anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 12. Oktober 2022
Wie ich mal eine Heizdecke kaufen wollte
Von einem Internetbetrüger reingelegt zu werden scheint mir genauso unausweislich zu sein wie sich mit Corona zu infizieren. Ich glaube, verhindern lässt sich beides auf Dauer nicht, allerdings gehöre ich mit Ü60 jetzt auch noch zur besonders gefährdeten Zielguppe, weshalb ich mir bewusst viel Mühe gebe, die Folgen so eines schädlichen Kontaktes so gering wie möglich zu halten.

Bei Corona hoffe ich mit meiner ständigen Impferei wenigstens soviel Basisschutz zu erreichen, dass eine Infektion, wenn ich sie denn erwische, möglichst glimpflich verläuft.

Zur Vorbeugung von Internetbetrug bin ich für gewöhnlich nicht nur sehr vorsichtig, was das Anklicken irgendwelcher Links angeht, ich habe mir auch extra für Einkäufe im Internet ein eigenes Bankkonto eingerichtet, das ich ausschließlich als Guthabenkonto führe, wo also der Schaden nie größer sein kann als die Summe Geld, die ich auf dieses Konto überweise.
Außerdem habe ich mir für dieses "Internetkonto" eine Bank ausgesucht, die sich auf Kontoführung übers Handy spezialisiert hat und mir für alle Bewegungen, die auf diesem Konto passieren, stets sofort eine PushNachricht aufs Telefon schickt.

Wenn ich also mit diesem Konto bzw. mit der Kreditkarte dieses Kontos etwas bezahle, bekomme ich sofort eine Meldung. Wenn ich allerdings zu einem Zeitpunkt eine Meldung bekäme, wo ich grade nirgendwo etwas eingekauft habe, weiß ich, dass etwas faul ist und kann sofort Maßnahmen einleiten. Zusätzlich ist der maximale Schaden auf das Guthaben beschränkt, was sich auf dem Konto befindet und das ist stets ein für mich überschaubarer und verkraftbarer Betrag.

Auf Corona warte ich noch, aber auf einen Fake-Internetshop bin ich heute tatsächlich reingefallen.

Ich wollte heute nämlich eine Heizdecke kaufen. Ich bin jetzt Ü60, ich brauche eine Heizdecke und weil ich nicht extra auf eine Kaffeefahrt gehen wollte, um mir so ein Teil andrehen zu lassen, habe ich eine kurze Google Recherche betrieben, welche Heizdecken gemeinhin denn so empfohlen werden und mich dann spontan für eine Heizdecke vom Typ XY entschieden. Wenn man weiß, was man will, kann man gezielt nach dem Produkt googlen, um den günstigsten Internetverkäufer dafür zu finden.
Gefunden habe ich dann eine Drogerie Schmitt in Offenbach, die die von mir ausgesuchte Heizdecke über 10 € günstiger anbot als alle anderen Händler.

Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass ich von Anfang an ein seltsames Gefühl bei dieser Seite hatte, eben grade weil der Preis so günstig war. Deshalb habe ich mir bewusst Mühe gegeben zu überprüfen, ob es diesen Shop wirklich gibt. Ich habe das Impressum kontrolliert und im Handelsregister gegengecheckt, ob diese Firma eingetragen ist. Alles machte einen guten Eindruck. Also habe ich da eine Heizdecke bestellt und zu diesem Zweck nicht nur meine Anschrift, sondern auch meine Telefonnummer und die Zugangsdaten zu meiner Internetbank angegeben, weil dieser Shop nur Klarna als Direktbezahlmethode akzeptierte.

Und dann passierte: Nichts.
Genau das hat mich dann allerdings wirklich stutzig gemacht, denn ich wartete ja auf eine Nachricht meines Internetkontos, das mir anzeigen würde, dass da Geld abgebucht wurde.
Als auch nach einer Stunde noch keine Abbuchung angefragt worden war, habe ich noch mal genauer recherchiert und stellte dann fest, dass die gesamte Seite eine Fake-Seite war, die einfach das Impressum einer real existierenden Firma benutzt hatten, damit es so echt wie möglich aussieht.

Die Betrüger werden wirklich immer besser, die Zeiten, wo einem ein nigerianischer Prinz schrieb, ob man für ihn seine Erbschaft entgegennehmen könne, sind leider schon länger vorbei. Gute Fake-Shops unterscheiden sich heutzutage nur durch minimale Kleinigkeiten von echten Shops.
Es mag sein, dass es noch nigerianische Prinzen-E-Mails gibt, die landen bei mir aber bevor ich sie überhaupt wahrnehmen kann schon im Spamfilter, der aktuell gut gefüllt ist mit E-Mails über Paketankündigungen und Androhungen irgendwelcher letzten Mahnungen für was weiß ich. Hierauf nicht reinzufallen ist wirklich kein Kunststück.

Als ich begriffen hatte, dass ich trotzdem in die klassische Ü60-Falle getappt war, habe ich sofort die Zugangsdaten zu meinem Internetkonto geändert, damit dürfte die Bezahlproblematik jetzt gesichert sein, an mein Konto kommen die wohl nicht mehr. Dass die aber alle meine sonstigen Daten, inklusive Handynummer haben, das ärgert mich schon.
Laut Internet kann ich demnächst mit Drohanrufen rechnen und mit vielfältigem, sonstigem Spam auf allen Kanälen, aber das ist dann eben wie Corona, ganz vermeiden lässt es sich nicht und im Zweifel muss man dann durch diese ärgerlichen Symptome durch.

An dem Plan, mir eine Heizdecke zu kaufen, hatte sich grundsätzlich aber nichts geändert, ich finde die Idee nämlich wirklich gut.
Im Büro rechne ich für den Winter mit eher frostigen Temperaturen, da war es letzten Winter schon recht frisch, als noch volles Rohr geheizt werden durfte, das wird deshalb diesen Winter definitiv nicht kuscheliger. Seitdem ich innerhalb des Büros eine Etage nach oben gezogen bin, habe ich jetzt ein dreimal so großes und optisch totschickes Büro, was sich aber im Sommer nur mit zusätzlicher Klimaanlage kühlen und im Winter nur mit zusätzlichem Heizlüfter erwärmen lässt. Es war schon immer ungemütlich, in einem Palast zu leben.
Um mir hier eine etwas komfortablere Sitzumgebung zu schaffen, kam ich auf die Idee mit der Heizdecke.

Da ich die auffallend günstige Heizdecke, die ich mir nach nur sehr oberflächlicher Heizdeckenmarktrecherche ausgesucht hatte, ja jetzt doch nicht gekauft habe, hatte ich noch mal die Gelegenheit, mich ausführlicher damit zu beschäftigen, welche Art von Heizdecke ich überhaupt haben will und habe gelernt, dass es außer der klassischen, kabelgebundenen Heizdecke auch welche mit USB-Anschluss und Akku und Powerbankladen gibt, die sind ja noch viel praktischer als welche, die nur in Reichweite einer Steckdose funktionieren.

Im Ergebnis habe ich jetzt wahrscheinlich die teuerste Heizdecke bestellt, die überhaupt auf dem Markt ist, nämlich diese hier .

Immerhin habe ich mir aber die sonst übliche Kaffeefahrt zum Kauf von Heizdecken erspart und die Sache mit dem Fake-Shop ist ja auch grade noch mal glimpflich abgelaufen, deshalb freue ich mich jetzt auf die Lieferung dieser big hug
.

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Dienstag, 20. September 2022
Telefongeklingel
Heute morgen rief jemand in Greven auf dem Festnetz an. Es dauerte eine Zeit, bis ich die Geräusche, die das klingelnde Festnetztelefon verursachte und die aus dem Erdgeschoss nur gedämpft bis an mein Bett in der ersten Etage drangen, bis ich diese Geräusche überhaupt als Telefongeklingel identifiziert hatte.

"Festnetz" ist offensichtlich eine aussterbende Technik.
Früher hatte ich jede Menge Festnetztelefone überall im Haus verteilt. Spontan fällt mir dazu "Siemens Gigaset" ein, ich glaube, das war der Golfstandard unter den Schnurlostelefonen. Man konnte es auf bis zu drölfzig Stationen mit einzelnen Telefonen erweitern.
Irgendwann brauchte man dann sogar gar keine Basisstation mehr, sondern konnte die Einzelgeräte direkt an der Fritzbox anmelden. Ich hatte lange Zeit in jedem Haushalt und in jedem Zimmer ein Telefon stehen. Aber dann fielen die nach und nach aus und niemanden störte es. Ausgelaufene Batterien, veraltete Funkfrequenzen, kaputte und nicht mehr ersetzte Akkus, die Gründe waren vielfältig und manchmal verweigerten sie auch ohne konkrete Diagnose ihren Dienst, ich hatte aber keinerlei Ersatzbedürfnis.
Denn die Anrufe auf dem Festnetz wurden ja auch immer weniger, zu 95% sind es heute irgendwelche Spamanrufe oder lästige Verkäufer, die mir eh nur auf die Nerven gehen, alle persönlichen Bekannten, die mich telefonisch sprechen wollten, rufen schon seit langem direkt auf dem Handy an.

