anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 16. November 2021
Podcasts
Früher, d.h. also rund 38 Jahre lang, habe ich beim Autofahren üblicherweise Radio gehört. Ich hatte zwar immer, nein, falsch, die ersten vier Jahre nicht, aber danach immer, ein Autoradio mit Cassettendeck bzw. als Cassetten aus der Mode kamen, hatte ich erst einen CD-Wechsler und heute einen SD-Karten-Schacht und eine sehr große Festplatte sowie einen iPhone-Anschluss, der ja erst recht das fast unlimitierte Abspielen von Musik oder anderen persönlich kuratierten Audioinhalten ermöglicht - aber genutzt habe ich diese Möglichkeiten nur, wenn ich das Sendegebiet von NDR oder WDR verlassen habe.

Natürlich besaß ich selbstgemachte Cassetten und später auch in großen Mengen selbst zusammengestellte CDs, und natürlich hatte ich diese Musiksammlungen auch immer im Auto dabei - gehört habe ich sie aber selten, weil halt üblicherweise das Radio lief.

Interessanterweise fällt mir erst jetzt, wo ich so darüber nachdenke, auf, dass ich außer NDR und WDR keinen Radiosender je so attraktiv fand (und finde), dass ich ihn länger beim Autofahren ertragen konnte. Wenn ich bei überregionalen Autofahrten das lokale Sendegebiet verließ, war Radiohören sofort nicht mehr die Nummer 1 meiner Hörvorlieben.

Bei den WDR-Sendern hat da übrigens eine Verlagerung stattgefunden. Früher habe ich ausschließlich WDR2 gehört, WDR4 war dagegen das Rentnerprogramm, da liefen ausgesprochen uncoole deutsche Schlager oder - noch schlimmer - Volksmusik.

WDR1 mochte ich noch nie, und weil ich es nie mochte, habe ich auch immer sofort weitergedreht, wenn es durch Zufall doch mal eingestellt war, ich weiß deshalb gar nicht, was für ein Programm da läuft, ich habe es ja nie gehört.

Irgendwann habe ich dann WDR5 entdeckt, da laufen interessante Wortbeiträge und Radiosendungen, die auch durchaus als Podcast durchgehen würden, aber manchmal wurden da auch Themen besprochen, die mich gar nicht interessierten oder es kamen reichlich schräge Menschen zu Wort, was mich dann auch wieder nervte, so dass ich meistens immer noch WDR2 als "Hauptprogramm" hörte.
Immerhin wurde ich dort auch regelmäßig mit aktuellen Nachrichten aus aller Welt versorgt und die Musik war okay.

Bis ich schon vor einigen Jahren feststellte, dass ich mittlerweile alt genug für WDR4 bin. Vor allem die Musik gefällt mir dort inzwischen sehr viel besser als das Mainstreamchartgedudel auf WDR2, die heutige Rentnergeneration hört halt weder Volksmusik noch deutsche Schlager, die aktuelle Zielgruppe hört offensichtlich lieber Oldies - also genau die Musik, die ich auch mag.
Gleichzeitig habe ich mich aber auch immer ein wenig geschämt, wenn ich WDR4 hörte, sooo alt bin ich jetzt schon, soweit ist es mit mir gekommen, aber die heutigen Rentner stehen halt auf die Musik ihrer Jugend und da hilft das alles nichts, das ist eben auch meine Musik.

Nun ja, vielleicht fiel es mir auch deshalb im Grunde recht leicht, von Radio auf Podcasts umzusteigen, WDR5 mochte ich ja schon lange und Podcast sind die optimierte Variante, ich wähle meine bevorzugten Redebeiträge einfach selber aus.

Hörbücher finde ich auch gut für lange Autofahrten, aber Hörbücher haben den Nachteil, dass man wirklich hintereinanderweg aufmerksam zuhören muss, was mir beim Autofahren oft schwerfällt.

Aus diesem Grund höre ich schon seit längerem grundsätzlich einen Podcast, wenn ich alleine mit dem Auto unterwegs bin.
Üblicherweise bin ich das jeden Tag zweimal je 20 Minuten, einen Podcast, der knapp anderthalb Stunden läuft, habe ich also nach zwei Tagen durchgehört.
Ab und zu fahre ich auch mal längere Strecken alleine, wenn ich zB den Vater in Leer besuche, dann habe ich mehr als drei Stunden "Hörzeit", die ich mich Podcasts fülle.

Meine Podcastvorlieben wechseln dabei immer mal.
Fast anderthalb Jahre lang habe ich alle Folgen des Coronavirus-Updates mit Christian Drosten gehört, inzwischen bin ich aber aller Infos über Corona so überdrüssig, dass ich mir sogar Mühe gebe, aktiv nichts mehr zu diesem Thema mitzubekommen, ich kann es einfach nicht mehr hören und es interessiert mich auch nicht mehr.
Ich denke, ich weiß inzwischen alles, was es für Nichtfachleute dazu zu wissen gibt, ich lasse mich in drei Monatsabständen immer wieder neu impfen, der Vorteil von zwei Adressen sind halt auch zwei zeitlich versetzte Impfzertifikate, das passt also sehr gut, denn seitdem ich verstanden habe, dass zuviel geimpft so schädlich ist wie zuviel Vitamin C, im schlimmsten Fall kriegt man Dünnpfiff oder so, aber der Körper organisiert sich selber, was er von der Impfspritze braucht und was nicht, so dass mich alle anderen Infos nicht mehr interessieren. In meiner radikal antisozialen, vollkommen empathiefreien und autismusnahen Universalmeinung fehlt mir jedes Verständnis für Menschen, die nicht gegen die Seuche geimpft sind. Gleichzeitig würde ich aber auch niemanden zwingen, sich impfen zu lassen, ich würde nur für erkrankte Ungeimpfte wieder sowas wie früher die Pesthäuser neu erfinden, da können sie dann liegen und mitsamt ihrer Überzeugung und ihrem freien Willen entspannt unter Ihresgleichen vor sich hin coronieren, chacun à son goût, aber dass sie wegen ihrem freien Willen und ihrer freien Entscheidung anderen zusätzlich Arbeit machen und für unfreiwillig Erkrankte die Intensivbetten blockieren - nun, das finde ich halt genauso wenig okay, wie die Einführung einer Impfpflicht.

