anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 10. Januar 2023
Gute Vorsätze erledigt
Das mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr funktioniert am besten, wenn man sich die nachträglich vornimmt, also ich meine, nach dem man sie erledigt hat.

Ich fühle mich von dem trüben und nasskalten Wetter aktuell sehr zu ausschweifenden Aufräumarbeiten animiert, wozu auch die Neuorganisation der privaten Verträge gehört und ich stelle fest, dass es ein sehr befriedigendes Gefühl ist, wenn man sich mal um uralt Verträge kümmert und hier endlich ein bisschen frischen Wind reinbringt.
Wenn ich mir das aber schon am 1.1. vorgenommen hätte, weil das ja ein guter und ein sinnvoller Vorsatz ist, endlich mal Ordnung in sein Leben zu bringen, dann wäre allein die seltsame Autorität so eines Vorsatzes schon eine große Bremse für die konkrete Umsetzung gewesen.
Deshalb meine Erkenntnis: Erst machen und dann vornehmen, funktioniert viel besser.

Ich habe mich heute mit Krankenversicherungen beschäftigt, weil mir schon seit Ewigkeiten klar ist, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen immer größer werden und vor allem in der Höhe des von der Kasse selbst festzulegenden Zusatzbeitrages bestehen.
Der Standardsatz für Krankenversicherungen beträgt 14,6% vom Bruttoarbeitslohn bis maximal zur Beitragsbemessungsgrenze, die in 2023 bei rund 5.000 €* liegt. Wer mehr als 5.000 € im Monat verdient, muss von dem Gehalt über 5.000 € keine Krankenversicherungsbeiträge mehr bezahlen.
*Es sind exakt 4.987,50 €, weshalb man sich hier nicht auf glatte Beträge einigen kann, fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue.

Zusätzlich zu diesen 14,6% erhebt jede Kasse noch einen von ihr selbst festgelegten Zusatzbeitrag, die günstigste Kasse in Deutschland ist die BKK Gildemeister, die verlangt 0,9% zusätzlich, insgesamt damit 15,5% von maximal 5.000 €, also maximal 775 € Krankenversicherungsbeitrag im Monat.
Ich bin seit 1986 in der DAK, die hat ihren Zusatzbeitrag ab dem 1.1.2023 auf 1,7% erhöht, hier liegt der Höchstbeitrag also bei 16,3% von 5.000 € gleich maximal 815 €, das sind mal locker 40 € im Monat mehr, von denen ich zwar nur 20 € selber bezahle, die andere Hälfte bezahlt mein Arbeitgeber, aber erstens sind auch 20 € schon viel Geld, wenn keine Zusatzleistung dahinter steckt und außerdem ist mir mein Arbeitgeber näher als eine fremde Krankenkasse.

Die Kassen selber behaupten natürlich, dass sie sich ganz gewaltig in ihren Leistungen unterscheiden, wenn man aber weder Homöopathiemittel bezahlt bekommen möchte noch Schwangerschaftsgymnastik, wenn man im Grunde nur normale, langweilig Durchschnittskrankheiten hat, für die man gerne nur nach den Regeln der konservativen Schulmedizin behandelt werden möchte, dann ist der Leistungsunterschied der Kassen marginal.

Da die DAK, so wie viele andere Kassen auch, jetzt zum 1.1. ihre Zusatzbeiträge erhöht hat, habe ich als Kunde ein Sonderkündigungsrecht und kann mir zum 1.4. eine andere Krankenversicherung aussuchen. Da ich das wirklich schon seit Ewigkeiten vorhatte, bin ich sehr stolz auf mich, dass es mir jetzt endlich geglückt ist, mich um das Thema zu kümmern und alles, was für einen Kassenwechsel nötig ist, hintereinanderweg erledigt habe.

Grundsätzlich hatte ich überhaupt keine Ahnung, was man tun muss, wenn man seine Krankenkasse wechseln möchte, ich stellte aber fest, dass das im Ergebnis alles ziemlich unkompliziert ist, ich muss noch nicht mal selber die alte KV kündigen, das macht alles die neue für mich und weil ich einen Kollegen habe, der schon bei der BKK Gildemeister versichert ist, konnte ich mich bei ihm nicht nur über die Nachteile dieser Kasse informieren (er kennt keine und ist sehr zufrieden), sondern ich konnte mich von ihm auch im Rahmen einer Freundschaftswerbung werben lassen, dafür gibt es jetzt noch zusätzlich 25 € Prämie, das gefiel mir alles sehr gut.

