anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 31. Januar 2023
Fachfremde Fachvorträge
Jetzt habe ich mich sehr geschickt selber im Büro festgenagelt, weil ich vorhin auf den klugen Gedanken kam, dass ich doch mal ein BackUp meines Telefons auf den PC spielen könnte und überhaupt wollte ich meine Musikdateien auch schon seit längerem mal neu organisieren. Beides habe ich angestoßen - ohne dabei zu bedenken, dass PC und Handy nicht in zwei Minuten mit dieser Arbeit fertig sind.

Der Rechner arbeitet jetzt also intensiv im Hintergrund, ich muss mich derweil mit irgendwas beschäftigen und weil ich den PC nicht noch mit anderen Anwendungen beschäftigen will, die ihm zusätzlich Leistung abverlangen, schreibe ich einfach schon mal meinen Blogtext für heute, schlichtes Tippen wird die Ausführung der Sicherungsarbeiten hoffentlich nicht entscheidend verlängern.

Zweidrittel des Tages habe ich heute in einem Fortbildungsseminar für Architekten verbracht.
Schade dass man Fortbildungspunkte nicht genauso bequem handeln kann wie CO2 Zertifikate, ich hätte jetzt nämlich Punkte abzugeben, da meine Kammer mir dieses Seminar heute nicht als Fortbildung anerkennt, obwohl ich finde, ich habe wirklich wichtige Dinge gelernt.
Ich bin auf alle Fälle sehr froh, dass ich mich für dieses Seminar angemeldet habe, auf einige Dinge, die beim Bau von Immobilien zu beachten sind oder die man sinnvollerweise bedenken sollte, habe ich jetzt eine völlig neue Perspektive, gleichzeitig ist meine Meinung über die Fachkompetenz der eigenen Fachkollegen in unserer eigenen Firma etwas beschädigt. Bauen besteht nicht nur aus Technik, sondern hat auch wichtige Hintergründe im Baurecht und im Brandschutz - und ich befürchte ein bisschen, dass genau diese Themen von unseren echten Ingenieuren und Technikern genauso stiefmütterlich behandelt werden wie Buchführung und Steuererklärungen von einem Einzelunternehmer.
Sie wissen, dass es dazu gehört, empfinden es aber vor allem als lästige Spaßbremse und haben wenig Neigung, sich ausführlich damit zu beschäftigen und deshalb in aller Regel auch wenig Ahnung davon.

Außerdem habe ich enorm viel über energieautarke Immobilien gelernt und kann dem vortragenden Professor nur in allen Punkten recht geben, die Energiekosten eines Mieters sind inzwischen in vielen Fällen wirklich höher als seine Kaltmiete und wenn man als Vermieter mit positiver Rendite Immobilien vermieten will, dann muss man den Fokus auf die Energiekosten legen und nicht auf die Kaltmiete.

Die Bundesregierung beklagt zwar lautstark, dass es viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, gleichzeitig tut sie alles, um das Bauen von Wohnraum so teuer wie möglich zu machen. Das Mieterstrommodell ist zwar in Berlin entwickelt worden, aber wahrscheinlich nur, um es zu verhindern, über all die Bau- und Nutzungsvorschriften kann man nur noch den Kopf schütteln.

Und trotzdem gibt es noch Wege, hier sinnvoll mit umzugehen, ich fand es einen ganz ungemein spannenden Vortrag.

Und Anregungen für den eigenen Hausbau habe ich natürlich auch sofort mitgenommen, ich werde mich jetzt mal ausführlich über Infrarotheizungen informieren, das erscheint mir ein ungemein interessantes Thema zu sein
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Montag, 30. Januar 2023
fünf vorne
Die schönste Neuigkeit des Tages: Es steht eine fünf vorne!
Es sind nur noch 599 Tage und über so einen hunderter Wechsel kann man sich ja mal etwas ausführlicher freuen, tat ich auf alle Fälle und habe den ganzen Tag innerlich leise vor mich hingefeiert.

