Mein Standardgejammer besteht aus Klagen darüber, dass ständig nur Termine, Videocalls, Telefonate oder Besprechungen im Terminkalender stehen und ich keine Zeit zum Arbeiten habe.
Heute hätte ich also endlich mal die Möglichkeit gehabt, all die Dinge zu erledigen, die ich schon seit Ewigkeiten erledigen wollte, was auch fast funktioniert hätte, wenn ich mich nicht so schrecklich dabei gelangweilt hätte.
So ganz alleine einfach nur vor sich hin zu arbeiten, ist nämlich auch ziemlich öde. Weil ich sonst immer wieder irgendwelche Abwechslung in meinem Büroalltag habe, habe ich völlig verlernt, konzentriert acht Stunden hintereinander weg zu arbeiten.
Mir war gar nicht mehr bewusst, wie trist so ein Büroalltag sein kann, wenn man außer normaler Arbeit nichts anderes zu tun hat.
Gelernt habe ich heute, dass es offensichtlich unmöglich ist, es mir recht zu machen
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Grundsätzlich sind Ladestationen hier in der Gegend eh nicht so häufig zu finden, die, die wir bisher gefunden haben, waren entweder alle belegt oder sie funktionierten nicht.
Weshalb sich das Auto an einigen Säulen nicht laden lässt, ist nicht zu klären, es gab verschiedene Fehlermeldungen, die von "Ladekabel nicht korrekt eingesteckt" über "Identifizierung fehlgeschlagen" bis zu "Karte nicht autorisiert" reichten, alle Meldungen sind völliger Blödsinn, führten aber dazu, dass der Tesla das Laden verweigerte.
Ich richte mich jetzt darauf ein, mit dem Taxi nach Hause zu fahren, diese nicht verlässlich planbare E-Mobilität macht mich inzwischen nur noch aggressiv.
K dagegen versucht tapfer weiter, eine Ladesäule zu finden.
Bei McDov findet er dann schließlich noch eine, die weder besetzt noch außer Betrieb ist, dafür ist sie nur für Autos konfiguriert, bei denen der Ladeanschluss vorne ist.
Beim Tesla ist er leider hinten, das heißt, K muss auf dem engen Parkplatz den Wagen wenden und gegen die Fahrt- und Einparkrichtung rückwärts an die Ladesäule ranfahren, was sich als sehr umständliche Rangierübung darstellt.
Am Ende aber wird alles gut, der Ladevorgang startet und wir müssen jetzt nur noch eine halbe Stunde hier auf dem McDov Parkplatz rumwarten, bis irgendwann genug Saft im Auto ist, um wenigstens erst mal nach Hause zu kommen. Außerdem muss K den Wagen noch aus der falschrummen Parkposition wieder ausparken, aber darum mache ich mir die wenigsten Sorgen.
Mich überzeugt das Konzept der E-Mobilität außerhalb von Städten eindeutig nicht
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Von den noch offenen Jahresabschlüssen und Steuererklärungen für 2021 habe ich heute immerhin zwei Firmen vollständig erledigt, inklusive E-Bilanz und allen Steuererklärungen. Jetzt habe ich noch zwei weitere Firmen offen und drei ESt-Erklärungen, es wird.
K hat unterdessen zum Thema Grundsteuer mit seinem Sohn ein stundenlanges Telefonat, begleitet von einer über Teamviewer verbundenen Computersitzung bei Elster geführt.
Die zwei haben sich da gestern schon ungefähr vier Stunden mit beschäftigt und ich gebe ganz offen zu, für sowas fehlt mir die Geduld, oder, wie es meine Freundin Barbara ausdrückte: es braucht eine gehörige Portion Gleichmut, um in solchen Situationen nicht auszurasten oder wenigstens einen Stromausfall zu simulieren.
Ich gebe zu, die Immobilie, die der Sohn besitzt, ist kompliziert, da stecken aus allen möglichen Sonderfällen mindestens jeweils zwei Details drin, aus meiner Sicht ist das aber trotzdem kein Grund, sich da so viele Stunden mit zu beschäftigen.
Ich kalkuliere meine Arbeitszeit auch für mich selber im Geiste immer mit Verrechnungsstundensätzen und wenn ich in etwas fünf Stunden Arbeit reinstecke, dann muss da nachher auch mehr als nur 100€ Ersparnis rauskommen. Also im Vergleich zu dem Ergebnis, was ich mit einem Arbeitseinsatz von 10 Minuten erzielt hätte.