Einen Leistungsunterschied, der mich aber tatsächlich betrifft, ist die freiwillige Zuzahlung der Kasse für eine professionelle Zahnreinigung. Die neue Kasse zahlt den Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung nur über ein Bonusprogramm, an dem man teilnehmen muss, um sich Bonuspunkte zu verdienen, mit denen man dann Zusatzleistungen bezahlen kann, das hört sich umständlich an und ich weiß nicht, ob ich dazu Lust haben werde.
Wegen der Kündigungsfristen bin ich aber noch bis zum 31.3. bei der DAK versichert und die zahlt diesen Zuschuss ohne Heckmeck, deshalb habe ich, nachdem ich den neuen Mitgliedsantrag verschickt hatte, sofort einen Zahnarzttermin vereinbart, das übernimmt noch die alte Kasse und dafür, dass ich den Zahnarzttermin so früh im Jahr schon erledigt habe, kriege ich auch noch ein nachträgliches Häkchen auf der gute-Vorsätze-Liste. Alle notwendigen Termine stets ohne Aufschub vereinbaren - läuft bei mir.

Lustig finde ich, dass es sich bei dem Kollegen, der bereits bei der BKK GM versichert ist, ausgerechnet um den tiefbegabten Assistenten der Geschäftsführung handelt, mit dem bin ich jetzt also offiziell befreundet, weil es ja eine Freundschaftswerbung ist, die ich da unterschrieben habe. Ich war ein wenig versucht, das Wort Freundschaft durchzustreichen und gegen Bekanntschaft zu ersetzen, habe mich dann aus Gründen der sozialen Vernunft dagegen entschieden, finde aber, wenn wir jetzt in allen Bereichen der Sprache die Buchstaben einzeln auf die Goldwaage legen, dann sollte auch dieses Wort mal hinterfragt werden
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Montag, 9. Januar 2023
Der erste Arbeitstag
hätte schlimmer sein können.
Es gab unerwarteterweise keine liegengebliebenen und ins neue Jahr verschleppten Probleme, zumindest sind sie heute nicht aufgeklappt und ich habe intensiv nachgefragt.

Ich war früh im Büro, um mich mit jedem Mitarbeiter wenigstens einmal kurz unterhalten zu haben, weil ich um kurz nach elf ja schon wieder unterwegs war.

Eine Bank in Düsseldorf hatte zu ihrer Jahres-Auftaktveranstaltung geladen und ich war gespannt, welchen Blick auf die Zukunftsentwicklung der Finanzmärkte die Experten in dieser Bank haben. In der aktuellen Situation gibt es eine sehr breite gestreute Meinungsvielfalt, alles ausgewiesene Experten und jeder hat auf seine Art recht, ich finde es grade sehr kompliziert, mich selber für eine Meinung zu entscheiden.

Genau deshalb höre ich mir jetzt so viele verschiedene Experten wie möglich an, irgendeiner wird mich hoffentlich umfassend überzeugen.
Die Vorträge heute waren interessant, aber überzeugt, dass alles gut wird, bin ich noch nicht.

Weil die Veranstaltung schon am Nachmittag zu Ende war und ich bereits in Düsseldorf war, nutzte ich die Gelegenheit, um noch nach Mönchengladbach zu fahren. Dort besitze ich eine Wohnung, in der seit längerem eine sechsköpfige, syrische Flüchtlingsfamilien lebt und ich hatte schon mehrfach versprochen, dass wir uns mal persönlich kennenlernen. Jetzt gab es auch noch Probleme mit den Fenstern und irgendwas ist mit dem Balkon nicht in Ordnung, das wollte ich mir sehr gerne mal selber vor Ort anschauen, um die passenden Handwerker auszusuchen und persönlich zu beauftragen. Ich habe ein wenig den Verdacht, dass sich die Hausverwaltung hier nur mit gebremsten Schaum engagiert, sind ja nur Flüchtlinge.

Den Abstecher nach MG zu machen, war eine sehr gute Idee. Die Familie ist wirklich nett und gibt sich viel Mühe, die Wohnung sauber und ordentlich zu halten, hat aber nur sehr wenig Geld und ist auf Spenden angewiesen, weshalb natürlich vieles improvisiert ist.
Morgen werde ich mal versuchen, ein paar passende Handwerker zu finden
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Freitag, 6. Januar 2023
Fremdes Leben und ein zunehmender Egalnessfaktor
So, das war heute der letzte Urlaubstag und ich stelle fest, dass ich mal wieder jede Menge Dinge nicht erledigt habe, von denen ich vor dem Urlaub fest überzeugt war, dass ich das alles locker in den zwei Wochen schaffen werde.
Ich weiß auch nicht wie alt ich noch werden muss, um zu begreifen, dass gute Vorsätze bei mir einfach komplett vergeudet sind, ich reagiere nur auf harte deadlines mit Katastrophenandrohung, und selbst dann nicht immer.

Aber immerhin bin ich inzwischen wenigstens schon so alt, dass es mich nicht mehr stresst, wenn ich Dinge nicht erledige, die eigentlich erledigt werden müssten.
Die Schnurzpiepegalmentalität , die viele Menschen in ihrer Pubertät entwickeln, ist mit rund 45 Jahren Verspätung endlich auch bei mir angekommen.

