anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 21. Juli 2019
Hautpsächlich nix gemacht
Erster Ferientag - und er ist ziemlich perfekt verlaufen, ich habe nämlich hauptsächlich geschlafen.

Am Vormittag meldete sich K und meinte, das Wetter
würde immer schlechter, er sähe zu, dass er sich zügig auf den Weg macht, weil es jetzt grade eben noch einigermaßen passabel aussähe, es wurde dann aber doch 12h bis er loskam, bis dahin habe ich aber im Wesentlichen auch nur rumgedröselt und es genossen, nichts tun zu müssen, zumindest nichts Dringendes.

Immerhin habe ich es geschafft, zu duschen und mir die Haare zu waschen, sowas muss ich immer erwähnen, weil ich Haare waschen so anstrengend finde.

Überhaupt finde ich ja den gesamten Körperpflegestylingkram tendenziell eher anstrengend, weil ich es albern finde, so viel Wert auf Äußerlichkeiten zu legen. Wer sich über seine Optik definiert, hat garantiert andere Schwerpunkte für sein Leben gesetzt als ich. Ich finde es ganz nett, hübsch auszusehen, aber der Aufwand dafür sollte sich im Rahmen halten. In einem sehr kleinen Rahmen, wenn es nach mir geht.
Ich habe das dieses Jahr mal wieder bemerkt, als ich aus purer Eitelkeit fast ein halbes Jahr lang meine Fingernägel in einem Dauerlackierzustand gehalten habe, weil ich den geklemmten Nagel so hässlich fand.
Es ist halt ein Abwägen und einen einzelnen schwarzen Nagel fand ich dann noch schlimmer als die Mühe, alle Nägel schwarz oder farbig zu lackieren. Aber knapp war der Nagel rausgewachsen, schlief auch meine Lackierlust schlagartig ein.
Dasselbe gilt fürs Schminken, was ich auch grundsätzlich anlassbezogen (üblicherweise davon abhängig, welche Termine anstehen) erledige. Aber schon Wimperntusche finde ich anstrengend, von so Aktionen wie Make Up (keine Ahnung, wie das heutzutage heißt, ich meine diese braune Creme, die man sich als Frau ins Gesicht schmiert, damit die Haut gleichmäßiger aussieht) oder gar Lidschatten brauchen wir gar nicht erst zu reden, das gibt es nur für ganz wichtige Termine.
Ich benutze idR einen Kajalstift, einen Augenbrauenstift, Rouge und Lippenstift, dauert in der Standardausführung ca. 1 Minute und wird auch abends nicht abgeschminkt, weil, wofür?
Komplett ungeschminkt gefällt mir auch nicht, sieht mir zu sehr nach Gemeindepfarramt aus, ich habe da gepflegte und vor allem gefestigte Vorurteile.

Also, ich habe mir heute morgen die Haare gewaschen, dann aber einfach trocknen lassen und bin dann um kurz nach zwölf losgefahren, um K abzuholen, vorher noch beim Bäcker vorbei, um die von K so besonders geschätzten Feierabendbrötchen zu kaufen (gibt es frühestens ab 11h und K meint, die schmecken x-mal besser als die normalen Brötchen, ich habe da keine spezielle Meinung, ich finde die von Lidl ja auch völlig okay, aber aus Liebe fahre ich für K natürlich auch gerne extra zum Bäcker.)
Dann auch noch bei Lidl vorbei, Ks Lieblingsbrot war gestern ausverkauft (dieses Brot scheint das Lieblingsbrot von ganz vielen Menschen zu sein, denn es ist immer als erstes ausverkauft), um kurz nach 12h konnte ich eines aus der grade frisch gebackenen Serie ergattern. Außerdem noch 2-3 Dinge, die ich gestern vergessen hatte, dann ab zum Flughafen, wo ich grade pünktlich kam, um K landen zu sehen.

Er war der zweite Flieger am Platz, das Wetter war wohl wirklich nicht sehr einladend.

Da wir nicht mehr einkaufen mussten, fuhren wir direkt nach Hause und K fand eine Flasche Sekt im Kühlschrank und meinte, wir sollten unbedingt auf den Urlaub anstoßen.
Kam gut, denn natürlich hatte ich noch nichts gegessen, ein Glas Sekt um halb 2 mittags auf nüchternen Magen - ich war sofort angenehm knülle.
Ich habe es grade noch geschafft, meinen Teil der Feierabendbrötchen zu essen, bevor ich betrunken ins Bett fiel und erst mal meinen Rausch ausschlief.

Als ich am späten Nachmittag frühen Abend wieder aufwachte, ging draußen grade die Welt unter, es goss dermaßen dramatisch, dass sogar die Kamera auslöste und Bilder schickte

Ein wunderbarer Grund, um weiter im Bett zu bleiben.

Wir lasen Internet und ich amüsierte mich über mein Telefon, dass mir ja immer kluge Hinweise gibt, wo ich mein Auto geparkt habe, weil es wohl in ständiger Sorge lebt, ich finde es sonst nicht wieder. Ich habe diese Funktion noch nie bemühen müssen, um mein Auto wirklich zu finden, aber wenn Apple meint, es wäre von Vorteil, meinen Standort zu tracken, dann soll es eben so sein. Auf alle Fälle fand ich die aktuelle Meldung sehr witzig

Da findet man sein Auto bestimmt schnell wieder.

