anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 10. Dezember 2017
Alptraum
Jetzt ist es passiert: ich habe heute Nacht davon geträumt, dass ich mit einem (meinem) Baby /Kleinkind (ich bin schon so lange raus aus der Mama-Szene, dass ich nicht mehr weiß, wann ein Baby zum Kleinkind wird, das Kind in meinem Traum war jedenfalls ca. 1 Jahr) unterwegs war und erst am Abend bemerkte, dass ich den ganzen Tag vergessen hatte, dem Kind die Windeln zu wechseln. Das Ganze stand in einem schrägen Kontext zu einem Wickelrucksack, den sich der älteste Sohn ausgesucht hat, (im real life ist er mittlerweile zarte 26, schluck, mir wird gerade erst selber klar, wie alt das tatsächlich schon ist) also auf alle Fälle wünscht der sich so einen Rucksack. Das tut er übrigens tatsächlich, nämlich diesen und mitgeteilt, dass er sich den wünscht (Weihnachten, Zaunstockgefuchtel) hat er mir das schon vor über einer Woche und da hätte ich noch eine Chance gehabt, den auf Kick Starter vorzubestellen, aber das habe ich verpennt, denn da ist jetzt die Frist abgelaufen, weil die Aktion nur bis zum 6. Dezember ging und jetzt bin ich auch im real life schon wieder eine schlechte Mutter, ich glaube das wird nie mehr was mit mir. Er wünscht sich diesen Rucksack übrigens nur aus optischen Gründen, weil das genau der ist, der ihm am besten gefällt, dass das eigentlich ein Windeltaschen-Rucksack ist, scheint ihn dabei überhaupt gar nicht zu stören, nur ich bin mir nicht sicher, ob ihn das auch dann nicht stören wird, wenn er das Teil in echt benutzen soll, aber das wiederum kann man ja auch erst wissen, wenn er das Teil tatsächlich in echt bekommen hat. Nur genau daran scheint es jetzt schon wieder zu scheitern, denn aktuell habe ich noch nicht herausgefunden, wo genau ich dieses Modell jetzt überhaupt noch pünktlich bis Weihnachten kaufen kann.
Egal, in meinem Traum hatte ich diesen Rucksack auf alle Fälle schon, und ich hatte ein passendes Kleinkind, aber eben nicht genug mütterliche Fürsorge, um diesem Kind zeitnah die Windeln zu wechseln.
Mitbekommen haben das dann ungefähr 5 Trillionen Mama-/Elternbloggerinnen, die alle durch diesen unglücklicherweise gesetzten Link bei Frau Brüllen auf mich aufmerksam wurden und deren geballte Verachtung sich nun als nicht zu bremsender Shitstorm auf meinem Haupt entlud.
Vorgeworfen wurde mir dabei nicht nur das, was ich schon vor 26 Jahren alles falsch gemacht habe und was mir deshalb auch vor 26 Jahren schon alles vorgeworfen worden ist, sondern auch Dinge, die ich heute alle falsch mache, denn - und das habe ich in diesem Traum auf die harte Tour gelernt - heute ist es tatsächlich ungleich herausfordernder, eine gute Mutter zu sein, als es vor 26 Jahren war.
Heute müssen außer all dem Kram, der vor 26 Jahren schon verlangt wurde auch noch so Begriffe wie geborgen, achtsam, nachhaltig und hygge oder lagom und überhaupt eben viel mehr Tüddelü beachtet werden und ich habe das Windelwechseln im Traum nur deshalb vergessen, weil ich mich von all dem Kram einfach komplett überfordert fühlte und wie eine Irre den ganzen Tag mit Kind im Buggy und Windel-Rucksack auf dem Rücken durch irgend einen nachhaltig achtsamen hyggeligen hügeligen Park gejoggt bin, um auf alle Fälle ausreichend Schritte für den Schrittzähler und Frischluft für das Kind zusammen zu kriegen.
Ich war im Traum schon völlig groggy und dann fielen diese Mamabloggerinnen über mich her.
