zur Einweihung gab es dann heute Abend eine Riesenportion Backofengemüse


Macht richtig Spaß, so ein rundum funktionierender Herd
.

1355 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 16. Juli 2018
Traumwetter
Grundsätzlich würde ich ja Kälte immer Hitze vorziehen, bei Temperaturen über 30°C werde ich sehr schnell depressiv, weil ich mich einfach nur noch unwohl fühle, aber so wie das Wetter aktuell ist, so könnte es auch für mich dauerhaft bleiben.
Tagsüber wunderbar warm, aber nicht so heiß, dass es nicht mehr auszuhalten ist, außerdem ein leichter Wind, der die Wärme noch besser erträglich macht und das allerwichtigste: nachts wird es so ausreichend kalt, dass man die Wärme des Tages wunderbar wieder rauslüften kann, besser geht’s einfach nicht.
Und wenn man bei so einem Wetter auch noch am Meer ist, dann ist das kaum zu toppen.

Außer das Wetter, das Meer, den Strand, die Urlaubsfreiheit und das Leben insgesamt zu genießen, haben wir heute auch noch den Schuppen ausgeräumt, weil übermorgen Sperrmüll ist.
Wir haben gründlich sortiert, alles saubergemacht und mit neuer Ordnung wieder eingeräumt, es ist ganz wunderbar geworden und ich bin sehr zufrieden.
K. muss morgen wieder aufs Festland, aber wir haben ja zum Glück schon alles perfekt vorsortiert für den Sperrmülltermin, das wird problemlos funktionieren
.