Diese Grundsteuererklärungen führen sicherlich zu einem Grundlagenbescheid, der für die nächsten 50 Jahre Bestand haben wird und die Grundlage für die Festsetzung der Grundsteuer bilden wird, insofern ist es richtig, wenn man sich da sorgfältig mit beschäftigt, damit der Grundsteuermessbetrag nicht zu hoch angesetzt wird, aber bevor ich ein extra Studium absolviere, wie man komplexe Sachverhalte in Elster richtig eingibt, würde ich da einfach irgendwas eintragen und dann anschließend Einspruch einlegen.
Einen Einspruch kann man nämlich nach wie vor auf einem ganz normalen Stück Papier in ganz normaler Sprache mit vollständigen Sätzen einlegen - und erfahrungsgemäß ist das der deutlich einfachere Weg als der verzweifelte Versuch, Dinge in Elster einzutragen, für die man keine passenden Formularfelder findet.
Ich habe das schon immer so gemacht. Wenn mir das in Elster zu kompliziert war, habe ich einfach irgendwas eingetragen und die richtigen Zahlen als Einspruch auf Papier hinterhergeschickt. Funktioniert problemlos und erspart eine Menge Zeit.
Vater und Sohn zogen aber den Weg des korrekten Steuerpflichtigen vor und haben den größten Teil des Wochenendes vor dem Elsterformular verbracht.
Ich habe angeboten, dass ich das für sie erledige, ich wäre damit überschaubar zügig fertig gewesen und dann hätte man ja immer noch sehen können, was das Finanzamt anschließend als Bescheid schickt, aber nein, die zwei wollten das selber machen, nun denn, des Menschen Wille und Himmelreich, man kennt das.
Weil ich den zwei bei ihrer Arbeit nicht zugucken konnte, ohne total hibbelig zu werden, bin ich in einen Nebenraum gegangen und habe mit meiner Freundin telefoniert.
Wir haben uns über Älterwerden und zunehmende Vergesslichkeit unterhalten und landeten bei dem Thema Umzug und Küchenneueinrichtung.
Ich fürchte, das wird schrecklich.
Ich bin ja früher häufiger mal umgezogen und fast jedesmal hat mir meine Mutter beim Einräumen der neuen Küche geholfen und das war nicht nur wegen des Einräumens ein Vorteil, sondern auch wegen des Wiederfindens in den ersten Wochen und Monaten nach jedem Umzug. Ich erinnere mich an einen Umzug im Jahr 1996, wo ich im neuen Haus nicht nur eine neue Küche, sondern überhaupt eine komplett andere Systematik und Ablauforganisation als im alten Haus einrichten musste.
Ich glaube, es dauerte mindestens bis 1997 bis die ständigen Anrufe bei meiner Mutter weniger wurden und nicht immer nur dasselbe Thema hatten: "Weisst du wo ich die Dose mit den Lorbeerblättern, das Fondueset, den Vanillezucker, die Ersatzhandtücher oder irgendeines von tausend anderen Dingen finden kann?"
Ich war nämlich mit der neuen Ordnung komplett überfordert und es dauerte sehr lange, bis ich mich in meiner eigenen Küche wieder einigermaßen zurechtfand.
Bei meinem nächsten Umzug wird mir meine Mutter nicht mehr helfen können, dazu ist sie inzwischen zu alt, ich fürchte deshalb Schreckliches auf mich zu kommen.
Ich könnte von jedem eingeräumten Schrank ein Foto machen, das ist aber nur eingeschränkt nützlich, weil ich fest davon ausgehe, dass ich jeden eingeräumten Schrank noch fünfmal umräume, bis er endlich endgültig eingeräumt ist, und dann hätte ich fünf Fotos vom selben Schrank - und am Ende bringt das noch mehr Chaos als gar kein Foto.
Ich habe noch keine Lösung, aber schon jetzt sehr viel Respekt, vor dem, was da ansteht.
Vielleicht kann ich ja meine Tochter überzeugen, dass sie mich beim Küchenumzug so unterstützt wie es früher immer ihre Großmutter tat, nicht nur aktiv dabei, sondern vor allem in der Nachsorge.
