anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 23. April 2020
Dann doch mal wieder Corona als Thema
Seit sieben Tagen habe ich jetzt das Haus nicht mehr verlassen, noch nicht mal zum Einkaufen, weil, wir brauchten nichts. Wir essen erstmal die Vorräte leer und machen dann wieder einen Großeinkauf, denn jetzt, wo die ersten Lockerungsgefühle viele Leute zu wilden Shoppingorgien verleiten, genau jetzt wird mir das vor die Tür gehen das erste Mal seit Beginn des Lockdowns wirklich suspekt.
Inzwischen ist nämlich das Virus auch schon lange genug im Land, um sich wahrscheinlich recht gleichmäßig durch die regionalen Gebiete diffundiert zu haben, wenn sich jetzt die Leute wieder vermehrt außerhalb ihrer Wohnungen aufhalten, hört sich das für mich sehr nach Virusparty an.
Nun, sei's drum, wahrscheinlich lässt es sich eh nicht vermeiden, ich werde lernen müssen, damit zu leben.

Diese albernen Maskenvorschriften regen mich außerdem zusätzlich auf. Wir tragen Masken gegen das Coronavirus kommt gleich nach Globuli und Heilsteinen.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute sich einbilden, dass sie mit so einer Maske geschützt sind und ich möchte noch viel weniger wissen, wie viele Menschen meinen, dass so eine Maske ja dann schon ausreichend Schutz für und gegen alles ist und sie sich dafür um sonst nichts mehr Gedanken machen müssen.
Ich persönlich halte die Maskenpflicht für komplett kontraproduktiv, eben weil sie einen Schutz und eine Sicherheit suggeriert, die komplett nicht gegeben ist, denn blöderweise ist ausgerechnet bei der Tröpfcheninfektion die heilende Wirkung der Einbildung noch nicht statistisch nachgewiesen.

Aber umpfhh, hilft ja nichts, wenn ich künftig beabsichtige das Haus zu verlassen, muss ich mir halt irgendeine Sorte Maske vor Gesicht halten, sonst gibt es wahrscheinlich Mecker. Aktuell habe mir eine Maske aus Vlies gebastelt - einfach ausschneiden und zwei Schlitze reinschneiden, dass man sie über die Ohren hängen kann


N hat natürlich noch "richtige" Masken hier, aber noch bin ich nicht so weit, dass ich bereit bin, damit vor die Tür zu gehen. Dann eben lieber gar nicht mehr vor die Tür oder zur Not mit diesem Vliesgebastel, ich ahne aber, dass ich demnächst einknicken werde, weil: hilft ja nix.

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Ansonsten hätte ich da noch mal eine Verständnisfrage:
Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn jetzt demnächst Unmengen an Sportvereinen und die gesamte Gastronomie- und Hotelbranche und jede Menge andere Unternehmen auch noch Insolvenz anmelden müssen?
Ich meine, klar, dann ist das Unternehmen/der Verein insolvent und wird geschlossen und gelöscht, aber was hindert denn die hinter dem Unternehmen/dem Verein stehenden Menschen, nach dem Coronashutdown einfach ein neues Unternehmen/einen neuen Verein aufzumachen? Man kann ja sogar den gleichen Namen verwenden und schreibt nur "pc" dahinter für "post corona" und fängt dann einfach wieder von vorne an.

Wahrscheinlich fehlt mir das betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen, aber ich meine die Frage wirklich ernst, wo ist das Problem?

Ich habe neulich irgendwo gehört, dass die deutsche Fußball-Liga (oder der DFB oder welche Institutionen auch immer da gemeint sind) irgendwelche wilden dreistelligen Millionenbeträge verliert, wenn nicht sofort wieder Fußball gespielt wird. Von 750 Mio. € war die Rede, die da wegfallen, vor allem wohl Lizenzabgaben der Fernsehsender, weshalb sie jetzt dringend diese Geisterspiele organisieren wollen, denn es geht da ja wahrlich um gewaltig viel Geld.

Ich frag mich nur, wofür brauchen die eigentlich das Geld? Ich meine, wenn alles still steht, dann fallen doch auch 90% der Kosten weg, dann ist das doch alles gar nicht so schlimm?
Die Personalkosten übernimmt komplett der Staat, alle Mitarbeiter werden auf Kurzarbeit geschickt und fertig. Jetzt sagen die Fußballverantwortlichen, das ginge nicht, weil die Spieler mehr verdienen als die Beitragsbemessungsgrenze und weil Kurzarbeitergeld ja nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt wird. Da frage ich mich erneut „Ja und, wo ist das Problem?“ Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 6.900 €, das bedeutet, ein alleinstehender Mensch ohne Kinder erhält ca. 3.900€ netto, wenn er genau oder mehr als die Beitragsbemessungsgrenzen verdient, Kurzarbeitergeld ist davon 60%, also 2.340€ € - und davon kann ein alleinstehender Mensch doch leben? Dessen Monatsausgaben sind schließlich auch massiv gesunken, weil er außer Essen und ein bisschen Klopapier ja nichts mehr einkaufen muss. Okay, wenn er nicht im Eigenheim wohnt, fällt noch Miete an, die wird ihm im Moment aber gestundet, das heißt, wenn er die nicht bezahlt, kann er nicht gekündigt werden, also alles kein Problem. Strom, Gas und Wasser darf ihm auch keiner abdrehen, vielleicht ist es sinnvoll, wenigstens noch Telefon und Internet zu bezahlen, aber das sind alles überschaubare Beträge, das sollte man locker von 2.340 € netto schaffen können. Mir fehlt es also ernsthaft an Verständnis, wieso irgendjemand im Moment mehr als 2.340€ im Monat brauchen könnte.
Ach ja, all die Häuslebauer, die jetzt klagen, sie hätten so hohe Belastungen, weil sie ihr Eigenheim ja mit Krediten bezahlt haben, also, die brauchen doch einfach nur die Tilgung mal für ein paar Monate auszusetzen und nur die Zinsen zu bezahlen, da lässt sich ganz sicher jede Bank drauf ein.
Ich habe da mal gerechnet: Aktuell liegen die Immobilienfinanzierungszinsen bei ca. 0,5%-0,7%, je nach dem, bei welcher Bank man finanziert.
Sagen wir mal, der Kredit läuft schon länger und er war noch richtig teuer, also nehmen wir mal das Vierfache an, 2%. Dann kostet ein Kredit, der aktuell noch mit 500.000€ valutiert, jeden Monat 833€ Zinsen. Das lässt sich von 2.340€ Kurzarbeitergeld doch gut bezahlen? (Und hinter einem Kredit für 500.000€ steht ja nun auch nicht grade ein kleines Hutzelhäuschen)