Da solche radikalen und menschenverachtenden Vorschläge aber eh nicht zur Debatte stehen, habe ich auch keine Lust, mich überhaupt in irgendeiner Form weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Ich gebe mir einfach nur maximal viel Mühe, mich selber nicht zu infizieren und einer Ansteckung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vorzubeugen. Wenn das jeder täte, wäre die Seuche sicherlich ein deutlich kleineres Thema für die Gesellschaft. Und damit ist für mich auch alles gesagt, was es zu diesem Thema zu sagen gibt.

Weil ich für den Drosten-Podcast also einen Ersatz finden musste, war ich vor ein paar Wochen sehr begeistert, als ich erfuhr, dass Markus Lanz und Richard David Precht gemeinsam einen neuen Podcast gestartet haben.

Richard David Precht ist einer der Menschen, denen ich sehr, sehr gerne zuhöre, weil ich finde, dass er viele Themen genau so aufbereitet, dass ich mich in seiner Argumentation komplett wiederfinde, gleichzeitig bewundere ich ihn für seine klaren Begründungen und Schlussfolgerungen sehr, kurz also: Ich bin ein echter Precht-Fan.

Ich kann sehr gut verstehen, wenn Menschen ihn ablehnen, weil seine Haltung oft ziemlich kalt und rational ist, aber genau diese mangelnde Gefühlsduseligkeit ist das, was ich bei ihm so besonders schätze. Ich bin der festen Überzeugung, dass die heute so modernen moralischen Befindlichkeiten weder in der Natur noch in der Realität eine stabile Mehrheit haben, sondern schlicht nur dekadente Auswüchse einer extrem realitätsfernen intellektuellen Schickeria sind, die sich von den tatsächlichen Alltagsproblemen der Mehrheit der Menschen soweit entfernt haben, dass es schon fast an die Naivität einer Marie-Antoinette heranreicht.

Aber, um mich zu wiederholen, jeder wie er mag, mir persönlich sind nur die allermeisten Themen, die heutzutage gerne als Aufregungstrigger hochgejazzt werden, komplett wurscht und ich mag es, wie Herr Precht diese Themen als belanglosen Kinderkram abkanzelt und einfach unbeeindruckt weitermacht.

Und deswegen mag ich diesen Podcast, der seit einigen Wochen jeden Freitag gesendet wird, sehr und denke, es finden sich dort viele interessante Nachdenkanregungen
.

990 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 16. Juli 2021
Hochwasser woanders
Das, was vor 10 Tagen hier auf Borkum runterkam, war ja nix im Vergleich zu den Sintfluten, die jetzt im Bergischen Land und in der Eifel die Dörfer zum Absaufen gebracht haben.
Einen Live-Eindruck schickten mir Mieter heute aus Velbert, das liegt in der Gegend von Wuppertal und Hagen und dort stehen auch gesamte Straßenzüge hüfthoch unter Wasser.
Unter anderem auch eine Immobilie, die zur Hälfte mir gehört, dummerweise genau die untere Hälfte, nämlich das Erdgeschoss, in dem sich ein sehr großes und ein kleineres Ladenlokal befinden und die könnten jetzt spontan als Fachgeschäfte für Aquaristik umrüsten, was aber wohl nicht erwünscht ist.

Meine Tagesbeschäftigung bestand also heute daraus, die Organisation der Katastophenbearbeitung zu leiten. In den oberen Etagen gibt es mehrere Eigentumswohnungen mit völlig aufgelösten Bewohnern, die Panik hatten, dass das gesamte Haus einstürzt, weil angeblich durch den vollgelaufenen Keller das Fundament beschädigt wurde und tatsächlich wurde auch alle Bewohner des gesamten Straßenzuges evakuiert.

Die örtliche Feuerwehr war völlig überfordert, Pumpen im weiteren Umfeld nicht mehr zu bekommen, aber zum Glück fand ich durch Empfehlung des Marktleiters des großen Ladenlokals eine Firma aus dem Kreis Viersen, die nach einigen Verhandlungen mit dem Eigentümer dieser Firma dann auch wirklich mit großen Gerät in Velbert anrückte und dort das gesamte Wasser abpumpte.

Ausgesprochen spaßig verlief die Verhandlung mit dem Firmenchef dieser Rettungsfirma, weil wir uns sehr schnell auf einem Gesprächslevel bewegten, wo es hauptsächlich darum ging, dumme Bemerkungen des einen maximal schlagfertig zu retournieren.
Es begann damit, dass er mir ausführlich erklären wollte, welche technischen Vorteile seine Wasserentsorgungsmethode bietet, er pumpt das Wasser nämlich nicht ab, sondern saugt es ab und das führt dazu, dass?., man müsste aber darauf achten, dass der Keller des Hauses gleichmäßig und von allen Seiten entleert wird, wegen Druck auf Wände, und Belastung Gebäude und Einsturzgefahr usw. usw. - und ich ihn mitten in seinem technischen Vortrag unterbrach, um ihm zu versichern, dass ich komplett auf seine professionelle, technische Expertise vertraue und er würde schon dafür sorgen, dass die Themen vor Ort da alle so gut wie es überhaupt nur möglich sei, gelöst werden. Er hätte jetzt nicht nur den Auftrag, sondern auch die Verantwortung. Ich fände es aber prima, wenn er mir ein paar Bilder schicken könnte, so rein aus privater Neugier würde mich das natürlich schon interessieren. Er fragte zurück, ob ich Bilder von ihm oder von der Einsatzstelle wünsche, ich erwiderte darauf, dass ich die Bilder nähme, die die größere Sensation zeigten, was er als Herausforderung akzeptierte und meinte, dann würden es aber wohl doch nur Bilder vom Hochwasser, über ihn würde schließlich nicht stündlich im Fernsehen berichtet.

In der Tonlage ging es dann noch ein paarmal hin und her, als ich ihm die schriftliche Bestätigung des Auftrags schickte, fragte er an, ob mein Vorname richtig geschrieben sei, so kamen wir dann auf das Thema, wo ich wohne und wo mein Name herkommt, inzwischen hatte sich die Unterhaltung auf Whatsapp verlagert und ich glaube, ich habe jetzt einen neuen Verehrer, auf alle Fälle duzen wir uns inzwischen und er will mich auf Borkum besuchen kommen.

So schnell kann das gehen, knapp bin ich den ersten Tag alleine, schon bieten sich neue Chancen. Habe ich K natürlich sofort brühwarm unter die Nase gerieben. Ha!