Aber auch sonst war es ein guter Tag heute, er hatte so gar keine Montagsanmutung, sondern war voll mit interessanten Gesprächen mit netten Leuten. Wenn jeder Tag so wäre wie heute, würde ich es sehr bedauern, wenn die 599 Tage um sind. Da ich aber sehr sicher bin, dass solche Tage in den nächsten 599 Tagen eher selten vorkommen werden, habe ich den heutigen Tag einfach nur genossen und mich trotzdem auf mein Ausscheiden in 599 Tagen gefreut.

Am Abend habe ich einen Termin verpasst, weil ich ihn nicht in meinen Kalender eingetragen hatte, am Abend war nämlich Architektur im Kontext im MuKuKu, ach ne, das darf man ja nicht mehr sagen, das Museum für Kunst und Kultur heißt ja jetzt offiziell KuK, auch wenn ich den anderen Namen viel hübscher finde, aber egal, dort war auf alle Fälle diese Veranstaltung und ich kannte die vortragenden Architekten und habe mir aus gut informierten Kreisen auch schon berichten lassen, dass es sehr interessant war, aber nun ja, in zwei Wochen ist noch eine Veranstaltung, vielleicht denke ich dann ja rechtzeitig genug dran und fahre am Abend nicht auf dem direkten Weg aus dem Büro nach Hause.

So hatte ich nur einen entspannten Abend daheim, es gab die Reste der Gemüsesuppe von Samstag und anschließend Inspektor Barnaby im Fernsehen, war auch ein netter Abend, ich kann mich nicht beschweren
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Samstag, 28. Januar 2023
Guter Samstag
Das war insgesamt ein sehr erfolgreicher Tag heute, es gibt zur Abwechslung mal nichts zu meckern.
Wir waren bei zwei Fliesenfachgeschäften, weil wir ja irgendwann Entscheidungen zu den Bodenbelägen im neuen Haus treffen müssen und da wird es Zeit, dass wir uns mal einen grundsätzlichen Marktüberblick verschaffen.

Ich habe eine Menge über die Beschaffenheit von Fliesen gelernt und gestaunt, wie vielfältig Fliesen heutzutage aussehen können. Es gibt Fliesen, die sind 2x3m groß und sehen aus wie eine Fototapete, es ist wirklich faszinierend.

Insgesamt nehmen die Bodenbeläge so immer mehr Gestalt an, die grundsätzliche Richtung haben wir schon gefunden.

Anschließend waren wir noch in einem Küchenstudio und ich habe nicht nur meinen Wunschkühlschrank, sondern auch meinen Wunschbackofen gefunden, das finde ich ebenfalls richtig gut.

Und ich habe einen kleinen Hängeofen entdeckt, in den ich mich spontan schockverliebt habe, so etwas will ich jetzt ganz unbedingt auch haben.
Ofen
Der hängt einfach so an der Wand und das einzige, was es außer Holz noch braucht, um ihn zu befeuern, ist ein Kamin dahinter, damit der Rauch abziehen kann und das lässt sich lösen, denn ich möchte im Erdgeschoss ja sowieso einen Kaminofen haben, da kann ich an den Schornstein, den ich dafür eh bauen muss, einfach einen zweiten in der ersten Etage anschließen. Ich bin grade sehr begeistert von dieser Entdeckung.

Gleich neben dem Küchenstudio gab es eine Waschanlage mit Lappen, die kannten wir beide noch nicht und sind beide gleichermaßen begeistert, das wird jetzt unsere Stammwaschanlage, denn die, wo wir bisher meistens hingefahren sind, hat renoviert und umgebaut und ist jetzt schlecht und teuer. Die Geschmäcker scheinen hier verschieden zu sein.

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Aktuell betreiben wir grade das Projekt "Gefrierschrank leerkochen", heute gab es Gemüsesuppe, das hat eine große Ecke im Gefrierschrank freigeräumt
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Freitag, 27. Januar 2023
KACK - Bratzen und Flitzpiepen
Ich scheine mit meiner schlechten Laune nicht alleine zu sein.

