anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 10. Januar 2020
Das Schweigen der Experten
Das frühe Aufstehen mit dem Zwang, bereits um 7h so weit wach zu sein, dass ich mich und andere beim Autofahren (im Dunklen!) nicht totfahre, war genauso schrecklich, wie ich es mir vorgestellt habe.
In diesem Leben werde ich wohl kein Frühaufsteher mehr.

Und genauso unbefriedigend, wie ich es mir vorgestellt habe, war dann auch das Ergebnis des Außentermins.
Es sollen auf einem Grundstück, das bisher noch ein einziges, sehr großes, unerschlossenes Grundstück ist, vier verschiedene Gebäude von vier verschiedenen Investoren/Interessengruppen gebaut werden, wobei die Besonderheit ist, dass zwei der Gruppen sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie sehr finanzschwach sind, was sie dafür mit gesteigertem Enthusiasmus wett machen.
Die Gesamtidee ist, dass auf diesem Grundstück der Weltfrieden im Miniaturformat geschaffen wird, geplant ist ein übergreifendes Inklusionsprojekt, bei dem alle Beteiligten gleiche Chancen und gleiche Rechte und gleiche Möglichkeiten haben und am Ende aller Zeiten gemeinsam glücklich in den Sonnenuntergang tanzen, oder so. Zuvor werden sie aber von moderner Technik unterstützt, um die diversen Behinderungen jedes einzelnen quasi wegzuassimilieren.

Da solche derart positiven Projekte von allen Seiten unterstützt und gefördert werden, ist es nicht schlimm, dass die direkt Beteiligten im Grunde alle keine Kohle haben, genau dafür gibt es ja Fördermittel und genau die fließen hier in Strömen.
So weit so realistisch, problematisch wird es, wenn man sich mit der Verwaltung der gemeinnützigen Organisationen an einen Tisch setzt, denn weder die Diakonie, noch die Caritas oder der Paritätische oder wer auch immer aus diesem Dunstkreis dabei ist, sind bereit, auch nur einen Cent mehr zu bezahlen als unbedingt notwendig, im Zweifel zahlen sie üblicherweise sogar deutlich weniger als notwendig.

Diese Haltung trägt nicht unbedingt dazu bei, dass sich Projekte, an denen Caritas & Co beteiligt sind, leicht verwirklichen lassen, denn im Grunde will letztlich doch immer nur jeder sein eigenes, kleines popeliges Projekt umsetzen, womit er dann Werbung machen kann, was für ein tolles, gemeinnütziges Unternehmen die Caritas, die Diakonie, der Paritätische oder wer auch immer ist.
Es ist schon sehr skurril, wenn man Verhandlungen, an denen mehrere dieser gemeinnützigen Unternehmen beteiligt sind, mal von außen betrachtet.

So skurril war auch dieser Außentermin heute, man war sich nachher zu viert einig, dass man noch mal genau besprechen müsse, wer nachher die große Rechnung bezahlt.
Exakt soweit waren wir übrigens auch schon mal im September, aber heute sind wir natürlich einen großen Schritt weiter gekommen.
Ich könnte mir ja eigentlich vor Vergnügen nur noch den Bauch halten, eben weil es alles so vorhersehbar ist und ich es auch genau so vorher schon erwartet hatte - wenn es denn gleichzeitig nicht so traurig wäre, weil die Idee selber, die dahinter steckt, ja wirklich eine gute ist.

Aber hilft ja nix, gut Ding will Weile haben, und weil das hier geplante Ding besonders gut ist, will es halt auch besonders viel Weile haben.


Am Nachmittag war ich dann wieder im Büro und habe mit dem Experten der Pensionskasse gesprochen, um das Steuerthema von gestern zu klären und gelernt, dass die Pensionskasse keine Steuerexperten hat, wohl aber größere Menge an selbstüberzeugten Spezialexperten, die vielleicht von einer Menge Dinge Ahnung haben, nur ausgerechnet nicht von Steuern.

Ich wurde dann noch dreimal im Haus weiterverbunden, jedesmal zu einem noch spezielleren Spezialexperten, leider hatte keiner von denen Ahnung von Steuern. Dumm, aber wohl nicht zu ändern.

Eine externe Antwort auf meine Fragen bekam ich also nicht, im Laufe der Telefonate habe ich mir aber die für mich plausibelsten Antworten einfach selber zusammengereimt und ich denke, ich bin jetzt Experte für § 3 Nr. 56 und Nr. 63 EStG. Falls also jemand etwas dazu wissen möchte - jetzt ist die Chance mich zu fragen, nächsten Monat habe ich dann bestimmt schon wieder alles vergessen.

Morgen habe ich schon wieder einen Außentermin, diesmal in Minden, das Leben bleibt reisig
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Donnerstag, 9. Januar 2020
Ganz ereignisloser Tag
Heute ist nichts passiert, was mir soweit im Gedächtnis geblieben ist, dass ich jetzt noch davon berichten könnte.
Büro halt, ohne besondere Vorkommnisse.
Die eine Hälfte des Tages habe ich mich mit der Kontrolle der Lohnabrechnung für Januar 2020 beschäftigt, die der Leiter Rechnungswesen schon mal vorbereitet hatte, damit ich genug Zeit zum Kontrollieren habe.
Einen Fehler habe ich durch eine einfache Plausibilitätskontrolle entdeckt, aber als ich dann begann, mich mit der grundsätzlichen Frage zu beschäftigen, in welcher Höhe Zahlungen des Arbeitgebers in die betriebliche Altersvorsorge kombiniert mit Gehaltsverzicht und Entgeltumwandlungen für Direktversicherungen von Arbeitnehmer steuerfrei und in welcher Höhe sie sozialversicherungsfrei sind - da wurde es kompliziert. Bisher habe ich mich nie dafür interessiert, sondern dem Lohnprogramm und dem Leiter Rechnungswesen einfach blind vertraut.

Jetzt wollte ich es aber mal genau wissen und vor allem wollte ich wissen, in welchen Gesetzen und welchen Paragraphen das so steht.
Das wusste keiner so genau, und vor allem konnte ich sehr schnell nachweisen, dass die vom Lohnprogramm und vom Leiter Rechnungswesen zitierten Vorschriften wohl seit einigen Jahren nicht mehr aktualisiert worden waren (also die Vorschriften selber wahrscheinlich schon, aber die Zitate nicht, was im Ergebnis zu einer ziemlich falschen Anwendung führt).
Nach dem ich mich eine halbe Stunde durch verschiedene Kommentare zur Lohnsteuer gekämpft hatte und dadurch nur immer noch mehr Fragen auftauchten, aber keine Antworten, beschloss ich, dass es sinnvoller ist, zu diesem Thema einen Experten zu befragen, statt das Rad noch mal selber zu erfinden.

