anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 24. Dezember 2019
Weihnachten
So, Baum steht:

Wie der Rest des Tages verläuft, ist noch ungewiss, die Kinder meinten, man könne doch jetzt fix die Geschenke verteilen, dann wäre das Thema ruck zuck durch und sie könnten sich mit Schwung und Freude auf "endlich Urlaub machen" stürzen.

So ganz verkehrt finde ich die Idee nicht, ich merke, wie grade meine traditionelle Weihnachtsaversion in mir hochblubbelt und mir Dinge zuflüstert wie "das ist doch alles ein einziges, verlogenes Getue, wer will diese Show denn noch wirklich?" und vielleicht ist es eine gute Idee, diese Verpflichtung so schnell und vor allem so kurz und schmerzlos wie möglich hinter sich zu bringen.

Es gibt doch wahrlich nettere Dinge, die man als Familie gemeinsam machen kann, als sich um einen kitschig glitzernden Weihnachtsbaum zu versammeln, um dort unbeholfen rumzusitzen, weil keiner als erster was sagen will und ich ganz sicher auch nicht, weil ich halt auch nicht weiß, was man nun noch tun müsste, bevor man die Geschenke auspackt und die Stimmung mit Alkohol rettet.

In meiner Familie gab es früher ein festes Ritual mit vorgeschriebenem Ablauf, wie Weihnachten zu feiern ist. Dieser Ablauf war so selbstverständlich, dass sich niemand die Frage stellte, ob man das schön findet oder gar, weshalb man es macht, wie man es macht oder ob man etwas ändern solle. Es war halt so und fertig.

Aber dann löste sich die Tradition so nach und nach auf, Tod, Scheidungen und neue Räumlichkeiten führten dazu, dass irgendwann nichts mehr so war, wie es mal war und damit verlor dieser Ablauf eines Weihnachtsfestes für mich auch komplett jede Bedeutung.

Dazu kam, dass ich mit zunehmendem Alter der Kirche immer kritischer gegenüberstehe, genauso kritisch sehe ich tradierte Rollenmuster. Kinder, die unterm Weihnachtsbaum Gedichte aufsagen, verursachen mir Gänsehaut und um meine Kinder davor zu bewahren, sich an dieser Stelle ein Trauma einzufangen, was nachher nur durch teure Therapiestunden wieder wegzukriegen ist, habe ich meinen Teil der Familie sehr schnell vom restlichen Teil der Familie abgetrennt, als sich unter mir ein neuer Familienteil entwickelte.

Zugegeben, CW und ich hatten auch keine wirklich joy sparkende Alternativlösung, wie Weihnachten nun besser verbracht werden könne, wir haben die alten Traditionen einfach jedes Jahr mehr und mehr ausgeschlichen.

Mittlerweile steht der Weihnachtsbaum in der ersten Etage, weil da der Ofen steht und damit ist auch gleichzeitig kein Klavier in der Nähe, auf dem ich Weihnachtslieder spielen müsste.
Blockflöte kann in dieser Familie außer mir auch niemand spielen und singen können wir zu fünft ausgesprochen ausdrücklich gar nicht.
Musikalisch sind wir also einigermaßen safe, was Weihnachtseskalationsmoves angeht.
Gedichte sagt auch keiner auf und Geschichten vorlesen fühlt sich irgendwie so unglaublich künstlich an.
Bei uns ist keiner auf Knopfdruck besinnlich, dafür sind wir alle gut in blöde Bemerkungen machen.

Wir ruckeln uns Weihnachten also auf unsere ganz eigene Art und Weise zurecht und wenn man sich erst mal gelöst hat, von der Erwartungshaltung, dass Weihnachten etwas ganz Besonderes sein muss, mit Englein, Hirten, Weltfrieden und viel künstlichem Getue, um stattdessen lieber etwas gemeinsam zu machen, was allen und gleichzeitig jedem für sich Spaß macht, dann ist man meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg, den Sinn von Weihnachten umzusetzen.

Ich glaube, ich mache jetzt erst mal einen Nudelsalat für K, dann ist der auf alle Fälle schon mal glücklich
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Dienstag, 24. Dezember 2019
Systemsprenger
Tja nun, was soll ich von einem Tag wie heute schreiben?
Viel Familie, viele unterschiedliche Menschen und jeder sieht die Welt und die Dinge in der Welt mit eigenen Augen, das können dann so viele verschiedene Sichtweisen wie Augenpaare sein, die ihre Meinung vortragen.
Jeder hat ein wenig recht, jeder hat ein wenig unrecht, jeder hat halt seine ganz eigene persönliche Sichtweise und jeder muss mit seiner eigenen Meinung irgendwie zurecht kommen.