Weil aber einige Dinge dann heute doch langsam sehr dringlich wurden und ein dauerhaftes Ignorieren eine offensichtliche Harakirinummer ist, habe ich den größten Teil des Tages heute am Rechner verbracht und Bürodinge erledigt.

Außerdem habe ich ein wenig aufgeräumt und ca. 37 alte Sonnenmilchflaschen entsorgt, jetzt ist plötzlich sehr viel Platz in beiden Bädern. Wenn sowohl der Dermasohn als auch der Pharmasohn unisono erklären, dass man sich bei Sonnencreme tatsächlich an das Haltbarkeitsdatum halten sollte, weil sie erstens nach spätestens einem Jahr ihre Wirkung verlieren und wenn sie noch älter sind, sogar schädliche Folgen haben können, wenn man sich damit eincremt, wenn also diese beiden Söhne, die sonst traditionell und schon aus Prinzip meist gegensätzlicher Meinung sind, wenn die zwei sich einig sind, dann erscheint es mir klug, ihnen zu glauben.

Jetzt gibt es in diesem Haushalt also keine einzige Flasche mit Sonnenschutz mehr, zum Glück war das Wetter heute auch nicht nach Sonnenbaden.

Weil wir die letzten Tage soviel gesundes Gemüse und Salat und Hühnersuppe gegessen haben, habe ich heute als Gegengewicht die Fritteuse rausgekramt, zwei Flaschen Öl reingekippt und eine Frittierorgie gestartet.

Es geht doch wirklich nichts über selbstgemachte Pommes mit selbstgemachter Mayonnaise, dazu gab es als TK gekaufte gebackene Zwiebelringe und gebackenen Camembert. Wir haben zu zweit alles aufgegessen, jetzt ist mir erwartungsgemäß schlecht, es hat sich aber bis zur letzten Pommes gelohnt.

Weil ich so kugelrund vollgefressen war, bin ich einfach sitzengeblieben und habe das Erstbeste geguckt, was grade im Fernseher kam, das war die Sendung Brisant im Ersten und dort wurde über eine Sängerin berichtet, die wochenlang auf Platz 1 der Charts stand und zig Millionen Platten verkauft hat und deren Namen ich noch nie in meinem Leben gehört habe.

So ähnlich ging mir das schon mit Andrea Berg, deren prominente Existenz ich auch erst vor einigen Jahren wahrnahm, heute habe ich gelernt, dass es wohl noch viel mehr Andrea Bergs gibt, die heutige hieß Daniela Alfinito und ich fand den gesamten Bericht und alle Menschen, die darin vorkamen deutlich exotischer als jede Terra X Reportage über Leben im Urwald.

Das für mich Faszinierende ist nicht nur, dass es Millionen von Menschen gibt, die ein Leben führen, von dem ich zu 100% überhaupt keine Ahnung habe, denn wenigstens das kann ich mir immerhin grundsätzlich noch irgendwie vorstellen, was mich wirklich fasziniert ist die Tatsache, dass dieses Leben so komplett von meinem getrennt ist, dass die Schnittmenge exakt Null ist und ich normalerweise noch nicht mal mitbekomme, dass dieses millionenfache Leben existiert.

Manchmal komme ich mir vor wie der hinterletzte Höhlenmensch
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Donnerstag, 5. Januar 2023
wenn kaum was so läuft wie erhofft
Am Nachmittag waren wir im Dorf, weil es verschiedene Dinge zu erledigen gab, unter anderem musste ich zur Post, weil ich eine Postsendung für N auf den Weg bringen wollte.

N bat mich, ihm zwei kleine Minitassen mit Ostfriesengruß drauf zu kaufen und nach Berlin zu schicken, weil er sie verschenken wollte. Die Tassen waren nur 4cm hoch, so dass ich beschloss, sie als Warensendung zu verschicken, da kostet das Porto nämlich weniger als die Hälfte eines kleinen Päckchens, denn ganz grundsätzlich fühlt es sich völlig bekloppt an, für das Porto mehr zu bezahlen als für den Inhalt.

Ich suchte das Haus ab, bis ich einen Karton fand, der ausreichend stabil war, um zwei Porzellantassen sicher da drin zu verstauen und gleichzeitig nur maximal 5cm hoch war. Nach dem ich den Dachboden einmal umgekrempelt hatte, fand ich tatsächlich einen passenden Karton, exakt 5m hoch, ich habe es extra mit einem Lineal nachgemessen.

Ich kaufte online eine passende Frankierung, verpackte alles ordentlich, fuhr zum Briefkasten und stellte fest, dass 5cm hohe Kartons nicht in gelbe Briefkästen passen. Also fuhr ich weiter zur Post und wollte meine fertig frankierte Warensendung dort abgeben, die Postdame zückte ihr eigenes Lineal und stellte fest, dass mein Karton 5,1cm hoch ist und damit nicht mehr als Warensendung versandt werden kann.
Zähneknirschend zahlte ich das Porto für ein Päckchen nach und fand die Postfrau blöd, aber gegen derartig bürokratische Mitarbeiter kommt man nicht an.

