Sitzt nun am Ofen.
Liest, was gewesen ist.
Liest Katastrophen.
Aus: Monatsgedichte von Erich Kästner
Wir stellen fest: Im Großen und Ganzen hat sich das Leben nicht verändert, was vor fast 70 Jahren passte, das beschreibt auch die heutige Zeit noch immer sehr gut.
Der Bürotag war heute angenehm, er bestand aus einer späten Ankunft und einem frühen Verlassen, wenn man nur sechs Stunden im Büro verbringt, ist das alles deutlich entspannter.
Ich hatte um 16h wieder einen Termin in dem Küchenstudio. Die Pläne für die Küche auf Borkum waren jetzt komplett ausgearbeitet und wir wollten nur noch Details besprechen. Leider war irgendwo im Grundrissplan ein gewaltiger Messfehler, deshalb muss ich jetzt erst noch mal genau nachmessen, bevor es einen finalen Entwurf gibt, aber immerhin habe ich mich schon für eine Front (schlicht weiß) und eine Arbeitsplatte (Treibholzlook als einfache Resopalplatte) entschieden und ich bin sicher, das wird sehr gut aussehen.
Morgen fahre ich mit der 12h Fähre ab Eemshaven, ich freue mich schon, auch darauf, die neue Küchenplanung mir direkt vor Ort vorzustellen und zu überlegen, ob wir noch weitere Verbesserungen einfallen
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Ich unterstelle ihr überhaupt nicht, dass sie an Faulfieber leidet und einfach blau macht, weil sie keine Lust hat, zu arbeiten, ich glaube ihr durchaus, dass sie wirklich arbeitsunfähig erkrankt ist, nur ist sie das leider alle naselang. Im Jahr 2022 an 46 Tagen und im Jahr 2023 bereits schon an 8 Tagen, sie hält also ihren Schnitt, und so nach und nach habe ich keine Lust mehr mit ihr zu arbeiten, weil es in ihrer Anwesenheit keinerlei Verlässlichkeit gibt und jede Aufgabe, die mehr als einen Tag Bearbeitungszeit hat, damit zu einem Vabanquespiel wird, ob sie bis zum Ende durchhält.
Wir sind insgesamt nur ein überschaubar kleines Kollegium, so dass jeder sein Aufgabengebiet hat und es nicht für jede Aufgabe immer einen Vertreter gibt, der sofort einspringen kann. Wenn jemand ausfällt, wird er vertreten, wenn jemand länger ausfällt, wird ein Vertreter auch systematisch eingearbeitet, aber wenn jemand nur für 1-2 Tage ausfällt, lohnt es sich nicht, dass sich ein Vertreter mit komplexen Strukturen stundenlang beschäftigt, die er dann nur einmalig anwenden muss, dann wartet man lieber, bis der richtige Mitarbeiter wieder fit ist.
Wenn aber genau so ein 1-bis-2-Tage-Ausfall zweimal im Monat passiert, dann ist es irgendwann nur noch anstrengend, weil man gefühlt ja ständig auf irgendetwas wartet.
Ich war auf alle Fälle heute gewaltig genervt und habe beschlossen, dass sich etwas ändern muss.
Es tut mir ja leid um eine Person, die gesundheitlich so angeschlagen, dass sie ständig irgendetwas hat, es ist schrecklich, nie ganz gesund zu sein und wenn man dann noch Ärger im Beruf deswegen bekommt, ist es noch mal extra schrecklich. Andererseits sind wir hier aber keine gemeinnützige Organisation, deren Hauptaufgabe die Integration von Menschen mit multiplen Problemen ist, deshalb muss man ein System finden, das verhindert, dass einzelne Personen aufgrund individueller Schwächen gleich den ganzen Laden aufhalten.
Konkret heißt das, dass Menschen mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit keinen komplexen Arbeitsbereich bekommen können, es ist klüger, solche Leute nur für einfache Tätigkeiten einzusetzen, in denen sie jederzeit von jedem vertreten werden können.
Es ist natürlich ärgerlich, wenn man eine gut ausgebildete und intelligente Person mit Tüten kleben beschäftigt, andererseits verlangt jede höherwertige Tätigkeit nach einer gewissen Verlässlich- und Beständigkeit, weil es nicht möglich ist, für höher qualifizierte Jobs permanent dauerhaften Vertretungsersatz vorzuhalten.
Grundsätzlich verstehe ich, dass das keine soziale Einstellung ist, ich habe aber auch keine Idee, wie man die Begriffe "sozial" und "effizient" so sinnvoll kombiniert, dass nachher beides gegeben ist.
Außer dass ich heute bis spät abends im Büro war, ist sonst nur noch zu berichten, dass es in meinem Ohr mal wieder rauscht und sich alles seltsam verstopft anfühlt, das ist sehr unangenehm und lästig, passiert mir aber ab und zu mal und ist bisher immer wieder von alleine weggegangen, ich werde es also erstmal weiter ignorieren
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Ich staunte heute vom Balkon aus den Himmel an, weil ich mich nicht daran erinnere, dass wir gestern Unwetter hatten, aber vielleicht war es nur eine kleine schwache Unwetterfront, die mir nicht aufgefallen ist, auf alle Fälle gefiel mir die Ansicht heute sehr.
