Heute morgen um 10h erschien der Installateur und warf uns aus dem Bett. Wenn es überall so kalt ist, dann besteht nur wenig Neigung, das warme Bett zu verlassen.
Der Installateur wohnt aber in einem Haus mit funktionierender Heizung, ihm fällt das Aufstehen also nicht ganz so schwer und entgegen seiner Ankündigung, dass die Firma zwischen den Tagen geschlossen sei und er maximal Notfälle bearbeiten würde, war ihm dann wohl doch etwas mulmig bei der Vorstellung, er lässt uns bis nächstes Jahr in der Kälte sitzen und deshalb hatte er sich über die Feiertage noch mal schlau gemacht, was es wohl sein könnte, das unsere Heizung so nachhaltig außer Gefecht setzte.
Grundsätzlich hatte er ja Freitag und Samstag schon einige Stunden lang alles mögliche getestet, aber mit Unterstützung von Fachhandwerkerforen war ihm über die Feiertage dann doch noch etwas eingefallen, was er noch nicht ausprobierte hatte und genau das Teil hatte er heute morgen um 10h dabei, um es probehalber auszutauschen - und siehe da, die Heizung lief.
Wir haben jetzt also wieder eine funktionierende Heizung, aber noch keine Rechnung.
K befürchtet schon das Schlimmste, ich nehme das alles aber eher schicksalsergeben hin, wenn ich Dinge nicht selber kann - und Heizung reparieren gehört dazu - muss ich damit leben, was andere Leute dafür als Preis haben wollen und dann ist das eben so. Alles besser als für immer ohne Heizung zu leben.
Am Nachmittag machten wir dann einen Familienradausflug, über die Promenade bis ins Dorf.
Dort habe ich größere Mengen Fahrkarten gekauft für das kommende Jahr und mich ein bisschen erschrocken als ich die neuen Preise sah, das ist alles ganz schön angestiegen.
Überhaupt beginnt Borkum sich nach und nach von seinem bisherigen Niedrigverdiener-Klientel zu verabschieden und peilt auf Dauer die wohlhabenderen Schichten an, das gilt nicht nur für die Fähre, auch die Kurtaxe ist mit 4,80 € pro Tag ganz schön angehoben worden.
Dazu gab es natürlich schon jede Menge Beschwerden, nicht nur von Gästen, sondern auch von Borkumern, die keinen Bock haben, sich das Gemecker ihrer Gäste anzuhören, denn natürlich sind die Vermieter die ersten, an denen der gemeine Badegast seine Unmut über die hohen Preise entlädt.
Bei allem Verständnis für einkommensschwache Menschen, aber ohne eine entsprechende Kurtaxe fehlen der Stadt die Mittel, die Insel wenigstens in Ansätzen sauber und attraktiv zu halten und zu gestalten, und irgendjemand muss es halt bezahlen. Da die Insel fast ausschließlich von und für die Gäste lebt, liegt es nahe, dass die Gäste auch diejenigen sein müssen, die mit einer entsprechenden Kurtaxe genau das bezahlen müssen, was ihnen hier geboten wird: saubere Strände und ein (klar, Geschmackssache, aber immerhin man bemüht sich) einigermaßen abwechslungsreiches Freizeitprogramm.
Nun, wie auch immer, ich bin davon nur sehr mittelbar betroffen, die gestiegenen Preise für die Fähre werde ich verkraften und bei allem anderen bin ich maximal interessierter Beobachter.
Morgen fahren die Kinder wieder ab, dann haben K und ich noch anderthalb Wochen einsamen Pärchenurlaub vor uns, andererseits, spätestens ab 2025 ist das unser 365 Tage Alltag und ich freue mich da jetzt schon drauf
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Grundsätzlich war das zwar zu erwarten, eine kaputte Heizung ist eine kaputte Heizung und heizt nicht, aber schließlich haben wir Weihnachten, da habe ich gedacht, vielleicht hilft ja hoffen.
