anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 24. November 2017
Plötzliche Überfüllung?
Natürlich kann es sein, dass ich mal wieder irgendetwas nicht mitbekommen habe, im Zweifel ist das wahrscheinlich sogar sehr wahrscheinlich, passiert mir ja häufig, dass alle Welt Bescheid weiß, nur ich schaue verpeilt aus der Wäsche und habe mal wieder die neuesten Trends verpennt, die aktuellen Veranstaltungen überhört, oder was es sonst so an spontanen, gesellschaftlichen Entwicklungen gibt, die man nur mitbekommt, wenn man sich auch für die Gesellschaft interessiert.
Das tue ich ja nun nicht, insofern habe ich längst gelernt, dass ich vieles nicht mitbekomme, einfach weil meine Antennen nicht auf Empfang sind.
Aber weshalb heute die Fähre so voll war, dafür habe ich auch nach ausgiebigem Forschen tatsächlich überhaupt keine Erklärung.
Denn ich meine, hallo? Wir haben Ende November, tiefste Schlusssaison der Nebensaison. Hier dürfte eigentlich überhaupt gar gar nichts los sein.
Klar, ein paar Borkumer Wochenendheimkehrer sind immer auf der Freitagabendfähre - aber diese Fähre heute war randvoll mit fremden Leuten und vor allem Autos.

Damit hatte ich ja nun wirklich überhaupt nicht gerechnet. Ich hatte gestern mal im Internet nachgeschaut, da war die Fähre erst zur Hälfte gebucht, völlig normal für diese Jahreszeit, also kein Grund, sich da groß anzustrengen und komplizierte Reservierungen vorzunehmen, da kommt man auch immer spontan drauf.
Zum Glück waren wir dann heute relativ früh in Emden.
Die Fahrt verlief vollkommenen störungs- und stockungsfrei, es war auch noch wunderschönes Wetter und ich bin unterwegs immer schon mal ein wenig hinterm Lenkrad hin- und hergehüpft, weil es alles so schön war.
Meinen Westfalenmann machte das ganz nervös und er meinte, ich solle lieber auf die Straße schauen, aber da war ja nichts los. Doch die Landschaft drumherum und die Farben und die Weite und das Licht - das war alles so viel schöner als die langweilige Straße.

Na, wie auch immer, wir waren früh da, haben den einkalkulierten Puffer nicht benötigt und ich dachte, dann könnte ich ja vielleicht doch mal zur Kasse gehen und meine Karte aktualisieren lassen.
Ich hatte beim letzten Fahrkartenkauf vorsichtshalber schon mal den 22.12. reserviert und mir für diesen Tag eine Karte ausstellen lassen, jetzt hatte ich vor, meine Reservierung auf eine neue Karte zu übertragen und diese einfach auf heute zu aktualisieren.
Aber als ich am Fahrkartenschalter stand (und mich schon über die Menschenmassen wunderte, die da rumstanden), erfuhr ich, dass die Fähre ausgebucht ist und ich leider keinen Platz mehr bekommen könnte.

Sowas. Pong. Was für ein Mist. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich hätte ja im Internet reservieren können, aber wer glaubt denn daran, dass Ende November eine Fähre ausgebucht ist.

Also bin ich wieder umgedreht und habe dann beschlossen, dass wir einfach in der Reihe stehenbleiben, wo wir uns ganz selbstverständlich einsortierten hatten, nämlich in der Reihe für die Autos mit reservierten Fahrkarten. Wo sonst...

Dann kam ein Mensch und kontrollierte die Nummernschilder und winkte schon mal zwei Kurgastautos raus. Ich dachte ja, jetzt erwischt es uns auch, aber er hat uns nicht weiter beachtet.
Als sich die Schlange schließlich in Bewegung setzte waren wir ganz vorne mit dabei (weil wir schon so früh da waren), als wir am Fahrkartenkontrolleur vorbeifuhren, schaute er meine auf den 22.12. ausgestellte Karte an und fragte, ob wir denn für diese Fähre umgebucht hätten, was wir beide spontan und sehr überzeugt bejahten, klar, logisch, haben wir, so dass er uns passieren ließ - und dann waren wir drauf.

Uffff.

War schon ein bisschen aufregend.

J. war, während wir in der Schlange auf die Abfertigung warteten, mit dem Internatsbus aus Esens angekommen und hatte seinen Koffer bereits in unserem Kofferraum untergebracht, auf die Fähre habe ich ihn aber zu Fuß geschickt, schließlich wussten wir zu dem Zeitpunkt ja noch gar nicht, ob die uns im Auto überhaupt mitnehmen.

Als dann aber alles gut durchgelaufen war, war ich auch ein wenig stolz, dass es tatsächlich geklappt hat, manche Dinge muss man eben einfach probieren und nicht zu früh aufgeben. Wer aufgibt hat auf alle Fälle verloren.