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Statt Fahrradhelm benutze ich einen Hövding, so eine Art Halskrause, die zu einem Airbag wird, wenn man vom Fahrrad fällt. Vor zwei Jahren ist mir das Ding schon mal ohne Unfall am Kopf explodiert, ich schickte damals den ausgelösten Airbag an den Hersteller und bat um Ersatz, weil es ja schließlich wirklich keinen Unfall gegeben hatte. Drei Wochen später bekam ich einen neuen Hövding, zu meiner Freude sogar das aktuelle Modell, das jetzt auch über Bluetooth verfügte und sich mit einer passenden App auf dem Handy verbinden konnte, um Fahrtstrecken aufzuzeichnen und ähnliche Gimmicks.
Heute checkte ich die App und die meinte, mein Hövding benötige ein Update, was ich sofort anstieß und mich seit der Zeit mit dem blöden Teil rumärgere, weil sich erst die App ständig aufhängte, dann trennte sich die Bluetoothverbindung immerzu von alleine, dann schloss ich die App auf die brutale Variante und seitdem steht mein Hövding auf inaktiv. Ich habe ihn mittlerweile über den PC upgedated, aber die Appverbindung scheint gründlich zerstört zu sein und solche Dinge machen mir grundsätzlich immer sehr schlechte Laune.

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Seit letztem Jahr gibt es eine regelmäßige Fährverbindung zwischen Eemshaven und Kristiansand. Der Pott, der dort dreimal die Woche hin- und herpendelt, ist gewaltig groß und ich frage mich regelmäßig, wo all die Leute herkommen, die in diesen Mengen 18h lang von Holland nach Norwegen und umgekehrt fahren wollen, denn wenn sich so eine feste Fährverbindung rentieren soll, dann muss die Fähre ja schon eine angemessene Auslastung haben. Aber da die Fähre immer noch regelmäßig fährt und es bestimmt kluge Leute waren, die sich das mit einem ausgeklügelten Businessplan zurechtgeplant haben, wird es wohl eine entsprechende Menge an Menschen geben, die genau diese Strecke regelmäßig buchen.

Wie auch immer, die Größe dieser Fähre beeindruckt mich vor allem dann, wenn sie quasi direkt vor der Haustür bei uns vorm Strand langfährt.



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Zum Abendessen gab es eine vegetarisches Hackfleischpfanne mit Pak Choi und eine große Portion Ofenkartoffeln.
Die Ofenkartoffeln waren lecker
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Mittwoch, 4. Januar 2023
Dies und das
Heute war wirklich sehr ekliges Wetter, viel Sturm, viel Regen und mit 7°C auch keine wirkliche Wohlfühltemperatur, ich war sehr zufrieden, dass ich den ganzen Tag im Haus bleiben konnte.

Was ich allerdings den Tag über hier im Haus getan habe, kann ich gar nicht so genau sagen, nichts besonderes auf alle Fälle.
Am Computer ein bisschen aufgeräumt, ein paar Überweisungen auf den Weg gebracht, drei Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben, den Lohnsteuerermäßigungsantrag für den Vater abgeschickt und mich für eine Bank-Veranstaltung nächsten Montag in Düsseldorf angemeldet.
Wenn der erste Tag im Büro schon um 11h wieder endet, weil ich losfahren muss, um mittags pünktlich in Düsseldorf zu sein, dann ist der erste Tag schon mal einigermaßen friedlich gerettet.

Dann habe ich alle Urlaubs-, Brücken- und Gleittage für 2023 und 2024 eingetragen und abgezählt, wie viele der nächsten 625 Tage noch Arbeitstage sind, und ausgerechnet, dass davon nur etwas mehr als die Hälfte Arbeitstage sind, weil ich noch ein sehr großes Gleitzeitguthaben abbauen kann.
Solche Berechnungen finde ich enorm ermutigend, mir hilft das, die nächsten zwei Jahre mit mehr Gelassenheit zu überstehen.

Am Nachmittag kam der Elektriker-Onkel mit seinem Werkzeugkoffer, an dem Umbau eines Schalters in eine Steckdose war K kläglich gescheitert.
Der Onkel brauchte aber auch eine halbe Stunde dafür und sagte, er hätte das K auch nicht mal eben so erklären können, das wären wirklich sehr viele Drähte und viele verschiedenen Leitungen, die sich da an einer Stelle kreuzen, er hätte selbst gewaltig überlegen müssen, bis es endlich funktionierte. Es ist also schon sehr praktisch, für solche Dinge einen Fachmann in der Familie zu haben.

