anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 7. August 2019
Keine Lust auf Bildschirm
Zwischendurch dann immer wieder diese Tage, mit der akuten Sehnsucht nach offline.
An diesen Tagen habe ich sehr großen Widerwillen, gegen alles, was man mit Computer, Texten, Dateien, Bildschirm und Tastaturen zu tun hat.
Da es sich nie komplett vermeiden lässt und manche Dinge nun mal einfach erledigt werden müssen, schnurrt die als angenehm empfundene Computerzeit für freiwillige Projekte enorm zusammen, abends ist dann nichts mehr übrig.
Sowohl gestern als auch heute habe ich zweimal meine Teilnahme bei offline Unternehmungen der anderen Mitmenschen abgesagt, weil ich halt noch Dinge am PC erledigen musste, das macht mir dann so viel schlechte Laune, dass es danach nur noch viel akuter ist, mit meiner "ich habe keinen Bock mehr auf Bildschirm" Antipathie.
Gestern habe ich J gebeten, kurzfristig als Blogschreiber einzuspringen, was er sehr gut gelöst hat, finde ich, heute raffe ich mich immerhin mal wieder selber auf, es fehlt aber jeder Schwung.

Dabei haben wir hier ganz viel im offline Bereich des Lebens vollbracht, ich mag es nur nicht erzählen, vielleicht schreibt J ja etwas dazu auf, denn immerhin hat er das alles angestoßen
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Montag, 5. August 2019
Sushisandwich und Gedanken zum Tod
Das wohlige Rumlümmellesen im Bett wurde heute morgen um 10h schlagartig abgebrochen, als mir einfiel, dass ich ja ganz dringend zu Lidl fahren muss, um die seit gestern dort angelieferten Bressobestände aufzukaufen.
Davon hatte ich nämlich durch J erfahren, der gestern Abend da noch Einkaufen war, weil er für seine Schwester irgendetwas Schönes kaufen wollte und dann anrief, um abzufragen, ob ich auch noch etwas brauche, zB Bresso wäre grade im Angebot.
Unsere Kommunikation wurde dann etwas schwierig, weil ich sagte, dass ich wüsste, dass Bresso im Angebot sei, schon seit 14 Tagen, dass ich aber nur auf den Bresso Traditionelle scharf bin, und genau diese Sorte gäbe es nicht, sondern halt nur den normalen, J aber meinte, auf der Packung, die er grade in Fingern hielte, stände Bresso Traditionelle, was ich nicht glauben konnte, weil, am Freitag gab es den dort noch nicht.

Ich habe J dann ein Bild von dem "richtigen" Bresso geschickt, was er aber nicht öffnen konnte, da er ja, seitdem er Berlinstudent ist, kein teures Telekom-Internet mehr hat, sondern das billige Aldi-Talk-Internet, was in Berlin auch einwandfrei funktioniert, nur hier in Ostfriesland nicht. Ich weiß gar nicht, wie das Netz heute heißt, früher hieß das E-Netz und damit hat man hier in Ostfriesland in guten Gegenden maximal 3G, was de facto Null Empfang entspricht. Push-Meldungen werden noch durchgestellt, öffnen kann man sie aber nicht mehr.

Deshalb wusste J also nicht, ob er nun das "richtige" Bresso hat oder nicht, brachte allerdings vorsichtshalber eine Packung mit, von der er wiederum behauptete, es sei sowieso die einzige gewesen, die er gesehen hätte, aber das heißt bei J nicht viel, in Punkto Sachen sehen, finden oder erkennen spielt er nicht wirklich in der ersten Liga.

Aber es war tatsächlich das richtige Bresso und deshalb wusste ich gestern Abend auch, dass dieser Bresso nun endlich wieder vorübergehend als Sonderaktion bei Lidl im Angebot ist, ich weiß aber auch aus Erfahrung, dass das Zeug sehr schnell ausverkauft ist, weil es den immer nur als Sonderaktion gibt, ich kenne hier auf der Insel keinen Laden, der diese Sorte regulär führt.
Und das alles fiel mir heute morgen um 10h wieder ein, weshalb ich aus dem Bett sprang, um früh genug bei Lidl zu sein, wo ich die Bressobestände aufkaufen wollte, bevor es jemand anderes tat.

Mein Fischzug war erfolgreich, acht Pakete Bresso und vier Pakete Geramont Meersalz sollten für die nächste Zeit reichen.

K betätigte sich in der Zwischenzeit als Fluglehrer,.
Ein Mensch, der auch in Münster im Verein ist, einen PPL(A ) hat und hier auf der Insel regelmäßig im Ferienhaus seiner Eltern wohnt, ist nun auch dem hiesigen Borkumerfliegerclub beigetreten und will deshalb auch mit der örtlichen Clubmaschine fliegen. Die dazu nötige Einweisung hat er von K schon letzten Monat erhalten, heute wollte er nur mal kurz nach Emden, einen weiteren Kumpel abholen, traute sich aber nicht, ganz alleine zu fliegen. Als K zurück kam, kommentierte er den Ausflug mit "war schon sinnvoll, dass er nicht alleine geflogen ist." Nun ja.

Am Nachmittag habe ich mich dann damit beschäftigt, ein Rezept für Onigirazu, das ich bei Zucker, Zimt und Liebe gesehen hatte, umzusetzen und habe dabei durch Zufall die für unsere Familie künftig perfekte Variante für selbstgemachte Sushi entdeckt. Die wird es nun nämlich deutlich seltener bei uns geben, künftig heißen die Sushi oder Maki oder welche Varianten wir auch bisher hergestellt haben, bei uns Onigirazu, weil diese Herstellungsvariante deutlich komfortabler ist als das lästige Rollen der einzelnen Makihäppchen. Man macht einfach ein dickes großes Sandwich aus den gleichen Zutaten, schneidet das dann in vier Stücke und dippt es in Soja-Sauce, ruckzuck fertig, viel weniger Arbeit, selber Geschmack, perfekt!