Den weiteren Teil des Abends haben wir einen völlig bescheuerten Film mit Christine Neubauer geguckt - Ein Sommer auf Sylt. Der Film war derart überfrachtet mit schwachsinnigen Klischees, die aber erkennbar alle auf die Welt des klischeehaften Bildzeitungslesers zugeschnitten waren, dass ich es schon wieder extrem witzig fand. Er, Unternehmensberater in Berlin, seit neun Jahren verheiratet mit ihr (Christine Neubauer), zwei Kinder, eines davon sichtlich älter als acht, aber egal, darum geht es auch nicht, zeigt nur, wie unsinnig und wenig detailkorrekt der Plot umgesetzt wurde, also er vögelt nebenher seine Assistentin, sie erfährt das am Tag der Abreise in den gemeinsamen Familienurlaub nach Sylt und macht erstmal Unordnung in der Familienvilla, die so aussieht, wie man sich eine Familienvilla eines Unternehmensberaters in Berlin eben vorstellt, alles sehr modern und sehr gestylt, bei den Immobilienpreisen in Berlin nicht unter 2,5 Mio zu haben, würde ich mal schätzen.
Er fährt ein 911er Cabrio (auch ca. 150 T€), sie einen weißen Mercedes Mini-SUV und weil sie sich an ihm rächen will, räumt sie das gemeinsame Konto leer und hebt das gesamte Guthaben ab, 20 T€. Das war die Stelle, wo ich dann ganz doll gelacht habe. 20 T€ dürften für einen Unternehmensberater dieses Klischees höchstens ein halbes Monatsgehalt sein.
Aber sie fährt dann auf alle Fälle mit den Kindern alleine nach Sylt, storniert die Buchung in dem Wellnesshotel und sucht sich etwas anderes. Klar, Hauptsaison, alles kein Problem, zumindest nur ein kleines, denn sie findet Oma Lina, die eine stillgelegte, riesengroße reetgedeckte Pension besitzt, aber noch alle Zimmer leer hat, weil ja heute keiner mehr in eine Pension will, sondern alle nur in Wellnesshotels. Ah ja. Auf Sylt. Logisch.
Oma Lina spricht astreines Hamburgisch, ist aber schon in dem Haus geboren worden. Wenn das Klischee meint, dass man auf Sylt Hamburgisch spricht, nun denn.
Auf dem Haus (Wert mindestens 5 Mio, wir sind schließlich auf Sylt und das Haus ist riesig), liegen aber Riesenkredite und es droht die Zwangsversteigerung. Weshalb auf dem Haus so hohe Kredite liegen, wird nicht erklärt, gekauft hat sie das Haus schließlich nicht, wenn sie da schon geboren wurde. Aber egal, es gibt Kredit und es droht Ungemach.
Aber dann kommt Christine Neubauer und rettet Oma Lina mit den 20 T€, die sie in bar dabei hat. Wenn das nicht mal realitätsnah direkt aus dem Leben eines Unternehmensberaters übertragen wurde.
Der Rest der Story ist klassisch und normal, Sohn von Oma Lina ist Fischer und Christine Neubauer (fast durchgehend als die klassische Berliner Unternehmergattin mit hohen Pumps und engem Rock, auch im Urlaub auf Sylt) beeindruckt ihn und er sie und es endet in gemeinsamer Vögelei, die aber natürlich nicht gezeigt wird, die kann man sich aber denken, wenn man eine so missratene Phantasie hat wie ich.

Ich fand den Film erst blöd und wollte spontan um- oder ausschalten, war dann aber zu faul dazu und habe es schließlich alles sehr genossen. Was für ein ungemein großaufgemachter Blödsinn.

Hier auf Borkum war heute Abend Strandfete, wir haben sie wegen Wetter und allgemeiner Faulheit für uns ausfallen lassen, war die richtige Entscheidung, sage ich nach dem Genuss dieses Films
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Samstag, 20. Juli 2019
Angekommen
Es war ein langer, langer Tag. Sehr früh aufgestanden, sehr viele Dinge erledigt, Immobilienbesichtigung, Notartermin, Update der Vermögensverwaltung, Mitarbeitergespräche und schließlich war das Büro urlaubsfein.
Circa 500 m hinterm Büro ist eine Tankstelle, die üblicherweise zu den günstigsten Tankstellen im Umkreis gehört. Als ich vormittags vom Notartermin zurück ins Büro kam, verlangte sie für Super E10 144,9.
Da ich das letzte Mal für 133,9 getankt hatte, fand ich das ziemlich teuer. Aber wenn diese Tankstelle schon so teuer ist, dann brauche ich bei den anderen gar nicht erst zu gucken, die haben Wochenende-Ferienstart-Preise.
Ich musste aber unbedingt noch tanken, billiger als in Holland und auf Borkum ist es hier allemal.
Gegen 13.30h machte ich im Büro Schluss und checkte nochmal die Spritpreise. Und Glück gehabt, die billig Tankstelle ist eben gerade auf 136,9 runtergegangen.
So macht der Start in den Urlaub extra viel Spaß.

