anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 18. Januar 2023
Fensterblicke
Der Tag begann mit sehr schönen Fensterausblicken.
Beim Aufstehen der Blick aus dem Schlafzimmerfenster, auf der Fahrt ins Büro der Blick aus dem Autofenster und bei Ankunft im Büro der Blick aus dem Bürofenster.



Der Blick aus dem Bürofenster ließ zu dem Zeitpunkt noch nicht viel Landschaft dahinter erkennen, aber grade das sah besonders hübsch aus, fand ich.

Der 18.1. ist traditionell der Tag des Schneemanns, die 8 steht für den Schneemann und die 1 für den Reisigzweig, den er im Arm hält, mit der Erklärung konnte ich mir das Datum gut merken.

Und weil es auch noch kalt genug war, um sich mummelig anzuziehen, habe ich mich heute passend zum Motto des Tages gekleidet.


Im Büro gab es dann allerlei Besprechungen mit Mitarbeitern, die gesamte Buchhaltungsabteilung ist eifrig mit Jahresabschlussarbeiten beschäftigt, die Wirtschaftsprüfer sind auch schon da und wuseln zwischendurch.
Ich arbeite an Kurz-Mittel- und Langfristplänen für den Ausblick auf die Weiterentwicklung des Unternehmens, der Chef erster Ordnung geht in zwei Jahren in Ruhestand und will den Laden natürlich gut sortiert übergeben.
Unsere Vorstellungen, wie umfangreich ausufernd mögliche Expansionspläne nicht nur entwickelt, sondern auch unterstützt werden, gehen etwas auseinander, ich möchte nämlich auch in Ruhestand gehen und bis dahin nicht mit viel Arbeit neue Projekte vorbereiten, die ein Nachfolger dann nicht weiterbetreibt, weil der vielleicht ganz andere Pläne hat. Es ist grade etwas kompliziert.

Am Abend wieder eine Bankveranstaltung, diesmal in Münster, Termine ohne lange Anreise sind schon deutlich bequemer als Besprechungen in anderen Städten, ich werde kein Freund mehr dieser unseligen Reiserei
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Dienstag, 17. Januar 2023
Der neue Verteidigungsminister
Herr Pistorius wird neuer Kriegs Verteidigungsminister und das hat mich dann doch sehr erstaunt.
War da nicht was mit Quote und deshalb auf alle Fälle eine Frau und auf keinen Fall aus Niedersachsen?
Sind hier etwas schwachsinnige Prinzipien einer durchaus verheißungsvollen Portion gesundem Menschenverstand gewichen? Das lässt ja hoffen.

Ich habe keine besonderen Kenntnisse über Herrn Pistorius, außer dass er ab und zu mit einem Hund an der Leine auf der Straße vor meinem Haus langspaziert, weil er die ehemalige Frau Schröder-Köpf beziehungstechnisch requiriert hat, aber allein die Tatsache, dass er mir noch nicht negativ aufgefallen ist, spricht aus meiner Sicht schon mal sehr für ihn.

Der ehemalige Bundeskanzler Schröder hat sich vor rund 15 Jahren ein Haus auf Borkum gekauft, zu meinem großen Ärger nicht im Norden der Insel, wo die vielen schicken Villen stehen, sondern bei mir auf der Straße, wo bisher noch nie etwas los war, aber gewaltig los wurde als der Exkanzler damals seine Sommerresidenz hier hin verlegte.
Denn allein seine GSG9-Truppe sein Personenschutz brachte das verschlafene Leben bei mir im Süden der Insel gewaltig durcheinander. Wenn man zum Brombeeren sammeln fröhlich durch die Dünen läuft und plötzlich einem halbvermummten Kampfsoldaten mit Maschinengewehr im Anschlag begegnet, der wissen will, wo man her kommt, wer man ist und einem rät, sich unauffällig zu verpissen, dann ist das schon ein sehr seltsames Gefühl und passt eindeutig nicht zu dem Sicherheitsgefühl, das die Insel sonst ausstrahlt.
Die Tatsache, dass während der Ex-Kanzler Anwesenheit eine motorisierte Polizeistreife alle 20 Minuten an seinem Haus langpatrouillierte, machte seine Existenz für mich auch nicht unbedingt angenehmer, denn wenn ansonsten Fahrverbot auf der Straße herrscht und nur die Polizei davon nicht betroffen ist, dann hört man das eine einzige Auto, was alle 20 Minuten auch nachts unter dem eigenen Schlafzimmerfenster langfährt, viel mehr, als man das auf dem Festland in einer Stadt mit ständigem Autoverkehr je hören würde.