Ich habe wirklich hin und her überlegt, aber mir fällt einfach kein vernünftiger Grund ein, weshalb es für die Fußball-Liga so ein Riesenproblem sein sollte, wenn sie einfach mal Pause machen. Außer natürlich, dass sich dann keiner der beteiligten Menschen weiter fröhlich die Taschen voll machen kann.
Und für ganz viele andere Unternehmen gilt das übrigens auch. Welche Kosten bleiben denn noch übrig, wenn die Personalkosten auf 0 sind und Materialverbrauch ja auch nicht mehr anfällt? Miete, klar, aber wie gesagt, die muss im Moment nicht gezahlt werden und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es da noch verschiedene (gesetzliche) Modelle geben wird, wie die Mietzahlungen von stillgelegten Unternehmen (Hotelerie, Gastronomie, stationärer Einzelhandel etc.) nicht mehr in voller Höhe bezahlt werden müssen. Wär doch auch nur fair, wenn sich die Immobilieneigentümer auch zu einem Stück an den Einschränkungen durch diesen Shutdown beteiligen müssten.

Grade für Hotelerie und Gastronomie schlage ich ansonsten die entspannte Insolvenz vor. Das verlagert das Problem auf die Immobilieneigentümer und nunja, aber das sind in aller Regel doch wohl nicht die allerärmsten, notleidenden Unterschichtbürger, oder?

Das praktische ist doch, dass es nicht ein einzelnes Unternehmen trifft, neben der schon die geifernde Konkurrenz nur darauf wartet, die schwächsten aufzufressen, nein, es trifft innerhalb einer Branche im Moment einfach alle und dann ist es doch gar nicht schlimm, wenn einfach mal alle Pause machen oder von mir aus auch alle Insolvenz anmelden.

Wenn jetzt der Fußball weltweit still steht, dann steht er eben still, herrjehnochmal, was sollen die Spieler denn machen, außer zähneknirschend das Kurzarbeitergeld akzeptieren. Woanders gibt's auch keine Jobs.
Und genau das ist doch der springende Punkt: Es geht wirklich allen gleich und das weltweit.
Deshalb fehlt mir einfach das Verständnis für die wirtschaftliche Katastrophe und die gigantischen Folgeschäden, die da prophezeit werden. Jetzt aktuell ist für alle zu und irgendwann ist für alle wieder auf - außer für die systemrelevanten Berufe, die müssen aktuell natürlich weiterarbeiten, aber wirklich viel Geld ausgeben kann im Moment keiner, weil: wofür?

Ich habe deshalb irgendwie das Gefühl, das ist wie Kürzen bei einem Bruch, ich nehme Einkommen weg, ich nehme aber auch Ausgaben weg - das Verhältnis zueinander verändert sich damit nicht und wieso ist das für die Wirtschaft jetzt so ein Riesenproblem?

Das Spannende ist, dass ich ja rein beruflich ständig und täglich mit echten Wirtschaftsexperten zu tun habe und ich habe wirklich viele von denen schon genau danach befragt. Jeder redet sich irgendwie anders raus, aber eine vernünftige Antwort hat mir noch keiner geben können
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Montag, 9. Dezember 2019
Viel Arbeit und Gedanken über Menschen
Als der Wecker schellte, Unsinn, ich höre keine schellenden Wecker, der richtige Anfang lautet: Als ich wach wurde, weil K neben mir auch war geworden war und sich im Bett aufsetzte, um etwas zu lesen, war es gefühlt noch mitten in der Nacht, als ich die Augen dann so weit auf hatte, dass ich die Uhrzeit ablesen konnte, war es bereits kurz vor 7h.
K meinte, er müsse aufstehen, weil er Termine hätte, er würde deshalb jetzt schon mal Kaffee machen, ich zog mir die Decke über den Kopf und hoffte, dass der Himmel hinterherfällt, weil, dann wäre das Thema durch. Tat er aber nicht, der Himmel meine ich, statt dessen kam K mit Kaffee und das Elend des MonTages nahm seinen Lauf.
Im Büro habe ich dann alles erledigt, was erledigt werden musste, ich habe schon wieder vergessen, was ich dort überhaupt gemacht habe, aber ich glaube, ich war ziemlich produktiv.

In der Mittagspause habe ich dann noch ganz viel privaten Bürokram erledigt, die Krankenhausabrechnung vom Vater geklärt, mich ein wenig mit Krankenkasse und Beihilfe rumgestritten und weil ich grade dabei war, mich auch noch mit dem Seniorenheim und einem Taxidienst gezankt, ich finde, nach einem Jahr Vorlauf können die jetzt wirklich mal meine Adresse als Rechnungsadresse eingespeichert haben und wenn die das nicht können, dann werden die Rechnungen eben auch nicht bezahlt. Basta.