Den Vormittag über war ich damit beschäftigt, das Haus zu putzen, wenigstens überall einmal Staubsaugen inklusive Treppen und Keller stand auf dem Programm, außerdem Küche und Bad gründlich, es war mal wieder nötig.
Anschließend habe ich Geschenke eingepackt, denn meine Schwester hatte sich angekündigt und wollte Weihnachtsgeschenke mitbringen. Sie hat zwar gesagt, sie selber will keine haben, weil sie grade die Kramentschlackungstour fährt und lieber aus- statt einsortiert, aber so einfach kommt sie natürlich nicht davon. Bei mir warteten schon seit längerem auch diverse Geschenke, die musste ich nur noch verpacken.
Es wurde dann ein sehr fröhlicher Nachmittag, wir hatten jeder 10 Geschenke und die wurden Zug um Zug ausgepackt, so dass wir gut zwei Stunden damit beschäftigt waren.
Ich bekam unter anderem einen Zewarollenhalter, der das Abrollen der Rolle verlangsamt, so dass man völlig problemlos an einem Blatt ziehen und es abreißen kann, ohne dass sich gleich der Rest der Rolle mit abrollt. Ich habe es natürlich sofort getestet, es funktioniert 1a und ich bin sehr begeistert. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt, denke aber, es ist eine wirklich geniale Erfindung.
Dann bekam ich noch eine Tüte mit stylishen Feueranzünderbällchen, die mir natürlich gut gefiel, weil ich Feueranzünder immer gebrauchen kann. Ich bin ja kein alberner Mann, der seinen Pfadfinderehrgeiz in Funkenschlagen und Selbstentzündung setzt, ich starte meinen Ofen immer mit Feueranzündern.
Meine Schwester hatte aber wohl noch CWs Vortrag im Ohr, der stolz darauf war, dass er einen Ofen stets nach den Regeln der alten Schule anzündete. Aber CW ist tot und mein Westfalenmann hatte keine Erfahrung mit Kaminöfen, bis wir einen für Borkum kauften, das war aber erst im Jahr nach CWs Tod, so dass der ihn nicht mehr versauen konnte, was das Feueranmachen angeht - heißt konkret, seitdem CW nicht mehr da ist, sind bei uns Feueranzünder Alltag. Und ich möchte das auch nicht ändern.
Irgendwann habe ich mal einen Artikel über ein StartUp in London gelesen, die in Cafes und Restaurants den gebrauchten Kaffeesatz einsammelten, um daraus wieder Strom zu erzeugen, denn in Kaffeebohnen ist sehr viel Energie gebunden, die ja nicht dadurch verschwindet, dass man heißes Wasser drüber gießt. Deshalb steckt die Energie auch noch im Kaffeesatz und ich schloss folgerichtig, dass es dann auch wunderbares Brennmaterial für den Ofen ist.
Deshalb sammeln wir alle Kaffeepads aus der Senseo-Maschine, trocknen sie und benutzen sie dann als Brennmaterial im Ofen, das funktioniert wunderbar und ersetzt so manches Holzscheit.

Am besten brennen die Pads übrigens, wenn man sie in eine kleine Holzkiste packt, die Mandarinenkisten zB sind dafür ideal, wie man oben sehen kann.
Meine Schwester dachte jetzt, wir benutzen die getrockneten Kaffeepads als Feueranzünder und wollte mir was Gutes tun, in dem sie mir mal "richtige" Feueranzünder kaufte.
Wir klärten das Missverständnis und mir fiel in dem Zusammenhang auf, dass ich seit über 30 Jahren in allen Häusern, in denen ich gewohnt habe, einen Kaminofen hatte, entweder war er schon drin als wir einzogen oder wir haben ihn nachgerüstet.
Nur hier in Greven ist keiner, aber dafür haben wir ja auf Borkum einen. Meine Schwester dagegen hat in ihrem Leben noch nie in einem Haus mit Kaminofen gewohnt - und dann ist ihr Missverständnis verständlich.
Gleichzeitig fiel mir aber auch auf, wie wichtig mir so ein Ofen ist, ein Winter ohne Ofen ist wie Suppe ohne Salz. Man verhungert nicht, aber schön ist anders.
Im neuen Haus in Rheda werden wir einen großen Kaminofen in der Deele haben und einen zweiten in der ersten Etage im Lese-Ankleidezimmer, ich habe nämlich gelernt, dass man an einen Kamin zwei Öfen anschließen kann und im selben Moment war der zweite Ofen in der ersten Etage fest beschlossen
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Als ich irgendwann nach 10h zum zweiten Mal aufwachte, stand eine Tasse Kaffee neben meinem Bett, die wartete da aber wohl schon länger auf mich, sie war inzwischen kalt geworden und ich fand, das sind alles keine positiven Zeichen, drehte mich um und schlief noch eine Runde.
Irgendwann war ich aber so weit ausgeschlafen, dass ich immerhin bereit war, mich im Bett aufzusetzen und im Internet rumzulesen.