Ich fand das also immer eher lästig, dass die Familie Schröder sich privat auf Borkum aufhielt, aber was sollte ich schon dagegen tun?
Dann haben sich die zwei getrennt und Herr Schröder hat sich neu orientiert, ich gehe davon aus, dass das Haus ihm gehörte und seine Frau bei der Scheidung vor allem Kohle bekam, sie kaufte sich nämlich dann sofort ein neues Haus, exakt zwei Häuser neben dem alten, damit aber immer noch bei mir auf der Straße.
Er verkaufte dafür seines, da sind heute Ferienwohnungen drin, irgendjemand, der mal im Haus vom Exkanzler Urlaub machen will? Ich könnte da was vermitteln. Auf alle Fälle kommt jetzt nur noch sie nach Borkum, er ist ja jetzt offensichtlich deutlich östlicher orientiert als das, was die ostfriesischen Inseln als Osten zu bieten haben.

Über sie weiß ich nicht viel, noch nicht mal ihren aktuellen Namen. Heißt die Dame noch Schröder-Köpf oder hat sie den Schröder wieder abgelegt? Ist sie jetzt mit Herrn Pistorius verheiratet und heißt jetzt Pistorius-Köpf? Oder nur einfach Köpf mit nichts davor? Ich weiß nur, dass sie extra eine Ausnahmeregelung für ihren Doppelnamen erwirkt hat, weil normalerweise der zusätzliche Name des Partners hinten steht, der formal richtige Doppelname wäre also Köpf-Schröder gewesen, aber weil dann die Verwechslung mit einem Imparativ und damit der Aufforderungscharakter zu naheliegend gewesen wäre, durfte sie die Namen umdrehen.

Seitdem sie ohne Gerhard auf die Insel kommt, gibt es nichts mehr, über das ich mich beklagen könnte. Sie führt ein relativ unauffälliges Ferienhausbesitzerleben auf der Insel und ist erstaunlich oft da. Das weiß ich, weil ich immer an ihrem Haus vorbeikomme, wenn ich einkaufen fahre, sie kommt dafür ab und zu an meinem vorbei, wenn sie zu Fuß zum Strand geht. "Man kennt sich" ist der falsche Ausdruck - ich kenne sie und weiß, wen ich zurückgrüße, wenn sie an meinem Haus vorbeiläuft und mir ein freundliches "Moin" zuwirft, wenn ich im Garten rumpuzzel, umgekehrt ist es mir aber auch sehr angenehm, dass sie mich nicht kennt.

Ich interessiere mich nicht so für Polittratsch, K war hier entschieden besser informiert, so dass ich erst von K erfuhr, dass der ziemlich unauffällige, unscheinbare Mann, der ab und zu neben ihr mit dem Hund spazieren ging, wohl Herr Pistorius ist. Ich habe daraufhin mal nach Herrn Pistorius und seinem politischen Schaffen gegoogelt und hauptsächlich Positives gefunden.
Ich hatte mich also schon mit ihm beschäftigt bevor sein Name heute bundesweit bekannt wurde.
Und nun geht der nach Berlin und auf die internationale Bühne.
Dann bin ich ja mal gespannt, ob wir das Drama mit den Personenschützern demnächst wieder auf der Insel ertragen müssen.

Dass Frau Lambrecht für diese Position so ziemlich die zweitschlechteste Besetzungsmöglichkeit gleich nach Frau Esken war, darüber sind sich bis auf Frau Lambrecht und Frau Esken wahrscheinlich die allermeisten Leute einig, im Grunde keine schlechte Ausgangsposition für Herrn Pistorius, er müsste sich schon sehr anstrengen, wenn er sich noch dämlicher als Frau Lambrecht anstellen wollte
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Sonntag, 15. Januar 2023
Zur See von Dörte Hansen
Ich mochte das Buch "Altes Land" von Dörte Hansen schon sehr, "Mittagsstunde" gefiel mir fast noch besser, deshalb war ich natürlich neugierig auf das neue Buch, was letztes Jahr im September erschienen ist.
Die beiden anderen Bücher habe ich nicht gelesen, sondern als Hörbücher, gelesen von Hannelore Hoger, gehört und war sowohl von Sprache und Inhalt der Bücher als auch von der Art des Vortrags sehr angetan. Beide Bücher spielen im Norden, aber auf dem Festland.

Ich habe im Norden noch nie auf dem Festland gelebt, ich kenne das Rheinland, Teile von Westfalen und eine Insel. Vom Festland im Norden habe ich nur so eine ungefähre Vorstellung, man hat Bilder im Kopf und das, was Dörte Hansen in ihren beiden vorherigen Büchern beschrieb, das passte sehr gut zu den Bildern in meinem Kopf.


Das neue Buch "Zur See" handelt diesmal von Menschen auf einer Insel in der Nordsee. Es ist eine fiktive Insel, es ist aber definitiv eine nordfriesische Insel, denn es kommt Walfang vor und den gab es nur auf den nord- und westfriesischen Inseln und auf Borkum - und auf Borkum spielt das Buch ganz eindeutig nicht und die westfriesischen Inseln liegen in Holland.

Die Hörbuchfassung wird diesmal von Nina Hoss gelesen und ich war unsicher, ob mir das gefallen wird, deshalb habe ich es mir noch nicht gekauft, aber ich war natürlich ungemein neugierig auf dieses Buch.