K wünscht sich einen Blogeintrag mit der Überschrift "Kackbratzen und Flitzpiepen", es hört sich so an, als wäre er auch grade nicht so gut auf seine Umwelt zu sprechen.

Bei Herrn Buddenbohm lerne ich dann, dass seine schlechte Laune an KACK liegt - kalendarisch abrufbare chronische Katerstimmung - und stelle fest, dass KACK ganz offensichtlich auch eine treffende Begründung für meine aktuelle Endzeitstimmung ist, denn wenn ich in den Jahren zurückblättere, dann sind Januar und Februar in den letzten Jahren regelmäßig sehr schwierige Monate, so rein stimmungstechnisch.

Früher fand ich November und Dezember immer die schlimmsten Monate im Jahr.
Da ist es draußen genauso bedrückend dunkel, kalt und fies wie im Januar und Februar, aber zusätzlich gab es früher im November und Dezember immer noch das permanent im Hintergrund lauernde Drama von Adventszeit und Weihnachten - und ich habe beides gehasst, gehasst, gehasst.

Adventszeit habe ich gehasst, weil ich es so unglaublich verlogen fand, einen auf besinnlich und friedvoll zu machen, während ich in der Realität nur mit hängender Zunge durch meinen Alltag keuchte und versuchte, Job, Kinder, Familie, Geschenke, Adventskalender, Weihnachtsbäckerei, Hund und Hobby irgendwie unter einem Hut zu organisieren und am Laufen zu halten.
Es gelang meist mehr schlecht als recht, weshalb ich dauergestresst und dauergenervt war in diesen Monaten.
Dieser ganze Weihnachts- und Adventszeitzinnober machte richtig viel zusätzlich Arbeit und mir deshalb vor allem schlechte Laune.
Wenn das dann alles vorbei war, hatte ich im Januar und Februar gar keine Kraft mehr für schlechte Laune, da habe ich lieber Kräfte gesammelt für die kommende Zeit, wenn alles besser und heller und wärmer wird.
So war das früher.

Und dann wurden die Kinder größer, der gefühlte Verpflichtungsdruck, eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit für die Familie zu organisieren, ließ immer mehr nach, irgendwann wollten die Kinder keine Adventskalender mehr, es wurde jedes Jahr einfacher.
Heute ist Advent zu 100% aus meiner Wahrnehmung gelöscht, Weihnachten gibt es noch, es ist aber derart runtergefahren und harmlos geworden, dass es keinen Grund mehr gibt, deshalb schlechte Laune zu haben.
November und Dezember sind zwei ganz normale Monate geworden, in denen ich noch reichlich Erinnerung an Sommer und Herbst in mir trage.

Dass es draußen kälter wird, empfinde ich zunächst mal als interessante Abwechslung und freue mich, endlich auch mal wieder einen Pullover tragen zu können. Ich sichte meine Winterkleidung und weil ich inzwischen alt genug bin, um ständig alles zu vergessen, freue ich mich über die vielen neuen Anziehsachen, die ich in meinem Kleiderschrank entdecke.
Das ist übrigens ein wirklich positives Merkmal des Älterwerdens, man muss gar nicht mehr unentwegt neue Dinge kaufen, es reicht, die vergessenen Schätze aus dem hinteren Teil des Schrankes wieder hervorzukramen und schon fühlt man sich, als sei man komplett neu eingekleidet.