Von der Fähre aus haben wir dann schon mal die Heizung hochgedreht, die läuft zum Glück wieder störungsfrei und so eine smart home Steuerung ist eine wirklich praktische Sache für Pendler.
Als wir ankamen war es mollig warm im Haus, und morgen helfe ich dann dem Onkel beim Ausräumen seines Hauses, denn seitdem er jetzt frisch geschieden ist, will er den Kram seiner Ex so schnell wie möglich loswerden. Kann ich irgendwie sehr gut verstehen
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Freitag, 24. November 2017
Alles recht ereignislos heute
Aktuell stecke ich mal wieder in so einer Extremmüdigkeitsphase. Obwohl ich gestern schon um 22h im Bett war und auch ziemlich schnell eingeschlafen bin, war ich heute morgen um 7h so unendlich müde, dass ich nach dem Aufwachen sofort wieder eingeschlafen bin und mich erst gegen 8.30h mühsam aus dem Bett gequält habe. Das waren zwar über 10h Schlaf, aber ich kann ganz klar sagen, das reicht nicht.
Wahrscheinlich trage ich irgendwo verschleppte Gene eines Murmeltieres mit mir rum und der Körper fordert energisch seinen Winterschlaf ein.

Dementsprechend energetisch gemäßigt war auch mein Bürodasein heute. Mein Highlight des Tages war ein BP-Bericht, in dem sich der Betriebsprüfer verrechnet hat. Eigentlich kann sowas heutzutage kaum noch passieren, weil alle Berechnungen von ausgefeilten Programmen geprüft werden, aber diesmal ist es doch passiert und jetzt bin ich extremst gespannt, wie der Steuerbescheid aussehen wird. Normalerweise verarbeiten die Sachbearbeiter, die nach einer Betriebsprüfung den geänderten Steuerbescheid erlassen, stumpf die Vorgaben aus der BP - und wenn das jetzt planmäßig passiert, fallen knapp 100T€ weniger Steuern an, ist doch auch schon mal was, nicht wahr? (Nicht für mich, sondern für eine Firma, aber dort werde ich das natürlich als meinen persönlichen Beratererfolg verkaufen, hihihi)

Ansonsten war heute Abend wieder der halbjährliche Bänkerstammtisch, wieder in dieser Münsteraner Traditionskneipe, die wieder gesteckt voll war mit alten Männern, die dort saßen und ihr Bier tranken, das war schon vor zwei Jahren so und wird sich wohl in den nächsten 20 Jahren auch nicht ändern.

Der CIO hatte diesmal nur Banalitäten zu erzählen, damit ist er aber in guter Gesellschaft. Aktuell erzählen alle Volkswirte nur belangloses Zeug, ich glaube, das liegt daran, dass von denen wirklich keiner auch nur einen Fitzel Ahnung hat, was so an Besonderheiten auf uns zukommen könnte, also bleiben alle ausgesprochen allgemein und oberflächlich, alles ist möglich, von Rezession bis Inflation, von Crash bis Dax auf 15.000, und keiner wagt eine etwas genauere Prognose.
Nun denn, dann machen wir eben unverdrossen so weiter wie bisher, alles andere würde auch keinen Unterschied machen
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Mittwoch, 22. November 2017
Was man so braucht
Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Vorstellungen der Menschen sind, wenn sie gefragt werden, wie viel Geld sie wohl im Durchschnitt so brauchen.

Das Faszinierende an so einer Untersuchung ist nämlich, dass es keine absolute Zahl gibt, dass also das, was jemand wirklich braucht von so vielen verschiedenen Faktoren abhängt, dass man tatsächlich keine absolute Zahl sinnvoll festlegen kann.
Der eine Mensch kommt völlig locker mit 500€ im Monat aus und hat dabei noch das Gefühl, persönlich richtig reich zu sein und sich alles kaufen zu können, was er will, wenn er ein Monatseinkommen von 700€ hat.

Von der Sorte Mensch habe ich eine Tochter, die gar nicht weiß wohin mit ihrem Reichtum, steif und fest behauptet, dass sie sich alles kaufen könnte, was sie will und dementsprechend aber auch sehr wenig Neigung zeigt, sich karrieremäßig zu sehr anzustrengen. Noch studiert sie d.h. aktuell hängt sie grade in so einer Warteschleife zwischen Bachelor und Master, weil die Zulassung zu dem Master, den sie sich ausgesucht hat, nur zum Wintersemester erfolgt, sie aber eben grade erst ihre Bachelorarbeit abgegeben hat. Deshalb geht es für sie erst nächsten Oktober wieder weiter. Das findet sie aber gar nicht schlimm, dann kann sie jetzt in der Zwischenzeit eben ein bisschen jobben und ansonsten das Leben genießen. Sie braucht ja nicht viel. Dass sie überhaupt den Master macht, liegt wahrscheinlich zu einem großen Teil auch daran, dass ich sie so intensiv dazu gedrängt habe, da ich der festen Überzeugung bin, dass die Wörter "zuviel" und "Bildung" in einem Satz nicht vorkommen.