K hatte Schnupfen und Halsweh, der Coronatest zeigte aber nur einen Strich, also verließ er gegen Mittag das Bett, zog sich an und fuhr zum Flugplatz. Dort war nämlich Motorfliegerjahresbriefing, eine Pflichtveranstaltung des Vereins, an der man einmal im Jahr teilnehmen muss, um weiter Flugzeuge chartern zu dürfen.
Ich stand auch auf, duschte mich, zog mir Unterwäsche an und beschloss dann endlich mal, meine weißen Blusen durchzusortieren. Ich habe nämlich schon seit immer einen recht durchgeknallten weiße Blusen Tick, was bedeutet, dass ich auf dem Flohmarkt so ziemlich jede weiße Bluse, die mir gefällt, kaufen muss, wenn sie nicht mehr als 1 Euro kostet. Da kommt dann im Laufe der Zeit doch eine ganze Menge zusammen, ich habe eine Stange im Schrank ausschließlich nur für weiße Blusen reserviert.
Da ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, systematisch alle Dinge, die ich besitze, durch- und vor allem auszusortieren, wenn ich sie nach objektiven Maßstäben nicht mehr benutzen werde, bietet die Kleiderschrankseite mit den weißen Blusen eindeutig sehr großes Potential, denn kein Mensch braucht ca. 100 weiße Blusen. Insbesondere niemand, der so ungern bügelt wie ich und deshalb nur sehr selten eine Bluse trägt.
Ich habe mich also dran gemacht, jede Bluse einmal anzuprobieren und zu entscheiden, ob ich sie behalten will oder ob sie weg kann. Knapp dreißig Blusen lagen nachher auf einem großen Stapel auf dem Bett, faszinierenderweise sieht man kaum, dass im Schrank was fehlt. (das untere Bild ist NACH dem Aussortieren gemacht worden.)
Ich denke, nach dem Sommer ist eine gute Gelegenheit für einen zweiten Durchgang, ich bin fest entschlossen, den Bestand noch weiter zu reduzieren.
Anschließend habe ich in meinem Bastelzimmer etwas rumgeräumt und entdeckt, dass ich keinen schönen Leuchtturmstempel besitze, also habe ich im Internet nach Leuchtturmstempeln gesucht, bin dabei auf die Seite meiner ehemaligen Stempelfirma gestoßen und habe dort die Telefonnummer meiner ehemaligen Freundin gesehen, zu der der Kontakt seit 15 Jahren genauso abgebrochen ist wie mein Kontakt zu allen anderen Menschen aus meinem früheren Leben.
Und wie es so ist, manchmal sind spontane Ideen die besten Ideen, auf alle Fälle habe ich sie kurzerhand angerufen - und dann haben wir drei Stunden telefoniert. Schon seltsam, wie schnell 15 Jahre vergehen können und noch faszinierender, was in dieser Zeit, die doch nur mal eben so an einem vorbeigewuscht ist, dann doch alles passiert ist
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Okay, ich habe ihn erst zur Hälfte gehört, aber ich bin jetzt schon schwer begeistert.
Die Interviewpodcasts aus dem Hotel Matze mag ich ja schon deshalb, weil ich finde, dass Matze Hielscher ein wirklich sehr guter Fragepartner ist, man merkt ihm und seinen Fragen an, dass er intensiv versucht, sich in den jeweiligen Gast reinzufühlen und wenn es gelingt, was sehr oft der Fall ist, werden die Interviews zu ganz besonderen Gesprächen, in denen man als Zuhörer mitgenommen wird, in ein sehr intimes Mit- und Umeinander von Matze Hielscher und seinem Gast und natürlich erfährt man oft erstaunliche Dinge, die der jeweilige Gast in der Form selten oder noch nie öffentlich erzählt hat.
Das Ganze hat aber nichts von Voyeurismus, der Gast wird niemals bloßgestellt oder genötigt, Details zu erzählen, die er eigentlich nicht erzählen will, sondern es ist diese ganze besondere Atmosphäre, die Matze Hielscher erzeugen kann, die Menschen dazu bringt, sich im Gespräch wohlzufühlen und dann auch etwas mehr aus sich herauszugehen.
Wie auch immer, ich mag diesen Podcast eh schon sowieso, die Folge mit Mariana Leky mag ich aber grade ganz besonders doll, was diesmal vor allem an Mariana Leky liegt.
Matze ist gut wie immer, aber Mariana Leky ist toll.
Ich habe bisher zwei Bücher von ihr gelesen, die Herrenausstatterin und "Was man von hier aus sehen kann", das Buch, das grade frisch verfilmt in den Kinos läuft, und ich war vor allem von dem zweiten Buch ganz ungemein fasziniert, weil ich nicht nur ihre Sprache so toll fand, sondern auch ihre Figuren und ihre Ideen.
Und jetzt höre ich diesen Podcast und stelle fest, dass Mariana Leky selber mindestens wenn nicht noch viel toller ist als alles, was sie schreibt.
