Ich glaube, ich muss wieder üben, mehr meine Klappe zu halten, denn ich habe einfach keinen Vorteil davon, wenn ich den Fehler mache, meine ganz eigene, tendenziell wohl eher unbequeme Meinung, laut zu sagen.
Gibt nur Ärger und ändern tut sich auch nichts, dafür bin ich viel zu unwichtig und deshalb gibt es sowieso niemanden, der meiner Meinung folgt, aber ausreichend Menschen, die mir meine Meinung übel nehmen.
Also halte ich besser demnächst meine Klappe.
Ich weiß nicht, wie oft ich mir das schon vorgenommen habe, denn ich tauge wirklich nicht als Märtyrer und auch nicht als tapferes Blättchen im Widerstand gegen 150 km/h Gegenwind.
Aber immer wieder passiert es mir, dass ich spontan sage, was ich als gerecht empfinde, nur koaliert mein Gerechtigkeitsempfinden absolut nicht mit dem Gerechtigkeitsempfinden meiner direkten Umgebung, denn ich habe da wohl eher keine definierbare Position, die man als rechts definieren könnte, genauso wenig, wie ich als links durchgehen könnte. Ich persönlcih würde meine Positione wohl am liebsten als "mit gesundem Menschenverstand" bezeichnen, diese Position haben aber sowohl die Linken als auch die Rechten längst selber besetzt, so dass es mir sogar an einem beschreibenden Begriff für meine Position fehlt.
Ich sach ja, ich halt einfach meine Klappe, macht doch euren Kram alleene
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So ein Musterzimmer ist wie eine perfekt geschriebene Geschichte ohne Inhalt. Für jeden Geschmack gibt es eine Stilrichtung, die auch wirklich bis ins letzte Detail überlegt zusammengestellt und arrangiert würde. Es ist faszinierend und bewundernswert, wie sorgfältig und detailverliebt hier gearbeitet wurde. Und gleichzeitig enthalten diese wunderschönen Musterräume auch eine bittersüße Wahrheit: Sie sind käuflich.
Ich kann mir all diese geschmackvollen Einrichtungsoutfits nicht nur als Set von der Stange kaufen, ich kann sie mir auch noch maßgeschneidert auf meine eigenen Räumlichkeiten angepasst anfertigen lassen.
Ich muss dafür nichts anderes tun als mich einfach nur für den Stil eines Musterzimmers zu entscheiden und dann noch eine (große) Menge Geld bezahlen, dann wird mir alles frei Haus geliefert, aufgebaut und dekoriert, damit ich anschließend, voilà, ein höchst bewundernswertes, behagliches, vorzeigbares Zuhause habe.
Mich erinnert das zwar ganz gewaltig an Tütensuppe oder Dosenravioli, frei von jeder Individualität und ruckzuck fertig,aber was soll's, weiß ja jeder, dass ich nur neidisch bin
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Ich habe schon während der ersten Schwangerschaft gemerkt, dass ich wohl anders ticke als die meisten (werdenden) Mütter.
Im Grunde habe ich das noch viel früher gewusst, denn ich habe mit Anfang 20 schon Streitgespräche mit Müttern geführt, weil ich nie verstehen konnte, warum Mütter sich so häufig so viel Umstand und Arbeit, so viele Unbequemlichkeiten und Lästigkeiten ans Bein binden, die ihnen nicht nur keiner dankt, sondern die aus meiner Sicht in den meisten Fällen sogar kontraproduktiv sind.
Sich nächte-, wochen-, monatelang von schreienden Kleinkindern terrorisieren lassen, dabei seine eigene Gesundheit ruinieren, um am Ende komplett übermüdet mit Rückenschaden zusammenzubrechen, nur weil man alles getan hat, damit das arme Kind nicht schreit. - Ich habe das nie verstehen können. Auch weshalb man sich immer und immer wieder kleine Kriegsschauplätze mit den Kindern aufbaut, weil man sich darüber streitet, was das Kind essen soll, wie es aufräumen soll, dass es nicht zu viel seiner wertvollen Kindheitszeit mit irgend einer schädlichen Freizeittodschlagaktivität (Fernsehen, Computer) vertrödelt und dass es jetzt endlich und verdammt noch mal sorgfältig seine Hausaufgaben machen muss.