Erstaunlicherweise bekam ich aber auch dort keine Antworten, sondern nur die Reaktion: "Das ist eine gute Frage, das muss ich selber erst mal nachschauen", das sagte er mir dafür fünfmal auf meine fünf Fragen.
Nun, wir haben vereinbart, dass der Experte (ich rief bei der Pensionskasse an und ließ mich von der Zentrale in die Steuerfachabteilung verbinden) mich morgen Nachmittag zurückruft, bis dahin will er das alles geklärt haben.
Ich bin ja mal gespannt.
Der Leiter Rechnungswesen schwitzte derweil Blut und Wasser, weil es sehr gut sein kann, dass er da in den letzten Jahren ziemlich viel Unsinn abgerechnet hat, aber das werden wir ja morgen alles genauer beurteilen können.

Morgen früh muss ich um 9.30h an einem rund 100km entfernten Außentermin irgendwo in der ostwestfälischen Pampa teilnehmen, ich habe heute Abend mal das Navi befragt, das meint, ich brauche dafür 2h Fahrzeit. Morgens im Berufsverkehr wird es sicherlich noch länger sein, so dass ich vorsichtshalber mal um 7h losfahre - ich habe jetzt schon ein bisschen schlechte Laune deswegen, ein Job mit Reisetätigkeit ist ja so gar nichts für mich
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Montag, 6. Januar 2020
Künstlicher Weihnachtbaum und wiederverwendbare Zewatücher
Ich habe da übrigens noch einen Nachtrag zu vorgestern, weil wir da den Weihnachtsbaum abgeschmückt und abgebaut haben und ich jetzt dokumentieren kann, dass auch künstliche Weihnachtsbäume immer weiter wachsen je älter sie werden.

Als ich ihn gekauft habe (vor ca. 10 Jahren) passte er komplett in den Karton, in dem er immer noch während des Jahres auf dem Dachboden aufbewahrt wird, allerdings passte er vor 10 Jahren noch so komplett in den Karton, dass sogar der Deckel zuging.
Das ist mittlerweile komplett undenkbar, im Gegenteil, die komplette Spitze (auf dem Foto hinter dem Karton, liegt noch auf dem Sofa) findet schon keinen Platz mehr in dem Karton, auch wenn man den Deckel offenstehen lässt.

Insgesamt kann ich aber nach 10 Jahren künstlicher Tannenbaum mit viel Überzeugung und mindestens gleichvielen Ausrufezeichen feststellen, dass sich der Kauf dieses Weihnachtsbaumes nicht nur gelohnt hat, sondern eine der besten Ideen überhaupt war.

Der echte Baum hat uns noch bei keinem Weihnachtfest seitdem gefehlt, und ich wage zu behaupten, das gilt für alle, auch für die Kinder. Im Gegenteil, wir haben uns jedes Jahr aufs neue gefreut, wie einfach, problemlos und praktisch so ein künstlicher Baum ist. Niemand muss sich vor dem Fest hetzen und bei unwirtlichem Wetter in der Regel viel zu große Nordmanntannen durch die Gegend schleppen, die zudem sinnlos vorher getötet wurden, nur weil Menschen meinen, sie bräuchten für 14 Tage eine echte Tanne als Deko.
Und niemand braucht sich nach dem Fest damit zu beschäftigen, wie man den abgehalfterten Baum wieder los wird.
So ein echter Baum ist schon ganz schön anstrengend.

Optisch ist der künstliche Baum von einem echten Baum sowieso nur bei genauem Hinsehen zu unterscheiden. Der ganze Heckmeck zu dieser Tradition findet eh ausschließlich im Kopf statt.

Praktisch ist aus meiner Sicht auch die Tatsache, dass der künstliche Baum gleich fertig beleuchtet daher kommt. Bis zur Anschaffung dieses Exemplars hatten wir nicht nur grundsätzliche echte (und in der Regel viel zu große) Tannenbäume, wir hatten auch immer echte Kerzen, die an den echten Tannenbaum gesteckt wurden, weil, wennschondennschon.
Die echten Kerzen und alle damit verbundenen Dramen sind seit Benutzung des künstlichen Baumes natürlich ebenfalls verschwunden, und auch, wenn es jedes Jahr lustige Geschichten von dramatischen Beinahe-Katastrophen gab, ich vermisse da nix.
Wir hatten ja viele Jahre nicht nur kleine Kinder mit echtem Weihnachtsbaum und echten Kerzen, wir hatten auch eine lange Zeit einen eifrig schwanzwedelnden Neufundländerhund und zwei Katzen (Lieblingshobby: Neufundländerhund scheuchen) zusammen mit drei kleinen Kindern und dem echten Weihnachtsbaum und den echten Kerzen. Eigentlich braucht man nach Erwähnung der Rahmenbedingungen die Trillionen Beinahe-Katastrophen gar nicht mehr zu beschreiben, kann sich jeder sehr realitätsnah selber vorstellen. (Erwähnte ich schon, dass wir einige Jahre in einer alten Gründerzeitvilla lebten, die im Wesentlichen innen aus Holz bestand? In solche Villen mit einer Deckenhöhe von 3,50m passen sehr große Nordmanntannen rein, an denen sehr viele echte Kerzen brennen, da lohnen sich die Beinahe-Katastrophen richtig.)

Nachdem ich 2008 mein altes Leben hinter mir gelassen hatte, habe ich dann 2009 auch knallhart die letzte überlieferte Weihnachtstradition abgeschafft und den echten Baum mit den echten Kerzen durch einen künstlichen Baum mit künstlichen Lichtlein ersetzt - und ich muss sagen: Ich bereue nichts.

Nur dass der Baum jedes Jahr größer wird, das erstaunt mich jedes Jahr aufs neue, aber noch hat er ja jedes Jahr fertig aufgebaut in die Stube gepasst.


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Meine Entdeckung des Tages machte ich heute bei Rossmann:

Die verkaufen wiederverwendbare Zewatücher.
Ich konnte es erst gar nicht glauben, aber auf der Verpackung steht tatsächlich, dass man die Tücher 5-6 mal waschen kann.
Wiederverwendbare Papiertücher erinnern mich ja zwanghaft an beidseitig verwendbares Klopapier: Der Erfolg liegt klar auf der Hand.