Am Abend hatte ich zwei Drittel der seit Donnerstag aufgelaufenen Mails abgearbeitet, der Rest muss bis morgen warten.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder über seltsame Argumente nachgedacht: Es ist mir jetzt zum wiederholten Mal passiert, dass mir jemand vorwirft, ich würde zu "wortgewaltig" argumentieren, da hätten normale Leute keine Chance gegen. - Und im Anschluss folgt die Feststellung, dass es noch lange nicht heißt, dass meine Sichtweise besser oder richtiger wäre, nur weil ich rhetorisch besser argumentiere, es heißt eben nur, dass ich rhetorisch besser argumentiere.
So einem Argument kann dann aber auch der weltbeste Rhetoriker nichts mehr entgegensetzen, so ein Argument ist wie 21 oder Che Guevara, das schlägt alles.
Wir fassen zusammen: Menschen, die für ihre Meinung, ihr Verhalten, ihre Einstellung, ihren Geschmack, ihre Wünsche oder auch nur für die Art, wie sie leben, als einziges Argument vorbringen können: "Weil das normal ist" oder "weil das alle so sehen" oder vergleichbare unwiderlegbare Begründungen heranziehen, sehen keinen Grund darin, ihre Meinung, ihr Verhalten, ihre Einstellung, ihren Geschmack, ihre Wünsche oder Teile ihrer eigenen Lebensweise auch nur ansatzweise zu reflektieren oder gar kritisch zu hinterfragen, weil genau ihre Art eben einfach nur “normal“ ist.
Treibt man sie durch eine bösartige, weil nicht zu widerlegende Logik in die Enge, ziehen sie ihr Totschlagargument: Der andere argumentiert unfair, weil zu wortgewaltig.

Mich fasziniert das jedes Mal sehr und ich gebe Diskussionen mit solchen Menschen dann üblicherweiser auch sehr schnell auf, weil es ja eh fruchtlos ist, ich frage mich aber gleichzeitig jedesmal, wie es sich lebt, wenn man noch nicht mal den leisesten Zweifel an seinen Meinungen, Verhalten etc hat. Solche Menschen müssen ein ziemlich feines Leben haben, denn ohne den leisesten Selbstzweifel muss es sich toll leben, oder?

Ich dagegen stelle meine eigene Meinung ständig in Frage und versuche unentwegt noch neue Blickwinkel zu entdecken, von denen aus betrachtet eine Meinung vielleicht noch mal neue oder auch gänzlich andere Farbschattierungen bekommt. Und wie außer durch Erörterung und Diskurs gelangt man zu Einsichten, die man bisher noch nicht hatte?
Und wie gelingt es Menschen, an einer Meinung festzuhalten, ohne dass sie dafür gute Gründe haben?

In Summe stelle ich immer wieder nur fest, dass ich Menschen seltsam finde und zu vielen Personen vor allem deshalb keinen Zugang finde, weil es mir nicht gelingt, so sehr nicht zu denken, wie es wohl für viele Menschen normal ist
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Samstag, 9. November 2019
Ausruhtag mit rückblickendem Gewunder
Der Tag bestand vorwiegend aus Ausruhen, ich merke mein fortschreitendes Alter deutlich.
Früher wäre so eine Woche wie diese für mich ein Klacks gewesen, eine Lächerlichkeit im Strudel wilder Tage, aber diese Zeiten sind lange vorbei.
Geblieben ist eine vage Erinnerung an laute Tage mit langen Nächten voller Musik, Tanz, Alkohol und wirren Gesprächen.
Vergessen ist der Antrieb und der Grund für das Leben in dieser Zeit.
Es war halt so, man lebte so, oder ich lebte so, weil ich dachte, es sei halt so? Ich weiß es nicht mehr und heute erscheint es mir wie ein abstruser Traum. Was in aller Welt hat mich damals getrieben, so ein Leben zu leben?

Es ist lustig, wie ich die Erinnerung verliere. Ich weiß noch, dass ich so gelebt habe, aber nicht mehr, warum.
Oder habe ich mich das nie gefragt, damals? Das würde mich dann sehr erschrecken. Das Erschrecken kommt mit großer Verspätung, aber man trifft sich im Leben ja immer zweimal, und vielleicht hätte ich mich damals schon erschrocken, wenn ich die Frage nach dem Warum an mich herangelassen hätte. Heute dagegen bin ich schon lange nicht mehr beweglich genug, um solchen Fragen auszuweichen. Heute holt es mich also unweigerlich ein, das Erschrecken.
Und die große, unbeantwortete Fragen, warum Menschen sich so ein Leben antun?

Die Feier gestern Abend war mir in Summe hauptsächlich anstrengend. Ich fand es mühsam, einen zweiten Tag in Folge schon wieder mit so vielen Menschen in einem Raum zu sein. Ich fand die Lautstärke, die ganz zwangsläufig entsteht, wenn viele Leute in einem Raum sind, ausgesprochen nervenbelastend und ich fand es unbeschreiblich anstrengend, dass es so viele Menschen gab, die ich vorher kaum (oder gar nicht) kannte, die aber endlich die Gelegenheit nutzen wollten, um Smalltalk zu machen.
Was um alles in der Welt treibt die Leute dazu, in einer Umgebung, in der es ohne ein eigenes Gespräch schon so laut ist, dass man sein eigenes Wort kaum versteht, wieso meinen Menschen, dass sie in so einer Umgebung mit mir (oder wer ansonsten auch immer ihr zufälliger Tischnachbar ist) Smalltalk machen müssen?
Ich verstehe nicht was sie sagen und ich habe nicht genug Stimmkraft, um ihnen irgendwas zu antworten - die gesamte Situation ist einfach nur unglaublich schwachsinnig. Mindestens oder passend genauso schwachsinnig wie der Inhalt der Gespräche, die geführt werden.
Warum machen Menschen so etwas? Was soll damit erreicht werden? Was ist anschließend besser? Besser fortentwickelt oder was weiß ich in welche Richtung besser vorangetrieben? Die Sozialkontakte? Das glaubt doch niemand wirklich, oder?

Auf dem Wirtschaftsprüferfest habe ich einen Anwalts-Kollegen* getroffen, den ich bisher nur vom Telefon kannte, das war positiv. Wir haben uns während des Abends vor den Toiletten verabredet, um ungestört ein paar Worte wechseln zu können. Ansonsten habe ich hauptsächlich Leute getroffen und "kennengelernt", von denen ich jetzt weiß, dass ich einen weiteren Kontakt mit ihnen unbedingt vermeiden muss, mein Leben dauert nicht mehr lange genug, um meine Zeit mit solchen Nichtigkeiten zu verschwenden. So gesehen auch positiv, wenn das Ergebnis des Abends eine konkretisierte Negativliste ist.
*Ich habe ja wirklich große Vorbehalte gegen Juristen, aber dieser eine, spezielle, machte mir einen erstaunlich vernünftigen Eindruck, der sich beim persönlichen Kennenlernen sogar noch verstärkte, Sachen gibt's.