Es geht ja schon damit los, dass ich mich in ihre Stimme verliebt habe. Ich gebe zu, ich habe einen ganz tiefsitzenden Stimmentick und finde die Stimme und die Sprache eines Menschen deutlich wichtiger als seine Optik.
Stimme und Geruch sind für mich ganz elementare Eigenschaften eines Menschen, wenn das nicht stimmt, fällt es mir enorm schwer, den anderen zu mögen.
Frau Giffey zB könnte ich auf Dauer nicht in meiner Umgebung ertragen, ich finde ihre Stimme körperlich unangenehm und es ist mir egal, ob sie was dafür kann oder nicht. Ich kann ja auch nichts dafür, dass ich mich innerlich ekele, wenn ich so etwas höre und deshalb würde ich ihr immer so weit wie möglich aus dem Weg gehen, wenn sie irgendwie zu meinem Umfeld gehörte.
Manche Leute kriegen Gänsehaut, wenn jemand mit dem Fingernagel auf einer Tafel kratzt, ich kriege Gänsehaut bei schrecklichen Stimmen.
Ich habe übrigens auch ein Thema mit Leuten, die lispeln oder mit einem Zungenschlag sprechen, der hörbar nicht hochdeutsch ist.
Und dabei finde ich den spitzen Stein, den manche Norddeutsche kultivieren, genauso wenig hochdeutschig wie ein rollendes R aus dem Süden.
Ich selber kann den rheinischen Slang ziemlich gut imitieren, aber grade deshalb gelingt es mir nicht, Leute ernstzunehmen, die diesen Singsang nicht einfach ablegen können, wenn man sich richtig unterhalten möchte.
Ich weiß, ganz offiziell darf man Menschen immer nur nach ihrem Charakter beurteilen, alles andere ist als bodyshaming im erweiterten Sinne schwer verpönt, deshalb würde ich das auch nie offen sagen, sondern immer nur meinerseits auf Abstand gehen.
Aba sach ma in echt, so Leute, die nich richtich reden können, die kannste doch auch nicht richtich für voll nehmen, oda?
Aber ich wollte ja nicht erzählen, was ich alles schwierig finde, da wäre ich auch übermorgen noch nicht fertig, denn ich finde sehr viele Dinge schwierig, ich wollte vielmehr erzählen, weshalb ich Mariana Leky so toll finde, denn das passiert mir echt selten, dass ich so in Begeisterung gerate.
Mariana Leky spricht als hätte sie permanent ein Lächeln im Mund. Und zwar ein ungemein freundliches, zugewandtes, nettes und sympathisches Lächeln.
Es gibt ja Menschen, die sprechen so als hätten sie eine heiße Kartoffel im Mund, Til Schweiger dürfte hier das bekannteste Beispiel sein, Mariana Leky spricht, als hätte sie ein Lächeln im Mund. Und das hört man hinter jedem Wort, allem, was sie sagt, klebt dieses Lächeln an, es ist irre. Als Zuhörer fühlt man sich von ihren Worten im wahrsten Sinne des Wortes gestreichelt.
Eva Schulz redet übrigens auch mit diesem latenten Lächeln und Eva Schulz war auch schon im Hotel Matze, auch dies eine Folge, die ich mit viel Begeisterung gehört habe und ich mag auch den Podcast von Eva Schulz selber, Deutschland 3000, hier interessieren mich die Gäste oft nicht so, aber Eva höre ich immer wieder gerne zu.
Nun sind Mariana Leky und Eva Schulz zwei komplett verschiedene Menschen, sie haben nur beide eine Stimme, die ich einfach nur rundum erfreulich finde, und allein deswegen sind mir schon mal beide enorm sympathisch.
Wollte ich mal gesagt haben.
Mariana Leky erzählt dazu noch Dinge, die ich richtig, richtig interessant finde.
Sie erzählt zB von einem Scharadespiel, bei der der ratenden Person nicht ein Name auf einem Zettel an die Stirn geklebt wird, sondern eine Eigenschaft. Und alle Mitspieler behandeln diese Person dann so, wie es dieser Eigenschaft entspricht. Wenn also jemand sehr ängstlich sein soll, dann reden ihn auch alle immer nur sehr vorsichtig an, zwingen ihn zu nichts, sondern geben ihm jederzeit die Möglichkeit, Dinge nicht zu tun usw. - und das Faszinierende ist, dass diese Person dann sehr schnell wirklich so wird, wie sie behandelt wird, sagt Mariana Leky und ich kann mir das sehr gut vorstellen.
Mir fällt dazu meine eigene Tochter ein, die wahrscheinlich als angeborene Eigenschaft auch eine sehr große Ängstlichkeit in sich trägt. Diese Eigenschaft teilt sie mit meiner Mutter und meiner Schwester.
Ich habe das nicht. Mir ist Angst grundsätzlich eher fremd und ich finde, das macht mir das Leben auch deutlich leichter. Angst behindert nämlich.
Und dann bekam ich diese Tochter, die vor allem und jedem Angst hatte - und ich konnte es nicht begreifen und stand anfangs oft fassungslos vor diesem Kind.
Wie konnte das passieren?