Ist ja nicht so, als wäre es wirklich von Bedeutung, welche Meinung man so hat, wichtig ist nur, dass die eigene Meinung und das eigene Leben zusammen passen, dann ist alles okay.

Ich bin eher ein negativer Mensch mit negativer Meinung von der Integrität und der Kapazität anderer Menschen, sprich, ich sehe eher das Schlechte erwarte vorsichtshalber so wenig wie möglich von anderen Menschen und versuche das pragmatisch in meinen Alltag zu integrieren. Von dem tiefbegabten Assistenten der Geschäftsführung erwarte ich maximal, dass er so wenig wie möglich stört, die Illusion aus dieser offensichtlichen Niete noch ein produktiv tätiges Teammitglied zu machen, habe ich nach hartem Ringen schon vor 10 Jahren aufgegeben.

Zugegeben, als ich neu war in dem Laden, war ich auch noch überzeugt, man muss den nur richtig ansprechen und richtig motivieren, dann läuft der von ganz alleine. Tut er auch, nur leider grundsätzlich in die falsche Richtung.
Das ist für niemanden gut, weil er die anderen Teammitglieder mit herabreißt und die Führungsmitgliedern hauptsächlich damit beschäftigt sind, sich Ausreden auszudenken, warum sie es nicht eher gemerkt haben.

C ist hier das genaue Gegenteil, sehr positiv und sehr sehr überzeugt, dass alles gut werden kann, wenn die negativen Menschen nur einfach hart genug versuchen positive Menschen zu werden.

Ich glaube das nicht, weil ich glaube, ein Esel kann nicht zum Rennpferd werden, wenn er sich nur genug anstrengt und es werden will.
Ich halte auch nix von dem Satz "Du kannst alles erreichen, wenn du es willst, du musst es nur intensiv genug wollen."
Was für ein gehobener Bullshit, als ob das nur am Wollen und am Anstrengen läge.

Natürlich, wir haben ein durchlässiges Bildungssystem und bei uns kann jeder werden, was er will - nur leider wollen viele Leute etwas werden, für das sie auf Basis ihrer inhärenten Fähigkeiten und Eigenschaften nur bedingt geeignet sind, damit aber solche Leute sich nicht frustriert von den Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, hat man die Ausbildungs- und Prüfungsanforderungen gesenkt - und zack, ist die Hälfte der Gesellschaft hochqualifiziert. Ich halte das aber in vielen Fällen für eine Potemkinsche Bildung und weil ich es so anstrengend finde, damit im Alltag umzugehen, gehe ich vorsichtshalber lieber immer erst mal mit sehr wenig Erwartungshaltung an das Leistungsvermögen anderer Menschen heran und bin selbst auf diesem niedrigen Niveau noch oft genug enttäuscht worden.

Und wahrscheinlich ist es diese Enttäuschung, die mich im Laufe der Jahre so bitter werden ließ, und nein, auch zu Weihnachten mag ich an dieser Einstellung nichts ändern, denn , wenn ich offen und positiv (=erwartungsvoll) an Menschen herangegangen bin, habe ich meine Naivität so oft sehr eindrucksvoll zu spüren bekommen, dass mir einfach die Lust auf weitere Experimente vergangen ist
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Sonntag, 22. Dezember 2019
Angekommen
Sehr viel mehr schaffe ich aber auch nicht zu vermelden.

Die ziemlich komplexe Logistik des gesamten Tages hat einwandfrei funktioniert, es gab zwar zwischendurch Abweichungen, die aber das Gesamtergebnis nicht beeinflusst haben, insofern: Hat alles perfekt geklappt.

Wir hatten für N ein neues Auto gekauft und weil das eine Überraschung sein sollte, mussten alle dichthalten - und gleichzeitig sollte er selber seinen ursprünglichen Plan "das Auto bleibt in Greven und ich fahre mit dem Zug zurück" von sich aus ändern in "dann fahren die Kinder alle zusammen in einem Kinderauto und ich fahre dann mit dem Seat von Emden aus zurück nach Wien."