897 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 9. Juli 2018
Flohmarkterlebnisse
Zu meiner eigenen Verwunderung habe ich in den letzten Monaten für meine Verhältnisse immer weniger auf Flohmärkten gekauft. Ich bin durchaus noch auf verschiedenen Flohmärkten gewesen, aber die Zeiten, wo ich während eines Flohmarktes dreimal zum Auto gehen musste, um die Einkäufe abzuladen, sind wohl eindeutig vorbei.
Im Moment habe ich immer öfter das Gefühl, dass ich nichts mehr brauche und auch keine Lust habe, mich mit Neuanschaffungen zu belasten, weil es ja nicht nur mit dem Kaufen getan ist - irgendwo muss der Kram ja anschließend auch untergebracht werden.
Meine Kleiderschränke habe ich in den letzten Monaten immer wieder und jedesmal sehr gründlich aussortiert, säckeweise habe ich Klamotten entfernt, es bleibt das Gefühl, dass man es kaum sieht. Ich habe immer noch viel zu viele Anziehsachen und auch überhaupt keinen Bedarf auf etwas neues. Vielleicht kommt das wieder, aber aktuell finde ich Aussortieren schöner als Einsortieren und wenn ich Kleidungsstücke auf dem Flohmarkt finde, die mir gefallen, dann sind es meist welche, die ich in der Form schon längst habe und dann kann ich auch wirklich schöne Klamotten ungekauft hängen lassen, ich wunder mich dabei über mich selber.
Aber ein bisschen was kaufe ich dann ja doch, allerdings haben sich die Schwerpunkte verschoben, was und vor allem warum ich etwas kaufe, denn was mir im Moment am meisten Spaß macht bei diesen Flohmarktbesuchen sind die Gespräche mit den Verkäufern. Da sind richtig nette Leute bei, mit denen man tolle Gespräche führen kann, das macht viel Spaß und bringt gute Stimmung in den Tag.
Manche Menschen sind aber auch einfach nur skurril, einige sind seltsam zutraulich und fangen einen Plausch mit mir an, bei dem ich jeden Moment erwarte, dass gleich jemand auftaucht und "Hallihallo, versteckte Kamera, schön dass Sie mitgespielt haben" ruft, und einige wenige sind auch rechte Arschlöcher, über die ich mich dann ausführlich aufregen kann.
Ich sammele solche Erlebnisse inzwischen als einzelne Geschichten und weil ich ja regelmäßig auf dieselben Flohmärkte gehe, treffe ich dort auch regelmäßig dieselben Menschen (einige zumindest) und so gibt es auch Fortsetzungsgeschichten.
Heute habe ich zum Beispiel die Frau getroffen, die bei jedem zweiten Teil ihrer sichtbar gebrauchten Dinge immer steif und fest behauptet, das Teil wäre funkelnagelneu, noch nie benutzt, ungetragen, wäre jetzt nur staubig vom Flohmarkt, aber ansonsten eben ungebraucht. Die hatte heute eine Computertasche im Angebot und weil K.s Tasche jetzt so langsam ins Alter kommt und die ersten Auflösungserscheinungen zeigt, fand ich diese Tasche eine gute Ersatzinvestition, weil sie seiner alten sehr ähnlich ist, ganz viel Stauraum und viele Fächer, denn K. schleppt in seiner Computertasche ja außer seinem Laptop auch immer noch sein halbes Büro durch die Gegend.
Sie machte einen sehr stabilen und ordentlichen Eindruck und die Frau versicherte mir mehrfach, dass sie ganz neu und völlig unbenutzt sei, nur eben ein wenig vom Tag heute und dem draußen liegen eingestaubt. Ich habe mir die Tasche gründlich angeschaut und auch in alle Fächer reingeschaut, wobei ich einen Kugelschreiber in einer Seitentasche fand und das kommentierte mit: "Den wird dann wohl der Fabrikarbeiter beim Zusammennähen da drin vergessen haben." Die Verkäuferin antwortete toternst: "Der gehört dazu." - Und so habe ich jetzt für 5 Euro eine funkelnagelneue, sehr stabile, geräumige Computertasche mit Kugelschreiber gekauft und zu Hause dann nur den Staub von außen und die Krümel von innen abgewischt :-)
Letzte Woche war eine Frau auf dem Flohmarkt, die eine große Auswahl an Originalparfumflakons mit "Tester"-Aufkleber verkaufte. Die meisten waren noch fast voll, es fehlte nur die Originalverpackung.
Parfums kaufe ich gerne auf dem Flohmarkt, wenn es Originalparfüms sind, die gibt es allerdings nicht oft, weshalb ich mich über diesen Stand sehr gefreut habe, vor allem weil sie Marken dabei hatte, die ich mag und gerne benutze. Sie hatte zwei verschiedene Kisten, in der einen Kiste kosteten alle Parfüms 8 Euro, in der anderen 20. In der 8-Euro-Kiste waren die eher günstigeren Parfums, die es auch in Drogeriemärkten gibt, in der 20-Euro-Kiste waren die hochwertigeren Marken, insofern war die Unterscheidung gerechtfertigt, aber auch die 20-Euro-Parfums waren ja noch günstig.
Ich habe alle Flaschen sorgfältig durchgeschaut und entdeckte ein teures Parfum, das ich auch noch gerne mag, in der 8-Euro-Kiste und machte die Dame sofort darauf aufmerksam, dass ich dieses Parfum aus der billigen Kiste genommen hätte und dass ich es gerne kaufen möchte, dass ich aber vorher noch eben die 20-Euro-Kiste komplett durchgucken möchte. Ich fand dann noch zwei 20-Euro-Parfums, die ich auch gerne haben wollte und fragte, wie viel ich denn für alle drei Flaschen zusammen bezahlen müsse. Innerlich hatte ich mir vorgenommen, sie mindestens auf 45 Euro runterzuhandeln, aber ich wollte ja erst mal ihren Preis abwarten. Sie überlegte dann länger, schaute alle drei Flaschen genau an, drehte von rechts nach links und sagte dann: "Sind Sie mit 25 Euro einverstanden?"
Ich habe keine Ahnung, was sie sich da zusamengerechnet hat, aber so schnell habe ich selten bezahlt und gemacht, dass ich weiter komme.
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich formaljuristisch gar kein Eigentum an diesen Parfums erwerben kann, das wollte ich dann aber lieber nicht weiter beleuchten
.

705 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 5. Juli 2018
Relativitätstheorien
In drei Tagen haben wir elfjähriges Beziehungsfestival, K. hat eben ausgerechnet, wieviel Prozent seines Lebens er jetzt schon mit mir verbracht hat und stellte fest, dass es exakt dem aktuell gültigen Umsatzsteuersatz entspricht. ( wobei, der Hinweis auf die Umsatzsteuer kam von mir, K. hat da grundsätzlich weniger steuerlastige Assoziationen als ich)

Aber unabhängig von irgendeiner Steuerthematik ist es eben tatsächlich ungefähr ein Fünftel des bisherigen Lebens, und dabei fühlt es sich doch rückwärts betrachtet noch so neulich an. Ich meine, es ist doch alles noch gar nicht solange her, 2007, das war doch gerade eben erst.
Andererseits, vor elf Jahren war J. erst acht, und ein 8jähriges Kind ist wirklich noch ein ziemlich junges Kind.
Es ist ungemein faszinierend, wie sich die Größen und Ausdehnungen von Zeitscheiben verändern, je nachdem, aus welcher Richtung man auf sie schaut und vor allem, mit welchem Erfahrungshintergrund.

Für mich sind elf Jahre nur ein Fünftel meines Lebens, für J. mehr als die Hälfte.