Auf der Feier gestern Abend gab es aus meiner Sicht dagegen wirklich gar nichts Positives, außer dem Essen, das war wirklich sehr gut. Und natürlich die Tatsache, dass ich meiner gesellschaftlichen/beruflichen Verpflichtung ordnungsgemäß nachgekommen bin. Man hat wahrgenommen, dass ich da war, das ist wichtig, ich durfte aber auch früh wieder gehen, habe ich beschlossen, mein Abgang war allerdings polnisch. Ich werde wohl am Montag erfahren, wann es dem ersten auffiel, dass ich nicht mehr da war.

In Summe bin ich allerdings zu alt für all das.
Den Abend heute auf der Couch fand ich derart ungleich schöner als es jede festliche Veranstaltung hätte sein können, ich sollte darauf achten, dass ich noch deutlich viel mehr Abende auf der Couch verbringe
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Mittwoch, 16. Januar 2019
Wie meckert man positiv?
Die Frage, wie man damit umgeht, wenn sich andere Menschen der eigenen Meinung nach falsch verhalten, hat mich heute auch noch beschäftigt, denn je mehr ich darüber nachdenke, umso komplexer wird das Problem.
Erste, spontane Reaktion: Na, so ein klassischer Oberlehrer will ich genauso wenig sein wie ein miesepetriger Pingelskopp oder Erbsenzähler, und als nöliger Meckerrentner will ich erst recht nicht enden.

Aber wie meckert man positiv?
Und vor allem, wann ist Meckern okay und wo beginnt die Zone der Grenzüberschreitung?
Wann macht man sich selber zum feigen Depp, der sich nicht wehrt - und ab wann ist man nur ein unsympathischer Korinthenkacker?*

*Hier habe ich übrigens schon wieder eine Fußnote Zwischenanmerkung: Das holländische Wort für Korinthenkacker ist Miereneuker, wie man das übersetzt, darf sich jeder selber googeln, aber ich liebe das Wort.

Ich glaube, ich halte in den meisten Fällen, wenn ich mich über das Verhalten anderer Leute ärgere, eher die Klappe - und ärgere mich dann nachher über mich selber, dass ich nichts gesagt habe.
Ich glaube aber auch, dass die Zahl der Leute, die wirklich etwas sagen, statistisch gesehen in Wirklichkeit recht gering ist, obwohl ich gleichzeitig das Gefühl habe, dass die Welt voll mit Nörglern, Meckerern und Lautstarkrumkrakeelern ist, aber es fallen einem naturgemäß nur die Leute auf, die etwas sagen, weshalb eine Beurteilung mit eigenem Bauchgefühl ganz bestimmt die falsche Messgröße ist.

Je mehr ich nun so darüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Entschluss, dass ich das Meckerverhalten der Menschen in der analogen Welt erst noch mal bewusst beobachten muss, bevor ich mir da eine Meinung bilde.
In der digitalen Welt verhalten sich viele Leute dagegen komplett anders, da bleibt mir ja teilweise vor Erstaunen der Mund offen stehen, wie unverschämt, dreist, übergriffig und schlicht zutiefst arschlochhaft hier manchmal Menschen unterwegs sind. Da frage ich mich regelmäßig nur warum. Was treibt Menschen in so ein Verhalten? Wie fühlen sie sich dabei? Kompensieren sie damit ihr armseliges Würstchendasein in der analogen Welt? Sind das alles ganz große Loser im real life und lassen ihren Frust über ihre verkackte Existenz dann im Netz ab? Oder merken die das gar nicht?

Das Verhalten von Menschen im Internet ist bestimmt ein spannendes Soziologie-Thema, aber weiter interessiert es mich dann auch nicht, weil das Internet den großen Vorteil hat, dass man es einfach abschalten kann und dann ist Ruhe. Im real life ist das nicht so einfach, deshalb bin ich hier an Erkenntnissen und Erklärungen weit mehr interessiert.

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Der Rest des Tages bestand aus Büro, der aufregendste Vorfall bestand darin, dass der Leiter Rechnungswesen eine Differenz in der Zinsabgrenzung hat, nach der er bis 19h unverrichteter Dinge gesucht hat, um dann frustriert nach Hause zu fahren - bei dem möchte ich heute nicht Ehefrau sein
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Mittwoch, 19. September 2018
Ich stelle mir meine Fragen künftig selber
Früher kursierten regelmäßig Fragelisten durch die Bloggerwelt, man nannte das „Stöckchen werfen“ und es funktionierte so, dass man in seinem eigenen Blog eine Liste mit allerlei Fragen beantwortete und dann eine Anzahl anderer Blogger „nominierte“ (ihnen also das Stöckchen zuwarf), die dadurch aufgefordert wurden, nämliche Fragen ebenfalls zu beantworten und anschließend auch weiterzureichen. Üblicherweise hatte man die Fragen also selber schon per Stöckchenwurf erhalten. Schlecht vernetzte Blogger, die sonst nicht ins Spiel gekommen wären, konnten sich natürlich auch selber ein Stöckchen nehmen, was jemand anderes auf seinem Blog beantwortet hatte, das hatte vor allem auch den Vorteil, dass man sich nur die Fragen aussuchte, die einem gefielen.

Ich bin ja traditionell schlecht vernetzt, weil ich so gut wie nie woanders kommentiere (von wenigen Ausnahmen abgesehen), und mir auch ansonsten nie irgendwelche Mühe gegeben habe, mir ein eigenes Netzwerk aufzubauen oder meinen Bekanntheitsgrad im Netz zu erhöhen.