Weil ich Angst (im Unterschied zu Vorsicht, was etwas komplett anderes ist) für eine sehr lästige Eigenschaft halte, habe ich die Angst meiner Tochter einfach ignoriert und ihr immer wieder und sehr hartnäckig erzählt, dass sie alles kann und dass ihr auch alles gelingen wird. Ich habe ihr also kurzerhand einen virtuellen Zettel mit "ich kann alles" auf die Stirn geklebt und sie genau so behandelt.
Und es hat gewirkt.
Heute kann sie wirklich alles und ich finde, besser hätte dieses Spiel gar nicht wirken können.
So, jetzt muss ich aber noch den Rest vom Podcast hören und wenn ich durch bin, höre ich ihn vielleicht einfach noch mal von vorne, damit mir auch ja kein einzelner Fitzel entgeht
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Ich lese erst den einen Text, dann den anderen und suche in mir nach einem Spiegelgefühl, weshalb Türklingel als schwierig empfunden wird - und finde nichts. Also ich finde keinerlei Emotion in mir drin, die auf das Stichwort "Türklingel" in irgendeiner Form reagiert. Ich reagiere auf die Vorstellung, dass es an der Tür klingelt weder genervt, noch erfreut, aber auch nicht gelangweilt oder erheitert, ich reagiere darauf einfach gar nicht, weil das Thema in meinem Leben sozusagen nicht vorkommt.
Ich stelle nämlich erstaunt fest, dass bei mir nur sehr selten jemand klingelt, so selten, dass es offensichtlich gar nicht oft genug passiert, um überhaupt als wahrnehmbares Thema einer beklagenswerten Störung in mein Bewusstsein gelangt sein zu können, wobei mein Erstaunen eher der Tatsache gilt, dass das offensichtlich ungewöhnlich ist.
Während ich darüber nachgrübele, was bei mir in diesem Punkt schon wieder anders ist als bei anderen Leuten, fällt mir natürlich als erstes ein, dass ich mir Pakete grundsätzlich an eine Packstation liefern lasse und wenn das nicht möglich ist, dann lasse ich sie mir ins Büro schicken, da klingelt dann zwar jemand, aber diese Klingel fällt nicht in meinen Zuständigkeitsbereich, ich verbinde online Bestellungen also ganz klar nicht mit Klingeln.
In Greven klingelt sozusagen nie jemand, weil ich tagsüber ja eh nie zu Hause bin und auch sonst bin ich nur selten da.
Auf Borkum dagegen klingelt tatsächlich ab zu mal jemand, aber in den allermeisten Fällen ist das keine Überraschung, weil derjenige, der klingelt, ja erst mal aufs Grundstück bis zu Haustür kommen muss. Sehr häufig sehe ich den angehenden Klingler also schon während er aufs Haus zugeht, in vielen Fällen bin ich schon vor ihm an der Tür oder ich streunere sowieso auch grad selber im Garten rum.
Wenn es der Postbote ist, muss ich mich dagegen nicht beeilen, denn wenn ich die Tür nicht aufmache, dann wird er das, was nicht in den Briefkasten passt, einfach vor der Tür abstellen. Das ist Standard auf Borkum, da kommt nix weg, da ist es normal Pakete vor der Tür abzustellen.
In meiner aktuellen Situation gibt es deshalb keine Verbindung zwischen "Klingeln" und "Störung".
Allerdings sind hier auch in der Vergangenheit keine Verbindungsassoziationen gelegt worden, denn ich habe das letzte Mal vor über 30 Jahren in einer Etagenwohnung gewohnt.
In Etagenwohnungen ist eine Klingel alternativlos, das fällt mir grade auf, aber das ist bei mir so lange her, dass ich es entweder schon wieder vergessen habe oder sowieso überhaupt nie davon genervt war. Jüngere Menschen sind grundsätzlich nicht so schnell von irgendwas genervt.
Ich kenne nun seit vielen, vielen Jahren nur noch das Wohnen in Häusern mit relativ offenen Zugangssituationen, in denen seltenen geklingelt wurde und wird, weil die Eingangstür oft einfach offen steht und weil es eben überhaupt eine komplett andere Wohnsituation ist.
In der Fabrik in Mönchengladbach hatten wir sogar noch nicht mal eine Klingel, wir hatten ja auch keine richtige Haustür, sondern nur eine ehemalige Ladentür. Da klingelte ständig das Mobile, was ich über diese Tür gehangen hatte, damit ich überhaupt mitbekam, wenn jemand rein oder rausging, es war aber nur ein Informationsgeklingel, keine Aufforderungsklingel, ich verbinde deshalb mit Klingeln tatsächlich keine negativen Erlebnisse.
Lustigerweise kann ich auch zum Thema Klamottenkauf keine Wiedererkennungsgefühle empfinden, weder online noch offline, denn auch diese Situation kommt bei mir nicht vor.
Also zumindest nicht in der von Frau Novemberregen oder Herrn Buddenbohm beschriebenen Form, dass ich einkaufen gehe, weil ich ganz konkret irgendwelche Anziehsachen brauche.