Wie bekloppt können Leute eigentlich sein, die so etwas entwickeln und in die Serienproduktion geben - und vor allem, für wie blöd halten sie eigentlich die Kunden, die so etwas dann kaufen?
Ich meine, wer braucht wiederverwendbare, 5-6 mal waschbare Küchentücher, wenn er einen Spüllappen hat, den er nahezu unbegrenzt oft waschen und vor allem auswaschen kann? Und eine Frage, die mich in diesem Zusammenhang brennend interessiert: näht man die abgerissenen Tücher nach dem Waschen wieder zusammen, damit man sie wieder ordentlich aufrollen und neu abreißen kann?
Ich stehe in Gedanken immer noch staunend vor diesem Produkt
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Montag, 6. Januar 2020
Rückfahrt
Alles verlief heute plangemäß.
Am Vormittag haben wir das Haus geputzt, aufgeräumt, winterfest vobereitet und die laufenden Systeme runtergefahren, alle verderblichen Lebensmittel eingepackt, den Müll entsorgt, dem Onkel auf Wiedersehen gesagt und sind mit der Mittagsfähre zum Festland gefahren.
Auf dem Rückweg haben wir noch den Vater besucht und weil die Spritpreise in Leer so teuer waren, haben wir mal wieder die "wir-schaffen-das-locker" Nummer durchgezogen, Restreichweite an der Tankstelle in Rheine: 10km.
Da war also noch reichlich Luft für mehr Strecke, aber die Tankstelle, wo wir dann getankt haben, hatte den mit Abstand niedrigsten Spritpreis der Umgebung, es war also insgesamt alles prima abgestimmt.

Die Angewohnheit, immer nach der Tankstelle mit dem niedrigsten Spritpreis zu gucken, ist erst richtig akut geworden, seitdem es diese relativ zuverlässigen Tankstellenpreis-Apps gibt und man dort ganz bequem nachgucken kann, wie sich das Preisgefüge der an der Strecke liegenden Tankstellen entwickelt. Grade weil es diese Preisübersicht-Apps gibt, faszinieren mich die teilweise enorm hohen Preisunterschiede der Tankstellen im Umkreis von wenigen Kilometern schon sehr.
Ich verfahre keinen extra Sprit, nur um billiger zu tanken, soweit kann ich auch rechnen, aber wenn ich eh unterwegs bin und auf meinem Weg an 10 Tankstellen vorbeikomme, nun, dann ist es doch eine Kleinigkeit auf dieser App nachzusehen, wie viel der Sprit wo kostet, und heute waren zwischen Tankstelle 1 und Tankstelle 10 über 15 cent Differenz, bei 50l Benzin für eine Tankfüllung macht das 7,50€, ich finde, dafür lohnt es sich dort einfach mal reinzugucken.

Unterwegs haben wir den Debattenpodcast von Sascha Lobo gehört, zunächst die heute aktuell veröffentlichte Folge über seinen Kolumnentext zum Generationenkonflikt. Ich fand seinen Text zu diesem Thema schon sehr interessant und stimme ihm hier in fast allen Punkten zu, es macht aber auch immer wieder Spaß, ihm zuzuhören, wie er einzelne Kommentatoren genüsslich in der Luft zerpflückt und als gescheiterte Möchtegernintellektuelle gründlich bloßstellt.
Danach folgte noch der Anfang der Folge von letzter Woche: Er kommentierte die 12 schönsten Kommentare des Jahres 2019.

Mein persönliches Highlight war der Begriff "Allgäuer Haiku", den habe ich mir sofort notiert und warte jetzt auf eine Gelegenheit, ihn irgendwo einzusetzen.

Morgen habe ich noch einen Tag Urlaub, das entspannt mich sehr, weil sich so der Übergang von kompletter Faulifreiheit zu geregeltem Büroalltag deutlich weicher und fließender gestaltet
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Freitag, 3. Januar 2020
Lüttje Neejahr
Der zweite Januar heißt hier auf der Insel Lüttje Neejahr und wird traditionell von den Handwerkern zum Skatspielen genutzt.
Der Onkel ist Handwerksmeister und trifft sich deshalb seit Jahrzehnten mit immer denselben Kumpels am 2. Januar in einer Kneipe möglichst weit draußen, um dort Skat zu spielen, Bier zu trinken und gegen Mittag wird auch was gegessen.
Früher waren sie immer am Ostland, aber irgendwas ist da jetzt mit, ich habe nicht wirklich verstanden, wo das Problem ist, aber da wollen jetzt nicht mehr alle hin, also gehen sie schon seit längerem in das Restaurant am Neuen Hafen, die machen da wohl auch Sonderpreise für Lüttje Neejahr.
Und seit einigen Jahren hat es sich fest eingebürgert, dass ich den Onkel dort morgens mit dem Auto hinfahre, weil er nicht so gut zu Fuß ist, dass er laufen könnte - am Abend fahren dann alle gemeinsam mit dem Bus nach Hause.

Also hatte ich heute einen Grund aufzustehen.
Als ich wieder zurück war, sind wir ins Vaterhaus gefahren, wir haben dort den Anschluss von Telekom auf Vodafone umgestellt, weil das nur die Hälfte kostet und K wollte mal prüfen, ob der Vodafone Anschluss schon geschaltet ist.
Ist er wohl, aber er sendet kein W-Lan, jetzt müssen wir da noch mal hinterher.
Nach diesem kurzen Ausflug meinte K, sein Bedarf an draußen wäre für heute gedeckt, es war aber auch wirklich ungemein usseliges Wetter, komplett nebelig, dabei kalt mit knapp über Null, da macht draußen rumlaufen wirklich keinen Spaß.

Wir haben den Rest des Tages also im Haus verbracht, ich habe das Gewürzregal fertig aufgeräumt, dann ein paar Bilder in Js Zimmer aufgehangen und mich anschließend damit beschäftigt, die Buchhaltung von 2019 abzuschließen und die Eröffnungen für 2020 vorzubereiten, erstaunlich, wie schnell fünf Stunden vergehen, wenn man konzentriert arbeitet.

Plötzlich war es schon reichlich spät, wir hatten noch nichts gekocht und deshalb auch nichts gegessen, es wurde alles etwas hektisch, weil Hunger und ganz plötzlich und sehr doll, aber jetzt ist mittlerweile alles gerettet und ich habe einen neuen Zutatenfavoriten: Hier wird es jetzt künftiger deutlich häufiger Bacon geben.
Ich liebe Bacon und finde, er passt auch prima in Salat oder als Suppenbeilage, aber es stinkt so, wenn man das Zeug brät, weshalb ich das nur selten mache.

J hat mich neulich eingeführt in das Baconbackofengaren - und das ist toll. 10 Minuten bei 200°C, das Zeug wird super knusprig und die Küche stinkt nicht. Besser geht nicht. Weshalb ich da nicht selber drauf gekommen bin, weiß ich nicht, aber künftig gibt es Bacon nur noch aus dem Backofen - und dafür auch deutlich öfter als bisher.
Einfach Perfekt.
Pro Tipp für Fortgeschrittene: Wenn man ein halbgebackenes Baguette dazu aufbacken will, braucht das genauso lange wie der Bacon im Backofen und wird genauso gut
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Mittwoch, 1. Januar 2020
Neujahr und Familienbesuch
Der Versuch, irgendeinen schmissigen Neujahrsspruch in den Sand zu ritzen, um das Foto davon dann an Freunde als Gruß zum neuen Jahr zu verschicken, war nur ein halbherziger, zugegeben, denn es scheiterte schon daran, dass mir kein Spruch einfiel.