Ansonsten hatte ich noch Spaß mit dem Marktleiter des großen Ladenlokals, der gar nicht der Marktleiter ist, sondern der Bezirksleiter, was sich aus folgendem Gespräch ergab:
A: Sagen Sie mir noch mal genau Ihren Namen, den habe ich vorhin nicht ganz exakt verstanden.
ML: Mein Name ist Müller.
A: Gut, das habe ich jetzt notiert. Dann sind Sie jetzt der neue Marktleiter? Ich hatte bisher immer mit einem Herrn X als Marktleiter zu tun.
ML: Nein, ich bin der Marktleiter im Bezirk, der Chef von Herrn X.
A: Oh, schade, ich dachte schon, Herr X wäre durch Sie ersetzt worden, das wäre nämlich bestimmt eine Verbesserung für Ihre Firma. Aber das sollte ich Ihnen gar nicht sagen, wenn Herr X Ihr Mitarbeiter ist, dann möchte ich nicht über ihn lästern.
ML: Das brauchen Sie auch gar nicht, ich weiß genau, was Sie meinen und stimme Ihnen ungesagt in allem zu.

Es sieht so aus, dass es auch in anderen Firmen tiefbegabte Assistenten der Geschäftsleitung gibt, das tröstet dann auch wieder irgendwie.
.

700 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 28. Februar 2021
Noch mehr Nebel
Heute war noch mehr Nebel.



Im Ergebnis bedeutete das, dass Fliegen komplett ausgeschlossen war, wir brauchten einen Plan.
Das naheliegendste, dann nehmen wir eben die Fähre, stieß bei mir auf großen Widerwillen, je länger ich drüber nachdachte.
Deshalb beschloss ich, dass ich die gesamte nächste Woche Home-Office machen werde, das kann ich auch von hier aus, dafür muss ich nicht nach Greven fahren.
Zusatzvorteil: Der Onkel hat übermorgen Geburtstag, da gefällt es mir gut, wenn ich dann hier bin. War ich die letzten Jahre auch immer, Traditionen wollen gepflegt sein.

K hat einen anderen Job, der kann nicht einfach eine Woche nicht erscheinen, außerdem hat er Live-Vorort-Termine, die er nicht verschieben kann, K muss also irgendwie aufs Festland. Aber nicht unbedingt noch heute, einen Tag Home-Office kann er sich schon rausbasteln, es reicht also, wenn er erst morgen Mittag oder vielleicht sogar erst übermorgen früh fährt, das kann er sich noch überlegen. Er spekuliert zusätzlich darauf, dass sich vielleicht morgen gegen Mittag mit ein bisschen Glück und feste dran glauben ein kleines Nebelloch auftut und er dann doch mit dem Flieger hier rauskommt. Würde vieles vereinfachen. We'll see.

Als dann feststand, dass sich heute ganz bestimmt kein Nebelloch mehr auftut, haben wir uns angezogen und sind zu einem Nebelspaziergang Richtung Onkel aufgebrochen.

K hat beim Onkel die Fritzbox neu eingerichtet und den Standort verändert, so was ist immer eine umständliche Angelegenheit, aber jetzt hat der Onkel viel besseres Internet im Haus und nicht mehr nur in der Werkstatt, das müsste jetzt sogar bis in die Ferienwohnung reichen, wo in 10 Tagen die Tochter wohnen wird, die zu Besuch kommt und dann Internet braucht, wegen Fernunterricht.
Wegen des Umzugs der Fritzbox mussten auch alle Peripheriegeräte wieder neu installiert werden, für den Onkel am wichtigsten ist das Fax, das funktioniert aber wieder einwandfrei, wir haben es bewiesen, in dem wir an meine Faxnummer ein Überfax schickten.



Nach dem wir also drei Stunden beim Onkel alles mögliche gewerkelt und erklärt haben, sind wir auf dem Rückweg den größeren Bogen über den Strand am Wasser lang nach Hause gegangen. Es war immer noch nebelig und Nebel am Meer hat eine ganz besondere Wirkung, die weit über das Verschwinden der Konturen hinausgeht, der Nebel verschluckt nämlich auch die Geräusche und so ein absolut stilles Meer verbreitet eine ganz seltsame Stimmung.

Am Strand vor der Heimlichen Liebe habe ich zwei Fotos gemacht



Ich stand direkt am Wasser und habe einmal aufs Wasser raus geknipst und mich dann um 180° gedreht, um den Nebel über der Insel zu dokumentieren, heute war eindeutig noch weniger Leuchtturm als gestern
.

1196 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 24. Januar 2021
Empfehlung
Youtube hat mir heute ein Video vorgeschlagen, was ich, Dank der ruhigen Zeit, die eine positive Folge deraktuellensituation ist, auch angeklickt habe , um es hochfasziniert über die gesamte Länge von 50 Minuten zu verfolgen und jetzt teile ich es hier, weil ich es wirklich richtig toll fand.



Dass auch Youtube einem Videos auf Grundlage des eigenen, bisherigen Youtube-Konsums vorschlägt, hatte ich in der Form noch gar nicht realisiert, man kann daraus erkennen, dass ich dort nur sehr selten unterwegs bin, in diesem Fall habe ich mich aber aktiv über die einprogrammierten Algorhythmen gefreut.

Ich mag Hazel Brugger sehr, weil ich nicht nur ihren Wortwitz und ihre Bilder (Metaphern) ungemein schätze, sondern auch immer wieder davon fasziniert bin, wie präzise sie Alltagssituationen nur dadurch auf den Punkt bringt, dass sie einfach ausspricht, was sie sieht.
Richard David Precht mag ich auch, weil er komplexe Probleme sehr einfach erklären kann, Hazel Brugger beschreibt ihn als "eine Art Thermomix für Gedanken. Man gibt oben Themen rein und dann kommt unten ein Buch raus, wo alles drin ist und es ist leicht verständliche Kost für jedermann."
Ich finde es ja grundsätzlich toll, wenn jemand komplexe Strukturen vereinfacht darstellen kann.

Ganz zum Schluss sagt Herr Precht dann etwas, was ich sehr bemerkenswert finde:
"Die große Aufgabe des 21. Jahrhunderts besteht darin, die soziale Marktwirtschaft in eine nachhaltige Marktwirtschaft umzubauen."