Zum Abendessen gab es Gambas al ajillo, die wirklich sehr, sehr lecker waren, was eventuell daran lag, dass ich fünf große Knoblauchzehen gehobelt und frittiert hatte, um sie in die Sauce zu mischen.
Danach gingen wir nach oben, heizten den Ofen an und verdauten.
Als ich eine Stunde später noch mal runter gehen wollte, um mir etwas zu trinken zu holen, roch es bereits oben auf dem Treppenabsatz intensiv nach Spanier.
Ich liebe spanische Küche, auf die olfaktorischen Folgeerscheinungen dagegen könnte ich gut verzichten, aber es lässt sich wohl nicht vermeiden.

Dann fiel mir ein, dass ich ja eine Lampe Berger habe, die wirkt jetzt intensiv dagegen an
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Dienstag, 3. Januar 2023
Heizkörperventile, Aiolischüssel und Damwild
Wir haben schon seit vielen Jahren smarte Heizkörperventile und ich finde das eine wirklich praktische Erfindung.
In unserer Abwesenheit sind die Heizkörper auf ein Minimum runtergedreht, wenn ich auf dem Festland losfahre, schiebe ich die Temperatur hoch und komme in ein warmes Haus.
Außerdem überwacht das System die Türen, die Fenster und die Raumfeuchtigkeit, schaltet den Heizkörper automatisch ab, wenn das Fenster in dem Raum geöffnet ist und sendet mir Schimmelwarnmitteilungen, wenn es in einem Raum zu kalt und zu feucht ist.

2014, als wir dieses System installiert haben, war es von RWE entwickelt und vertrieben worden und galt als Zukunftstechnology. In der Folge hat sich RWE aber mehrfach selber neu erfunden und umstrukturiert, die Smarthome-Technik wurde deshalb unter dem Dach der Tochter Zukunfts-Innogy gebündelt. Vor 2-3 Jahren gab es dann die ganz große Umstrukturierung mit diversen Rochaden zwischen RWE und e.on, am Ende landete Innogy bei e.on und dort bestand dann kein Interesse mehr an einer Weiterentwicklung.

Wir begannen uns deshalb nach einem anderen System umzuschauen, hatten aber keine gesteigerte Eile damit, weil unser System ja grundsätzlich noch funktionierte. In diese Orientierungsphase platzte der Ukrainekrieg und die Energiekrise und ganz Deutschland wollte plötzlich smarte Heizkörperthermostate haben.

K hatte sich nach vielen Vergleichsstudien für die Thermostate von Fritz entschieden, die waren aber komplett ausverkauft und wenn sie angeboten wurden, dann nur zu komplett überhöhten Preisen.

Dann wurde ihm das System von Tado angeboten, was er testweise mal mit drei Ventilen bestellte. Das ist jetzt seit 10 Tagen hier an den Heizkörpern in der ersten Etage installiert.
Es ist deutlich eleganter und stylisher als die recht großen, globigen alten RWE-Ventile, das ist meiner Meinung nach aber auch der einzige Vorteil. Sonst kann es nämlich alles schlechter als das uralte RWE-System, das einzige, was es eindeutig besser kann, ist, mir auf die Nerven zu gehen.

Es sendet ständig irgendwelche kryptischen Meldungen auf meine Smartwatch, die ich dort zwar zur Kenntnis nicht aber bearbeiten kann, nach fünf Tagen schickt es mir eine E-Mail und sagt, dass bei einem Ventil schon die Batterien getauscht werden müssen. Die App hat sich in den letzten 10 Tagen bereits zweimal aktualisiert und die eingestellte Temperatur am Ventil (die man übrigens nur ablesen kann, wenn man sie verstellt) hält es für einen unverbindlichen Vorschlag.
Nach welchen Kriterien das Ventil den Heizkörper auf- oder zumacht, hat sich mir noch nicht erschlossen, ich glaube, die haben da einen chinesischen Algorhythmus eingebaut, der ganz eigene Aufgaben hat, auf alle Fälle gehört das Regeln der Raumtemperatur nicht dazu.

Heute waren wir eine längere Zeitlang im Erdgeschoss, deshalb hatten wir oben den Ofen nicht angeheizt, es lief einfach nur die normale Heizung. Die Heizung im Wohnbüro ist auf 20°C eingestellt, weil ich bei niedrigeren Temperaturen ungern am PC sitze und weil die Heizung ausgeht, wenn der Ofen an ist. Hoffen wir zumindest, immerhin ist es ein Smartventil und sollte selbstständig die Temperatur im Raum erkennen.
Vielleicht hat es aber auch nur unsere Raumnutzungsgewlhnheit erkannt und damit gerechnet, dass in diesem Raum eigentlich der Ofen laufen müsste, auf alle Fälle lief die Heizung deshalb auch nicht und als ich vorhin nach oben kam, hatten wir angenehme 17,1 °C, genau die Temperatur, bei der ich gerne am Rechner sitze.