Dann fand ich diesen (klick) Beitrag auf NDR-Kultur - und jetzt weiß ich, dass ich mir das Buch nicht kaufen werde. Weder als Buch noch als Hörbuch, denn es passt ganz eindeutig nicht zu den Bildern in meinem Kopf und ich möchte das gute Gefühl, das mir die beiden anderen Bücher gegeben haben, nicht dadurch anknacksen, dass ich mir jetzt ein Buch von Dörte Hansen anhöre, was sich für mich komplett falsch anfühlt bzw. zu dem ich keinen Zugang finde.

Von den Menschen und dem Leben auf einer Insel habe ich naturgemäß sehr gute Vorstellungen, nicht nur, weil meine Familie auf einer Insel lebt und ich schon dadurch meine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht habe, sondern weil mein Vater auch noch selbst ernannter Nordseeforscher war.
Er hat mehrere (Fach)Bücher herausgegeben, ist mit eigenen Dia-Vorträgen viele Jahre durch die Gegend getingelt und hat den Leuten etwas über die Inseln, die Natur im Wattenmeer, Walfang, Sturmflut und Seenotrettung erzählt und ich war hundertfach dabei, weil er immer eine Hilfskraft brauchte, die die Diamagazine wechselte, die Technik war damals so.

Ich war nicht nur bei den Vorträgen dabei, sondern auch bei seinen "Expeditionen". Ich habe jede der ostfriesischen Inseln einmal zu Fuß angelaufen (bis auf Borkum, die kann man nicht zu Fuß erreichen und auf Lütje Hörn ist das Betreten verboten), ich war auf allen Halligen und habe einige Urlaube dort verbracht, ich kenne Sylt, Amrum, Föhr und Pellworm und alle westfriesischen Inseln und ich habe ihn mehrfach zum Sterntreffen der Friesen begleitet, das alle drei Jahre auf Helgoland stattfindet.

Ich kenne die Geschichte der Inseln und ihre Traditionen, ich kenne viele ihrer Bewohner, ich verstehe ihre Sprache* und ich bin ihnen nicht als Badegast begegnet, sondern als Insulaner.
*nur die der Ost- und Westfriesen, die sprechen nämlich Plattdeutsch, die Nordfriesen sprechen Friesisch, und das ist mir genauso fremd wie Dänisch oder Schwedisch

Aus all diesen Erlebnissen, Informationen und Zusammenhängen hat sich bei mir natürlich ein Bild von Inselbewohnern geformt, das wahrscheinlich komplett anders ist als das, was ein Festländer sich so vorstellt - und vor allem weiß ich, dass die Nordfriesen noch mal komplett anders sind als die Ostfriesen.
Und deshalb weiß ich, dass das Buch ganz sicher nicht auf Borkum spielt und überhaupt sind mir die Charaktere, so wie ich sie in den kurzen Ausschnitten, die Dörte Hansen selber vorgelesen hat, kennengelernt habe, komplett fremd.
Für mich sind das einfach willkürlich irgendwelche Menschen, vielleicht leben die auf den Färöer Inseln, das mag sein, die kenne ich nicht, aber ich habe keinen Bezug zu ihnen und ich kann mich nicht in sie reindenken.

Ich bin sehr sicher, dass ein Mensch, der die Inseln und ihre Bewohner nur aus der Perspektive des Badegastes kennt, sich völlig problemlos in die Figuren des Buches reinfühlen kann, denn die Badegäste sind ungemein passend beschrieben, darin erkennen sich wahrscheinlich alle sofort wieder, Badegäste unterscheiden sich offenbar untereinander deutlich weniger als die Inselbewohner von Ost- und Nordfriesland.
Wenn man sich wiedererkennt, dann kann man sich auch leicht vorstellen, dass der Rest der Figuren ebenfalls passt, denn dass die Insulaner anders sind als ein Badegast, das ist jedem klar.

Ich glaube also, dass das neue Buch von Dörte Hansen sicherlich so gut ist wie die vorherigen beiden, nur ich werde dieses jetzt mal auslassen und auf das nächste warten
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Freitag, 13. Januar 2023
Erste Woche erledigt
Die erste Büro-Woche ist abgearbeitet und ich bin stolz darauf, wie gut ich durchgehalten habe.
Heute war nur Home-Office und überhaupt nur ein halber Tag, Freitags beginnt die Wiedereingliederung in das freie Leben.

Der berufliche Teil bestand aus diversen Telefonaten, dem Schreiben einer Vorlage samt dazugehörender Zahlenrecherche und dem Aufräumen meines E-Mail-Postfachs samt ausführlicher Ablage auf dem Server.