Außerdem fehlte die Sonne für ein schönes Foto und insgesamt gefiel mir das alles dann in Gänze nicht mehr, vielleicht auch, weil die Gesamtidee so abgegriffen ist, dass ich mich kurz nachdem ich da im Sand rumgemalt hatte, schon vor mir selber schämte. Wie peinlich so ein Foto, wie so ein alberner Urlauber, der dem Rest der Welt mitteilen will, dass er grade am Meer ist.
Wir streichen das also, von mir gibt es dieses Jahr, wie schon die letzten 20 Jahre davor, keine Neujahrsgrüße, an niemanden.

Dafür habe ich mich dieses Jahr wieder an eine alte Tradition erinnert, die ich früher schon sehr oft an Silvester praktiziert habe: Ich verschlafe das Spektakel einfach.
Es wäre mir auch fast zu 100% geglückt, wenn K mich nicht Punkt Mitternacht mit einem Glas Champagner geweckt hätte, weil er annahm, dass ich doch wenigstens mit ihm anstoßen wolle.
Ich habe auch ernsthaft versucht, den Champagner zu trinken, immerhin hatte ich tatsächlich extra eine Flasche echten Champagner gekauft, aber erstens war ich insgesamt viel zu verschlafen und zweitens habe ich das Champagnertrinken wohl genauso hinter mir gelassen wie das Rauchen, es schmeckte scheußlich.*
Deshalb habe ich K das Glas nach einem ganz wönzigen Schluck wieder zurückgegeben, habe mich umgedreht - und bin wieder eingeschlafen. Acht Minuten hat das Intermezzo gedauert und ich bin sehr froh, dass ich tatsächlich sofort wieder eingeschlafen bin, denn in diesen acht Minuten habe ich schon gemerkt, wie sehr ich mich über das Geknalle und Geböller, das grade draußen abging, aufrege.

*Ich habe ja sowohl das Rotwein- als auch das Sekt- und Champagnertrinken mal ganz richtig gelernt, also Sorten rausschmecken und unterscheiden, schließlich war ich lange genug mit einem ausgewiesenen Weinkenner und Hobbysommelier zusammen, aber vielleicht kann ich genau deshalb heute auch so entspannt feststellen, was mir alles nicht (mehr) schmeckt, zumindest nicht für 40€ die Flasche.



Da ich mir vor drei Monaten so ein Datensammelarmband gekauft habe, um genau das zu tun, was es tut, nämlich den Schlaf aufzeichnen, weil ich mir einen Überblick verschaffen wollte, wie viel, wie gut und von wann bis wann ich wirklich schlafe, kann ich heute also ganz problemlos demonstrieren: Ich war wirklich nur genau diese acht Minuten wach und habe ansonsten ganz hervorragend und vor allem lange geschlafen.
Von mir aus könnte täglich Silvester sein.

Wenn das mit dem Feuerwerk nicht wäre.
Ich meine, ich habe es komplett verschlafen, insofern hat es mich nur indirekt gestört, aber wenn ich mir den Dreck auf der Straße angucke und die Berichte in den Medien, dann ergreift mich doch eine ziemliche Wut. Warum machen Menschen das? Und warum machen sie es hier auf der Insel?
Das Schlimme sind ja nicht nur die, die knallen, mindestens so schlimm sind ja auch die passiven Mitläufer und Zuschauer. Ich habe heute Fotos vom großen Feuerwerk am Hauptstrand gesehen, das die Kurverwaltung ganz offiziell veranstaltet und es war auf der Promenade womöglich noch voller als im Vorjahr. Ich habe ja regelmäßig Sorge, dass eines Tages die Insel kentert, weil alle Zuschauer an einer Stelle stehen, aber solange alle diese Zuschauer auch alle bei diesem Spektakel zuschauen, wird es immer genug Leute geben, die das als ausreichende Rechtfertigung empfinden, so ein Feuerwerk durchzuführen.
Von denen, die privat Böller kaufen und damit rumknallen möchte ich gar nicht erst reden, aber ich habe wirklich überhaupt Null Verständnis dafür, dass dieser Schwachsinn hier auf der Insel erlaubt ist, wenn ich mir ansehe, was gleichzeitig an anderen Verboten und Vorschriften auf genau dieser Insel alles existiert und Dinge vorschreibt oder verbietet, wo man sich auch oft nur fragt: Warum?

Am Nachmittag war die Mutter zum Tee zu Besuch und beschwerte sich nachdrücklich über meine Formulierung in meinem Jahresrückblick: Selbstverständlich hat ihr der Bruder gar nichts verboten, das ließe sie sich auch nie gefallen.
Nun, ich habe es geändert und ich gebe zu, es war durchaus bösartig von mir, so etwas zu behaupten, denn ganz sicher weiß ich nur, dass der Bruder der Schwester verboten hat, mir von dieser Wohnung zu erzählen. Einem Verbot, dem sie sich nur soweit beugte, dass sie durch "nicht weitersagen" ja nicht gezwungen war, mich anzulügen, das wurde erst ein Problem, als ich sie gezielt danach fragte, da gab sie zu, dass sie schon lange von der Wohnung wusste, es mir aber genau wegen dieser brüderlichen Auflage nicht erzählen durfte.

Ich für meinen Teil bleibe dabei, dass ich den Bruder seltsam finde. Was er mit dieser "aber auf keinen Fall AnJe erzählen" Verschwörung erreichen wollte, erschließt sich mir nicht, weil es sich ja offensichtlich doch nicht geheim halten lässt, er aber ohne jede Hemmungen die Schwester in eine für sie ausgesprochen unangenehme Situation bringt. Die steht komplett zwischen den Stühlen und hat das Gefühl, dass sie nur alles falsch machen kann. Netter Zug von ihm.