Gegen 3:00 Uhr bin ich schweißgebadet aufgewacht und habe dann circa 1 Stunde darüber gegrübelt, wie ich meine Kinder in meinem Blog nennen könnte, denn so profane Dinge wie einfach den Vornamen zu benutzen (den man sich als Eltern für sein Kind doch extra mit viel Mühe ausgesucht hat, um ihn anschließend aber anderen Leuten gegenüber auf alle Fälle zu 100 % geheim zu halten, ich habe den Grund nicht verstanden, wohl aber dass das eine zwingende Vorschrift ist) also, einfach das Kind beim Namen nennen geht nicht, den Vornamen aus Bequemlichkeitsgründen dann nur mit dem ersten Buchstaben abzukürzen, erscheint aber auch nicht ausreichend hyggelig und deshalb brauche ich dringend alternative Blognamen -Begriffe.
Ungefähr 95% (ich habe gezählt und gerechnet) nein, habe ich doch nicht, war mir letztlich zu mühsam, aber gefühlt mindesten 90% aller bei Frau Brüllen verlinkten WmdegT-Blogs sind reine Mama-Papa-Elternblogs und nachdem ich nur 25 dieser Blogs grob überflogen hatte, schwirrte mir der Kopf ob all dieser unglaublich kreativen Wortschöpfungen für die dort vorkommenden Kinder.

Prima, Secundo, Tertia
Pusteblume und Wildkraut
Mutzelchen und Winterkind
Das Kleinchen und das Sternenkind
Schnupsido und Wemmelinchen
Junior, Midi und Mini
Monsieur, Mademoiselle und Madame
Mini-Monsieur, Midi-Madame etc.
Wurzelpeter und Heidimaus
Das Schnuffelchen
Herr Schnuffel und Frau Grummel,
Frau Mini, Frau Miniklein, Frau Klein,
Schnuppi, Knupsi,
Mini X und Maxy Y,
Das Löwenmädchen, der Tigerjunge,
Schmettermaus und Drachenling

Gegen 4h hatte ich immer noch keine akzeptablen Blognamen für meine Kinder erdacht, ich glaube, die sind auch schon alle verbraucht, weshalb ich aufstand, mir einen heißen Grog mit Honig machte und danach endlich traumlos und zufrieden bis morgens um 10h schlafen konnte
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Donnerstag, 7. Dezember 2017
Nachträgliche Gedanken
Die Teilnahme an der Blogparade bei Frau Brüllen hat ja nun eine Menge Traffic auf dieses Blog gelenkt und ich weiß noch gar nicht, ob das eine kluge Idee war oder ob ich als Folge dessen demnächst wieder dieses Verfolgungswahnsyndrom entwickele und meine, ich müsse sofort und maximal spurenlos aus dem Internet verschwinden.
Denn zwischendurch ist es ja durchaus so, dass ich mich über Meinungen und/oder Menschen aus meinem "real life-Umfeld" aufrege. In der Regel sind das auch immer dieselben Meinungen und/oder Menschen, gleichzeitig habe ich aber in meinem real life überhaupt keine Lust, mich mit diesen Menschen tatsächlich und in echt über diese Meinungen oder Dinge auseinanderzusetzen, bei denen ich eben regelmäßig einen anderen Standpunkt habe.
In meinem real life gehe ich solchen Auseinandersetzungen üblicherweise durch "ghosting" oder durch aktives auf die Zunge beißen aus dem Weg, weil ich bei einigen (oder vielen?) Menschen der festen Überzeugung bin, dass da eine offene Auseinandersetzung sowieso frucht- und zwecklos ist.
Meiner Meinung nach (und das ist etwas, was ich in vielen Jahren immer wieder durch aktive, negative Erfahrung gelernt habe), gibt es bestimmte Themen, über die kann man mit den meisten anderen Leuten nicht reden, weil sie zu diesen bestimmten Themen bereits eine derart feste Überzeugung haben, dass es für sie außer 100% nein und niemals (bzw. 100% ja und immer) keine Grautöne gibt und sie deshalb noch nicht mal bereit sind, sich mit einem ganz, ganz kleinen bisschen Graueintrübung wenigstens gedanklich auseinanderzusetzen. Denn für bestimmte Dinge gibt es schlicht niemals und never eine positive Erklärung oder Begründung - meinen einige Menschen.