Ich hatte gar keinen Fisch im Haus (dass es den hier auf der Insel längst nicht so frisch gibt, wie auf dem Festland aus dem Großmarkt hatte ich schon mal erklärt, oder? Denn weder Lachs noch Thunfisch fängt die örtliche Kutterflotte im Wattenmeer.) Aber Makis oder "Sushiröllchen" schmecken auch hervorragend in der rein vegetarischen Variante, alle sonstigen Zutaten hatte ich vorrätig, den Sushireis habe ich gestern schon gekocht, weil der abkühlen muss (und hier habe ich mich auch nicht an das Rezept von Jeanny gehalten, weil ich mir einbilde, dass mein Sushireisrezept den deutlich würzigeren Sushireis produziert), aber es ging ja auch eigentlich nicht um das Rezept, sondern um die Idee, und die ist genial.
So hat es sich absolut gelohnt, dass ich dieses Blog abonniert habe, sonst wüsste ich immer noch nicht, dass Onigirazu für Japaner eine normale Sandwichvariante ist, für mich aber die raffinierteste Idee der Sushivariation, die ich bisher kennengelernt habe.
Wir waren uns zu viert einig, gibt es jetzt öfter.
Fotos gibt es leider nicht, weil wir die Teile so schnell und so gierig eingeatmet haben, dass keine Zeit für ein Foto vorher blieb, nachher blieben nur leere Teller.
Ich werde mich aber noch mal mit einer mengen- und portionsmäßig abgestimmten eigenen Rezeptanleitung beschäftigen und dann auch mit Fotos.

Ansonsten:
Ich habe im Moment natürlich viel Zeit, nicht nur regelmäßig meinen Feedreader, sondern auch meine Twitter und Instagramtimeline zu lesen und habe dort in der letzten Zeit einige Nachdenkanstöße gefunden.

Mir ist dabei aufgefallen, dass es für die meisten Leute ein außerordentliches Ereignis ist, wenn jemand stirbt und dass es als quasi selbstverständlich unterstellt wird, dass "man" davon betroffen sein muss oder zumindest, dass jeder Tod verhindert werden muss, wenn er auch nur irgendwie verhindert werden kann.

Ich stelle für mich fest, dass mein Verhältnis zu Tod und Sterben ein komplett anderes ist als das, was allgemein in der Gesellschaft (zumindest in meiner Filterblase) als "normal" oder selbstverständlich unterstellt wird.

Denn, sorry, aber ich finde es einfach nicht schlimm wenn jemand stirbt.

Ich finde es schlimm, oder zumindest traurig oder sonstwie emotional belastet, wenn jemand aus meinem persönlichen Umfeld stirbt, weil sich dadurch eben auch mein eigenes Leben ändert, schließlich ist genau dieser Mensch jetzt nicht mehr da und ich muss dann gucken, wie ich künftig ohne ihn klarkomme. In jeder Trauer um einen verstorbenen Menschen in meiner Umgebung steckt auch immer ein Gutteil Selbstmitleid.
Genau genommen ist es sogar nur Selbstmitleid, denn ich bin der festen Überzeugung, dass tote Menschen keine Meinung mehr haben und es ihnen deshalb herzlich egal ist, dass sie tot sind, eben weil sie tot sind.
Schrecklich ist der Tod immer nur für die, die übrig bleiben.

Je nach Art des Todes des anderen mag der Schrecken für mich auch in einer Art schlechtem Gewissen liegen: Bin ich irgendwie daran schuld?
Selbstmörder hinterlassen üblicherweise eine Menge dieser Fragen bei den Hinterbliebenen, aber meine Reaktion ist immer dieselbe: Ich bin nicht dafür verantwortlich, wenn jemand anderes nicht mit seinem Leben klarkommt.

Ich bin als Mutter dafür verantwortlich, dass ich für meine Kinder professionelle Hilfe suche, wenn ich merke, dass das notwendig ist, und ich bin dafür verantwortlich, sie maximal zu unterstützen, wenn sie alleine nicht mit sich klarkommen, aber auch mit professioneller Hilfe und maximaler Unterstützung versterben Menschen an sich selber. Depressionen oder andere psychische Störungen können genauso tödlich enden wie Krebs.
Und je älter die Kinder werden, umso mehr übernehmen sie auch für sich selber die Verantwortung.

Es ist traurig und schrecklich, wenn man als Mutter zusehen muss, wie das eigene Kind einem entgleitet, aber auch so etwas passiert und im Zweifel lässt sich nichts dagegen tun.

Es mag auch sein, dass man sich als naher Angehöriger oder enger Freund verantwortlich fühlt für jemand anderen. "Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast" sagte der kleine Prinz und ich denke, er hat recht, so ist das.

Ich denke aber nicht, dass ich verantwortlich bin für Menschen, die ich gar nicht kenne.
Und nur weil Medien darüber berichten, dass es hier oder dort Menschen gibt, denen der Tod droht, wenn nicht ein Wunder geschieht, so fühle ich mich für diese Menschen nicht mehr oder weniger verantwortlich als für all diejenigen, denen ebenfalls der Tod droht, wenn kein Wunder geschieht, über die aber niemand berichtet oder deren Schicksal niemand Beachtung schenkt.
Ich muss nur auf die Weltbevölkerungsuhr schauen, um mir bewusst zu machen, dass das nicht gutgehen kann, dass in relativ naher Zukunft sowieso eine unglaublich große Zahl von Menschen zwingend versterben müssen, um diese Erde überhaupt noch als lebensfähigen Planeten zu erhalten. (Und wenn der Planet für unsere Spezies nicht als lebensfähig erhalten wird, dann ist die Zahl noch viel größer).
Aktuell sind dieses Jahr fast dreimal so viele Menschen geboren wie gestorben - es ist ausgeschlossen, dass das so weitergehen kann.
Und es ist absolut klar, dass all diese Menschen, die geboren wurden, eben auch wieder versterben müssen, so ist das nun mal.
Natürlich möchte ich nicht, dass unter den Menschen, die eben aus biologischen, geografischen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen, ethnologischen oder was weiß ich aus welchen Gründen auch immer, versterben werden, Menschen sind, die ich kenne, weil, dann wäre ich ja persönlich betroffen - aber ist das Leben wirklich so ein Wunschkonzert?
Und ist das mit dem Tod wirklich so schlimm, wie immer alle behaupten?
Oder sollte man sich nicht vielleicht lieber ein bisschen mehr damit einrichten, dass der Tod nunmal genauso zum Leben dazu gehört wie die Geburt und dass man auf beides in den aller, aller, allermeisten Fällen keinen Einfluss hat?