Ihr großer Bruder dagegen braucht mindestens das Doppelte und hat schon früh eine hohe Kreativität gezeigt, sich immer noch mit irgendwelchen Zusatzmitteln aus Darlehen wohlmeinender Verwandte oder Freunde zu versorgen.
Noch als Schüler hat er sich regelmäßig bei seinem Onkel Geld geliehen, ich schätze, bei ihm hatte er sein Taschengeld schon im zarten Alter von 14 locker bis zur Rente verpfändet.
Und obwohl er durch Nebeneinkünfte etc. tatsächlich über deutlich mehr Monatseinkommen verfügt als seine Schwester, kommt er eigentlich schlecht mit seinem Geld aus und fiebert der Zeit entgegen, wo er endlich fertig ist mit seinem Studium und beginnt, ein angemessenes Gehalt zu verdienen. Ich bin sicher, das wird ihm gelingen, da er Medizin studiert und die Mediziner in Deutschland nicht grade zur unterbezahlten Kaste gehören. Er hat jetzt auch schon einige Facharztrichtungen aussortiert, weil dort das Verhältnis von Arbeit zu Verdienst einfach zu ungünstig ist, er ist ganz zielgerichtet an Karriere interessiert, die für ihn auch zwangsläufig mit dem entsprechenden Einkommen verbunden ist.

Das dritte Kind schließlich könnte man wohl am ehesten als Frugalist bezeichnen, seine Grundeinstellung finde ich in diesem Artikel sehr gut wiedergegeben.
Er möchte das Leben so gut wie möglich mit Nichtstun genießen und bereitet sich bereits jetzt sehr sorgfältig auf die "Rente" vor, oder zumindest darauf, dass er sich später ohne extra Mühe die Dinge leisten kann, von denen er heute schon träumt. Da er der festen Überzeugung ist, dass ihm das nur durch Sparen gelingt, hat er letzten Monat einen offiziellen Sparplan eröffnet, in den er monatlich 1/3 seines Taschengeldes per Dauerauftrag einzahlt.

Ich beobachte diese drei Kinder hoch fasziniert, weil sie mal wieder so unterschiedlich sind, in diesem Fall in ihren Ansprüchen und Erwartungen.
(Mich hat es schon bei den Babys fasziniert, wie unterschiedlich Geschwister werden können und allein um das ausführlich zu beobachten hätte ich gerne 17 Kinder bekommen. Hat dann nicht geklappt, aber diese drei sind wirklich ein Paradebeispiel für komplette Individualität bei ansonsten gleichen Erbanlagen.)

Ich beobachte aber auch bei anderen Menschen mindestens genauso fasziniert, wie unterschiedlich die Bedürfnisse und Erwartungshaltungen sein können, bei der Frage "was man so braucht".

Die Marketingleute haben dabei natürlich jede Menge verschiedene Käufertypen unterschieden, hier machen mir die hübschen Akronyme immer großen Spaß.
LOHAS habe ich neulich erst gelernt. (Lifestyles of Health and Sustainability) Ich hätte sie sonst wahrscheinlich als grüne Yuppies (young urban professional) bezeichnet, was es aber längst nicht so gut trifft und mal wieder beweist, dass sich auch diese Lifestyle-Ideen schneller ändern als ich mitkomme. Denn natürlich sind all diese verschiedenen Anspruchs- und Erwartungshaltungen im Grunde auch nur Ausfluss bestimmter gesellschaftlicher Entwicklungen und die sind immer trendgesteuert, aber gleichzeitig natürlich auch davon abhängig, was der einzelne überhaupt für Auswahlmöglichkeiten hat.

Und hier steht es dann endlich, das Wort, das für mich die Freiheit schlechthin bedeutet:
Auswahlmöglichkeiten
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Denn natürlich sind alle Trends und Typen, alle Lebensmodelle, Ansprüche und Erwartungen nur graue Theorie, wenn ich gar nicht die Möglichkeit habe, sie auszuwählen.
Um diese Freiheit zu erlangen, muss ich im ersten Schritt die Grundlagen schaffen und im zweiten Schritt dann auch bereit sein, Kröten zu schlucken. Wenn ich vorhabe, mit 40 in Rente zu gehen, dann kann ich bis 39 nicht in Saus und Braus leben und regelmäßig mehr als mein Einkommen verprassen. Wenn ich dann allerdings nach 20 Jahre eisernem Sparen mit 41 an einem Herzinfarkt versterbe, ist das auch wieder dumm gelaufen.
Wenn ich meine, 500€ sind ein ausreichendes Monatseinkommen und für mehr muss man sich nicht bewegen, dann muss ich auch damit leben, dass ich nur sehr wenig individuelle Selbstbestimmung habe. Denn dann funktioniert ein Leben im Zweifel nur in einer Groß-WG, die mir nur sehr wenig Privatsphäre lässt und jederzeit verfügbare Stand-by-Mobilität wird dann sicherlich auch ein Problem.
Wenn ich dagegen meine, ich bräuchte mehr Geld und immer mehr Geld, weil es so viele Dinge gibt, die ich mir kaufen möchte, dann verzichte ich in ähnlichem Maße auf meine individuelle Selbstbestimmung, weil ich dann die meisten Dinge im Leben meiner Karriere unterordne.