Das sehe ich grundsätzlich genauso, gleichzeitig sehe ich aber auch überhaupt keinen Weg, wie das in den nächsten Jahren gelingen soll.
Denn unsere soziale Marktwirtschaft ist ja angetreten, den sozial Schwächeren der Gesellschaft ebenfalls so etwas wie ein "selbstbestimmtes Leben" zu ermöglichen und geht davon aus, dass man das dadurch erreicht, dass man ihnen ein finanzielles Mindestniveau nach unten absichert und sie darüber maximal selbstbestimmt verfügen lässt.
Blöd nur, dass grade diejenigen, die nicht so viel Kohle haben, sie bevorzugt für billigen, nichtnachhaltigen Konsum ausgeben.
Die Aufgabe lautet also, den einkommensschwächeren Schichten eine nachhaltige Alternative für ihren bisherigen Konsum anzubieten, die ihnen genauso viel Spaß macht und ihnen nicht das Gefühl gibt, sich nicht mehr so viel leisten zu können.
Das nenne ich eine Herausforderung
.

943 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 31. Dezember 2020
Mein persönlicher Jahresrückblick
2018 habe ich begonnen, für den letzten Tag des Jahres eine neue Tradition zu begründen, also fülle ich den Jahresrückblickfragebogen auch dieses Jahr aus.

Den von 2019 gibt es hier und den von 2018 hier.



Wie schnell ist das Jahr vergangen?
Unglaublich schnell, gefühlt vielleicht 100 Tage

Welche Farbe hatte das Jahr?
rosa

Auf einer Skala von 1-10?
9-10

Zusammengefasst?
Es ist mir zwar etwas unangenehm, es zuzugeben, aber ich habe die Einschränkungen der Pandemie unglaublich genossen. Die weltbeste Ausrede, um Leute nicht treffen zu müssen, die man sonst nur aus Höflichkeit, Rücksichtsnahme, Gewohnheit, moralischer Verpflichtung oder fehlender Ausrede getroffen hätte. Die, die ich treffen wollte, habe ich getroffen, ich hatte deshalb keinen Moment das Gefühl, dass ich eingeschränkt bin, sondern im Gegenteil, so frei wie dieses Jahr habe ich mich noch nie gefühlt.

Familie:
Es ist keiner krank geworden, es geht allen gut, das finde ich schon mal das allerwichtigste.
Sonst: Das erste Kind ist komplett und vollständig fertig mit dem Studium. N arbeitet seit dem Spätsommer auf Borkum als Arzt in einer Rehaklinik, weil er zunächst noch seine Promotion fertigstellen möchte, bevor er sich den Herausforderungen einer echten Facharztausbildung stellt. Er will nach Berlin an die Charité, eine Wohnung hat er schon, zusammen mit seinem Freund, der ebenfalls in Berlin seine Facharztausbildung anfangen wird.
C schreibt an ihrer Masterarbeit und arbeitet nebenher mit einer halben Stelle an der Uni, sie bekommt seit Oktober keinen Unterhalt mehr, weil sie meint, sie verdient genug und braucht nicht mehr.
J ist immer noch nicht durch alle Klausuren gefallen, sondern hat sogar sein 1. Staatsexamen unter den besten 10% abgelegt, die alte Jammertüte. Weil er sich von seinem Studium nicht ausgelastet fühlt, hat er sich in diverse Ehrenämter wählen lassen und vertritt jetzt seine Mitstudenten nicht nur in der Fachschaft, sondern auch im Bundesverband.
Der Vater lebt unverändert im Heim, es geht ihm unverändert gut, wegen der allgemeinen Beschränkungen habe ich ihn dieses Jahr deutlich seltener besuchen können.
Der Mutter geht es auch gut, ich habe zumindest nichts Gegenteiliges gehört. Der Bruder kümmert sich um sie und das finde ich sehr gut.
Gemeldet hat sich der älteste Sohn von CW, also der Halbbruder der Kinder. D.h. er persönlich hat sich nicht gemeldet, sondern hat einen Anwalt einen Brief schreiben lassen, der Auskunft begehrt, was mit dem Erbe des Vaters sei, er fordere da seinen Anteil. CW ist seit 5 1/2 Jahren tot und es war stets allen bekannt, dass er nichts außer Schulden hinterlassen hat, insofern gibt es da auch nichts zu verteilen, es fühlt sich aber schon seltsam an, Menschen so dicht in der Verwandtschaft zu haben, die sich derart seltsam verhalten.

Häuser und Wohnen:
Sozusagen keine Veränderung. Nach dem Verkauf der zwei Immobilien im Vorjahr ist der Bestand unverändert.
Der geplante Umbau für das Haus auf Borkum wurde wegen der Reisebeschränkungen während der Pandemie nur sehr eingeschränkt umgesetzt, es ist aber schon eine Menge angeleiert und nächstes Jahr wird alles fertig.
Das Haus hier in Greven hat einen neuen Eigentümer, der aber erst 2025 hier einziehen will, es sieht also so aus, als wäre der Stress vom Tisch.

Pläne:
Den Umbau auf Borkum voranbringen, ein neues Gartenhaus kaufen und aufbauen, das alte abreißen, ein Waldsofa kaufen, eine Terrasse plastern und einen Stellplatz auf dem Grundstück anlegen. Küche, Wohnküche und Flur neu tapezieren und in der Küche den Boden erneuern, gerne auch neue Türen innen und wenn ich einen guten Planer finde, dann auch zwei neue Bäder. Für das Wohnbüro zwei neue Schreibtische kaufen und das Bett im Schlafzimmer umrüsten auf Tempurmatratzen.
Für das neue Haus im Ostwestfälischen einen Architekten finden und konkrete Pläne entwerfen lassen.
Meinen Westfalenmann regelmäßig in den Hintern treten, damit er seinen IFR-Schein fertig macht.

Reisen
Wir waren dieses Jahr Anfang März in Berlin und dann war Pandemie.

Zum ersten Mal gemacht:
Sushi mit Fleisch innen gegessen. Kann man auch lassen.

Häkchen auf der Bucketlist:
Pandemie erlebt. (Habe ich spontan der Bucketlist hinzugefügt, damit ich was zum Abhaken habe)

Entdeckt und Spaß dran gefunden:
Lockdown.

Gesundheitliche Veränderungen:
Augen:
Schlechter geworden, ich brauche dringend neue Brillen, aber der im Herbst abgestimmte Augenarzttermin für den 8. April wurde von der Augenarztpraxis wegen deraktuellensituation abgesagt und einem neuen Termin stand erst meine Arztterminvereinbarungsschwäche entgegen und seit neuestem wieder die aktuellesituation.