Zu Hause packte ich dann alles zusammen, was ich die nächsten vier Wochen nicht entbehren möchte, hauptsächlich Bücher und ein Stapel T-Shirts. Obwohl ich ausreichend Bücher und T-Shirts ja auch auf Borkum habe, hat man ja so seine Lieblinge, und die schleppe ich dann eben mit.
Ich fuhr alleine mit dem Auto, K hat noch Termine und kommt morgen nach, er wird sowieso häufiger pendeln, er hat nicht so viel Urlaub wie ich.

Nach der Abfahrt startete ich das Navi, es kommt sofort eine große Stauwarnung für die A 31, über 1 Stunde Verzögerung, ich rege mich auf, aber hilft nix, da muss ich durch, zum Glück habe ich ausreichend Zeitpuffer.

Als ich schließlich auf der A 31 bin, ist da nichts. Weder Stau, noch überhaupt viele Autos. Ich konnte einfach die gesamte Strecke ohne irgendeine Verzögerung in einem Rutsch durchfahren, so blieb auch genug Zeit für einen Stop over bei McDov in Appingedam. Außer einem McKrokett habe ich diesmal noch einen Veggie Burger bestellt, werde ich aber nicht wiederholen.

Die Fähre war nur halb voll, die Fahrt ging mit der Tide angenehm schnell, es blieb so noch genug Zeit, nach Ankunft auf Borkum fix bei Lidl einzukaufen, um 20:59 Uhr stellte ich das Auto vor der Haustür ab, ab 21:00 Uhr ist auf der Insel allgemeines Fahrverbot.

Drinnen erwartete mich eine unangenehme Überraschung, ein Ameisenstaat hatte den Weg unter der Eingangstür durch gefunden, sich dahinter häuslich eingerichtet und war gerade dabei, mit tausenden von fliegenden Ameisen den Bau zu verlassen.
Auf so was stehe ich ja....

Zum Glück haben wir alle notwendigen Ameisenbekämpfungsmittel inklusive sofort wirkendem Spray im Haus, eine ziemlich eklige Sauerei bleibt es trotzdem.

Mittlerweile sind alle Sachen ausgepackt und alle Ameisen erfolgreich bekämpft und weggesaugt, eine letzte Kontrolle vor 5 Minuten ergab, da krabbelt nichts mehr. Uff.

Mein Bett werde ich heute sehr genießen
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Freitag, 19. Juli 2019
Endspurt
Noch ein Tag bis Urlaub.

Morgen beginnt der Tag für meine Verhältnisse recht früh, denn der erste Termin, eine Immobilienbesichtigung, beginnt schon um 9h, ich muss deshalb um 8.30h im Büro sein, weil wir von dort aus dann gemeinsam weiterfahren.

Aber die sinnvolle Weiterverwendung dieser Immobilie interessiert mich schon sehr.
Die Technik möchte die Immobilie am liebsten verkaufen, das Mutterhaus hat erklärt, dass es kein Interesse mehr daran hat, dann kann es doch weg, macht sonst nur Arbeit, findet die Technik.
Da bin ich strikt gegen, weil ich denke, wir können eine Menge Geld damit verdienen, wenn wir die Immobilie nur endlich mal richtig nutzen.
Und weil es einen Interessenten gibt, der die gesamte Immobilie mieten würde, wenn man sie passend für ihn umbaut, schauen wir uns das morgen doch mal alle gemeinsam an. Eigentlich ein Fall, den die Technik auch alleine lösen könnte, aber da die Technik sich große Mühe geben würden, den Sachverhalt so zu drehen, dass es nachher sozusagen unmöglich sein wird, das mit dem Umbau, muss ich mit und aufpassen. Ich bin extrem gut in Blondinenfragen à la "Verstehe ich nicht, wieso geht das nicht?", die Technik hasst mich dafür.

Am späten Vormittag dann noch ein Notartermin, danach nach Hause, Auto befüllen und ab Richtung Eemshaven.
Ich freue mich schon ganz ungemein, vier Wochen Freiheit, das wird toll.

Heute war es im Büro aber auch schon ziemlich ruhig, 60% der Mannschaft ist bereits urlaubsabsent, das macht den Alltag deutlich langsamer.
Die dringlich to-do-Liste ist, soweit ich das überblicken kann, auf Null, kann sein, dass ich jede Menge Dinge vergessen habe auf die Liste zu setzen, aber das ist dann Kismet.
Ich glaube, ich habe im Wesentlichen alles gut vorbereitet, jede Menge Arbeiten delegiert und mich großzügig bereit erklärt, zur Not per Mail auszuhelfen, wir werden sehen, wie oft das in Anspruch genommen wird.

K war am Abend noch beruflich unterwegs, also habe ich mit N zusammen das Abendessen für drei einfach mal zu zweit verdrückt., war auch okay. Es gab einen Salat aus Nordseekrabben, dünn gehobelten Radieschen, Frühlingszwiebeln und Avocado mit Himbeervinaigrette, sehr, sehr lecker, da passen auch problemlos anderthalb Portionen rein, fällt gar nicht auf, wenn ein Esser fehlt. Dazu noch knusprig panierte Hähnchenschnitzel, die N sehr gelobt hat, weil er selten so zarte Schweineschnitzel gegessen hat, sagte er, ich habe das Lob dann einfach mal so stehen gelassen. Und auch hier waren anderthalb Schnitzel für jeden kein Problem.