Das gelang, denn es wollten alle drei Kinder von Greven aus am Samstag mit nach Borkum fahren - das wird sehr, sehr eng, wenn die zu dritt im Cabrio auf der Rückbank sitzen, weshab N sehr schnell feststellte, dass es viel cooler ist, wenn die Kinder gemeinsam in seinem Seat bis Emden fahren, er das Auto dort parkt und dann am 27. von dort aus wieder zurück nach Wien fährt.

Das coole ist, dass er vorher einen Seat Leon hatte und jetzt auch, der neue ist nur einfach 14 Jahre jünger, aber ansonsten immer noch ein Seat Leon und ich deshalb ganz offen mit ihm über den Einsatz des "Seat" sprechen konnte.

Nun, wie auch immer, ich denke, er ist sehr zufrieden mit dem Upgrade, so war der erste Teil des Tages schon gleich gut eingespielt.

C., die die letzte Woche Ns neues Auto benutzt hat, um all die Dinge zu transportieren, die sie für ihre neue Wohnung braucht, kam gegen 10h mitsamt Auto in Greven an. J und N, die gemeinsam aus Berlin kamen (weil N festgestellt hatte, dass eine Reise Wien-Berlin die praktischste Variante ist, wenn er ab Berlin mit J gemeinsam weiterfährt) trudelten gegen 11h in Greven ein, also perfektes Timing mit genug entspanntem Vorlauf.

Gegen 13h fuhren wir mit zwei Autos nach Leer, als 5er Truppe den Vater besuchen, der sich freute, von dort aus weiter nach Emden, ein Auto auf die Fähre, eines auf den Parkplatz und drei Kinder zu Fuß auf die Fähre. Wir haben dann ihre Rucksäcke noch in meinen Golf geladen, so dass sie ohne Gepäck vom Hafen mit dem Zug weiterfahren konnten, zu fünft in meinem Cabrio klappte nicht, weil die Rückbank komplett mit Gepäck belegt war.
Die Fähre fuhr allerdings nicht direkt von Emden nach Borkum, sondern machte einen Zwischenstopp in Eemshaven, wir brauchten insgesamt also nicht zwei, sondern zweieinhalb Stunden, aber irgendwann waren auch die umund wir kamen alle heil und gesund auf Borkum an.

Mittlerweile waren wir Einkaufen, haben ganz viel Brot und Dip gegessen, sind jetzt alle satt und müde und ein ganz klein wenig betrunken, weil so eine Ankunft auf der Insel mit vielen freien Tagen vor sich, das wird immer mit Alkohol gefeiert.

Morgen gibt es Sushi, mehr Plan haben wir noch nicht, aber der Reis ist schon gekocht
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Freitag, 20. Dezember 2019
Auge repariert und Gewürze gekauft
Auch wenn ich heute offiziell schon Urlaub habe und nicht mehr ins Büro gehen musste, so gab es doch noch reichlich Dinge zu tun, weshalb ich ganz zufrieden war, dass ich schon um 7h wach wurde. Das Auge, was mich gestern genervt hat, hat sich über Nacht nicht beruhigt, sondern Party gemacht, und mit so einem brennenden, drückenden, tränenden Auge schläft es sich auch nicht ganz so gut, um 7h fand ich, es reicht mit dem Rumwälzen im Bett und ich werde einfach richtig wach und stehe auf.
Bevor ich allerdings aus dem Bett stieg, fiel mein Blick auf das Fenster und ich wunderte mich, weshalb es so rosa ist.

Ich griff dann gleich mal nach meinem Handy - und wirklich, draußen war ein beeindruckender Himmel zu bewundern.



So fängt ein Tag doch gleich positiv an.

Weil das Auge so sehr nervte, dass ich es nicht auf Dauer ignorieren konnte, und schon gar nicht plante, damit auf die Insel fahren, wo dann erst recht kein passender Arzt mehr erreichbar ist, bin ich gleich als erstes mal zum Arzt gegangen.
Der diagnostizierte irgendwas entzündliches, verschrieb eine Antibiotikumsalbe - und bereits heute Abend kann ich sagen: Das war eine sehr gute Idee.
Es geht jetzt schon deutlich besser, ich möchte gar nicht wissen, wie sich das ohne Salbe entwickelt hätte.

Während des Tages habe ich dann angenehm produktiv ein paar wichtige Dinge erledigt, am Abend bin ich einmal mit K ins Ostwestfälische gefahren, weil er da Dinge zu erledigen hatte, wir waren auf dem Rückweg dann noch mal auf dem Weihnachtsmarkt in Wiedenbrück, K zog es zu den Reibekuchen und mich zu den Gewürzen.