Jetzt läuft der Holzofen und macht zuverlässig warm, morgen tausche ich die Heizkörperventile wieder zurück, lieber ein nicht fortentwickeltes System aus 2014 als diesen Tadokram, der zwar schick und stylish ist, aber weder die Heizung sinnvoll regelt noch irgendetwas anderes brauchbar erkennt.
Tado
Nein, es ist kein Fenster geöffnet, es gibt gleich einen matigen neerslag und es war vorhin nur 17°C, da werde ich nachts um 21h kein Fenster öffnen. Dummbatzsystem.

Zum Abendessen gab es heute Bruschetta, geräucherte Gambas, geröstetes Baguette mit Aioli und frisch gepressten O'saft mit Sekt - getrennt, in zwei Gläsern, wäre sonst schade um den O'saft.
Und weil ich das Essen so toll fand, habe ich es diesmal sogar fotografiert:

Das in der Olivenschale ist Aioli, auch das finde ich toll, also ich meine, dass da jetzt endlich Aioli in der Schale ist, in der war bis gestern nämlich noch eine Kerze, die ich schon vor langer Zeit mal auf einem Flohmarkt gekauft hatte, weil ich die Schale hübsch fand, aber natürlich nicht benutzen konnte, bevor die Kerze runtergebrannt war. Und die Kerze mochte ich nicht anbrennen, es wäre doch zu schade gewesen.…
Diesen Winter hatte ich endlich eine Einsicht in meine eigene Blödsinnigkeit, brannte die Kerze an, die dann aber gar nicht recht brennen wollte, es dauerte also noch ein paar Wochen, in denen ich immer wieder versuchte, die Kerze niederzubrennen, bis ich sie gestern mitsamt Schale in heißes Wasser stellte, den gesamten Kerzenwachs rauslöste, wegwarf, die Schale abwusch - und jetzt habe ich endlich eine Schale mit Deckel, in der ich Aioli nicht nur im Kühlschrank aufbewahren, sondern auch in hübscher Form auf den Tisch stellen kann.
Gut Ding will manchmal mehr als nur eine Weile haben.

Und schließlich schickte mir die Kamera heute Nacht diese Bilder:
damwild (MOV, 1,007 KB)
Immerhin weiß ich jetzt ganz genau, warum der Efeu an meiner Müllbox nicht richtig wächst
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Montag, 2. Januar 2023
Schreibtischarbeit und Haushaltsfehler
Weil ich dem Onkel versprochen hatte, ihn heute zu seinem traditionellen Lüttje Neujahrstreffen ins Ostland zu bringen, war ich nicht in Versuchung, die Hälfte des Tages im Bett zu versumpfen, sondern war angemessen früh unterwegs und aktiv.
Auf dem Rückweg ein Zwischenstop zum Einkaufen, es gab wunderschöne Maispoularden und ich hatte spontan Lust auf explodiertes Huhn. (Frikassee)

Als ich wieder zuhause war, habe ich das Huhn aufgesetzt und mich dann an den Rechner gesetzt, um meine private Buchhaltung für 2022 abzuschliessen und anschließend für 2023 neu zu beginnen.

Es ist ein gutes Gefühl, das alles so zeitnah erledigt zu haben, ich komme mir fast vor wie ein Streber.

Als ich zum Abendessen das Frikassee fertigkochen wollte, das Huhn war gekocht und ausreichend abgekühlt, um es in Stücke zu zupfen, stellte ich fest, dass ich keinen Reis mehr im Haus habe.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir so etwas schon je vorher passiert ist, normalerweise habe ich eine sehr gut funktionierende Vorratshaltung, die ein rechtzeitig Ersetzen aller klassischen Verbrauchsgüter vorsieht, aber jetzt waren tatsächlich nur noch 75g Reis da, das ist etwas wenig für zwei Personen.

Also bin ich noch mal losgefahren, um einen Sack Reis zu kaufen, zum Glück war heute ja wieder ein ganz normaler Arbeitsalltag mit normalen Ladenöffnungszeiten.
Jetzt dürften die Reisvorräte erst mal wieder eine ganze Weile reichen, ich mache mir aber trotzdem Sorgen, um meine wiederkehrenden Aussetzer bei der Haushaltsführung. Es fiel mir in den letzten Monaten schon zunehmend schwer, die beiden Haushalte auseinander zu halten, ich fürchte, da kommt noch einiges an Durcheinander auf mich zu.

Es sieht aber wohl so aus, als ob ich damit leben muss
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Sonntag, 1. Januar 2023
Frohes neues Jahr
So, nu heißt das Jahr 2023, also auf ein Neues.
Frohes neues Jahr lautet der traditionelle Gruß und wahrscheinlich ist das auch die sinnvollste Variante, etwas Neues zu beginnen, wenigstens froh sollte er sein, der Neuanfang, auch wenn man weiß, die Reise wird beschwerlich.
Als ich gestern auf das vergangene Jahr zurückblickte, blieb es nicht aus, dass ich auch auf das kommende voraus schaute und mir wurde dabei schon etwas mulmig, als mir klar wurde, was für dieses Jahr alles ansteht.