Man kann es also drehen und wenden wie man will, jedes Lebensmodell hat seine Vor- aber auch seine Nachteile.
Wichtig finde ich nur, dass man sich selber aktiv entschieden hat und nicht willenlos und ohne sich der Folgen bewusst zu sein, in irgendetwas hineingeschliddert ist.
Wenn man aber gefühlt ungewollt tatsächlich in eine Situation hineingerutscht ist, die einem dann, wenn sie unbequem wird, plötzlich nicht mehr gefällt, dann hat man sich meiner Meinung nach trotzdem bewusst dafür entschieden. Man hat sich nämlich viele Jahre lang aktiv dafür entschieden, sich keine Gedanken darum zu machen und sich stattdessen lieber auf den lieben Gott das Wohlwollen von anderen Leute, das BGB oder das Sozialgesetzbuch verlassen. Klar ist es blöd, wenn der Plan dann nicht aufgeht, aber hey, ist das wirklich der liebe Gott schuld?

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Samstag, 18. November 2017
Besser als gedacht
Ich habe dieses Wochenende einige Gespräche zu führen hier auf Borkum, deshalb hatte ich ursprünglich geplant, die Fähre um 8h ab Emden zu nehmen, da wir gestern Aufsichtsrat hatten und ich deshalb die Freitagsfähre nicht mehr erreichen konnte.
K. konnte nicht mitkommen, da er eine dieser unsäglichen Wochenendsitzungen hatte, die am Freitag voll mit Gesprächsrunden gestopft sind und am Samstag dann noch "gemeinschaftliches Programm mit Besichtigung" vorsehen. Freitagabend natürlich irgendeine Abendveranstaltung mit Übernachtung, versteht sich.
Solche Geschäftstermine gibt es häufig, ich frage mich immer, ob die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer kein Familienleben hat oder - wahrscheinlich die realistischere Variante - tatsächlich froh ist, sich mit solchen Terminen mal eine Familienauszeit verschaffen zu können. Denn ansonsten kann ich mir keinen Grund vorstellen, warum man nach den notwendigen Sitzungen noch freiwillig "Freizeitprogramm mit Geschäftspartner" anschließen sollte. Oder das ist genau dieses "Netzwerken", was ich immer so gräßlich finde, und deshalb finde ich es unglaublich überflüssig.
Egal, ich hatte mir vorgenommen, Samstagmorgen um 5h loszufahren, damit ich ohne Stress die Fähre um 8h bekomme und hatte mich auf einen "freien" Abend eingestellt.
Gegen Mitternacht klappert es plötzlich an der Haustür und K. erscheint. Zufrieden grinsend, weil er seinen Geschäftspartnern entkommen war.
Er hatte das Fliegerwetter beobachtet und entschieden, dass morgen (also heute) wunderbares Wetter zum Fliegen sei.
Offiziell sagte er natürlich, dass er mich nicht alleine fahren lassen wollte, darüber habe ich mich auch sehr gefreut und ihm das auch offen gezeigt, ganz in echt glaube ich allerdings, wenn das Wetter ganz klar kein Fliegerwetter gewesen wäre, dann hätte er wahrscheinlich doch deutlich weniger Bedenken gehabt, mich alleine fahren zu lassen. Aber so war es natrülich perfekt.
Ich musste nicht alleine schlafen (was ich scheußlich finde) und konnte außerdem auch noch fast vier Stunden länger schlafen.
Gegen kurz nach 9h waren wir in der Luft, das Wetter war tatsächlich sehr gut fliegbar, der Onkel holte uns ab, um 10.30h waren wir zuhause, eindeutig schneller und entschieden bequemer als Auto+Fähre.

Regen schadet ja nichts beim Fliegen, die Flugzeuge sind wasserfest, aber als wir dann hier zuhause waren und noch mal rausmussten, um verschiedene Dinge zu erledigen, da war das Wetter schon eher unangenehm.
Also haben wir bis 13h gewartet, dann sagte die Wetter-App, dass für die nächsten zwei Stunden keine Wolken im Anmarsch sind und wir haben es dann auch fast geschafft, trocken zu bleiben. Dabei haben wir sogar die große Tour über die Promenade gemacht - jetzt im November, wo die Insel fast leer ist, macht es einfach Spaß sich so frei zu fühlen, direkt am Wasser lang zu fahren und die Einsamkeit zu genießen.

Anschließend sind wir noch Einkaufen gefahren und haben ganz nebenbei auch unsere Alkoholvorräte gewaltig aufgefüllt, der Winter kann jetzt kommen, wir haben nicht nur Wein, Punsch und Bier, sondern auch drei Flaschen Rum. (Seitdem ich das Rezept für den perfekten Eiergrog entdeckt habe, achten wir darauf, dass immer genug Rum und Eier im Haus sind.)