Diese Fragelisten fand ich aber schon immer spannend, denn oft sind ja Fragen dabei, deren Beantwortung man für sich selber schon deshalb interessant findet, weil man da sonst gar nicht drüber nachgedacht hätte.
Deshalb habe ich früher sehr oft nach Stöckchenlisten in anderen Blogs gesucht, nicht weil mich die Antworten eines mir meist völlig fremden Bloggers interessiert hätten, sondern halt die Fragen.
Um in die gefundenen Stöckchenfragen eine Übersicht und ein System zu bekommen, habe ich deshalb auf meinem Rechner eine fortgeführte Datei für die gesammelten Fragen angelegt und diese Datei dann nach verschiedenen Kategorien gegliedert und sortiert.
Vor ungefähr einem Jahr stieß ich dann durch Zufall auf die Mutter aller Stöckchen, eine Liste mit 1000 Fragen, die immer mehr Blogger Stück für Stück abarbeiteten.

Die Liste stammt wohl ursprünglich aus einem Beilageheftchen der Zeitschrift Flow und ich musste letztes Jahr noch ein wenig rumgoogeln, bis ich sie als reine Fragenliste in Textform im Internet fand. In der damals von mir gefundenen Version hatte sich tatsächlich irgendjemand die Mühe gemacht, die Fragen aus diesem Heftchen abzutippen und in seinem Blog zu veröffentlichen.

Selbstverständlich habe ich mir diese Fragen damals sofort per Copy&Paste alle runtergeladen und erst in ein Word-Dokument, anschließend aber auch in ein Excel-Dokument eingefügt (ich kann nicht anders, es handelt sich schließlich um eine nummerierte Liste….).
Dass die Liste abgetippt wurde, schließe ich aus der Menge an Tippfehlern und dem Fehlen von Frage 748, was in der Excel-Liste sofort auffiel :-)

Mittlerweile findet sich die Liste überall im Netz, in einem Blog wird sie sogar als eBook (mit Frage 748 und ohne Tippfehler) zum kostenlosen Download angeboten. Die Zeitschrift Flow scheint ein erfreulich entspanntes Verhältnis zum Thema Copyright zu haben.

Diese Fragen werden natürlich nicht durch Nominierung weitergereicht, sondern jeder beschließt für sich alleine, dass und welche Fragen er davon beantworten möchte. Das steht auch immer brav in der Einleitung, die jeder Blogger mit veröffentlicht, wenn er sich an die Beantwortung der Fragen macht.

Mit einem kleinen Schmunzeln verfolge ich, wer in meiner Filterblase alles auf diese Liste anspringt und welchen Blog die meisten der Neueinsteiger als „Quelle“ angeben.
Auf diesem Blog wird zwar die richtige Quelle genannt, allerdings auch nur über „Bande“, d.h. hier wird auf einen anderen Blog verlinkt, der die Idee, die Fragen per Blog zu beantworten, wohl noch eher aufgegriffen hat und ganz hinten steht, dass die Fragen ursprünglich aus dem Flow-Magazin stammen.
So entstehen lustige Bezüge und Klickketten und man kann genau beobachten, wo und bei wem sich welche Filterblasen überschneiden.

Was ich eigentlich damit nur sagen will, ist, dass das hier die Einleitung zu meiner eigenen, selbstzusammengestellten Stöckchen-Fragebogen-Liste ist, denn statt einer umständlichen Einleitung samt Erklärung, wie, weshalb und warum ich auf welches Thema gekommen bin und was für mich dabei das Besondere oder entscheidende ist, nehme ich einfach eine gezielte Frage und lande platsch mittendrin in meinen Gedanken zu ebendiesem Thema. Ich finde das eine sehr bequeme Lösung, wenn ich mal etwas anderes schreiben will als nur eine simple Tageszusammenfassung.

………………….

Zum sonstigen Tagesgeschehen gibt es nichts aufregendes zu berichten, meine Schwester war von gestern Nachmittag bis heute Vormittag zu Besuch und es war toll. Wir sollten das viel öfter machen, aber man rafft sich halt immer zu wenig auf, Dinge zu tun, die Spaß machen. Dabei haben wir im Grunde gar nichts gemacht - zumindest nichts von dem, was wir mal so grob besprochen hatten, nämlich Dinge, die sich besser zu zweit erledigen lassen, weil man sich dann gegenseitig motiviert. Wir haben uns eigentlich nur gegenseitig motiviert, nichts zu tun, aber das war eben auch sehr schön. Wenn man zu zweit nichts tut, hat man gleich ein besseres Gewissen.

………………

Morgen fahre ich dann nach Dangast, um dort an dem ersten Barcamp meines Lebens teilzunehmen. Tatsächlich bin ich schon ein wenig aufgeregt, weil ich mich ungern dadurch blamieren will, dass ich nicht begreife, was von mir bzw. den Teilnehmern erwartet wird, ich neige in solchen Fällen gerne mal zu peinlichen Übersprungshandlungen, was es ganz sicher nicht besser macht. Aber wir werden sehen, die Mails, die ich bisher von @barcampdangast.de bekommen habe, lassen auf eine sehr gute Vorbereitung der Veranstalter schließen und ich bin sehr zuversichtlich, dass das insgesamt wirklich prima wird
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Samstag, 28. Juli 2018
Warum man Kinder bekommt
Insgesamt war es heute ein wirklicher schöner Tag. Die Temperaturen sind deutlich runter gegangen, so dass ich nicht mehr nur stumm leidend darauf gewartet habe, dass die Sonne wieder unter geht, damit überhaupt irgendeine Sorte von Aktivität möglich ist, was schon als einziges Tagesmerkmal gereicht hätte, um aus einem überflüssigen, weil viel zu heißen Tag, einen schönen, weil lebbaren Tag zu machen. Aber gleichzeitig habe ich den Tag heute auch tatsächlich komplett gelebt, d.h. ich habe Dinge getan, die dazu führten, dass ich mich anschließend gut fühlte - und wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das eine wunderbare Definition für den Sinn des Lebens.