Es ist nämlich viel, was dieses Jahr alles erledigt werden muss. Und ja, muss ist das richtige Verb, denn wenn der Gesamtplan gehalten werden soll, dann ist sozusagen kein Platz mehr für überlastungsbedingtes Aufschieben oder Prokrastinieren, genauso wenig wie für Fehlentscheidungen, ungeplante Verzögerungen oder allgemeine Katastrophen.
Wenn das Ende unserer Zeit in Greven auch planmäßig passend mit dem Ende unserer offiziellen Bürotätigkeit zusammenfallen soll, dann gibt es eine Deadline und die ist für den Neubau eines Hauses, bei dem noch nicht mal entschieden wurde, welche Handwerker es bauen werden, inzwischen sportlich.

Vor zwei bis drei Jahren habe ich ja noch gehofft, dass das neue Haus vielleicht sogar schon im Sommer 2024 fertig ist und ich hätte für die letzten Wochen auch ohne zu Murren die deutlich längere Pendelstrecke Rheda-Münster akzeptiert, diese Vorstellung ist aber jetzt schon obsolet, aktuell gehen wir davon aus, dass wir mit Glück wenigstens Ende 2024 einziehen können, ein Termin, den ich nur äußerst ungern noch weiter nach hinten verschieben möchte, denn es gibt danach einfach keinen Grund mehr, dann noch länger in Greven zu wohnen.

Neben dem Neubau eines Hauses haben wir aber beide noch einen Bürojob, der für jeden von uns längst noch nicht so entspannt ist, wie ich mir das für die letzten zwei Jahre gewünscht habe und der für das kommende Jahr noch eine Menge Arbeit parat hat.

Als dritte Baustelle gibt es dann noch das Haus auf Borkum, das ja auch noch mitten im Umbau steckt. Das neue Bad ist beim Installateur beauftragt, wir brauchen aber noch einen Fliesenleger und die holzvertäfelte Decke muss auch neu. Außerdem ist die Küche aktuell nur ein Provisorium und für den Garten stehen auch noch große Umbauten an, es gibt also eine Menge zu tun und wenn man diese drei Aufgabenbereiche zusammenbetrachtet, dann wird mir halt etwas mulmig bei der Vorstellung, es hakt auch nur an einer Stelle.
Wenn einzelne Dinge mehr als nur ein bisschen Aufmerksamkeit brauchen oder ich von einer akuten Welle von Unlust oder Lethargie überrollt werde, dann brechen alle tollen Pläne zusammen und davor fürchte ich mich sehr.

Aber hilft ja nu nix, das, was ansteht, muss halt erledigt werden, damit am Ende alles ganz toll ist.

Da es gemäß der Wetterapp ab morgen ständig regnen soll, haben wir heute noch eine letzte trockene Chance für einen Strandspaziergang am weiter entfernt gelegenen FKK-Strand genutzt.
Mit fast 10°C war es für Januar nicht sehr kalt, trotzdem liefen keiner FKKler am Strand rum, was ich durchaus verstehen kann. Wenn man noch nicht mal eine Badehose anhat, sind 10°C wirklich etwas frisch.
Der Strand war also beeindruckend leer

Und die Notrufsäule war mit Sandsäcken verbarrikadiert, es wahrscheinlich sehr klug, zur Zeit nicht am FKK Strand baden zu gehen.


Wieder zuhause machten wir noch ein bisschen Sofasport, keine Ahnung, wie diese Beinhebeübungen heißen, aber immer wenn Robbi unters Sofa will, heißt es Beine hoch und Spannung halten

Insgesamt verbraucht Staubsaugen auf diese Art wahrscheinlich mehr Kalorien, als wenn man ein Gerät manuell vor sich herschiebt
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Freitag, 30. Dezember 2022
Menschengewusel
Durchhängetage, sich um nichts kümmern, Kopf abschalten und alles egal sein lassen, sehr angenehm.

Gegen Mittag machten wir eine kleine Fahrradtour.
Der Wind kommt mit 5-6 Windstärken ziemlich genau aus Süden, d.h. perfekter Rückenwind auf der Promenade, wir ließen uns fast ohne zu treten bis ins Dorf pusten, so macht Fahrradfahren Spaß.
Ein Schlenker an der Kulturinsel vorbei befriedigte meine Flohmarktneugier. Heute sollte dort nämlich Flohmarkt sein, d.h. es war auch Flohmarkt, aber nur genau zwei Stände und dann auch noch die mit dem selbstgemachten Touristenkram, ich musste noch nicht mal vom Fahrrad absteigen, um zu erkennen, dass sich Absteigen nicht lohnt.

Im Dorf ein Abstecher zum City-Markt, N bat mich, ihm dort etwas zu besorgen, was er vergessen hatte zu kaufen und mir fiel ein, dass ich ja sinnvollerweise ein paar Rollen Müllsäcke auf Vorrat kaufen könne, die werden nämlich ab nächstem Jahr teurer.