Im privaten Teil des Tages habe ich das Haus gestaubsaugt, anschließend den Staubsauger auseinandergebaut und den Filter gereinigt, die Kaffeemaschine entkalkt, drei Maschinen Wäsche gewaschen, getrocknet und schon wieder zusammengelegt und weggeräumt, die Bäder geputzt, den Glasmüll weggebracht, eingekauft und Abendessen gekocht.
Es gab Selleriesteaks, Ofenkartoffeln, gebratenes Gemüse und Lachstartar und K hat mehrfach betont, wie lecker das gewesen sei und wie schön er es gefunden hätte, dass das Essen auf dem Tisch stand als er nach Hause kam.

Ich habe rumgewitzelt, dass er das doch eigentlich jeden Tag haben könnte, schließlich hält er sich für viel Geld ja extra eine Ehefrau, die außer Haushalt nichts anderes zu tun hat und hatte.
Aber meinen Vorschlag, dass er sie einbestellen solle, damit sie ihm regelmäßig etwas zu essen kocht, hat er abgelehnt, er meint, sie wäre damit nicht einverstanden. Manchmal frage ich mich doch, ob es von mir nicht klüger gewesen wäre, zu heiraten und einfach nur Haus- und Ehefrau zu werden, wäre auf alle Fälle der entschieden bequemere Weg gewesen.


Aber nun ja, ich komme zum Glück normalerweise ja auch ohne Ehefrau klar, wenn man schon in der Jugend beschließt, dass man alles alleine kann, ist man im Alter so geübt darin, dass man sich dann mit dem Konzept Ehefrau auch nicht mehr beschäftigen muss.
Außerdem wäre mir wahrscheinlich sehr schnell sehr langweilig geworden
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Donnerstag, 12. Januar 2023
Schietwetter und Radfahrer
Die zweite neue Brille ist fertig, weshalb ich heute Abend noch rasch in die Innenstadt von Münster gefahren bin, um sie abzuholen.
Unterwegs an mehreren Unfällen vorbeigekommen,
der eine Unfall war in der Nähe des Aasees und wohl eine größere Sache, überall Blaulicht und abgesperrt, alles stand, nix bewegte sich mehr und es goss in Strömen.
Da ich wirklich genau mitten in die Innenstadt musste, bin ich einfach die nächste Straße links abgebogen und dann auf seltsam verschlungenen Wegen über Kopfsteinpflastergassen, vorbei an Wilsbergs Antiquariat bis zum Domplatz gefahren. Im Dunkeln und bei Dauerregen, um mich herum fuhren überall Radfahrer wie so irre Dämonen, viele ohne Licht und gerne in schwarz gekleidet, schossen sie plötzlich an mir vorbei, die meisten Radfahrer fuhren schneller als die Autos, in Münster ist das ganz normal.

Nachdem die Brille abgeholt war, wollte ich eigentlich nur so schnell wie möglich wieder zurück, ging aber nicht, die Straße am Aasee war immer noch total verstopft, also wurde es ein großer Schlenker außen rum mit der Erkenntnis, dass in Münster die Radfahrer überall sind, auch auf der Außenumgehung, und auch bei strömendem Regen. Muss man mögen.

Das ausgesprochen fiese Wetter scheint aber viele Leute nicht davon abzuhalten, ihre Überzeugung zu leben. Die Aktivisten, die sich da in Lützerath auf den Bäumen festgekettet haben, könnte ich für ihre Wetterunerschrockenheit fast bewundern, wenn ich die Aktion nicht so ungemein dämlich fände.
Wenn die Kohle unter Lützerath nicht ausgebaggert wird, dann wird sie eben irgendwo anders ausgebaggert, das ist dann nur viel teurer und viel umständlicher, aber die Menge an Kohle, die grundsätzlich in Kohlekraftwerken verstromt wird, die ist nicht davon abhängig, wo sie herkommt, sondern die steht längst fest.
Die Kohle unter Lützerath wird also nicht zusätzlich verbrannt, sondern anstatt - und deshalb verstehe ich nicht, was das mit dem Klima zu tun hat.
Ich meine, wenn man es hinbekäme, dass man gar keine Kohle mehr verbrennt, das wäre toll fürs Klima, das hat aber ganz sicher nichts mit Lützerath zu tun.

Und weil man mit dieser Aktion kein Gramm CO2 retten kann, wäre mir das schon bei gutem Wetter zu blöd, aber bei diesem Sauwetter finde ich es wirklich bemerkenswert kindisch. Ich hätte die Typen da ja einfach auf ihren Bäumen sitzen lassen und in Ruhe abgewartet, irgendwann sind die so durchnässt und kaltgefroren, dann kommen sie entweder von alleine runter - oder fallen runter, weil sie sich vor Erschöpfung nicht mehr festhalten können. Aber nein, es musste mal wieder ein Exempel statuiert werden.

Nun denn, jeder so wie er mag
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Dienstag, 10. Januar 2023
Gute Vorsätze erledigt
Das mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr funktioniert am besten, wenn man sich die nachträglich vornimmt, also ich meine, nach dem man sie erledigt hat.

