anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 1. Februar 2019
Winterwetterwechsel
Gestern Abend schrieb ich noch „...jetzt ist der Schnee schon wieder komplett weg.“ - um heute morgen nach dem Aufwachen in eine tiefverschneite Landschaft zu blicken. Da habe ich schon sehr gestaunt und bin etwas eiliger als geplant aufgestanden, weil ich Sorge hatte, dass auch der Weg ins Büro länger dauern könnte, dort begann nämlich heute um 9h schon die erste Sitzung.
Das klappte auch alles gut und die Fahrt ins Büro war kein Problem, so dass ich mich sogar wieder durch die Rieselfelder getraut habe, wo die Straßen ja mit Sicherheit nicht geräumt sind, dafür macht diese Strecke mehr Spaß zu fahren, eben weil ein Rest Herausforderung bleibt.

Jetzt sind wir grade wie geplant unterwegs nach Rheda, das Thermometer zeigt 7° und der Schnee ist schon wieder weg.


Weil ich nicht weiß, wie spät es heute Abend wird bis ich zurück bin, habe ich die Fahrt nach Rheda jetzt schon mal zum Bloggen genutzt, im Zweifel erzähle ich erst morgen, wie der Tag weiterging
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Donnerstag, 31. Januar 2019
Fast durch
Heute ist also schon Donnerstag und die Woche ist fast geschafft.
Morgen noch rasch eine Anlagebeiratssitzung und ein Termin mit einer Bank und dann fahren wir schon nach Rheda zur Baumesse, ich freue mich wirklich.

Vor allem freue ich mich auf den Kram, den ich dort kaufen kann, das war die letzten beiden Jahre auch schon ausgesprochen witzig.
Ich habe dort bisher einen Wischmop, einen Fensterwischer, ein Bügeleisen, LED Taschenlampen, eine Borhmaschine und eine Bonsaischere gekauft. Alles ganz prächtige Teile, die ich zwar alle nicht brauchte, aber da kommt es ja auch nicht drauf an.
Ich habe sonst keinen Kontakt zu solchen Veranstaltungen, was rein finanziell wohl ein echtes Glück ist, denn ich bin für so einen Messeverkaufswoodoo ausgesprochen empfänglich, ich möchte hier aber betonen, dass ich immerhin noch keine Rheumadecke erworben habe. Obwohl ich mit so einem Schultermassiergürtel durchaus geliebäugelt habe.

Vorsichtshalber habe ich schon mal eine größere Summe Bargeld eingesteckt. (Klassischer Fall von Selbstbetrug, wenn es nicht vom Konto abgebucht wird, dann kann es ja auch nicht teuer gewesen sein und dann ist der Gesamtpreis viel schneller vergessen.)
Ich bin also umfassend präpariert.

Von dem Schnee, der gestern gefallen ist, ist jetzt schon nichts mehr übrig, und obwohl es heute tagsüber noch mal viele dicke Flocken gab, ist inzwischen alles wieder weggetaut. Zum Glück, denn ein wirklicher Freund von Schnee bin ich ganz sicher nicht, obwohl es gestern abend schon schön war, durch so eine verwunschene Winterlandschaft zu fahren.
Der Riesenparkplatz von K&K war fast komplett autofrei, dafür gab es dort eine dicke, unberührte Schneedecke, da musste ich dann dringend eine Runde sliden, ich gebe zu, dass das dann doch auch viel Spaß macht.
Heute morgen musste ich dann unfreiwillig noch mehr sliden - ich kam nämlich nicht aus der Tiefgarage. Aber im zweiten Anlauf, mit viel Schwung und noch mehr Mut im dritten Gang hat es dann doch geklappt, immer wieder aufregend, solche Aktionen. (Ks Auto hat Allradantrieb, der ist eh raus aus der Challenge.)
Die Rieselfelder waren heute morgen noch weiß überzuckert, sehr faszinierend fand ich allerdings den Nebel, der dick und fett auf den Wiesen stand.