Ich bin ja im Moment auf dem Dipgewürztrip und auf dem Weihnachtsmarkt gab es zwei Gewürzhändler-Stände, wo ich aber beim letzten Mal wegen der versalzenen Reibekuchen komplett vergessen hatte, einzukaufen. Tat ich dann heute.

Ist ja schon seltsam, wie so festgefahrene Preisprogrammierungen das eigene Geldausgebeverhalten beeinflussen.
Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nicht mehr als 1 € für ein Gewürz ausgegeben - außer ich habe gleich eine große Menge im Großmarkt gekauft. (Pfeffer z.B. kaufe ich immer im Kilo).
In aller Regel kaufe ich Gewürze auf dem Flohmarkt, da stehen regelmäßig Gewürzhändler und dort habe ich mich halt auch an die Preise gewöhnt.

Im September habe ich bei einem Händler 25 Tüten mit verschiedenen Gewürzmischungen für 20€ gekauft - zu meinem Kummer, habe ich genau diesen Händler danach nicht wieder gefunden, denn diese Gewürze waren echt prima.
Perfekt für Dips und seitdem bin ich eben auf diesem Dip-Trip.

Die Gewürzhändler auf diesem Weihnachtsmarkt boten nun auch sehr spannende Mischungen an - und heute habe ich dort einfach eingekauft und bin erst anschließend ein wenig in Ohnmacht gefallen, als ich den Gesamtpreis hörte. Ich glaube, dort kostet so ein Döschen Gewürzmischung locker das 5-6fache von dem, was ich bisher gewöhnt war, ich tröstete mich mit Yolo, bis mir klar wurde, wie seltsam das eigene Preisbeurteilungsverhalten ist.
Für so einen blöden Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt bezahlt man ohne mit der Wimper zu zucken 4 € und findet es normal.
Wenn eine Gewürzdose 6 Euro kostet, habe ich da ganz unbestritten viel länger was von, weshalb finde ich dann 6 € eigentlich teuer?
Weil ich für Gewürze eben ein anderes Preisframing eingebrannt habe - ist meine persönliche Erklärung, aber vielleicht sollte ich diese seltsamen Preisvorstellungen generell mal kritisch hinterfragen.
Oder einfach weniger Glühwein auf Weihnachtsmärkten trinken, dann bleibt viel mehr Budget für Gewürze
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Freitag, 20. Dezember 2019
Fertig
So, feddich!

Aus, Schluss, Ende - zumindest für dieses Jahr ist die aushäusige Büroarbeit erledigt, heute letzter Tag und auch wenn die Inbox weit entfernt von Zero ist, so stört mich das aktuell kaum.
Einen größeren Teil des Tages war ich mit dem Schreiben von Fristverlängerungen und dem Erklären, dass der Sachverhalt frühestens in einem Monat bearbeitet wird, beschäftigt, macht auch irgendwie Spaß, zeigt es doch sehr deutlich, dass man sich von all dieser eiligen Dringlichkeit und Fristen, die ständig in die Welt gesetzt werden, viel zu sehr kirre machen lässt, einfach mehr ignorieren wird mein Vorsatz für 2020.

Gestern war ich bis spät noch unterwegs, wurde hier im Blog aber ja qualifiziert vertreten, ich finde einen guten Vertretungsartikel besser als gar keinen oder einen Einzeiler, der nur feststellt, dass ich keine Zeit habe.

Morgen habe ich schon Urlaub und werde zunächst hier in Greven noch all die Dinge erledigen, die halt dringend noch erledigt werden müssen, damit das neue Jahr nicht sofort mit Ärger anfängt, und ich werde es genießen, dass ich nicht aus dem Haus muss.

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In den Rieselfeldern wohnt immer noch ein ganzer Trupp Störche. Wann haben die es eigentlich aufgegeben, im Winter nach Afrika zu fliegen, das taten die doch früher, oder verwechsele ich da was? Ich finde Störche im Winter auf alle Fälle seltsam, die Störche dagegen finden ihr Überwintern im Sommerquartier offensichtlich ganz normal.

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Das geniale letzte Weihnachtgeschenk, das ich am Montag im Rahmen einer Spontanidee erst ausgesucht und dann bestellt habe, hat in dem Laden, wo ich es bestellt habe, immer noch den Bestellstatus "in Bearbeitung", das macht mich ganz nervös.