Als ich 20 war, sagten mir die Mütter: "Ach, du hast doch keine Ahnung. Krieg du erst mal selber Kinder, dann wirst du schon sehen, dass dann plötzlich alles anders ist."
Also habe ich selber Kinder bekommen - und nichts war anders. Meine ausgesprochen entspannte Einstellung zur Kinderhaltung habe ich auch genauso weiter behalten als es meine eigenen Kinder betraf.
Nur wurde mein Verhältnis zu anderen Müttern immer unentspannter. Jetzt konnten sie nicht mehr sagen: "krieg doch erst mal selber Kinder, dann wirst du schon sehen." - jetzt mussten sie meine Inkompetenz und das daraus resultierende sichtbare Fehlverhalten als Mutter anders erklären, und so wurde ich zur Rabenmutter.
Ich habe natürlich mitbekommen, dass hinter meinem Rücken oft und gerne über mich getuschelt wurde, aber der alte Spruch: eine Millionen Fliegen können nicht irren, Leute fresst Scheiße, hat mich immer davon abgehalten hat, diese aus meiner Sicht völlig überdrehten Mütterbetüdeleien selber auch zu entwickeln. Und natürlich hatte ich deshalb nie ein schlechtes Gewissen.
Im Gegenteil, ich wurde sehr schnell zur bekennenden Rabenmutter - ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert - und bin damit bis heute sehr gut gefahren.
Dass andere Frauen diese (übrigens auch fast nur bei Frauen zu beobachtenden) Überkümmer-Eigenschaften entwickeln, die oft so stark ausgeprägt sind, dass sie ihr eigenes Leben dafür nicht nur komplett vernachlässigen, sondern teilweise auch nachhaltig ruinieren, weil sie von einem schlechten Gewissen getrieben werden und in der Dauersorge leben, sie wären sonst eine schlechte Mutter, fand ich eine interessante Information.
Ich habe mir ehrlich gesagt nie weitere Gedanken darum gemacht, warum so viele Frauen diese aus meiner Sicht seltsamen Eigenschaften entwickeln, ich habe es einfach hingenommen, so wie ich es eben auch hinnehme wenn jemand eine Spinnenphobie oder Flugangst hat.
Ist halt so, und wenn jemand Flugangst hat, dann macht er sich sein Leben damit ja auch an vielen Stellen deutlich unbequemer oder verzichtet auf Freiheiten, die andere haben, gleich von vornherein.
Und im Grunde ist die Angst, eine schlechte Mutter zu sein, ja auch nur eine Phobie. Scheint zwar weit verbreitet zu sein und gesellschaftlich akzeptiert, ändert aber nichts daran, dass ich diese Angst einfach nicht nachvollziehen kann. Genauso wenig wie Flugangst, denn davon bin ich auch nicht betroffen.
Natürlich gab und gibt es immer wieder Situationen, wo mir leicht mulmig wird und ich mir überlege "Uiuiuiui, ob das wohl gut geht?" zusammen mit einem leicht bis mittelschwer flauen Gefühl in der Magengegend, aber dann denke ich mir immer :"jetzt kannst du es auch nicht mehr ändern." - und warte dann mit zusammengekniffenen Augen ab, wie sich die Situation weiter entwickelt.
Aber ein schlechtes Gewissen, dass ich in den Flieger eingestiegen bin, habe ich genauso wenig, wie ein schlechtes Gewissen, wenn die Kinder bingewatching betreiben oder Junkfood essen. Und so sehr ich mich auch bemühe, mir Gründe einfallen zu lassen, warum ich vielleicht doch ein schlechtes Gewissen haben sollte, so fallen mir einfach keine Gründe dafür ein.