Von allen drei Kindern traue ich das am ehesten der Tochter zu, nicht wegen Tochter, sondern wegen dem größten Pragmatismusansatz im Leben, am besten, ich steige demnächst schon mal in die Verhandlungen ein
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Ich habe also danach erstmal nichts getan, sondern mich in meinem Büro auf meinen Stuhl gesetzt und ausführlich Löcher in die Luft geguckt, quasi die Reinkarnation von Loriots Sesselsitzermann, der ja auch nur nichts tun wollte.
Dann bin ich mit K im Großmarkt einkaufen gegangen und wir haben ausufernd Blödsinn gekauft, das hat Spaß gemacht.
Am Abend sind wir das erste Mal seit sehr langer Zeit mal wieder zu unserem Griechen gegangen, das war auch schön, aber wie immer sehr ouzulastig, so dass das Bloggen grade etwas beeinträchtigt ist, morgen ist bestimmt beides verdaut, dann ist der Aufsichtsrat Geschichte und der Ouzo wirkt auch nicht mehr.
Morgen ist also alles wieder besser, jetzt grade ist alles noch ein bisschen ouzovernebelt durcheinander
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Ich ging davon aus, dass der Mann ein neuer Mitarbeiter der Bank war, den ich einfach nur noch nicht kannte, er erwies sich im Laufe des Gesprächs nicht nur als schlagfertig, sondern auch als sehr sachkundig, wir kamen vom Höcksken aufs Stöcksken, neben sehr konkreten und speziellen Fachthemen war auch immer wieder Allgemeines und Persönliches dabei, ich weiß jetzt, welches Auto er fährt, wie seine Kinder heißen und dass seine Schwiegermutter heute Geburtstag hat. Ich habe ihm dafür eine Menge eher unkonventionelle Erziehungstipps gegeben, die er alle mal ausprobieren will, weil ich ihm versichert habe, dass Kinder längst nicht so schnell kaputt gehen, wie Eltern heutzutage immer meinen. Wir witzelten dabei auf sehr hohem Niveau, ich treffe selten Leute, mit denen ich mich so gut unterhalten kann.
Als ich mich verabschiedete, fragte er, wie weit ich jetzt noch fahren müsse und erwähnte, welche Strecke er noch fahren muss. Ich fand das erstaunlich und fragte, ob er diese Strecke wirklich jeden Tag fährt und er meinte, er wäre ja nur sehr selten in Münster - und am Ende stellte sich heraus, dass ich den ganzen Abend mit dem CIO der Bank rumgeflachst hatte, weil ich ihn einfach nur für einen normalen Mitarbeiter der Bank gehalten hatte.
Dumm gelaufen. Ich habe mich zwar entschuldigt, und sagte, wenn ich gewusst hätte, wie irre wichtig er ist, hätte ich ihn sicher deutlich respektvoller behandelt, er meinte, er würde es überleben - ich glaube aber, auch für den CIO der Bank ist der Abend deutlich interessanter verlaufen als er das selber erwartet hätte.
Dieses ganze formell korrekte Benehmen mit Respekt und Höflichkeit und leeren, sinnlosen Smalltalkfloskeln mag ja der offiziell übliche Weg im Umgang mit fremden Personen sein, wenn man das aber einfach mal weglässt und sich auf privater Kumpelebene begegnet, weil man sich gegenseitig sympathisch ist, macht das Leben eindeutig mehr Spaß
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Beim Aufstehen der Blick aus dem Schlafzimmerfenster, auf der Fahrt ins Büro der Blick aus dem Autofenster und bei Ankunft im Büro der Blick aus dem Bürofenster.

Der Blick aus dem Bürofenster ließ zu dem Zeitpunkt noch nicht viel Landschaft dahinter erkennen, aber grade das sah besonders hübsch aus, fand ich.
Der 18.1. ist traditionell der Tag des Schneemanns, die 8 steht für den Schneemann und die 1 für den Reisigzweig, den er im Arm hält, mit der Erklärung konnte ich mir das Datum gut merken.
Und weil es auch noch kalt genug war, um sich mummelig anzuziehen, habe ich mich heute passend zum Motto des Tages gekleidet.