Aber wie gesagt, Stand aktuell: alles weg
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Samstag, 26. Januar 2019
Wenn einer stirbt
Wenn einer stirbt, mit dessen Tod man mal so gar nicht gerechnet hat, dann ist das ein echter Schreck.
Ein Kollege aus dem Mutterhaus ist gestern verstorben, und obwohl er schon seit zwei Wochen krank geschrieben war, hat wirklich niemand damit gerechnet, dass er gleich verstirbt. Er wohl auch nicht, denn er ist erst am Mittwoch ins Krankenhaus gekommen und dann ging es wohl ziemlich schnell. Darmverschluss ist als solches schon keine schöne Sache, wenn der aber noch von einer Lungenembolie begleitet wird, dann sind auch Ärzte machtlos.
Wenn man sich nach der Information von dem ersten Schreck erholt hat, beginnt man natürlich auch zu überlegen, was das nun für einen selber bedeutet, denn - ich wiederhole mich in so einer Situation regelmäßig - die, die übrig bleiben müssen mit dem Tod des anderen ja weiterleben.
Dieser Kollege leitete eine Abteilung, die es in der Form auch in unserer Firma gibt, und das bedeutet, dass es mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nun auch bei uns in der Firma Änderungen geben wird. Es wird wahrscheinlich so ein Rotationsspiel werden, bei dem auch neue Leute eingestellt werden, aber bei neuen Leuten weiß man ja nie, was man bekommt, oder bekommen kann und vor allem wann.
Es wird also spannend werden.

So ein plötzlicher Tod, der ohne Voranmeldung und vor allem auch ohne Unfall daherkommt, der scheucht einen dann doch mehr auf, als man meint. Mir geht das zumindest so und ich habe mich mit K jetzt länger darüber unterhalten, dass wir einfach mehr auf unsere Zeit achten müssen.
Und dass wir aufräumen müssen.
Wenn so etwas wirklich passiert, ich meine bei uns direkt passiert, nicht nur draußen bei (fremden) Kollegen, dann hat derjenige, der übrig bleibt, schon genug damit zu tun, mit sich selber und der neuen Situation klarzukommen, zusätzlichen Ärger, wegen nicht geregelter Hinterlassenschaften, den braucht man dann wirklich nicht auch noch.

Ich habe eine Menge aus CWs Tod gelernt - und hauptsächlich habe ich gelernt, dass man den Tod ernst nehmen sollte, denn er kommt auch, wenn man ihn hartnäckig leugnet.
Dass CW sterbenskrank war, wussten wir eigentlich beide, aber niemand wollte es wahrhaben, deshalb haben wir nur Witze gemacht und uns vorsätzlich nicht darum gekümmert, seine Hinterlassenschaften vorab zu regeln. Großer Fehler, weil das Durcheinander, das er hinterlassen hat, einfach nur eine Katastrophe war und die Zeit und Energie, die ich (und K, dem ich unendlich dankbar bin für seine Unterstützung) da rein investiert haben, um dieses Chaos zu ordnen, die hätten wir wahrlich besser nutzen können.

Nun ja, außer dieser aufschreckenden Nachricht am Nachmittag ist heute sonst nicht viel passiert.
Wir waren im Großmarkt einkaufen, haben u.a. für J den ultimativen Reiniger erworben (Reiniger mit Salzsäure, als ob sich mein Chemiekind mit weniger zufrieden geben würde), für uns und unsere künftigen Ausflugstouren gab es eine größere Menge an Pikkolöchen, die waren grade im Angebot und für unter 'n Euro das Stück muss man zuschlagen, jetzt können wir uns künftig schon auf der Fähre regelmäßig zur anstehenden freien Zeit standesgemäß zuprosten und für den Sommer sind schon ein paar nette Dünentouren geplant.*
Außerdem haben wir die Backcamembertvorräte aufgefüllt und die leckere Terriakisauce gekauft, die ich von N zu Weihnachten bekommen habe und deren Reste noch auf Borkum stehen. Die wollte ich für Greven nämlich auch haben, weil sie echt lecker ist, in normalen Läden habe ich sie nur bisher noch nicht gesehen. Im Großmarkt gab es die Sauce leider auch nur in der Geschmacksrichtung Knoblauch, besser als gar nichts, aber die Variante "gerösteter Sesam" ist auch toll und steht jetzt noch auf meiner Wunschliste.

*Wenn ich das so schreibe, klingt das verdammt nach Kegeltour oder etwas ähnlich gruseligem, ich versichere aber, wir bleiben ganz friedlich und grölen auch nicht rum, auch nicht nach verstärktem Alkoholgenuss, so ein Pikkolöchen hat auch mehr Symbolcharakter als dass es der Stimmungsauflockerung dient.