Dafür entwickelten sich Januar und Februar immer mehr zu Hassmonaten.
Ich habe keine Lust mehr auf schlechtes Wetter, ich bin es satt, immer nur drinnen zu leben, ich fahre morgens im Halbgrau los und komme abends im Dunklen nach Hause, es ist alles trübe.
Außerdem ist es keine Abwechslung mehr, dicke Pullover zu tragen, sondern nur noch nervig. Ich habe mich inzwischen einmal durch meine Winterklamotten durchprobiert, das Gefühl des Neuen ist verflogen, inzwischen ist alles alt und piefig.
Und überhaupt habe ich nach zwei Monaten Winter mittlerweile gründlich genug von der dunklen Jahreszeit, ich hätte es jetzt gerne wieder angenehm temperiert mit ausreichend Draußenmöglichkeiten. Ich möchte gerne wieder auf einen Flohmarkt gehen, eine Radtour machen oder einfach nur beim Griechen draußen sitzen. Das geht aber alles nicht und bis das wieder geht dauert es noch unendlich lange.

Kein Wunder, dass man im Januar durchgängig schlechte Laune hat
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Donnerstag, 26. Januar 2023
Genervt
Zwischendurch gibt es dann immer mal Tage, an denen ist man schon genervt, wenn man morgens aufwacht und es wird über den Tag dann nur schlimmer statt besser.

Heute begann mein Arbeitstag auch noch mit einer Bankveranstaltung zum Frühstück, ich musste also nicht nur deutlich früher aufstehen als sonst, sondern mich auch noch mit einem unbekannten Anfahrtsweg rumschlagen und blitzeglatten Straßen all over.

Es ging schon damit los, dass ich nur mit Mühe die Tiefgaragenrampe hoch kam und es fuhr sich anschließend auf den Straßen auch nicht viel angenehmer.

Die Veranstaltung war okay, aber im Büro herrschte wieder der normale Alltagsirrsinn, der mit einer genervten Grundstimmung nicht einfacher auszuhalten ist, aber nun ja, solche Tage gibt es eben und morgen ist schon Freitag, dann wird bestimmt wieder alles gut.
Muss ja
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Mittwoch, 25. Januar 2023
Gelangweilt
Der Tag heute hatte keine Termine, keine Videocalls, keine Besprechungen, keine Telefonate, insgesamt einfach gar nichts auf dem Programm, es gab überhaupt nichts zu tun außer normaler Arbeit.

Mein Standardgejammer besteht aus Klagen darüber, dass ständig nur Termine, Videocalls, Telefonate oder Besprechungen im Terminkalender stehen und ich keine Zeit zum Arbeiten habe.

Heute hätte ich also endlich mal die Möglichkeit gehabt, all die Dinge zu erledigen, die ich schon seit Ewigkeiten erledigen wollte, was auch fast funktioniert hätte, wenn ich mich nicht so schrecklich dabei gelangweilt hätte.

So ganz alleine einfach nur vor sich hin zu arbeiten, ist nämlich auch ziemlich öde. Weil ich sonst immer wieder irgendwelche Abwechslung in meinem Büroalltag habe, habe ich völlig verlernt, konzentriert acht Stunden hintereinander weg zu arbeiten.
Mir war gar nicht mehr bewusst, wie trist so ein Büroalltag sein kann, wenn man außer normaler Arbeit nichts anderes zu tun hat.

Gelernt habe ich heute, dass es offensichtlich unmöglich ist, es mir recht zu machen
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Dienstag, 24. Januar 2023
Stromlos in OWL
Aktuell bin ich mit K und dem Tesla unterwegs, wir befinden uns irgendwo tief im ostwestfälischen Niemandsland ca. 100km in der Nähe von zu Hause entfernt, der Wagen hat noch 19% Batterieleistung, das heißt wir müssen unbedingt noch etwas nachladen, um nach Hause zu kommen, leider funktioniert das nicht.

Grundsätzlich sind Ladestationen hier in der Gegend eh nicht so häufig zu finden, die, die wir bisher gefunden haben, waren entweder alle belegt oder sie funktionierten nicht.

Weshalb sich das Auto an einigen Säulen nicht laden lässt, ist nicht zu klären, es gab verschiedene Fehlermeldungen, die von "Ladekabel nicht korrekt eingesteckt" über "Identifizierung fehlgeschlagen" bis zu "Karte nicht autorisiert" reichten, alle Meldungen sind völliger Blödsinn, führten aber dazu, dass der Tesla das Laden verweigerte.