In den Nachrichten, Informationen und Texten, die in den letzten Wochen bei mir ankamen, ging es um (für mich gefühlt überdurchschnittlich oft) Menschen, die aus den diversesten Gründen gestorben sind oder hätten sterben können.
Flüchtlinge, die sich aus purer Verzweiflung über ein nicht lebenswertes Leben in ihrem Herkunftsland lieber in ein seeuntaugliches Schlauchboot setzen und lieber ertrinken als dort bleiben, wo sie geboren wurden - ein unglaublich schwieriges Thema und ich habe weder eine Antwort und schon gar keine Lösung, aber ich finde es ungerecht, dass von den zig Hundertausenden, die von diesem nicht lebenswerten Leben betroffen sind, eine Handvoll Menschen einzeln rausgepickt fischt wird und wegen dieser Menschen so eine unglaubliche Energie in Diskussion, Empörung, Meinungs- und Stimmungsmache gesteckt wird - als ob es keine anderen Probleme gäbe, um die man sich sinnvoller kümmern könnte.

Dann wieder ging es um Menschen, die sich für ihr Leben eine Illusion zurechtgebastelt hatten und aus diesem Leben und dieser Illusion verschwanden, als die Illusion durch Konfrontation mit der Wirklichkeit zerplatzte. Zerplatzte Illusionen sind immer gemein - aber hat man als "fremder Mensch" auch die Verantwortung für andererleuts Illusionen bzw. für ihre Existenz, die sie fest mit dieser Illusion verknüpft haben? Ich sehe da keine Verantwortung, aber das sagte ich ja schon.

Und schließlich ist ganz frisch einem Menschen recht gründlich eine notwendige Verdrahtung im Kopf dergestalt durchgebrannt, dass er begann, andere Menschen umzubringen, in dem er sie vor Züge schubste.
Das ist schrecklich und man wünscht sich sehr, dass es nicht passiert, aber es lässt sich auch nicht verhindern, so etwas passiert eben manchmal. So wie mein Computer manchmal abstürzt, so kann auch ein Menschenhirn manchmal abstürzen, nur mit deutlich schrecklicheren Folgen.
Aus dem Herkunftsland dieses Menschen aber nun irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen und Schuldzuweisungen zu propagieren - das ist so ziemlich das dümmste, was ich mir denken kann.
Es ist zynisch, würdelos und insgesamt nur ein Beweis dafür, dass hier in Deutschland definitiv zu viele Menschen leben. Wie man in jedem Rattenversuch schnell nachstellen kann, beginnen bei einer drohenden Überpopulation die schwächsten Tiere als erstes mit wilden Beißmanövern gegen andere.
Im Fußball heißt die Aussage dazu: "Wenn wir hier nicht gewinnen können, dann treten wir denen wengistens den Rasen kaputt."

Ich habe offen bekundet eine sehr neutrale Einstellung zum Tod - ihn aber derart zu materialisieren und für eigene Ängste zu missbrauchen, das empfinde selbst ich als keine angemessene Reaktion
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Sonntag, 4. August 2019
Voller Hafen und Specktorte
Heute hat das geklappt, mit der Fähre, K und C waren pünktlich in Eemshaven, weshalb ich um Viertel nach Zehn mit dem Auto zum Hafen fuhr, um sie abzuholen.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal in der Hochsaison an einem Samstag im Hafen war, aber Teufel, Teufel, so ein Gewusel habe ich wirklich schon ewig nicht mehr erlebt.
Es waren drei Schiffe gleichzeitig angekommen und sollten, nach dem Ent- und wieder neu Beladen auch sofort wieder abfahren, d.h. die ankommenden Gäste kreuzten sich mit den abfahrenden und die Schiffe waren auch wirklich gerammelt voll. In beide Richtungen. Es war je eine Autofähre nach Emden und Eemshaven da, die sind jeweils für 1.200 Passagiere zugelassen und zusätzlich noch der Kat nach Emden, der mit unter 300 Passagieren schon kaum noch ins Gewicht fällt.
Alles in allem waren es aber ca. 5.000 Menschen, die da mehr oder minder gleichzeitig im Hafen unterwegs waren - und für dieses relativ kleine Gelände ist das wirklich eine Menge, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Großteil der Menschen sich nicht auskennt und deshalb ziemlich verpeilt in der Gegend rumirrt, weil die An- bzw. Abreise von Borkum eben für die wenigstens Alltagsroutine ist.

Wir (J war mit, seine Schwester abholen, er freut sich wie Bolle, dass er endlich nicht mehr alleine ist) haben uns deshalb auch nicht lange aufgehalten, haben uns mit C übers Handy verständigt, wo wir sie aufgabeln können, sind dann alle wieder ins Auto gestiegen und haben gemacht, dass wir dem Chaos dort entkamen.

C und K waren komplett übermüdet, weil sie wohl gestern Abend in Greven dann noch mit N ein wenig StandUp-Party gemacht haben und heute früh ja auch zeitig wieder aufstehen mussten, weil sie um 6.30h im zweiten Versuch losgefahren sind.

