anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 29. Februar 2020
Dies und das
Lange ausgeschlafen, dann Kaffee und Orangensaft, die Wochenendzeremonien wiederholen sich und sind immer noch wunderbar.

Gegen Mittag ins Dorf gefahren, K brauchte Dinge aus dem Drogeriemarkt und der ist ja hier auf der Insel am einfachsten zu erreichen. Außerdem habe ich die Briefwahlunterlagen im Rathaus eingeworfen, meine und auch die vom Vater, mehr kann ich nicht für die Insel tun.
N. ist seit diesem Jahr auch hier gemeldet, aber an dem Bürgerentscheid dürfen nur Einwohner teilnehmen, die schon länger als --- keine Ahnung wie lange, aber länger als N hier wohnen. Schade, sonst hätten wir sogar mit drei Stimmen mitmachen können.
Nun ja, wir werden sehen, wie es ausgeht.

Als es anfing etwas zu nieseln, kontrollierte K die RegenApp und schlug vor, dass wir mit Höchsttempo nach Hause fahren sollten, es stand ein Mordsguss bevor, der dann auch genau 20 Sekunden, nach dem wir nur leicht vollgenieselt das Haus erreicht hatten, runterkam. Teufel, hat das gepläddert, aber von drinnen zuzugucken ist völlig okay.

Am Nachmittag hat K dann ausführlich Buchhaltung gemacht und eine neue Übersicht für seine Finanzanlagen eingerichtet. Ich benutze genau diese Übersicht seit acht Jahren und habe sie ihm schon mehrfach empfohlen, jetzt endlich hat er mir mal zugehört und sich bereit erklärt, sich diese website genauer anzusehen, selbstverständlich ist er jetzt total begeistert und war den Nachmittag über damit beschäftigt, alle seine Aktien dort einzupflegen und neben einer Bestandsliste auch noch eine Wunschliste anzulegen, denn natürlich verschickt die Seite auch Nachrichten, wenn Limits erreicht werden.
Mir bleibt dazu nur ein resigniertes Kopfschütteln, Westfalen sind nicht nur besonders langsam und besonders stur, sie sind auch besonders leidensfähig, denn selbstverständlich habe ich ihn wegen dieses Spätzünderstarts gewaltig hops genommen.

Ach, es gab heute noch so eine westfälische Spätzünderreaktion, denn er hat mit Erstaunen, aber auch mit Zufriedenheit festgestellt, wie wunderbar getrocknete Kaffeepads als Brennmaterial geeignet sind.



Man sollte dazu vielleicht wissen, dass ich seit mehr als drei Jahren die Kaffeepads in Greven* nicht mehr wegwerfe, sondern sammle und trockne und dann mit nach Borkum schleppe, um sie hier im Ofen zu verfeuern, denn sie sind wirklich allerfeinstes Heizmaterial, das hat mein Westfalenmann aber erst jetzt endgültig realisiert.

*Kaffeepads fallen in der Regel nur in Greven an, weil wir dort keine normale Kaffeemaschine mehr haben, sondern nur noch eine Pad-Maschine. Dies übrigens auf Ks Wunsch, der die Pad-Maschine besser fand und meinte, wir könnten die normale Maschine abschaffen. Wir haben hier auf Borkum zwar auch eine Pad-Maschine, aber eben auch eine normale Kaffeemaschine, und hier auf Borkum findet K den Kaffee aus der normalen Maschine besser. Ich habe aufgegeben, das zu hinterfragen, ich trinke eh nur jeden Morgen genau eine Tasse Kaffee und die ohne besondere Qualitätsansprüche, wer den Kaffee macht, bestimmt die Methode, ich halte mich da also komplett raus, sammle in Greven nur die Pads, weil wegen Ofen und so.

Sonst ist nicht viel passiert, ich habe hier oben im Bürowohnzimmer noch die Dekobänder an den Stores von rot auf blau geändert, weil wir ja auch neue Gardinen haben, und die sind jetzt blau, plötzlich sieht hier alles viel maritimer aus.
Der Stuhl ist übrigens wieder geleimt die Hand tut aber immer noch weh.



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Freitag, 28. Februar 2020
Büro und Reisetag
Gut durchgetakteter Tagesplan und ich habe alle Zeitfenster gehalten. Insgesamt lief der Tag damit vollkommen rund hintereinander weg, es gab weder hektische Stressmomente noch längere Wartepausen, alle Rädchen griffen perfekt ineinander, das hat mich grade bei der Rückschau auf den Tag tatsächlich selber beeindruckt.

Die Sitzung heute früh war für eine Zeit angesetzt, zu der ich normalerweise noch nicht mal zu Hause losgefahren bin, um hier den Zeitplan nicht gleich zu Beginn zu reißen, war also nicht nur frühes Aufstehen angesagt, sondern auch eine vernünftige Vorbereitung am Abend vorher (Dinge zusammensuchen, die ich heute benötige, den Haushalt in Greven schon mal abreisebereit aufräumen, Anziehsachen rauslegen usw.), weil die Kombination von wacher Körper und wacher Geist um diese Uhrzeit am Morgen bei mir sozusagen ausgeschlossen ist.
Zusammenfassung: Es hat alles wunderbar funktioniert.

Die Sitzung war ziemlich verworren, weil wegen Corona und dem Crash an den Börsen im Moment eh keiner weiß, wie es weitergeht und was man grade jetzt aktuell machen soll. Einige sind komplett panisch, andere beschreiben die düstersten Szenarien von jahrelangen Rezessionen, Wirtschaftssiechtum ohnegleichen und überhaupt werden wir alle sterben.

Ich denke mir, wenn es so kommt, dann kommt es eben so, aber dann lohnt es sich jetzt auch nicht mehr, sich noch aufzuregen, denn nu ist eh schon zu spät.

Ich habe für mich privat beschlossen, dass die eingebrochenen Börsen eine wunderbare Gelegenheit sind, um jetzt günstig Aktien zu kaufen und wenn es noch weiter einbricht, dann habe ich halt nicht die allergünstigsten Preise erwischt, es wird sich aber insgesamt auch alles wieder erholen, denn was sollen die Leute auf Dauer sonst mit ihrem Geld machen?