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Ich habe gestern ein Abo gekündigt, was ich seit 2013 habe und noch nie, nicht ein einziges Mal bisher genutzt habe. Es gibt Situationen, da verleugne ich mein Verhalten vor mir selber, ich fürchte, ich bin schon ziemlich verlottert.

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Seit über einer Woche denke ich täglich daran, dass ich den Fisch für unsere traditionelle Sushi-Weihnachtsplatte* bestellen muss, gestern habe ich es endlich tatsächlich getan. Gestern war auch der letzte Tag, wo der Fischhändler noch Vorbestellungen entgegen genommen hat. Soll bloß keiner sagen, dass ich nicht pünktlich an alles gedacht habe.

* die wird es diesmal eher am 22. als am 24. geben, was das Sushiessen gleichzeitig aber auch deutlich stressfreier macht.

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Es fehlen noch zwei Arzttermine, die ich seit Monaten (Gyn) bzw. seit drei Wochen (Blutwerte wg. Schilddrüse) hätte vereinbaren müssen.
Was das Organisieren von Arztterminen angeht, bleibe ich wohl eher ein Dauerversager. Ich hasse es, in Arztpraxen anzurufen. Warum haben die nicht längst alle ein Online-Terminbuchungsportal?

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Seit gestern mittag schmerzt mein rechtes Auge, nervt mich mit einem unerklärlichen Augenzucken, tränt, brennt und geht mir insgesamt sehr auf den Senkel. Gestern Abend dachte ich, das wird eine Bindehautentzündung, heute morgen war es aber weder rot noch eitrig, dafür Druck empfindlich, was sogar beim Blinzeln spürbar ist. Sehr seltsame Symptome. Besser, ich ignoriere das weiter, sonst müsste ich ja bei einem Arzt anrufen.

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Ich habe schon meinen gesamten Urlaub für das Jahr 2020 verteilt, trotz insgesamt 45 Tagen Urlaub (wegen Abfeiern von Gleitzeitguthaben) erscheint es mir alles viel zu wenig. Noch fünf Jahre - mal schauen, ob ich wirklich so lange durchhalte. Andererseits ist 365 Tage bürofrei auch keine attraktive Alternative, solange K noch arbeiten geht. Was soll ich denn den ganzen Tag alleine zu Hause? - Es bleibt kompliziert
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Mittwoch, 18. Dezember 2019
Langer Bürotag mit anschließendem Privatbürokram
Aus dem Büro war ich heute schon um 19h zurück, allerdings nicht wie erhofft schon um 16h.
Ich weiß auch nicht, weshalb ich mir ständig vornehme, früher zugehen, dann ist eine langer Bürotag umso ärgerlicher, weil man sich auch noch vor sich selber rechtfertigen muss, es ist aber vielleicht dieses Festklammern an "die Hoffnung stirbt zuletzt".

Na, egal, immerhin nur 19h, gab schon schlimmere Tage.

K war noch unterwegs, weshalb ich niemanden zum auf dem Sofarumlungern hatte, und deshalb habe ich mich hochdiszipliniert an den Schreibtisch gesetzt und endlich mal angefangen, die privaten Bürokramdinge zu erledigen, das muss schließlich auch mal irgendwann erledigt werden und langsam wird es dringlich wegen Fristablauf und Jahresende.

Ein bisschen was habe ich geschafft, aber noch lange nicht alles, denn wenn ich den ganzen Tag über schon im Büro Bürodinge gemacht habe, habe ich abends enorm wenig Lust noch mehr von dem Zeug zu erledigen.
Aber hilft ja nix, also habe ich heute drei Stunden privaten Kram gemacht, davon habe ich mich eine Stunde mit Elster rumgeärgert, was ständig abstürzte, bis ich es aufgab und nur noch zwei Bilanzen im Bundesanzeiger veröffentlichte. Die Bundesanzeigerfritzen sind ganz besonders pingelig, was den Stichtag 31.12. angeht und kommen sofort mit Höllenbußgeldern um die Ecke, wenn man da zu spät dran ist: Hier bin ich jetzt ziemlich gut im Zeitplan, es fehlt nur noch eine einzige allerletzte Bilanz, dann habe ich alle Unterlagen für 2018 pünktlich veröffentlicht, so gut war ich schon lange nicht mehr.
Die letzte fehlende Bilanz habe ich aber auch schon ziemlich weit vorbereitet, die wird mit Sicherheit noch pünktlich eingestellt.