Also haben wir erst gefrühstückt und sind dann ein wenig schlafen gegangen, nur J hatte Pech, der musste arbeiten, aber ich lasse mir so eine Chance natürlich nicht entgehen, am hellichten Tag ein bisschen ohne schlechtes Gewissen schlafen zu können

Am frühen Nachmittag waren wir dann einigermaßen ausgeschlafen, K hat sich erfolgreich damit beschäftigt, den Fernseher in Cs Zimmer an die Antenne anzuschließen (das Antennenkabel hatte eine Macke und in der Anschlussdose war ein Wackelkontakt, es waren also vielfältige Fehler, die beseitigt werden mussten, aber jetzt läuft's.)
Ich habe derweil mit C zusammen ihren nachträglichen Geburtstagskuchen fertig zusammengeschichtet. Statt der klassischen Familientraditionstorte Schwarzwälderkirsch wollte ich mal etwas anderes probieren, habe ich neulich im Fernsehen gesehen, nannte sich dort "Specktorte" und hat als Zutaten auch eine eingedickte Schicht Kirschen mit Sahne, untendrunter aber keinen Biskuit- sondern einen Mürbeteigboden und obendrauf eine Marzipandecke aus vielen einzeln ausgerollten kleinen Marzipanflecken.
Hörte sich sehr lecker an, war einen Versuch wert, aber das nächste Mal mache ich doch lieber wieder unseren eigenen Familienkuchen, schmeckt uns allen deutlich besser.
Aber immerhin wissen wir das jetzt auch - und optisch war dieser Speckkuchen sehr ansprechend


Zum Abend gab es eine Riesenportion Ofengmüse und als neue Entdeckung hatte ich Brotwürfel mit unter das Gemüse gemischt, das war eine sehr gute Idee, die werden richtig schön kross und schmecken sehr lecker zwischen dem Gemüse.
Außerdem gab es Alkohol, der mich jetzt schon wieder so müde macht, dass ich finde, es war genug Action für einen Tag, ich gehe jetzt wieder ins Bett
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Samstag, 3. August 2019
Musik entdeckt und Fähre verpasst
Tja, das war wohl nix.
K und C haben die Fähre verpasst und da sie mit der letzten Fähre des Tages fahren wollten, war "einfach auf die nächste warten" keine brauchbare Alternative, die nächste fährt halt erst morgen.
Deshalb sind sie wieder umgedreht und schlafen heute beide in Greven. N wird gestaunt haben, hatte er sich doch schon auf ein Wochenende mit sturmfreier Bude eingestellt, und dann schlagen die zu zweit dort wieder auf.
Wenn sie vor lauter Frust nicht in einen totalen Bock verfallen und "nie wieder Fähre" als neues Mantra implementieren, versuchen sie es also morgen erneut, wenn sie nicht auf die letzte Fähre zielen, haben sie dann ja eine reelle Chance. Fliegen geht aber grade nicht, die Flieger sind alle ausgebucht.

J war gründlich gefrustet, er hatte sich schon sehr auf seine Schwester gefreut und musste jetzt schwer jammerig noch einen weiteren Abend Small Talk mit seiner Mutter machen, wir haben uns die Arbeit aber mit einer Flasche Wein erleichtert, rückwärts betrachtet ging der Abend damit auch recht flott um.

Dabei hatte ich auch schon alles so gut vorbereitet heute, denn wenn wir ab heute Abend hier zu viert gewesen wären, dann wollte ich zur Feier des Tages nicht nur ein paar leckere Sachen zu essen präsentieren, sondern auch ein auf allen sonstigen Ebenen gepflegtes Haus vorbereiten. Ich habe also den Tag damit verbraucht, vor allem Cs Zimmer aufzuräumen und auszumisten, dort hatte sich in den letzten Jahren aller möglicher (Elektro)kram angesammelt, den ich zu schade fand, ihn einfach wegzuwerfen, diese Entscheidung habe ich aber heute revidiert und bin mit einer großen Kiste Elektroschrott zum Müllplatz gefahren.
Das macht so ein Zimmer sofort deutlich lichter, wenn man den überflüssigen Kram rigoros aussortiert.

Außerdem habe ich den Rest des Hauses geputzt, ich bin jetzt seit zwei Wochen hier, da ist es keine völlig abwegige Idee, wenn man mal den Staubsauger anwirft und anschließend mit einem Wischer noch die Böden feucht reinigt.
Jetzt ist hier alles pikobello - und dann kommen die nicht. Sowas.

Ganz zufällig habe ich mich dann heute aber auch noch verliebt, und zwar gleich richtig, gründlich und tief, am liebsten würde ich gleich morgen heiraten gehen, denn so toll wie diesen Künstler/diese Gruppe habe ich schon seit Ewigkeiten keinen Künstler mehr gefunden.
Ich habe Sheet Music Boss entdeckt.
Eigentlich kannte ich die Gruppe (zwei Jungs) schon länger, J hatte mir die vor einiger Zeit mal gezeigt, weil er "Rush B" so gut fand und ich teilte spontan seine Begeisterung, allerdings gab es die nur auf You Tube und nicht auf Spotify, und ich kann ja nun eindeutig nur wenig mit You Tube anfangen. Ich habe echt keine Ahnung, wie man You Tube Videos so in seinen Alltag integriert wie alternativ Facebook oder Instagram. Denn auch wenn ich Facebook und Instagram zu langweilig finde, um mich dauerhaft damit zu beschäftigen, so wüsste ich wenigstens, WIE ich damit umgehen könnte, wenn ich denn wollte, aber bei YouTube fehlt mir schon diese Vorstellung.
Aber egal, immerhin habe ich mir die Mühe gemacht, das Stück einzeln herunterzuladen und es damit offline auf meinem Handy zu speichern.
Neulich habe ich dieses Stück während einer Autofahrt auf Endlosloop gestellt, auf mein Autoradio gestreamt und bin dazu mit deutlich grenzwertiger Geschwindigkeit aber sehr viel guter Laune durch die Gegend gefahren, K zweifelte anschließend ein wenig an meinem Geisteszustand.