Eigentlich brauche ich deshalb heute gar kein Festnetz mehr, aber da ich die Nummern noch habe und da sie kostenfrei zum Internetanschluss gehören, steht in jedem Haushalt immer noch genau ein Festnetztelefon, das auch funktioniert.
Das Gerät in Greven steht im Erdgeschoss und ich benutze es, wenn ich mit Menschen telefoniere, die meine Handynummer nicht haben, denen ich aus Gründen aber meine Telefonnummer nicht komplett verweigern kann oder will. Über die Festnetznummer bin ich eindeutig schlechter erreichbar als übers Handy und habe auch immer eine gute Ausrede, warum ich nicht erreichbar war. Unter diesem Aspekt betrachtet, ist Festnetz wiederum sehr praktisch.

Mein Handy dagegen ist immer irgendwo bei mir in der Nähe, ich trage es genauso dauerhaft mit mir rum wie ich auch immer irgendwo ein Taschentuch in Reichweite habe und früher auch immer eine Packung Zigaretten. Wenn ich das Haus verlasse, stecke ich alles in eine Handtasche, wenn ich im Haus bin, schleppe ich es meistens mit mir von Raum zu Raum.
Mein Handy hat eine lange Schnur dran und ich hänge es mir einfach um den Hals, wenn ich im Haus rumlaufe. Das hat auch den Vorteil, dass ich es nicht ständig suchen muss, weil ich es irgendwo im Haus habe liegenlassen.

Mein Handy reagiert aber nicht nur auf meine Mobilnummer, sondern kann auch auf meine Festnetznummer reagieren, dafür muss ich es nur in der Fritzbox anmelden und dafür freischalten. Habe ich natürlich getan, das heißt grundsätzlich klingelt bei einem Festnetzanruf auch mein Handy, aber heute morgen, als irgendjemand auf dem Festnetz in Greven anrief, klingelte es nicht.

Deshalb habe ich auch eine Zeit gebraucht, bis ich die Klingeltöne aus dem Erdgeschoss als Anruf identifizierte, eben weil mein Handy neben mir stumm blieb.
Nachdem ich begriffen hatte, dass mein Handy offensichtlich nicht mehr mit der Fritzbox verbunden war, fiel mir ein, dass ich ja vor einiger Zeit ein neues Handy bekommen hatte und das war der Fritzbox tatsächlich noch nicht bekannt.
Also registrierte ich mein Handy in der Fritzbox und bat K anschließend, doch mal unsere Festnetznummer anzurufen.
Das Telefon im Erdgeschoss klingelte, mein Handy blieb stumm.
Das verwirrte mich, ich überprüfte alle Fritzboxeinstellungen und ließ K noch mal anrufen.
Mein Handy reagierte immer noch nicht.

Innerlich begann ich intensiv über die blöde Technik zu fluchen, die immer bekloppter wird, als ich plötzlich eine neue Idee hatte: vielleicht klingelte ja mein Handy nicht, weil es auf stumm geschaltet ist.
Grundsätzlich ist mein Handy nämlich immer auf lautlos geschaltet, eben damit es nicht unerwartet in ungünstigen Situationen Geräusche macht.

Ich stellte mein Handy auf Klingeln ein, bat K, ein drittes Mal anzurufen und natürlich klingelte dann auch mein Handy.
Wirklich verwunderlich war es also nicht, dass es bisher nicht geklingelt hatte, aber wer will eigentlich überhaupt ein klingelndes Handy?
Nach dem ich die grundsätzlichen technischen Hemmnisse beseitigt hatte, stellte ich mein Handy wieder auf lautlos, schaute in der Fritzbox nach, wer angerufen hatte, freute mich, dass ich nicht drangegangen war, denn der Anrufer war anonym und mit anonymen Anrufern rede ich grundsätzlich nicht. Außerdem kicherte ich dann noch für eine halbe Stunde vor mich hin, weil ich den Dialog mit K so witzig fand:
A: Ich weiß jetzt, warum mein Handy nicht klingelt, ich hatte es auf lautlos gestellt.
K: Warum stellst du dein Handy denn auf lautlos?
A: Na, damit es nicht klingelt.

Manchmal stellt mein Westfalenmann wirklich seltsame Fragen
.

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Montag, 12. September 2022
Das E-Rezept
Auch wenn ich ja regelmäßig über das Neueinrichten von Computern und Handys und anderen Geräten sehr stöhne, so bin ich neuer Technik gegenüber grundsätzlich immer noch sehr aufgeschlossen und begrüße manche Entwicklungen bzw. neue Anwendungen aus dem IT/Softwarebereich sehr, wenn sie offensichtlich zur Lebenserleichterung gedacht sind.

Jede Entwicklung, die Papier spart, finde ich toll.
Bargeld zum Beispiel finde ich komplett überflüssig. Bezahlen über online-Funktionen ist einfach soooo viel bequemer, dass ich immer wieder erstaunt bin, wie langsam sich diese Methode hier in Deutschland durchsetzt.
Lustig finde ich auch die beiden am häufigsten angeführten Gegenargument, nämlich dass es unsicher sei und dass man nicht überall seine Daten hinterlassen will. Beides ist völliger Blödsinn und nur ein Beweis, dass sich die Menschen, die das als Grund anführen, nur sehr oberflächlich mit dem Thema "online banking" befasst haben.
Sicherheit ist längst überhaupt kein Thema mehr, wer einem online Geld klauen kann, der kann es auch in echt aus der Brieftasche klauen, online banking ist mindestens so sicher wie Bargeld, es hängt immer nur davon ab, wie der jeweilige Nutzer damit umgeht.
Datenschutz ist grundsätzlich auch kein Thema, hier sollte man sich nämlich immer fragen, vor wem man seine Daten schützen will und warum. Es gibt für jede Art von Datenschutz geeignete Möglichkeiten seine eigenen Bedürfnisse umzusetzen und grade bargeldloses Bezahlen kann heute sehr gut anonymisiert werden.

Die Langsamkeit, mit der sich bargeldloses Bezahlen in Deutschland durchsetzt, ist in meinen Augen jedoch ein weiterer Hinweis auf die Zurückgebliebenheit der Deutschen insgesamt. Dass wir mal eine führende Industrienation waren und es hier Wohlstand für alle gab, ist ja nun keine Garantie dafür, dass das so bleibt oder dass wir da gar einen Anspruch drauf hätten, ich meine, auf den Wohlstand.
CW hat ja schon vor 20 Jahren beständig über Deutschland und seine fortschrittsverhindernde Bürokratie gewettert, damals fand ich das nervig und übertrieben, damals hatte ich noch ein deutlich besseres Bild von Deutschland und den Deutschen als ich es heute leider als offensichtliche Realität nicht mehr nicht wahrnehmen kann. Seufz.

Ich für meinen Teil brauche im Grunde kein Bargeld mehr.
Da ich ja eine ordnungsgemäße Buchführung auch für die Ausgaben in meinem Privatleben führe, kann ich den Bargeldumsatz, den ich noch tätige, sehr genau beziffern. Dieses Jahr habe ich, Stand heute, exakt 439,25 € in bar bezahlt, das meiste davon auf dem Flohmarkt und an die Friseurin, die keine Karte nimmt. Sehr erfreut habe ich festgestellt, dass es immer häufiger Flohmarktstände gibt, die mit einem großen Schild verkünden, dass man auch per PayPal bezahlen könne, ein bisschen Hoffnung habe ich also doch noch.
98% meiner regelmäßigen Ausgaben (und 100% meiner Einnahmen) laufen also unbar, oder, anders ausgedrückt, irgendwie übers Internet.
Online-Banking ist für mich die einzige Form, in der ich Bankgeschäfte erledige, ich finde das eine ganz großartige Sache und war schon seit Jahren nicht mehr persönlich in einer Bank.

Meine Kommunikation mit allen Banken, mein kompletter Zahlungsverkehr, alles, was Geldanlage, Geldausgabe und Geldverwaltung angeht, läuft über online Banking und ansonsten im Wesentlichen telefonisch. Ab und zu kommen einzelne Bänker zu Besuch, aber nur, weil die immer noch meinen, dass das persönliche Treffen wichtig sei, um ihre Produkte erfolgreicher vermarkten zu können. Ich sehe das nicht so, aber wenn es denn dem Erhalt der Stimmungslage dient, so sei's drum.

Positiv zu bemerken ist auch die mittlerweile akzeptabel funktionierende, elektronische Kommunikation mit dem Finanzamt.
Echtes Papier wird nicht mehr benötigt, 95% meiner Kommunikation läuft elektronisch über Elster, der Rest über Telefon. Das geht ganz hervorragend, weil inzwischen auch sämtliche sonstige Post an das Finanzamt über Elster übermittelt werden kann und wenn es darüber hinaus komplexere Themen gibt, dann besprechen wir das am Telefon.