K und die Kinder (ja, beide, selbst J, bei dem ich mir ja bis heute nicht sicher bin, ob er wirklich schwimmen kann, ich meine über Wasser schwimmen, nicht einfach nur unter Wasser Streckentauchen, eine Sportart in der eine gewisse Perfektion entwickelt hat und ich deshalb stets sagte, dass J schwimmt wie ein Fisch, eben leider nur unter Wasser) aber beide Kinder hatten sich mit K heute morgen um 9h verabredet, um gemeinsam schwimmen zu gehen. Kurz nach elf sind sie dann pünktlich losgezockelt, weil wir alle mal wieder zu lange geschlafen hatten, der Blutmond gestern Abend, der fast nahtlos in Js Geburtstag überging, war wohl einfach zu anstrengend.
Egal, es war ein angenehm weicher Start in den Tag und als alle anderen aus dem Haus waren, hatte ich Zeit und Muße, Küche und Wohnzimmer etwas aufzuräumen und Js Geburtstagstorte fertig zu stellen.

Gegen Mittag zog es sich spürbar zu und die Temperaturen wurden das erste Mal seit Tagen angenehm erträglich.
Deshalb kam ich auf die Idee, dass wir doch endlich mal Fenster putzen könnten und K war bereitwillig dabei und meinte, zu zweit wäre das eine gute Idee.
Das Putzen der Fenster=Glasscheiben ist ja gar nicht so aufwändig, was aber irre aufhält und eine mehr als mühsame Angelegenheit ist, ist das Putzen der Rahmen und hier vor allem das Putzen der Rahmen von innen. Weil hier auf der Insel nicht nur mehr Wind, sondern vor allem auch mehr Sand im Wind ist als auf dem Land, ist das Putzen der Rahmen wirklich wichtig, aber auch wirklich ätzend.
Immerhin haben wir das Küchenfenster samt Küchentür (nach draußen), sowie das doppelte Wohnzimmerfenster samt Terrassentür komplett von innen und außen geschafft zu putzen, das zweite Wohnzimmerfenster hat K nur noch von außen geputzt, um es von innen freizuräumen und zu säubern fehlte mir schließlich der Elan. Vielleicht morgen, aber insgesamt bin ich mit unserer Leistung für heute schon sehr zufrieden.

Danach haben wir zur Belohnung eine Teepause gemacht und Js Geburtstagstorte gegessen.

Anschließend habe ich mich mit den Vorbereitungen für den Grillabend heute beschäftigt, J hatte seinen Opa und seinen Onkel zum Grillen eingeladen, aber weil wir uns zu viert in die Arbeit gestürzt haben, hatten wir sehr schnell nicht nur die Gemüsespieße fertig, sondern auch diverse Salate und Dips zusammengestellt, insgesamt hat dann alles ganz wunderbar funktioniert, sehr, sehr leckeres Essen, genau die passende, in der richtigen Menge, besser hätte es nicht auskommen können.
Gegessen haben wir draußen auf der Terrasse, schließlich war mein Vater eingeladen und an der freien Luft ist sein Geruch besser zu ertragen....

In den letzten Tagen habe ich einer interessanten Fragestellung nachgespürt: "Warum hast du Kinder bekommen?" -
Meine Antwort auf diese Frage lautet: "Ich habe es als Herausforderung empfunden. Ich wollte mir und dem Rest der Welt beweisen, dass ich das auch kann, Kinder großziehen und gleichzeitig Spaß am Leben haben. Dafür sorgen, dass die Kinder selbstständige, zufriedene und lustige Menschen werden, ohne dass ich dafür mein eigenes Leben komplett aufgeben muss.“

Ich bin zu einer Zeit Mutter geworden, als es noch völlig normal war, dass die Frau deshalb ihr eigenes Leben aufgegeben und sich fortan nur noch der Aufzucht der Kinder gewidmet hat. Das fand ich eine dermaßen schwachsinnige Idee, dass ich unter diesen Vorzeichen nie bereit gewesen wäre, Kinder zu bekommen. Das erste Kind war deshalb auch ein echter TroPi (trotz Pille) und eigentlich war auch schon alles für die Regulierung dieses Unfalls organisiert, bis ich zwei Tage vor dem geplanten Termin beschloss, dass ich es doch wenigstens mal probieren kann. Denn warum eigentlich nicht? Warum soll Kinderaufzucht gleichzeitig ein Ende des eigenen Lebens bedeuten und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Menschen- und Hundebabies?
Sind Hundemütter die schlechteren Mütter, weil sie keinerlei Vorschriften der neueren Entwicklungspsychologie folgen, sondern einfach nur ihrem Instinkt?

All diese Fragen habe ich mir damals, vor 27 Jahren gestellt und mich schließlich entschieden, es einfach zu wagen. Ich behalte das Baby und werde ganz alleine, völlig egal was der Rest der Welt meint, wie es sicherlich viel besser und viel richtiger ginge, dafür sorgen, dass aus dem Baby ein erwachsener, selbstständiger Mensch wird, der zufrieden mit sich und seinem Leben ist, und gleichzeitig werde ich parallel darauf achten, dass es auch mir immer gut geht und ich mit meinem Leben zufrieden bin und zwar langfristig, weit über die Kinderaufzuchtphase hinaus.
Um es in einem Satz zusammenzufassen: Ich habe Kinder bekommen, weil ich mir und dem Rest der Welt beweisen wollte, dass es auch anders geht als es zu meiner Zeit der Rest der Welt einer Mutter quasi vorschrieb.
"Kinder kriegen" umfasste in meinem Erwartungshorizont eine Spanne von 18 Jahren. Dann waren sie volljährig und wenn das mit der Aufzucht gut geklappt hatte, waren sie dann auch selbständig und bereit, ein eigenes Leben zu führen. Aber vor allem endete dann meine Verantwortung, alles, was danach kommt, passiert auf rein freiwilliger Basis.
Ich habe deshalb von meinem Kindern auch nie irgendetwas erwartet, was über ihren 18. Geburtstag hinaus geht. Ich freue mich, wenn sie heute immer noch, komplett freiwillig, gerne zu Besuch kommen, ich freue mich aber ehrlich gesagt auch, wenn sie wieder abfahren, denn für mich, in meinem Kopf und meiner Erwartungshaltung ist die Zeit der 100%igen Dauerzuständigkeit vorbei. Klar werde ich immer ihre Mutter sein und klar werde ich immer für sie da sein, wenn sie Hilfe, Unterstützung, Trost oder sonstwie Ansprache brauchen, aber ansonsten bin ich schon sehr zufrieden, zu beobachten, wie mein ursprünglicher Plan, nämlich Kinderaufzucht mit dem Ziel, dass sie selbstständig und zufrieden auch alleine im Leben klarkommen, funktioniert hat. Und das, ohne dass ich mein eigenes Leben komplett aufgegeben habe.