Im Büro gab es dann allerlei Besprechungen mit Mitarbeitern, die gesamte Buchhaltungsabteilung ist eifrig mit Jahresabschlussarbeiten beschäftigt, die Wirtschaftsprüfer sind auch schon da und wuseln zwischendurch.
Ich arbeite an Kurz-Mittel- und Langfristplänen für den Ausblick auf die Weiterentwicklung des Unternehmens, der Chef erster Ordnung geht in zwei Jahren in Ruhestand und will den Laden natürlich gut sortiert übergeben.
Unsere Vorstellungen, wie umfangreich ausufernd mögliche Expansionspläne nicht nur entwickelt, sondern auch unterstützt werden, gehen etwas auseinander, ich möchte nämlich auch in Ruhestand gehen und bis dahin nicht mit viel Arbeit neue Projekte vorbereiten, die ein Nachfolger dann nicht weiterbetreibt, weil der vielleicht ganz andere Pläne hat. Es ist grade etwas kompliziert.
Am Abend wieder eine Bankveranstaltung, diesmal in Münster, Termine ohne lange Anreise sind schon deutlich bequemer als Besprechungen in anderen Städten, ich werde kein Freund mehr dieser unseligen Reiserei
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War da nicht was mit Quote und deshalb auf alle Fälle eine Frau und auf keinen Fall aus Niedersachsen?
Sind hier etwas schwachsinnige Prinzipien einer durchaus verheißungsvollen Portion gesundem Menschenverstand gewichen? Das lässt ja hoffen.
Ich habe keine besonderen Kenntnisse über Herrn Pistorius, außer dass er ab und zu mit einem Hund an der Leine auf der Straße vor meinem Haus langspaziert, weil er die ehemalige Frau Schröder-Köpf beziehungstechnisch requiriert hat, aber allein die Tatsache, dass er mir noch nicht negativ aufgefallen ist, spricht aus meiner Sicht schon mal sehr für ihn.
Der ehemalige Bundeskanzler Schröder hat sich vor rund 15 Jahren ein Haus auf Borkum gekauft, zu meinem großen Ärger nicht im Norden der Insel, wo die vielen schicken Villen stehen, sondern bei mir auf der Straße, wo bisher noch nie etwas los war, aber gewaltig los wurde als der Exkanzler damals seine Sommerresidenz hier hin verlegte.
Denn allein
Die Tatsache, dass während der Ex-Kanzler Anwesenheit eine motorisierte Polizeistreife alle 20 Minuten an seinem Haus langpatrouillierte, machte seine Existenz für mich auch nicht unbedingt angenehmer, denn wenn ansonsten Fahrverbot auf der Straße herrscht und nur die Polizei davon nicht betroffen ist, dann hört man das eine einzige Auto, was alle 20 Minuten auch nachts unter dem eigenen Schlafzimmerfenster langfährt, viel mehr, als man das auf dem Festland in einer Stadt mit ständigem Autoverkehr je hören würde.
Ich fand das also immer eher lästig, dass die Familie Schröder sich privat auf Borkum aufhielt, aber was sollte ich schon dagegen tun?
Dann haben sich die zwei getrennt und Herr Schröder hat sich neu orientiert, ich gehe davon aus, dass das Haus ihm gehörte und seine Frau bei der Scheidung vor allem Kohle bekam, sie kaufte sich nämlich dann sofort ein neues Haus, exakt zwei Häuser neben dem alten, damit aber immer noch bei mir auf der Straße.
Er verkaufte dafür seines, da sind heute Ferienwohnungen drin, irgendjemand, der mal im Haus vom Exkanzler Urlaub machen will? Ich könnte da was vermitteln. Auf alle Fälle kommt jetzt nur noch sie nach Borkum, er ist ja jetzt offensichtlich deutlich östlicher orientiert als das, was die ostfriesischen Inseln als Osten zu bieten haben.
Über sie weiß ich nicht viel, noch nicht mal ihren aktuellen Namen. Heißt die Dame noch Schröder-Köpf oder hat sie den Schröder wieder abgelegt? Ist sie jetzt mit Herrn Pistorius verheiratet und heißt jetzt Pistorius-Köpf? Oder nur einfach Köpf mit nichts davor? Ich weiß nur, dass sie extra eine Ausnahmeregelung für ihren Doppelnamen erwirkt hat, weil normalerweise der zusätzliche Name des Partners hinten steht, der formal richtige Doppelname wäre also Köpf-Schröder gewesen, aber weil dann die Verwechslung mit einem Imparativ und damit der Aufforderungscharakter zu naheliegend gewesen wäre, durfte sie die Namen umdrehen.