Half aber nicht, zumindest heute nicht. Vielleicht morgen, außer hoffen können wir grade eh nichts tun, also hoffe ich einfach unverdrossen weiter.
Draußen war es aber noch kälter als im Haus, deshalb machten wir einen langen Strandspaziergang, als wir nach anderthalb Stunden wieder zu Hause waren, erschien uns das Haus plötzlich mollig warm, geht doch.
Für die nächsten Tage ist Sturm angesagt, heute war aber zunächst mal die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm.
Es war fast windstill und das Meer bewegte sich so wenig, dass ich schon Sorge hatte, jemand hätte die Nordsee geklaut und gegen die Ostsee getauscht.
Da ich ja glaube und hoffe, dass es möglich ist, dass sich die Heizung von alleine wieder auf ihre Kernaufgaben besinnt, halte ich es auch für möglich, dass die Ostsee hier zwischendurch für ein paar Tage aushilft, während die Nordsee sich krank gemeldet hat, im Moment ist die Welt so bekloppt, warum sollte das nicht auch möglich sein?
Der Strand immerhin sah aus wie immer, nur leerer, was ja grundsätzlich eine positive Verbesserung ist.

Während wir am Wasser langliefen und uns über unsere Einsamkeit freuten, zog ein Seenebel auf, was ich immer wieder ein faszinierendes Ereignis finde, weil es so schnell geht. Man kann quasi zusehen, wie die Welt um einen herum verschwindet. Vielleicht ist das der Trick, bei dem Nord- und Ostsee dann wieder zurücktauschen, wär ja möglich.
Auf alle Fälle kamen wir an den Borkumer Stonehengesteinen vorbei und ich habe zugeschaut, wie der Nebel vom Meer herankroch und begann, sie zu verschlucken.

Als wir wieder zuhause waren, heizten wir den Ofen
im Wohnbüro an, immerhin haben wir so wenigstens eine Wärmekammer, es könnte schlimmer kommen.
Das war insgesamt ein sehr ruhiger erster Weihnachtstag, von mir aus kann das jetzt so bleiben
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Die Kinder fanden es komplett überflüssig auch nur einen Fitzel Weihnachtskram vom Dachboden zu holen, um die Stimmung weihnachtstechnisch zu pimpen, sie fühlten sich hier frei in ihrer Antientscheidung, weil ich ja nicht da war.
Ich wiederum staunte nicht schlecht, dass sie keinerlei Verlangen nach Weihnachtsstimmunng hatten, die ich all die Jahre ja nur wegen der Kinder krampfhaft versuchte hatte zu verbreiten.
Wir lernten also, dass jede Seite immer dachte, der jeweils anderen Seite sei eine passende Christbaumstimmung an Heiligabend wichtig, was ein klassisches Beispiel für schlechte Kommunikation ist.
Dadurch, dass 2020 keiner Rücksicht auf den anderen nehmen musste, flog diese falsche, gegenseitige Rücksichtnahme auf und 2021 feierten wir folgerichtig und sehr zufrieden wieder zu fünft aber ohne Weihnachtsbaum Weihnachten.
Dieses Jahr habe ich einen passenden Kompromiss zwischen keine Weihnachtsdeko nirgendwo und dem vollen Weihnachtsprogramm mit Baum und echten Kerzen gefunden

Meine Mutter hatte ihren Dachboden ausräumen müssen und ich bekam eine Kiste mit weißen, selbstgefalteten Fröbelsternen DER Weihnachtsdeko schlechthin in meiner Familie.
Adventsbasteln mit den Kindern in der Schule, mein Vater, mit zwei linken Händen begabt, delegierte diese Aufgabe gerne an seine Frau, die ja auch Lehrerin war und die schnitt kilometerweise Papier in Streifen und ließ die Schüler Fröbelsterne basteln.