Für kurzfristig ist Liquidität sicherlich eine Alternative, auf Dauer vernichtet sich die Liquidität aber durch die Negativzinsen selber, und Staatsanleihen oder andere Rentenpapiere sind in den Renditen mittlerweile noch schlechter als Negativzinsen auf Liquidität, eine 10jährige Bundesanleihe ist aktuell bei -0,6%, das ist doch völlig krank. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass alle Leute, die diese Woche aus Aktien geflüchtet sind, da auch alle wieder hin zurückkehren werden, einfach weil es sonst kaum andere Möglichkeiten gibt, sein Geld irgendwie anzulegen.

Hauptergebnis der Sitzung heute war das Festlegen weiterer Termine in den nächsten Wochen, ansonsten wurde beschlossen, dass man aktuell am besten beraten ist, wenn man nichts tut und in Ruhe abwartet. Nächste Woche schauen wir neu.

Dementsprechend früh war dann auch alles beendet, ich habe noch fix die Post im Büro durchgesehen, ein paar Unterlagen unterschrieben und mich dann bis Mittwoch verabschiedet.

Auf der Fahrt nach Greven Zwischenstopp beim Lidl, wegen frühem Sitzungsende war hier grade eine kleine zeitliche Lücke, so ersparte ich mir das Einkaufen heute Abend hier auf der Insel.

Als ich nach Hause kam, war K schon da, wir packten in Ruhe alles ein, was wir mitnehmen wollten, Abfahrt ohne Stress und Hektik.

Für die Fahrt selber brauchten wir weniger als zwei Stunden, Ankunft am Fährterminal also mit gutem Zeitpuffer, die Fähre war aber schon da und wir wurden zügig draufgewunken, Stellplatz ganz vorne in Reihe eins, nur der Wagen links von uns fuhr vor uns von der Fähre.


Kurz bevor wir zu Hause ankamen, sahen wir ein Rudel Damwild, die es sich im Garten eines Nachbarhauses gutgehen ließen



Die Viecher verlieren immer mehr an Scheu und trampeln hier ungeniert durch alle Gärten.

Zum Abendessen gab es Kartoffelbrei mit Röstzwiebeln, Rotkohl und Krakauerwürstchen. Das war alles so lecker, dass ich mich komplett überfressen habe und jetzt nur noch leise schnaufend vorm Ofen sitze und überlege, ob ich gleich ins Bett rolle oder mich von K schieben lassen soll
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Mittwoch, 26. Februar 2020
Sterbehilfe und Coronavirus
Heute morgen wurde im Aufstehfernsehen* über die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Sterbehilfe berichtet und ich wurde wieder daran erinnert, wie sehr mich dieses Thema gruselt.

*Unter der Woche schalten wir morgens nach dem Wachwerden aber vor dem Aufstehen immer das Morgenmagazin im Fernsehen an und weil sich dort die Beiträge alle halbe Stunde wiederholen, ersetzt es wunderbar die SnoozeTaste am Wecker. Wenn man einen Beitrag zum dritten Mal hört, aber immer noch nicht gesehen hat, weiß man, dass es langsam Zeit wird, die Augen zu öffnen und sich der Herausforderung des Aufstehens zu stellen.

Dieses Sterbehilfethema gruselt mich vor allem deshalb, weil es verboten ist und die Leute so ein Geschrei darum machen, wie schrecklich es ist, wenn es nicht mehr verboten wäre (bzw. ja jetzt nicht mehr verboten sein darf, weil das Bundesverfassungsgericht das gesetzliche Verbot tatsächlich (hurra!) gekippt hat.)
Ich stehe ja eh auf grundsätzlichem Kriegsfuß mit Verboten, aber dieses Verbot finde ich wirklich ganz besonders schrecklich, was wohl vor allem daran liegt, dass ich tot sein einfach nicht schlimm finde, zumindest nicht für den, der tot ist, denn der ist ja tot und merkt es nicht mehr.
Dass der Tod eines Menschen genau für die, die dann nicht tot sind, also für die, die übrig bleiben, etwas ganz Schreckliches sein kann, dem stimme ich sofort zu, aber wenn jemand wirklich ganz dringlich sterben möchte, weil er sein Leben einfach nur noch als Qual empfindet, dann hat man das verdammt noch mal zu respektieren, auch wenn man das selber nicht will.

Hier kann man sich jetzt ausführlich über Depressionen und Suizide Gedanken machen, aber meiner Meinung nach stehen diese Diskussionen alle nicht im Zusammenhang mit "Sterbehilfe", denn wenn jemand ansonsten quietschegesund ist und als einzige Krankheit eine schwere Depression mit sich rumschleppt, die ihn in den Suizid treibt - dann kann er das absolut alleine erledigen und braucht dafür niemanden, der ihm dabei hilft.

Sterbehilfe brauchen diejenigen, die sich eben nicht mehr alleine umbringen können, grade weil sie eine so schwere Krankheit haben, die sie daran hindert, die aber genau nicht schwer genug ist, als dass sie von alleine und kurzfristig daran versterben würden, sondern die nur dazu führt, dass sie elendig lange vor sich hin vegetieren müssen, bevor irgendwann der eigene Körper dann doch aufgibt.

Jetzt mag es Leute geben, die finden es nicht schlimm, wenn sie hilflos vor sich hin vegetieren, nun, die müssen ja auch nicht nach Sterbehilfe verlangen.
Ich persönlich finde diese Vorstellung aber so gruselig, dass ich mich im Zweifel dann lieber rechtzeitig früher eigenhändig suizidieren würde, solange ich das noch selbstständig erledigen kann, als Gefahr zu laufen, nachher einem System ausgeliefert zu sein, was mich gnadenlos zu einer Überlebensmaschinerie verdonnert, egal ob ich das will oder nicht.

Der Vater ist seit über einem Jahr im Seniorenwohnheim und seit dem ich ihn dort regelmäßig besuche, weiß ich erst recht, dass ich niemals, N.I.E.M.A.L.S!!! so enden möchte.