Ich brauche schlicht keine Anziehsachen, weil ich so unendlich viele Klamotten habe, dass wirklich für jede denkbare Gelegenheit reichlich Auswahl da ist.
90% meiner Kleidung kaufe ich auf dem Flohmarkt und die kaufe ich dort nicht, weil ich etwas brauche, sondern ich kaufe immer das, was grade durch Zufall angeboten wird, wenn es mir gefällt und ich den Preis eher als eine Mitnehmgebühr betrachte.
Wenn man regelmäßig seit 40 Jahren auf Flohmärkte geht, kommt da ganz schön was an Kleiderschrankinhalt zusammen.
Die restlichen 10% meines Kleiderschrankinhaltes stammen aus ausgewählten Werksverkäufen mit Sonderrabatten, auch hier also dasselbe Grundprinzip: Ich kaufe Teile, weil ich sie grade zu einem sehr günstigen Preis kaufen kann.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich überhaupt schon mal irgendein Anziehteil zu einem ganz normalen Preis in einem ganz normalen Laden gekauft hätte. Wozu hätte ich das tun sollen?
Heute habe ich übrigens mal wieder Bekleidung erworben, allerdings etwas für den 10% Teil, nämlich sehr deutlich reduzierte Neuware, die ich eindeutig nicht brauche, mich aber jetzt sehr freue, sie zu besitzen.
Ich war im Werksverkauf von Sockenfalke und habe dort neben fünf Paar Socken noch einen weiteren Hausanzug gekauft, für den ich mich schon nicht mehr schäme, sondern den ich nur noch kuschelig toll finde, weil er aus reinem Kaschmir ist und das ist so ziemlich das angenehmste Material, was ich kenne.
Vor knapp einem Jahr habe ich mir das erste Mal in meinem Leben so einen "Jogginganzug" gekauft, damals war ich noch sehr unsicher, ob mir das nicht eigentlich ungemein peinlich sein sollte, aber inzwischen bin ich abgehärtet und stehe zu meinem Schlumpferleben
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Da die Uhr aber ein sehr hochwertiges Junghans-Uhrwerk hatte und einwandfrei lief, konnte ich sie für die 5 Euro, die der Verkäufer dafür verlangte, einfach nicht liegenlassen.
Ich nahm sie mit nach Borkum und überlegte, wo sie hinpasst und fand eine wunderbare Stelle im Flur über der Garderobe, es musste nur was mit dem dunkelbraunen Holzkasten passieren, der war wirklich sehr scheußlich.
Also verpasste ich ihm einen Anstrich mit weißer Kreidefarbe, schmirgelte die an ein paar Stellen wieder ab, damit es alt und shabby wirkt - und voilà, schon habe ich eine ganz wundervolle Pendeluhr über der Garderobe

Nachtrag: Ich habe die Uhr inzwischen grade gerückt, sie hängt nicht mehr schief. Ich muss das hier schreiben, um meinen inneren Monk zu beruhigen.
Am Nachmittag machten wir einen langen Strandspaziergang, danach eine Fahrradtour, besuchten den Onkel, der uns zum Abendessen einlud - und dann war der Tag um
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Ich höre relativ wenig Musik.
Dabei mag ich mag Musik, aber ich mag Musik am liebsten, wenn ich alleine bin und dann auch nur, wenn ich sonst nichts mache oder maximal eine manuelle Tätigkeit. Musik als Dauerberieselung im Hintergrund ist für mich komplett ausgeschlossen.
Dazu kommt, dass ich das Gegenteil von einem Chartgeschmack habe und schon immer hatte.
Ich kann seitenweise Musik auflisten, die ich gräßlich finde, es bleibt umgekehrt nur sehr wenig übrig, was ich mag.
Ich mag Chansons und Liedermacher.
Und so kann man sich auch schnell vorstellen, weshalb Musik "im Hintergrund" bei mir nicht funktioniert.
Es gibt nur sehr wenig Musik ohne Text, die mir gefällt.
Ich mag Chopin und Mussorgsky, Grieg und Klaviermusik von Bach.
Und ich mag Astor Piazzolla.
Diese Art von Musik mag ich sehr. Die macht was mit mir, aber genau deshalb muss ich sie auch "pur" hören, also ohne irgendeine andere Tätigkeit, die ich "eigentlich" mache.
Außerdem mag ich Reinhard Mey und Hannes Wader, Andrè Heller und Erika Pluhar, die Knef und einiges von Udo Lindenberg. All diese Künstler mag ich schon seit meiner Kindheit, die sind nämlich alle deutlich älter als ich und ich habe ihre Lieder schon vor 50 Jahren gehört.
Ab und zu habe ich dann aber noch weitere Künstler entdeckt, die ich mag.
Element of Crime zB, die habe ich 2002 entdeckt als ich grade aus einer Gründerzeitvilla in einen Loft umzog, über 1000 Umzugskartons packte und mir das Lied "Bring den Vorschlaghammer mit" sehr, sehr aus der Seele sprach.
Ich kaufte mir die CD und wurde Fan.
Ich kaufte mir auch noch die älteren CDs (die deutschsprachigen) und war sehr angetan von dieser Musik.