Hier in Greven sind die Kühlschränke gut leergegessen, im Büro die Inbox fast auf Zero, ich finde, ich habe das diesen Sommer bisher alles sehr gut hinbekommen
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Donnerstag, 18. Juli 2019
Bürokram und Firmengründung
Noch zwei Tage bis Urlaub.

Der Tag begann heute mit einer sehr interessanten Besprechung im Büro, da bahnt sich unter Umständen eine sehr positive Geschäftsbeziehung an, wenn man so etwas unterstützen und nach vorne bringen kann, dann macht der Beruf sofort wieder Spaß.

Den Nachmittag habe ich dann mit der Durchsicht diverser Notar- und Gesellschaftsverträge verbracht. Ich bin regelmäßig erschüttert, wie unsauber einige Anwaltsbüros arbeiten.

Am Abend hatte ich dann mit K gemeinsam einen Notartermin - wenn wir CWs Hinterlassenschaften jetzt so nach und nach abgearbeitet haben, dann wird es ja Zeit für neue Herausforderungen. Wir haben deshalb heute mal eine neue Gesellschaft gegründet, einfach nur so, weil wir es können.
Manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich noch ganz bei Trost bin, ich müsste doch wirklich wissen, wie kompliziert und umständlich das wird, wenn man sich so ein Firmengeflecht ans Bein bindet, aber dann ist es auch wieder sehr verlockend, weil man mit so einem Firmensystem natürlich doch schon so 2-3 Euro Steuern sparen kann. Und wenn ich es nun einmal kann, wäre es doch schon arg schade, dieses Wissen nicht auch mal für den eigenen Vorteil einzusetzen.
Wir fangen also wieder von vorne an
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Mittwoch, 17. Juli 2019
Politik
Normalerweise habe ich keine politische Meinung.
Ich gehe zwar brav wählen, wenn es was zu wählen gibt, aber ich gehöre eindeutig zur Klasse der Wechselwähler und entscheide mich meistens spontan nach dem Gefühl der geringsten Abneigung.
Dass ich die meisten Politiker nicht schätze, liegt im System der Sache begründet.
Ich habe eine hoch akute Abneigung gegen Netzwerken und Seilschaften - Menschen, die nach vorne geschoben werden, nur weil man sich kennt und weil man in derselben Partei ist oder weil es gilt, irgendeinen seltsamen, selbstausgedachten Proporz zu wahren oder weil zufällig jemand grade zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
So könnte man die Planstellen aus dem gehobenen Beamtendienst besetzen, aber Politiker, die wirklich die Führung für unsere Gesellschaft übernehmen sollen, da erwarte ich einfach mehr. Mehr Intelligenz, mehr Persönlichkeit, mehr Fachwissen und vor allem mehr Engagement für die Sache und weniger für seine eigene Karriere.
Wird aber nur sehr selten geliefert.

Politiker sind darauf angewiesen, gemocht zu werden, Mehrheiten und damit die Masse zu begeistern und zeigen deshalb selten eine wahrhaftige, kantige Persönlichkeit, sondern üblicherweise eine ausweichende, mit Beliebigkeitsfloskeln um sich werfende Öffentlichkeitsmaske, die mich in der Regel schon wegen ihrer vorsichtig taktierenden Phrasendrescherei nur mit Verachtung erfüllt.
Ab und zu rutscht einem Politiker aber mal was durch -und man erhascht einen Blick auf die Persönlichkeit, die wirklich dahinter stehen könnte - in aller Regel gruselt es mich dann allerdings erst recht, denn in den allermeisten Fällen erblickt man eine sehr oberflächliche Persönlichkeit, die alles tut, um nach oben zu kommen, durch ihre bisherigen Erfolge zudem längst gelernt hat, dass sie im Zweifel ein echt toller Typ sein muss, sonst wäre sie ja nicht so weit gekommen.

Frau AKK gehört in diese Kategorie, nach meßbaren IQ-Kriterien zwar nicht sehr helle, aber dafür randvoll mit Ehrgeiz und dem absoluten Willen, Dinge zu gestalten, in dem sie dafür sorgt, dass ohne sie nichts geht.

Sie ist damit sogar relativ erfolgreich, allerdings wird eine Partei, die solche Menschen an die Spitze stellt, für mich komplett uninteressant. Und wenn das stimmt, was die Medien da grade verkünden, dass sie jetzt Nachfolgerin von UvdL werden soll, in dem sie künftig die Kriegs Verteidigungsministerin mimt, nun, dann ist das ja wohl mehr als deutlich, dass man diese Partei wirklich nicht mehr ernst nehmen sollte.