Nehmen wir extreme Beispiele: Ein Kinderschänder ist ein Kinderschänder und da gibt es keine Entschuldigung oder gar Erklärung. Jeder kennt die klassischen Entschuldigungen, die ein Kinderschänder so vorbringt "es hat ihr aber doch auch Spaß gemacht" oder so etwas in der Art - und das ist natürlich völliger Blödsinn, denn ein elfjähriges Mädchen kann noch gar nicht wissen, was so etwas für sie bedeutet, die kann gar nicht beurteilen, was ihr wirklich Spaß macht, das hat sich der Kinderschänder nur selber eingeredet und die schweren Traumatisierungen zeigen sich eventuell auch erst im Rentenalter, aber auf alle Fälle und zu 100% sicher gibt es für so eine Tat keine Entschuldigung. - Ich habe dieses extreme Beispiel gewählt, weil ich bei Kinderschändern im Zweifel selber so reagieren würde, zu fest sitzt die Überzeugung, dass es für so etwas niemals, ich wiederhole: NIEMALS einen vernünftigen Grund oder gar eine Erklärung und Entschuldigung gibt.

Und das gleiche gilt für Mörder oder für Vergewaltiger oder Tierquäler oder Eltern, die ihre Kinder schlagen oder eben jede Gattung menschlicher Verfehlungen, die man moralisch ethisch schlicht ablehnt, eben weil so etwas nur schlechte Menschen machen.
Um das Ganze besonders kompliziert zu machen, hat natürlich jeder seine eigenen moralisch-ethischen Wertvorstellungen, die für ihn nicht disponabel sind, und wenn man selber in einem dieser ehtisch-moralischen Themenkomplexe eine Mindermeinung hat, weil man zB Leute, die Spinnen totschlagen nicht als Tierquäler bezeichnen würde, dann weiß man nie, ob jemand, der vielleicht für diese eine, besondere Mindermeinung ein Verständnis hat, das für eine andere Mindermeinung auch noch aufbringt. Es ist also ein dauernder Tanz auf dem Vulkan, wenn man meinungsgebildet nicht mit der Masse schwimmt und da ich mir auf diesem Vulkan schon so und so oft die Finger und die Füße verbrannt habe, habe ich irgendwann aufgehört, mich mit anderen Menschen überhaupt auseinandersetzen zu wollen.

Dazu kommt, dass ich grundsätzlich auch überhaupt keinen missionarischen Eifer verspüre, irgendjemanden zwingend von meiner Sicht der Dinge überzeugen zu müssen, genauso wenig will ich aber selber bekehrt werden. Ich möchte am allerallerliebsten so zurückgezogen wie möglich in meiner selbstgeschaffenen Filterblase leben und mich nur mit Leuten umgeben, die entweder meine Meinung teilen oder mir glaubhaft vermitteln, dass sie zwar selber eine andere Meinung haben, dass es ihnen aber ansonsten komplett egal, welche Meinung ich habe, wenn unsere Meinungen nicht identischen sind, dann reden wir eben nicht weiter drüber, gibt ja noch andere Themen.