Der Vater findet das nicht schlimm, er hat sich bewusst und selber dafür entschieden, das hat mich schon damals gewundert, aber so wie ich damals seine Entscheidung respektiert habe, respektiere ich sie auch heute noch.

Meine eigene Einstellung hat sich deshalb nicht bewegt, ich war auch damals schon der Überzeugung, dass das für mich auf keinen Fall in Frage käme - und an dieser Überzeugung hat sich nichts geändert, im Gegenteil.

Weil es dieses Verbot der Sterbehilfe aber nun schon seit langem gibt (gab), habe ich für mich privat natürlich vorgesorgt. Ich habe nicht nur zwei Söhne, die sich im Medizin- und Pharmabereich bewegen, ich habe denen vor allem das absolut feste Versprechen abgenommen, dass sie mich im Fall der Fälle mit irgendeinem Zeug versorgen, dass ich dann nur noch zu mir nehmen muss und das haben sie mir schon deshalb versprochen, weil sie meine Kompromisslosigkeit fürchten und Sorge haben, dass ich mich ansonsten rein aus Angst, dass es demnächst zu spät sein könnte, schon mal deutlich früher und rein prophylaktisch entleibe. Aber zu früh muss ja auch nicht sein, nur weil man verhindern möchte, zu spät nicht mehr ändern zu können.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hagelte es Mecker, weil die Kritiker meinen, dass jetzt die Einsamen, Alten und Schwachen vermehrt in den Tod getrieben würden. "Gut die Hälfte aller Leute würden lieber Suizid begehn als in ein Pflegeheim zu ziehen" hat irgend so ein Sprecher einer Patientenschutzvereinigung gesagt.**
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er damit recht hat, weil, genau das würde ich ja auch tun, aber ich verstehe nicht, wo das Problem ist?

**ich bin ganz grottig darin, mir Links zu merken, um sie hier zitieren zu können. Ich lese Dinge im Internet und lese dann den nächsten Bericht und noch einen und noch - und natürlich weiß ich nachher nicht mehr, wo ich was gelesen habe. Blogautoren, die ihre Blogs regelmäßig mit Links füttern, was sie wo gelesen haben, bewundere ich sehr, ich kann das nicht.

Neben dem Sterbehilfethema war heute dann noch das Coronavirus Gesprächsthema, die Börsen sind schon wieder eingekracht, diesmal gründlich, ich finde, es ist eine wunderbare Kaufgelegenheit.
Außerdem habe ich mich vor Lachen bald verschluckt, als ich bei einem Kollegen heute Atemschutzmasken sah, die er heimlich in seiner Schreibtischschublade bunkerte. Das ist der Kollege, der im Sommer auch nicht mit mir im offenen Cabrio fahren kann, wenn er vergessen hat, ein Käppi mitzunehmen, weil die Sonne zu sehr brennt und das ja ganz schlecht für alles mögliche ist. Vor Grippe hat er übrigens längst nicht so viel Angst wie vor diesem COVID-19, weil, das ist ja eine bekannte Krankheit, also Grippe, sagt er.
Impfen lässt er sich allerdings nicht, denn auch hier lauern ja reihenweise unbekannte Gefahren. Verschwörungstheorien galore
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Dienstag, 25. Februar 2020
Hausputz, Inseltratsch und viel Reisezeit
So, melde geglückte Ankunft auf dem Festland, morgen ist wieder office as usual, viereinhalb Tage Karnevalsfrei sind schon wieder vorbei.
Ging schnell, vor allem oder weil wir ja hauptsächlich nichts gemacht haben. Ich stelle fest, dass ich jetzt sehr gerne diesen alten Witz loswerden möchte:
Frager: Was machst du denn für morgen so?
Antwort: Nichts.
Frager: Aber das hast du doch heute schon gemacht?
Antwort: Bin nicht fertig geworden.

So geht mir das auch, ständig. Mit nichts machen werde ich wohl nie fertig.

Heute habe ich allerdings tatsächlich etwas gemacht, sogar eine ganze Menge, weil, ließ sich nicht vermeiden.
Wir mussten unter anderem das Haus abreisefertig machen. Es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Umfang ein Haus verdrecken kann, in dem man sich gefühlt doch vor allem im Bett aufhält. Wir haben das heute alles weggeputzt und beim Putzen ausgiebig gestaunt. Egal, nu ist sauber.

Dann habe ich noch ein ausführliches Gespräch mit dem örtlichen Inselhandwerker geführt, der kam den Schlüssel selbst und persönlich abholen, wir haben noch mal besprochen, was er konkret machen soll, dann haben wir über seine Nachbar getratscht, dann über meine, danach über zwei-drei andere Borkumer Familien, wo sich die alten Eltern, also wirklich völlig überflüssigerweise, immer noch abschuften für die Kinder, die aber schon lange auf dem Festland sind und auch nicht mehr wiederkommen, dabei könnten sie das Haus mit den Ferienwohnungen doch viel besser an ihn verkaufen, aber nein, sie vermieten hartnäckig selber weiter, weil, ist ja für die Kinder. Schließlich kamen wir noch auf meine Familie zu sprechen und den Beef, den der Onkel mit seinen Söhnen hat, weil, ist ja eigentlich eine Schande, hätte doch so gut gepasst, aber man steckt ja nicht drin. Aber ist auch zu verstehen, dass der Onkel das Familienerbe nicht an den ältesten Sohn weitergeben will, weil der eine Holländerin geheiratet hat. Das wäre an sich ja noch zu verkraften, aber die ist auch noch viel älter als er, die zwei werden also keine gemeinsamen Kinder mehr haben, und wenn das Erbe dann noch eine Generation weitergeht, dann landet es bei den waschechten Holländerkinder der Holländerfrau - und das kann man verstehen, dass der Onkel das nicht will. Das verstand auch der Inselhandwerker, bei aller Offenheit, die die jüngere Generation ja mittlerweile gegenüber Holländern entwickelt hat, weil, gibt ja auch ein paar, die sind echt nett, aber so wie bei dem Onkelsohn, ne, das ist schon hart, das versteht man. Nach rund einer Stunde ausführlichstem Austausch über die Macken der Insulaner verschwand er wieder und ich konnte endlich wieder rein gehen und meinen leicht angefrorenen Kopf auftauen, das Gespräch fand nämlich draußen im Fahrradschuppen statt und ich hatte nur eine Strickjacke an und klitschnasse Haare.
Ich bin anschließend aber schnell wieder warm geworden, es gab genug zu putzen.