Noch viel unmöglicher finde ich allerdings die andere, ehemalige Volkspartei. Was die SPD sich da jetzt bei der Wahl der EU-Kommissionspräsidentin geleistet hat, das geht so sehr gar nicht, dass mir komplett die Worte dafür fehlen. Ich kann verstehen, dass man empört darüber ist, dass Herr Macron und ein paar andere, ungeliebte Staatsfürsten die demokratische Macht des EU-Parlamentes dadurch ad absurdum führen, dass sie dem Parlament jetzt einfach mal eine selbsternannte Kandidatin vor die Nase setzen - aber wenn diese Kandidatin nun tatsächlich so viel besser ist als die drei Kandidaten, die das Parlament sich vorher selber ausgesucht hatte, ja Mensch, Leute, dann muss man auch zugeben können, wenn dem verhassten Gegner mal etwas besser gelingt.
Denn sorry, aber dieser Herr Weber, der da vorher im Spiel war, das ist ja wohl kein Match gegen UvdL.
Wahre Größe zeigt sich, wenn man erkennt, dass man verloren hat, weil der andere besser ist. Wenn man statt das anzuerkennen aber trotzig rumbockt und Zettel verteilt, auf denen steht, warum die neue Kandidatin auch nicht gut passt, nämlich weil sie das mit der Gorch Fuck verbockt hat, und weil sie nur eine Medizinerpromotion hat, die sowieso nichts gilt und weil es viel zu viele Berateraufträge bei der Bundeswehr gab, sorry, aber wer solche Schreiben verteilt, der gehört einfach rechtswirksam und für immer ignoriert.
Da hat nicht einfach nur jemand eine andere Meinung, da ist jemand komplett angepisst und beißt wütend wild um sich. Kann man machen - sollte man dann aber nicht mehr wählen.

Die Grünen verstricken sich mal wieder in ideologische Grabenkämpfen und die Liberalen überlegen, wie sie am meisten von der Gesamtsituation profitieren können.

So hat denn jeder seine Rolle im aktuellen politischen Sommertheater, ich bin schon sehr froh, dass ich neulich Herrn Sonneborn gewählt habe, der erscheint mir von allen noch mit am seriösesten, bei diesem Riesenspektakel
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Montag, 15. Juli 2019
Montage, Amokopfer und Käfer
Haben Sie schon mal versucht, ganz intensiv an nichts zu denken? Je intensiver man es versucht, um so dringlicher denkt man vor allem daran, dass man ja unbedingt an nichts denken will.
Es ist also gar nicht so einfach, Dinge zu vermeiden, in dem man nicht dran denkt.

Mir geht das so mit Montagen.
Ich finde es so unglaublich lächerlich, all diese Montagsjammerposts, die einem eben grade an Montagen regelmäßig und schwer geballt entgegenblubbern, so viel Social Media Kanäle kann ich gar nicht abschalten, wie die Leute Montags über Montage jammern.

Deshalb will ich ganz unbedingt nicht auch noch über Montage jammern - es ist aber jeden Montag aufs neue ein Kampf, eben weil mir Montags kaum etwas anderes einfällt, als das Montagselend zu beklagen und seitdem ich es vorsätzlich nicht mehr tun will, ist es besonders schlimm.

Heute versuche ich es deshalb mit Augen zu und durch: Ja, heute war Montag, and I don't like Mondays, ich habe aber keinen erschossen. Das ist doch schon mal positiv.

Dabei habe ich tatsächlich leichte Amokschützenmordgelüste verspürt - und zwar gegen die unverschämten Badegäste auf Borkum, die einfach auf jedes Grundstück latschen und dort ungeniert durch die Fenster ins Haus starren. Wenn man sie anspricht, antworten sie, dass sie davon ausgehen, dass man sich hier doch bestimmt einmieten kann und sie würden halt gerne mal schauen.
Dass es auch ganz normale Privathäuser gibt, die man nicht nächteweise buchen kann und in denen Menschen wohnen, die es auch nicht witzig finden, wenn man ihnen derart auf die Pelle rückt, scheint in ihren Köpfen nicht vorzukommen, so wie eine grundsätzliche Zurückhaltung im Benehmen überhaupt bei vielen Touristen wohl mit dem Bezahlen der Kurtaxe automatisch abgeschaltet wird.
Ich habe dafür bezahlt, mir gehört das jetzt alles. - Da kann ich sehr gut mit umgehen, nicht.
Und ich wundere mich immer, dass ich bislang wirklich noch niemanden erschlagen habe.
Der Typ hier zB, den finde ich einfach nur unverschämt dreist

Weil ich überall Kameras am Haus habe, bekomme ich so etwas natürlich auch jedes Mal mit.

*wutschnaubend ab

Sie müssen sich hier jetzt eine Unterbrechung vorstellen, weil ich mich erst wieder abregen muss, bevor ich weiterschreiben kann. Bei solchen Typen wie dem da oben überlege ich ganz ernsthaft, was es für argumentierbar legale Alternativen zu einer Selbstschussanlage gibt.