Wenn man es einmal raus hat, ist das eine sehr einfache Falttechnik mit beeindruckendem Ergebnis, echte 3D-Sterne, die Weihnachtsbäume meiner Kindheit hingen regelmäßig voll mit diesen Sternen.
Deshalb hängen die jetzt auch an diesem leuchtenden Baumersatz und ich finde, damit ist für Weihnachten wirklich ausreichend dekoriert.
++++++
Alle drei Kinder kamen heute mit der ersten Fähre an, sie sind gemeinsam nach Emden gefahren und reisen am 28. auch gemeinsam wieder ab.
Ich holte sie an der Fähre ab, während K mit dem Installateur telefonierte, denn die Heizung war immer noch kalt.
Der Installateur baute die gesamte Therme auseinander, tauschte alle möglichen Teile aus, telefonierte mit der Hotline von Buderus, leider half das alles nichts, keiner weiß, warum die Heizung nicht heizt, sie läuft ohne Störungsmeldung aber nur mit einer Vorlauftemperatur von weniger als lauwarm, was bedeutet, dass die Heizkörper alle kalt bleiben und wir kuschelige 16°C in allen Räumen im Erdgeschoss haben. Und weil keiner weiß, wie man das ändern könnte, bleibt das jetzt auch erst mal so.
Im Obergeschoss haben wir aber zum Glück den Holzofen, der läuft jetzt non stop und ich bin sehr froh, dass ich so ausreichend Holz gebunkert habe.
Wir haben hier also ein kaltes, aber sehr friedliches Weihnachtsfest gefeiert, alle Anwesenden verstehen sich untereinander gut und irgendwie ist das ja wohl die Hauptsache
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Ich habe gestern Abend bis 1h durchgemacht, dann war alles gepackt, geputzt und zu einem Teil auch schon im Auto, heute morgen musste nur noch der Inhalt des zweiten Kühlschranks in eine Kühltasche umgeräumt werden und zusammen mit den Geschenkesäcken und der großen, fertig gepackten Borkumtasche, die schon zusammengestellt vor der Tür zur Tiefgarage standen, ins Auto geräumt werden.
K meinte natürlich mal wieder, das Auto sei zu klein, das passt da niemals alles rein, aber wie sonst auch immer stellte sich heraus, dass mein Cabrio von innen größer ist als von außen und selbstverständlich bekamen wir alles unter.
Wir fuhren mit nur leichter Verspätung kurz nach der geplanten Abfahrtszeit los, als wir 10 Minuten unterwegs waren, fiel K ein, was er vergessen hatte, also drehten wir noch mal um und holten die zwei Mariocartspiele, die für irgendeine Spieleanwendung nötig sind.
Meine Kenntnisse von Computerspielen sind exakt auf dem Null-Level steckengeblieben, weil ich mich schon vor 50 Jahren bei Pong gelangweilt habe und Mariocart, Pokèmon, Candy Crush oder you name it bis heute genau so langweilig finde.
Ich kann da also nichts mit anfangen, aber wenn K meint, diese kleinen SD-Karten sind wichtig, dann holen wir sie natürlich noch. Mein Puffer schrumpfte also auf eine gute halbe Stunde zusammen, aber das war ja immer noch reichlich und weil wir ohne jeden Verzug hintereinanderweg durchfahren konnten, reichte es sogar noch für einen Zwischenstopp bei McDo in Appingedam, wo wir grade eben noch in der Frühstückszeit ankamen und ich meine geliebten McMuffins bestellen konnte.
Es hat also alles ganz wunderbar störungsfrei funktioniert, als wir im Haus ankamen, drehten wir die Heizung hoch, packten aus und fuhren noch mal Einkaufen, jetzt haben wir eine Chance, zwei Weihnachtstage mit geschlossenen Läden zu überleben. Dabei glaube ich gar nicht, dass die Läden hier wirklich zwei Tage zu sind, ich glaube, die machen hier spätestens am 2. Weihnachtstag schon wieder auf, die ganzen Ferienwohnungsbewohner haben ja schließlich nicht die Bevorratungsmöglichkeiten wie Dauerwohner und überhaupt hat hier ja immer jeder große Sorge, dass es den Touristen nicht gut genug geht, deshalb wird die einkaufsfreie Durststrecke sicher nicht sehr lang sein, aber wir sind jetzt trotzdem für alles gerüstet.