Zwischendurch bin ich noch mal schnell zum Rathaus gefahren, um die Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid nächsten Sonntag für den Vater als Briefwahl zu beantragen, ich denke mir, jede Stimme zählt gegen diesen Blödsinn.

Dann Sachen ins Auto packen, zum Onkel fahren, dort noch eine halbe Stunde Smalltalk und ein paar Mitbringaufträge für nächste Woche, u.a. Tomatensamen, die müssen jetzt rein. Und ich werde auch gleich Zuckererbsen kaufen, damit er die auf alle Fälle noch mal sät.

Dann zur Fähre, die war nur halb voll, sehr angenehm, dafür brauchte sie aber extra lange, fast drei Stunden, das war nicht so angenehm.

Als wir beim Vater im Seniorenheim ankamen, war grade Abendbrotzeit, wir haben deshalb einen Zwischenstopp bei TK Maxx eingelegt, das ist da gleich in der Nähe vom Seniorenheim und einer meiner Lieblingsläden, wenn es keinen Flohmarkt gibt.
Die Ausbeute war auch angemessen, ich stellte fest, ich brauchte dringend Schuhe. War mir vorher gar nicht so bewusst, aber als ich sie dann im Laden sah, fiel es mir sofort auf.

Anschließend den Vater besucht, nicht vorhandene Neuigkeiten ausgetauscht und schließlich Rückfahrt nach Greven.
Hier bin ich jetzt, müde und ein bisschen wehmütig, weil viereinhalb Tage Nichtstun einfach schneller umgehen als viereinhalb Tage Büro, denn genau die stehen für diese Woche jetzt noch an, aber hilft ja nix, ich sag es besser noch mal, damit ich es auch selber gründlich akzeptiere
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Freitag, 21. Februar 2020
Die Neubaupläne für das Hotel Miramar
Heute war ja erst Freitag und somit eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag für den Rest der Welt.
Ich aber hatte Urlaub eingereicht und damit ein gutes Gewissen, dass ich mich nur sehr begrenzt um Dienstliches kümmerte.
Wach war ich schon ab 7h. Wenn ich theoretisch so lange schlafen kann wie ich will, bin ich deutlich weniger müde und wache viel eher auf als während der Woche mit einem normalen Bürotag vor der Brust, das ist schon ziemlich schräg.
Aber egal, heute war ich früh wach und habe den Tag nicht zum Rumgammeln im Bett benutzt, sondern habe tatsächlich verschiedene Dinge erledigt.
Bis Mittags saß ich am PC und habe neben der privaten Buchführung halt auch ein paar Dienstmails beantwortet und ein wenig telefoniert, bis mir einfiel, dass ich ja noch dringend neue Karten für die Fähre kaufen muss und dass es klug ist, jetzt schon mal die Termine für die Osterferien zu reservieren.
Heute Vormittag war das Wetter noch einigermaßen akzeptabel, zwar windig aber trocken, also sind wir mit den Fahrrädern gefahren.

Auf dem Rückweg vom Dorf sind wir beim Onkel vorbeigefahren, der grade Besuch von einem alten Schulfreund hatte. Wir unterhielten uns über dies und das und was es Neues gibt und kamen so auch auf das Thema Neubau neben dem Hotel Miramar.
Das ist grade ein heiß diskutiertes Thema auf der Insel und die Lager sind tief gespalten.

Sachverhalt: Im Norden der Insel, in sehr guter Lage direkt am Strand befindet sich das Hotel Miramar, das sich ein Privatinvestor gekauft hat, der eine Menge Geld hat und große Teile davon gerne auf Borkum investieren möchte. Das Hotel Miramar ist schon ziemlich in die Jahre gekommen und muss dringend renoviert werden. Neben dem Hotel gibt es ein freies, unbebautes Grundstück, das der Stadt gehört. Nun kam der Investor auf die Idee, der Stadt das Grundstück abzukaufen, dann könnte er nämlich das alte Hotel Miramar abreißen, um dann auf den vereinigten Grundstücken einen Neubau des Hotels Miramar umsetzen, hochwertiger, deutlich luxuriöser und mit 120 Betten zusätzlichen Betten auch um einiges größer als das bisherige Hotel. Gesamtkosten der Investition: ca. 40 Mio. €, davon Kaufpreis für das Grundstück: 3 Mio. €. (Einnahmen für die Stadt.)
Dazu sollte man noch wissen, dass die Stadt mit dem freien Grundstück wenig anfangen kann, eine Bebauung ohne Anschluss an das Nachbargrundstück ist sehr kompliziert und in der Gesamtfläche viel weniger nutzbar, andere Investoren werden also wenn, dann nur deutlich weniger für das Grundstück bezahlen und die Stadt selber hat noch nicht mal das Geld, das leere Grundstück vernünftig in Schuss zu halten, seit Jahren verwildert dort alles vor sich hin, es ist voll mit Dreck, Schutt und Unrat, ein echter Schandfleck.

Das Angebot wurde im Stadtrat beraten und fand dort auf breiter Front Zustimmung, es ist im Grunde eine win-win-Situation für alle Beteiligten.