Aber außer Rush B kannte ich kaum etwas - bis ich heute entdeckte, dass es inzwischen auf Spotify ein ganzes Album (aus 2018) gibt - und damit habe ich dann heute ein gesamtes Album auf Dauerschleife gestellt und den ganzen Tag aus allen Lautsprechern des Hauses dudeln lassen.



Ich höre wirklich selten Musik - aber diese Musik mochte ich heute den ganzen Tag lang nicht mehr abstellen.
Es war ein wirklich schöner Tag
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Freitag, 2. August 2019
Jede Menge Verwaltungskram erledigt
Mal eben so raushauen funktionierte dann leider doch nicht so mal eben, für meine eigene Steuererklärung, aber nach einer längeren Nachtsitzung ist sie jetzt tatsächlich raus, ich sollte nur noch mal kontrollieren, ob ich nicht doch noch irgendwo 1-2 dicke Schnitzer drin habe, denn erträglich wurde mir diese Arbeit nur mit viel Pastis und so zum Schluss hin würde ich nicht mehr sehr viel auf meine Sorgfalt und Präzision setzen. Aber wichtig war ja auch nur, dass sie jetzt überhaupt erst mal raus ist, Korrekturen kann man auch später noch vornehmen.

Geschlafen habe ich heute morgen bis kurz vor 12h, (ich hatte es mir verdient), dann ein wenig das Haus aufgeräumt, das Bad geputzt, dann zum Onkel gefahren, dort den Computer in Session drei endlich auf den endgültig aktuellen Stand upgedated (das große Windows Frühjahrs Update musste verarbeitet werden und gleichzeitig hatte er was an seinen Passwörtern verändert, es war alles ein ziemliches Kuddelmuddel, aber jetzt läuft wieder alles) und außerdem noch ein paar Verwaltungsdinge für ihn geregelt, ich denke, diese Baustelle ist jetzt erst mal wieder auf dem aktuellen Stand.

Am Abend für J warmen Kartoffelsalat gekocht, dann auf dem Sofa versumpft und über Frauen philosophiert. Wenn ich mit Jungs/Männern über Frauen rede, bin ich immer sehr froh, dass ich keine brauche, ich glaube, mir wäre das alles zu kompliziert.

Für Morgen habe ich diverse Arbeiten an meinem eigenen PC geplant, wenn ich jetzt auf direktem Weg ins Bett gehe, müsste ich es auch schaffen, etwas eher aufzustehen
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Dienstag, 30. Juli 2019
Ich komm zu nix, habe aber doch einiges erledigt
So ganz kriege ich Anspruch und Wirklichkeit noch nicht übereinander, was meine Bloggerei angeht.
Eigentlich hätte ich ja jetzt endlich mal richtig ausgiebig Zeit.
Eigentlich könnte ich doch endlich mal an all den Dingen rumschreiben, die mir ständig so durch den Kopf gehen.
Eigentlich gibt es derzeit sogar mindestens fünfmal so viele Dinge, über die ich gerne etwas schreiben würde, denn weil ich ja grade mehr Zeit für alles habe, bekomme ich auch viel mehr mit vom Rest der Welt - und meine Güte, was gibt es für seltsame Menschen. Die Tatsache, dass ich mein Leben sonst zu 90% zwischen Büro und Bett pendelnd verbringe, erspart mir schon reichlich unangenehme Erkenntnisse über die Realität. Das geballte Leben, was ich aktuell live um mich herum beobachte, führt vor allem zu einer Menge verzweifelten Kopfschüttelns bei mir - warum sind so viele Menschen nur so unendlich seltsam?

Aber vielleicht ist das auch der Grund, warum ich es sozusagen gar nicht schaffe, irgendetwas außer meinem täglichen Tagebuchupdate in Kurzform zu schreiben - ich kann kein Multitasking, Tippen mit Kopfschütteln ergibt bei mir keine Resultate.

ein weiterer Grund, weshalb ich nicht dazu komme, über die Dinge zu schreiben, die mich selber interessieren, ist die Kürze des Tages nach 21.30h.
Bis 21.30h hat der Tag angenehm viel Zeit, nichts muss, alles kann, viel Ruhe, reichlich Muße und ausreichend Zeit, um alle möglichen Dinge auch heute noch zu erledigen.
Und dann ist es plötzlich 21.30h und ganz viele Dinge sind noch nicht getan, die aber dringend getan werden müssen, beispielsweise Abendessen (von zubereiten, über essen bis wegräumen) - und dann reicht der Rest des Tages nicht mehr für komplexe Texte.

So war das heute auch mal wieder, obwohl auch einiges an Produktivität während des Tages dabei war, aber eben keine Computerzeit, um Texte vorzubereiten.

Aber ich habe sehr viel saubergemacht, weggeräumt, aussortiert, den Onkel besucht, dort Dinge geregelt, Post im Vaterhaus abgeholt und mich dann noch drei Stunden mit meinen Mietern im Nachbarhaus unterhalten.

Außerdem zum zweiten Mal meine Telefonphobie überwunden und den örtlichen Bauunternehmer angerufen, der jetzt morgen früh um 9h hier vorbeischaut, um alles weitere zu besprechen.
Schau'n wir mal, wie's weitergeht.

K hat alle Fahrräder fitgemacht, J hat sich um einen Ferienjob gekümmert (und eine Amazone-Retoure erfolgreich auf die Reise geschickt, die er extra aus Berlin mitgebracht hat, weil so etwas in Berlin ja so aufwändig ist......), es gab also reichlich zum Abhaken auf unserer gemeinsamen to-do-Liste
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Montag, 29. Juli 2019
Geburtstagkuchen und Hochbeet
Gestern blieb leider keine Zeit zum Bloggen, weil wir abends nach dem Essen einfach weiter zusammensaßen und redeten, um dann übergangslos in Js Geburtstags reinzufeiern.