Am Nachmittag fuhren wir dann zum Onkel, dort waren zwei Pakete für mich angekommen, wir tauschten kurz die neusten Neuigkeiten aus und luden dann die ziemlich sperrigen Pakete ins Auto, was etwas schwierig war, weil es angefangen hatte zu regnen und die normalerweise einfachste Lösung, nämlich das Dach zu öffnen, um nach oben unbegrenzten Stauraum zu haben, und zu nass und zu ungemütlich war. Aber schließlich war alles drin, wir fuhren wieder nach Hause - und kamen in ein ziemlich kaltes Haus.
Die Heizung lief, brachte aber grade nur so viel Power, um das Haus auf 15°C zu heizen, was ich, auch wenn ich grade vier Wochen Härtetest in Greven hinter mir habe, eher ungemütlich fand. Wir riefen den Heizungsinstallateur, der freundlicherweise sofort kam, eine Stunde an der Heizung rumwerkelte, um dann festzustellen, dass er dafür auch keine Erklärung hat, er käme morgen noch mal wieder.
Ich kochte uns etwas zu essen (Käsespätzle) und dann gingen wir hoch und warfen den Ofen an. Der bullert jetzt warm und gemütlich vor sich hin, zur Not bleibe ich die nächsten zwei Wochen einfach direkt neben dem Ofen sitzen. Wie praktisch, dass ausgerechnet dort auch mein Schreibtisch steht, ich schreibe diesen Beitrag jetzt also in glücklich aufgeheizter Stimmung direkt von der Feuerfront, wer braucht schon eine Zentralheizung, wenn er einen Ofen hat
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Alles, was jetzt noch dringend getan werden muss, wurde nicht getan oder wird in einer Last-Second-Rettungsaktion vom Homeoffice aus Borkum erledigt, das wird sich finden, ich habe auf alle Fälle den Arbeitsplatz aufgeräumt verlassen und kehre erst nächstes Jahr zurück.
Unerwartet bekam ich gestern Abend eine Nachricht vom Optiker, dass eine meiner zwei neuen Brillen schon fertig ist, zu meiner Freude auch noch die randlose, die nicht nur optisch anders ist als alle Brillen, die ich schon habe, sondern mit diesen Flextitanbügeln auch quasi nichts mehr wiegt. Es ist also ein komplett anderes Tragegefühl und ich habe sie natürlich sofort heute in der Mittagspause abgeholt und kann sie gleich mitnehmen nach Borkum, darüber freue ich mich sehr.
Jetzt werde ich das Haus in Greven noch abreisefertig machen, alle Sachen, die mitgenommen werden, packe ich schon heute Abend ins Auto, das Haus wird aufgeräumt und geputzt und dann muss ich morgen früh nur noch aufstehen und losfahren. Die Fähre geht um 12h, das müsste also eigentlich alles einigermaßen stressfrei funktionieren
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Der Bauunternehmer freut sich, wenn er unser Haus bauen darf, liegt wahrscheinlich daran, dass er einen Preis aufgerufen hat, in den er so viele Sicherheitspuffer eingebaut hat, dass er mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit ein gutes Geschäft machen wird, wir müssen ihm jetzt also mitteilen, dass wir finden, dass die Risiken etwas fairer verteilt sein sollten. Es bleibt also alles offen.
