anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 3. Oktober 2018
Ein anderer Tag
Der Tag heute war anders.
Anders als all die Tage der letzten Monate, ich denke, am besten passt das Bild eines reifen Eiterpickels - und heute war der Tag, an dem ich all den angesammelten Dreck endlich mal gründlich rausgedrückt habe.
Es hatte sich schon angebahnt, die letzten Tage, auch bei Eiterpickeln kann man ja zusehen, wie sie reifen, manchmal kommt dann auch vorher schon etwas raus, aber das ist nur die oberste Spitze und sorgt im Zweifel nur dafür, dass die Entzündung dadrunter noch schlimmer wird. So war es hier auch, ich habe schon vorgestern einen spontanen Wutanfall bekommen, aber geklärt oder erledigt war damit noch lange nichts, es war dafür das deutliche Signal, dass hier Redebedarf besteht.

Und heute ist es mir dann endlich gelungen, all das auszusprechen, was ich seit Monaten, teilweise sogar schon seit Jahren, als lästiges Ärgernis mit mir herumtrage und was sich aber in den letzten Monaten so sehr verhärtet und verdichtet hat, dass es zu einem drückenden Geschwür wurde, das dringend entlastet werden musste.

Der Eiterstau ist jetzt also raus, ob aber das Ärgerpartikel, durch den sich all der Eiter immer wieder bildet, nun auch wirklich mit ausgeschwemmt und beseitigt wurde, das wird erst die Zukunft zeigen. Die Stelle ist wund und wird nur heilen, wenn das Grundärgernis beseitigt wird, wenn das nicht gelingt, hilft wohl nur Amputation.

Mein schwärender Dauerkonflikt ist die Diskrepanz zwischen der Loyalität K gegenüber und meinen eigenen Interessen. K hat eine ausgeprägte Schäferhundmentalität und fühlt sich für alles mögliche verantwortlich, was mich persönlich gar nicht interessiert, ihn aber sehr stark bindet. Grundsätzlich kann ich rein rational seine Position verstehen, es fällt mir aber zunehmend schwer, sie zu unterstützen oder gar zu teilen. Ich habe einfach zu wenig Mutter Theresa-Gene, um mich selber aufzuopfern, nur um andere zu retten.
Ich merke, wie ich selber zunehmend körperliche Zipperlein entwickele, als überzeugter Anhänger der Theorie "jede Krankheit kommt aus dem Kopf" bleibt mir gar nichts anderes übrig, als nach den Ursachen zu forschen. Und dabei entdeckt man dann diese dicken, psychischen Eiterbeulen, die im Zweifel auch Auslöser für Schleimbeutelentzündungen in der Hüfte sein können und vor allem insgesamt ein latentes Unwohlsein verursachen.

Ich kann sehr gut verstehen, dass es schwierig ist, andere Leute hängen zu lassen, nur weil man sich lieber um sich selber kümmert, aber manchmal kann man halt nicht alles haben, was man sich vorstellt - und für mich ist inzwischen der Zeitpunkt gekommen, wo ich beginne, Prioritäten zu setzen und dabei wird eben auch kräftig entrümpelt.

Da ich all diese kleinen, vielen Ärgernisse über eine so lange Zeit schweigend mit mir rumgeschleppt habe, hat sich dadurch nicht nur ein Eitergeschwür gebildet, was heute endlich geplatzt ist, sondern ich fürchte, ich habe auch eine Allergie entwickelt, die dazu führt, dass ich künftig viel eher mit Ausschlag und Eiterpickeln reagiere, wenn die auslösenden Trigger nicht nachhaltig beseitigt werden.

Wir werden sehen, wie es weitergeht und ob wir die Entzündunng gemeinsam in Griff bekommen. Die letzten Tage ging es mir so mies, dass ich tatsächlich bereit war für eine Amputation - alles ist beser als mit diesen Dauerschmerzen weiterzumachen, aber jetzt gab es erst mal eine Entlastung und sehr viel Dreck ist hoch- und rausgekommen, vielleicht hat es ja tatsächlich etwas bewirkt, es wird sich zeigen
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