Ich richte mich jetzt darauf ein, mit dem Taxi nach Hause zu fahren, diese nicht verlässlich planbare E-Mobilität macht mich inzwischen nur noch aggressiv.

K dagegen versucht tapfer weiter, eine Ladesäule zu finden.

Bei McDov findet er dann schließlich noch eine, die weder besetzt noch außer Betrieb ist, dafür ist sie nur für Autos konfiguriert, bei denen der Ladeanschluss vorne ist.
Beim Tesla ist er leider hinten, das heißt, K muss auf dem engen Parkplatz den Wagen wenden und gegen die Fahrt- und Einparkrichtung rückwärts an die Ladesäule ranfahren, was sich als sehr umständliche Rangierübung darstellt.

Am Ende aber wird alles gut, der Ladevorgang startet und wir müssen jetzt nur noch eine halbe Stunde hier auf dem McDov Parkplatz rumwarten, bis irgendwann genug Saft im Auto ist, um wenigstens erst mal nach Hause zu kommen. Außerdem muss K den Wagen noch aus der falschrummen Parkposition wieder ausparken, aber darum mache ich mir die wenigsten Sorgen.

Mich überzeugt das Konzept der E-Mobilität außerhalb von Städten eindeutig nicht
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Sonntag, 22. Januar 2023
Küchenumzugsszenarien
Heute ging es wieder, einigermaßen ausgeschlafen war ich fit genug, mich mit Dingen zu beschäftigen, die schon seit längerem auf Erledigung warten.

Von den noch offenen Jahresabschlüssen und Steuererklärungen für 2021 habe ich heute immerhin zwei Firmen vollständig erledigt, inklusive E-Bilanz und allen Steuererklärungen. Jetzt habe ich noch zwei weitere Firmen offen und drei ESt-Erklärungen, es wird.

K hat unterdessen zum Thema Grundsteuer mit seinem Sohn ein stundenlanges Telefonat, begleitet von einer über Teamviewer verbundenen Computersitzung bei Elster geführt.

Die zwei haben sich da gestern schon ungefähr vier Stunden mit beschäftigt und ich gebe ganz offen zu, für sowas fehlt mir die Geduld, oder, wie es meine Freundin Barbara ausdrückte: es braucht eine gehörige Portion Gleichmut, um in solchen Situationen nicht auszurasten oder wenigstens einen Stromausfall zu simulieren.

Ich gebe zu, die Immobilie, die der Sohn besitzt, ist kompliziert, da stecken aus allen möglichen Sonderfällen mindestens jeweils zwei Details drin, aus meiner Sicht ist das aber trotzdem kein Grund, sich da so viele Stunden mit zu beschäftigen.

Ich kalkuliere meine Arbeitszeit auch für mich selber im Geiste immer mit Verrechnungsstundensätzen und wenn ich in etwas fünf Stunden Arbeit reinstecke, dann muss da nachher auch mehr als nur 100€ Ersparnis rauskommen. Also im Vergleich zu dem Ergebnis, was ich mit einem Arbeitseinsatz von 10 Minuten erzielt hätte.

Diese Grundsteuererklärungen führen sicherlich zu einem Grundlagenbescheid, der für die nächsten 50 Jahre Bestand haben wird und die Grundlage für die Festsetzung der Grundsteuer bilden wird, insofern ist es richtig, wenn man sich da sorgfältig mit beschäftigt, damit der Grundsteuermessbetrag nicht zu hoch angesetzt wird, aber bevor ich ein extra Studium absolviere, wie man komplexe Sachverhalte in Elster richtig eingibt, würde ich da einfach irgendwas eintragen und dann anschließend Einspruch einlegen.