Den hatten wir am Nachmittag in Greven abgeholt, wohin er mit dem Auto gefahren war. Der Wagen bleibt jetzt in Greven, bis es Zeit ist, wieder Winterreifen dran zu montieren, hat er beschlossen. Bis auf 14 Tage Unterbrechung im September, wo J zwischendurch noch mal nach Berlin muss, weil dann irgendein Laborpraktikum mit Klausur ansteht, hat er bis Oktober aber auch vorlesungsfreie Zeit und entschieden, die gesamte Zeit auf Borkum zu verbringen. Da braucht er auch kein Auto.

Der Flug gestern war recht ereignislos, die Sichten nur so mittelgut, also kein Fotowetter. Dafür war richtig viel los unterwegs, wir flogen aber genau gegen den Verkehr, denn als wir am Vormittag von der Insel nach Münster flogen, waren wir der einzige Flieger mit Südkurs, alle anderen flogen natürlich Richtung Nordsee, da kam uns reichlich was entgegen.
Zurück flogen wir so gegen 15h, da war quasi gar niemand sonst unterwegs, die Nordseeausflügler lagen alle noch am Strand.

Sowohl J als auch C sind begnadete Flugzeugschläfer. Sie sitzen noch nicht ganz in der Maschine, da schlafen sie auch schon, diesmal war es für J aber nicht ganz so gemütlich, denn er konnte sich nicht an seine Schwester lehnen, neben ihm stand nur sein Riesenkoffer auf der Rückbank, damit ließ es sich nicht so gut kuscheln, so dass er gezwungen war, im Sitzen zu schlafen. Aber ein trainierter Student schläft in jeder Haltung.

Das halbfertige Schiff liegt immer noch nur halbfertig in der Meyerwerft im Hafenbecken rum und weil wir Ostwind hatten, war die Grasbahn in Betrieb, das hieß Anflug nicht über den Hafen, sondern quer über die Insel. Eigentlich hätten wir uns etwas mehr rechts halten sollen, aber hat nicht ganz geklappt, so dass ich ein wunderbares Foto vom Vaterhaus machen konnte.

Was ich auch ganz hübsch fand, waren die Wolkenschatten auf dem Meer. Die schwarzen Flecken sind nämlich keine Sandbänke oder Untiefen, sondern einfach nur Schatten.


Am Abend sind wir dann noch alle schwimmen gegangen, J war das erste Mal dieses Jahr im Wasser.

Heute dann Geburtstagstorte, diesmal hatte ich sogar Buchstabenkerzen als Deko besorgt, da wir aber auf der Terrasse feierten, haben wir das Anzünden der Kerzen gar nicht erst versucht, dafür war es zu windig.


Nach dem Kuchenkoma sind wir alle wieder schwimmen gegangen - und dann konnte ich K bewegen, endlich den seit Tagen hier wartenden Hochbeetrahmen "einzupflanzen", ich spekuliere darauf, dass jetzt die Karnickel, die hier in Mengen rumhoppeln, nicht mehr so leicht meine Kräuter wegfressen. Wahrscheinlich brauche ich noch drei Rahmen, bis das wirklich hoch genug ist, aber ein Anfang ist jetzt immerhin gemacht.


Erstaunlich, wie viel Erde auch in ein nur recht flaches Hochbeet reingeht. Zum Glück hatten wir genug, der Onkel hatte in seinem Garten ein paar Beete tiefergelegt und die zuviel Erde handkarrenweise zu uns gebracht.

Am Abend haben wir dann noch die neue schmiedeeiserne Leuchttumfackel eingeweiht. Sie wird mit in Öl oder Wachs getränkten Klopapierrollen befeuert und das brennt wirklich sehr gut.


J hat eine gemeinsame Wunderlist erstellt mit Dingen, die wir alle tun wollen, zwei sind jetzt schon abgehakt:
Hochbeet aufstellen und neuen Terrassentisch aufbauen
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Samstag, 27. Juli 2019
Verflogener Tag
Jetzt überlege ich seit einer halben Stunde, was ich heute eigentlich so gemacht habe - und ich kriege es nicht zusammen. Mir fehlen mindestens acht Stunden, denn ich weiß, dass ich so gegen halb zehn wach wurde, ein bisschen Internet las und mich darüber freute, dass das Internet wieder funktioniert - und dann war es plötzlich Abend.
Okay, ich hatte zwischendurch kurz den Rechner an, habe die Buchhaltung aktualisiert und die Mails gecheckt, dann habe ich eine Maschine Wäsche angeworfen, Gazpacho gemacht und mit J. telefoniert, um die Logistik für seinen Hierhertransport festzulegen (weil Bahnfahren so teuer ist und ab Emden nur noch der Kat fährt, der noch viel teurer ist, holen wir ihn jetzt mit dem Flieger ab, das ist für J die preiswerteste Lösung.), aber das ist doch nicht tagesfüllend.

Aber wie auch immer, sehr viel mehr habe ich nicht gemacht. Am Abend waren wir noch schwimmen (wir waren bisher jeden Tag, den wir hier sind, im Wasser, für mich ist das neuer Rekord, weil ich üblicherweise ja wirklich nicht wasseraffin bin, aber dieses Jahr ist mir irgendwie ständig nach schwimmen gehen, seltsam), dann habe ich die Wäsche wieder abgenommen, den Kuchenboden gebacken für die Geburtstagstorte, Geschenke eingepackt und mir überlegt, was ich morgen noch so alles erledigen möchte - und jetzt ist der Tag plötzlich um und ich bin sehr erstaunt.