Nachdem ich mir selber diese Frage beantwortet habe, habe ich K gefragt, weshalb er Kinder bekommen hat und seine Antwort hat mich vor allem deshalb erstaunt, weil ich eben über die Frage selber noch nie wirklich nachgedacht habe und mir deshalb auch noch nie Gedanken gemacht habe, was andere Leute für einen Grund haben könnten, Kinder zu bekommen. Denn seine Antwort hat so sehr überhaupt gar nichts mit meinen Gründen zu tun, dass ich tatsächlich sehr erstaunt war, und es seitdem faszinierend finde, zu erforschen, aus welchen Gründen Leute Kinder bekommen.
K hat Kinder bekommen, weil er das Gefühl haben möchte, dass das Leben nach ihm weiter geht. Ohne Kinder würde er sein Leben quasi als Sackgasse empfinden. Oder als One-way-Leben, danach kommt halt nichts mehr, niemand führt irgendetwas fort, im Grunde also so etwas wie ein Wegwerfleben - wenn alle, dann fort damit, kümmert niemanden.

Wenn ich darüber nachdenke, kann ich es grundsätzlich verstehen, auch wenn es halt für mich niemals ein Grund gewesen wäre, deshalb Kinder zu bekommen.

Anschließend habe ich dann erst J und dann C befragt, was sie meinen, weshalb ich Kinder bekommen habe und beide haben im Wesentlichen zusammengefasst geantwortet: Weil du dem Rest der Welt beweisen wolltest, dass es auch anders geht.
Das hat mich dann sehr zufrieden gemacht, denn damit ist offensichtlich, dass wir immer offen kommuniziert haben :-)

Heute Abend hatte ich dann die Gelegenheit nicht nur meinen Vater, sondern auch meinen Onkel zu befragen, weshalb sie Kinder bekommen haben.
Mein Vater sagte: "Kinder sind der Sinn des Lebens." - Ich habe das nicht weiter kommentiert, finde es aber völlig abstrakt und im Grunde ziemlich trivial: Weil ich Kinder habe, ist es der Sinn des Lebens.
Denn wenn es nicht trivial wäre, würde es bedeuten, dass alle, die keine Kinder haben, den Sinn des Lebens verfehlt haben - und auch, wenn ich meinem Vater durchaus zutraue, derartige Meinungen ernsthaft zu haben, weigere ich mich zu akzeptieren, dass ich einen Vater habe, der derart idiotische Meinungen hat....
Weil er spürte, dass ich die Antwort nicht ausreichend fand, hat er überlegt und dann die Gesamtsituaion noch verschlimmbessert: Es gäbe darauf viele Antworten, für ihn wäre es aber auch immer wichtig gewesen, dass sein Name nicht ausstirbt.
Das habe ich dann endgültig nicht mehr kommentiert, denn natürlich sind für ihn Jungs mehr wert als Mädchen, ich bin nur deshalb eine Ausnahme, weil ich alles kann, was Jungen können und gleichzeitig auch noch das, was Mädchen können (fasziniert ihn so, dass ich tatsächlich mehr wert bin als andere, was mich dann allerdings auch nur noch wütend macht.) und weil ich, wegen meiner Eheverweigerung natürlich perfekt dafür sorge, dass sein Name nicht ausstirbt, immerhin gibt es jetzt zwei Jungs, die seinen Namen tragen. (Mädchen zählen mal wieder nicht.)
Mein Vater ist wirklich so ungemein dumm, dass er in seiner arroganten Akademikerüberheblichkeit noch nicht mal spürt, was er für einen sagenhaften Blödsinn redet.
Aber lassen wir das, der Zug ist abgefahren, ich muss nur noch üben, mich nicht mehr darüber aufzuregen.

Mein Onkel dagegen hat genau die Antwort gegeben, die ich (wenn ich nachgedacht hätte) auch von ihm erwartet habe: "Weil ich dann jemanden habe, der einen auch im Alter versorgt."

Insgesamt finde ich diese Frage inzwischen absolut faszinierend und werde sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit wohl allen Leuten stellen, die Kinder haben, gespannt bin ich auch darauf, wie viele der Leute sich diese Frage überhaupt schon selber mal gestellt haben
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Freitag, 29. Juni 2018
Bielefeld?
Ich kann verstehen, wenn es heißt, Bielefeld gibt es nicht.
Ich war dort heute, genauer: Ich war an einem Ort, zu dem mich das Navi geführt hat, nachdem ich „Bielefeld“ eingegeben habe.
Ob dieser Ort in dieser Welt liegt oder ich durch ein Zeitfenster in eine Welt außerhalb meines sonstigen Jetzt gerutscht bin, weiß ich nicht, aber so sah es dort aus:



Schon besonders, oder
?

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Dienstag, 8. August 2017
Stress?
Was ist eigentlich wichtig im Leben?
Ich meine, wofür macht man das alles?
All die Dinge, die den Alltag so überfüllen, dass man ständig das Gefühl hat, keine Zeit mehr für das wirkliche Leben zu haben, warum lässt man sich davon so treiben?
Weil sie wichtig sind?
Weil all diese Dinge eben getan werden müssen?
Weil man sonst Ärger bekommt?

Weil….,
Ich weiß es nicht, aber vielleicht, weil nichts tun auf Dauer noch viel schrecklicher ist, als ständig gehetzt durch seinen Alltag zu fliegen…..

Ich glaube, die Leute, die nichts mehr zu tun haben, die sind wirklich zu bemitleiden
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Dienstag, 1. August 2017
Doppelmond
Wenn man den halben Mond zweimal sieht, ist das dann Vollmond? Oder Säufermond?