Einen Einspruch kann man nämlich nach wie vor auf einem ganz normalen Stück Papier in ganz normaler Sprache mit vollständigen Sätzen einlegen - und erfahrungsgemäß ist das der deutlich einfachere Weg als der verzweifelte Versuch, Dinge in Elster einzutragen, für die man keine passenden Formularfelder findet.

Ich habe das schon immer so gemacht. Wenn mir das in Elster zu kompliziert war, habe ich einfach irgendwas eingetragen und die richtigen Zahlen als Einspruch auf Papier hinterhergeschickt. Funktioniert problemlos und erspart eine Menge Zeit.

Vater und Sohn zogen aber den Weg des korrekten Steuerpflichtigen vor und haben den größten Teil des Wochenendes vor dem Elsterformular verbracht.

Ich habe angeboten, dass ich das für sie erledige, ich wäre damit überschaubar zügig fertig gewesen und dann hätte man ja immer noch sehen können, was das Finanzamt anschließend als Bescheid schickt, aber nein, die zwei wollten das selber machen, nun denn, des Menschen Wille und Himmelreich, man kennt das.

Weil ich den zwei bei ihrer Arbeit nicht zugucken konnte, ohne total hibbelig zu werden, bin ich in einen Nebenraum gegangen und habe mit meiner Freundin telefoniert.
Wir haben uns über Älterwerden und zunehmende Vergesslichkeit unterhalten und landeten bei dem Thema Umzug und Küchenneueinrichtung.

Ich fürchte, das wird schrecklich.

Ich bin ja früher häufiger mal umgezogen und fast jedesmal hat mir meine Mutter beim Einräumen der neuen Küche geholfen und das war nicht nur wegen des Einräumens ein Vorteil, sondern auch wegen des Wiederfindens in den ersten Wochen und Monaten nach jedem Umzug. Ich erinnere mich an einen Umzug im Jahr 1996, wo ich im neuen Haus nicht nur eine neue Küche, sondern überhaupt eine komplett andere Systematik und Ablauforganisation als im alten Haus einrichten musste.

Ich glaube, es dauerte mindestens bis 1997 bis die ständigen Anrufe bei meiner Mutter weniger wurden und nicht immer nur dasselbe Thema hatten: "Weisst du wo ich die Dose mit den Lorbeerblättern, das Fondueset, den Vanillezucker, die Ersatzhandtücher oder irgendeines von tausend anderen Dingen finden kann?"
Ich war nämlich mit der neuen Ordnung komplett überfordert und es dauerte sehr lange, bis ich mich in meiner eigenen Küche wieder einigermaßen zurechtfand.

Bei meinem nächsten Umzug wird mir meine Mutter nicht mehr helfen können, dazu ist sie inzwischen zu alt, ich fürchte deshalb Schreckliches auf mich zu kommen.
Ich könnte von jedem eingeräumten Schrank ein Foto machen, das ist aber nur eingeschränkt nützlich, weil ich fest davon ausgehe, dass ich jeden eingeräumten Schrank noch fünfmal umräume, bis er endlich endgültig eingeräumt ist, und dann hätte ich fünf Fotos vom selben Schrank - und am Ende bringt das noch mehr Chaos als gar kein Foto.

Ich habe noch keine Lösung, aber schon jetzt sehr viel Respekt, vor dem, was da ansteht.
Vielleicht kann ich ja meine Tochter überzeugen, dass sie mich beim Küchenumzug so unterstützt wie es früher immer ihre Großmutter tat, nicht nur aktiv dabei, sondern vor allem in der Nachsorge.
Von allen drei Kindern traue ich das am ehesten der Tochter zu, nicht wegen Tochter, sondern wegen dem größten Pragmatismusansatz im Leben, am besten, ich steige demnächst schon mal in die Verhandlungen ein
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Freitag, 20. Januar 2023
abfallende Anspannung
Heute war Aufsichtsrat und wie immer nach solchen Terminen führt das Abfallen der Anspannung, die sich im Vorfeld unvermeidbar immer intensiv aufbaut, nicht zu einer Erholung, sondern erst mal zu einer kompletten Ermattung.