Ohren
Toitoitoi, nach einem halben Tag Panik mit dem Verdacht auf Hörsturz hat sich das selber repariert, ansonsten würde ich sagen, es funktioniert noch alles zufriedenstellend.

Unfälle
Tja, mein gebrochener Fuß mit den gerissenen Bändern natürlich, am 29.7.2020, was im übrigen bis heute noch nicht wieder akzeptabel ist.

Neue Krankheiten
Kaputter Fuß, das scheint ein Dauerthema zu werden.

Sonstiges
Mein Arztsohn hat, nach dem ich ausführlich genug gejammert habe, gelernt, wie man Alterswarzen entfernt und kann das jetzt schon sehr gut. Ich habe aktuell also eine fast komplett glatte Haut (Falten ausgeklammert) und finde das ungemein prima.

Optische Veränderungen:
Gewicht
Unverändert

Haare
Ein Jahr länger. Ich war dieses Jahr nur einmal beim Friseur, der das fransige des "Styleschnitts" entfernt hat (das war ein Kalligraphiecut, den ich unter "gemachte Erfahrungen" verbuchen möchte.). Ich plane, die Haare noch ein Jahr weiter wachsen zu lassen, damit sie wieder so lang sind, dass sie ohne rausstippende Zipfel in einen doppeltgewickelten Dutt passen, das ist nämlich die bequemste Frisur, die ich kenne. Haarfarbe insgesamt mehr ins aschige, was dem natürlichen Grauton, der sich immer stärker entwickelt, deutlich näher kommt, so dass der seit September rausgewachsene Ansatz nur auffällt, wenn man genau guckt.

Sonstiges
Ich habe mich das letzte Mal im März geschminkt, als wir auf einer offiziellen Veranstaltungen in der Symphonie in Berlin waren. Und ich finde es einfach nur supertoll, dass ich es mir mit Unterstützung der Pandemie inzwischen komplett abgewöhnt habe. Ich habe festgestellt, dass ein Leben ohne Lidstrich und Wimperntusche genauso perfekt funktioniert bzw. dass es sogar eindeutig besser funktioniert. Ich habe ein Alter erreicht, wo ich mich nicht mehr schminken muss, und das genieße ich sehr. Lippenstift benutze ich allerdings immer noch, aber als Labelloersatz, und deshalb nur in hellen Farben. Knallrot fand ich schon immer scheußlich, übrigens bei jedem, selbst für Frauen, denen das gut steht, weil ich es schon immer eindeutig zu angemalt finde. Ich mag aber ja auch keine Tattoos.
Dafür mag ich grade Zähne, hier ist der Plan für 2020 nicht aufgegangen, der Zahnarzt/Kieferorthopäde hat die geplanten Termine genauso abgesagt wie der Augenarzt, aber ich bin jetzt positiv gestimmt für 2021.

Finanzen, Veränderung zum Vorjahr:
regelmäßiger Zufluss unverändert
regelmäßiger Abfluss
Weniger geworden, weil ich ein Darlehen abgelöst habe, was nun nicht mehr bedient werden muss und seit Oktober bekommt nur noch J Unterhalt. Außerdem habe ich Anfang des Jahres ein Abo gekündigt, was wir nie benutzt, aber viele Jahre bezahlt haben, da freue ich mich schon wieder drüber, wenn es mir jetzt wieder einfällt.
variable Ausgaben
Weniger als letztes Jahr, weil: wofür?
Gesamtvermögen
Naja, mehr geworden, ließ sich quasi nicht vermeiden, weil es kaum Gelegenheit zum Ausgeben gab und weil das "Geldvermögen" fast vollständig in Aktien steckt und die sind nun mal gut gelaufen.
Besondere Anschaffungen
Die Türen auf Borkum

Uns sonst noch so:
Ich sagte es ja oben schon: Entgegen dem allgemeinen Trend hat mir das Jahr 2020 ausgesprochen gut gefallen. Okay, ich hätte auf den Unfall im Sommer verzichten können und ich fände es prima, wenn ich wieder schmerzfrei laufen könnte, aber das sind auch wirklich die dicksten Minusse, die ich diesem Jahr ankreide.
Ansonsten habe ich es ganz ungemein genossen, dass alles insgesamt ungemein ruhig lief, so fühle ich mich definitiv inzwischen am wohlsten. (Vor 20 Jahren wäre ich wahrscheinlich ungemein zappelig geworden, aber die Zeiten sind nun mal vorbei. Uff.)

Beruflich war das Jahr ziemlich erfolgreich, da hat sich vieles in die richtige Richtung bewegt und wir haben erfolgreich die Verträge für dieses große Projekt abgeschlossen, das insgesamt genau dann beendet sein wird, wenn ich die Firma verlasse. Im Plan für 2021 sind zwei neue Stellen vorgesehen, die, wenn sie passend besetzt und die neuen Kollegen eingearbeitet sind, für mich eine ganz ungemeine Entlastung bedeuten werden. Es bewegt sich also etwas und das macht mich froh.

Im Privatbereich ist durch den Verkauf der zwei Immobilien letztes Jahr sehr viel Arbeit und Ärger weggefallen, mein Westfalenmann hat insgesamt nun auch deutlich mehr Zeit, er muss nur noch diesen IFR-Schein machen, und dann können wir uns gemeinsam intensiv mit den Plänen für das neue Haus beschäftigen.

Und ab morgen gilt dann: Nur noch drei Jahre und dieses
.

1607 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 4. April 2020
Unterwegs durch Herzebrock
Letzter Arbeitstag, ab sofort Urlaub, das fühlt sich gut an.

Gefeiert haben wir mit einem Ausflug, K musste etwas im ostwestfälischen abholen, einfach nur in der Gegend rumfahren ist auch mal eine Abwechslung.

Unterwegs fuhren wir durch Herzebrock, dort warb ein äußerst attraktives Geschäft mit einem wahrlich diversifizierten Angebot um Kunden



Ich fand das so witzig, dass K extra noch mal umdrehte, damit ich das Schild von beiden Seiten fotografieren konnte. Das Geschäft war gut besucht, drinnen waren mehrere Kunden, es sieht nur von außen so zu aus.