Aber irgendjemand muss sich über den Investor geärgert haben, der wohl wirklich über ausreichend Vermögen verfügt und sich in der letzten Zeit schon mehrere Objekte auf der Insel gekauft hat. Auf alle Fälle wurde von mehreren Leuten Stimmung gegen dieses Projekt gemacht, die sich irgendwann dann soweit aufschaukelte, dass genug Unterschriften für einen Bürgerentscheid zusammen kamen - und der findet jetzt nächste Woche statt.
Ich persönlich kann überhaupt nicht verstehen, was an dem Plan des Investors so schrecklich ist, denn er bezahlt für das Grundstück einen deutlich höheren Preis als das jeder andere täte und er trägt das Risiko der Investition auch komplett selber, die Stadt Borkum wird dadurch überhaupt nicht weiter belastet.
Aber es ist hier helle Aufregung.
So wie in Brandenburg, wo Tesla ein Autowerk bauen will, genau so bekloppt gebärden sich die Leute hier. Man fasst sich an die Stirn und mag es nicht glauben, denn die Gründe gegen dieses Hotel sind einfach nur abenteuerlich. Ausschließlich getrieben von einer aufgeheizten, emotional aufgeladenen Stimmung gegen den Fremden, was man in der Form natürlich nicht sagen darf, weshalb man formal andere Gründe finden muss - die dann eben völlig skurril an den Haaren herbeigezogen und zudem komplett unsinnig sind.
Ich habe ernsthaft versucht, mit dem Onkel und seinem Freund darüber sachlich zu diskutieren - aber es geht nicht.

Ihrer Meinung nach (und das sind die Gründe, die die Gegner dieses Projektes gestreut haben), wird das Grundwasser auf der Insel knapp und deshalb dürfen keine 120 weiteren Betten entstehen. Man sollte dazu wissen, dass Borkum rund 2,5 Mio. Übernachtungen pro Jahr hat, da ist es extrem logisch, dass diese 120 Betten jetzt eine akute Wasserknappheit befördern....

Weiterer Grund: Dann stehen die anderen Hotels leer. - Dass die Dehoga Ortsgruppe Borkum das Projekt ausdrücklich befürwortet, weil es natürlich einen Imagegewinn für die ganze Insel bedeutet und damit für alle Hotels zusätzliche Gästezahlen erwartet werden und ein Verdrängungswettkampf vor Ort von keinem der beteiligten Hoteliers gesehen wird - das wird von den Gegnern des Projektes komplett ignoriert bzw. negiert, was ich schon besonders abenteuerlich finde.

Weiterer Grund: Die finden gar kein Personal für das Hotel. -
Überhaupt wurde sehr viel damit argumentiert, dass die Insel für so ein Luxushotel nicht geeignet ist und dass so ein Luxushotel auf der Insel auch gar nicht rentabel sei. Man bedenke zB dass da ein Schwimmbad auf dem Dach geplant ist, was für ein sündhafter Luxus, nachher geht dann keiner mehr in das städtische Schwimmbad und überhaupt, kein Mensch braucht ein Schwimmbad auf dem Dach, wenn man eine Nordsee vor der Haustür hat. Das kann sich nicht rechnen, wir haben dann nachher nur einen großen Leerstand da rum stehen. - Dass dieses Risiko einzig von dem Investor getragen wird und es den Borkumern doch herzlich egal sein kann, wie der Investor die Wirtschaftlichkeit seines Projektes sicherstellt, das interessiert niemanden, es wird nur immer wieder wiederholt, dass sich so ein Luxushotel nicht lohnen kann.

Völlig skurril fand ich schließlich das mehrfach wiederholte Argument, dass die Stadt die 3 Mio. €, die sie für das Grundstück bekommen soll, anschließend sowieso nur verplempert, weil die Stadt noch nie mit Geld umgehen konnte. Bei diesem Argument, von dem Onkel und Freund ganz fest überzeugt waren, dass das ein ganz wichtiger Grund ist, um das Projekt durch den Bürgerentscheid unbedingt zum Kippen zu bringen - bei diesem Argument habe ich entnervt aufgegeben, gegen so viel Blödsinn im Kopf komme ich nicht an.

Sehr faszinierend, diese komplett verbohrten alten Männer, die sich von irgendjemandem haben aufschaukeln lassen und jetzt keinem, wirklich überhaupt keinem Vernunftsargument gegenüber mehr aufgeschlossen sind.
Faszinierend - und auch ziemlich gruselig
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Donnerstag, 20. Februar 2020
Heimfahrt
Eigentlich hatte ich für heute schon Urlaub beantragt, aber dann kam eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung dazwischen und ich wollte den Chef erster Ordnung nicht hängen lassen. Also habe ich den Urlaub wieder zurückgenommen, habe erst an der Sitzung teilgenommen und anschließend noch fix die Post im Büro erledigt, eine Besprechung mit dem Finanzamt im Schnelldurchlauf durchgezogen und ein wichtiges Schreiben auf den Weg gebracht, mit all dem war ich um 12h fertig, dann bin ich wieder nach Greven gefahren, habe dort das Notwendigste aufgeräumt, den Kühlschrankinhalt in eine Kühltasche gepackt, alles im Auto verstaut, dann kam K nach Hause und gegen 14h waren wir schon wieder unterwegs Richtung Emden.

K schaute mehrfach in den Himmel und meinte, es wäre ja eigentlich auch tolles Fliegerwetter, aber wir wissen nicht, wie es am Montag wird, also fuhren wir Auto.
Himmel, Wolken, Licht und Farben malten Bilder in die Landschaft, als wären sie von Edward Hopper entworfen, dabei fuhren wir gar nicht durch Amerika, sondern nur durchs Münsterland.
Sah aber toll aus


Unterwegs waren kaum Autos auf der Straße, wir kamen also extrem unbehindert durch und waren fast eine Stunde vor Abfahrt der Fähre schon in Emden, also war noch ein schneller Schlenker bei Aldi drin, ersparte das Einkaufen hier auf der Insel.
Die Fähre war randvoll, erfahrungsgemäß ist die Insel über Karneval immer gut gebucht, hier feiern große Mengen an Karnevalsflüchtlingen ihre Karnevalsabneigung, das Rambazambatäterää, was sie dabei veranstalten, macht unterm Strich auch kaum noch einen Unterschied zu dem Trubel in den Karnevalshochburgen, aber mir soll's egal sein, ich muss hier ja nicht vor die Tür.