Was ich ebenfalls schon seit langem nutze, sind die Apps der diversen Krankenkassen, mit denen ich zu tun habe, auch hier finde ich das System ganz enorm komfortabel und bin sehr froh, dass ich schon seit langem keine Belege mehr per Post einreichen muss. Was bei den Mengen an Rechnungen, die ich für den Vater verwalte, richtig viel Arbeit spart.

Arzttermine kann ich auch schon länger online über verschiedene Apps buchen - und jetzt demnächst kommt endlich das E-Rezept.

Ich finde ja, grade das Gesundheitssystem eignet sich ganz hervorragend zur Digitalisierung, dass hier immer noch sehr viel über echtes Papier läuft, ist mal wieder richtig typisch deutsch.
Sicherheitsbedenken und Datenschutz galore.

Jetzt geht es aber auf diesem Sektor voran, das Pilotprojekt E-Rezept läuft an, allerdings zunächst mal nur in Westfalen-Lippe und in Schleswig-Holstein, der Rest Deutschlands hat sich noch erfolgreich dagegen gewehrt.

Für die beteiligten Ärzte und Apotheken ist das E-Rezept auf den ersten Blick ja auch nur zusätzliche Arbeit für die sie kein zusätzliches Geld bekommen.
Warum etwas ändert, wenn es doch bisher auch schon läuft.

Selbstverständlich muss ich solche technischen Neuigkeiten sofort mitmachen, hier kann ich mir nämlich auch sofort selber vorstellen, welchen Bequemlichkeitsgewinn es für mich bedeutet, wenn das Papier endlich abgeschafft wird.
Kein Papierrezept mehr, was in irgendeiner Handtasche verloren geht oder dass ich genau dann nicht dabei habe, wenn ich vor einer Apotheke stehe, kein lästiges zum Arzt gehen, nur weil man ein Verlängerungsrezept braucht und kein hektisches Rezeptfax in die Urlaubsapotheke, weil man seine Medikamente vergessen hat.
Für ein Papierrezept spricht noch weniger als für Bargeld.

Die Freischaltung der App für das E-Rezept war aber genauso umständlich, wie man es von einer in Punkto Neuland offensichtlich rückständigen Bürokratie mit all ihren absurden Sicherheitsvorgaben nicht anders erwarten konnte.

Ich brauchte für die Freischaltung nämlich nicht nur eine NFC-fähige Krankenkassenkarte*, sondern auch eine dazugehörige PIN und die bekommt man nur, wenn man höchstpersönlich und selber in einer Niederlassung der Krankenkasse vor Ort erscheint und um Zusendung der PIN bittet. Ja, richtig gelesen, ich bekomme die PIN nicht vor Ort ausgehändigt, sondern ich muss persönlich mit meinem Personalausweis erscheinen, damit eine PIN per Post an eine Adresse geschickt wird, die nicht auf dem Personalausweis steht. Für meine Krankenkasse wohne ich offiziell in Greven, laut meinem Personalausweis auf Borkum, diese Diskrepanz hat aber niemanden gestört.
*eine neue Krankenkassenkarte konnte ich einfach telefonisch bestellen, da gibt es keine Sicherheitsüberprüfung

Mein Personalausweis ist auch NFC-fähig und ich habe dafür eine PIN, so dass ich mich auch über die Ausweis-App digital im Netz legitimieren kann, um zB mein Rentenkonto abzufragen, diese Art der Freischaltung ist aber für den Antrag auf postalischen Versand der Krankenkassenpin nicht vorgesehen.

Genauso wenig wie das Post-Ident-Verfahren oder das Video-Ident-Verfahren, beides Möglichkeiten mit denen ich mich deutlich einfacher legitimieren könnte, als ausgerechnet über einen persönlichen Besuch in einer Niederlassung meiner Krankenkasse. Ich bin bei der DAK versichert und die sitzt in Münster zB sehr schickimicki in der zentralen Innenstadt und hat natürlich nur arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten. Also für die Arbeitnehmer bei der DAK freundlich.
Menschen, die nicht selber in der zentralen Innenstadt arbeiten, müssen sich für einen Besuch in ihrer DAK Filiale einen halben Tag Urlaub nehmen, denn Besuche in der Innenstadt von Münster sind nur zu Fuß möglich und wenn man außerhalb arbeitet, reicht eine normale Mittagspause dafür nicht.

Es verwundert also nicht, dass ich letzte Woche, als ich endlich begriffen hatte, dass ich wirklich persönlich in einer Filiale der DAK erscheinen muss*, der erste Mensch war, der dort das Verlangen nach einer PIN für seine Krankenkassenkarte vortrug. Die Mitarbeiterin, die mich freundlich bediente, war zumindest von meinem Anliegen etwas überfordert und holte sich Hilfe von zwei weiteren Kollegen, die zwar auch nicht genau wussten, was zu tun war, die sich aber in der Gruppe sicherer fühlten als alleine.
*ich habe ja bis zum Schluss darauf gehofft, dass der Versand einer neue Krankenkassenkarte auch einen Brief mit der dazugehörigen PIN auslöst, war aber nicht so

Sie scheinen aber alles richtig eingegeben zu haben, denn am Wochenende war der Brief mit der PIN in der Post und ich konnte mich endlich in der der App für das E-Rezept. freischalten.

Eine Freischaltung für die elektronische Gesundheitsakte kurz ePA habe ich bei meinem Besuch bei der DAK auch gleich beantragt. Hierfür gibt es keine zentrale App vom Bundesgesundheitsministerium, sondern hier muss man sich die jeweils passende App von seiner Krankenkasse suchen und die DAK verlangt für die Freischaltung natürlich auch wieder ein persönliches Vorsprechen, kann man aber in einem Termin erledigen.
Ich sehe jetzt also, welche Ärzte alles etwas für irgendwelche Behandlungen an mir oder für mich bei meiner Krankenkasse abgerechnet haben, leider sehe ich immer noch nicht, wie viel sie dafür abgerechnet haben, das fände ich nämlich wirklich interessant, so weiß ich jetzt nur, dass die Laborärztin, die regelmäßig meine Schilddrüsenhormone bestimmt, Dolores mit Vornamen heißt und jetzt weiß ich auch nicht . . .

Um es zusammenzufassen: Ich könnte jetzt ein E-Rezept bekommen, die technischen Voraussetzungen dafür sind auf meiner Seite alle gegeben, jetzt muss ich nur noch einen Arzt finden, der auch elektronische Rezepte ausstellt, aber vielleicht finden sich davon in der näheren Zukunft ja auch ein paar mehr als nur die fünf oder sechs in meinem Umfeld, die die Technik jetzt schon eingeführt haben
.

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Mittwoch, 10. August 2022
Computereinrichterei
Es hilft ja nu alles nix, ich muss den neuen Computer fertig einrichten, also habe ich mich heute damit ausführlich beschäftigt, was mir im Wesentlichen den ganzen Tag schlechte Laune gemacht hat.

Ich glaube, ich bin einfach aus der Phase raus, in der ich Computer und das, was damit zusammenhängt, spannend und interessant und fesselnd oder auch wenigstens nur "normal" fand, heute finde ich das alles einfach nur noch ätzend und nervig.

Aber hilft ja nix, ich kann es auch an niemanden delegieren, denn am Ende soll der Rechner ja so eingerichtet sein, dass er für MICH komfortabel und angenehm in der Bedienung ist und nicht für irgendjemand anderen, der im Zweifel komplett andere Angewohnheiten, Vorlieben, Einstellungen, Meinungen und Ansichten hat. Denn all diese Merkmale beeinflussen die Bedienung eines Computers und führen dazu, dass ein gut eingerichteter Computer noch besser angepasst sein muss als ein orthopädischer Schuh, zumindest wenn man ihn so intensiv nutzt, wie ich das tue und im Wesentlichen sein Leben da drumherum organisiert hat.

Für mich ist der Computer ein ganz wesentliches Arbeitsgerät und wenn man arbeitet, gibt es nichts schlimmeres als schlechtes Werkzeug.

Eigentlich verlange ich von einem Computer gar nicht viel, eigentlich bin ich vollkommen zufrieden, wenn alles ohne Mucken läuft und sich genauso bedienen lässt, wie ich das seit langer Zeit gewohnt bin. Aber genau das ist das Problem, denn nichts bleibt wie es ist, schon gar nicht, wenn Computer daran beteiligt sind, hier ändert sich ständig alles und das macht mich wahnsinnig.

