anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 2. September 2018
Stark gestartet und stark nachgelassen
Zwischendurch gibt es immer Tage, die sind plötzlich um und man reibt sich verwundert die Augen, weil man doch so viele Dinge noch machen wollte, aber irgendwie hat man sich den ganzen Tag über gesagt: „gleich, gleich stehe ich auf, gleich mache ich das, nur noch diese 5 Minuten“ und plötzlich ist der Tag um.
Der Tag heute zum Beispiel ist eigentlich recht energievoll gestartet. Wenn man zu zweit mit schlechter Laune und jeder gründlich beleidigt zu Bett geht, dann ist der Morgen danach zwar etwas holprig, weil man sich ja erst vorsichtig auf unvermintes Gebiet vortasten muss, aber dann ging es gut.
Ich musste mir heute unbedingt die Haare waschen, es juckte schon gewaltig.
Manchmal gibt es ja auch Kleinigkeiten, da freut man sich im Nachhinein, was man für ein Glück hatte. Normalerweise wasche ich mir nämlich immer sonntags die Haare, wenn es zum Wochenende hin die letzten zwei Tage nicht mehr so dolle aussieht, ist mir das eher egal und sonntags habe ich meistens ausreichend Zeit, die Haare einfach an der Luft trocknen zu lassen.
Aus welchem Grund auch immer habe ich mir aber letzte Woche bereits am Samstag die Haare gewaschen, ich weiß wirklich nicht, weshalb, mir war einfach danach. Und das ist einer dieser Glücksfälle, über die ich mich im Nachhinein so freue, denn am Sonntag hätte ich mir die Haare ganz sicher nicht mehr waschen wollen, da war mein Gesicht eine einzige Schürfwunde und Haarewaschen wäre extrem unangenehm gewesen.
Aber durch diese zufällige, einmalige, aber auch sehr glückliche Verschiebung meiner Gewohnheiten, musste ich das gar nicht, sondern konnte entspannt bis heute warten und das war perfekt. Beim Haarewaschen lösten sich dann auch einige Krusten aus dem Gesicht, ich sehe schon fast wieder normal aus. Morgen werden die Fäden gezogen und dann ist das schlimmste vorbei, hoffe ich.
Gestern war ich auf dem Flohmarkt und habe dort eine Dame getroffen, die ganz im Unterschied zu den hier eher typischen mundfaulen Westfalen, ausgesprochen offen und redefreudig ware und mich nicht nur unaufgefordert angesprochen hat, sondern mich auch sehr ausführlich mit Ratschlägen zur Narbenvermeidung versorgte. Das einzige Mittel, was Narben zuverlässig verhindert, ist Haifischöl. Sie zeigte mir eine relativ lange dünne Narbe auf ihre Oberlippe und erklärte, dort wäre sie einmal von einer Krähe angegriffen worden, auf ihrem Balkon, ganz unvermittelt sei die auf sie zugeflogen und hätte sie attackiert und das hätte auch mit fünf Stichen genäht werden müssen und nur weil sie sofort und ausdauernd Haifischöl auf diese Wunde geschmiert habe, sei praktisch keine Narbe entstanden.
Ich fand zwar schon, dass man die Narbe deutlich sah und außerdem fehlte mir die Kontrollgruppe, die mit derselben Verletzung kein Haifischöl auf ihre Wunde geschmiert hat, um einen schlüssigen Beweis für die wundersame Heilkraft dieses Haifischöls zu haben, aber mit Haifischöl scheint es wie mit Homöopathie zu sein, wenn man überlebt, wurde man selbstverständlich genau von dem geheilt, was man da benutzt hat. Einen Gegenbeweis, dass das Zeug null Wirkung hat, gibt es nicht, kann es ja auch nicht geben, denn schließlich ist man selber ja wieder gesund. In diesem Fall ist es also die quasi unsichtbare Narbe, die nur aufgrund dieses Haifischöls entstanden ist. Menschen sind schon faszinierend in ihren Glaubensfragen.

Aber zurück zu meinem Vormittag, ich habe mir also erfolgreich die Haare gewaschen und dann K davon überzeugt, dass wir zusammen auf den Sonntags-Flohmarkt fahren, weil ich zwei Uhren hatte, die ich dem nur dort regelmäßig anwesenden Uhrmacher bringen wollte.
Für unsere Verhältnisse waren wir also schon relativ früh an einem Sonntag unterwegs, (vor 12:00 Uhr), das Wetter war prächtig und es machte viel Spaß dort hin zu fahren. Auf dem Rückweg sind wir in die Innenstadt von Münster gefahren und haben uns dort an der besten Eisdiele, die ich kenne, die aber leider den Nachteil hat, dass sie wirklich mitten in der Innenstadt von Münster liegt und deshalb logistisch schwer zu erreichen ist, aber sonntags geht es noch einigermaßen gut, deshalb haben wir uns dort ein großes Eis geholt.
Bis hierhin war der Tag also relativ erfolgreich. Gegen 16:00 Uhr waren wir wieder zu Hause und ich war so müde, dass ich mich nur kurz ins Bett gelegt habe, erst ein bisschen gelesen und dann ein bisschen geschlafen habe, was allerdings überhaupt nicht beabsichtigt war, denn eigentlich wollte ich heute ja etwas leckeres kochen. Wir haben auch wirklich tolle Sachen eingekauft und alles im Haus, und Kuchen backen, um ihn morgen ins Büro mitzunehmen, wollte ich auch, denn ich bin seit genau zehn Jahren in der Firma, ich fand, das ist einen Kuchen wert.

aber.... Dann war ich so müde und dann hatte ich ja tatsächlich keinen Hunger, was ganz seltsam ist, wo ich doch gestern vor lauter Hunger noch ausgeflippt bin und außer einem Eis hatte ich heute auch nichts gegessen, aber eben trotzdem keinen Hunger, dafür müde, und dann schlapp und keine Lust und deshalb ist nach 16:00 Uhr hier einfach nichts mehr passiert, außer dass halt plötzlich der Tag vorbei ist.
Aber immerhin habe ich heute keine schlechte Laune und den fehlenden Kuchen kann ich auch übermorgen nachreichen
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