Seitdem sie ohne Gerhard auf die Insel kommt, gibt es nichts mehr, über das ich mich beklagen könnte. Sie führt ein relativ unauffälliges Ferienhausbesitzerleben auf der Insel und ist erstaunlich oft da. Das weiß ich, weil ich immer an ihrem Haus vorbeikomme, wenn ich einkaufen fahre, sie kommt dafür ab und zu an meinem vorbei, wenn sie zu Fuß zum Strand geht. "Man kennt sich" ist der falsche Ausdruck - ich kenne sie und weiß, wen ich zurückgrüße, wenn sie an meinem Haus vorbeiläuft und mir ein freundliches "Moin" zuwirft, wenn ich im Garten rumpuzzel, umgekehrt ist es mir aber auch sehr angenehm, dass sie mich nicht kennt.
Ich interessiere mich nicht so für Polittratsch, K war hier entschieden besser informiert, so dass ich erst von K erfuhr, dass der ziemlich unauffällige, unscheinbare Mann, der ab und zu neben ihr mit dem Hund spazieren ging, wohl Herr Pistorius ist. Ich habe daraufhin mal nach Herrn Pistorius und seinem politischen Schaffen gegoogelt und hauptsächlich Positives gefunden.
Ich hatte mich also schon mit ihm beschäftigt bevor sein Name heute bundesweit bekannt wurde.
Und nun geht der nach Berlin und auf die internationale Bühne.
Dann bin ich ja mal gespannt, ob wir das Drama mit den Personenschützern demnächst wieder auf der Insel ertragen müssen.
Dass Frau Lambrecht für diese Position so ziemlich die zweitschlechteste Besetzungsmöglichkeit gleich nach Frau Esken war, darüber sind sich bis auf Frau Lambrecht und Frau Esken wahrscheinlich die allermeisten Leute einig, im Grunde keine schlechte Ausgangsposition für Herrn Pistorius, er müsste sich schon sehr anstrengen, wenn er sich noch dämlicher als Frau Lambrecht anstellen wollte
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898 x anjeklickt (immerhin schon ein Kommentar) ... ¿selber was sagen?
Die beiden anderen Bücher habe ich nicht gelesen, sondern als Hörbücher, gelesen von Hannelore Hoger, gehört und war sowohl von Sprache und Inhalt der Bücher als auch von der Art des Vortrags sehr angetan. Beide Bücher spielen im Norden, aber auf dem Festland.
Ich habe im Norden noch nie auf dem Festland gelebt, ich kenne das Rheinland, Teile von Westfalen und eine Insel. Vom Festland im Norden habe ich nur so eine ungefähre Vorstellung, man hat Bilder im Kopf und das, was Dörte Hansen in ihren beiden vorherigen Büchern beschrieb, das passte sehr gut zu den Bildern in meinem Kopf.
Das neue Buch "Zur See" handelt diesmal von Menschen auf einer Insel in der Nordsee. Es ist eine fiktive Insel, es ist aber definitiv eine nordfriesische Insel, denn es kommt Walfang vor und den gab es nur auf den nord- und westfriesischen Inseln und auf Borkum - und auf Borkum spielt das Buch ganz eindeutig nicht und die westfriesischen Inseln liegen in Holland.
Die Hörbuchfassung wird diesmal von Nina Hoss gelesen und ich war unsicher, ob mir das gefallen wird, deshalb habe ich es mir noch nicht gekauft, aber ich war natürlich ungemein neugierig auf dieses Buch.
Dann fand ich diesen (klick) Beitrag auf NDR-Kultur - und jetzt weiß ich, dass ich mir das Buch nicht kaufen werde. Weder als Buch noch als Hörbuch, denn es passt ganz eindeutig nicht zu den Bildern in meinem Kopf und ich möchte das gute Gefühl, das mir die beiden anderen Bücher gegeben haben, nicht dadurch anknacksen, dass ich mir jetzt ein Buch von Dörte Hansen anhöre, was sich für mich komplett falsch anfühlt bzw. zu dem ich keinen Zugang finde.