Gegenüber war übrigens ein Feinkostgeschäft, Inhaber Heinrich Todt.

In Herzebrock kann man richtig was erleben.

Dann fuhren wir hinter einem Auto her, auf dem Werbung für "die mobile" gemacht wurde. Ich dachte, das wäre ein schräger Scherz, denn was soll mit "stirb mobil" schon beworben werden? K sagte aber, das wäre ein Pflegedienst, was bei mir einen Lachanfall auslöste. Lustige Idee.
Bis ich die Website aufrief. Er hat recht. - Im Ostwestfälischen kann man wirklich was erleben
.

1046 x anjeklickt (immerhin schon ein Kommentar)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 25. Januar 2020
Kreativer Freitag
Freitage sind die besten Tage der Woche.

Das hat K heute festgestellt und ich kann ihm darin nur vollumfänglich recht geben.

Seitdem ich den Freitag zum Homeofficetag erklärt habe, an dem ich all die Dinge erledigen kann, zu denen unter der Woche keine Zeit war, sind Freitage wirklich die besten Tage. Das gesamte Wochenende liegt noch vor mir, aber die hektische Woche ist vorbei und durch die Homeofficeruhe kriege ich richtig was geschafft.

Heute habe ich das Jahresabschlussreporting für unsere größste Vermögensverwaltungsgesellschaft fertig gestellt und statt in Stress, Hektik, Ärger und Wut zu verfallen, weil natürlich weder im ersten, noch im zweiten und auch nicht im dritten Anlauf die Zahlen stimmten, bin ich einfach aufgestanden, ins Nachbarzimmer gegangen und habe mich damit beschäftigt, eine Karte zu stempeln.

Früher war Stempeln ja mein richtiges hardcore Hobby, aber mit dem alten Leben habe ich auch die alten Gewohnheiten zurückgelassen, nur heute hatte ich das Gefühl, ich muss unbedingt mal wieder eine Karte machen.

Viele der Materialien sind natürlich in den letzten 12 Jahren eingetrocknet und unbrauchbar geworden und vor allem habe ich vergessen, was ich überhaupt so an Stempeln und Farben besitze und vor allem, wo das Zeug alles so lagert, aber letztlich gelang es doch und ich war nachher ganz zufrieden mit dem Ergebnis.



Das Entwerfen und Herstellen so einer Karte ist ja eine Mischung aus handwerklicher Arbeit und dem Nachspüren eines unbestimmten Bauchgefühls, auf alle Fälle ist es eine Arbeit ohne Nachdenken, was bedeutet, dass man dadurch ganz wunderbar den Kopf freibekommt - und plötzlich wusste ich dann auch, wo der Fehler in meinem Jahresendreporting war und was ich tun muss, um die Zahlen alle stimmig zu bekommen.
Toll.
Sowas geht nur im Homeoffice.

Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag
.

629 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 31. Dezember 2019
Jahresrückblick 2019 mit Nachtrag
Da ich letztes Jahr beschlossen habe, für den letzten Tag des Jahres eine neue Tradition zu begründen, fülle ich den Fragebogen vom letzten Jahr dieses Jahr natürlich auch aus.


Wie schnell ist das Jahr vergangen?
So ca. 200 bis 250 Tage
Welche Farbe hatte das Jahr?
jadegrün
Auf einer Skala von 1-10?
8-9
Zusammengefasst?
Es gab ganz viele liquide Finanzzuflüsse von vielen verschiedenen Seiten


Familie:
Keine großen Veränderungen.
Alle drei Kinder studieren das gesamte Jahr.
N besteht sein zweites Staatsexamen als Mediziner und beginnt anschließend sein praktisches Jahr. Sein erstes Tertial absolviert er am UKM in Münster und wohnt in Greven, dann geht er für vier Monate nach Wien, über Weihnachten kommt er nach Hause, wo wir ihn mit einem neuen (gebrauchten, aber deutlich jüngeren) Auto überraschen, damit fährt er am 27.12. zurück nach Wien, packt dort seine Sachen und beginnt am 30.12. sein letztes Tertial in Bad Ischl.
C war während ihres Masterstudiums im Herbst für zweieinhalb Monate in St. Andrews, K und ich wollen sie mit dem Flugzeug besuchen, aber das Wetter ist so schlecht, dass wir keinen passenden Slot finden.
Sie beschließt aus ihrer 9er WG auszuziehen und sucht sich gemeinsam mit einer Freundin eine neue Wohnung, die beiden wohnen jetzt richtig seriös "wie Erwachsene" (naja, mit 25 kann man das ja auch mal anfangen)
J bekommt im Januar in Berlin ein Appartement in einem Studentenwohnheim, er ist der festen Überzeugung, dass er das Studium niemals schaffen wird und mindestens 20 mal durch alle Klausuren durchfällt, weil er keine Lust hat, so unsinniges Zeug auswendig zu lernen. Zu seiner großen Überraschung besteht er aber im Sommer alle Klausuren und kündigt das große Durchfallen jetzt für den nächsten Durchgang an.

Der Vater hat sich gesundheitlich stabilisiert, er muss dreimal die Woche zur Dialyse und wohnt deshalb dauerhaft im Seniorenheim in Leer.

Von der Mutter weiß ich kaum was, sie redet wenig mit mir, weil der Bruder ihr das verboten hat. Warum der Bruder das tut und was er gegen mich hat, kann ich nicht rausbekommen, weil reden ja unerwünscht ist und die Mutter auch kein Interesse daran hat, hier etwas zu vermitteln. Die Mutter hat große Sorge, es sich mit dem Sohn zu verderben, immerhin ist er der einzige, der sich anständig um sie kümmert, sagt sie. Die Töchter kritisieren nur an ihr rum, das mag sie nicht. Ich arrangiere mich damit, dass ich nicht für sie zuständig bin; wenn sie nach Borkum kommt, wohnt sie jetzt beim Bruder, so verkehrt finde ich die Lösung tatsächlich nicht. - Nachtrag: Diese Passage ist gestrichen, weil es alles ganz anders ist. Von der Mutter weiß ich kaum etwas, weil wir wenig miteinander reden. Ich rufe sie nicht an, weil ich üblicherweise überhaupt niemanden anrufe. Wenn sie wissen will, wie es mir geht, kann sie es ja hier lesen.
Ich weiß, dass der Bruder sie regelmäßig anruft und sie überhaupt viel mit dem Bruder zu tun hat, außerdem wohnt sie im selben Haus wie die Schwester, weshalb ich mich nicht für sie zuständig fühle.
Ich finde, es reicht, wenn ich mich um den Vater kümmere, da gerate ich auch nicht in Streit mit den Geschwistern, denn den mag sonst keiner.
Der Bruder lebt sein eigenes Leben auf seine eigene Art und Weise mit eigenen Schwerpunkten und eigenen Wichtigkeiten, die mir überwiegend derart fremd sind, dass ich nur Unmengen an Fragezeichen habe, aber keine Antworten bekomme - weil, wir reden ja nicht miteinander. Und vielleicht ist das auch besser so, denn sonst rege ich mich nachher nur auf.