Ich fühle mich von dem trüben und nasskalten Wetter aktuell sehr zu ausschweifenden Aufräumarbeiten animiert, wozu auch die Neuorganisation der privaten Verträge gehört und ich stelle fest, dass es ein sehr befriedigendes Gefühl ist, wenn man sich mal um uralt Verträge kümmert und hier endlich ein bisschen frischen Wind reinbringt.
Wenn ich mir das aber schon am 1.1. vorgenommen hätte, weil das ja ein guter und ein sinnvoller Vorsatz ist, endlich mal Ordnung in sein Leben zu bringen, dann wäre allein die seltsame Autorität so eines Vorsatzes schon eine große Bremse für die konkrete Umsetzung gewesen.
Deshalb meine Erkenntnis: Erst machen und dann vornehmen, funktioniert viel besser.

Ich habe mich heute mit Krankenversicherungen beschäftigt, weil mir schon seit Ewigkeiten klar ist, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen immer größer werden und vor allem in der Höhe des von der Kasse selbst festzulegenden Zusatzbeitrages bestehen.
Der Standardsatz für Krankenversicherungen beträgt 14,6% vom Bruttoarbeitslohn bis maximal zur Beitragsbemessungsgrenze, die in 2023 bei rund 5.000 €* liegt. Wer mehr als 5.000 € im Monat verdient, muss von dem Gehalt über 5.000 € keine Krankenversicherungsbeiträge mehr bezahlen.
*Es sind exakt 4.987,50 €, weshalb man sich hier nicht auf glatte Beträge einigen kann, fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue.

Zusätzlich zu diesen 14,6% erhebt jede Kasse noch einen von ihr selbst festgelegten Zusatzbeitrag, die günstigste Kasse in Deutschland ist die BKK Gildemeister, die verlangt 0,9% zusätzlich, insgesamt damit 15,5% von maximal 5.000 €, also maximal 775 € Krankenversicherungsbeitrag im Monat.
Ich bin seit 1986 in der DAK, die hat ihren Zusatzbeitrag ab dem 1.1.2023 auf 1,7% erhöht, hier liegt der Höchstbeitrag also bei 16,3% von 5.000 € gleich maximal 815 €, das sind mal locker 40 € im Monat mehr, von denen ich zwar nur 20 € selber bezahle, die andere Hälfte bezahlt mein Arbeitgeber, aber erstens sind auch 20 € schon viel Geld, wenn keine Zusatzleistung dahinter steckt und außerdem ist mir mein Arbeitgeber näher als eine fremde Krankenkasse.

Die Kassen selber behaupten natürlich, dass sie sich ganz gewaltig in ihren Leistungen unterscheiden, wenn man aber weder Homöopathiemittel bezahlt bekommen möchte noch Schwangerschaftsgymnastik, wenn man im Grunde nur normale, langweilig Durchschnittskrankheiten hat, für die man gerne nur nach den Regeln der konservativen Schulmedizin behandelt werden möchte, dann ist der Leistungsunterschied der Kassen marginal.

Da die DAK, so wie viele andere Kassen auch, jetzt zum 1.1. ihre Zusatzbeiträge erhöht hat, habe ich als Kunde ein Sonderkündigungsrecht und kann mir zum 1.4. eine andere Krankenversicherung aussuchen. Da ich das wirklich schon seit Ewigkeiten vorhatte, bin ich sehr stolz auf mich, dass es mir jetzt endlich geglückt ist, mich um das Thema zu kümmern und alles, was für einen Kassenwechsel nötig ist, hintereinanderweg erledigt habe.

Grundsätzlich hatte ich überhaupt keine Ahnung, was man tun muss, wenn man seine Krankenkasse wechseln möchte, ich stellte aber fest, dass das im Ergebnis alles ziemlich unkompliziert ist, ich muss noch nicht mal selber die alte KV kündigen, das macht alles die neue für mich und weil ich einen Kollegen habe, der schon bei der BKK Gildemeister versichert ist, konnte ich mich bei ihm nicht nur über die Nachteile dieser Kasse informieren (er kennt keine und ist sehr zufrieden), sondern ich konnte mich von ihm auch im Rahmen einer Freundschaftswerbung werben lassen, dafür gibt es jetzt noch zusätzlich 25 € Prämie, das gefiel mir alles sehr gut.

Einen Leistungsunterschied, der mich aber tatsächlich betrifft, ist die freiwillige Zuzahlung der Kasse für eine professionelle Zahnreinigung. Die neue Kasse zahlt den Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung nur über ein Bonusprogramm, an dem man teilnehmen muss, um sich Bonuspunkte zu verdienen, mit denen man dann Zusatzleistungen bezahlen kann, das hört sich umständlich an und ich weiß nicht, ob ich dazu Lust haben werde.
Wegen der Kündigungsfristen bin ich aber noch bis zum 31.3. bei der DAK versichert und die zahlt diesen Zuschuss ohne Heckmeck, deshalb habe ich, nachdem ich den neuen Mitgliedsantrag verschickt hatte, sofort einen Zahnarzttermin vereinbart, das übernimmt noch die alte Kasse und dafür, dass ich den Zahnarzttermin so früh im Jahr schon erledigt habe, kriege ich auch noch ein nachträgliches Häkchen auf der gute-Vorsätze-Liste. Alle notwendigen Termine stets ohne Aufschub vereinbaren - läuft bei mir.