Die Zeit verfliegt in einem irren Tempo und ich sehe mich auf das deutlichste bestätigt, wenn ich regelmäßig behaupte, dass ich im Grunde überhaupt keine Zeit habe, zwischendurch noch arbeiten zu gehen
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Freitag, 26. Juli 2019
Hier heute kein Kabel-Internet
Seit heute Vormittag ist das Kabel-Internet von Vodafone ein Totalausfall auf der Insel, mobiles Internet läuft noch, das finde ich tendenziell aber immer anstrengend, weil es am PC nur über Bande läuft (ich könnte mit dem Handy einen WLAN Hotspot erzeugen und den Rechner darüber anschließen), aber hey, ich habe Urlaub und kein Internet ist ja auch mal nett.
Perfekte Ausrede für alles, weshalb ich erst mal ausgiebig im Bett blieb, es war im übrigen eh zu warm für wilde Aktivitäten. Mir war‘s auch für Strand zu warm, ich lag im Bett und las internetfreies Papierbuch, das ausgiebig zu tun hatte ich ausdrücklich auf die to-do-Liste geschrieben, genau genommen war ich also ausgesprochen produktiv aktiv tätig.

Dann kam endlich Ks Rezept, sein Briefkastendeckelklappertanz hatte ihm erfolgreich Post beschert, wir fuhren mit den Rädern ins Dorf und tauschten Rezept gegen Pillen.
Ist alles nicht das Wahre, das mit dem Älterwerden, die immer weiter zunehmenden körperlichen Gebrechen können einem schnell die Laune verderben.
Jetzt hat mein Westfalenmann zwar glücklich seine Pillen wieder, dafür ist er aber gestern Abend am Strand in ein gebuddeltes Loch getreten und seitdem schmerzt sein Knöchel. Erst nur der rechte, weil er auch nur mit dem rechten Fuß ins Loch getreten ist, aber Inzwischen auch der linke, seine Füße scheinen einen hohen gegenseitigen Solidaritätsfaktor zu haben.
Auf alle Fälle ist er heute den ganzen Tag humpelnd unterwegs gewesen und hat übers Alter geklagt.
Ich finde zwar, dass es keine Frage des Alters ist, wenn man auf einem stockdunklen Strand in gebuddelte Löcher tritt, das wollte er aber nicht diskutieren, er hatte heute schlechten Sinn und fühlte sich alt.
Nun, schauen wir mal, wie es morgen so wird.

Ach, fast vergessen, aber es gab dann doch noch eine sehr positive Nachricht: J. hat alle Klausuren in diesem Semester bestanden und kommt jetzt nach Borkum. Grundsätzlich hatte er sich schon auf Nachschreiben und Sitzenbleiben eingerichtet (die Ausbildung von Pharmaziestudenten scheint sehr schulähnlich organisiert zu sein), weil er keine Lust hatte, für die Klausuren zu lernen, das hat dann aber doch noch irgendwie auch ohne lernen geklappt. Jetzt hat er also frei und kommt nach Hause. Aktuell diskutiert er mit K die Logistik.

Gekocht habe ich nicht, wir haben noch reichlich Reste, dafür zwei Baguette gebacken, die gar nicht mal so schlecht gelungen sind
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Donnerstag, 25. Juli 2019
Kulante Schuhfirma und halbierte Kontaktlinse
Der Tag legte gleich zu Beginn einen Produktivsprint hin.
K hatte für 9.30h einen Termin beim Friseur vereinbart, deshalb waren wir nicht nur früh wach, sondern auch früh auf.
Ich brachte dem Onkel einen Vertrag, den ich für ihn ausgedruckt hatte und traf mich dann mit K vor der Apotheke, an die sein Hausarzt eigentlich ein Rezept hätte faxen sollen, was er aber wohl doch nicht gefaxt hat, so dass K heute seine Pillen nicht bekam und dafür seit heute MIttag schon fünfmal in unseren Briefkasten geguckt hat, weil der Arzt das Rezept (hoffentlich wenigtens) per Post geschickt hat. Gemeinerweise kommt Post nicht schneller an, egal wie oft man mit dem Briefkastendeckel klappert, aber einen Versuch war es sicher wert.
Ich hatte aber die Abholkarte für meinen Ausweis dabei, der auch ansagegemäß tatsächlich schon fertig war und ich hatte die Giessweinschuhe dabei, die ich vor einem Monat hier auf der Insel gekauft hatte, weil ich in dem Verkaufsladen wenigstens mal fragen wollte, was man da tun kann. Ich hatte nämlich ein Loch reingeschnitten, fand das Lochreinschneiden aber in gewisser Weise alternativlos, obwohl es natürlich nur dazu geführt hat, dass die Schuhe jetzt ein Loch haben und im Grunde auch nicht mehr nutzbar sind, aber ich wollte halt wenigstens mal fragen.
Das ist nämlich so: Diese Giessweinschuhe, die ich mir gekauft habe, sind im Grunde die tollsten Schuhe, die ich seit langem getragen habe, weil sie federleicht sind, superbequem und tatsächlich komplett atmungsaktiv, da sie aus Merinowolle gefertigt sind und das ist echt ein perfektes, temperaturausgleichendes Material. Hübsch finde ich sie übrigens auch, aber das ist fast nebensächlich, weil sie echt den tollsten Tragekomfort bieten, den ich bei Schuhen je erlebt habe.
Soweit so gut, ich bin jetzt einen Monat in diesen Schuhen rumgelaufen und habe mich jedesmal gefreut wie Bolle, dass ich sie gekauft habe, eben weil sie so bequem sind.
Jetzt macht die Firma Giesswein damit Reklame, dass man sie auch perfekt im Sommer barfuß tragen kann, weil halt das Material nicht nur bei Kälte warm hält, sondern auch bei Hitze kühl und deshalb hatte ich sie am Montag den ganzen Tag barfuß an und ja es stimmt, man kann sie tatsächlich bei Hitze sehr gut barfuß tragen, sie sind wirklich komplett atmungsaktiv - wenn da nicht dieses elende Schild oben in der Lasche wäre.
Die Schuhe sind ja so eine Art Sneaker, d.h. es sind Schnürschuhe und es gibt eine Zunge, über der man den Schuh zusammenschnürt - und innen auf dieser Zunge ist das Größen- und Typenschild aufgeklebt und wenn man die Schuhe barfuß trägt, dann liegt dieses Schild genau auf dem nackichten Fuß, klebt an, wird schwitzig und stört.
Ich habe keine Ahnung aus welchem Material dieses Schild ist, aber es ist ganz sicher nicht atmungsaktiv und ich merkte am Montagnachmittag schon, dass sich da was wund rubbelt, weil der Fuß genau an dieser Stelle passend zur Hitze schwitzte wie blöd.
Als wir in Leer waren, habe ich deshalb schon versucht, dieses Schild irgendwie zu entfernen, aber komplett aussichtslos, es klebte so fest, da war nix mit Entfernen.
Abends zuhause habe ich dann versucht, das Schild mit einem Skalpell rauszuoperieren. Da es nicht genäht, sondern geklebt ist, war mein Versuch, das Schild wie so eine Art Haut von der Wolloberfläche der Zunge mit einem sehr scharfen Messer runterzuschneiden.