Nun ja, so muss denn jeder selber wissen, wo für ihn die wirklich wichtigen Grundsätze des Lebens liegen, je länger ich darüber nachdenke, um so zufriedener sollte ich sein, dass Menschen wie mein Bruder aktiv versuchen, mich aus ihrem Leben auszuschließen, es lebt sich ohne solche Verschwörungsfanatiker im Zweifel deutlich entspannter
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Montag, 30. Dezember 2019
Abbaden und Schiff hinter Dünen
Weil C und N morgen früh schon abfahren, wollte C ihr traditionelles Neujahrsschwimmen vorziehen und beschloss, stattdessen heute einfach ein Jahresabschlussschwimmen zu absolvieren.
Im Unterschied zum 1. Januar vor 364 Tagen war heute deutlich besseres Wetter, die Sonne schien, es waren Plustemperaturen und der Wind blies zwar kräftig, aber ein vergleichbarer Sturm wie Anfang des Jahres war es noch lange nicht.
Ich war heute nicht so gut gelaunt wie vor 364 Tagen, deshalb beschränkte ich mich diesmal aufs Fotografieren, zum An- oder Abbaden zum Jahreswechsel braucht man wirklich gute Stimmung und Spaß am Unsinn machen.
Aber C ging ins Wasser und planschte richtig wild durch die Wellen



Am Nachmittag habe ich mich dann wieder an den Schreibtisch gesetzt, die vorbereiteten Steuererklärungen online übermittelt, wobei ich eine Erklärung vorher noch mal ausführlich kontrolliert und ein paar Fehler ausgemerzt habe. Die harten Fristsachen sind jetzt also alle erledigt, aber statt Freude und Erleichterung zu empfinden, dass es jetzt endlich geschafft ist, bin ich eher genervt und angepisst von dem Kram, irgendwie geht mir dieser ganze Behörden-Formular-Vorschriftskram nur noch gegen den Strich, weil ich das alles so entsetzlich nutzlos finde.
Ich meine, diese ganze Papierverwaltung, das ist doch kein produktiver Beitrag für die Gesellschaft. Da hat absolut niemand was von, es geht keinem besser, nichts wird vorangetrieben, es ist nur eine sinnlose Beschäftigung aufgrund ebenso sinnloser Bürokratievorschriften. Und außerdem unverschämt teuer.
Ich weiß, ich profitiere ja selber davon, aber wenn ich die Gesamttätigkeit mal wirklich objektiv von außen betrachte, dann finde ich diese ganzen Sesselpupserjobs gnadenlos überbezahlt, wohingegen Jobs, die wirklich einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten, komplett unterbezahlt sind.
Gibt es irgendeinen vernünftigen Grund, warum Krankenpfleger und Kindergärtner nur ein Drittel von dem bezahlt bekommen, was Menschen mit meinem oder vergleichbaren Jobs erhalten?
Aber das scheint wohl eine Besonderheit unserer Gesellschaft zu sein, dass jeder meint, Verwaltung sei unerhört wichtig und müsse deshalb so besonders gut bezahlt werden.

Nun denn, so lange muss ich das alles zum Glück nicht mehr machen, ich kann das Aufregen darüber deshalb auch einfach wieder bleiben lassen.

Gegen halb fünf färbte sich der Himmel intensiv blau-rot und ich lehnte mich aus dem Dachfenster, um ein Foto mit Mond, Abendstern, Dünen und buntem Himmel zu machen. Während ich noch überlegte, ob es sich lohnt, für dieses Motiv die Treppe runterzulaufen und das ganze von vor der Tür noch mal ausführlich zu knipsen, sagte K, der neben mir die Farben bewunderte, plötzlich: "Schau mal, da fährt ein Schiff."

Und tatsächlich, hinter den Dünen fuhr ein Schiff, man sah die schwarzen Schornsteine, die so hoch waren, dass sie über die Dünen hinausragten.



Morgen früh um 7.30h müssen die Kinder zur Fähre gebracht werden, ich gehe deshalb besser jetzt gleich ins Bett
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Montag, 30. Dezember 2019
Auf den letzten Drücker ging es dann ziemlich flott
Ich habe es tatsächlich geschafft, alle Steuererklärungen, die für 2018 noch erstellt werden mussten, sind fertig. Jetzt nur noch zwei E-Bilanzen, aber mittlerweile ist mir ja auch davor nicht mehr bange.

Den Onlineübermittlungsabsendeknopf drücke ich aber erst morgen, weil morgen ja ganz offiziell noch ein normaler Arbeitstag ist, da sieht das besser aus, wenn die Steuererklärungen während eines normalen Arbeitstages übermittelt werden und nicht Sonntags oder Nachts. Einen letzten Hauch von Seriosität möchte ich mir bewahren.

Eigentlich ging das heute alles ganz schnell, bis 18h habe ich noch verzweifelt vor mich hin prokrastiniert, bis ich mir sagte, jetzt oder nie - und der alte Spruch, dass jede Arbeit immer genau so lange dauert, wie Zeit dafür zur Verfügung steht, hat sich mal wieder sehr deutlich bewahrheitet.

Fühlt sich schon gut an, so eine Last erledigt zu haben.

Da ich den Tag bis 18h überwiegend damit verbracht habe, mich darüber zu grämen, dass ich noch diese blöden Dinge tun muss, gibt es sonst nicht viel zu erzählen ist natürlich auch nicht viel passiert.
Bis 13h habe ich gemeinsam mit K im Bett rumgeschlumpft und Internet gelesen, bis mir einfiel, dass heute ja Sonntag ist und die Läden im Winter Sonntags um 14h schließen - und K heute morgen den letzten Kaffeefilter verbraucht hat, es also sehr geboten schien, sich blitzschnell fertigzumachen, um noch fix neue Kaffeefilter zu ergattern, sonst morgen früh nix Kaffee.
Um 13.40h war ich also bei Lidl und entdeckte zu meiner Freude, dass es dort nicht nur Kaffeefilter gab, wovon ich als Selbstverständlichkeit ausgegangen war, sondern es gab auch grade frisch eingetroffen unseren Lieblingsbressot Traditionell im Angebot und weil es den wahrscheinlich offiziell erst ab Montag gibt, hier auf Borkum der Lidl aber auch am Sonntag auf hat und die grade die Montagsangebotsregale schon eingeräumt hatten, hatte ich die einmalige Chance, den Bestand sofort zu ca. 50% aufzukaufen.
Wenn ich erst morgen nach dem Aufstehen, also so am frühen Nachmittag, dort erschienen wäre, hätte ich nie mitbekommen, dass es diesen Bressot überhaupt grade im Angebot gab, weil der morgen garantiert blitzschnell ausverkauft ist, das kenne ich schon, das ist meistens so.
Die Insel ist seit zwei Tagen gesteckt voll mit Urlaubern und die kaufen alle ein wie die Blöden, eine wahre Heuschreckenplage, diese Touristen.

Ich habe mich vor allem deshalb so gefreut, weil ich aus unserem Vorratsbestand exakt gestern das letzte Töpfchen geöffnet hatte und ich mich schon seelisch moralisch darauf eingestellt hatte, dass ich danach für die nächste Zeit dann mal keinen Frischkäse mehr essen kann, weil dann halt alle und nicht beschaffbar. Es ist ja nicht nur so, dass das Zeug bei Lidl besonders günstig ist, wenn es im Angebot ist, das auch, aber es ist ansonsten einfach nicht zu kaufen, auch nicht für teuer, und das finde ich viel schrecklicher. Auf dem Festland könnte ich noch in dem großen Feinkostrewe Glück haben, die haben auch diese Sorte regulär gelistet, aber hier auf der Insel gibt es genau diese Sorte sonst eigentlich gar nirgends und deshalb ist es eben eine besonders glückliche Fügung, dass ich heute unsere Vorräte wieder für die nächsten drei Monate aufstocken konnte. Zum Glück hält sich das Zeug grundsätzlich auch locker zwei Monate über das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum, genau deshalb habe ich auch gleich 15 Pakete erworben.