Von den Menschen und dem Leben auf einer Insel habe ich naturgemäß sehr gute Vorstellungen, nicht nur, weil meine Familie auf einer Insel lebt und ich schon dadurch meine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht habe, sondern weil mein Vater auch noch selbst ernannter Nordseeforscher war.
Er hat mehrere (Fach)Bücher herausgegeben, ist mit eigenen Dia-Vorträgen viele Jahre durch die Gegend getingelt und hat den Leuten etwas über die Inseln, die Natur im Wattenmeer, Walfang, Sturmflut und Seenotrettung erzählt und ich war hundertfach dabei, weil er immer eine Hilfskraft brauchte, die die Diamagazine wechselte, die Technik war damals so.
Ich war nicht nur bei den Vorträgen dabei, sondern auch bei seinen "Expeditionen". Ich habe jede der ostfriesischen Inseln einmal zu Fuß angelaufen (bis auf Borkum, die kann man nicht zu Fuß erreichen und auf Lütje Hörn ist das Betreten verboten), ich war auf allen Halligen und habe einige Urlaube dort verbracht, ich kenne Sylt, Amrum, Föhr und Pellworm und alle westfriesischen Inseln und ich habe ihn mehrfach zum Sterntreffen der Friesen begleitet, das alle drei Jahre auf Helgoland stattfindet.
Ich kenne die Geschichte der Inseln und ihre Traditionen, ich kenne viele ihrer Bewohner, ich verstehe ihre Sprache* und ich bin ihnen nicht als Badegast begegnet, sondern als Insulaner.
*nur die der Ost- und Westfriesen, die sprechen nämlich Plattdeutsch, die Nordfriesen sprechen Friesisch, und das ist mir genauso fremd wie Dänisch oder Schwedisch
Aus all diesen Erlebnissen, Informationen und Zusammenhängen hat sich bei mir natürlich ein Bild von Inselbewohnern geformt, das wahrscheinlich komplett anders ist als das, was ein Festländer sich so vorstellt - und vor allem weiß ich, dass die Nordfriesen noch mal komplett anders sind als die Ostfriesen.
Und deshalb weiß ich, dass das Buch ganz sicher nicht auf Borkum spielt und überhaupt sind mir die Charaktere, so wie ich sie in den kurzen Ausschnitten, die Dörte Hansen selber vorgelesen hat, kennengelernt habe, komplett fremd.
Für mich sind das einfach willkürlich irgendwelche Menschen, vielleicht leben die auf den Färöer Inseln, das mag sein, die kenne ich nicht, aber ich habe keinen Bezug zu ihnen und ich kann mich nicht in sie reindenken.
Ich bin sehr sicher, dass ein Mensch, der die Inseln und ihre Bewohner nur aus der Perspektive des Badegastes kennt, sich völlig problemlos in die Figuren des Buches reinfühlen kann, denn die Badegäste sind ungemein passend beschrieben, darin erkennen sich wahrscheinlich alle sofort wieder, Badegäste unterscheiden sich offenbar untereinander deutlich weniger als die Inselbewohner von Ost- und Nordfriesland.
Wenn man sich wiedererkennt, dann kann man sich auch leicht vorstellen, dass der Rest der Figuren ebenfalls passt, denn dass die Insulaner anders sind als ein Badegast, das ist jedem klar.
Ich glaube also, dass das neue Buch von Dörte Hansen sicherlich so gut ist wie die vorherigen beiden, nur ich werde dieses jetzt mal auslassen und auf das nächste warten
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Heute war nur Home-Office und überhaupt nur ein halber Tag, Freitags beginnt die Wiedereingliederung in das freie Leben.
Der berufliche Teil bestand aus diversen Telefonaten, dem Schreiben einer Vorlage samt dazugehörender Zahlenrecherche und dem Aufräumen meines E-Mail-Postfachs samt ausführlicher Ablage auf dem Server.
Im privaten Teil des Tages habe ich das Haus gestaubsaugt, anschließend den Staubsauger auseinandergebaut und den Filter gereinigt, die Kaffeemaschine entkalkt, drei Maschinen Wäsche gewaschen, getrocknet und schon wieder zusammengelegt und weggeräumt, die Bäder geputzt, den Glasmüll weggebracht, eingekauft und Abendessen gekocht.