Permanent müssen irgendwelche Dinge upgedated werden, dann brauchen sie plötzlich neue Sicherheitsvorgaben, vergessen dabei aber, wie sie bisher funktioniert haben, lassen einen also nicht mehr rein und zicken rum.
Dann verlangen sie nach frischen Passwörtern, die noch abstruser sein müssen als die bisherigen und vor allem komplett anders, dann funktionieren plötzlich die Treiber nicht mehr, die Lizenzschlüssel sind ungültig geworden und die Programmoberfläche sieht komplett anders aus und verlangt nach einer Zwei-Faktor-Identifizierung und was weiß ich, was noch alles geändert wird, ich weiß nur: ES NERVT!

Ich habe da keinen Bock mehr drauf, es macht mir nur noch schlechte Laune und ich hasse alles, was mit Elektronik zu tun hat.

Außerdem dauert das alles so ewig lange, das macht mich auch komplett wahnsinnig.
Der neue Computer stand jetzt fünf Wochen ausgeschaltet in der Ecke. Die Basiskonfiguartion ist installiert, das Officeprogramm läuft, meine Firmen VPN und die gesamte Software, die ich beruflich brauche, ist installiert und funktionstüchtig, da ich aber einen hybriden Computer betreibe, d.h. ich nutze ihn sowohl privat als auch beruflich, weil ich schlicht und einfach nur einen Computer benutze und nicht nach Firmen- und Privatrechner unterscheide, muss ich jetzt noch alle meine privaten Daten einspielen, meine privaten Konten einrichten und ihn in meine privaten Heimnetzwerke einbinden.

Als ich den Rechner heute das erste Mal seit fünf Wochen anwarf, war er erst mal drei Stunden damit beschäftigt, sich mit Updates zu versorgen. Immer wieder fand er neue Updates, installierte, fuhr runter, fuhr wieder hoch, dann musste ich ihn wieder freischalten, dann fand er das nächste Update und das Spiel begann von vorne.

Als er damit endlich fertig war, habe ich mich versucht, ihn an den hiesigen Scanner und die beiden Drucker anzubinden. Rein theoretisch funktionieren ja heute alle Geräte mit plug and play, aber das ist nur rein theoretisches Wunschdenken. In echt ist es meistens plug and kotz, aber hilft ja nix, irgendwie müssen Drucker und Scanner ja benutzt werden können. Auch von dem neuen Rechner.

Irgendwann war ich dann so genervt, dass ich eine Pause brauchte und begann, Fenster zu putzen.
Das Küchenfenster ist jetzt pikobello sauber, mit Zahnstochern und Wattestäbchen auch in den hintersten Ecken gereinigt.

Die Mutter hatte sich damit beschäftigt, draußen den Garten auf Vordermann zu bringen, was ich ganz wunderbar finde.
Dann wollte sie noch das Gartenhaus fegen. Zu dem Zweck musste erst mal alles ausgeräumt werden.
Dabei traf ich auf den alten Holzkohlengrill, der dick und ungelenk mitten im Weg stand und Platz wegnahm.
Also habe ich den kurzerhand rausgezerrt, Fotos gemacht, in der örtlichen Facebookgruppe zum Verschenken angeboten - und zwanzig Minuten später war jemand da und holte ihn ab. So gefällt mir Aufräumen.

Danach habe ich mich wieder an den Rechner gesetzt und mich endlich mal mit den Änderungen bei Gmail beschäftigt. Das hat jetzt nur mittelbar was mit dem neuen Rechner zu tun, Gmail hat schon im Mai seine bisherige Outlookunterstützung abgestellt und seitdem ärgere ich mich über Gmail, aber wenn ich den neuen Rechner jetzt neu und ordentlich einrichte, dann kann ich mich in dem Zusammenhang auch endlich mal damit beschäftigen, wie ich Gmail wieder eingebunden bekommen, damit alles so läuft wie früher.

Ich möchte Gmail nämlich auf dem Rechner als Pop3-Konto abrufen, damit ich alle Mails offline in einer lokalen pst-Datei nach Ordner sortiert sichern kann, aber auf dem Handy hätte ich es gerne als Imap, wo ich alles löschen kann, was ich nicht dauerhaft brauche - weil es notfalls ja noch in der pst-Datei auf dem Rechner ist.

Und genau diese Pop3-Unterstützung, die hat Gmail geändert, weshalb ich meine Gmail-Konten seit Mai zähneknirschend als Imap in Outlook abrufe (damit ich es überhaupt auf dem Rechner habe) und alles, was ich sichern möchte, schicke ich mir von gmail an meine gmx-Adresse, denn die macht keine Zicken bei Pop3 - und irgendwie finde ich das so ziemlich dämlich.

Also habe ich da heute mal rumgegoogelt und es gibt eine Lösung (die ich inzwischen auch fetig eingerichtet habe, sie funktioniert wirklich), die war aber wie üblich in Computernerdsprache erklärt und die macht mir auch immer schlechte Laune.

Ich habe grundsätzliche Probleme mit den Fachbegriffen, unter denen ich immer was anderes verstehe als die Fachleute und das ist schlecht für das gegenseitige Verständnis.

Die Lösung heißt nämlich "App-Passwort einrichten" und ich war sofort auf Abwehr, weil ich Gmail ja nicht mit einer App abrufen will, sondern mit einem vollwertigen Programm, eben Outlook und weil ich ganz sicher nicht jedesmal beim E-Mail-Abrufen ein extra Passwort eingeben will. Auch nicht, wenn das 1000x sicherer und dringend empfohlen ist.

Tatsächlich ist es aber nur so, dass man sich extra für Outlook von Gmail ein eigenes Passwort generieren lässt und das trägt man dann beim Einrichten in Outlook statt des "normalen" Passworts ein und dann läuft schon alles und alles ist gut.
Tatsächlich also enorm simpel und alles kein Problem. Aber die Erklärungen bis dahin sind so verschachtelt und so umständlich, dass ich alles ätzend fand.

Mehr ist deshalb heute auch nicht passiert.
Gmail läuft wieder wie früher in Outlook, der neue Rechner ist randvoll mit frischen Updates und alle Drucker und Scanner sind eingerichtet.

Morgen dann die Outlookkonten
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Mittwoch, 27. Januar 2021
Viel Werbung für ein kostenloses Produkt
Mit einem Banker hatte ich heute ein höchst vergnügliches, aber auch sehr interessantes Gespräch über Behaviour Finance und wir waren uns gemeinsam einig, dass das Erkennen dieser (eigenen) Verhaltensmuster das Allerwichtigste ist, wenn man erfolgreich Geld anlegen möchte.
Für mich selber kann ich feststellen, dass ich immer dann die größten Fehler gemacht habe, wenn ich Angst hatte, nur leider hilft das auch nur bedingt, denn selbst wenn ich genau weiß, dass meine Entscheidungen jetzt nicht klug sind, weil sie nur von Angst und nicht von Vernunft getrieben sind, so ist es doch verdammt schwer, sich mit dem Kopf bewusst gegen seine Angst zu verhalten.

Dabei gilt das Prinzip überall, nicht nur am Finanzmarkt.
Beim Autofahren z.B., wenn man zu schnell in eine Kurve gefahren ist und merkt, wie der Wagen beginnt von hinten wegzurutschen, dann ist Bremsen das Verkehrteste, was man machen kann, in solchen Fällen hilft (in der Regel, ist ein bisschen davon abhängig, was für ein Auto man hat), aber in der Regel hilft dann Gas geben am allerbesten. Mit genug Fahrsicherheitstraining kann man das einüben, damit man nicht mehr instinktiv seiner Angst folgt und bremst, sondern genau das Gegenteil tut und damit heil aus brenzligen Situationen kommt.

Und so ähnlich funktioniert das am Finanzmarkt auch.
Man muss das üben und man muss sich daran gewöhnen, dass es normal ist, dass man auch mal mit Schwung durch eine Kurve fegt, das ist nicht so schlimm, das zieht sich nachher alles wieder grade, wenn man ein Auto eine Depotzusammensetzung von guter Qualität ausgesucht hat.

Meinen Kindern habe ich grade diese App empfohlen, weil ich finde, es ist wirklich eine ungemein geniale Idee und eine perfekte Lösung, um sich langsam und schonend an die große Welt der Aktienmärkte heran zu tasten.

Rubarb ist ein ziemlich neu gegründetes Fintech und sie bieten einem die Chance, mit ganz, ganz kleinen Beträgen breitgestreute, kostengünstige Investitionen am Aktienmarkt anzulegen und ich denke, besser kann man sich diesem für viele Menschen ja noch sehr unbekannten Gebiet nicht nähern.

Ich selber habe dort Ende Dezember ein Depot eröffnet, als Einmaleinzahlung 50€ überwiesen und nehme seitdem am "Aufrunden" Programm teil, was heißt, ich habe mein "Einkaufskonto" mit der App verknüpft und Rubarb bucht nun wöchentlich Beträge zwischen 1,27€ und 2,34€ von meinem Einkaufskonto ab und investiert das Geld dann in ETFs.