Anschließend sind wir zum Onkel gefahren, ich habe meine Nebenkostenabrechnungen noch mal vorsichtshalber von seinem Faxgerät aus per Fax versendet, in der deutschen Verwaltung ist Faxübermittlung fristwahrend zulässig, eingescannt per E-Mail nicht, mehr muss man über deutsche Verwaltung eigentlich auch gar nicht wissen.

Die Kinder sind auch mitgefahren und haben sich vom Onkel zeigen lassen, wie man Apfel- und Birnbäume beschneidet. J hat sich einen Zusatzjob in Berlin besorgt, wo er einem älteren Ehepaar bei der Gartenpflege helfen soll, um wenigstens den Hauch einer Ahnung zu haben, für die Dinge, die er da tun soll, gab es heute einen (Winter)Crashkurs beim Onkel.

K hat dann noch mit dem Onkel die Umstellung des Telefons von Telekom auf Vodafone besprochen, weil die Telekom sich in der letzten Zeit zu einer derart unintuitiven und nicht gangbaren Serviceonlinewüste entwickelt hat, dass jetzt endgültig das Maß voll ist.
Der Onkel spart in zwei Jahren durch die Umstellung von Telekom auf Vodafone fast 1.000 € UND landet in einem deutlich besser strukturierten Onlineportal* für die Verwaltung der Verträge, dass in so einem Fall auch der eingefleischteste Telekomtraditionskunde gerne wechselt.

*okay, natürlich wird es nicht wirklich der Onkel sein, der in dem Onlineportal landet, sondern nur seine Verträge, die dann künftig von mir/uns dort verwaltet werden, aber genau deshalb finde ich es ja auch so wichtig, dass die Online-Verwaltung problemlos funktioniert.

Dann fuhren wir wieder nach Hause, ließen die Kinder beim Onkel, die durften dort noch weiter Bäume beschneiden, ich hatte aber Hunger und habe zuhause erstmal fix eine Kartoffelsuppe gekocht und mit Blätterteig-Schinkenröllchen bzw. Blätterteig-Pestoröllchen** als vegetarische Variante, ergänzt, sehr leckeres Abendessen.

**geht ganz leicht: Man nehme eine Packung Fertigblätterteig aus dem Kühlregal, schneide sie in ca. 20 kleine Stücke, rolle dann jedes Stück mit dem Nudelholz noch etwas größer aus, bestreiche es mit rotem Pesto, rolle es dann von der Längsseite her zusammen, ich verzwurbele die fertige Rolle dann meist noch durch Insichverdrehen, dann wälze ich sie in geriebenem Käse und dann lege ich sie aufs Backblech, im Ofen braucht es ca. 12 Minuten bei 200°C. Die Schinkenröllchen gehen genauso, nur statt Pesto nimmt man Schinken und rollt den mitsamt dem Blätterteigstück auf. Ist ein wunderbarere Fingersnack, leicht herzustellen, macht aber immer viel Eindruck

Tja, und dann war es 18h, mir fiel keine Ausrede mehr ein und ich habe mich an den Rechner gesetzt.

Für morgen nur noch Sendeknopf drücken und zwei E-Bilanzen, das ist ja wohl eine Kleinigkeit
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Samstag, 28. Dezember 2019
Donnerstag bis Samstag
Was das Tagebuchbloggen angeht, habe ich heute ja sogar schon drei Tage aufzuholen, da die letzten beiden Tage zwar lange Texte veröffentlicht wurden, aber eine Tageszusammfassung fehlte komplett.

Ich gebe es zu, erstens gab es nicht viel zu erzählen, weil hier hauptsächlich Abhängen galore stattfindet, was außer der darin liegenden Ereignislosigkeit auch eine ungemeine Antriebslosigkeit nach sich zieht, zweitens habe ich mich aber auch sehr über das Weihnachtsgeschenk von N gefreut, der mir nämlich "Jokerblogbeiträge" geschenkt hatte und wenigstens einen davon wollte ich schon mal gleich als erstes auch einsetzen.

Jetzt ist alles eingerichtet, N ist registrierter Contributor für dieses Blog und wenn ich künftig mal einen akuten Durchhänger habe und keine Zeit, etwas zu Bloggen, dann rettet N die Familienehre und springt mit einem medizinischen Notfallbeitrag in die offene Wunde Lücke und sorgt für eine unterbrechungsfreie Bloghistorie.
Bisher hatte ich nur J als Backoffice-Partner, jetzt ist auch N dabei. Mir gefällt das ungemein gut.

Vorgestern ist aber auch wirklich nicht sehr viel passiert.
Tagsüber haben wir eine Runde mit den Rädern gedreht, einmal bis ans Ende des Deckwerks und Strandholz gesammelt. N hat einen sehr genialen, sehr großen Strandholzbalken gefunden, der jetzt im Schuppen steht, um langsam zu trocknen. Anschließend möchte ich ihn als Gestell für eine Esstischleuchte verwenden. Kann man für 589 € bei einem Lampendesigner kaufen - oder einfach selber machen. K hat sich schon seufzend in sein Schicksal gefügt.
Am Abend kam der Onkel zum Essen, wir hatten einen Nudeltopf mit Filetspitzen und frischen Champignons und eine vegetarische Lasagne vorbereitet, Hühnersuppe als Vorspeise, nach Nachspeise hat keiner mehr gefragt, wir waren pappsatt. Nur Bier ging noch rein. Und ein Basil-Smash, vielleicht war das der Grund, weshalb die Stimmung durchaus gehoben war, der Onkel fuhr auf alle Fälle erst nach Mitternacht sehr fröhlich nach Hause.
Als mir N im Laufe des Abends anbot, dass dies doch eine ideale Gelegenheit wäre, um einen seiner Beiträge einzusetzen, konnte ich ihm nur zustimmen, so passte alles perfekt zusammen.

Gestern war dann ja theoretisch ein normaler Arbeitstag und ich hatte mir Großes vorgenommen, denn ich habe ja noch eine langsam immer dringlicher werdende Liste an Dingen, die bis zur deadline 31.12. erledigt sein müssen.
N fuhr mit der 7.30h Fähre zurück aufs Festland, C hatte sich angeboten, ihn zur Fähre zu bringen, ich war ebenfalls aufgestanden, um Tschüss zu sagen, aber knapp waren die beiden abgefahren, lag ich auch schon wieder im Bett und schlief erst mal bis 10h.
Nach dem Aufstehen wollte ich unbedingt erst mal einkaufen gehen, zwei Tage ohne Ladenkontakt, das fühlte sich ja schon fast wie Entzug an. Außerdem hatte sich ohne Ende Glasmüll angesammelt, das Bier war alle und eine Riesentüte sonstiges Pfandzeug wollte auch weggebracht werden, es lohnte sich also, den Fahrradanhänger rauszukramen, das Wetter war kalt aber trocken, da kann man sehr gut Fahrradfahren.
Danach habe ich mich brav an den PC gesetzt, eine Veröffentlichung habe ich geschafft, dann verließ mich Energie und Motivation und ich bin wieder ins Bett gegangen.
Nach vier Stunden Nachmittagsschlaf war ich fit fürs Abendessen, es gab Bratkartoffeln und Reste vom Vortag, anschließend einen fast fertigen Blogtext nur noch feinpolieren, dann wieder Bett, so kriegt man Tage auch rum.