Nun zu etwas niedlichem, nämlich das hier:

Ich habe keine Ahnung, was das für ein Käfer war, denn für einen Marienkäfer ist er eindeutig falsch gepunktet, aber er gefiel mir auch gut.
Ich habe ihn am Samstag im Parkautomaten fotografiert.
Ja, richtig gelesen, IM Parkautomaten, auch wenn man das schlecht erkennen kann auf den Bildern, aber er krabbelte unter dem Glas rum.
Wie er dahin gekommen ist, ist mir genausowenig klar, wie die Frage, wie er da wieder rauskommt - im Zweifel möchte ich da aber auch nicht weiter drüber nachdenken, sonst ist das positive Gefühl, was ich verzweifelt versucht habe zu erzeugen, schon wieder weg und mir fällt der dreiste Trottel von dem oberen Bild wieder ein und dann werde ich traurig, weil es immer die falschen trifft. Den aufdringlichen Trotteltyp, den könnte ich mir ganz entspannt hinter Panzerglas weggesperrt vorstellen, keine Mitleidsfaser würde sich bei mir rühren, im Gegenteil, angenehme Genugtuung machte sich breit, aber der arme Käfer, der hat es doch wirklich nicht verdient, oder?
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Montag, 15. Juli 2019
Drinnentag
Nach einem sehr aktiven Samstag folgte heute ein entsprechend ruhiger Sonntag als Ausgleich.
Eigentlich wollte ich noch auf den Flohmarkt zum Uhrmacher fahren, weil ich hier eine Uhr liegen habe, die ich alleine nicht mehr reparieren kann, aber selbst dazu reichte der Schwung nicht.
Bis 15h habe ich einfach nur im Bett gelesen, dann war ich so erschöpft, dass ich ein Nickerchen machen musste, erst danach konnte ich mich aufraffen zu duschen.
Anschließend habe ich dann noch mal all meine Einkäufe von gestern bewundert und anprobiert, was aber so anstrengend war, dass ich danach auch wieder ins Bett gegangen bin.
Am frühen Abend war ich dann fit genug, mich an den PC zu setzen und einen Stapel privaten Verwaltungskram abzuarbeiten, die elenden Versicherungsabrechungen für meinen Vater sind eine wahre Plage. Ich bin sehr froh, dass ich gesetzlich versichert bin, es ist definitiv die deutlich komfortablere Versicherungsvariante.
Außerdem habe ich über N jetzt so viele Gruselstories über die Behandlung von Privatpatienten im Krankenhaus gehört, da bin ich gleich doppelt froh, dass ich damit nichts zu tun habe.

K hat eine Liste erstellt, was wir noch alles verkaufen wollen und hat den Kram anschließend auch fotografiert, jetzt müssen wir nur noch eine Artikelbeschreibung entwerfen und alles bei ebay hochladen. Ich tippe, irgendwann nächstes Jahr wird das auch geschafft sein.

Ich habe zusätzlich einen Stapel recht hochwertiger Markenklamotten aussortiert, die ich nicht einfach in den Altkleidercontainer stecken will, weil ich weiß, dass diese Marken auch gebraucht noch relativ hoch gehandelt werden.
Meine Schwester war wohl sehr erfolgreich mit Kleiderkreisel, deshalb habe ich mir die App jetzt auch mal runtergeladen, finde aber irgendwie keinen Einstieg in diese Community. Da ich dort nur etwas verkaufen will, kann es mir im Grunde völlig egal sein, wie das Kaufen funktioniert, ich finde aber die Such-, Sortier- und Filterfunktionen der App so unpraktisch, dass ich die Anwendung als Käufer sofort wieder löschen würde. Es scheint aber wohl trotzdem ausreichend Käufer zu geben, die außerdem auch noch bereit sind, recht gesalzene Preise zu bezahlen, für Verkäufer wird es damit die ideale Plattform sein. Wir werden sehen.
Aktuell bin ich von der App erst mal nur genervt, weil sie mir ständig Mitteilungen schickt und mich zu irgendwelchen Aktionen auffordert, deshalb habe ich sie heute zunächst mal auf stumm geschaltet, was aber keine Lösung ist, wenn ich wirklich Verkaufsangebote dort einstelle.
Weil ich einmal dabei war, die Einstellungen von Apps auf dem Handy zu ändern, habe ich auch gleich ein paar besonders nervige komplett gelöscht. Unter anderem ist diese Blinkist-App im virtuellen Nirvana verschwunden, diesen Unsinn brauche ich ganz sicher nicht, hier habe ich mich vor allem über mich selber geärgert, dass ich mir den Müll von der penetranten Werbung habe aufschwatzen lassen.