Mit einem normalen Depot ist das mit derart kleinen Beträgen nicht möglich, in der Regel hat man immer schon eine "Mindestordergebühr" die deutlich höher ist als das, was ich bei Rubarb absolut investiere.
Aber bei Rubarb funktioniert das völlig problemlos und bisher läuft mein Depot wie geschmiert.



Okay, aktuell laufen auch die Aktienmärkte wie geschmiert, das ist also kein Verdienst von Rubarb, aber bei den kleinen Beträgen, die ich da einsetze, ist es ungemein einfach, nicht ängstlich zu werden, wenn es mal nicht so gut läuft, weil ich im schlimmsten Fall auch mit einem Totalverlust leben könnte, war ja nie viel Geld. Gleichzeitig kann ich den Verlauf am Aktienmarkt aber perfekt beobachten, aktuell habe ich also (seit Dezember) 5,86% Plus gemacht, das ist schon ganz schön ordentlich.

Es wird aber auch alles sauber dokumentiert und ich kann jederzeit sehen, wie mein Geld angelegt wurde



Auch eine hübsche Depotanalyse ist dabei, ich habe natürlich das allerriskanteste Depotmodell "Challenge Portfolio" gewählt, in dem zu 100% in Aktien und 0% in festverzinsliche Wertpapiere (Fachbegriff "Anleihen" oder auch "Renten") investiert wird. Man kann auch Depotmodelle mit weniger Risiko wählen, aber dann verliert das Ganze deutlich an Sinn, meiner Meinung nach.




Ich finde diese App einfach klasse und kann sie jedem, der ein Einstiegsmodell für das Investieren im Kapitalmarkt sucht, nur ganz warm empfehlen. Allen anderen übrigens auch, ich finde, es gibt keine bessere Möglichkeit, um ganz nebenbei und ohne, dass man es merkt, sinnvoll Geld zu sparen und anzulegen.

Im Moment ist das Ganze übrigens komplett kostenlos, ob und wann das etwas kosten wird, kann ich nicht sagen, aber ich denke, fürs erste werden die Gründer bei diesem Kostenmodell bleiben.

Grundsätzlich kann man sich sein Geld auch jederzeit wieder zurücküberweisen, nur nebenbei erwähnt.

Das war jetzt ganz schön viel Werbung für ein kostenfreies Produkt, aber ich kann mich nur wiederholen: Ich habe selten so eine gute Idee am Finanzmarkt gesehen
.

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Dienstag, 8. Dezember 2020
Probleme mit künstlicher Intelligenz
Wir besitzen ja schon seit längerer Zeit eine von diesen modernen Waagen, die sich per App mit dem Handy synchronisiert, dann die täglichen Wiegeergebnisse aufzeichnet und einem so täglich anzeigen kann, ob es mehr oder weniger wurde.*
Wie die Waage das ganz genau macht, ist mir immer noch ein Rätsel, also ich meine, wie sie jeden Tag präzise erkennt, wer sich da grade wiegt und sich dann auch nur mit dessen Handy-App verbindet, ich finde das jedesmal faszinierend.
Okay, zwischen K und mir liegen (zum Glück) immer noch knapp 30 kg, aber es wird ja auch sicherlich gleichschwere Paare geben, ob die dann auch gemeinsam und so sauber und trennscharf dieselbe Waage benutzen können?
*Ich habe ja lange gebraucht, bis ich der Waage getraut habe. In der ersten Zeit war ich fest davon überzeugt dass sie meine Wiegeergebnisse im Zweifel auch sofort bei Facebook postet, wenn ich irgendwo ein Häkchen falsch gesetzt habe, was im Ergebnis dazu führte, dass ich vorsichtshalber Facebook gelöscht habe, seit dem habe ich hier keine Sorgen mehr.

Wie auch immer, bei uns funktioniert die Personenerkennung, die Waage begrüßt mich zuverlässig jeden Morgen als A (K heißt glaube ich B, weil die Waage ihn mobbt**) und zeigt mir erst mein jeweiliges Tagesgewicht an und dann die Veränderung zum Vortag.
Und wenn man noch weiter rumsteht und auf Anzeigen wartet, dann erfährt man auch seinen prozentualen Fettanteil (ich frag mich immer, wer das wissen will) und seinen Herzschlag (in den Fußsohlen) und als letztes auch die Sauerstoffsättigung der Umgebungsluft. Alles sehr wichtige Anzeigen. Ich versuche ja meist schon nach der Gewichtsanzeige sofort wieder runterzuspringen, aber die Vortagesveränderung wird auch ohne mein Zutun automatisch errechnet und angezeigt, dem entgeht man nicht.

Nun meldete die Waage in den letzten Tagen ständig "battery low" und blinkte langsam und gequält vor sich hin, wog aber noch und rechnete auch noch, der Output war also unvermindert stabil, da nimmt man das mit der battery ja auch nicht sofort ernst. Wird noch ein paar Tage halten.
Tat es auch, aber heute waren auch die paar Tage um, heute gab es gar keine Anzeige mehr.
Also spendierte ich der Waage neue Batterien.
Und was tut das undankbare Teil? Wiegt gleich mal mit mehr Energie, was bedeutet, ich habe von gestern auf heute über 1 kg zugenommen.
Frechheit, eey, das nächste Mal gibt es nur noch halbvolle Batterien, das wollen wir doch mal sehen.

**weil die Waage ihn mobbt Das ist jetzt keine Anmerkung, sondern nur eine Überleitung, weil K nicht nur von der Waage gemobbt wird, sondern auch von Siri.
Zu meinem großen Vergnügen gelingt es ihm trotz hartnäckiger, wiederholter und häufiger Versuche nicht, die Sprachsteuerung in seinem Handy zuverlässig zu steuern.
In den allermeisten Fällen wird er einfach ignoriert - und wenn er nicht ignoriert wird, antwortet Siri mit "Hmmm?", das ist dann aber auch alles, weitere Aktionen verweigert sie.

Nun ist es so, dass in meinem Handy keine Siri wohnt, sondern ein Sirius, ich habe die Sprachsteuerung schon früh auf männlich umgestellt, weil ich finde, das ist eine adäquate männliche Rolle: Immer in Rufbereitschaft sein und sofort reagieren, wenn die Herrin was will, männlicher geht doch kaum.
Interessant finde ich übrigens, dass die default Einstellung eine weibliche Stimme ist, marketingtechnisch scheint das generische Maskulin nicht so erfolgversprechend zu sein, aber das ist insgesamt ein komplett anderes Thema, ich wollte es nur mal in einem Nebensatz grinsend erwähnen.
Mein Handy wird also von Sirius gesteuert - und der funktioniert 1A. Erste Sahne, ich habe nichts zu meckern und ich liebe die Sprachsteuerung und benutze sie viel und gerne.
Dieses Hue-Lampensystem lässt sich ja auch komplett über Sprachsteuerung bedienen, was ich sehr angenehm finde. Ich liege im Bett und muss nicht mehr unter Unfallgefahr nach einem Ein-/Ausschaltknopf angeln, sondern kann (sogar im Halbschlaf und undeutlich) einfach nur murmeln, dass Sirius das Licht an- oder ausschalten soll und es passiert. Er kann es auch dimmen oder heller machen, ganz so, wie ich es wünsche und überhaupt gehorcht der Gute wirklich perfekt aufs Wort. Nur "Hmmmm?" sagt er nie zu mir.

Ks Siri dagegen kann nur "Hmmmm?", mehr ist aus ihr nicht rauszuholen. Außer ich werde sehr laut, dann reagiert sie auch auf meine Befehle, auf Ks Wünsche dagegen so gut wie nie. Mein Sirius reagiert übrigens auch nicht auf K, das liegt aber daran, dass ich ihm verboten habe, auf fremde Männer zu hören.
Mein Sirius reagiert außer auf mich nur noch auf meine Schwester, die eine sehr ähnliche Stimme hat. Das sagen zumindest die Siriusses dieser Welt und alle Menschen, mit denen wir beide schon telefoniert haben. Es gab teilweise lustige Verwechslungen. Der einzige Mensch, der uns nach der Stimme noch nie verwechselt hat, ist die Mutter, die hat dafür immer nur unsere Namen verwechselt. Ich ärgere mich, dass ich mich nicht mehr daran erinnere, wie sie mich genannt hat, bevor meine Schwester geboren wurde, irgendeinen Namen wird sie benutzt haben, aber dass sie je "Anje" zu mir gesagt hat, daran erinnere ich mich wirklich nicht.