Elf Jahre, die rückwärts betrachtet wie im Flug vergangen sind, das macht Hoffnung, dass die nächsten sechs Jahren auch nicht mehr so lange dauern.

Andererseits muss noch sehr viel passieren, in diesen kommenden sechs Jahren: N. und C. werden beide ihr Studium beendet haben und wenn alles nach Plan läuft, J. auch. Pharmazie dauert nur zehn Semester.
Ich höre damit genau dann auf, aktiv Geld zu verdienen, wenn alle Kinder selber in der Lage sind, ihr Leben zu finanzieren.
Noch habe ich die Verantwortung für vier Menschen, in sechs Jahren nur noch für mich alleine.
Wenn ich nach vorne blicke, dann liegen diese sechs Jahre wie ein riesiger Berg vor mir, wenn ich aber rückwärts schaue, dann sind die letzten sechs Jahre wie ein Fingerschnipp vergangen.

Das Beste ist, ich feiere nur die Erfolge der Vergangenheit, das gibt bestimmt genug Schwung, um über die Zukunft einfach hin weg zu fegen.
Ganz aktuell feiere ich die Befreiung von der Mutter-Verantwortung. Das letzte Kind hat die Schule verlassen, und wenn nicht kurzfristig Elternabende für Erstsemester eingeführt werden, werde ich nie mehr von irgendeiner Lehrperson offiziell zur Verantwortung herangezogen. Das ist wirklich ein ziemlich saugeiles Gefühl.
Und wenn ich außerdem die Zukunft in kleinere Schritte aufteile, dann ist in zwei Jahren der nächste besonders entscheidende Meilenstein erreicht: zwei Kinder werden ihr Studium endgültig abschließen und müssen nicht mehr unterhalten werden. Das bedeutet, ich muss auch keine BaFöG-Nachweise mehr erstellen, wenn nur noch ein Kind studiert, lohnt sich das mit dem BaFöG eh nicht mehr.
Das sind doch alles überschaubarer Zeiträume, ich denke, ich bin jetzt sehr positiv gestimmt
.

768 x anjeklickt (3 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 30. Juni 2018
Pendelwochenende
Obwohl ich gestern erst sehr spät oder genauer genommen heute recht früh, also so gegen 3h ins Bett gefallen bin, war ich trotzdem schon zu meiner üblichen Zeit um 7h wieder wach, ich beginne mir Sorgen um meine eigene Schlafgesundheit zu machen.
Wie auch immer, um zehn bin ich dann richtig aufgestanden und habe begonnen, das Haus in Greven zu putzen. Das hatte es dringend nötig.
K. kam gegen 15h nach Hause, er hatte seit gestern aushäusige Termine, zog sich nur kurz um und dann sind wir sofort zum Flugplatz gefahren, weil wir nach Borkum wollten.
Neuer Rekord für die Reisezeit von Tür zu Tür: 95 Minuten.


Die Himmel war quasi wolkenfrei, nur am Horizont gab es die Andeutung einer Wolkenwand, dementsprechend waren die Sichten super.
Kurz hinter Münster brannte es in einem Bauernhof recht heftig, und in der Meyerwerft liegt nur ein ziemlich kleines Schiff (für Meyerwerftverhältnisse) im Hafenbecken.

Insgesamt hat alles gut geklappt, jetzt bin ich aber so müde, dass ich gleich umkippe
.

864 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 25. Juni 2018
Sonntag
Wenn mir schon als Überschrift nicht anderes als der aktuelle Wochentag einfällt, ist das meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass nichts Besonderes passiert ist und ich gleichzeitig aber auch keine Zeit oder keine Lust habe, mich elaboriert über irgendein anderes Thema auszulassen.
Heute war einfach nur Sonntag.
Mehr nicht.
Das ist natürlich schon eine Menge, denn Sonntage sind meistens schöne Tage, da sie üblicherweise extrem verpflichtungsarm sind, was grundsätzlich eine sehr gute Voraussetzung für einen Tag ist, der ein schöner Tag werden soll.
Tage mit Verpflichtungen sind üblicherweise Bürotage, die starten deshalb per se mit einem Handycap, denn wer mag schon Verpflichtungen.
Sonntage sind also meist frei, wenn überhaupt mit lockeren Vorhaben besetzt. Heute zB wäre ich gerne auf meinen Lieblingsflohmarkt gefahren, der nur alle drei Monate stattfindet und den ich mir deshalb extra im Kalender eingetragen hatte.
Hat aber nicht geklappt, weil... - naja, weil es letztlich einfach zu spät war und es sich nicht mehr gelohnt hätte, um 15.30h erst zu einem Flohmarkt aufzubrechen, zu dem man eine halbe Stunnde fährt und der um 16h schließt. Deshalb habe ich stattdessen Guacamole gemacht, das ist auch nett.
Und lecker.
Und insgesamt waren es denn auch alle zufrieden.