Ich mag viele Lieder von Element of Crime, ich war vor fünf Jahren sogar in der Elbphilharmony auf einem Konzert der Gruppe.
Die letzten zwei CDs habe ich mir aber schon nicht mehr gekauft, irgendwie hatte ich das Gefühl, da ist nichts Besonderes mehr bei.
Vor kurzem haben sie ihr allerneuesten Album rausgebracht, ich habe es mir auf Spotify angehört und recht schnell gelangweilt weitergeklickt.
Es ist eindeutig Element of Crime, aber es ist eben gleichzeitig auch nichts Neues. Irgendwie hören sich alle Lieder auf diesem funkelnagelneuen Album so an als kennte ich sie schon. Ich frage mich, warum die noch ein neues Album rausbringen, wenn es doch nur das bisherige noch mal wiederholt.
Mein absolutes Lieblingslied von Element of Crime ist übrigens dieses:
Eine weitere Künstlerin, die ich 2005 entdeckte und spontan sehr mochte, ist Annett Louisan.
Auch hier kaufte ich mir mehrere CDs und hörte ihre Lieder ständig im Auto.
Annett Louisan hat gestern ihr neues Album rausgebracht, ich habe es mir heute auf Spotify angehört und auf Dauerschleife geschaltet.
Mein absoluter Lieblingssong ist dieser:
Das ist nämlich die Titelmelodie der ZDF Miniserie Wendehammer, die letztes Jahr im Sommer lief und die ich sehr mochte. Unter anderem weil ich das Lied so toll fand.
Ich habe schon mehrfach versucht, das Lied irgendwo auf YouTube oder Spotify zu finden, bisher erfolglos, seit dem das Album jetzt aber offiziell raus ist, kann man es überall finden.
Und weil es mir mit diesem neuen Album komplett anders ging als mit dem neuen Album von Element of Crime, denn auch wenn man die Künsterin deutlich erkennt, ist bei Annett Louisan trotzdem jeder Song wirklich neu, genau deshalb musste ich das ganze Album heute wieder und wieder hören und weil ich beim Musikhören nur manuelle Tätigkeiten erledigen kann, habe ich nebenher Essen gemacht. Viel Essen.
Erst eine Kartoffel-Gemüsesuppe, dann ein Brot und weil der Ofen einmal an war, habe ich noch einen Sellerie gebacken und Gambas mariniert, die ich fürs Abendessen eingeplant hatte.
Insgesamt alles ein bisschen viel, nach der Suppe mit viel ofenfrischem Brot waren wir beide quietschesatt, aber fünf Stunden später ging es wieder und ich schob die Gambas in den Backofen, denn nachdem sie aufgetaut waren mussten sie schließlich auch heute noch weg.
Nur der Sellerie passte nirgendwo mehr zwischen, aber den kann man sicher morgen auch noch mal warm machen
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Der Wechsel einer Fritzbox auf eine neuere Hardwareversion ist ungefähr so mühselig wie das Einrichten eines neuen Handys.
Ja, natürlich sind alle Daten in der Cloud gespeichert, aber um die Daten geht es gar nicht. Nicht bei der Fritzbox und nicht bei einem neuen Handy, sondern das Umständliche sind all die Geräte, mit denen die Fritzbox (genauso wie ein Handy) bisher verbunden war und die müssen alle wieder neu verbunden werden. Wenn man ein gründlich durchgesmartetes Home besitzt so wie wir, dann dauert das, denn es sind viele Geräte. Internet of things live erlebt.
K brauchte dafür knapp einen Tag. Immerhin hat er im Rahmen dieser Aktion aber auch endlich das Linuxgerät entdeckt, das schon lange mit der alten Fritzbox verbunden war und das er bisher überhaupt nicht zuordnen konnte.
Es war die (alte) Alexa-Box, die sich mit dem Pseudonym "Linux" angemeldet hatte, muss man ja erst mal drauf kommen.
Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam zu Lidl, weil es dort eine ca. 1m hohe LED-Lampe in Säulenform gab und ich habe ja diesen dezenten Lampentick.
Das Problem war, dass diese Lampe nur 25 € kosten sollte und wir suchten nach dem Pferdefuß.
Nach gründlichem Studium der Technikbeschreibung entschieden wir, dass der Pferdefuß einfach die ungemein billige Technik war, die der Lampe nur 1100 Lumen und keinerlei Farbvarianten oder eine Dimmbarkeit ermöglichte.
Okay, 1100 Lumen muss man auch nicht mehr dimmen, die sind schon bei voller Leistung nur so halb hell, aber genau das ist eben ein Beweis für die mindere Qualität. Da wir uns ja immer wieder einreden, dass wir reich sind und nicht gezwungen sind, billigen Schund zu kaufen, zeigte sich unser Reichtumsgefühl heute darin, dass wir gar nichts kauften. DAS ist wirklich reich.
Danach fuhren wir zum Onkel, der grade Stress mit Dachdeckern hat. Einer der Dachdecker kam durch Zufall genau zu der Zeit als wir auch da waren, so dass K gemeinsam mit dem Onkel raus ging, um die Lage zu besprechen.