Sonst ist wirklich nicht mehr passiert, wir haben noch nicht mal gekocht, weil noch Reste von gestern aufgewärmt werden konnten, ein angenehm fauler Samstag, wenn's nach mir geht, kann das regelmäßig wiederholt werden
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Donnerstag, 24. Januar 2019
Wer macht was
Langer Tag, eben erst nach Hause gekommen, dafür schon um vor acht Uhr heute morgen das Haus verlassen, weil der erste Termin schon um 8:30h begann.
Den Rest des Tages in Terminen und Besprechungen verbracht, wenn ich in in der Zwischenzeit kurz am PC war, eben die Post gecheckt, wichtige Mails beantwortet und mich dann auch schon wieder auf den nächsten Termin vorbereitet.
Und außerdem habe ich mich heute über den Leiter Rechnungswesen geärgert, weil er mir sagte, dass für den Abschluss einer Firma alles fertig sei und ich nur noch Anhang und Lagebericht ergänzen müsse, der Wirtschaftsprüfer wäre aber auch schon mit der Prüfung durch, es fehle also nur noch mein Teil. Und als ich mir dafür heute die notwendigen Dateien runterlade und nur mal kurz durchschaue, tauchen sofort jede Menge Fragen auf und am Ende die Erkenntnis, dass noch gar nicht alle Buchungen gemacht sind. Der Herr Leiter Rechnungswesen hat einfach das Messer im Schwein stecken lassen und mir den Fall rübergeschoben.
Das auch noch in einem ziemlichen Durcheinander - und so etwas ärgert mich dann schon sehr.
Ich kann die fehlenden Dinge gar nicht erledigen, bevor nicht alle Buchungen gemacht sind - und dafür ist nun mal das Rechnungswesen zuständig und von dem Chef der Abteilung erwarte ich absolut, dass er Dinge auch mal selbstständig und eigenverantwortlich erledigt.

Aber wie immer, wenn ich mich ärgere - im Zweifel bin ich es wahrscheinlich selber schuld, weil ich mal wieder zu hohe Erwartungen habe.
Andererseits brauche ich dann auch keinen Leiter Rechnungswesen, wenn er problemlos durch einen einfachen Buchhalter zu ersetzen ist.

Ich finde das Leben mal wieder kompliziert
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Dienstag, 15. Januar 2019
Tja,
Im Moment bin ich wohl ein wenig aus dem Tritt, was meinen täglichen Rhythmus aus Arbeit, Freizeit, Verpflichtungen, Hobbys und was es sonst noch so an Alltagsdingen zu erledigen gibt, angeht.
Wenn ich abends zu Hause bin, habe ich schlicht keine Lust mehr, über Dinge nachzudenken, obwohl ich den gesamten Tag über schon ständig im Geiste an einem Blogbeitrag rumformuliert habe.
Mich aber tatsächlich abends hinzusetzen, um dann noch einmal systematisch all die Dinge zusammenzuschreiben, die mich tagsüber beschäftigt haben - dazu fehlt mir im Moment schlicht die Selbstdisziplin.
Ich merke, wie ich an ganz vielen Stellen immer wieder mit dieser "ach, ist mir doch egal" Haltung zu kämpfen habe, die derzeit auf fast alle Dinge, die auch nur einen Fitzel Unbequemlichkeit oder Mühe bedeuten, zu meiner Standardreaktion wird.

Ständig überprüfe ich meine Position und alle Umgebungsparameter, die ich mir mittlerweile im Leben erarbeitet habe und überlege, dass es doch eigentlich schon reicht. Dass es gar keinen Grund mehr gibt, sich noch weiter anzustrengen, dass man mit dem vorhandenen und in Vorräten gebunkerten Schwung doch bestimmt sehr komfortabel bis ans Lebensende auskommt, weshalb also noch Dinge tun, zu denen man keine Lust hat?
Manchmal kommt mir das Leben wie so ein Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel vor und ich habe schon drei Figuren im Häuschen, was soll denn jetzt noch groß passieren?

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Mit N habe ich darüber gechattet, ob es gut und bewundernswert ist, wenn man stets dafür sorgt, dass man zu seinem Recht kommt und dass man sich wehrt und Radau und Alarm schlägt, wenn jemand sich einfach Dinge nimmt, die ihm nicht zustehen.
So ganz abstrakt ist das gar nicht so kompliziert zu entscheiden, da würde man natürlich sagen, dass man sich wehren muss, aber wenn es um das konkrete Beispiel geht, merkt man, wie schnell die Meinungen auseinandergehen bei der Frage, wann es anfängt.
Wenn die Mitarbeiter in der Mensa so langsam und trödelig sind, dass man es in der Mittagspause nicht schafft, etwas zu essen, eben weil die so langsam sind - denen die Meinung sagen oder hungern?
Wenn sich Leute in der Schlange vordrängeln?
Meinung sagen oder selber länger Schlange stehen?