Außerdem habe ich vier Maschinen Wäsche gewaschen und bin die letzten 12h erfolgreich um die letzten 10% Arbeit für meine Steuererklärung herumgeschlichen, die ich ganz unbedingt morgen abgeben muss, wenn ich nicht eine saftige Verspätungsstrafe riskieren will.

Deshalb erledige ich das jetzt ohne weiteren Aufschub und deshalb ist der Blogeintrag für heute damit auch beendet
.

695 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 24. Juni 2018
Und wieder ein Lebensabschnitt beendet
Jetzt ist das letzte Kind nicht nur mit der Schule fertig (und hat damit den höchstmöglichen Schulabschluss der Bundesrepublik Deutschland, wie es pathetisch in den Abireden hieß), sondern es ist jetzt auch endgültig wieder aus der Schule ausgezogen.
Fünf Jahre hat J. Im Internat gelebt, unterbrochen durch ein Jahr Kanada, aber vor fünf Jahren haben wir einen wesentlichen Teil seines Hausstandes ins Internat transportiert - und heute war der Rücktransport.
Er hat alle Schlüssel abgegeben, sich aus den schulischen Gruppen abgemeldet, sein Schulaccount ist geschlossen und die Gefährten der letzten Jahre verteilen sich jetzt in der Weltgeschichte.
Ich denke, für einen Internatsschüler ist das Abitur ein noch größerer Einschnitt im Leben als für einen „normalen“ Abiturienten, der mit der Zeugnisübergabe nicht automatisch auch sofort sein bisheriges Zuhause aufgibt. „Normale“ Abiturienten haben eine etwas gleitendere Übergangszeit, sie starten aus ihrer gewohnten Umgebung und leben zwischen Schule und Uni nicht in einem halben Schwebezustand mit gepackten Kisten, die zwischengelagert sind.
Für J. kommt dann noch erschwerend hinzu, dass er ja auch noch zwischen zwei Zuhauses pendeln muss und sich deshalb jetzt noch nicht mal an einer Stelle vernünftig ausbreiten kann, weil in beiden Häusern sein Zimmer aktuell nicht für eine Dauerbewohnung eingerichtet ist - und weil es sich ja eigentlich auch nicht lohnt, das für die Übergangszeit von drei Monaten, bis er zum Studieren ja sowieso wieder auszieht, zu ändern.

Aber andererseits hat er genau so ja auch die letzten Jahre gelebt, er war an vielen Stellen immer ein bisschen zu Hause, jetzt ist nur eine Stelle davon weggefallen. Zugegeben die, wo er sich am meisten aufgehalten hat, aber die Perspektiven, dass er in Zukunft ein deutlich normaleres Leben führt, sind ja gar nicht so schlecht.

Für mich als Mutter ist es allerdings eine große Erleichterung, dass dieser Lebensabschnitt für ihn jetzt schon mal geschafft ist. J. und Schule, das war viele, viele Jahre kein glückliches Pärchen, und ich habe mir unterwegs oft Sorgen gemacht, ob es mir gelingen wird, ihn da erfolgreich durchzulotsen, aber den fulminanten Schlussspurt, mit dem er jetzt ja jedem Skeptiker bewiesen hat, dass er kann, wenn er nur will, der war nicht nur erfolgreich, der war vor allem beeindruckend.

Er war nicht nur mit großem Abstand Jahrgangsbester, er hat auch den Förderpreis der deutschen Gesellschaft für Chemie gewonnen und die Schule hat ihn für ein Stipendium der deutschen Studienstiftung vorgeschlagen.
Wenn ich mir überlege, dass ihn das Gymnasium im Rheinland, wo ich ihn ursprünglich angemeldet hatte, abgelehnt hat, weil er keine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung von der Grundschule bekam, dann ist ja letztlich nun doch alles gut ausgegangen.
Er hat Zeit seiner Schulzeit die Fächer Kunst, Musik und Sport hartnäckig verweigert, weil er stets sagte, dass Schule für Lesen, Schreiben und Rechnen da ist und nicht für den sonstigen Hobbykram, den man nur zum Leben braucht, wenn man Spaß dran hat, eine Einstellung, die ich grundsätzlich respektiere, die ihm aber viel Gegenwind in der Schule eingebracht und ihm im übrigen auch die 1,0 als Abischnitt verhagelt hat, denn er hat es tatsächlich geschafft, Musik nur als Minderkurs in den Gesamtschnitt einzubringen.

