anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 28. Oktober 2018
Erste Male selbst gekocht
Dieses Wochenende scheint das Wochenende der "ersten Male" in meiner Kochkarriere zu sein.
Gestern habe ich das erste Mal in meinem Leben (erfoglreich!) Risotto gekocht, heute habe ich das erste Mal in meinem Leben Pak Choi gekocht (und mit Bewusstsein) gegessen.
Risotto ist dabei ja nur halb exotisch - die Zeiten, in denen typisch italienische Gerichte als ungewöhnlich in der deutschen Küche galten ist ja eher vorbei und dass ich noch nie Risotte gemacht habe, liegt vor allem daran, dass ich (bisher) nicht so der Reisfan war. Ich bin mit vielen Ausrufezeichen und unbestritten immer noch begeistert Team Kartoffel. Alles, was man so aus Kartoffeln herstellen kann, steht auf meiner Beliebtheitskala grundsätzlich ziemlich weit oben. Ich habe mich viele Jahre hautpsächlich von Chips und Pommes ernährt, aber auch ganz normal gekochte Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Rösti, Stampfkartoffeln, Ofenkartoffeln, Kartoffelsalat (kalt und warm), Kartofelgratin, Kartoffelklöße, Kartoffelsuppe, Gnocchi, und Reibekuchen stehen auf meiner Favoritenskala ganz weit oben. Danach kommt Salat und dann, mit gebührendem Abstand, Nudeln und Reis. Pizza kommt übrigens noch weiter dahinter.
Aber mit zunehmendem Alter verändern sich tatsächlich meine Essensfavoriten - oder zumindest sind meine Ablehnungen nicht mehr so krass. Ich habe deshalb ganz vorsichtig begonnen, freiwillig Reis zu essen - und zwar nicht nur, wenn es laut Standardrezept zwangsläufig dazugehört, so wie bei Frikasse, sondern sogar auch experimentell in Eigenkreationen ausprobiert, außerdem habe ich einige klassische Reisgerichte in mein Standardrepertoire aufgenommen, weil ich sie tatsächlich lecker finde. (i.e. Gallo pinto u.a.).
Risotto stand deshalb auch schon seit längerem auf meiner Experimentierliste und nachdem es vor einiger Zeit an einem Wochenendspontanversuch daran scheiterte, weil ich erst beim Beschäftigen mit dem Rezept begriffen habe, dass man dafür Spezialreis braucht, den ich natürlich nicht im Haus hatte, war dieses Wochenende alles vorbereitet, ich hatte nicht nur Risottoreis, sondern auch Pilze im Haus - und im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass es das jetzt wohl öfter gibt.

Pak Choi dagegen kannte ich ja noch nicht mal als Zutat, bis heute wusste ich nur, dass es so etwas gibt, weil ich es schon im Angebot der Gemüsetheke wahrgenommen hatte, was es aber genau ist und vor allem, wie man es zubereitet und wozu man es isst, hatte mich bisher nie interessiert.
Gestern waren nun beim späten Lastminute-Einkauf viele Dinge in der Gemüsetheke um 50% reduziert und so etwas ist für mich ja immer eine perfekte Gelegenheit, um mal Dnge auszuprobieren, die ich im schlimmsten Fall dann auch einfach wegwerfen würde, wenn es gar nicht schmeckt, aber wenn sie schon beim Kauf gleich 50% reduziert sind, dann ist so ein Experiment wenigstens nicht auch noch ärgerlich teuer.
Deshalb erwarb ich gestern Pak Choi und habe heute gegoogelt, was man damit überhaupt macht.
Ergebnis: Es ist eine Kohlvariante, die so wenig nach Kohl schmeckt, dass sie sogar mir schmeckt (ich steige ansonsten bei Kohl sehr schnell um auf spontane Nulldiät), die Zubereitung ist denkbar einfach: die weißen Teile (kleingeschnipselt) ca. 4 Minuten in einer Pfanne anbraten, dann die grünen Teile (auch kleingeschnipselt) noch 2 Minuten dazu geben und das Ganze mit Pfeffer und einem Schuss Sojasauce würzen. Ich habe dann gleich noch Knoblauch und zwei Frühlingszwiebeln mit in die Pfanne geschmissen und es war wirklich rundum lecker. So lecker, dass ich sicher bin, dass es demnächst ziemlich häufig bei uns Pak Choi geben wird.
Dazu gab es übrigens gebratene Gnocchi und den Rest vom Tartar, das ich am Folgetag immer mit kleingewürfelter Paprika und Käsewürfelchen vermische, dann auf alte Baguettebrotscheiben streiche und 10 Minuten bei 200°C im Ofen überbacke. Kann ich nur empfehlen, beste Resteverarbeitung ever
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