Ich staunte über die Preise der sonstigen Produkte und über die Menge an Menschen, die im Dorf und im City-Markt unterwegs waren.
Die Insel ist ziemlich voll, aber zu 95% halten sich die Menschen im Dorf und am Hauptstrand auf, ein Fakt, den ich einerseits zwar sehr positiv, andererseits aber auch sehr erstaunlich finde. Als einzige Erklärung fällt mir nur wieder dieses seltsame Bedürfnis nach menschlicher Nähe ein, was wohl wirklich ein Massenphänomen ist. Es wäre interessant zu erfahren, wie nah die Menschen mit den Lemmingen verwandt sind. Dass es zu den Hörnchen nicht weit ist, habe ich schon in der Schule gelernt.

Die großen Müllsäcke waren im City-Markt schon ausverkauft, ich war aber inzwischen so sehr menschengenervt, dass ich keine Lust hatte, noch zu einem anderen Markt zu fahren, ich nahm ein paar Rollen mit kleinen Säcken mit und verspürte den dringenden Wunsch, direkt nach Hause zu fahren.

Grundsätzlich stört es mich nicht, wenn Läden voll sind, aber diese Urlauber, die sich heute in diesem City-Markt rumtrieben, kamen mir vor wie eine Spezies von einem anderen Stern. Aber vielleicht bin ich auch nur nachhaltig Gäste-entwöhnt, ich gehe ihnen ja üblicherweise weiträumig aus dem Weg.

Am Abend kochte ich AWM-Suppe,

das Gemüsefach ist jetzt angenehm aufgeräumt
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Mittwoch, 28. Dezember 2022
Abreise, kaputte Pumpe und Sturm
Die Heizung läuft immer noch, das Haus ist warm.
Das war die gute Nachricht.


Dafür stand der Keller heute 5cm hoch unter Wasser: Die Kondensatpumpe pumpte das Kondenswasser nicht mehr ab, das lief also über und hatte so seit gestern Vormittag den Keller gründlich vollgetropft.

K saugte das Wasser mit dem Wasserstaubsauger auf, zwei volle 10l Eimer kamen dabei zusammen.
Zum Glück sind wir inzwischen für solche Zwischenfälle technisch gut ausgerüstet, das Haus hier ist schon öfter mal abgesoffen, K konnte also sehr schnell reagieren als er das Unheil bemerkte.

Ich alarmierte den Installateur, der auch zügig wieder erschien und feststellte, dass die Pumpe nicht kaputt ist, sondern nur einen Wackelkontakt im Stecker hat, das ließ sich rasch beheben und jetzt warten wir mal ab, was morgen als Gimmick auf dem Programm steht.

Die Kinder sind alle drei wieder abgefahren und auch schon gut in Hamburg bzw. Bielefeld angekommen. Die Herausforderung war der Abtransport der Geschenke, denn N hatte einen sehr großen Karton mit Mikrowelle zu transportieren und C einen Staubsauger, es hat aber wohl alles gut geklappt.

Wir haben hier am Nachmittag den Keller trockengelegt und ich habe die erste Maschine Wäsche angeworfen, danach gammelten wir nur noch auf dem Sofa rum und genossen die Ruhe.

Mit Kindern im Haus ist es auch heute noch so wie halt mit Kindern im Haus, egal wie alt sie sind. Wenn sie gemeinsam da sind, dann benehmen sie sich heute genauso wie vor 20 Jahren. Es wird gepöbelt, geprügelt, gestritten, gekuschelt und umarmt. Die drei sind schon eine schräge Truppe.

Als die Heizung streikte, sind sie für einen Filmeabend gemeinsam in ein Bett gekrochen und haben sich dabei benommen wie die drei Spatzen, möglichst eng zusammenkuscheln für maximale Wärme.
Dabei wollte natürlich jeder in die Mitte, J erklärte, ihm wäre am kältesten, er müsse in die Mitte, das hat C verweigert, sie sei die Mittlere, sie müsse in die Mitte, es kam zu einem Handgemenge, was N schlichten musste, in dem er sich zwischen die beiden in die Mitte legte, um die Streithähne zu trennen.
Wie es danach weiterging, habe ich nicht mehr verfolgt, ich verließ das Zimmer.

Früher habe ich mir in solchen Momenten gesagt, wenn eines kaputt geht, mache ich halt ein neues, heute kann ich nur noch die Schultern zucken und denken: "Es hat halt nicht sollen sein."

Sie tauchten am nächsten Tag aber alle drei sehr lebendig wieder auf, auch hier hat sich mein uralter Spruch wieder bewahrheitet: Kinder gehen gar nicht so schnell kaputt, wie viele immer meinen.

Der angekündigte Sturm stürmt grade mit viel ekligem Regen draußen rum, ich bin sehr froh, dass die Heizung wieder läuft und ich nicht draußen rumlaufen muss, um es anschließend drinnen warm zu finden
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