Vielleicht hätte ich einfach nur Vater werden sollen, denn interessanterweise haben Väter hiermit viel seltener ein Problem
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Das ist zwar in den letzten Jahren auch ab und zu immer schon mal vorgekommen, aber insgesamt ist es eher selten, dass wir getrennt übernachten und ich bemerke dann jedesmal, wie sehr ich daran gewöhnt bin, dass wir die Abende gemeinsam verbringen und wie verpeilt ich durch den Tag laufe, wenn ich weiß, ich muss mich um mich selber kümmern.
Morgens habe ich dann immer noch große Pläne, was ich alles tolles mit so einem "freien" Tag anfangen möchte, mittags überlege ich aber bereits, ob ich nicht am einfachsten in die Kantine gehen soll, dann hätte ich das Problem mit dem Essen gelöst, nachmittags habe ich meist schon keine Lust mehr, das Büro zu verlassen, denn was soll ich zu Hause? Und wenn ich dann endlich doch nach Hause fahre, dann halte ich unterwegs an irgend einer Frittenbude (heute war es Pizza, die ich eigentlich gar nicht mag und diese war besonders eklig, aber was soll's), ziehe mir also irgendein widerliches Junkfoodzeug rein und gehe früh zu Bett, weil ich keine Lust habe, irgendetwas anderes zu tun.
Wirklich produktiv bin ich also nicht, an solchen "freien" Tagen und wirklich froh, endlich mal Zeit nur für mich alleine zu haben, bin ich auch überhaupt nicht.
Im Gegenteil, wenn ich wirklich alleine bin, weiß ich nichts gescheites mit mir anzufangen.
Dabei ist es längst nicht so, dass wir jeden Abend wirklich etwas zusammen machen, ich bin aber immer komplett zufrieden, wenn er einfach nur zu Hause ist und ich weiß, er sitzt irgendwo und kümmert sich um seine Sachen. Allein das Wissen, dass er da ist, bringt mir ausreichend Gelassenheit, um mich dann durchaus ausführlich nur mit meinen Interessen zu beschäftigen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich seine Anwesenheit schon jemals in irgendeiner Form gestört oder genervt hätte. Deshalb kann ich auch mit einem "freien" Abend nichts sinnvolles anfangen, denn alles, was ich gerne machen möchte, kann ich auch jederzeit tun, wenn K. zu Hause ist. Ich habe also gar keinen Vorteil davon, dass er nicht da ist. Aber wenn er nicht da ist, dann fehlt mir etwas. Ich bin unruhig, unzufrieden und jammerig.
Wenn ich darüber nachdenke, bin ich jedes Mal von mir selber fasziniert, wie unlogisch das ist, denn eigentlich würde ich behaupten, dass ich ein komplett selbstständiger und unabhängiger Mensch bin, aber vielleicht brauche ich dafür tatsächlich K.s Anwesenheit, dann kann ich auch gut loslassen
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Und schließlich habe ich noch ein paar Themen angefangen, die schon zur Hälfte fertig geschrieben sind, für die ich aber noch mal einen halben Tag Ruhe brauche, um sie abzuschließen.
Insgesamt habe ich also genug Dinge, zu denen ich gerne etwas schreiben möchte, aber ach, so viele Gedanken und so wenig Zeit, sie auszuformulieren, im Moment halte ich mich daher mit täglichen standby Beiträgen über Wasser, träume aber hartnäckig davon, auch meine angefangenen Gedanken irgendwann mal fertig zu schreiben
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Spannend finde ich es deshalb immer, wenn ich durch Zufall mal aus anderen Kontakten mitbekomme, was andere Eltern so für ihre Kinder tun. Das wenigste davon würde mir selber einfallen.
Ich bin ja bekennende Rabenmutter und habe meine Verantwortung als Mutter von deshalb von jeher so definiert, dass ich mich dafür zuständig fühlte, dass meine Kinder ein möglichst selbstbestimmtes Leben unter Ausnutzung der maximalen Möglichkeiten führen können. D.h. ich habe immer versucht, meinen Kindern beizubringen, dass sie durchaus selber für ihr "Schicksal" zuständig sind.