All diese Dinge brauchten Zeit, gegessen haben wir deshalb erst sehr spät, danach habe ich zwei Stunden mit vollgefressenem Bauch auf dem Sofa gesessen und Filme im Fernsehen geguckt, die ich nicht verstanden habe, jetzt wird es Zeit endlich wieder ins Bett zu gehen
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Freitag, 12. Juli 2019
Nur Durcheinander - und Müll
Mischmasch, nur noch Durcheinander, wirres Zeug und alberne Gedankenfetzen - so ungefähr sieht es bei mir im Kopf aus, wenn ich mich abends hinsetze, um hier etwas hinzuschreiben.
Den gesamten Tag über erlebe ich Dinge, wo ich selbst an ganz langweiligen Tagen mindestens fünfmal denke "oh wie interessant, welch spannender Gedanke, muss ich dringend was zu bloggen" - und wenn ich mich dann abends hinsetze, um nun schön hintereinander und in Ruhe all diese interessanten Gedanken des Tages zur Tastatur zu bringen, dann ist da nur noch Mischmasch und dadaistische Satzfragmente.
In letzter Zeit ist das gefühlt besonders schlimm, oder es regt mich besonders auf, das weiß ich nicht, aber es führt dazu, dass ich mich im Moment hier wirklich etwas quäle.
Vielleicht aber auch nur, weil ich zu viel andere Blogs lese, wo die Leute mit scheinbar federleichter Fluffigkeit die tollsten Texte schreiben. Texte, bei denen ich weiß, dass ich für einen vergleichbaren Text mindestens 5-6 Stunden bräuchte, bis ich so etwas fertig hätte, und so viel Zeit ist in meinem Alltag einfach nicht übrig fürs bloggen. Und dann nervt es mich wieder besonders, dass ich in neun von zehn Fällen schon daran scheitere, dass ich abends komplett vergessen habe, was ich tagsüber für blogbare Erlebnisse hatte und dass ich auch keine Methode finde, diese Erlebnisse kurzfristig zu konservieren. Notizen machen geht nicht, weil mir natürlich nur dann Dinge ein- oder auffallen, wenn ich ganz bestimmt in dem Moment grade keine Notizen machen kann (oft beim Autofahren oder im Gespräch mit anderen Menschen). Und wenn ich mir Notizen machen könnte, dann fehlt es mir noch an einem einzigen, durchgängig einheitlichen System, wo ich diese Notizen sammele. Ich habe mal welche in der Notizen-App auf dem Telefon, dann in OneNote, dann als Word-Dokumente, dann in Dropbox oder irgendeiner anderen der siebenundfünzig weiteren Notizen-Apps, die ich alle auf dem Telefon habe, weil ich mich ja nicht mit mir selber darauf einigen kann, welche die beste ist. Da schwankt mein Geschmack täglich und im Zweifel kann ich das sowieso noch nicht vernünftig entscheiden, weil ich die sonstigen Funktionen und Möglichkeiten all dieser siebenundfünzig Notizen-Apps noch gar nicht kenne oder noch nicht begriffen habe.
Ich sag es ja, es ist kompliziert.

Heute hatte ich einige spannende Gedankengänge, aber keinen habe ich mir gemerkt, also alles wie immer.

Die Logitech-Geräte haben mittelgroße Sicherheitslücken, wenn sie über diesen Unifyer arbeiten - ich hatte heute mittelgroße Panikattacken, weil ich nur mit genau diesen problematischen Logitechgeräten arbeite.
Die Tastatur habe ich deshalb gegen eine Kabeltastatur getauscht und eine neue Maus bestellt, bis dahin stümper ich nun mit dieser Linkshändermaus rum, die seit meinem letzten Armbruch auf meinem Schreibtisch rumliegt, aber natürlich nie von mir bennutzt wird, weil zu unpraktisch. Was tut man nicht alles, wenn man plötzlich einen Schreck bekommt.

Morgen ist Sperrmüll und gestern stellten die Nachbarn schon eine größere Menge kaputte Möbel an die Straße, das war für mich das Signal, auch unseren Kram schon mal rauszustellen, bloß nicht vergessen, dann liegt es hier ja noch länger rum.
Heute morgen war alles weg. Weg im Sinne von wirklich weg, so weg, wie es nur nach der offiziellen Sperrmüllabholung weg ist, denn auch der gesamte Müll war verschwunden und den nehmen die schon seit Tagen regelmäßig hier herumfahrenden Ostblockautos üblicherweise nicht mit.
Ich fand das völlig schräg, aber ganz eindeutig muss heute morgen hier ein Müllauto rumgefahren sein, was wirklich alles mitgenommen hat, obwohl der offizielle Termin erst morgen ist, ich habe extra noch mal im online verfügbaren Mülllkalender der Stadt nachgeschaut. Mir war es egal, denn mein Müll war ja mit weg, aber heute haben dann ganz viele andere Nachbarn noch viel mehr Sperrmüll an die Straße gestellt und jetzt bin ich mal gespannt, ob morgen noch ein Müllauto kommt.
Das sind so die Dinge, über die man sich hier auf dem Land den Kopf zerbricht
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Donnerstag, 11. Juli 2019
Erlkönig und Lotusgrill
So ein als Erlkönig getarnter Prototyp ist immer spannend zu sehen, dass es aber sogar LKW-Erlkönige gibt, das war mir neu.
Aber was sollte das denn hier sonst sein


Weitere Highlights des Tages: Ich habe für 133,9 getankt, es sieht so aus als ob die Spritpreise wieder fallen.

Außerdem habe ich den Lotusgrill wieder verkauft, ohne Verlust, was ich besonders erfreulich fand.
Ich habe mir letztes Jahr eingebildet, dass ich ganz unbedingt einen Lotus Grill haben muss. Seitdem ich mir hartnäckig einrede, dass ich reich bin, leiste ich mir schon mal spontan Einzelkäufe, zu denen ich via Idiotenwerbung inspiriert werde. So war das auch mit dem Lotusgrill, zu dem ich mich nur durch Werbung hatte hinreißen lassen.
Und wenn schon, denn schon, so musste ich natürlich einen mit allem Zubehör kaufen, aber genauso natürlich kaufe ich nur Second Hand, mein Anschaffungspreis war also halber Neupreis.
Nach einem einmaligen Test waren K und ich uns einig, dass wir keinen Lotusgrill brauchen, das war letztes Jahr.
Seitdem steht das Teil mit allem Zubehör hier rum und nervt mich, denn es ist nicht gerade klein und zierlich.
Vor drei Wochen (und damit nach ungefähr einem Jahr) hatte ich dann endlich einen Aktivitätsschub, habe Grill und Zubehör fotografiert und bei eBay Kleinanzeigen reingestellt. Für den halben Neupreis.
Drei Wochen lang habe ich Angebote im Stil von: „Isch zahle 10€ für alles, Du schicken?“ hartnäckig ignoriert, vorgestern meldete sich dann eine Frau, die als einzigen Rabatt den von mir geforderten Betrag inklusive Versandkosten verlangte, dem ich zustimmte und jetzt ist hier wieder Platz und ich kann das Blödsinnskapitel Lotusgrill verlustfrei abhaken. Das hat mich sehr gefreut
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Mittwoch, 10. Juli 2019
Irgendwas ist immer
Die Vorsätze sind gut und vielfältig, ich habe so viele Dinge, über die ich was schreiben möchte, nur die Umsetzung klemmt ständig, ich habe aber enorm viele Ausreden.