Wenn ich meine heutige Abendarbeit noch mal insgesamt betrachte, war ich sogar sehr produktiv, finde ich grade, das ist eine gute Idee, solche Tätigkeit anschließend ausführlich im Blog zusammenzufassen, fühlte sich erst gar nicht so erfolgreich an, aber bei erneuter Betrachtung kann ich jetzt durchaus angemessen stolz ins Bett gehen
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Freitag, 13. Dezember 2019
Doppelnamen
Hoch die Hände, Wochenende.

Dass ich diesen Spruch mal mit erschöpfter Verzweiflung zur Selbstmotivation benutzen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen, aber heute war es so weit.
Die Schulungsdame aus dem Rheinland hat den Tag über heute ihr Bestes gegeben (auf rheinisch, versteht sich) und als ich abends vor lauter Selbstbeherrschung (und Lob an mich selber: Ich bin tatsächlich NICHT ausfällig geworden, ich war schon ein wenig stolz auf mich), als ich aber abends pappmatt nur noch auf dem Zahnfleisch aus dem Büro kroch, habe ich tatsächlich diesen Spruch vor mich hingemurmelt.
So tief kann man sinken.

Nun denn, haben wir dieses Thema auch erledigt.

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Themenwechsel.
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In einer Stiftung, deren Kapitalanlagen samt kaufmännischer Verwaltung von uns betreut wird, gab es einen Wechsel im Vorstandsbereich, neue dritte Vorsitzende ist jetzt eine Dame mit Doppel-Doppelnamen und dies auch noch in der besonders schlimmen kulturintellektuellen Peinlichvariante, also sowas wie Helena-Aphrodite Piepenkötter-Johannknecht. Klar kann kein Kind was für seinen Vornamen, aber wenn man einen derartigen Vornamen auch noch vollausgeschrieben mit Bindestrich bis hinter den glücklichen Hafen des ehelichen Doppelnamens (für den man sehr wohl was kann, weil hier wird es zur persönlichen Wahlfreiheit) ausdrücklich vor sich her trägt - dann kann ich nicht umhin, diesem Menschen mit sehr großen Vorbehalten und nur sehr vorsichtig mit viel Abstand zu begegnen, weil meine Spontanmeinung zu Menschen mit so einem Namen ist eindeutig: Die hat ganz sicher eine Lebenseinstellung, die mit meiner nicht kompatibel sein kann, weil ich mir einfach gar keinen Grund vorstellen kann, weshalb man sich so einen Namen antut.

Ich bin bekennender Eheverweigerer, weil ich bekanntlich keinen Grund in diesem Konstrukt sehe, aber wenn zwei Menschen das trotzdem unbedingt tun möchten, also das Heiraten, meine ich, dann ist das eine Sache, nur was um alles in der Welt treibt dann jemanden zu einem Doppelnamen?

Ich kann akzeptieren, dass beide gleich heißen wollen. Für mich käme das zwar nur dann in Frage, wenn der andere einen so schicken Namen hat, dass es ein deutliches Upgrade wäre, wenn ich den übernähme, (bei Namen wie Akkermann oder Teerling wäre ich wahrscheinlich schon arg in Versuchung geraten), aber immerhin kann ich verstehen, dass Menschen damit ansonsten ihre Zusammengehörigkeit als Familie ausdrücklich auch nach außen demonstrieren wollen und so eine Entscheidung kann ich respektieren, auch wenn ich sie nie selber treffen würde.

Meine Cousine zB heißt seit ihrer Heirat Meyer - und gegen diesen Namen hätte ich ihren "Mädchennamen" ja nun niemals eingetauscht, aber nun gut, sei's drum. Immerhin heißt sie seit ihrer Hochzeit nur Meyer und nicht Meyer-Piepenkötter, was eine Lösung gewesen wäre, für die mir ganz klar und schon seit immer jedes Verständnis fehlt.

Entweder heißen beide gleich oder jeder heißt so weiter, wie er schon immer geheißen hat, beides kann ich akzeptieren, aber diese Doppelbenamserei finde ich nur albern.
Das ist nicht Fisch nicht Fleisch, da kann sich jemand nicht entscheiden, das alte aufzugeben und was neues anzufangen, hat aber weder den Mumm, seine Eigenständigkeit auch als Teil eines Ehepaares deutlich zu zeigen, noch hat er den Mut, mit einem neuen Namen auch noch mal neu anzufangen.
So ein Doppelname ist einfach nur das offensichtliche Symbol für das Fehlen einer selbstständigen Persönlichkeit und ein deutliches Bekenntnis zu "Wasch mich, aber mach mich nicht nass."
Ich möchte gerne Ehefrau sein, aber ein bisschen was für mich selber brauche ich auch noch, mimimi.