Zu meinem Kummer werde ich von der ganzen Schlaferei nicht wacher, sondern groove mich nur immer mehr ein, in dieser Dauererschöpfung. Heute also auch wieder lange geschlafen, dann aber an den Schreibtisch gehechtet und nicht wieder aufgestanden, bis ich endlich die beiden Nebenkostenabrechnungen fertig hatte, die ansonsten in drei Tagen verjähren.
Ich muss noch mehr Nebenkostenabrechnungen fertigstellen, aber die anderen Mieter kriegen alle was zurück, da wird das mit der Verjährung wohl eher kein Problem sein.
Für diese beiden Abrechnungen habe ich fast vier Stunden gebraucht, weil ich jedesmal, wenn ich dachte, jetzt ist alles fertig, doch noch wieder einen Fehler entdeckte und alles noch mal neu machen musste. Wenn man derart unmotiviert seine Arbeit erledigt, wie ich das derzeit mache, scheint das mit der Qualität ein ernstes Problem zu sein.

Jetzt noch als to-dos bis Dienstag: vier Steuererklärungen und zwei E-Bilanzen. Dann ist alles erledigt. Stay tuned, es bleibt spannend.

Nach den vier Stunden am Schreibtisch hatte ich ausdrücklich keine Lust mehr und wollte vor die Tür.
Draußen war es aber a****kalt, ganz plötzlich und unerwartet, gestern war es noch dick über Null Grad, heute fror ich schon beim Haustüröffnen.
Wir sind deshalb einfach nur so eine Runde mit dem Auto einkaufen gefahren, um vor Ort festzustellen, dass wir eigentlich nichts brauchen, aber ich habe mal eine Tüte Tiefkühlerbsen gekauft, man weiß nie, ob sich da nicht plötzlich ein akuter Mangel zeigt, wenn keine Tiefkühlerbsen im Haus sind.
Anschließend noch beim Onkel vorbeigefahren, um die Hilti zurückzubringen und einen vollen Komposteimer hatte ich auch gesammelt, der Onkel war aber unterwegs, so waren wir schnell wieder zu Hause.

Zum Abendessen gab es gebackenen Hasselback Kürbis, ein Rezept, was ich schon mehrfach gemacht habe und was immer sehr lecker war. Diesmal hatte ich einen kleinen Butternut Kürbis und einen Spaghettikürbis, weil ich die nebeneinander probieren wollte, um rauszufinden, welcher mir besser schmeckt.



Ich glaube, ich mag den Butternutkürbis mehr, C sagte, sie zieht den Spagghetiitkürbis vor, so sind die Geschmäcker halt unterschiedlich.
Als Beilage gab es Quinoa und Kartoffelspalten (Kartoffelspalten, weil Kartoffelspalten, damit kann ich nie etwas falsch machen und ich wusste nicht, wie die Kinder Kürbis und Quinoa finden werden.)

Kartoffelspalten sind natürlich alle, aber von beiden Kürbissen ist noch jeweils die Hälfte übrig und Quinoa ist auch noch da, morgen werde ich das einfach untereinandermengen und mit Käse überbacken.

Im Fernsehen kommt nur Müll, die Kinder sind nach dem Essen sofort wieder in Cs Zimmer verschwunden, um weiter Papermario zu spielen. Sie haben die Gamecube aus den 90ern rausgekramt und nach den Geräuschen zu urteilen, die bis hier nach oben dringen, haben die beiden viel Spaß.

K hat den Ofen angeworfen und sich über die Anfeuerungsflamme gefreut
Er hat schon letztes Jahr größere Mengen dieser Pressholzbriketts mit Loch in der Mitte gekauft, jedes Mal, wenn er damit den Ofen anfeuert, ruft er vorher: "Komm mal mit der Kamera, gibt ein tolles Foto zum Bloggen."
Er hat natürlich recht, weshalb ich es diesmal auch endlich pflichtschuldigst hochlade.
Voilà, Anfeuerungsflamme durch Loch im Brikett:


Mehr ist nicht passiert, für morgen ist ein weiterer Aktivitätsschub geplant
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Mittwoch, 25. Dezember 2019
Regenbogen und Ferienwohnungsverwendung
Sehr ruhiger Tag hier, wir haben alle lange geschlafen und dann hat jeder ein wenig in seinem Internet rumgekroost.
Die Kinder guckten Netflix über AppleTV auf dem Fernseher und/oder in ihr Macbook bzw. PC bzw. iPad oder Handy, teilweise alles gleichzeitig, bei der Vielzahl der elektronischen Geräte, über die heute jeder verfügt, weiß man ja gar nicht mehr, wie man das beschreiben soll, es hat sich auf alle Fälle keiner gelangweilt.

Ich habe die Wäsche sortiert und zwei Maschinen Wäsche durchgescheucht, die dritte wartet noch auf ihren Einsatz, weil ich bei dem Wetter schlecht draußen trocknen kann, stecke ich die feuchte Wäsche in den Trockner, der aber nicht gleichzeitig mit der Waschmaschine laufen kann, weil dann immer die Sicherung wegen Überlastung in die Knie geht.
Aber zwei Maschinen sind gewaschen und getrocknet, ist ja auch was.

Am frühen Nachmittag sah das Wetter freundlich genug für einen Spaziergang aus, nach dem es gestern ja wirklich durchgängig nicht nur geregnet, sondern phasenweise auch richtig gegossen hat und wir sehr froh waren, dass keiner von uns vor die Tür gehen musste.

Die Kinder gammelten in Schlafanzug- und Pflegerhosen glücklich vor ihren Geräten rum, also zogen K und ich zu zweit los, ein bisschen frische Luft und einmal Wasser gucken war der Plan.

Als wir in Höhe der Heimlichen Liebe am Strand lang liefen, machte ich ein Foto von dem Insel-Panorama, relativ blauer Himmel, alles war schön.


Dann zog sich der Himmel plötzlich zu und wurde blitzschnell rabenschwarz. Allerdings nur hinter der Promenade, der Leuchtturm lag noch voll im Sonnenlicht, es sah wirklich beeindruckend aus



Die Fotos habe ich alle mit meinem Handy gemacht, keine Profikamera mit Riesenblitz oder so, alles von der Natur ausgeleuchtet und natürlich auch alles ohne Filter. (Gilt hier ja immer, außer ich schreibe es ausdrücklich dazu.)