Ich werde zB niemals in der Lage sein, Helikoptereltern als vernünftige Eltern zu akzeptieren, ich kann vielleicht verstehen, warum sie sind, wie sie sind, aber ihre Kinder werden mir trotzdem grundsätzlich leid tun und gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es vollkommen aussichtslos ist, mit diesen Menschen darüber zu diskutieren. Bei dem Begriff "Helikoptereltern" finde ich vielleicht noch eine Menge Gleichgesinnte, die so etwas auch ätzend finden, aber wenn ich meine Meinung zu einem "vernünftigen Eltern-Kind-Verhältnis" ganz konkret vortragen würde, dann hätte ich wahrscheinlich sofort ca. 95% der aktuell existierenden Elternschaft gegen mich. Denn im Grunde bin ich der Meinung, dass Kinder aus den klassischen Mittelschichtfamilien (und das sind dann die Eltern, die ich so treffe), fast entschieden durchgängig viel zu sehr gepampert werden und dass vor allem die Eltern ihre Elternschaft viel zu ernst und zu wichtig nehmen und überhaupt mit viel zu viel Ehrgeiz überfrachten. Da ich aber nicht für andererleuts Kinder zuständig bin und meine eigenen Kinder ihre Kindheit ja nun unerwarteterweise überlebt haben, versuche ich dieses Thema im real life so gut es geht zu vermeiden, denn bisher hat es noch immer und mit allen Eltern zu Konflikten geführt, wenn ich meine rotzigen Anmerkungen gemacht habe und damit ordentliche Eltern zu Tode erschreckte. (Ich erinnere mich bis heute grinsend an eine Szene, wo der älteste Sohn, damals ca. 9 Monate alt aber schon wieselflink und vor allem sehr sicher auch auf steilen Treppen unterwegs, in irgendeinem Gebäude auf eine Treppe zukrabbelte und ich dem nur ungerührt zusah, was wiederum andere anwesende Eltern in höchste Alarmbereitschaft versetzte, denn um Gotteswillen, das Baby dort, das fällt gleich die Treppe runter und ich die Warnrufe nur mit einem entspannten "ach, dann machen wir ein neues" kommentierte. Als Folge bekam ich Besuch vom Jugendamt.)

So, wo war ich? - Ach ja, dass ich eben oft eine sehr individuelle Meinung habe, die von vielen Leuten nicht geteilt wird und ich das im real life dadurch egalisiere, dass ich über die meisten Dinge mit vielen Leuten eben gar nicht erst rede. Ich weiß inzwischen, dass ich nicht verstanden werde, macht ja auch nichts, erwarte ich ja auch nicht.
Problematisch wird das in Situationen, bei denen sich Menschen in ihrem ethisch-moralischen Grundsatzdenken provoziert fühlen. So wie mir die fremden Eltern damals das Jugendamt ins Haus geschickt haben, so finden sich überall immer wieder sehr überzeugte Gutmenschen, die dann meinen, handeln zu müssen, wenn sie von meinen Gräueltaten erfahren, denn man kann ja nicht immer weggucken und einer muss doch mal was dagegen unternehmen......
So habe ich in manchen Dingen zB ein komplett anderes Unrechtsbewusstsein als die Mehrzahl der Leute. Nur weil es für irgendetwas eine Vorschrift gibt, heißt das ja nicht, dass es sinnvoll ist, diese Vorschrift grundsätzlich und immer und in allen Situationen ohne Ausnahme zu beachten. Ich überlege mir meist, warum es diese Vorschrift gibt und wenn ich dafür einen vernünftigen Grund erkennen kann, dann beachte ich sie. Wenn ich aber nur einen Grund erkennen kann, der zwar "grundsätzlich" nachvollziehbar ist, aber ausgerechnet in meinem aktuellen Einzel-Spezialfall grade nicht greift (meiner Meinung nach), dann habe ich ausgesprochen wenig Unrechtsbewusstsein beim Übertreten oder Ignorieren irgendwelcher Vorschriften, egal wie kriminell das ist oder für wie moralisch verwerflich die Mehrheit der Menschen das hält.
Dagegen kann man dann natürlich sofort einwenden, dass das schon eine gewaltig abgezockte Hybris ist, die ich mir da anmaße, dass ich meine persönliche Beurteilung einer Situation über Recht und Gesetz oder über Ethik und Moral der Mehrheit stelle. Und ja, das ist wohl wirklich so, und mehr Gründe habe ich auch nicht dafür, außer eben, dass ich der Meinung bin, dass es so gut wie nie eine Vorschrift gibt, die zu 100% und immer und ohne Ausnahme beachtet werden muss. (siehe oben).