Ich habe also danach erstmal nichts getan, sondern mich in meinem Büro auf meinen Stuhl gesetzt und ausführlich Löcher in die Luft geguckt, quasi die Reinkarnation von Loriots Sesselsitzermann, der ja auch nur nichts tun wollte.

Dann bin ich mit K im Großmarkt einkaufen gegangen und wir haben ausufernd Blödsinn gekauft, das hat Spaß gemacht.

Am Abend sind wir das erste Mal seit sehr langer Zeit mal wieder zu unserem Griechen gegangen, das war auch schön, aber wie immer sehr ouzulastig, so dass das Bloggen grade etwas beeinträchtigt ist, morgen ist bestimmt beides verdaut, dann ist der Aufsichtsrat Geschichte und der Ouzo wirkt auch nicht mehr.

Morgen ist also alles wieder besser, jetzt grade ist alles noch ein bisschen ouzovernebelt durcheinander
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Donnerstag, 19. Januar 2023
Unerkannt
Die Bankveranstaltung gestern Abend war interessant, aber die anschließenden Gespräche beim flying buffet waren noch interessanter und haben wirklich Spaß gemacht. Ich stand mit anderen Gästen an einem Stehtisch, wo noch ein wenig Platz war als ein Mann dazukam und fragte, ob er sich dazustellen dürfe. Ich gab eine spaßig-flapsige Antwort, über die die anderen Menschen am Tisch grinsten, der dazugekommene Mann reagierte aber passend schlagfertig und es entwickelte sich sehr schnell ein sehr gutes Gespräch zwischen uns.

Ich ging davon aus, dass der Mann ein neuer Mitarbeiter der Bank war, den ich einfach nur noch nicht kannte, er erwies sich im Laufe des Gesprächs nicht nur als schlagfertig, sondern auch als sehr sachkundig, wir kamen vom Höcksken aufs Stöcksken, neben sehr konkreten und speziellen Fachthemen war auch immer wieder Allgemeines und Persönliches dabei, ich weiß jetzt, welches Auto er fährt, wie seine Kinder heißen und dass seine Schwiegermutter heute Geburtstag hat. Ich habe ihm dafür eine Menge eher unkonventionelle Erziehungstipps gegeben, die er alle mal ausprobieren will, weil ich ihm versichert habe, dass Kinder längst nicht so schnell kaputt gehen, wie Eltern heutzutage immer meinen. Wir witzelten dabei auf sehr hohem Niveau, ich treffe selten Leute, mit denen ich mich so gut unterhalten kann.

Als ich mich verabschiedete, fragte er, wie weit ich jetzt noch fahren müsse und erwähnte, welche Strecke er noch fahren muss. Ich fand das erstaunlich und fragte, ob er diese Strecke wirklich jeden Tag fährt und er meinte, er wäre ja nur sehr selten in Münster - und am Ende stellte sich heraus, dass ich den ganzen Abend mit dem CIO der Bank rumgeflachst hatte, weil ich ihn einfach nur für einen normalen Mitarbeiter der Bank gehalten hatte.
Dumm gelaufen. Ich habe mich zwar entschuldigt, und sagte, wenn ich gewusst hätte, wie irre wichtig er ist, hätte ich ihn sicher deutlich respektvoller behandelt, er meinte, er würde es überleben - ich glaube aber, auch für den CIO der Bank ist der Abend deutlich interessanter verlaufen als er das selber erwartet hätte.

Dieses ganze formell korrekte Benehmen mit Respekt und Höflichkeit und leeren, sinnlosen Smalltalkfloskeln mag ja der offiziell übliche Weg im Umgang mit fremden Personen sein, wenn man das aber einfach mal weglässt und sich auf privater Kumpelebene begegnet, weil man sich gegenseitig sympathisch ist, macht das Leben eindeutig mehr Spaß
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