Ergebnis?; nun ja,wir arbeiten noch dran, aber grundsätzlich bin ich da schon angenehm weit.
Schau'n wir mal, wie es weitergeht, aber verglichen mit vielen anderen Kindern von "guten Eltern", haben meine schon ein relativ hartes Leben. Man kann sich seine Eltern halt nicht aussuchen
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In einem Nachbarbüro wurden Schränke frei, die ich dann in meinem aufgenommen habe. Damit hatte ich einen Grund, mal gründlich aufzuräumen.
Insgesamt habe ich jetzt bestimmt drei Zentner Papiermüll produziert und es fühlt sich einfach nur gut an.
So ein aufgeräumtes Büro ist schon was Feines
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Gegen Mittag zB sah es auch mal so aus

Wenn man die dick eingemummelten Figuren auf der Promenade ignoriert, könnte man meinen, es sei wunderbares Strandwetter gewesen. Ein paar Unentwegte saßen zwar tatsächlich in Badehose in ihren Strandkörben:"Wir haben Sommer. Wir haben dafür bezahlt. Und wir ziehen das jetzt durch." aber den meisten anderen war es dafür schlicht zu kalt.
Ab 15h zogen hier dann auch noch verschiedene Regengebiete durch, Wasser an, Wasser aus, alle 10 Minuten neues Wetter.
Aktuell regnet's mal wieder und es ist echt kalt geworden, so dass wir beschlossen haben, jetzt ins Bett zu gehen und endlich mal eines der Videos zu gucken, die hier schon seit Monaten auf ihren Einsatz warten
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Mein täglicher Büroweg führt durch die Rieselfelder und dort wohnen jede Menge Störche, deshalb sehe ich natürlich auch öfter mal einen, neulich flog sogar mal einer an meinem Bürofenster vorbei, das fand ich dann richtig aufregend, aber bisher habe ich in der Regel immer nur einen, manchmal vielleicht ein Paar gemeinsam gesehen, aber mehrere auf einen Schlag, quasi eine ganze Storchenherde, habe ich noch nicht beobachten können.
Bis auf heute, denn heute traf ich Familie Storch,
(ich tippe, dass es eine Familie war, also Vater, Mutter und vier Kinder), wie sie gemeinsam in den Rieselfeldern rumstaksten, um sich fit für den Zug nach Süden zu machen. Angeblich sind die ersten Störche schon abgeflogen (bei uns im Bürohaus wohnen unter anderem auch die Avifaunisten und da erfährt man ab und zu schon mal Neuigkeiten aus der Vogelwelt) aber erst als ich diesen Trupp dort sah, wurde mir ganz konkret klar, in welchem Tempo Störche ihren Nachwuchs großkriegen. Einen halben Sommer - und schon sind die Kinder erwachsen genug, um selber in Süden zu fliegen. Kein Wunder, dass Störche kein Problem mit Babys haben - in dem Tempo, wie sie die wieder in die Welt hinausschicken können, ist das ja auch wirklich unproblematisch
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K. fragte erstaunt nach: "Wie heißt das? Amnesie?"
Und wahrscheinlich wäre das auch der bessere Name für dieses Getränk, denn ich möchte es wirklich gerne möglichst schnell wieder vergessen.
Es sah so lecker aus auf dem Werbeschild und "Münsterländer Aperitif" klang auch vielversprechend, dabei hätte ich es spätestens dann wissen müssen, Münsterländer Aperitif kann eigentlich nur wie eingeschlafene Füße schmecken - und das tat er denn auch.
Aber nun gut, dann wär das jetzt auch ausreichend geklärt.
Für Nachahmer zur Warnung: Sieht nur aus wie Aperol Spritz, ist es aber nicht.
Westfälisches Qualitätsurteil: muss man nicht noch mal bestellen
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