Nach dem Termin in Rheda fuhr ich nach Greven, um meine Büroklamotten einzupacken und machte bei der Gelegenheit einen Abstecher zum Hausarzt, um mir mein neues Schilddrüsenrezept zu holen. Der Arzt hat seine Praxis in der Innenstadt, die Stadt war rappelvoll, alle stadtnahen Parkplätze waren noch voller als rappelvoll und ich glaube, es war nicht ein Mensch unter 60 unterwegs. Es war ein ungemein dystopisches Erlebnis, mir war gar nicht klar, dass die Stadt tagsüber zu 100% in Rentnerhand ist, die inzwischen zu solch einer Masse an Menschen geworden ist.
Morgen letzter Bürotag und am Abend muss ich hier in Greven klar Schiff machen, weil am Freitag schon um 12h die Fähre geht, es bleibt also nicht mehr viel Zeit für all das, was noch getan werden muss, aber es wird schon klappen. Es hat schließlich bisher immer geklappt
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Dabei ist morgen erst Winteranfang und ich bin gefühlt im Wesentlichen schon fertig mit Winter. Also, ich meine so wintertemperaturenmäßig finde ich, dass es jetzt schon ausreichend und lange genug richtig kalt war. Dabei ist normalerweise immer erst Ende Januar bis Februar die kälteste Zeit, ich glaube, ich möchte da lieber gar nicht drüber nachdenken.
Von minus 10 auf plus 10 - in den letzten zwei Tagen ist es hier 20°C wärmer geworden, so gesehen ist es natürlich pures Glück, dass wir jetzt Dezember haben und nicht Juni, für den Sommer stelle ich mir so einen Temperaturanstieg deutlich unangenehmer vor.
Andererseits ist Kälte auch dann am besten zu ertragen, wenn man sie durch Wärme vertreibt, was vice versa auch für die Wärme gilt, zumindest dann, wenn entweder das eine oder das andere zu sehr nach unten oder nach oben ausreißt.
Wahrscheinlich bin ich einfach nur ein weicheiiger Jammerlappen, das gebe ich sofort und ohne Ausflüchte zu, aber ich fühle mich nun mal in einer gemäßigten Klimazone am wohlsten.
Interessanterweise hat der Temperaturanstieg bei mir dazu geführt, dass ich seitdem friere, aber auch das war schon immer so, Temperaturen zwischen 2°- 8° sind die mit Abstand unangenehmsten Temperaturen, weil sie gefühlt kälter sind als dicke Minusgrade.
Morgen müssen wir um 7.30h in Rheda sein, um mit dem Bauunternehmer, der unser Haus bauen soll, das weitere Vorgehen zu besprechen. Konkret heißt das 6.15h Abfahrt, 5.30h Aufstehen.
Da der GU nur bis 10h Zeit hat, habe ich entschieden, dass wir dann zu dem frühest möglichen Termin anfangen, da sich sowieso der gesamte Terminbereich außerhalb meiner Komfortzone befindet und deshalb ist es wurscht, wann genau ich aufstehe, für mich ist jeder Zeitpunkt vor 10h gleich schrecklich.
Ein Vorantreiben des Hausbaus erscheint mir jedoch eine so wichtige Sache, dass ich sehr froh bin, überhaupt dieses Jahr noch einen Termin gefunden zu haben, es zieht sich jetzt alles schon lange genug.
Morgen wird also in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Tag, von heute gibt es dagegen gar nichts zu berichten, außer, dass ich den gesamten Tag kalte Füße hatte und fror
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Die ersten Stunden war ich damit beschäftigt, die Strom- und Gasabrechnungen für das Haus hier in Greven endlich einmal in einer vernünftigen Liste mit allen notwendigen Daten zusammenzustellen.
Zum 1.1. wechselt schon wieder der Stromanbieter und der Gasversorger will auch Zählerstände gemeldet haben und ich habe doch vor langer Zeit schon begonnen, großzügig die Verbräuche bei den Zählerständen zu erhöhen, um diese hohen Verbrauchswerte in Zeiten teurer Energiekosten unauffällig und vor allem kostensenkend wieder einzusparen.