Lustig finde ich, dass es sich bei dem Kollegen, der bereits bei der BKK GM versichert ist, ausgerechnet um den tiefbegabten Assistenten der Geschäftsführung handelt, mit dem bin ich jetzt also offiziell befreundet, weil es ja eine Freundschaftswerbung ist, die ich da unterschrieben habe. Ich war ein wenig versucht, das Wort Freundschaft durchzustreichen und gegen Bekanntschaft zu ersetzen, habe mich dann aus Gründen der sozialen Vernunft dagegen entschieden, finde aber, wenn wir jetzt in allen Bereichen der Sprache die Buchstaben einzeln auf die Goldwaage legen, dann sollte auch dieses Wort mal hinterfragt werden
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Montag, 9. Januar 2023
Der erste Arbeitstag
hätte schlimmer sein können.
Es gab unerwarteterweise keine liegengebliebenen und ins neue Jahr verschleppten Probleme, zumindest sind sie heute nicht aufgeklappt und ich habe intensiv nachgefragt.

Ich war früh im Büro, um mich mit jedem Mitarbeiter wenigstens einmal kurz unterhalten zu haben, weil ich um kurz nach elf ja schon wieder unterwegs war.

Eine Bank in Düsseldorf hatte zu ihrer Jahres-Auftaktveranstaltung geladen und ich war gespannt, welchen Blick auf die Zukunftsentwicklung der Finanzmärkte die Experten in dieser Bank haben. In der aktuellen Situation gibt es eine sehr breite gestreute Meinungsvielfalt, alles ausgewiesene Experten und jeder hat auf seine Art recht, ich finde es grade sehr kompliziert, mich selber für eine Meinung zu entscheiden.

Genau deshalb höre ich mir jetzt so viele verschiedene Experten wie möglich an, irgendeiner wird mich hoffentlich umfassend überzeugen.
Die Vorträge heute waren interessant, aber überzeugt, dass alles gut wird, bin ich noch nicht.

Weil die Veranstaltung schon am Nachmittag zu Ende war und ich bereits in Düsseldorf war, nutzte ich die Gelegenheit, um noch nach Mönchengladbach zu fahren. Dort besitze ich eine Wohnung, in der seit längerem eine sechsköpfige, syrische Flüchtlingsfamilien lebt und ich hatte schon mehrfach versprochen, dass wir uns mal persönlich kennenlernen. Jetzt gab es auch noch Probleme mit den Fenstern und irgendwas ist mit dem Balkon nicht in Ordnung, das wollte ich mir sehr gerne mal selber vor Ort anschauen, um die passenden Handwerker auszusuchen und persönlich zu beauftragen. Ich habe ein wenig den Verdacht, dass sich die Hausverwaltung hier nur mit gebremsten Schaum engagiert, sind ja nur Flüchtlinge.

Den Abstecher nach MG zu machen, war eine sehr gute Idee. Die Familie ist wirklich nett und gibt sich viel Mühe, die Wohnung sauber und ordentlich zu halten, hat aber nur sehr wenig Geld und ist auf Spenden angewiesen, weshalb natürlich vieles improvisiert ist.
Morgen werde ich mal versuchen, ein paar passende Handwerker zu finden
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Freitag, 6. Januar 2023
Fremdes Leben und ein zunehmender Egalnessfaktor
So, das war heute der letzte Urlaubstag und ich stelle fest, dass ich mal wieder jede Menge Dinge nicht erledigt habe, von denen ich vor dem Urlaub fest überzeugt war, dass ich das alles locker in den zwei Wochen schaffen werde.
Ich weiß auch nicht wie alt ich noch werden muss, um zu begreifen, dass gute Vorsätze bei mir einfach komplett vergeudet sind, ich reagiere nur auf harte deadlines mit Katastrophenandrohung, und selbst dann nicht immer.

Aber immerhin bin ich inzwischen wenigstens schon so alt, dass es mich nicht mehr stresst, wenn ich Dinge nicht erledige, die eigentlich erledigt werden müssten.
Die Schnurzpiepegalmentalität , die viele Menschen in ihrer Pubertät entwickeln, ist mit rund 45 Jahren Verspätung endlich auch bei mir angekommen.

Weil aber einige Dinge dann heute doch langsam sehr dringlich wurden und ein dauerhaftes Ignorieren eine offensichtliche Harakirinummer ist, habe ich den größten Teil des Tages heute am Rechner verbracht und Bürodinge erledigt.