Gestern musste ich ganz überraschend mit N ein sehr langes und ernstes Mutter-Sohn Gespräch führen.

Er wollte wissen, wie das funktioniert, die Sache mit dem reich werden durch Sparen, wie legt man am besten Geld an, was machen Banken eigentlich für Geschäfte, wodurch unterscheiden sich Zentral- von Investmentbanken, wie funktioniert die Geldpolitik, wo kommt das ganze Geld überhaupt her und was sind Aktien?

Ich amüsiere mich ja regelmäßig über diese Internetseiten, die einem "Finanzwirtschaft einfach erklärt" verkaufen wollen, denn entweder wird Finanzwirtschaft dann wirklich soo einfach erklärt, dass man alternativ auch Bienchen und Blümchen hätte bemühen können - oder die Erklärungen sind zwar formal korrekt, erläutern aber an keiner Stelle, was die Besonderheiten der aktuellen Geld- und Finanzmarktsituation sind und sind damit de facto komplett nutzlos, eben weil man sie im Moment überhaupt nicht praktisch umsetzen kann.

Im Moment, oder besser so seit ca. fünf Jahren, haben wir eine ganz besondere Kapitalmarktsituation, denn seit 2014 ist der Einlagezins der Europäischen Zentralbank negativ, was es in der Form vorher noch nie gegeben hat.
Es gibt natürlich Gründe, warum die EZB den Zins ins Negative hat laufen lassen (aktuell sind wir bei -0,4 % und es wird diskutiert, dass es auf -0,5% gesenkt werden könnte), es gibt aber vor allem auch Folgen dieser sogenannten "lockeren Geldmarktpolitik" und wenn man sich mit der Frage beschäftigt, wie werde ich möglichst schnell so reich, dass ich nicht mehr arbeiten muss und lasse dann mein Geld für mich arbeiten, sollte man sich sowohl mit den Gründen als auch mit den Folgen der Geldmarktpolitik wenigstens ansatzweise auskennen.

Wenn die Ausgangsfrage für den Start in dieses Wissensuniversum lautet: "Was genau macht eigentlich eine Bank?", dann wird das eine lange Nacht.

So eine Nacht war das gestern.

Für mich ist das Ganze deshalb interessant, weil ich gar kein Gefühl dafür habe, was man alles nicht wissen kann. Ich lebe in dieser Finanzwelt, für mich ist sie logisch und verständlich und vor allem kommt sie doch überall vor.
Keine Nachrichtensendung, in der nicht über die diversen Börsen der Welt berichtet wird, keine seriöse Zeitung, die nicht regelmäßig etwas zu den Finanzmärkten schreibt und Schlagzeilen aus der Finanzwelt gibt es sowieso ja ständig.
Die Deutsche Bank entlässt 16.000 Mitarbeiter und ihr Börsenkurs gibt um 7% nach,
BASF gibt eine Gewinnwarnung raus und reißt den gesamten DAX mit in die Tiefe
Das waren nur zwei Meldungen von gestern und heute, die für mich gefühlt überall aufploppten und wenn solche Dinge doch wirklich ständig und überall in den Meldungen vorkommen - wie kann man dann nicht wissen, was sie bedeuten?
Es sieht aber so aus, dass wahrscheinlich der größte Teil der Bevölkerung tatsächlich keine Ahnung hat, was das konkret bedeutet, die Menschen nehmen solche Meldungen hin wie den Wetterbericht, der von inversen Konklusionslagen berichtet, muss man aber auch nicht verstehen, nur wissen, ob es regnen wird oder nicht und ob man eine Jacke braucht.

N erzählte mir dann, welche Tipps er schon von anderen "erfahrenen Geldanlegern" erhalten hat und das war der Teil, wo meine mütterlichen Tigerinstinkte erwachten. Bevor irgend so ein dahergelaufener selbsternannter Möchtegern-Hobbyfinanzexperte meinem Sohn Blödsinn einredet, da mache ich das lieber selber und dann eben auch gleich gründlich und nachhaltig.
Deshalb wurde es ein langes Gespräch und wir arbeiten noch weiter an dem Thema.

Daneben gab es noch mindestens vier andere Dinge, zu denen ich etwas schreiben wollte, die habe ich jetzt aber alle vergessen, dann eben ein ander Mal
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