Auf der Fähre machte K unterwegs Bilder von der Fähre und von Eemshaven.



Er hat schon das neue iPhone, das noch mal eine deutlich bessere Kamera hat als mein achter iPhone, aber noch habe ich ja ein Problem mit der Gesichtserkennung, ich mag das einfach nicht, aber es gehen Gerüchte, dass das 12er iPhone beides haben soll, touch-ID und face-ID, das warte ich deshalb ganz sicher ab und drücvke mir die Daumen, dass die Gerüchte stimmen.

Auf der Fähre habe ich an meinen Gedanken/dem Text zu dem Thema Respekt und Höflichkeit gearbeitet und habe dabei eine ganz neue Begründung gefunden, weshalb ich so hadere mit der Aussage, dass Respekt eine grundsätzliche Selbstverständlichkeit jedem Menschen gegenüber sein sollte.
Als Ergebnis habe ich gut 2/3 des Textes, den ich schon geschrieben hatte, wieder gelöscht und fange jetzt noch mal neu an. Es ist ein schwieriges Thema
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Mittwoch, 19. Februar 2020
Bankbetrachtungen
Dass es heute auch wieder so spät wurde und ich somit erst nach 22.30h zu Hause bin, das war eine Verspätung mit Ansagen, denn heute war eine Bankveranstaltung, zu der ich auch wirklich gerne hingegangen bin, weil die Volkswirte ausgerechnet dieser Bank in der Regel wirklich interessante Vorträge abliefern und Meinungen haben, die in Teilen einen spannenden Gegenpol zu der ansonsten oft sehr einheitlichen Meinung der übrigen Banken bilden.
Außerdem hat diese Bank eine Niederlassung in Münster, so dass eine Teilnahme an so einer Veranstaltung noch nicht mal mit einer aufwändigen Fahrerei verbunden ist.

Einladungen nach Frankfurt oder Hamburg bekomme ich in großen Mengen, für eine zweistündige Veranstaltung lohnt sich dann aber meist die Reise nicht, Einladungen in Münster sind mir also viel sympathischer.

Außerdem ist diese Bank eine Privatbank, d.h. der Großteil der Kunden sind Leute, die einfach privat reich sind, weil das die klassische Klientel für Privatbanken ist und sich für die Niederlassung in Münster eine extra Veranstaltung nur für institutionelle Kunden nicht lohnt.
Institutionelle Kunden sind Versicherungen, Versorgungswerke, Pensionsfonds, Stiftungen etc., alles Institutionen wo große Mengen an Geld professionell verwaltet werden, hier arbeiten dann Leute, die sich auch professionell mit Vermögensverwaltung auskennen, aber in der Regel selber privat nicht die zweistelligen Millionenbeträge auf dem Konto haben.

Bei Veranstaltungen für institutionelle Kunden herrscht eine komplett andere Atmosphäre.
Das Publikum sieht schon optisch anders aus und hat vor allem eben viel mehr Ahnung von der Materie, so dass sich auch komplett andere Pausengespräche ergeben.
Ab und zu finde ich aber Veranstaltungen im Privat Wealth Bereich auch ganz lustig, ich habe schließlich angeborene Lästergene und die bekommen bei solchen Gelegenheiten reichlich Futter. Was ich zwischendurch übrigens auch ganz witzig finde, sind Veranstaltungen, wo sich größere Mengen an Mitgliedern von Burschenschaften aufhalten. Besonders die farbentragenden sind mir immer wieder eine Freude, was sind da für herrliche Idioten bei. Da fühlt sich meine ungehemmt austeilende Lästerzunge richtig positiv an.

Was mir heute Abend gut gefiel, war, dass der Vortrag insgesamt sehr kurzweilig aufbereitet war, ohne deshalb auf ein Volkshochschulniveau abzurutschen, meist das größte Problem bei Veranstaltungen im Privat Wealth Bereich.
Dargestellt wurden unter anderem die Zuflüsse in ETFs im letzten Jahr und in 2020 bisher und das Faszinierende dabei ist nicht nur die kontinuierlich wachsende Menge (vor allem in 2020 ist es bereits irre viel), sondern auch die Herkunft: Das Geld kommt also nicht aus anderen Assetklassen, weil Anleger umschichten und nun beginnen, statt Bundesschatzbriefen nun doch Aktien zu kaufen, nein, das Geld kommt vor allem von Sparbüchern und Girokonten. Seitdem immer mehr Banken Minuszinsen an ihre Sparkunden weitergeben, haben immer mehr Sparkunden das Gefühl, sie müssten sich doch mal mit Alternativen beschäftigen.
Und genau wie der Volkswirt dieser Bank bin ich auch der Meinung, dass das einer der Gründe ist, warum die Aktienkurse noch weiter steigen werden - es liegt immer noch viel zu viel Geld einfach so auf Sparkonten rum und der Anlagenotstand der Anleger wird nicht kleiner.

Der Rest des Abends war auch okay, es gab sehr leckere Häppchen, ich bin also angemessen satt geworden und ich habe wieder einen dieser wunderhübschen Kugelschreiber bekommen. Genau diese Bank hat wirklich die allerschicksten Kugelschreiber, die mag ich sehr und ich mag den Witz, den ich standardmäßig anbringen kann:
Bankbetreuer: "Haben Sie denn auch etwas mitgenommen von dem Abend heute?"
Antwort: "Ja klar, einen sehr schönen Kugelschreiber."
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Samstag, 15. Februar 2020
Samstagskram
Gestern Abend waren wir unterwegs und der Abend dauerte unerwartet deutlich länger als geplant, so dass ich J stand by um Vertretung auf dem Blog gebeten habe. Ich denke, das hat er sehr gut erledigt.

Es wurde dann gestern Abend nicht spät, sondern heute Morgen her früh, bis wir zu Hause waren, dementsprechend lange dauerte das Ausschlafen und auch den Tag über war nicht so sehr viel los mit mir.