Außerdem habe ich ein wenig aufgeräumt und ca. 37 alte Sonnenmilchflaschen entsorgt, jetzt ist plötzlich sehr viel Platz in beiden Bädern. Wenn sowohl der Dermasohn als auch der Pharmasohn unisono erklären, dass man sich bei Sonnencreme tatsächlich an das Haltbarkeitsdatum halten sollte, weil sie erstens nach spätestens einem Jahr ihre Wirkung verlieren und wenn sie noch älter sind, sogar schädliche Folgen haben können, wenn man sich damit eincremt, wenn also diese beiden Söhne, die sonst traditionell und schon aus Prinzip meist gegensätzlicher Meinung sind, wenn die zwei sich einig sind, dann erscheint es mir klug, ihnen zu glauben.

Jetzt gibt es in diesem Haushalt also keine einzige Flasche mit Sonnenschutz mehr, zum Glück war das Wetter heute auch nicht nach Sonnenbaden.

Weil wir die letzten Tage soviel gesundes Gemüse und Salat und Hühnersuppe gegessen haben, habe ich heute als Gegengewicht die Fritteuse rausgekramt, zwei Flaschen Öl reingekippt und eine Frittierorgie gestartet.

Es geht doch wirklich nichts über selbstgemachte Pommes mit selbstgemachter Mayonnaise, dazu gab es als TK gekaufte gebackene Zwiebelringe und gebackenen Camembert. Wir haben zu zweit alles aufgegessen, jetzt ist mir erwartungsgemäß schlecht, es hat sich aber bis zur letzten Pommes gelohnt.

Weil ich so kugelrund vollgefressen war, bin ich einfach sitzengeblieben und habe das Erstbeste geguckt, was grade im Fernseher kam, das war die Sendung Brisant im Ersten und dort wurde über eine Sängerin berichtet, die wochenlang auf Platz 1 der Charts stand und zig Millionen Platten verkauft hat und deren Namen ich noch nie in meinem Leben gehört habe.

So ähnlich ging mir das schon mit Andrea Berg, deren prominente Existenz ich auch erst vor einigen Jahren wahrnahm, heute habe ich gelernt, dass es wohl noch viel mehr Andrea Bergs gibt, die heutige hieß Daniela Alfinito und ich fand den gesamten Bericht und alle Menschen, die darin vorkamen deutlich exotischer als jede Terra X Reportage über Leben im Urwald.

Das für mich Faszinierende ist nicht nur, dass es Millionen von Menschen gibt, die ein Leben führen, von dem ich zu 100% überhaupt keine Ahnung habe, denn wenigstens das kann ich mir immerhin grundsätzlich noch irgendwie vorstellen, was mich wirklich fasziniert ist die Tatsache, dass dieses Leben so komplett von meinem getrennt ist, dass die Schnittmenge exakt Null ist und ich normalerweise noch nicht mal mitbekomme, dass dieses millionenfache Leben existiert.

Manchmal komme ich mir vor wie der hinterletzte Höhlenmensch
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Donnerstag, 5. Januar 2023
wenn kaum was so läuft wie erhofft
Am Nachmittag waren wir im Dorf, weil es verschiedene Dinge zu erledigen gab, unter anderem musste ich zur Post, weil ich eine Postsendung für N auf den Weg bringen wollte.

N bat mich, ihm zwei kleine Minitassen mit Ostfriesengruß drauf zu kaufen und nach Berlin zu schicken, weil er sie verschenken wollte. Die Tassen waren nur 4cm hoch, so dass ich beschloss, sie als Warensendung zu verschicken, da kostet das Porto nämlich weniger als die Hälfte eines kleinen Päckchens, denn ganz grundsätzlich fühlt es sich völlig bekloppt an, für das Porto mehr zu bezahlen als für den Inhalt.

Ich suchte das Haus ab, bis ich einen Karton fand, der ausreichend stabil war, um zwei Porzellantassen sicher da drin zu verstauen und gleichzeitig nur maximal 5cm hoch war. Nach dem ich den Dachboden einmal umgekrempelt hatte, fand ich tatsächlich einen passenden Karton, exakt 5m hoch, ich habe es extra mit einem Lineal nachgemessen.

Ich kaufte online eine passende Frankierung, verpackte alles ordentlich, fuhr zum Briefkasten und stellte fest, dass 5cm hohe Kartons nicht in gelbe Briefkästen passen. Also fuhr ich weiter zur Post und wollte meine fertig frankierte Warensendung dort abgeben, die Postdame zückte ihr eigenes Lineal und stellte fest, dass mein Karton 5,1cm hoch ist und damit nicht mehr als Warensendung versandt werden kann.
Zähneknirschend zahlte ich das Porto für ein Päckchen nach und fand die Postfrau blöd, aber gegen derartig bürokratische Mitarbeiter kommt man nicht an.