Am Abend haben wir es uns dann mit Eiergrog vorm Kamin gemütlich gemacht und endlich den Film angesehen, der schon letztes Jahr rauskam, hier auf Borkum gedreht wurde, bei dem ich aber die Exklusivvorführung im Inselkino verpasst habe und mich deshalb sehr gefreut habe, als ich den Film jetzt als DVD geschenkt bekam.

Der Film heißt Ferien und ist wieder so eine intellektuelle Kunstverfilmung, für die ich mal wieder zu blöd bin, um das künstlerische angemessen würdigen zu können, aber ich wollte ja auch eigentlich nur die Insel gucken und das geht auch ohne dass man die Handlung verstehen muss.
Und mit Eiergrog neben dem bullernden Ofen ist es sowieso immer schön, egal wie albern man den Film findet



Ich glaube, was so "psychische Besonderheiten" angeht, bin ich sehr einfach gestrickt. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand eine Meise hat oder mit sich und seinem Leben nicht gradeaus klarkommt - nur fehlt mir das Verständnis, warum, man das auch noch aufwändig verfilmen sollte und vor allem, weshalb so eine Verfilmung dann auch noch als "künstlerisch wertvoll" hochgejubelt wird.
Aber ich habe ja auch kein Verständnis für moderne Kunst mit wilden Klecksen oder Zwölftonmusik ohne Takt und Rhythmus, deshalb sollte man meine Kritik an solchen Filmen auch nicht so ernst nehmen
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Donnerstag, 16. November 2017
Nachtrag und Reichtum
Ich habe immer noch keine Erklärung, wie der Text, den ich gestern geschrieben habe, plötzlich verschwinden konnte. Ich habe keinen Browser-Tab geschlossen, ich habe keine Löschen-Taste gedrückt, ich habe einfach gar nichts gemacht, außer kurz Pause beim Schreiben und als ich weitermachen wollte, stand der Blog auf der Startseite und weit und breit keine "Beitrag-schreiben-Seite" mit Inhalt. Sehr seltsam, sehr, sehr seltsam.

Aber nachdem ich auch heute, trotz intensiver Fehlersuche keine Erklärung für dieses Mysterium gefunden habe, gebe ich es auf und lebe mit einem Rätsel mehr.

Berichtet hatte ich zunächst über das Abholen des Paketes aus der Packstation, denn das klappte unerwartet problemlos.
Zwar hat die Packstation keinen Touch-Bildschirm, sondern eher einen Squeeeze-Bildschirm, denn man muss schon seeehr feste drücken, bevor er überhaupt auf irgendeine Eingabe reagiert, aber das war auch wirklich das einzige Hindernis.
Ansonsten alles sehr einfach und verständlich. Man steckt seine Kundenkarte in den Schlitz (gibt sogar ein Bild, wie rum sie reingesteckt werden muss), dqann wird nach der SMS zugesendeten Abholnummer gefragt, die man mit viel Drücken auf dem Squeezebildschirm eingeben muss und dann springt auch schon ein Türchen auf und es ist Advent.
Oder so.
Auf alle Fälle bin ich jetzt seit zwei Tagen stolzer Besitzer von einem Paar Airpods, weil ich ja dieses neue iPhone habe, was keinen Anschluss mehr für ein Kopfhörerkabel hat und da dachte ich, ich leiste mir am besten die original Apple-Teile. Erfahrungsgemäß haben alle Dinge von Apple eine sehr angenehme Qualität und da ich ja reich bin, kaufe ich mir sowas jetzt einfach.

Dass ich reich bin, ist so eine Erkenntnis, die ich mir immer wieder neu einhämmern muss, denn wenn man den größten Teil seines Lebens das Gefühl hatte, dass man dringend sparen und knausern muss, um auf Dauer über die Runden zu kommen, ist so ein plötzlicher Reichtum gar nicht einfach ins Alltagsleben zu integrieren.

Dabei ist dieser Reichtum weder über Nacht noch durch einen Lottogewinn entstanden, sondern im Grunde auch nur dadurch, dass ich mal in Ruhe nachgedacht und nachgerechnet habe und dann feststellte: Wenn ich einfach so weiterlebe, wie ich bisher lebe, bleibt am Ende meines Lebens so viel übrig, dass meine Erben sich ein Loch in den Bauch freuen, wenn ich tot bin - und irgendwie fand ich das eine traurige Vorstellung.