Es ist nicht so einfach, um nicht zu sagen, es ist kompliziert und ich glaube, ich verhalte mich situations- und stimmungsabhängig. Wenn ich gute Laune habe, mache ich lautstark Witze über den Typ, der sich in der Schlange vordrängelt, so laut, dass es alle hören und ihn anstarren. Meist wesentlich effektiver als ein mürrisches Angeraunze, wenn ich schlechte Laune habe und am allerwenigsten effektiv ist es, gar nichts zu sagen und sich dann den Rest des Tages nicht nur darüber ärgern, dass man so lange in der Schlange stand, sondern auch, dass man mal wieder zu feige war, sich zu wehren.

Ich muss da noch mal in Ruhe drüber nachdenken, ob ich Leute, die ständig überall für ihre (eigene) Gerechtigkeit eintreten, wirklich mag
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Montag, 7. Januar 2019
Rückfahrt aufs Festland
Für heute nur die Kurzfassung, denn ich bin komplett k.o. und habe keine Lust mehr, jetzt noch über schicke Blogbeitragsformulierungen nachzudenken, aber immerhin hat heute alles so geklappt, wie ich es geplant hatte.
Mit der Mittagsfähre nach Emden gefahren, vorher das Haus komplett geputzt, Kühlschrank eingepackt, sonstigen Kram, der mit aufs Festland sollte, zusammengepackt, Arbeitsplatz aufgeräumt, Papiere sortiert, Aktentasche gepackt - wenn man fast zweieinhalb Wochen an einer Stelle gelebt hat, sammelt sich doch eine Menge an, die wieder zusammengeräumt werden muss.
Die Fähre war komplett ausgebucht, aber wir hatten unsere üblichen Plätze in der Skippers Lounge, da scheinen sich die normalen Kurgäste nicht hinzutrauen, und ich werde den Teufel tun, jemandem zu erklären, dass die Lounge für jedermann offen ist. So waren wir dort komplett alleine und das finde ich jedesmal wundervoll. Ich habe zwei Stunden ungestört an meinem PC die Buchhaltungsübernahmen für 2019 programmiert, ich bin sehr zufrieden, mit dem Ergebnis, das hat sich absolut gelohnt.
Von Emden sind wir dann zunächst zum Vater nach Leer gefahren, der wartete schon sehnsuchtsvoll, drei Wochen hat ihn jetzt keiner besucht. Aber von Borkum aus ist das auch wirklich kompliziert, zum Glück hatte er dafür Verständnis.
Dafür sind wir dann auch etwas länger geblieben und erst gegen 20.30h wieder aufgebrochen.
Deshalb bin ich jetzt erst zu Hause, habe aber den Kühlschrank schon wieder eingeräumt und die hier eingegangene Post der letzten zwei Wochen gesichtet.
K hat ja schon am 1.1. um 0:01 gejubelt, dass er sich freut wie Bolle, weil eine alte Forderung aus dem Jahr 2015 (Folge von CWs Nachlasschaos), die ein Anwalt über Jahre immer wieder versucht hat, durchzusetzen, nun endgültig verjährt ist. Ich hatte da noch Bedenken, denn es hätte unter Umständen ja noch sein können, dass in Greven ein richtig adressierter Mahnbescheid noch eben knapp vor dem 31.12. zugestellt wurde - ist aber nicht, wie ich eben als erstes beim Betreten des Hauses kontrollierte und jetzt freue ich mich auch. Mal eben 15 T€ gespart. An dieser Stelle haben wir zur Abwechslung mal von CWs Chaos profitiert, der gegnerische Anwalt hat bis zum Schluss nicht begriffen, gegen wen er die Forderung richtig geltend machen muss. Er hat einfach immer die falsche Gesellschaft erwischt - und wir haben uns hier einen gegrinst, weil er sich im Grunde schon recht dämlich angestellt hat, aber hey, das ist diesmal wirklich nicht mein Problem.