Ich glaube nicht, dass mir irgendjemand vorwerfen kann, meinen Kindern grade in Musik und Kunst nicht genug Vorbild, Möglichkeiten, Anregung gegeben zu haben, ich kenne wenige Haushalte, in denen Musik und Kunst im Alltag präsenter waren als bei uns - aber grade deswegen habe ich es auch immer abgelehnt, die Kinder dazu zu zwingen. Anders als bspw. Orthographie, die ich stets als zentrale Schlüsselfunktion für jede Art von intelligentem Leben definiert habe (ja, ich bin bekennender Rechtschreibfanatiker), empfand ich Kunst und Musik eher als „freie Künste“, was nun unterm Strich dazu führte, dass J. nie genug Lust dazu hatte, um sich freiwillig damit zu beschäftigen, was notentechnisch aber eben suboptimal ist.
Dafür hat sein Chemielehrer seine Abiturklausur nicht nur wegen der 98% der erreichten Punkte als bemerkenswert bezeichnet, sondern und vor allem auch deshalb, weil J. keine Rechtschreibfehler in der Klausur gemacht hat. Das war für ihn wirklich eine Besonderheit. Es gibt wohl immer mal wieder Kinder, die wirklich gut in Chemie sind, aber welche, die dann zusätzlich auch noch eine saubere Orthographie beherrschen, die scheinen wirklich selten zu sein. - Das kann man jetzt bewerten wie man möchte, aber ich bleibe dabei, dass ich es sinnvoller finde, ein Kind zu einer sauberen Rechtschreibung zu erziehen, dafür muss es aber weder malen noch musizieren, wenn es das denn partout nicht will
.

856 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 22. Juni 2018
Komplexe Logistik erfolgreich gelöst
Die Aufgaben für heute:
Büro bis mindestens 15.30h
Abholen der fertigen Brillen in der Innenstadt von Münster
Friseur um 17h in Greven
C. vom Bahnhof abholen, 17:45h
Restliche Sachen packen, Auto beladen
Fahrt nach Aurich (200km)
Einchecken im Hotel
J. einsammeln
Ankunft im Restaurant in Aurich um 22h (Tischreservierung)

Ergebnisse:
Check
Check
Check
Check
Check
Check
Check
Check
Check

Cool, oder?
Auf der Fahrt nach Aurich wurden wir von einem Regenbogen verfolgt, der sich irgendwann sogar in die Heckwolke heftete



K. sagte, nach dem durchgezogenen Unwetter, beeindruckt das Rückseitenwetter in der Regel mit tollen Wolken.
Er hatte recht
i

Morgen dann Abiturentlassveranstaltung, wird bestimmt lustig
.

782 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 20. Juni 2018
Das wird hart
So sorry, aber keine Zeit.
Ich muss packen.
Ja, richtig gelesen, ich muss tatsächlich packen, und weil ich das bekanntlich ganz, ganz gräßlich finde, habe ich entsprechend gute Laune, aber hilft ja nix.
Morgen fahren wir direkt nach dem Büro nach Esens, um Freitag früh und ausgeschlafen den ganzen Tag J.s Abi-Übergabe mit Ball zu feiern.
Und deshalb muss ich jetzt entscheiden, was ich anziehen will. Mindestens zwei Outfits brauche ich bestimmt, im Zweifel drei (Kirche und Zeugnisübergabe, Wartezeit während des Tages, Ball am Abend) und zu meinem großen Verdruss kann ich die nicht einfach aus meinem normalen Alltagskleiderschrank sammeln, sondern muss natürlich irgendetwas Anlasspassendes finden, wobei ich das dumpfe Gefühl habe, dass die Betonung hier auf "passen" liegt. Ich halte nun schon recht gleichmäßig seit zwei Monaten dieses Teilzeitfasten durch, nach glänzenden Anfangserfolgen hat sich der Stoffwechsel hierzu mittlerweile aber wohl auf "Dauerzustand" eingestellt und per Saldo sind nach zwei Monaten erst zwei Kilo weg, was ich jetzt noch nicht so richtig beeindruckend finde. Ja ich weiß, langsam abnehmen ist sinnvoller und nachhaltiger und gesünder, man bleibt aber eben auch länger fett, grummel.

So, und deshalb muss ich jetzt den "Spezial-Kleiderschrank" durchprobieren, denn natürlich habe ich reichlich anlasspassende Klamotten, ich weiß halt nur nicht, ob sie mir noch passen
...

981 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?