Ich habe nämlich die Kunst des Geldausgebens so sehr minimiert, dass ich die meisten Dinge nicht nur grundsätzlich sehr günstig kaufe, sondern dass ich eben viele Dinge überhaupt nicht kaufe bzw. kein Geld dafür ausgebe.
Dinge nicht zu brauchen ist tatsächlich die allereffektivste Methode, um so wenig Geld auszugeben, dass jeden Monat etwas übrig bleibt, was man dann sozusagen zwangsläufig spart - und wenn Vermögensverwaltung Teil des eigenen Jobs ist, spart man in der Regel auch noch produktiv, so dass schon nach kurzer Zeit das gesparte Geld von ganz alleine anfängt, sich ebenfalls weiter zu vermehren und so wird es sehr schnell zu einem echten Selbstläufer.
Natürlich kam dann auch noch CWs Tod dazu, dadurch war mit einem Schlag klar, dass ich alles, was bereits da war, nicht mehr abgeben musste und so nach und nach schlich sich dann das Gefühl ein, dass ich wohl tatsächlich reich bin.

Jetzt nicht reich im Sinne von Millionär mit einem siebenstelligen Betrag auf der Bank, aber immerhin so weit reich, dass ich ziemlich sicher bin, dass ich mir in der Zukunft keine Sorgen darum machen muss, ob ich mit meinem Geld auskomme.
Das liegt natürlich auch daran, dass ich zeitlich im Leben schon einigermaßen weit vorangeschritten bin und die Ungewissheiten, was da im Leben noch alles so auf einen zukommen könnte, deutlich geringer geworden sind.
Was meinen Job und mein regelmäßiges Einkommen angeht, muss ich mir schon deshalb keine Sorgen machen, weil die Zeit, in der das wünschenswerterweise noch alles unverändert so weiter laufen sollte, immer kürzer wird, so dass natürlich auch die Risiken weniger werden, die einem Probleme machen könnten. Krankheit ist natürlich so ein Risiko, aber selbst diesen worst case könnte ich mittlerweile mit einer recht akzeptablen Erwerbsunfähigkeitsrente gut überbrücken.
Und wenn die aktive Zeit erst mal vorbei ist, ist sowieso alles gesichert. CW hat sich darum gekümmert, dass ich eine ziemlich gute Altersvorsorge habe, wenn ich auch offiziell zur Hochrisikogruppe der "Armut im Alter" Menschen gehöre. Alleinerziehend mit drei Kindern, ich glaube, da stehen die Chancen auf Armut im Alter locker bei 80%, aber CW sei Dank, das war ihm immer wichtig, so dass ich mir da auch nur sehr wenig Gedanken drum machen muss. (Ich hab ein Haus, ein Äffchen Auto und ein Pferd das fährt....)
Zusammengefasst heißt das also, dass ich im Grunde bedenkenlos mein Monatseinkommen verjubeln könnte, etwas, was ich noch nie getan habe, was mir aber zunehmend beginnt, Spaß zu machen.
Das einzige, was ich noch nicht so genau weiß, ist, was ich denn wirklich so alles kaufen möchte. Mein Dilemma ist, dass ich ständig das Gefühl habe, ich brauch das alles nicht.....

Aber jetzt habe ich ja diese Airpods (btw: natürlich gebraucht bei ebay gekauft, ich kann da einfach nicht aus meiner Haut, aber ich finde es so entsetzlich überflüssig, Dinge neu zu kaufen, wenn sie jemand anderes doch gerne für einen viel niedrigeren Preis gebraucht abgeben möchte, sie aber in Funktion und Nutzen absolut gleichwertig mit neuen Teilen sind.) und seit zwei Tagen spiele ich mit den Dingern rum und bin durchaus fasziniert von der Technik, die Apple da mal wieder perfekt gestyled und entwickelt hat - aber wenn ich ganz ehrlich bin: Wenn ich sie nicht hätte, wäre auch okay
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Montag, 13. November 2017
(H)ausverkauf
Irgendwas ist ja immer.
Jetzt hat K. unser gemietetes Reihenhaus im Internet entdeckt, wo es zum Verkauf angeboten wird.
Mich hat das extrem beunruhigt, denn es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass potentielle Selbstnutzer sich für das Haus interessieren und dann droht die Kündigung wegen Eigenbedarf.
Alternativ kauft es ein Mensch zur Kapitalanlage, dann wird er mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit die Miete erhöhen. Ich gebe ja zu, dass wir hier sehr günstig wohnen, aber deswegen finde ich Mieterhöhungen trotzdem doof.
Ein echter GAU wäre aber ein Selbstnutzer und die Kündigung, denn wir wollen hier ja sowieso nur noch ca. sieben Jahre wohnen. Ab 2025 arbeiten wir nicht mehr in Münster, dann können wir auch den Standort hier aufgeben, aber bis dahin ist das Wohnen hier ziemlich alternativlos. Und deswegen wäre ein Umzug für so eine relativ kurze Zeit eben einfach nur ätzend.