Es gab Selleriesteaks, Ofenkartoffeln, gebratenes Gemüse und Lachstartar und K hat mehrfach betont, wie lecker das gewesen sei und wie schön er es gefunden hätte, dass das Essen auf dem Tisch stand als er nach Hause kam.
Ich habe rumgewitzelt, dass er das doch eigentlich jeden Tag haben könnte, schließlich hält er sich für viel Geld ja extra eine Ehefrau, die außer Haushalt nichts anderes zu tun hat und hatte.
Aber meinen Vorschlag, dass er sie einbestellen solle, damit sie ihm regelmäßig etwas zu essen kocht, hat er abgelehnt, er meint, sie wäre damit nicht einverstanden. Manchmal frage ich mich doch, ob es von mir nicht klüger gewesen wäre, zu heiraten und einfach nur Haus- und Ehefrau zu werden, wäre auf alle Fälle der entschieden bequemere Weg gewesen.
Aber nun ja, ich komme zum Glück normalerweise ja auch ohne Ehefrau klar, wenn man schon in der Jugend beschließt, dass man alles alleine kann, ist man im Alter so geübt darin, dass man sich dann mit dem Konzept Ehefrau auch nicht mehr beschäftigen muss.
Außerdem wäre mir wahrscheinlich sehr schnell sehr langweilig geworden
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Unterwegs an mehreren Unfällen vorbeigekommen,
der eine Unfall war in der Nähe des Aasees und wohl eine größere Sache, überall Blaulicht und abgesperrt, alles stand, nix bewegte sich mehr und es goss in Strömen.
Da ich wirklich genau mitten in die Innenstadt musste, bin ich einfach die nächste Straße links abgebogen und dann auf seltsam verschlungenen Wegen über Kopfsteinpflastergassen, vorbei an Wilsbergs Antiquariat bis zum Domplatz gefahren. Im Dunkeln und bei Dauerregen, um mich herum fuhren überall Radfahrer wie so irre Dämonen, viele ohne Licht und gerne in schwarz gekleidet, schossen sie plötzlich an mir vorbei, die meisten Radfahrer fuhren schneller als die Autos, in Münster ist das ganz normal.
Nachdem die Brille abgeholt war, wollte ich eigentlich nur so schnell wie möglich wieder zurück, ging aber nicht, die Straße am Aasee war immer noch total verstopft, also wurde es ein großer Schlenker außen rum mit der Erkenntnis, dass in Münster die Radfahrer überall sind, auch auf der Außenumgehung, und auch bei strömendem Regen. Muss man mögen.
Das ausgesprochen fiese Wetter scheint aber viele Leute nicht davon abzuhalten, ihre Überzeugung zu leben. Die Aktivisten, die sich da in Lützerath auf den Bäumen festgekettet haben, könnte ich für ihre Wetterunerschrockenheit fast bewundern, wenn ich die Aktion nicht so ungemein dämlich fände.
Wenn die Kohle unter Lützerath nicht ausgebaggert wird, dann wird sie eben irgendwo anders ausgebaggert, das ist dann nur viel teurer und viel umständlicher, aber die Menge an Kohle, die grundsätzlich in Kohlekraftwerken verstromt wird, die ist nicht davon abhängig, wo sie herkommt, sondern die steht längst fest.
Die Kohle unter Lützerath wird also nicht zusätzlich verbrannt, sondern anstatt - und deshalb verstehe ich nicht, was das mit dem Klima zu tun hat.
Ich meine, wenn man es hinbekäme, dass man gar keine Kohle mehr verbrennt, das wäre toll fürs Klima, das hat aber ganz sicher nichts mit Lützerath zu tun.
Und weil man mit dieser Aktion kein Gramm CO2 retten kann, wäre mir das schon bei gutem Wetter zu blöd, aber bei diesem Sauwetter finde ich es wirklich bemerkenswert kindisch. Ich hätte die Typen da ja einfach auf ihren Bäumen sitzen lassen und in Ruhe abgewartet, irgendwann sind die so durchnässt und kaltgefroren, dann kommen sie entweder von alleine runter - oder fallen runter, weil sie sich vor Erschöpfung nicht mehr festhalten können. Aber nein, es musste mal wieder ein Exempel statuiert werden.
Nun denn, jeder so wie er mag
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