Ich habe ja morgen noch einen Tag Urlaub, den brauche ich auch, um hier die Dinge zu regeln, die privat noch alle erledigt werden müssen, und dann geht es mit Schwung los ins neue Arbeitsjahr.
Noch fünf Jahre und dieses - und dann nie mehr Büro (maximal noch privates Arbeitszimmer :-) ), die Zeit werde ich auch noch mit Würde überstehen, vor allem, weil bis dahin noch eine Menge zu tun ist, beispielsweise müssen wir ein komplettes Haus bis dahin fertig gebaut haben
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Freitag, 4. Januar 2019
Asylbewerber, Fernseher und Scanner
Seltsamer Tag heute, ich habe mich so durchgehangelt, hatte aber immer wieder das Gefühl, ich stehe seltsam neben mir.

Ich habe heute den Tag über mehrfach mit den neuen Mietern in MG kommuniziert, diese Mischung aus Deutsch, Arabisch, Google Übersetzer, Sprachnachrichten und Emojis ist zwar irgendwie witzig, auf Dauer aber auch anstrengend, weil ich nie so genau weiß, was die andere Seite jetzt verstanden hat und wie es beurteilt wird bzw. wie sie darauf reagieren werden. Es ist ja nicht nur die Sprache, die uns trennt, viel komplizierter für die Kommunikation finde ich diese gigantischen Kulturunterschiede. Und die unterschiedliche Selbstwahrnehmung bzw. die unterschiedliche Einsortierung in das existente Gesellschaftssystem.
Ich habe mal versucht, mir vorzustellen, wie ich mich fühlen würde, wenn ich quasi Halsüberkopf, ohne jedes Backup, nur mit dem, was man am Leib trägt, in ein neues Land auswandern müsste, wo komplett andere Sitten herrschen und die Menschen den "Fremden" auch noch oft mit Hass und Ablehnung begegnen.

Ich glaube, ich wäre unglaublich verunsichert, wüsste nicht, wem ich trauen kann und würde in einer dauernden Alertposition verharren. Außerdem wüsste ich nicht, was ich als Hilfe und Unterstützung erwarten kann, worum ich bitten kann, was akzeptiert wird und wann man mir Unverschämtheit und Ausnutzerei vorwirft. Vorwürfe, denen sich Asylanten hier ja alle naselang stellen müssen.

Ich finde es ganz unglaublich kompliziert und ganz ungemein schrecklich.

Vieles, was für mich absolut selbstverständlich ist, traut sich diese syrische Familie noch nicht mal zu erwarten, geschweige denn zu fordern. Sie fügen sich in eine Umgebung und ein Schicksal, das mich erstaunt und bedrückt. Ich finde, sie sind viel zu bescheiden und viel zu genügsam, aber wahrscheinlich sind sie einfach nur zufrieden, dass sie bisher überhaupt überlebt haben und weil sie schon viel schlimmeres erlebt haben.

Gleichzeitig finde ich es so unglaublich ungerecht, dass es Menschen gibt, die sich tatsächlich einbilden, sie hätten viel eher Hilfe und Unterstützung vom Staat und von der Politik verdient als Asylanten aus Syrien. Weil sie meinen, nur weil sie hier in Deutschland geboren wurden und weil ihre Vorfahren hier auch schon geboren wurden, hätten sie quasi das ererbte Recht auf Unterstützung durch den deutschen Wohlfahrtsstaat und solange sie noch auch nur einen Fitzel Mangel leiden, ist nicht genug Geld da für alle und deshalb sollen die Fremden gefälligst draußen bleiben.
Wie kann man eine so schäbbige Einstellung haben?

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Am Nachmittag waren wir am Strand Fernseher gucken.
Genau an der Stelle, wo wir am Dienstag noch zum Anbaden waren, badeten heute größere Mengen Fernseher im Wasser, unser Nachbar hat mal gleich einen mitgenommen, er ist als Inselarchivar zuständig für eine vollständige Strandgutsammlung, meint er. Mir soll's recht sein, ich brauche grad keinen weiteren Fernseher.