Zurück zu dieser neuen dritten Vorständin: Helena-Aphrodite hat es zusätzlich noch nicht mal geschafft, sich von den Zwängen ihrer Eltern zu befreien, wenn sie die Bindestrich-Aphrodite so zwanghaft nach vorne schieben muss.

Und diese Doppelnamen-Doppelfrau ist also jetzt neue dritte Vorsitzende und macht in ihrer neuen Funktion auch ihrem Doppel-Doppelnamen sofort alle Ehre. Sie hinterfragt als allererstes alle bestehenden Verträge und möchte geprüft haben, ob die existierende Organisation auch mit dem Steuerrecht und allen sonstigen möglichen Rechtsgefahren kompatibel ist und am besten doch lieber alles neu organisieren und an externe Berater wie PwC oder KPMG vergeben, bei denen kann man doch bestimmt sicher sein, dass dort die passende Fachkompetenz sitzt, weil, sonst wäre sie ja schuld, wenn sie als Vorständin zustimmen würde, dass die Stiftung von unqualifiziertem Beraterfußvolk betreut wird.

Ja, man merkt es, ich bin mit ihr aneinandergeraten, aber bei jemandem, der Helena-Aphrodite Piepenkötter-Johannknecht heißt, war das im Zweifel auch nicht zu vermeiden
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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Schulung
Für das Erfassen und Reporten der Kapitalanlagen der verschiedenen Stiftungen, die hier verwaltet werden, bekommen wir ein neues EDV-Programm, was speziell dafür entwickelt wurde. Bisher haben wir mit einer selbstgestrickten Lösung aus SAP und Excel gearbeitet, das ging auch irgendwie, aber so ein richtiges Spezialprogramm ist natürlich viel cooler und professioneller und (hoffentlich) auch einfacher und komfortabler in der Bedienung.
Heute waren zwei Mitarbeiter der Softwarefirma bei uns im Büro, um uns in einer ersten Schulung in dem Programm überhaupt erstmal zu zeigen, was wie zu bedienen ist.
Wir waren eine sehr kleine "Schulungsklasse", teilgenommen haben der Leiter Rechnungswesen und ich - weil wir die beiden Verantwortlichen für diesen Bereich sind und ich sicherstellen möchte, dass der Kram vernünftig läuft und optimal benutzt wird, bevor ich einzelne Alltagsaufgaben an weitere Mitarbeiter abgebe, die ich dann ja selber einweisen kann.

Zugegeben, ich war sehr lange nicht mehr auf irgendeiner Schulung. Zwar auf Fortbildungen, aber da ging es meist um Spezialthemen, die eh nur für Spezialisten interessant sind, so eine richtige, klassische Schulung habe ich dagegen lange nicht mehr mitgemacht. Vielleicht bin ich deshalb auch mit einer sehr großen, positiven Erwartungshaltung an die heutige Schulung herangegangen.

Als aber die Dame, die für die Themen heute hauptverantwortlich war, begann zu erzählen, fiel mir wieder ein, welches Problem ich mit Schulungen und den schulenden Referenten fast unweigerlich habe: Ich habe nicht genug Geduld, mir Dinge, die ich nach dem ersten Satz verstanden habe, noch in 27 weiteren Sätzen und Umformulierungen ausführlich erklären zu lassen, ich werde dann sehr schnell nervös und denke quengelig "nu mach doch weiter".
Die Schulungsdame heute war ein Prototyp der Sorte Lehrer, die ich noch nie leiden konnte: Sie hatte überhaupt kein Gespür dafür, was ihre "Schüler" schon wussten, was sofort verstanden wurde und was überhaupt nicht relevant war. Sie spulte im wesentlichen ihr Programm ab, das auch am Ende des ersten Tages noch keinen roten Faden erkennen lässt und erklärte ständig irgendwelche Dinge, die für uns überhaupt keine Bedeutung haben. Wir sind keine Bank und wir sind kein Vermögensverwalter mit "Kunden", wir haben kein Geheimnisträgerthema und alle unsere Gesellschaften sind, bis auf eine, die aber vernachlässigt werden kann, gemeinnützig und damit steuerfrei. Wir kommen dafür beide aus der "normalen" Buchhaltung und brauchen ganz sicher keine Nachhilfe in Buchungssätzen.
Und außerdem kann ich es auf den Tod nicht leiden, wenn jemand anderes meint, mir vorschreiben zu müssen, was für mich wichtig und was nicht ist. Das entscheide ich ausschließlich selber aufgrund meiner persönlichen Situation und dem Überblick, den ich mir vom Standpunkt meiner persönlichen Situation aus verschafft habe. Und ich ändere meine Meinung auch ganz bestimmt nicht deshalb, weil jemand anderes mir sagt, dies oder jenes fänden aber sehr viele Leute sehr wichtig und hilfreich.