Häuser und Wohnen:
Das Jahr der Verkäufe.
Die Fabrik in MG ist tatsächlich verkauft und das Hotel auch, hieran habe ich immerhin 1% Anteil gehabt und dadurch insgesamt einen Liquiditätszufluss dieses Jahr generiert, der wohl nie mehr zu toppen ist.
Für einen Teil des Geldes habe ich mir noch eine Immobilie auf Borkum gekauft, Immobilien sind einfacher zu verwalten, wenn sie nicht wild in der Weltgeschichte verstreut sind.
Außerdem besitze ich seit diesem Jahr einen Anteil an einem Grundstück im Ostwestfälischen, erster Teil der Umsetzung der Pläne des Vorjahres, denn auf diesem Grundstück wollen wir gemeinsam ein Haus bauen.
In der Wohnung in MG sind im Januar neue Mieter eingezogen, die Miete wird vom Jobcenter bezahlt, das mit den neuen Mieters auch anstandslos eine Mieterhöhung akzeptierte. Im Dezember wurde von dieser Miete die letzte Rate des Kredites für die Wohnung bezahlt, nach genau 25 Jahren ist die Wohnung nun komplett abbezahlt. Ich habe sie 1995 aus einer Zwangsversteigerung erworben und damals zu 100% finanziert. Sie war als private Zusatzrente gedacht, die Kalkulation ging deutlich früher auf als erwartet.
Das Mietshaus in Greven ist unverändert, es waren interessierte Käufer zur Besichtigung da, aber danach habe ich nichts mehr gehört. Ich möchte hier noch genau fünf Jahre wohnen, ich drücke mir die Daumen, dass das gelingt.

Pläne:
Die Hausbaupläne für das neue Haus auf dem Festland gehen sehr langsam voran, aber es bewegte sich was in 2019, für 2020 ist geplant, dass wir uns einen Architekten suchen und uns intensiv mit der konkreten Planung des neuen Hauses beschäftigen.
Die Umbau- und Erneuerungspläne für das Haus auf Borkum stecken fest, die örtlichen Handwerker verlangen Preise, die keinen Bezug mehr zum Festland haben, wir werden hier etwas anderes organisieren müssen.

Reisen
Keine, nur zuhause gewesen.
Da ich grundsätzlich ja eher unreisig bin, fehlt mir da zum Glück aber auch nichts.

Zum ersten Mal gemacht:
Immobilien verkauft.
Bisher habe ich in meinem Leben immer nur Immobilien gekauft, dieses Jahr habe ich erstmals welche davon wieder verkauft. Es macht sehr zufrieden, wenn ein Plan gelingt, denn alle Immobilien waren als Teil meiner privaten Altersabsicherung gedacht und jetzt, wo die ersten zwei tatsächlich in echtes Geld zurückverwandelt wurden, beginnt sich dieser Plan zu realisieren.
Außerdem: E-Bilanzen erstellt. Ganz alleine und ohne Datev-Unterstützung.
Und: Quinoa gekocht (und gegessen).

Häkchen auf der Bucketlist:
Die Sache mit dem Grundstück im Ostwestfälischen klargemacht und endlich ein paar BHs gefunden, die nicht kneifen.

Entdeckt und Spaß dran gefunden:
Swopper - Dieser wippende Bürostuhl ist einfach genial.
Außerdem: Quinoa als Reisersatz entdeckt und lieben gelernt und selbstgemachte Gemüsebrühe zum every and all time Standardgewürz erkoren.

Gesundheitliche Veränderungen:
Augen: Unverändert alt, drei neue Gleitsichtbrillen im Sommer gekauft und begriffen, dass Gleitsichtkontaktlinsen nichts für mich sind.
Ohren Bisher noch keine Ausfälle beobachtet (aber vielleicht höre ich es auch nur nicht……)
Unfälle Keiner (toi, toi, toi)
außerdem:
Alle alten Krankheiten auskuriert, die Schleimbeutel muckern nicht mehr und das Herz ist pumperlgesund.
Neue Krankheiten Ich bekomme einen Hallux am rechten Fuß, weshalb ich alle Absatzschuhe aussortiert habe, von dieser Art Schuhwerk habe ich mich dieses Jahr endgültig verabschiedet
Sonstiges Die Schilddrüse ist gut eingestellt und verlangt seit Sommer sogar weniger Stoff, insgesamt macht Altwerden aber immer noch keinen Spaß

Optische Veränderungen:
Gewicht unverändert, es ist dabei geblieben, dass ich nur eine Mahlzeit pro Tage esse, daran habe ich mich gut gewöhnt, aber weniger wird das Gewicht trotzdem nicht
Haare Farbe unverändert, ehemals Natur, mittlerweile habe ich so viele graue Haare, dass ich wirklich alle sechs Wochen nachfärben muss. Außerdem radikal kürzer, war ein Versuch im Oktober, gefällt mir aber nicht so gut wie erhofft, also lasse ich sie jetzt wieder wachsen, ist praktischer im Alltag, weil sich längere Haare besser zusammenbinden lassen.
Sonstiges meine Zähne werden immer schiefer, nächstes Jahr habe ich einen Termin beim Kieferorthopäden

Finanzen, Veränderung zum Vorjahr:
regelmäßiger Zufluss mehr
regelmäßiger Abfluss gleich
variable Ausgaben gleich
Gesamtvermögen deutlich mehr, weil der Wert der verkauften Immobilien jetzt realisiert ist
Besondere Anschaffungen ein Auto für N, sonst fällt mir nichts ein
Und sonst noch so:
In der Summe hat mir das Jahr 2019 sehr gut gefallen, der Verkauf der Immobilien hat nicht nur gewaltig Geld in die Kasse gespült, sondern auch sehr viel Ärger und Arbeit abgestellt.
Insgesamt kann ich mich an keinen größeren Ärger in 2019 erinnern, im Wesentlichen lief das Leben recht gleichmäßig vor sich hin, keine besonderen Vorkommnisse, alles im grünen Bereich.
Auf 2020 freue ich mich, weil ich die Zahl mag, und weil jetzt das Jahrzehnt beginnt, in dem viele Änderungen anstehen.
Zwei Kinder werden nächstes Jahr mit ihrem Studium fertig sein und sich anschließend allein unterhalten können. Jedes Stück Verantwortung, was wegfällt, ist positiv.
Ab morgen gilt: Noch vier Jahre - und dieses
.