Der helle Klecks, der oben mitten im Himmel zu sehen ist und sich unten in der Pfütze spiegelt, ist auf alle Fälle ein halber Mond - und ich kann mich jetzt nicht entscheiden, was für ein Mond das ist
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Mittwoch, 12. Juli 2017
Technologietempo
Und er schickt noch eine Warnung hinterher: So langsam wie heute werde sich Technologie wohl nie wieder entwickeln.

sagt Tony Fadell, einer der Miterfinder des iPhones, das vor kurzem seinen 10. Geburtstag feierte.

Diesen Satz habe ich nun innerhalb kürzester Zeit zum zweitenmal von Menschen gehört, die die technische Entwicklung durchaus beurteilen können, und langsam beginne ich mir deshalb ernsthaft Sorgen zu machen.

Für meinen Geschmack schreitet die technische Entwicklung schon im Moment viel zu schnell voran, alle naselang gibt es wieder etwas Neues, mit dem man sich beschäftigen muss, und das nicht nur in der Form, dass man lernen muss es zu bedienen, sondern vor allem, dass man lernen muss es "zu denken". Es entstehen ständig neue Wörter, die neu geschaffen werden, um Dinge zu bezeichnen, die es vorher einfach noch nicht gab. Alleine schon die Flut neuer Wörter führt dazu, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich beginne, meine eigene Sprache zu verlernen. Denn es gibt keine Übersetzung für die Wörter - man kann sie maximal versuchen zu erklären oder zu umschreiben, wobei dann oft das Problem besteht, dass es viele Wörter gibt, die etwas ähnliches meinen, aber eben nicht das gleiche. Und dann wird es erst recht problematisch, wenn man versucht, die Unterschiede zu erfassen.
Denn was wäre die Übersetzung für ein "Smartphone"? Was ist eine "App"?
Was ist eine IP-Adresse, wie unterscheidet sie sich von einer MAC-Adresse und was ist dann eine E-Mail-Adresse?
Es gibt W-LAN vs. mobiles Netz vs. DECT - das muss man erst mal begreifen - und was ist das mit dem Roaming?
Oder PIN vs. TAN vs. Entsperrcode
QR-Code oder EAN-Code oder Snapcode?
WhatsApp vs. SMS vs. Facebook-Messenger vs. E-Mail vs. Skype vs. iMessage vs.Twitter vs. irgendeinen anderen Kommunikationskanal, hier explodiert die Begrifflichkeit ja förmlich.

Ich habe häufiger mit älteren Menschen zu tun, die sich schon schwertun, zu verstehen, dass E-Mail und Internet nicht das gleiche ist und dass eine website eben keine E-Mail-Adresse hat.
Das liegt nicht daran, dass die Menschen mit zunehmendem Alter verblöden, sondern dass es enorm schwer ist, sich etwas vorzustellen und dann auch noch zu verstehen und anzuwenden, was es nicht gibt, bzw. eben bisher nicht gab.
Mein Lieblingsbild dazu ist Catweazle, für den eben alles Magie war und der sich den An-/Ausschalter eines Radios heimlich eingesteckt hat, weil er der festen Überzeugung war, dass man genau damit die "Geräusche herstellen" kann. Für ihn waren schon Wörter wie Sender, Programm und Radiosprecher fremd und nicht begreifbar, Radiowellen, UKW oder Mittelwelle hätten ihn endgültig überfordert.

Wenn ich jetzt ganz subjektiv nur meine eigene Reaktion auf die technischen Entwicklungen der letzten zwei-drei Jahre betrachte, dann stelle ich fest, dass es mich immer mehr ermüdet, immer aktuell informiert und auch "trainiert" zu sein.
Und ich bin definitiv technikaffin.

Aber vielleicht werde ich auch einfach nur alt. Dieses Ermüden, diese nachlassende Neugier auf immer wieder neue Erfindungen, diese Resignation verbunden mit dem Seufzer "ach, muss das denn wirklich sein", wenn ich feststelle, dass es schon wieder ein neues Office-Programm gibt und dass ich mich schon wieder an neue Arbeits- und Denkmethoden gewöhnen soll, das ist sicherlich ein Zeichen des Alters. Aber vielleicht ist es ja auch ein wenig der immer schneller werdenden Entwicklung der Technologie geschuldet, die einfach dazu führt, dass ich ausgepowert bin, atemlos, erschöpft und gelangweilt. Denn wenn es ständig, alle fünf Minuten, etwas Neues gibt, dann sind neue Dinge nicht mehr spannend, sondern Alltag. Sie verlieren einfach den Reiz des Neuen, sie sind nichts Besonderes mehr, keine Herausforderung, sondern nur lästige Anstrengung.
Und genau unter dieser Überlegung, gibt mir der Satz: "So langsam wie heute wird sich die Technologie nie mehr verändern." eine Menge zu denken.
Wie wird das denn in der Zukunft? Wird das Beherrschen der Technologie künftig die sozialen und gesellschaftlichen Unterschiede definieren? Was muss man dann können, um nicht auf der Strecke zu bleiben? Alte Werte scheinen dann nicht mehr zu zählen, also "Wissen" im klassischen Sinne ist ja schon lange obsolet geworden, aber auch angewandtes Wissen, wie Sprachkenntnisse scheinen dann an Bedeutung zu verlieren.
Was wird wichtig sein? Was muss ich meinen Kindern heute beibringen und mitgeben, damit sie morgen in den Wirbelschleppen des Technologiefortschritts nicht abstürzen?
Wie werden sich die ethischen Grundwerte verändern?
Was, von dem, was heute unser Leben ausmacht, wird überhaupt bleiben?

Ich hätte ja früher gesagt: "Schinkenwurst" - Schinkenwurst wird bleiben, denn es wird immer Kinder geben, die beim Fleischer nach ihrer Scheibe Wurst verlangen. - Wie komplett verkehrt ich mit dieser Überzeugung lag, sehe ich ja schon heute. Heute gibt es vegane Schinkenwurst - und kaum noch Fleischer.
Aber wenn es noch nicht mal die Schinkenwurst schafft, die Zeitläufte zu überstehen, dann ist das ja wohl durchaus ein ernsthafter Grund, sich Sorgen zu machen.
Finde ich
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