J hat eine Anfrage vom BaFöG-Amt bekommen, dass er seine Vermögensverhältnisse zum Stichtag des BaFöG-Antrages genau darlegen soll, weil es eine Kontrollmitteilung gab, die dem BaFöG-Amt mitteilte, dass er in 2018 106€ Zinsen bzw. Einkünfte aus Kapitalvermögen bezogen hat.

Da wir in Zeiten von Niedrigzinsen leben und sich Guthaben auf Sparbüchern nur noch mit 0,01% verzinst, müsste er 1 Mio. € auf dem Sparbuch haben, um 100€ Zinsen zu kassieren - kein Wunder, dass das BaFöG-Amt misstrauisch wurde, denn der Freibetrag an eigenem Vermögen liegt für BaFöG-Empfänger bei 7.500€, wer mehr Vermögen hat, muss es sich anrechnen lassen und bekommt im Zweifel kein BaFöG mehr.

Nun ist es so, dass J nicht 1 Mio. € auf dem Sparbuch hat, sondern nur ca. 4.000€ in Aktien und damit erwirtschaften sich 100€ Ertrag sehr schnell.
Es ist schon spannend, welche Folgen sich aus diesen Niedrigzinsen ergeben.

Auf alle Fälle haben wir heute gemeinsam die Antwort ans BaFöG-Amt entworfen und die notwendigen Nachweis-Unterlagen rausgesucht, da ist so ein Nachmittag schnell um. Beruhigend, dass wir locker nachweisen können, dass er die Vermögensgrenze deutlich unterschritten und nicht überschritten hat.

Zwischendurch noch Bett frisch beziehen, ein wenig Wäsche waschen, trocknen, legen und bügeln, eine Runde Einkaufen, Abendessen kochen und anschließend Küche wieder aufräumen, damit sind die Haupttätigkeiten des heutigen Tages beschrieben, mehr ist eigentlich nicht passiert.

Ich habe mir den Tag über über diverse Dinge Gedanken gemacht, aber nur so zum drüber Nachdenken, nicht zum Sorgen machen, bin damit noch nicht fertig, deshalb kann ich auch noch nichts dazu schreiben, im Grunde bin ich heute auch viel zu müde, um wirklich kluge Gedanken sinnvoll festzuhalten, aber vielleicht klappt das ja morgen besser.
We'll see
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Mittwoch, 12. Februar 2020
Bürotag mit viel Kleinkram
Muss ja auch mal sein, so Tage, an denen man endlich mal den liegengebliebenen, weil meist ungeliebten Kleinkram abarbeitet.
Da war mittlerweile eine ganze Menge an Einzelsachen zusammengekommen, vieles dauerte nur 5-10 Minuten und dann war es auch schon erledigt, aber ich brauche für solche Dinge immer erst die passende Verzweiflungsstimmung, die mir dann klarmacht: "Hilft ja nix, muss auch mal gemacht werden, also Augen zu und durch."

Der Bürotag begann mit einer ziemlichen Verzögerung, denn erst war die Straße gesperrt wegen Baum

weshalb ich umdrehen und ganz außenrum fahren musste.
Mein Arbeitsweg führt mich mitten durch die Rieselfelder in Münster, d.h. also hauptsächlich über Feldwege, die so schmal sind, dass eh nur ein Auto drauf passt, bei Gegenverkehr muss immer (mindestens) einer in den Matsch ausweichen. Aktuell sind die Felder besonders schlammiger Matsch, weil es in den letzten Wochen wirklich ausgiebig geregnet hat, da ist das mit dem Ausweichen schon ein Problem, aber komplett ins Feld zu fahren, um einen Baum zu umfahren, das ist ausgeschlossen, wenn man nicht grade ein Trecker ist.
Es blieb also nur der Rückzug (auch spannend, weil man/ich auf diesem Feldweg nicht drehen kann/wollte, weshalb ich ungefähr einen Kilometer rückwärts gefahren bin. Ganz neue Erfahrung, zum Schluss machte es aber sogar Spaß.), um die Büroanfahrt in einem neuen Anlauf über die ganz große Runde außenrum zu erreichen.

Dementsprechend war es fast 10h, bis ich im Büro ankam - um dort festzustellen, dass ich leider meinen Rechner zu Hause vergessen hatte.
Also auch hier wieder umdrehen und noch mal komplett zurückfahren - diesmal gleich über die große Umfahrung, Rechner holen und dritter Anlauf, das Büro zu erreichen.
Normalerweise brauche ich 20 Minuten für die Fahrt ins Büro, heute dauerte es über eine Stunde


Deshalb hatte ich um 11h überhaupt keine Lust mehr, mich mit aufwändigen Großprojekten zu beschäftigen, aber mit der Stimmung "der Tag heute ist eh gelaufen" kann man wunderbar liegengebliebenen Kleinkram abarbeiten
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Mittwoch, 12. Februar 2020
Sturmtag
Wenn ein Tag schon mit 894 Schritten auf dem Schrittzähler- und Schlafmaßband startet, bevor ich leicht hektisch morgens um 8h das Haus verlasse, dann sind die ersten Marker für einen stürmischen Tag schon mal gesetzt.

Dass ich überhaupt schon um 8h aus dem Haus gehe, ist nur einem unseligen Termin geschuldet, der für 8.30h im Büro angesetzt war, weil eine der beteiligten Personen nur so früh oder sonst gar nicht konnte, hatte sie als Terminvorgabe verkündet.

Ich kann ja problemlos akzeptieren, dass Menschen unterschiedliche Biorhythmen haben und dass es Lerchen und Eulen gibt, wenn man aber eine Eule zwingt, sich morgens mit den Lerchen tirilierend in die Lüfte zu schwingen, dann wird daraus nur ein absturzgefährdeter Leichentanz mit düsterem Eulengekrächze.
So war denn auch der Termin, zu dem ich heute fast pünktlich um 8.31h im Büro erschien. Dumm für die Lerche, denn sie wollte was von mir, ihr Plan hat nicht ganz funktioniert. Shit happens, heißt das dann für die Lerche.