1105 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 20. Juni 2019
Der Knutschfisch
Heute habe ich nur Bilder, weil mir die Worte fehlen, um den Knutschfisch zu beschreiben.
Außer Begriffe wie toll, fantastisch und großartig fällt mir nämlich nichts passendes ein, weil es passender als toll, fantastisch und großartig gar nicht geht.
Diesen Fisch hat mir die liebe B. gemacht und ich war sofort schockverliebt.



Außer, dass ich die Skulptur als solche schon einfach nur genial finde, passt sie auch noch perfekt ins Wohnzimmer, finde ich.
Der Fisch steht jetzt auf dem Klavier, würde aber auch an jeder anderen Stelle im Raum gut aussehen.


Ich habe auch noch Fotos von dem Augenbuch gemacht, aber erstens muss ich die noch "rahmen" und sortieren und zweitens kann ich die heute unmöglich auch posten, wäre schlicht zu viel, da würden sich Buch und Fisch gegenseitig die Schau stehlen, das geht auf gar keinen Fall, Buch also an einem anderen Tag.

Außerdem muss ich heute auch keine Bilder vom Flug nach Borkum posten, der fiel nämlich aus wegen Wetter. Wir hatten hier einen klitzekleinen Weltuntergang, zwar nicht sehr lange, aber gewaltig heftig. Allerdings lange zuvor angekündigt, deshalb haben wir uns auch nicht getraut zu fliegen.

Plan B sagt also jetzt Flug dann halt morgen, in NRW ist ja morgen fröhlicherweise Happykadaver und damit landesweiter Feiertag.
Danach beginnt dann leider die brückentagslose Zeit - der nächste Feiertag ist im Oktober, das wird eine harte Zeit, zum Glück habe ich zwischendurch vier Wochen Urlaub :-)

Sonst ist auch nichts Berichtenswertes passiert, außer dass ich heute morgen gelernt habe, dass es unklug ist, den Augenbrauenstift mit dem Kajalstift zu verwechseln, weil, Kajalstift macht gräßlich hässliche Augenbrauen, die auch kaum noch wieder wegzuwischen sind. Deshalb ganz klar meine Empfehlung an alle: Nicht nachmachen, Kajalstift nicht zum Augenbrauenanmalen benutzen, ganz schlechte Idee, wirklich, ich habe es für euch getestet
.

1269 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 31. Mai 2019
Es ist vollbracht
Der Schlafsessel steht, wenngleich er noch einen kleinen Mangel hat, den ich noch reparieren muss.
Aber der Reihe nach, denn selbstverständlich habe ich den Transport und den Aufbau sorgfältig fotodokumentiert, denn mir schwebt ja immer noch ein Fotobuch mit Geschichten als Biographie dieses Hauses vor, deshalb wird jede Neuerung mit der Kamera begleitet.
Zunächst mal steckte das Unterteil ja im Auto, wir haben es dann heute morgen ausgeladen.

(oberes Foto Auto von innen mit Dach zu, unteres Foto dann kurz vorm Rausheben)

In Cs Zimmer haben wir das Gestell dann ausgeklappt abgestellt, die Bezüge von Armlehnen und Kissen hatte ich gestern Abend noch in die Waschmaschine gesteckt, die waren heute morgen also sauber und konnten wieder aufgezogen werden.


Den Überzug hat K beim Onkel abgeholt, der hatte ihn ja am Wochenende in der großen Gewerbemaschine gewaschen, dann wurde alles zusammengezippt und dabei haben wir dann festgestellt, dass ein Reißverschluss leider kaputt gegangen ist, da müssen wir jetzt einen neuen Schlitten besorgen, der alte ist zerbrochen, aber so ein Schaden dürfte sich beheben lassen und benutzbar ist der Sessel trotzdem.

So sieht es jetzt aus:

und ich bin sehr zufrieden mit dieser Neuerung.

C kam erst mit der Nachmittagsfähre, ich hatte zur Feier des Tages einen Obstkuchen gemacht (das erste Mal den Biskuitboden selber gebacken und er schmeckte deutlich besser als jeder gekaufte, keine Ahnung, warum ich das nicht schon längst mal ausprobiert hatte)

so dass es nach Kuchenessen, Sessel zusammenzippen und Leihsessel wieder zurückbringen plötzlich schon nach 19h war, ich wollte aber wenigstens noch einmal am Strand nach dem Wasser gucken - und stellte fest, dass wohl aktuell grade Nesselquallenhochsaison ist.
Der Strand war übersät mit Hunderten von kleinen Nesselquallen, auf dem großen Foto links sieht man viele helle Punkte auf dem Strand, jeder Punkt ist eine Qualle.


K machte ein paar sehr hübsche Fotos von den Strandkörben

obwohl ich Strandkörbe eigentlich nicht mag, denn die gehören hier nicht auf die Insel. Traditionell gibt es hier Strandzelte, aber die Nörgelgäste kannten die von anderen Inseln und haben dann auf Borkum auch danach verlangt - wenn dann ein Strandzeltvermieter anfängt und auch Körbe kauft und vermietet, dann ziehen die anderen natürlich nach und mittlerweile stehen fast mehr Körbe als Zelte auf dem Strand, was ich wirklich, wirklich schade finde.
Aber nun ja.

Ich setze mich auf alle Fälle grundsätzlich nur in ein Strandzelt, alles andere käme mir vor wie Inselverrat.

(Die Möwe hat auch K geknipst, ich habe mich derweil mit C ein wenig im Zelt ausgeruht)

Mal schauen, wie das Wetter morgen wird, heute war es eher trüb und diesig, aber der Rasen braucht dringend einen Schnitt, wär ja schon gut, wenn es morgen trocken bleibt
.

695 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?