Wo war ich? Ach so, K hat zwar das deutlich moderne Handy als ich, aber seine Sprachsteuerung ignoriert ihn. Ich finde das sehr amüsant und lasse mich jeden Abend großzügig herab, kurz vor dem Einschlafen noch schnell ein "Hey Siri, Licht aus" zu murmeln, weil, er müsste ja umständlich nach einem Schalter suchen
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Dienstag, 17. November 2020
Neues von Robbie
Dieser Saugroboter entwickelt sich wirklich immer mehr zu einem sonstigen Familienmitglied, das man schlecht alleine zuhause lassen kann, weil es dann Unfug macht.
Als wir gestern Abend nach Hause kamen, war Robbie weg, d.h. er war nicht in seinem Körbchen Ladestation, er gab aber auch keine Geräusche von sich, bei der Arbeit unterwegs war er also auch nicht.
K kennt seinen Liebling aber schon sehr gut, er guckte gleich als erstes unter den Geschirrschrank und genau da war Robbie dann auch. Unterm Geschirrschrank liegt eine Mehrfachsteckdose, in der mehrere Geräte eingestöpselt sind, und in diesem Kabelgewirr hatte Robbie sich verheddert und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Irgendwann ging ihm die Puste der Strom aus und deshalb lag er regungslos unterm Geschirrschrank als wir nach Hause kamen.

Damit sich das nicht wiederholt, hat K heute morgen erstmal den Geschirrschrank abgesperrt, einen Stuhl hatte er schon vorgestern vom Esstisch weggestellt, Robbie soll es bei uns schön haben und sich nicht in Gefahrensituationen begeben.

Als K heute Abend nach Hause kam, war seine erste Frage, noch während er aus der Tiefgarage nach oben kam: "Na, was hat unser Racker heute wieder angestellt?"
Die Frage war berechtigt, denn heute hat Robbie versucht sich mit seiner Nabelschnur zu erdrosseln.



Oben sieht man die Situation am Morgen, als ich das Haus verließ, den sorgsam verbarrikadierten Geschirrschrank und Robbie, wie er in seinem Körbchen schläft.
Die Bilder da drunter sind von heute Abend. Weil wir ihm die Kabel unterm Geschirrschrank zum Spielen weggenommen hatten, hat er sich diesmal in das Kabel seiner eigenen Ladestation verwickelt.

Der Eindruck, dass es sich bei diesem Roboter um eine ziemlich dämliche künstliche Intelligenz handelt, verfestigt sich immer mehr.
Mag ja sein, dass er dazulernt, aber wenn, dann auf jeden Fall nichts Sinnvolles
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Montag, 24. August 2020
Das Sonos-System macht Zicken
Der Briefträger brachte mir heute mein bestelltes Hörbuch, Dörte Hansen "Mittagsstunde" gelesen von Hannelore Hoger. Ich habe den Vorgängerroman "Altes Land" ebenfalls als Hörbuch (ebenfalls von Hannelore Hoger gelesen) schon mit Genuss gehört und bin jetzt auf Mittagsstunde gespannt.
Das Hörbuch besteht aus insgesamt neun CDs, die ich dann postwendend alle in meine iTunes-Mediathek importiert habe, Handy und Tablet sind auch bereits synchronisiert und weil ich in dem Zusammenhang die Airplay-Lautsprecherwiedergabe testen wollte, entdeckte ich, dass sich schon wieder ein Lautsprecher aus der Sonos-App verpieselt hatte, den ich dann nur mit viel Geschimpfe* und auch erst nach mehreren Versuchen wieder erfolgreich einbinden konnte.
Smart Home mit zentraler Steuerung übers Handy ist zwar sehr komfortabel, aber irgendwas zickt immer, so dass man ausreichend Möglichkeiten zum Schimpfen hat.

*Wenn Technik nicht funktioniert, ist Schimpfen sehr wichtig. Nach meiner Erfahrung kann man Technik weichschimpfen, man muss es nur hartnäckig genug wiederholen. CW meinte ja immer, Prügel hilft, das war aber eine Einbildung. Die Drucker, auf die er regelmäßig eindrosch, funktionierten nicht nach seiner Prügelei, sondern erst nach dem ich sie beschimpft hatte.

K hat sich vor drei oder vier Jahren, ich weiß gar nicht mehr, wie lange das schon her ist, entschieden, die Musikwiedergabemöglichkeiten (aka Lautsprecher) in unseren Zuhauses auf kabellos zu modernisieren und nach gründlichem Studium aller angebotenen Systeme hat er sich für das Sonos-System entschieden.

Kabellose Lautsprecher werden entweder über Bluetooth oder über WLan gesteuert, Bluetooth hat den Nachteil, dass es nur über einen relativ kurzen Abstand zwischen Daten-Steuerungsgerät (Handy, Tablet) und Lautsprecher funktioniert und dementsprechend natürlich auch nicht Raum übergreifend (wenn ich also durchs Haus laufe, verliert der Lautsprecher ständig die Verbindung).
WLan hat den Nachteil, dass nur wenige Systeme damit angeboten werden und dass sie ungleich teurer sind, dafür funktioniert es (angeblich) deutlich stabiler und überhaupt ist jeder auch nur halbwegs interessierte Technikfreak von dem WLan-System deutlich begeisterter.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Sonos-System unter den WLan-Systemen, die auf dem Markt sind, auch noch das teuerste, dafür aber auch das mit den allerbesten Testergebnissen. Angeblich haben die Lautsprecher nicht nur einen fantastischen Klang, sondern angeblich ist auch die Bedienung pipileicht. Sagt Sonos, sagt die Computerbild und wer sonst noch was von der Sache versteht.
Wer was auf sich hält, kauft also Sonos.

Natürlich kaufte mein Westfalenmann deshalb Sonos, er neigt stets dazu, die beste Qualität zu kaufen, wenn er denn etwas kauft. Seitdem ich mir mantraartig einrede, dass ich reich bin, finde ich das auch sehr okay, vor allem wenn er die Dinge kauft, dann muss ich kein schlechtes Gewissen haben.

Wie auch immer, wir besitzen also seit 3-4 Jahren zwei Sonos-Systeme, weil, wenn schon denn schon, wir leben ja auch in zwei Zuhauses, da muss man schöne Dinge immer doppelt kaufen.

So ein System besteht einfach aus mehreren Lautsprechern, die man entweder gleichmäßig in einem Raum verteilt und dann als "Surround-Raumsystem" mit links und rechts und Stereoeffekt usw. konfiguriert und eben weiteren zusätzlichen Lautsprechern, die man in anderen Räumen im Haus verteilt, halt überall dort, wo man Musik hören möchte. Da die Lautsprecher über das hauseigene WLan-System verbunden sind, kann man vom Schlafzimmer aus natürlich auch die Musik in der Küche starten oder sie zB auch überall gleichzeitig im gesamten Haus abspielen lassen, dann kann man durchs Haus wandern und hört überall das gleiche gleichzeitig. Das ist ein recht witziger Effekt.

Es gibt kleine, mittlere und dicke Lautsprecher und eine sogenannte "Playbar", die wird an den Fernseher angeschlossen und mit mindestens zwei (besser vier) weiteren kleinen Surround-Lautsprechern kombiniert, so dass man anschließend einen echten Kinosoundeffekt beim Fernsehen hat. Kommt vor allem prima, wenn man, so wie wir, vor allem Nachrichten und Talkshows auf dem Fernseher guckt, aber rein theoretisch KÖNNTEN wir ja mal einen echten Kinokracherfilm gucken wollen, und dann, dann ist das akustische Erlebnis dabei einfach wunderbar. Abgedrehten Luxus hat man nicht, um ihn zu benutzen, sondern um ihn zu haben, und hierfür eignet sich das Sonos-System ganz hervorragend.

Ich hatte mit dieser Playbar eigentlich vom ersten Tag an einen gewissen Disput, weil ich ausgerechnet den Kinosound beim Kino ganz besonders schrecklich finde. Wenn da links hinter mir plötzlich Hufgetrappel ertönt und von rechts vorne fallen Schüsse - dann habe ich schon keine Lust mehr, mich noch weiter von so einem Western erschrecken zu lassen und verschwinde in mein Arbeitszimmer vor den friedlichen Computer.
Zum Glück hat K die Playbar samt Surround-Lautsprechern jeweils an den Fernsehern in den von uns ja nur wenig genutzten Wohnzimmern angebracht, da haben sie vor allem den wichtigen Konjunktiv-Nutzen, man könnte sie benutzen, tut es aber nicht, mit solchen Kompromissen halten wir unsere Beziehung stressfrei - K hat seine heißbegehrten Lautsprecher und ich meine Ruhe.

Was mir allerdings gut gefällt sind die Lautsprecher in der Küche und im Schlafzimmer, darüber höre ich nämlich sehr gerne Podcasts oder Hörbücher und hier finde ich das kabellose System wirklich sehr praktisch, da ich die Dateien ja alle auf meinem Handy habe und deshalb sowieso zwingend kabellos abspielen muss.