Dass mir die aktuelle Lage am Energiemarkt nun derart günstig in die Karten spielt, habe ich zwar nicht erwartet, finde es aber natürlich sehr gut, dass ich genau für diese Preiserhöhungen Rücklagen in den Zählerständen geschaffen habe.
Das muss nur sauber verwaltet werden, damit Zählerstände und Verbräuche einigermaßen plausibel sind und grundsätzlich zusammen passen, es wäre schon sehr blöd, wenn plötzlich fremde Leute zum Nachgucken erschienen, ähem, räusper.
Damit da also nix schiefgeht, habe ich sehr lange an einer Excel-Tabelle gebastelt, die jetzt sowohl die tatsächlichen Ist- als auch die gemeldeten Ist-Werte ausweist und jetzt weiß ich auch, welche Zählerstände ich zum 31.12. melden werde, ich habe mir auch schon den online Zugang vom Netzbetreiber besorgt, dann kann ich das alles pünktlich am 31.12.2022 von Borkum aus erledigen. Hat ja durchaus Vorteile, wenn man die Zählerstände errechnet und nicht nur abliest :-)
Durch Ks rigorose Heizungsdrosselungen ist der Gas-Verbrauch hier im Haus sozusagen nicht mehr relevant, unter 1m³ pro Tag, so viel verbraucht das Haus auf Borkum nur fürs Wasserwarmmachen im Sommer. Ich muss allerdings ab nächstem Jahr mit dem rigorosen Abbau des Zählervorsprungs beginnen, wir wollen hier ja nur noch zwei Jahre wohnen, bis dahin muss der Vorsprung auf Null sein.
Den restlichen Tag habe ich mich mit der Erstellung der Nebenkostenabrechnung für die vermieteten Immobilien beschäftigt, eine Tätigkeit, die ich ungemein lästig finde, aber hilft ja nix.
Für morgen früh ist Glatteis angesagt, ich bin sehr gespannt, ob ich dann überhaupt mit dem Auto aus der Tiefgarage komme, aber wenn nicht, dann mache ich eben wieder Home-Office
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Jetzt ist es so, dass wir eigentlich überhaupt nichts brauchen, so etwas hindert mich aber nie daran, trotzdem einkaufen zu gehen, es wird sich etwas finden, und wenn nicht, dann ist nicht so schlimm, dann fehlt ja auch nichts, ich habe mich aber erfolgreich vor dem Schreibtisch gedrückt.
K fand die Idee ebenfalls prima, ich tippe, er hatte genauso wenig Lust auf Schreibtisch wie ich.
Ich wollte schon seit sehr, sehr langer Zeit gerne mal nach Saerbeck in einen ganz speziellen Krimskramsladen, aber bisher bin ich noch nie dazu gekommen.
Mittlerweile gibt es von diesen Läden ja ganz viele verschiedene, früher gab es nur Rudis Restrampe, da musste man nicht lange überlegen, wo man hingehen möchte, Heute gibt es x-verschiedene dieser "1-Euro-Reste-Billig-Läden", in die meisten mag ich schon gar nicht mehr reingehen, weil sie im Grunde alle den gleichen, schäbigen Billigkram aus China anbieten, aber bevor mir nichts anderes übrig bleibt, als mich vor den PC zu setzen und sinnvolle Arbeiten zu erledigen, finde ich einen Ausflug in die 1-Euro-Krimskrams-Welt doch noch attraktiver.
Dieser Laden in Saerbeck, zu dem ich fahren wollte, war früher in Greven und ist irgendwann nach Saerbeck umgezogen.
Als er noch in Greven war, bin ich dort öfter mal gucken gegangen, denn er gehört nicht zu einer dieser Riesenketten, die alle das gleiche im Sortiment haben, sondern ist individuell und inhabergeführt, so dass man nie weiß, was grade angeboten wird, jeder Besuch in diesem Laden ist wie Stöbern auf dem Dachboden.