Ich fand den Tag heute also insgesamt sehr anstrengend, vor allem weil die Dame einen sehr starken rheinischen Akzent hatte, der bei mir ja grundsätzlich meine albernen Spiegelneuronen provoziert.

Morgen noch mal ein Tag auf rheinisch, zu allem Überfluss auch noch ab 8h, ich drücke mir selber die Daumen, dass das morgen nicht zu sehr eskaliert.
Aber zum Glück gibt es ein sehr ausführliches Handbuch, im Zweifel bringen wir uns die notwendige Programmbedienung also einfach selber bei
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Sonntag, 8. Dezember 2019
Nur kurz
Wir sind wieder in Greven - und meine Durchhänger bei jedem neuen Verlassen der Insel werden jedes Mal anstrengender, aber ich habe noch keinen vernünftigen Alternativplan, also Zähnezusammenbeißen und weiter.



Und natürlich ist bei Abfahrt dann wieder das allerbeste Wetter, was das Ganze nicht unbedingt leichter macht

Aber das Haus ist wieder aufgeräumt, der Kaminofen ist geputzt und blinkt, die Essensreste stehen hier in Greven im Kühlschrank und die Wollebestände beim Onkel lichten sich langsam, weil ich noch mal das Auto randvoll mit Wolle geladen habe und mich hier jetzt systematisch mit dem Verkauf beschäftigen werde.

Auf dem Rückweg Zwischenstopp beim Vater, dem geht es gut, sonst gibt es nichts Neues
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Freitag, 6. Dezember 2019
Dies und das
Hier ist wirklich ein bemerkenswertes Sauwetter.
Viel Wind, viel Regen, einfach usselig.

Ich war heute im Dorf, weil ich ein Paket bei der Post abholen musste, das unerwartet zwei Tage zu früh kam, und weil ich dann noch die Weihnachtsfähre umgebucht habe - nach aktueller Logistikplanung erschien mir die Emdenfähre sinnvoller als die bisher gebuchte Fähre ab Eemshaven.

Dann noch den Onkel besuchen, Post abholen und wieder nach Hause, gründlich durchgefeuchtet, ich war froh, dass K schon wieder den Ofen angeworfen hatte.

Ich habe ja neulich Gemüsebrühpulver selber hergestellt und das Zeug ist so lecker, dass ich dringend noch mehr davon produzieren wollte, denn wenn ich etwas davon zu Weihnachten verschenken will, dann ist die erste Portion von neulich quasi schon wieder alle und außerdem wollte ich diesmal probieren, wie es wird, wenn ich noch Knoblauch und Chili dazumixe.

Aktuell dörrt es grade im Ofen

Hier habe ich ja den großen 90cm RangeCooker, der ist eindeutig noch besser als Dörrofen geeignet.

Ich benutze dieses Gewürz mittlerweile als Generalwürzer für alles, perfekt für Salatsauce, zum Aufpeppen von Schmalzstullen, als Rühreiwürze und natürlich als Dipp-Pulver. Ein Teelöffel auf 100g Schmand, einfach köstlich. Wenn in der neuen Portion Würzpulver jetzt auch noch etwas Schärfe drin ist, dürfte es kaum noch zu toppen sein.

K wünschte sich außerdem Nudelsalat

K ist jetzt glücklich.

Morgen gibt es Kaninchen, konnte man heute bei Lidl kaufen und ich erinnerte mich, dass es das letzte Mal ausgesprochen lecker war und nutzte spontan mein eigenes Blog als Rezeptlieferant, kaufte also auch gleich noch eine Fenchelknolle, etwas Ingwer und eine Flasche Weißwein (okay, letztere hätte ich auch ohne das Rezept gekauft, aber so hatte ich eine gute Ausrede.)

Ansonsten war es heute ein schöner Tag mit viel Ausruhen, nur am Wasser war ich nicht, war mir schlicht von oben zu nass
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