Da es ziemlich einfach funktioniert, verschiedene Lautsprecher zu gruppieren, kombiniere ich zB die Playbar unterm Fernseher oft mit dem Lautsprecher in der Küche und kann dann Nachrichten beim Kochen hören. Ich könnte natürlich auch Nachrichten auf einem Radiokanal suchen und dann über den Lautsprecher in der Küche hören - aber dann müsste ich ja erst nach dem passenden Radiokanal suchen. Bei Nachrichten im Fernsehen weiß ich, wann sie kommen und wie ich sie anschalte, also hole ich sie mir über die Gruppierfunktion in die Küche. Leider vergesse ich dann meist, die gruppierten Lautsprecher wieder zu entgruppieren, und wenn dann K das nächste Mal den Fernseher einschaltet und ich grade in der Küche das Kartoffelwasser abgieße, dann höre ich plötzlich, wie eine Frauenstimme sagt: "Es gabat a Leich!", weil die Nachrichten noch nicht dran sind, sondern die Rosenheim Cops noch laufen und dann erschrecke ich mich auch jedes Mal.

Wie auch immer, wir haben also seit einigen Jahren diese Sonos Lautsprecher und sie funktionieren beileibe nicht immer ruckel- und problemfrei, aber sie funktionieren meistens und ich bin inzwischen daran gewöhnt.

Bis Sonos auf die Idee kam, dass es ja blöd ist, wenn die Leute solche Lautsprecher für 200€ das Stück (die einfachen, kleinen, es gibt natürlich auch welche, die deutlich teurer waren/sind) nicht alle drei Jahre neu kaufen und deshalb kurzerhand das Betriebssystem änderte. Plötzlich war es nicht mehr möglich, Musik (oder Hörbücher), die man lokal nur auf dem Handy hatte über die (alten) Sonoslautsprecher zu hören, sondern die funktionierten jetzt nur noch mit Musik (oder Hörbüchern) aus dem Internet. Wer ausschließlich über Spotify Musik oder Hörbücher hört, dem ist das egal, ich fand das aber ziemlich blöd, denn die meisten Dinge, die ich höre, habe ich mir extra lokal aufs Handy geladen und kann sie gar nicht streamen. (z.B. das Hörbuch, was heute geliefert wurde.) Ich habe mir also meine alte Bluetooth-Soundbox wieder in die Küche gestellt (da, wo ich den Lautsprecher am meisten genutzt habe) und habe dem gesamten Sonos-System den Stinkefinger gezeigt. Die spinnen doch, die Sonosleute.

K hat sich auch geärgert, aber als Westfale lässt er sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und hat erst mal zwei neue Sonos-Lautsprecher gekauft, nämlich für jede Küche einen. Dass ich da jetzt demonstrativ mit der scheppernden, alten Bluetooth-Soundbox rumhantierte, konnte er wirklich nicht akzeptieren.

Wenn man einen neuen Sonos-Lautsprecher im Haus hat, reicht das theoretisch, denn dann kann ich den einen neuen Lautsprecher über Airplay ansteuern (das System, mit dem man lokale Dateien vom Handy abspielen kann), und über die Gruppierfunktion kann ich mir die Musik dann in jeden anderen Raum auch "weiterleiten".
Aber natürlich habe ich schnell darüber gejammert, dass ich jetzt im Schlafzimmer nur so umständlich Hörbücher hören kann, ich muss dazu immer erst den Lautsprecher in der Küche ansteuern, dann mit dem Schlafzimmer gruppieren - und dann hoffen, dass die Verbindung hält. Was leider wirklich nicht standardmäßig der Fall ist. Probleme mit dem WLan im Haus dürften ja wohl auch den meisten Leuten bekannt sein, und wenn das WLan Probleme hat, dann hat auch Sonos Probleme, denn es muss ja die lokalen Daten erst vom Handy an den Lautsprecher in der Küche transportieren und von dort dann weiter an den nächsten Lautsprecher, da sind Aussetzer und Ruckeleien vorprogrammiert.

Dann schlug meine große Stunde, denn ich hatte tatsächlich mal eine Neuigkeit zu dem Sonos-System gelesen, bevor K sie realisiert hat: Die neuen Sonos-Lautsprecher (also die zweite Generation, die man braucht, wenn man per Airplay lokale Daten abspielen will), kann man auch bei Ikea kaufen. Dort heißen Sie Symfonisk und kosten weniger als die Hälfte eines Sonos-Lautsprechers. Sie sind zwar auch doppelt so groß, aber das ist ja nicht ganz soo schlimm, sie funktionieren auf alle Fälle mit dem neuen Betriebssystem von Sonos.
Also haben wir davon auch noch zwei Stück gekauft (diesmal jeweils für die Schlafzimmer) und weil die alten Sonos Lautsprecher ja dann über waren, hat K sie bei ebay reingesetzt und erstaunlicherweise dort dafür noch mehr bekommen als die Ikea-Lautsprecher gekostet haben. Im Weiterverkauf macht sich Edeldesign dann doch wieder positiv bemerkbar, so konnten wir den upgrade relativ kostenneutral durchführen.

Inzwischen ist es aber nun so, dass Sonos nicht nur das Betriebssystem geändert hat, sondern auch die App. Für die neuen Lautsprecher brauchen wir jetzt die neue App und können dann die verbliebenen, alten Lautsprecher freundlicherweise dort auch einbinden (erst hieß es, das geht nicht, aber damit hatte Sonos es dann wohl wirklich übertrieben und ist nach einem gewaltigen Shitstorm wieder zurückgerudert.) Wir haben also die neue App geladen, haben das Gesamtsystem inklusive der alten Lautsprecher auf die neue App umgestellt - und seitdem gehen mir regelmäßig einzelne Lautsprecher verloren.
Ich meine, sie werden plötzlich einfach nicht mehr angezeigt.
Gestern waren sie noch da, heute nicht mehr, das ist echt nervig. Erst fehlte einer aus dem Wohnzimmer, den habe ich dann wieder neu hinzugefügt, was umständlich war, vor allem, weil ich erst mal googlen musste, wie das geht.
Dann fehlte der im Schlafzimmer, was vor allem deshalb blöd war, weil der oben auf dem Kleiderschrank liegt, wo ich mit Gipsbein nicht dran komme. Den hat schließlich N runtergeholt, der dazu aber auch erst mühsam eine Leiter finden musste.
Und heute fehlte dann der in der Küche, was ich auch ätzend fand, weil ich den im Küchenregal zwischen den Gläsern so gut eingebaut hatte, dass es echt lästig ist, den zum Neueinbinden dort wieder auszubauen.

Aktuell werden alle Lautsprecher, die wir hier im Haus haben, angezeigt, wenn morgen wieder einer fehlt, dann,…., na, dann schimpfe ich eben so lange, bis diesmal jemand anderes sich darum kümmert
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Sonntag, 1. Dezember 2019
Digitale Neuigkeiten
Mein Wochenende war gefüllt mit digitalen Erlebnissen, die ich staunend, aber auch begeistert zur Kenntnis genommen und sofort ausprobiert habe.

Es begann mit einem Besuch bei McDov am Samstag.
Ich hatte mich zwar neulich erst gründlich über den Laden geärgert und irgendwas mit !nie mehr" beschlossen, aber ich fürchte, meine "nie mehrs" sind sehr weiblich und bedeuten in der Regel "diese Woche nicht mehr".
Was den McDov-Besuch angeht, habe ich das genau eingehalten, also bitte.

Dass ich aber nach nur einer Woche doch schon wieder so ein Restaurant aufsuchte, war tatsächlich dem Zufall geschuldet, ich musste nämlich ziemlich sehr dringend auf Toilette.
Gestern war ich ja in Emsdetten unterwegs, und erst beim Werksverkauf, dann noch in diesem und dann in jenem Laden und überhaupt war ich morgens sehr überhastet aufgestanden, weil ich es nicht so spät werden lassen wollte, mir fehlte also ein Großteil meiner Morgenroutine, so dass ich am Nachmittag unausweichlich dringend auf Toilette musste, aber leider noch über 15km vom eigenen WC entfernt war, als mir schwante, dass das kein gutes Ende nimmt, wenn ich es drauf an kommen lasse.

In dem Moment tauchte rechts das McDov-Schild auf und empfahl sich mir als glückliche Rettung.

Nach dem ich alle zu erledigenden Geschäfte erledigt hatte, stand ich erleichtert und gutgelaunt im Verkaufsraum und stellte fest, dass ich sogar eine Menge Hunger hatte, weil es inzwischen 16h war und das ist sogar für mein immer noch (halbwegs) konsequentes Teilzeitfasten eine späte Uhrzeit.
Geärgert hatte mich letzte Woche ja über das holländische McDov, da sollte ich dem deutschen eine eigene Chance geben.
Erkenntnis Teil 1: Diese Bestellbildschirme funktionieren in Holland deutlich besser und intuitiver, aber es gelang mir schließlich, eine Bestellung aufzugeben und mit dem Handy zu bezahlen.