Saerbeck ist eine kleine, niedliche und westfälisch-beschauliche Nachbargemeinde von Greven, keine 10km entfernt, ich hätte also schon längst mal dort hinfahren können, aber wie es eben so ist, sehr häufig kommt es ja auch nicht vor, dass ich an einem Wochenende hier in Greven bin und keine anderen Verpflichtungen habe, heute war endlich mal eine Gelegenheit, das uralte Vorhaben umzusetzen.
Ich schaute dann extra noch im Internet nach der Adresse, wir setzten uns ins Auto, programmierten das Navi und als ich ankam, sah alles seltsam bekannt aus. Einen sehr, sehr ähnlichen Laden haben wir in Greven auch, ich wollte ja gezielt in diesen anderen Laden, der nicht zu einer Kette gehört. Der Laden, für den wir jetzt extra nach Saerbeck gefahren waren, gehört zwar nicht zu einer deutschlandweiten Kette, die Kette ist aber immerhin groß genug, um mindestens 50 verschiedene Filialen zu haben, dafür wäre ich sicher nicht nach Saerbeck gefahren, wenn ich das gewusst hätte.
Aber nun ja, jetzt waren wir einmal da, da konnten wir auch reingehen und schauen, was es so gibt - und zu meiner Freude gab es Mützen und das war etwas, was ich tatsächlich suchte.
Die rosa Mütze (hellrosa, nicht die lachsfarbene) habe ich zunächst nur aus Gaudi aufgezogen, weil rosa üblicherweise wirklich nicht meine Farbe ist und ich wollte K nur demonstrieren, wie dämlich ich damit aussehe, es ergab sich aber, dass ich mit den anderen Mützen noch dämlicher aussah und so besitze ich jetzt eine hellrosa Puschelmütze und ein flauschiges, graues Ohrenband.
Anschließend fuhren wir weiter nach Emsdetten, da ist ein anderer Sonderpostenmarkt, wo ich neulich noch zu durchaus vertretbaren Preisen Brennholz gekauft habe, es war außerdem noch entschieden zu früh, um schon wieder zurück zufahren, da wartete nur der Schreibtisch.
Leider ist inzwischen auch in diesem Markt bekannt geworden, dass sich die Holzpreise verdoppelt haben, von dem günstigen Angebot war nichts mehr übrig, wir haben aber noch mal 10kg Holzbriketts mitgenommen, ich plane den Ofen auf Borkum 14 Tage durchzufeuern.
Auf dem Rückweg Zwischenstopp bei Lidl, allerdings nicht in Greven, sondern in Reckenfeld, erstaunlich, wie unterschiedlich hier das Angebot war. Dinge, die in Greven schon seit längerem komplett ausverkauft sind, gab es hier noch reichlich - und umgekehrt. Wird wohl daran liegen, dass in Reckenfeld andere Leute wohnen.
Wieder zuhause war es dann auch schon spät genug, mit der Essenszubereitung zu beginnen, das war eine perfekte Demonstration des Stückes: Wie drücke ich mich vor ungeliebter Schreibtischarbeit.
Während ich in der Küche die Sache wegräumte, hatte ich aber plötzlich eine schräge Idee, kann es sein, dass ich beim Googeln nach dem gesuchten Krimskramsladen in Saerbeck einen falschen Namen eingegeben hatte? Nur, wenn der Laden nicht Sonderpostenmarkt heißt, wie hieß er dann? Wie findet man einen Laden, von dem man den Namen vergessen hat?
Ich schmiss den Rechner an und wühlte mich durch verschiedene Googelseiten, bis ich es gefunden hatte: Der Laden heißt Sparparadies und ist ganz woanders in Saerbeck, wir sind tatsächlich zu dem falschen Laden gefahren.
Ich schätze, das werde ich dann nächstes Jahr noch mal neu probieren.
