anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 12. Februar 2016
Baldiges Ende
K. ist krank.
Schwerkrank. Im Grunde ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann sein Ende da ist, wir sollten schon mal jeden Moment mit seinem Ableben rechnen.
Denn K. hat Schnupfen.
Den absolut tödlichen, gemeinen und vor allem von Frauen immer wieder unterschätzten Männerschnupfen.
Genaugenommen hat er diese grauenvolle Krankheit schon über eine Woche, aber bisher war er viel zu schwach, um wirklich zu leiden.
Mit ganz viel Glück und unter Aufbietung seiner letzten, allerletzten Energiereserven hat er es aber unter Umständen, doch vielleicht, es könnte sein, noch mal geschafft, Gevatter Tod ein Schnippchen zu schlagen und ihm in allerletzter Sekunde von der Schippe zu springen.
Er befindet sich jetzt also in der Rekonvaleszenzphase und braucht ganz viel Pflege und Fürsorge, denn er selber hat ja alle seine Kraft gebraucht, um sich überhaupt in diese rettende Phase hineinzuflüchten.
Im Moment ist sein Husten noch ganz schlimm. Und die Nase ist natürlich völlig kaputt, wahrscheinlich muss sie amputiert werden und kann wenn überhaupt nur mit ganz viel Creme und Pflege und vor allem liebevollem Gekümmer überhaupt gerettet werden. Aber er kann ja nicht, er hat ja Husten.
Ich habe ihm gestern gesagt, dass wir noch eine volle Packung ACC akut im Bad im Medizinschrank haben, und dass ich es für eine gute Idee halte, wenn er das Zeug endlich mal einwirft, schließlich haben wir es genau für solche Situationen im Haus - aber herrjeh, was soll er mit diesen lieblos dahingeschluderten Anweisungen denn bloß anfangen?
Im Bad im Medizinschrank - wie unpräzise! In welchem Bad und vor allem wo im Medizinschrank? Und wie soll er die Medizin überhaupt erkennen? So ohne Brille und dem Tod geweiht?
Ich habe ihm also einen Streifen ACC akut geholt und gesagt, er soll sich eine Tablette davon in Wasser auflösen und trinken. Das heißt, nein, ich habe nur gesagt: "In Wasser auflösen" - das "und trinken" habe ich nicht mehr gesagt. Das war ein Fehler. Drei Stunden später fand ich ein volles Wasserglas mit leicht trübem Inhalt auf seinem Schreibtisch, K. lag im Bett und daddelte auf dem iPad.
Aber wie soll er in seinem geschwächten Zustand auch so viele Sachen gleichzeitig erledigen. Sprudeltablette aus der Packung pulen, Glas aus Schrank holen, Tablette UND Wasser ins Glas füllen - und dann noch trinken.
Er braucht jemanden, der sich um ihn kümmert, der ihn liebevoll pflegt und versorgt. Sagt er.
Ich habe ihm geraten, die Stelle europaweit auszuschreiben, da findet sich dann bestimmt jemand, ich wäre auch bereit, mit in die Findungskommission zu gehen und ihn bei der Auswahl zu unterstützen.
Jetzt findet er mich wieder blöd und wird wahrscheinlich schon aus Protest versterben.
So ein Westfalenmann hat es nicht leicht,
der arme Kerl
.
(Abgelegt in Westfalenmann und bisher 432 x anjeklickt)

... ¿hierzu was sagen?