Es endete damit, dass der Dachdecker ziemlich pampig wurde, ich schätze, die Sache landet vor dem Gutachterausschuss. Nun denn, dann sei es so.
Zum Abendessen gab es Nudeln mit überbackenem Feta auf Tomaten, das Rezept hatte Herr Buddenbohm verlinkt, seit 14 Tagen steht es auf meiner "to-cook-Liste", seit 10 Tagen habe ich ein Pfund Kirschtomaten im Haus, die ich ordnungsgemäß mit nach Borkum geschleppt habe - und heute habe ich es endlich nachgekocht.
Im Ergebnis sagte mein Westfalenmann: "Das können wir noch mal machen.", was einer Wertschätzungseuphorie von ganz weit oben entspricht und deshalb kann ich das Rezept von hier aus also unbedingt weiterempfehlen
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Apropos Preis bei McDov. Das letzte Mal war ich am 23. Dezember in dem Laden und habe ziemlich genau das gleich bestellt, damals bestand das Frühstücksmenü noch aus einem McMuffin, einem mittleren Kaffee und einem Orangensaft. Inzwischen ist der Orangensaft komplett gestrichen, der Kaffee ist nur noch ein kleiner Becher und der Preis für das Frühstücksmenü ist um 50cent gestiegen. Sieht so aus als hätten die Holländer auch Inflation.
Die Fähre war ziemlich voll, die Fraktion der Karnevalsflüchtlinge wird jedes Jahr größer.
Im Haus angekommen räumten wir fix den Kühlschrankinhalt aus den Kühltaschen wieder in den Kühlschrank, kontrollierten, was noch fehlt (Milch, Eier, Brot) und fuhren wieder los, diesmal aber mit dem Rad, weil ich unbedingt die Luft ausgiebig genießen wollte. Denn genau das macht dieses Zuhausegefühl aus, was sich so toll anfühlt: Die Luft hier riecht nicht nur anders, sie fühlt sich auch anders an.
K meinte, das läge daran, dass es regnete und keiner normaler Mensch freiwillig bei 7°C im Regen draußen Fahrrad fährt, das muss sich ja anders anfühlen, anders bekloppt nämlich. Ich bleibe aber dabei, sie Luft hier fühlt sich weicher an als auf dem Festland. Und richtig geregnet hat es auch nicht, eher nur so genieselt, dabei kann man noch sehr gut Fahrrad fahren und glücklich sein. Habe ich heute ausgiebig getestet.
Als erstes fuhren wir zum Vaterhaus und stellten dort erfreut fest, dass die Stadt nicht nur das Schilf im Schlot hat schneiden lassen, sondern auch den blöden Baum, der genau auf der Grenze stand, entfernt hat und hinten im Garten haben sie eine große Schneise in die Brombeerranken geschlagen, da ist jetzt wieder richtig viel Luft.
Dann erledigten wir unsere Einkäufe und fuhren anschließend zum Onkel, der war aber nicht da und ich musste K zugestehen, dass aus dem leichten Nieseln mittlerweile richtiger Regen geworden war und dass ich das mit der Luft genießen und dem Glücklichsein dabei für heute genug ausgelebt hatte, K wollte nur noch nach Hause und drinnen sein - und so machten wir das für den Rest des Tages.
Zum Abendessen gab es eine große Portion Ofengemüse, damit kann man auch drinnen glücklich sein.
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Wie kommt es eigentlich, dass plötzlich ein Thema, was keinen aktuellen Auslöser hat, nach und nach von allen Medien aufgegriffen wird und man an allen Ecken und Enden immer wieder Berichte und Interviews und im Wesentlichen überall die gleiche Meinung dazu serviert bekommt?
Die aktuelle Sau, die zur Zeit durchs Mediendorf getrieben wird, ist das Thema Lehrermangel und ich frage mich, wieso das jetzt plötzlich auffällt?
Die meisten Boomer meines Jahrgangs kennen das Thema aus ihrer Kindheit, da war auch Lehrermangel und ich habe in 13 Jahre Schulzeit nur sehr selten in einer Klasse mit weniger als 30 Schülern gesessen.
Das Argument: "Wir züchten uns eine Generation von Analphabeten heran." finde ich deshalb genauso skurril wie das Argument: "Wir verbauen unseren Kindern den Zugang zur Bildung."
Weil, wenn da was dran wäre, dass Klassen mit 30 Kindern keine Individualbildung ermöglichen, dann wäre ja die gesamte Boomergeneration davon betroffen.
Andererseits, wenn ich mir so einige Gleichaltrige ansehe, vorzugsweise welche, die in der Politik an hervorgehobener Stelle Unsinn verzapfen dürfen, wäre das immerhin eine Erklärung.
Nach der Generation Lehrermangel folgte übrigens die Generation Pillenknick mit Lehrerschwemme, dass das mit der bedarfsgerechten Planung in der Lehrerausbildung nicht funktioniert war auch schon vor 50 Jahren so.
Schweinezyklus eben, nichts Besonderes, ich wundere mich ja nur, weshalb ausgerechnet jetzt alle gleichzeitig darüber berichten
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