Klappte leider nicht, im Ergebnis hatte ich nachher ein Loch. Wahrscheinlich immer noch besser als dieses Schild, denn barfuß sind die Schuhe mit Schild für mich eindeutig nicht tragbar, aber ärgerlich fand ich es schon. Vor allem weil das Schild so überflüssig ist.



Ich mag sowieso keine Schilder in Kleidung, ich trenne immer alle Schilder raus, weil sie mich stören und habe mich schon oft genug darüber geärgert, dass ich mir dadurch Löcher einhandele, die ich dann mühevoll wieder zunähen muss, aber in diesem Fall ist durch die Schildentfernung ein echtes Loch entstanden, nicht nur eine offene Naht, das lässt sich also gar nicht mehr flicken. Erst dachte ich ja noch, ich kriege es hin, weil ich mir auch gar nicht vorstellen konnte, dass man ein Plastikschild auf Wolle so fest klebt, dass man es nicht wieder abziehen kann, aber als es halb ab, riss das Schild und damit auch die Wolle darunter, es war alles in allem rundum ärgerlich.

Und bevor ich jetzt Giesswein böse Briefe schreibe und mich mühevoll mit denen rumstreite, bin ich mitsamt Schuhen erst mal in den Verkaufsladen gegangen.
Die guckten die Schuhe an und meinten, das hätte ich ja wohl selber verbockt, ich wäre mal besser vor dem Versuch mit dem Skalpell in den Laden gekommen, aber das ging ja nicht, weil der Laden abends um 21h nicht mehr aufhat, ich aber abends um 21h das dringende Bedürfnis hatte, dieses Schild, das mich den ganzen Tag gepiesackt hatte, zu entfernen.
Naja, auf alle Fälle rief die Ladenbesitzerin dann bei Giesswein an, schilderte den Fall mit dem Loch im Schuh wegen Schild - und Giesswein sagte, sie würden das Geld erstatten. Das Problem mit dem Schild sei bekannt, in den Schuhen, die künftig produziert werden, ist kein Schild mehr, oder zumindest nicht mehr unentfernbar, aber für das aktuelle Modell könnten sie sich nur entschuldigen und den Kaufpreis erstatten.

Ist das kulant oder ist das kulant?
Die Ladenbesitzerin konnte es selbst kaum fassen, aber Giesswein hat sich an dieser Stelle wirklich extrem kundenfreundlich gezeigt - und wenn es die Schuhe demnächst ohne Schild gibt, dann werde ich die erste sein, die sich genau diese Schuhe kauft, weil sie ansonsten wirklich einfach perfekt sind.

Tja, und das waren dann die Taten des Tages.

Danach wurde es warm, wir fuhren nach Hause, ich fand es so warm, dass ich auch nicht an Strand gehen wollte, weil zu warm, ich bin stattdessen ins Bett gegangen, schlafen geht immer. Als ich gegen 15.30h aufwachte, ging es etwas besser, so dass wir gegen 16h am Strand waren und schwimmen gingen.
Ich hatte vorher Streit mit einer Kontaktlinse, denn eigentlich habe ich mir die Kontaktlinsen ja extra für Strand und Schwimmen gekauft, aber irgendwas klappte heute nicht, im rechten Auge drückte es und fühlte sich komisch an, also habe ich sie wieder raus genommen - und dann war da nur noch eine halbe Kontaktlinse. Wodurch die kaputtgegangen ist und wo die zweite Hälfte ist, weiß ich beides nicht, finde ich sehr mysteriös und habe mir natürlich spontan hysterisch eingebildet, die zweite Hälfte ist noch irgendwo in meinem Auge, weil das brannte und weh tat. Aber natürlich war da nichts mehr drin, das brannte nur, weil ich so dran rum gerubbelt hatte. Bis ich allerdings bereit war, diese Erklärung zu akzeptieren, brauchte ich noch vier Stunden, davon dreieinhalb mit einem brennenden rechten Auge und viel Hysterie im Kopf.
Jetzt brennt nix mehr, ich habe aber auch keine Kontaktlinse mehr für rechts, die Packungen mit den Nachschublinsen liegen in Greven.

Eigentlich wollte K heute Abend nochmal an Strand, weil es jetzt wirklich angenehme Temperaturen hat, ich war aber nicht gut drauf, wegen Auge und weil ich auch mal wieder keine Lust auf Laufen hatte, aber vielleicht gehen wir ja jetzt noch, könnte gut sein, dass heute Meeresleuchten ist.
Wenigstens nachschauen sollten wir und müde bin ich ja nicht wegen ausgedehntem Mittagsschlaf.
Also los
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