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Ansonsten habe ich heute rund fünf Stunden damit verbracht, meinen Epsonscanner hier auf Borkum wieder mit dem PC zu koppeln. J. hatte ja vor einiger Zeit den Scanner in Greven wieder zum Laufen gebracht - mit der Folge, dass nun der Borkumerscanner vom Programm nicht mehr gefunden wurde.
Ich wusste, dass es höllenkompliziert ist, für diesen Scanner das Programm ans Laufen zu bekommen, ich habe ja schon mal so ewig lange daran rumgedoktort.
Aber hilft ja nix, entweder ich verzichte künftig auf ein einigermaßen professionelles Scannergebnis und beschließe, dass eine iPhoneApp das auch alles kann - oder ich beiße mich da wieder durch.
Heute war mir nach Durchbeißen - und ich habe gewonnen, jetzt bin ich nur gespannt, ob das Gerät in Greven noch läuft
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Mittwoch, 2. Januar 2019
Lüttje Neijjaar
Der zweite Januar heißt hier auf Borkum lüttje Neijjaar, "kleines Neujahr", weil man es langsam angehen lässt, mit dem neuen Jahr.
Viele Handwerker arbeiten noch nicht, sondern treffen sich zum Skatspielen und Biertrinken in den außerhalb des Dorfes liegenden Restaurants und verbringen dort den ganzen Tag.
Lüttje Neijjaar ist irgendwie so ein halber Feiertag, das gefällt mir gut.
Heute war auch noch tolles Wetter, das hätten wir gestern zum Anbaden gebraucht, aber nun ja, habe ich eben heute an der Promenade in der Sonne gesessen, die Ärmel hochgeschoben und beim Leute gucken Vitamin D getankt.

Das Bild passt jetzt nicht richtig zum Text, weil genau keine Leute drauf sind, das liegt aber nur daran, weil ich mir beim Knipsen noch nicht überlegt habe, was ich eigentlich schreiben will. Denn bis die Stelle vor meiner Bank tatsächlich mal kurzfristig menschenleer war, musste ich fast fünf Minuten warten, Landschaftsfotografie heute nur unter erschwerten Bedingungen. Grundsätzlich finde ich Bilder ohne Leute drauf ja schöner, aber heute war es schon arg voll am Strand und auf der Promenade, nun ja, dafür sieht man das schöne Wetter.

Im Vaterhaus war Post angekommen, neue Rechnungen der Ärzte und Krankenhäuser. Das Krankenversicherungssystem der Beamten ist ja ungleich komplizierter als das der Normalsterblichversicherten, denn eigentlich müssen die Beamten mit der Bezahlung der Rechnungen immer in Vorkasse gehen und dann hoffen, dass die Beihilfe und die Krankenkasse die eingereichten Rechnungen zügig erstatten. "Eigentlich müssten sie in Vorkasse gehen", weil, muss man nur so machen, wenn man sich als preußisch korrekter Beamter an die Zahlungsfristen auf den Rechnungen halten will.
Da ich ja nun kein preußisch korrekter Beamter bin, die Rechnung zudem ja noch nicht mal für mich sind, habe ich ganz entspannt überhaupt keine Skrupel, die Rechnungen erst dann zu bezahlen, wenn Beihilfe und Krankenkasse erstattet haben, vorher ist halt kein Geld da. Punkt.
Sehr positiv finde ich allerdings, dass sowohl die Krankenkasse als auch die Beihilfe mittlerweile eine App anbieten, mit der man die Rechnungen fotografieren und dann direkt online übermitteln kann. Das spart nicht nur Porto, sondern auch Zeit.
Während ich also heute die frisch eingetrudelten Rechnungen so nach und nach online den zuständigen Stellen zuleitete, habe ich mir überlegt, dass die Banken so ein System doch auch einführen könnten. Dann müsste ich zum Geldeinzahlen auch nicht mehr zum Schalter, sondern würde einfach die Scheine fotografieren und dann meinem Konto gutschreiben lassen. Dann würde ich auch die Arztrechnungen ohne Wartezeit schneller bezahlen.