Dabei war ich durchaus hellwach, ich hatte ja auch schon viel Strecke hinter mir. Zehnmal durchs gesamte Haus, treppauf, treppab und quer durch alle Zimmer, das macht wach.
Ich hatte gestern Abend keine Lust mehr gehabt, die Unterlagen für den Termin heute früh rauszusuchen, dann fiel mir etwas spät erst ein, dass für heute Abend ja auch noch eine Bankveranstaltung im Kalender steht und dass ich deshalb unbedingt noch Haare waschen wollte. Und das neu gekaufte Hitzespray wollte ich dann ausprobieren, ich habe jetzt nämlich eines mit dem Titel "Curl hold Spray", das war so teuer, das muss gut sein und da, wo ich das gekauft habe, hat mir die Verkäuferin noch einen Trick mit dem Glätteisen gezeigt, den wollte ich dann auch testen.
Außerdem war mein iPad weg (zweimal Treppe hoch und runter, um es zu suchen) und ich brauchte eine Kleidung, die für den Sabinesturm vor der Tür genauso passend war, wie für den Termin mit der Lerche, die anschließenden acht Arbeitsstunden im Büro und die sich dann noch anschließende Bankveranstaltung - also so eine Art eierlegende Wollmilchsau im Bekleidungsbereich, bis alles zusammengefunden waren, hatte ich noch mehr Inhaustreppen absolviert.

Nach dem (aus meiner Sicht erfolgreichen) Termin allerlei Büroangelegenheiten, von denen einige durchaus Konfliktpotential bzw. ausreichend Stoff für gründliches Aufregen enthielten.
Der Chef erster Ordnung ist gleichzeitig noch einziger Chef für einen angeschlossenen Verlag, der seit Jahren nur Verluste macht, bei dem aber niemand die Traute hat, den Laden einfach zu schließen.
Ich rege mich regelmäßig sehr über diesen Verlag auf, weil die dort angestellten Redakteure und ganz besonders die Chefredakteurin der festen Überzeugung sind, sie machen eine super Arbeit, es fehlt nur an den Menschen, die das entgeltlich würdigen, aber deshalb ist ja ihre Arbeit nicht weniger wert und deshalb haben sie alle miteinander Anspruch auf durchaus gehobene Gehälter. (Weil, sie haben ja auch alle studiert.)
In meiner Welt ist die Qualität einer Arbeit durchaus in Euro messbar und ja, ich finde auch Kultur ist messbar, weil Kultur halt kostet und es muss doch irgendeinen Vergleichsmaßstab geben, mit dem ich unterschiedliche Kulturangebote bewerten kann, um letztlich zu entscheiden, für welches ich Fördergelder zur Verfügung stelle, weil, für alle Projekte sind nie genug Fördergelder da.
Ich will das gar nicht nur in platten Zahlen wie Umsatz oder Eintrittsgelder oder ähnlichem bewerten, ich stelle mir da vielmehr ein Kulturpunktesystem vor, in dem man für bestimmte Zielvorgaben bestimmte Punkte vergibt - und dann kann ich verschiedene Projekte dadurch miteinander vergleichen, dass ich schaue, welches hat mehr Punkte.

Ein Beispiel:
Projekt A ist eine Sonderausstellung in einem Museum, geschätzter Kostenrahmen: 500.000€, weil schon rund 300.000€ dafür draufgehen, dass irgendein Kunstwerk für vier Wochen von der Tate Gallery ausgeliehen wird und alleine für Transport und Versicherung wird schon so ein Betrag fällig.

Projekt B ist ein Konzert mit ungarischen Symphonikern, die mit 50 Mann samt Instrumenten für eine Woche nach Deutschland kommen, geschätzter Kostenrahmen hier ebenfalls 500.000 €, weil neben den Honoraren und Reisekosten für die Musiker auch noch die Location samt Eventspektakel drumherum gebucht und organisiert werden muss.

Im Fördertopf sind aber nur einmal 500.000€ - wie entscheidet man jetzt, welches Projekt man fördert?

Aktuell ist es so, dass das Projekt gewinnt, was die besten Lobbyarbeit macht bei den Leuten, die darüber entscheiden müssen.
Fair?

Über den Verlag rege ich mich auf, weil ich die Arbeit, die dort gemacht wird, nicht als "Qualitätsarbeit" erkenne. Mag sein, dass ich die falschen Erwartungen habe und dass "Schreiben können" bei Journalisten und Redakteuren einfach kein wichtiger Punkt ist. Blöderweise habe ich dann aber noch nicht begriffen, was sie denn ansonsten besser können als andere, denn das ist doch die Definition einer Berufsausbildung, nicht wahr? Dass man Dinge gelernt hat, die man anschließend besser kann als Leute, die das nicht gelernt haben.
Was die Truppe dort als Output fabriziert kann meiner Meinung nach auch jedes Erstsemester an Germanistikstudenten auf Lehramt - aber was weiß ich schon von den komplexen Tätigkeiten eines studierten Chefredakteurs.

Nun, wie auch immer, der Chef erster Ordnung ist in diesem Verlag alleiniger Chef und kann deshalb dort ganz alleine Dinge entscheiden und bestimmen, wie es ihm Spaß macht. Er muss sich niemandem gegenüber rechtfertigen, er wird von niemandem kontrolliert, er kann einfach frei und alleine schalten und walten, denn das Verlustbudget, das ist nicht nur schon seit Jahren pauschal genehmigt, das wird auch jedes Jahr noch weiter erhöht, weil, Kultur kostet, ist doch klar.
Und jetzt wurde grade wieder eine neue Fachkraft eingestellt. Ich stehe da nur kopfschüttelnd neben und finde es einfach ungerecht, dass Leute für so einen Larifarijob so viel Geld verdienen sollen, nur weil sie exzellente Lobbyarbeit machen und es ihnen gelingt, den richtigen Leuten die immense Wertvolligkeit ihres Daseins zu vermitteln.
Als Begründung und Antwort auf die Frage "Warum?????" wird übrigens immer alles "im Team entschieden."
Ja, ne, ist klar. Wie die Abgeordneten, die ja auch im Team entscheiden, dass sie sich mal wieder dringend die Diäten erhöhen müssen
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