K. hat dann gestern mit dem Eigentümer telefoniert und ich heute mit dem Makler. Jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht
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Freitag, 10. November 2017
Dips für Reiche
Eines der Dinge, dass ich gestern als „Erfahrung“ erlebt habe, war der spontane Kauf von Dips und Antipasti bei Tante Tomate.
Da ich ausgesprochen selten in „normalen Einkaufsläden“ unterwegs bin und auf Wochenmärkten schon mal gar nicht, komme ich sehr selten in Kontakt zu diesen verführerischen Dips und Antipasti, wie sie sonst auch von griechischen oder türkischen Händlern verkauft werden.
Gestern war ich in einem Supermarkt, der nach dem Shop in Shop Prinzip auch diverse Flächen an Kleingewerbetreibende unterverpachtet hat, unter anderem eben auch an Tante Tomate, die dort neben dem Mister Minit, der Reinigung und dem Blumenladen einen Stand hat und leckere Dinge anbietet.

Jetzt bin ich zwar nicht oft, aber doch ab und zu in diesem Supermarkt, nur in den letzten zehn Jahren habe ich dieser Eingangs-Verführung regelmäßig unbeeindruckt widerstanden. Doch gestern war’s dann soweit. Ich war in dem Supermarkt, weil es dort einen sehr guten Metzger gibt, und beim Rausgehen beschloss ich spontan, dass ich endlich einmal einige dieser Dips probieren wolle. Insgesamt hat mir die Verkäuferin dann vier kleine Plastikdöschen eingepackt, in jedem nur eine kleine Portion, grad genug, um ein bisschen „zum probieren“ mitzunehmen. Sie wog jedes Plastikdöschen einzelnen ab und sagte dann fröhlich: 19,43€


Ich meine, das Zeug war nicht schlecht, oder wie mein Westfalenmann zu sagen pflegt: „Kann man wohl essen.“ Ob ich aber noch mal 20€ für vier kleine Miniportionen „Probierhäppchen“ ausgeben werde, wage ich dann doch eher zu bezweifeln.
Denn sooo gut war es nun wiederum auch ganz bestimmt nicht
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Mittwoch, 8. November 2017
Job goes on
Heute lief das mit der Arbeit schon wieder ziemlich fluffig. Wenn man erst mal so 2-3 Tage wieder im Trott ist, normalisiert sich auch diese störende Widerwilligkeit, und man hört einfach auf, sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, ob das wirklich alles so sinnvoll ist, wie man da täglich sein Leben verplempert.

Denn ganz grundsätzlich betrachtet ist es ja so, dass ich ohne Arbeit mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit noch viel unzufriedener wäre. Erstens hätte ich da nichts mehr zu jammern, das ist schon mal ganz schlimm. Und zweitens hätte ich dann ja auch nichts mehr zu tun und - ganz entscheidender Punkt- dann säße ich den ganzen Tag alleine rum und müsste meine Einsamkeit verwalten, und das ist noch viel schlimmer.
Wenn mein Westfalenmann auch nicht mehr arbeitet, dann stelle ich mir das ganz toll vor, selber auch nicht mehr arbeiten zu müssen, denn dann können wir zu zweit alles mögliche unternehmen, was mir im Zweifel alleine aber überhaupt keinen Spaß macht.
So sehr ich mich auch im weiteren sozialen Sinne bewusst ausgrenze und einigel, so sehr bin ich aber auch auf eine zweite Person fixiert, die dafür all meine sozialen Bedürfnisse in Personalunion bedient.

Ich war schon immer so ein „Ein-Personen-Mensch“.
Ich hatte für jeden Lebensabschnitt immer nur eine einzige beste Freundin, der Rest der Bekanntschaften war mir daneben nie so wirklich wichtig.
Dann habe ich irgendwann CW kennen gelernt und nach 18 Jahren CW bin ich zu meinem Westfalenmann gewechselt . Mehr Menschen brauche ich eigentlich nicht in meinem Leben.

Aber deshalb nutzt es auch nichts, wenn ich ganz alleine aufhöre zu arbeiten. Bringt mich kein Stück weiter, im Gegenteil. Deshalb mache ich meinen Job jetzt einfach noch so lange weiter, bis K. ganz normal in Rente geht. Danach gibt es keinen Grund mehr für mich, aber bis dahin halte ich durch und freue mich darüber, dass ich darüber jammern kann
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Dienstag, 7. November 2017
Tagesanfang
Aufgewacht bin ich heute morgen um 6.34h. K. brachte den Aufwachkaffee und ich habe noch bis 7.45h im Bett gelegen und Internet gelesen. Es ist erstaunlich, in welchem Tempo die Zeit verfliegt, wenn man gemütlich im Bett liegt und versucht einen übervollen feedreader kleinzukriegen.
Als ich um 6:34 Uhr auf die Uhr schaute, habe ich noch gedacht, dass heute doch sicher ein guter Tag ist, um mal ganz früh im Büro zu erscheinen. Als es aber fünf Minuten später schon viertel vor acht war, habe ich diesen Plan wieder verworfen.
Klappt nicht bei mir, vor 9h schaffe ich es sozusagen nie, in halbwegs sortiertem Zustand arbeitsbereit parat zu sein. Wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, wie es Leuten gelingt, regelmäßig schon um 7h im Büro zu sein.
Ein bisschen suspekt sind mir diese Kollegen aber auch
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Donnerstag, 2. November 2017
Nichtstun rulez
Eigentlich gibt es niemanden, der mich fragt, womit ich meine Tage denn üblicherweise so verbringe, denn eigentlich habe ich mir ein recht überzeugendes Außenwirkungsbild aufgebaut, das sozusagen jeden, der mich kennt, annehmen lässt, ich bin im Grunde dauernd überbeschäftigt und drehe ein ganz großes Rad.
Vielleicht ist das auch tatsächlich so, ich kann das überhaupt gar nicht mehr objektiv beurteilen, denn um für andere ernsthaft überzeugend zu sein, muss ich natürlich auch selber fest daran glauben, dass ich überdurchschnittlich stark beschäftigt bin und natürlich auch ständig mit einem Leistungsgrad von 150% unterwegs bin.