K trägt seit einiger Zeit nur noch seine alte Brille. Er hat letztes Jahr eine neue, Brille bekommen, die nicht nur viel hübscher ist, sondern auch deutlich geänderte Sehstärken hat. Nach seiner eigenen Aussage, kann er damit deutlich besser sehen. Aber irgendwie tauchte die auf seiner Nase nicht mehr auf. Ich vermutete also, dass die Brille zwar nicht weg ist, aber halt grade nicht da.
Bei K ist nie irgendetwas weg, nur manchmal nicht griffbereit, weshalb er auch niemals nie etwas sucht, selbst seine Schlüssel, sein Portemonnaie oder seine Ausweispapiere nicht, "wird schon wieder auftauchen" ist sein Dauermantra, was mich komplett kirre macht, denn ich suche ständig und sofort, wenn irgendetwas mal grade nicht griffbereit ist - und wenn mein Schlüssel nicht da ist, wo er sein sollte, dann werde ich mittelschwer hysterisch. Das gleiche gilt für Portemonnaie und Handtasche, bevor ich nicht alle Dinge zusammenhabe, ist es mir unmöglich das Haus zu verlassen.
Da ich um Ks legere Grundhaltung weiß, fragte ich also nach und bot an, dass ich ja vielleicht mal schauen könnte, wo die neue Brille ist - es stellte sich aber heraus, dass sie tatsächlich nicht weg, sondern wirklich spontan griffbereit war. Auf mein erstauntes Fragen, weshalb er sie denn nicht trägt, bekam ich zur Antwort, dass er die alte auch mal wieder tragen wolle, damit beide Brillen gleichmäßig abgenutzt werden. - Ich glaube, diese Einstellung ist so sehr westfälisch, dass ich mir jeden weiteren Kommentar verkniffen habe
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Donnerstag, 27. Dezember 2018
Loch, Farbe und Schokolade
Aktuelle Zwischenmeldung vom Loch:

Es ist wieder zu.
K hat die alte, zerfetzte Tapete wie so ein Puzzlegroßmeister wieder sorgfältig zusammengeflickt und auf den Gipsputz geklebt, anschließend die Tapete gestrichen - und es sieht tatsächlich aus wie neu.
Morgen kann dann endlich die Lampe angeschraubt werden - hat dann insgesamt nur knapp zwei Monate gedauert, also etwas länger als der Austausch des Wasserhahns, der K so kompliziert und zeitaufwändig erschien, dass er sich lange davor drückte. Das war in unter einer Stunde erledigt. (Mit Ein- und Ausräumen des Waschebckenunterschranks.) So kann man sich vertun.

Fast wäre die Geschichte mit dem Loch heute aber noch in die Verlängerung gegangen, denn wir hatten keine Wandfarbe mehr im Haus. Wir hatten zwar noch zwei Eimer Farbe im Keller, die waren aber leider beide komplett verschimmelt. Deshalb sind wir heute früh losgefahren, um im Baumarkt neue Farbe zu kaufen und die hatten sogar weiße Alpinawandfarbe im Angebot, ein 10l Eimer für 25€, für Inselpreise völlig okay. Blöd war allerdings, dass nur der 10l Eimer im Angebot war, was ein klein wenig viel ist für den halben Quadratmeter Decke, die gestrichen werden musste.
Es gab auch 1l Eimer, aber nicht im Angebot und überhaupt nur mit Mindermengenaufschlag, 1l Alpina Weiß Innenfarbe kostete deshalb 13€ und löste bei meinem Westfalenmann eine spontane Verweigerungshaltung aus. Das wären dann ja 130€ für 10l - nein, auf keinen Fall, solche Preise bezahlt man nicht, schon aus Prinzip.
Ich habe dann den Onkel angerufen, ob er noch einen kleinen Rest weiße Innenfarbe hätte. Er meinte, er hätte tonnenweise Farbe, wir bräuchten keine zu kaufen. Es stellte sich dann heraus, dass er doch nur noch einen Eimer hatte, weiße Fassadenfarbe, aber für das kleine Stück Decke wird das egal sein, wir nahmen den Eimer mit. Seine Farbe war nicht verschimmelt, das hatten wir kontrolliert, sie müsse nur sehr gründlich gerührt werden, weil der Pott auch schon etwas länger stand. Am sppäten Nachmittag machte sich K dann ans Decke streichen - und stellte fest, dass die Fassadenfarbe vom Onkel so steinhart eingetrocknet war, dass man mit Rühren gar nichts mehr reißen konnte. Also doch Farbe kaufen - oder noch zwei Wochen ohne Licht im Flur und irgendwann Farbe vom Festland mitbringen. Ich war bereit, für den Luxus kurzfristig wieder Licht im Flur zu haben, glatt 13€ springen zu lassen und K fuhr zum Baumarkt, was er grade noch kurz vor Ladenschluss schaffte - die haben übrigens morgen und übermorgen wegen Inventur geschlossen und machen erst Mittwoch wieder auf.
Aber er war ja pünktlich da und kaufte Farbe - allerdings den 10l Topf, weil er damit 80% sparen konnte. Dass wir keine 10l Farbe brauchen, hat er ignoriert, immerhin war die Farbe jetzt relativ preiswert. Sie kostete zwar doppelt so viel wie der Topf, der für unseren Bedarf vollkommen ausreichend gewesen wäre - aber wer weiß wofür wir noch mal weiße Farbe brauchen werden, besser man ist gerüstet.