Als ich dann wieder in der Küche stand, um das Abendessen zu kochen, fand ich es doch recht frisch im Haus, 16°C sind nun auch keine Temperatur, bei der man ins Schwitzen kommt, aber K hat ja seinen Stolz darein gesetzt, in diesem Haus in diesem Winter ohne Heizung durchkommen zu wollen. Okay, das Arbeitszimmer ist warm, insofern ist die Aussicht, sich doch an den PC durchaus verlockend, aber erstens hatte ich Hunger und zweitens eine gute Idee, mir fiel nämlich das uralte Petroleumöfchen ein, was seit Jahren im Keller steht. Das habe ich reaktiviert und außerdem alle Kerzen angeschmissen, die ich finden konnte

und nach anderthalb Stunden war es schon fast warm im Wohnzimmer, geht doch
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Beim ersten Mal habe ich eine Flasche Mineralwasser mitgebracht, weil ich vergessen hatte, was ich überhaupt im Keller wollte, als ich unten war.
Beim zweiten Versuch habe ich eine neue Spüliflasche mitgebracht, weil die alte demnächst leer wird.
Als ich zum dritten Mal in den Keller ging, habe ich den Glasmüll mit runtergenommen, dafür nichts anderes mit hoch gebracht.
Beim vierten Anlauf habe ich nichts mit runter genommen und nichts mit hoch gebracht, dafür ein bisschen im Einpack-Geschenkekeller aufgeräumt in der Hoffnung, dass mir schon gleich einfallen wird, was ich überhaupt im Keller wollte. Während ich also darüber nachdachte, was mir einfallen sollte, fiel mir ein, dass ich allen drei Kindern das gleiche, selbstgemachte Geschenk schenken könnte. Um das sofort in Angriff zu nehmen, bin ich wieder nach oben gegangen.
Um das Geschenk herzustellen, musste ich erst mal die Küche aufräumen, da stand jede Menge Kram rum, der in den Keller gehörte, was ich sofort erledigte.
Als ich wieder oben war, fiel mir auf, dass ich ein Glas in den Keller gebracht hatte, was ich für das Geschenkt brauchte, und eine Zewarolle fehlte ja auch noch. Sechster Gang in den Keller, ich brachte das Glas wieder hoch, aber keine Zewarolle.
Wieder zurück in der Küche wusch ich das Glas ab und bemerkte, dass die neue Spüliflasche kein Spüli enthielt, sondern Klarspüler für die Spülmaschine, den ich sofort wieder in den Keller brachte. Auf dem Rückweg aus dem Keller war ich die Treppe zu zweidrittel oben, als ich bemerkte, dass ich weder Zewa noch Spüli mitgenommen hatte, drehte um und holte eine Flasche Spüli und einen neuen Topfputzschwamm, weil ich wusste, dass ich zwei Teile aus dem Keller holen wollte.
Weil ich einen frischen Topfputzschwamm geholt hatte, habe ich begonnen, den großen Suppentopf zu scheuern, das hatte ich schon seit Wochen vor. Dabei setzte ich die Küche etwas unter Wasser, weil der Topf sehr groß ist und nicht ganz in die Spüle passt. Um das sofort aufzuwischen, habe ich den Wischer aus dem Keller geholt, die Küche gewischt und dann den Wischer wieder runtergebracht. Als ich im Keller stand, fiel mir ein, dass ich ja noch etwas anderes aus dem Keller holen wollte, ich sah das Regal mit den Gläsern und nahm ein Glas mit hoch, weil ich nicht wusste, ob ich das schon getan hatte.
In der Küche stellte ich dann fest, dass ich jetzt zu viele Gläser hatte aber immer noch kein Zewa, ich habe mir deshalb Zewa auf meinen Handrücken geschrieben, bin mit dem überzähligen Glas in den Keller gegangen, um es zurückzustellen, drehte um, ging die Treppe wieder hoch, sah beim Lichtausschalten auf meinen Handrücken, drehte sofort wieder um und murmelte dabei konstant: Zewa, Zewa, Zewa vor mich hin, dann endlich gelang es und jetzt hängt eine frische Zewarolle in der Küche
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