Selbstverständlich glaube ich fest, dass das so ist, zumindest die Nummer mit dem Leistungsgrad ist bestimmt richtig, was allerdings eine Kleinigkeit ist, wenn man die 100% Leistungsgrad am Durchschnittsoutput der sonstigen Kollegen misst.
Das hört sich jetzt nach einer gewaltigen Hybris an, liegt aber einfach nur darin begründet, dass ich nicht mehr in der Privatwirtschaft tätig bin, sondern im öffentlichen Dienst.
Wenn man nach 25 Jahren Tätigkeit in der freien Wirtschaft in den öffentlichen Dienst wechselt, fühlt sich das am Anfang an, als ob man aus vollem Lauf auf Kindergartengetrippel abgebremst wird.
Für mich war das allerdings die perfekte Übergangsmethode, denn als ich vor über neun Jahren mein Leben neu erfunden und in diesem Zusammenhang auch genau diesen Wechsel vollzogen habe, hätte ich zunächst mal gar nicht die Kraft gehabt, mit dem alten Schwung weiterzulaufen, so dass ich nur mit einer halben Stelle im öffentlichen Dienst angefangen habe, aber nach kurzer Zeit erstaunt feststellte, dass ich mit einer halben Stelle ungefähr so viel leiste, wie andere Kollegen, die sich den ganzen Tag im Büro rumdrücken. Das gab gewaltig viel Selbstbewusstsein und führte nach einiger Zeit dazu, dass ich mir ganz ohne Stress eine volle Stelle zutraute, denn die heißt im öffentlichen Dienst eben wirklich nur 40 Stunden und nicht 60, wie in der freien Wirtschaft.

Diese volle Stelle habe ich also nun schon seit ein paar Jahren, da ich mich vorher aber gut regeneriert und erholt hatte, finde ich so ca. 45-50 Stunden die Woche überhaupt nicht anstrengend, was wiederum dazu führt, dass ich mir locker zwei-drei Wochen Extraurlaub pro Jahr einfach durch Überstunden abbummeln leisten kann.

Eine dieser Extrawochen läuft grade, okay, durch die Feiertage sind es nur drei Extratage "Gleitzeit", die man einsetzen muss, absolut ist es aber eine ganze Woche Ferien, die ich grade genieße und eben erschrocken festgestellt habe, dass morgen schon Freitag ist und damit die Extrazeit schon fast wieder rum ist.
Was ich in den letzten Tagen gemacht habe, kann ich gefühlt in einem Wort zusammenfassen: Nichts.
In echt, war es natürlich etwas mehr, ich habe der Fachschaft Medizin in Hamburg einen Crashkurs in Sachen Buchhaltung gegeben, anschließend alte Freunde von ganz früher wiedergetroffen und wahrscheinlich viel zu viel Rotwein getrunken, aber es gab Amarone und deshalb wäre es zu schade gewesen, wenn ich da nicht mitgehalten hätte, dann habe ich Herwart getrotzt und bin streng gegen den Wind bis nach Borkum gefahren (das Auto brauchte locker 25% mehr Sprit als sonst, nur weil es der Gegenwind so stark war), habe zwei Tage mit der Heizung gekämpft (okay, kämpfen lassen) und abschließend gewonnen, bis dahin aber sehr gefroren und tapfer kalt geduscht (wobei Zähneputzen mit kaltem Wasser noch viel schlimmer ist, finde ich), gestern habe ich ein Haus gekauft und heute so lange experimentiert, bis ich jetzt tatsächlich den perfekten Eiergrog beherrsche.

Und natürlich habe ich auch noch andere Dinge in der Zwischenzeit gemacht, schließlich bin ich seit über 100 Stunden schon hier auf Borkum, aber gefühlt habe ich meine Zeit hauptsächlich mit Nichtstun verbracht - und das tatsächlich mal wieder sehr genossen.
Für die Außenwirkung ist das aber natürlich eine Katastrophe, deshalb bin ich auch sehr froh, dass eigentlich keiner fragt, was ich denn tatsächlich den ganzen Tag so mache. Eigentlich heißt in diesem Fall niemand außer mir selber - und ich übe grade, mir auf meine eigene Nachfrage zu bestätigen, dass ich alles richtig gemacht habe
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