Und deshalb ist das Loch jetzt zugeschmiert, tapeziert und gestrichen und es kann Licht werden.

Am Abend gab es Reste und zum Nachtisch Schokofondue. Ich bin ja nun bekennender Nichtschokoladenesser, aber Obst mit Schokolade ist sogar für mich akzeptabel, zumindest ein wenig und wenn vor allem dunkle Edelschokolade verwendet wird.
Mein Westfalenmann, der auf alles, was süß ist, mit leuchtenden Augen reagiert, mag aber keine Schokolade. Zumindest keine dunkle. Er mag am allerliebsten weiße, die, die mich so richtig mit Gänsehautekel zum Schütteln bringt.
Wir sind ein perfektes Paar, wir essen uns niemals die wirklich leckeren Sachen weg. Und J kommentierte Ks Vorlieben recht trocken mit: "Du hast den doch nur ausgesucht, weil wir einen brauchten, der die weißen Schaumküsse aus der gemischten Packung isst."
Im Ergebnis sah das Schokofondue-Essen dann so aus:

K hat sich die Schokolade einfach durch eine große Portion Sahne ersetzt und so waren nachher alle zufrieden
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Dienstag, 25. Dezember 2018
Es wird ruhiger
Weihnachtspause, die Zeit zwischen Jahren, ich mag diese Tage. Nach der entsetzlichen Hektik der besinnlichen Adventszeit mit den anstrengend stillen Tagen wird es jetzt endlich ruhiger. Wir hatten heute die letzte "offizielle" Veranstaltung, der Onkel kam zum Essen, weshalb ich mir natürlich Mühe gab, etwas mehr als nur die Reste von gestern zu servieren (obwohl genug übrig geblieben ist und Resteessen viel sinnvoller gewesen wäre, aber nun ja.)
Jetzt haben wir noch ein paar zusätzliche Reste, heute gab es Schweinebraten mit Klößen und wenn ich Klöße mache, dann mache ich auch gerne viele Klöße, die Sauerei ist schließlich die gleiche, ob man 10 oder 25 Klöße macht.
Für morgen haben wir jetzt noch Kartoffelsalatreste, Nudelsalatreste, Kloßreste und Fleischreste, morgen können wir also richtig in Resten schwelgen und dann haben ja auch zum Glück wieder die Läden geöffnet und ein drohender Hungertod ist nicht mehr wahrscheinlich.

N. ist mittlerweile schon wieder heil in Hamburg angekommen, er hat gleich meinen alten Bildschirm hier aus Borkum mitgenommen, weil K nach der großen Umräumaktion spontan zwei neue, identische Bildschirme bestellt hat (wir bekommen jetzt zwei curved screens, das wird höllenvornehm hier) und ich werde bis zur Lieferung der neuen Bildschirme hier einfach ein wenig improvisieren. Mein Laptop hat natürlich auch einen eigenen Bildschirm, der ist aber nicht viel größer als ein iPad, um dort etwas zu erkennen, muss ich also direkt mit der Nase davor sitzen, was ich beim Laptop üblicherweise nicht tue. Der Laptop steckt eigentlich in einer Dockingstation und wird normalerweise gar nicht aufgeklappt, aber mir wird da schon eine Zwischenlösung einfallen.

Für den Freundeskreis Loch:
So sieht es inzwischen aus

K. hat geduldig und sorgfältig jeden Tag ein bisschen mehr Gips in das Loch geschmiert und immer brav gewartet, bis die Oberfläche ganz ausgetrocknet war, bevor die nächste Schicht aufgetragen wurden. Seit heute ist die Oberfläche komplett angeglichen, morgen kann er jetzt versuchen, die Löcher für die anzubringende Lampe vorzubohren, dabei Daumen drücken, das alles hält. Wenn alles hält, wird anschließend die Tapete wieder angeklebt und gestrichen, die Farbe wird das Tapetenmassaker hoffentlich überdecken - und dann erst wird die Lampe in den vorbereiten Löchern endbefestigt. Es ist also noch ein kleiner Weg zu gehen, aber es wird
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