Gleichzeitig fing es an zu regnen, so dass sehr schnell ein wunderschöner Regenbogen entstand.
Und ich weiß jetzt, wo ich nach dem Gold graben muss: Am Fuß vom Sendemast.


Das untere Foto hat K gemacht, der hat schon das neue iPhone mit einer deutlich besseren Kamera, die kann jetzt auch Weitwinkel, so dass er den gesamten Regenbogen draufbekam. Ich hätte dafür 20m weit ins Meer laufen müssen, um genug Abstand zu haben, diesen Einsatz war mir ein vollständiger Regenbogen dann doch nicht wert.
Lustig bei diesen Weitwinkelbildern sind dann nur immer die stürzenden Linien, auf dem Originalfoto haben Leuchtturm und Sendemast also gewaltig Schlagseite, hier habe ich dann mit einer "Graderichten-App" etwas korrigiert.

Das ganze Spektakel, mit schwarzem Himmel, Regen und Regenbogen dauerte vielleicht 10 Minuten, dann war der Spuk schon wieder vorbei.

Ich habe anschließend noch ein paar Fotos vom Meer mit Sonne im Gegenlicht gemacht. Weil ich ein Foto haben wollte, wo K genau in diesem gespiegelten Lichtfenster steht, bin ich hinter ihm weiter oben am Strand immer hin und her gelaufen, um die Position perfekt auszurichten, weil ich das Foto als "Schnappschuss" haben wollte und nicht als gestellte Regieanweisung "bleib genau da stehen und gucke nach vorne". Mein hin und her Gerenne verwirrte K aber so, dass er auch immer hin und her lief, was es mir mit meiner "Schnappschussidee" natürlich extra schwer machte - aber es ist gelungen.



Das andere Foto heißt "K kuckt Küste", denn da schaut er genau nach Eemshaven, die Kohlekraftwerke sind verschwommen im Hintergrund zu erkennen. Hier habe ich das mit dem zufälligen Schnappschuss aufgegeben und ihm gesagt, wo er stehen und wohin er gucken soll. Ich finde das Foto trotzdem schön.

Ansonsten habe ich mit der Mutter telefoniert, die erzählte, der Bruder hat sich jetzt auch eine Ferienwohnung hier auf der Insel gekauft - aber nur als Kapitalanlage und vorrangig zur Fremdvermietung, was mir grundsätzlich ja komplett fremd ist.

Dass man sich eine Ferienwohnung kauft, weil man sein Domizil eben nicht mehr mit fremden Leuten teilen will, das kann ich verstehen.
Man kann seine privaten Sachen gleich vor Ort lassen und muss zum Verreisen keine Koffer mehr packen, man kann sich seine Ferienwohnung genau so einrichten, wie es einem selber gefällt und muss keine Sorge haben, dass fremde Leute einem die Dinge kaputt machen oder wegschleppen und das allerwichtigste: Man hat sein eigenes Bett und muss sich nicht mit Phantasien rumplagen, wer wohl schon alles auf die Matratze gepinkelt, gevögelt oder gekotzt hat.
Grade bei Bett bin ich hochempfindlich, ich mag mein Bett schließlich auch sehr.

Ich kaufe alle Kleidungsstücke auf dem Flohmarkt und habe kein Problem damit, weil ich das Zeug ja waschen kann, bevor ich es selber trage. Aber die Matratze in einem Bett kann ich nicht waschen, da kann ich maximal ein sauberes Bettlaken drüberlegen - und dass man jedesmal die Bettdecke und das Kopfkissen durchreinigt, wenn man frisch ankommt, halte ich auch eher für unlösbar, was aber alles für Krabbeltiere in Bettdecken und Kopfkissen hausen können, die andere Leute dort eingeschleppt haben, das sollte man vorsichtshalber nicht googeln.
Krätze ist da noch fast die harmlose Variante.

Und ja, ich habe deshalb auch ein Problem mit Hotelbetten und ich wundere mich seit Ewigkeiten, weshalb Leute meinen, sie würden keine Secondhand-Kleidung tragen wollen - aber ohne mit der Wimper zu zucken im Urlaub in Hotelbetten schlafen, von denen sie mit 100%iger Sicherheit keine Ahnung haben, wer da vorher schon alles dringeschlafen und Dinge drin getan hat. Urrrrgghgh, grusel, schüttel, es ist besser, ich denke da gar nicht drüber nach, weil ich sonst ein ernsthaftes Problem mit Urlaub machen in fremden Betten habe.

Ich sehe gleichzeitig ein, dass nicht jeder die Kohle hat, sich eine Ferienwohnung zur Selbstnutzung zu kaufen, und wenn man Urlaub machen möchte, muss man halt Kompromisse machen - aber wenn ich die Kohle habe und mir so eine Wohnung kaufen kann, ja verflixt, warum hole ich mir dann andererleuts Problemgeziefer ins eigene Haus? Ne, sorry, erschließt sich mir nicht.

Muss es aber ja zum Glück auch nicht. Die allermeisten Ferienwohnungsbesitzer vermieten ihre Wohnungen tatsächlich auch an fremde Leute, weil man da natürlich zusätzlich Geld mit verdienen kann.
Ich glaube, wenn man erstmal so viel Kohle hat, dass man Ferienwohnungsbesitzer sein kann*, dann bricht bei den allermeisten Menschen auch sofort ein gesteigerter Geldgierwahn aus und sie müssen immer noch mehr und noch mehr haben. Ist ein komplett anderes Thema, lässt mich aber auch regelmäßig den Kopf schütteln. K nennt das "das chronische Halsleiden - die kriegen den Hals nicht voll" und ich denke, das beschreibt es ziemlich genau.

*für ganz arme Menschen ist das schon deshalb nichts, weil man die wenigstens Ferienwohnungen zu 100% finanzieren kann, ein gewisses Eigenkapital muss man als Startkapital schon mitbringen

Deshalb soll das jeder machen wie er mag, für mich bleibt es aber für immer dabei: Wenn ich Ferienwohnungen vermiete, dann nur solche, in denen ich nicht selber wohne. Der Onkel zB vermietet seine Ferienwohnungen, weil sie genau dafür gedacht sind: um Urlauber dort wohnen zu lassen. Seine eigenen "Privaträume" vermietet er aber selbstverständlich nicht, die sind halt privat. Und genau das gleiche gilt für mein Haus: Freunde sind natürlich als Besuch willkommen - aber nur, wenn sie mich besuchen wollen und nicht einfach nur eine preiswerte Übernachtung für ihren Urlaub suchen. Und gegen Geld schläft niemand in meinem Bett, ich bin doch keine Nutte
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