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Statt Fahrradhelm benutze ich einen Hövding, so eine Art Halskrause, die zu einem Airbag wird, wenn man vom Fahrrad fällt. Vor zwei Jahren ist mir das Ding schon mal ohne Unfall am Kopf explodiert, ich schickte damals den ausgelösten Airbag an den Hersteller und bat um Ersatz, weil es ja schließlich wirklich keinen Unfall gegeben hatte. Drei Wochen später bekam ich einen neuen Hövding, zu meiner Freude sogar das aktuelle Modell, das jetzt auch über Bluetooth verfügte und sich mit einer passenden App auf dem Handy verbinden konnte, um Fahrtstrecken aufzuzeichnen und ähnliche Gimmicks.
Heute checkte ich die App und die meinte, mein Hövding benötige ein Update, was ich sofort anstieß und mich seit der Zeit mit dem blöden Teil rumärgere, weil sich erst die App ständig aufhängte, dann trennte sich die Bluetoothverbindung immerzu von alleine, dann schloss ich die App auf die brutale Variante und seitdem steht mein Hövding auf inaktiv. Ich habe ihn mittlerweile über den PC upgedated, aber die Appverbindung scheint gründlich zerstört zu sein und solche Dinge machen mir grundsätzlich immer sehr schlechte Laune.

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Seit letztem Jahr gibt es eine regelmäßige Fährverbindung zwischen Eemshaven und Kristiansand. Der Pott, der dort dreimal die Woche hin- und herpendelt, ist gewaltig groß und ich frage mich regelmäßig, wo all die Leute herkommen, die in diesen Mengen 18h lang von Holland nach Norwegen und umgekehrt fahren wollen, denn wenn sich so eine feste Fährverbindung rentieren soll, dann muss die Fähre ja schon eine angemessene Auslastung haben. Aber da die Fähre immer noch regelmäßig fährt und es bestimmt kluge Leute waren, die sich das mit einem ausgeklügelten Businessplan zurechtgeplant haben, wird es wohl eine entsprechende Menge an Menschen geben, die genau diese Strecke regelmäßig buchen.

Wie auch immer, die Größe dieser Fähre beeindruckt mich vor allem dann, wenn sie quasi direkt vor der Haustür bei uns vorm Strand langfährt.



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Zum Abendessen gab es eine vegetarisches Hackfleischpfanne mit Pak Choi und eine große Portion Ofenkartoffeln.
Die Ofenkartoffeln waren lecker
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Mittwoch, 4. Januar 2023
Dies und das
Heute war wirklich sehr ekliges Wetter, viel Sturm, viel Regen und mit 7°C auch keine wirkliche Wohlfühltemperatur, ich war sehr zufrieden, dass ich den ganzen Tag im Haus bleiben konnte.

Was ich allerdings den Tag über hier im Haus getan habe, kann ich gar nicht so genau sagen, nichts besonderes auf alle Fälle.
Am Computer ein bisschen aufgeräumt, ein paar Überweisungen auf den Weg gebracht, drei Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben, den Lohnsteuerermäßigungsantrag für den Vater abgeschickt und mich für eine Bank-Veranstaltung nächsten Montag in Düsseldorf angemeldet.
Wenn der erste Tag im Büro schon um 11h wieder endet, weil ich losfahren muss, um mittags pünktlich in Düsseldorf zu sein, dann ist der erste Tag schon mal einigermaßen friedlich gerettet.

Dann habe ich alle Urlaubs-, Brücken- und Gleittage für 2023 und 2024 eingetragen und abgezählt, wie viele der nächsten 625 Tage noch Arbeitstage sind, und ausgerechnet, dass davon nur etwas mehr als die Hälfte Arbeitstage sind, weil ich noch ein sehr großes Gleitzeitguthaben abbauen kann.
Solche Berechnungen finde ich enorm ermutigend, mir hilft das, die nächsten zwei Jahre mit mehr Gelassenheit zu überstehen.

Am Nachmittag kam der Elektriker-Onkel mit seinem Werkzeugkoffer, an dem Umbau eines Schalters in eine Steckdose war K kläglich gescheitert.
Der Onkel brauchte aber auch eine halbe Stunde dafür und sagte, er hätte das K auch nicht mal eben so erklären können, das wären wirklich sehr viele Drähte und viele verschiedenen Leitungen, die sich da an einer Stelle kreuzen, er hätte selbst gewaltig überlegen müssen, bis es endlich funktionierte. Es ist also schon sehr praktisch, für solche Dinge einen Fachmann in der Familie zu haben.

Zum Abendessen gab es Gambas al ajillo, die wirklich sehr, sehr lecker waren, was eventuell daran lag, dass ich fünf große Knoblauchzehen gehobelt und frittiert hatte, um sie in die Sauce zu mischen.
Danach gingen wir nach oben, heizten den Ofen an und verdauten.
Als ich eine Stunde später noch mal runter gehen wollte, um mir etwas zu trinken zu holen, roch es bereits oben auf dem Treppenabsatz intensiv nach Spanier.
Ich liebe spanische Küche, auf die olfaktorischen Folgeerscheinungen dagegen könnte ich gut verzichten, aber es lässt sich wohl nicht vermeiden.

Dann fiel mir ein, dass ich ja eine Lampe Berger habe, die wirkt jetzt intensiv dagegen an
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