Wurde mir nach (relativ langer) Wartezeit an den Tisch gebracht, den ich mir ausgesucht hatte, so weit alles okay.
Aktuell läuft bei McDov wohl wieder dieses Monopoly-Sammellos-Spiel, auf alle Fälle waren auf dem von mir bestellten Essen insgesamt neun Lose und weil ich Zeit und Muße hatte, habe ich mich damit beschäftigt.
Es erschien mir als erstes deshalb sinnvoll, die McDov-App herunterzuladen und mich dort zu registrieren. Ich gebe bei Vorname-Name ja grundsätzlich "Alter Ego" ein und amüsiere mich dann, wenn mich die App anschließend mit "Hallo Alter" begrüßt.

In der App kann man dann alle seine Gewinnerlose eingeben und muss sich nicht mit den Papierschnipseln rumärgern. Ich habe übrigens bereits zwei grüne Straßen, mir fehlt nur noch die grüne Hauptstraße. Wenn ich dafür auch noch einen Code in der App eingeben kann, gewinne ich ein iPhone 11. Dies übrigens als Hinweis an mitlesende family and friends: Wenn einer von euch dieses Jahr bei McDov ist und bei seinen Losen die grüne Hauptstraße hat - der sollte das Los gut aufheben und sich bitte bei mir melden.
Wer dann das iPhone bekommt, können wir anschließend entscheiden.

Ich habe also ausführlich in der App rumgeklickt und festgestellt, dass man als registrierter App-Benutzer extra Gutscheine von McDov bekommt. Da ich sowieso grade Lust auf einen Capuccino hatte, habe ich mich registriert und dann auch gleich noch meine Kreditkarte hinterlegt und war damit in der Lage, mir nur durch Rumklicken in der App einen Capuccino zum halben Preis zu bestellen und auch gleich anzugeben, an welchen Tisch der gebracht werden sollte.
Eine Kirschtasche habe ich mir auf diese Art und Weise auch noch bestellt - und hatte richtig Spaß daran.
Ich saß gemütlich in der hinteren Ecke im McDov-Restaurant und konnte per App alles dirigieren und musste nicht mehr aufstehen. Der Nachschub wurde mir wie per Klick angewiesen einfach gebracht.

Bei den Losen, die ich hatte, war auch ein Sofortgewinn dabei, der wiederum auch ein Aktionsprodukt war und selber auch wieder neue Gewinnlose mitliefert. Ich malte mir aus, wie das immer weitergeht, und dass ich dann solange in meiner Ecke bei McDov sitze, bis ich platze, weil ich mit jedem eingelösten Sofortgewinn wieder neue Lose bekomme, die auch wieder einen Sofortgewinn enthalten usw. usw.
Ich habe meinen Sofortgewinn deshalb vorsichtshalber nur in meiner neuen McDov-App abgespeichert und kann ihn irgendwann bis Ende des Jahres einlösen.
Vielleicht zusammen mit dem Kauf einer Kirschtasche, denn die war erstens sehr lecker, kostete zweitens nur 1 Euro und hatte drittens auch drei Lose auf der Packung, ich habe mir ja jetzt den Gewinn dieses iPhones in Kopf gesetzt.....

Das war also mein digitales Erlebnis gestern, ich finde das schon ziemlich praktisch, wie das Bestellen/Bezahlen mittlerweile komplett per Handy gesteuert werden kann.

Heute hatte ich dann noch eine "digitale Erfahrung", denn ich habe ein Paket verschicken wollen, das erste Mal seit langer Zeit und weil ich nicht mehr wusste, ob man sich zum digitalen Frankieren des Pakets einloggen muss oder nicht, habe ich das mal vorsichtshalber gemacht - und zwar mit meinem DHL-Account, über den auch meine Post-Packstations-ID läuft.
Ich habe aus Gründen mehrere DHL Accounts, nämlich, weil ich mich jedesmal neu registriert habe, wenn ich mal wieder mein Passwort vergessen hatte, weil die Kombination "Benutzername+E-Mail-Adresse+Passwort" das ist zu viel für mich zu merken, ich habe einfach jedesmal irgendwas neues registriert, genug E-Mail-Adressen habe ich ja und Post-Adressen habe ich auch mehrere.
Eine Post-ID für die Packstation habe ich aber nur eine - und ab heute weiß ich auch, unter welcher E-Mail die registriert ist und welches Passwort dazugehört. Habe ich mir neu schicken lassen und jetzt endlich mal aufgeschrieben.
Und als ich mich dann mit diesem Account angemeldet habe - da sagt mir DHL doch, dass ich über 700 DHL-Punkte habe und ob ich davon welche für die besonders tollen Prämienprodukte eintauschen möchte.
Dass es überhaupt so etwas wie DHL Punkte gibt, war mir komplett neu. Habe ich noch nie von gehört - und wie man die sammelt, wusste ich auch nicht, habe ich aber alles heute gelernt.
Man bekommt nämlich DHL-Punkte, wenn man ein Paket aus der Packstation abholt und noch mehr Punkte gibt es, wenn man selber Pakete ab der Station versendet. Und wenn man online Porto kauft, gibt es auch Punkte. - Und jeder Punkt ist mindestens 1 cent wert, ich habe nämlich heute 599 DHL-Punkte für eine Paketmarke im Wert von 5,99€ verwendet - und finde das ziemlich klasse.

Ich kann sehr gut verstehen, warum DHL all diese online-Aktionen mit einem Punkterabattsystem belohnt, denn wenn das irgendwann jeder täte (also online frankieren und Pakete über eine Packstation senden und empfangen), würden die viel Personal sparen. Was ich aber nicht verstehen kann, ist, warum die das nicht besser kommunizieren, dass das so ist.

Wie auch immer, ich bin an dieser Stelle künftig sortiert und geordnet aufgestellt, es erscheint mir durchaus sinnvoll, künftig alles nur über eine Registrierung abzuwickeln, damit ich nicht bei sieben angefangenen DHL-Accounts irgendwelche Kleckerbetragspunkte habe, sondern wenn, dann bitte alle auf einem Account.

Datenschutzbedenken habe ich an dieser Stelle auch absolut nicht, denn die DHL weiß ja sowieso wer ich bin, sonst könnte ich kein Paket empfangen und auch keines mit Absender verschicken
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Ich habe mich heute ja sehr gefreut, dass sich auf diesem DHL-Konto ohne mein Wissen schon über 7€ angesammelt hatten und ich fand es sehr praktisch, dass ich für das Paket, was ich heute versendet habe, keine extra Euros bezahlen musste, sondern Punkte benutzen konnte - aber verflixt, warum machen die dafür nicht mehr Werbung?

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Dienstag, 27. August 2019
Die Deaktivierung der Shift-Feststelltaste
Ich habe heute ein technisches Problem gelöst, das mich seit Ewigkeiten nervte, über das ich schon oft geschimpft habe, für dessen Beseitigung ich aber bis heute keine Lösung gefunden habe.

Ich hasse nämlich die Capslock-Taste, weil ich die beim Tippen ab und zu unabsichtlich aktiviere, das dann aber immer erst zwei oder mehr Zeilen später merke. Rein theoretisch kann ich blind schreiben, bin dann aber deutlich langsamer als wenn ich auf meine Finger schaue, naja, und wenn man auf seine Finger guckt, dann merkt man halt nicht, wenn man plötzlich nur noch Großbuchstaben schreibt.

Heute hatte ich aber einen Geistesblitz und habe einfach mal danach gegoogelt.

Ich bilde mir zwar ein, dass ich schon mehrfach danach gegoogelt habe, weil die Idee, ein Problem mit Googeln zu lösen, jetzt nicht wahnsinnig originell ist, aber entweder habe ich falsche Suchbegriffe eingegeben oder Googel hat mich falsch verstanden, whatever, ich hatte halt irgendwie immer das Gefühl, da gibt es nix, weil auch alle Menschen, die ich darauf angesprochen habe, meinten, sie wüssten leider auch keine Lösung.

Aber heute habe ich eine Lösung gefunden und bin extrem zufrieden.

Ein einfaches kleines Programm, das die registry ändert, nix Dolles, aber tut, was es soll und heißt auch so, wie das, was es tut, nämlich Capslock Goodbye.

Kann ich nur wärmstens empfehlen, runterladen, exe-Datei ausführen und der Capslock-Taste entweder gar keine oder eine andere Funktion zuweisen, Rechner neu starten, feddich.

Ich habe links jetzt zwei Shift-Tasten und werde mal testen, wie sich das im Dauerbetrieb anfühlt.
Mein Wunschergebnis bietet das Programm leider nicht an, das wäre nämlich gewesen, die CapsLock-Funktion der Taste "Rollen" zuzuweisen, weil ich Rollen wirklich noch nie gebraucht habe und CapsLock grundsätzlich durchaus schon mal einsetze, nämlich wenn ich wirklich bewusst nur in Großbuchstaben schreiben will, aber für die paar Mal, wo ich das brauche, lebe ich damit, die Shift-Taste dann einfach festzuhalten.
Auf alle Fälle ist das immer noch wesentlich bequemer als regelmäßig ganze Zeilen neu tippen zu müssen, weil sie ungewollt nur in Großbuchstaben erfasst wurden
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