Ein Beispiel, wo ich ohne jedes empfundene Unrechtsbewusstsein gewaltig gegen alle möglichen Gesetze verstoßen habe, war der Tag, wo ich morgens zum Flughafen fahren wollte, weil eine längere USA und Mittelamerikarundreise geplant war und feststellte, dass mein Pass abgelaufen war.
Ich habe an dem Morgen meinen Pass kurzerhand selber verlängert. Das ging damals noch, das waren diese Pässe ohne eingeschweißtes Plastikteil, da war grundsätzlich eine Verlängerung vorgesehen, nur hätte das normalerweise ja nur die passende Behörde machen dürfen. Die hatte aber morgens um 6h noch zu und ich musste zum Flughafen. Also habe ich mir die Kinderpost der Kinder geschnappt, da gab es totschicke, winzig kleine "Gebührenmarken", davon habe ich eine in den Pass geklebt, daneben geschrieben verlängert bis ..... und dann mit einem leicht verschmierten Stempelabdruck aus der Kinderpost amtlich gesiegelt. Hat wunderbar funktioniert und ich bin mit diesem verlängerten Pass zwei Wochen anstandslos durch alle möglichen Länder gereist. (Danach habe ich den Pass aber vorsorglich als verloren gemeldet und einen neuen beantragt, ich wollte die Behörde selber ja nun nicht mit der Nase drauf stoßen.)
Okay, zugegeben, das ist jetzt ein Beispiel, wo wahrscheinlich die meisten Leute nur leise grinsen und ein gewisses Verständnis für mein Verhalten haben, aber - und das ist es, was ich eigentlich damit sagen wollte, wenn ich solche Dinge hier auf dem Blog erzähle, dann gebe ich Leuten, die mich nicht mögen, durchaus eine gute Gelegenheit, mir das real life-Leben ziemlich ungemütlich zu machen. Und damit habe ich jetzt auch den Bogen zurück zu meiner ursprünglichen Ausgangsüberlegung geschlagen: Wenn diese Passgeschichte nur Leute lesen, die mich im real life gar nicht kennen, dann macht mir das auch überhaupt kein Problem. Diejenigen, die hier mitlesen und mich im real life kennen, haben den Link von mir persönlich bekommen, damit habe ich auch kein Problem.
Aber was ist, wenn der so besonders tiefbegabte Assistent der Geschäftsleitung, mein Lieblingshasskollege, durch irgendwelche Zufälle auf dieses Blog stößt, eben weil es blöderweise irgendwann doch einen gewissen Verbreitungsgrad hat und dann lässt sich die Wahrscheinlichkeit für solche Zufälle nicht mehr nur mit Nachkommastellen angeben, wenn also Leute, die mich ziemlich sicher ganz deutlich nicht leiden mögen, wenn die hierhin finden und mit Freude entdecken, womit sie mir mal ganz gepflegt Ärger machen können. Was dann?
Dann werde ich wieder hektisch und lösche alles, denn natürlich kann ich mich schon heute nicht mehr daran erinnern, was ich noch vor drei Wochen hier geschrieben habe und wenn ich Sorge habe, dass hier Leute mitlesen, die alles, was ich hier so sage, gegen mich verwenden könnten, dann............ ja dann bricht bei mir mal wieder diese Panik aus und dann müssen wir mal sehen, wie es weitergeht.

Aktuell geht es noch, aber ich schaue besorgt hin.
Denn was ich auch nicht möchte, ist, das zB meine Nachbarn hier mitlesen, weil ich mich dann ja nie mehr mit gutem Wissen über meine Nachbarn aufregen kann. (und ich kann nur sagen, die Nachbarn zur Linken, die heißen im internen Familiensprachgebrauch nur "die Flodders" und das Beste an diesen Nachbarn ist ihre sortenreine Flodderhaftigkeit, gegen die unsere eigene, durchschnittliche Schlampigkeit gar nicht mehr auffällt und ich mir zeitweise vorkomme, wie Frau Superhausfrau, nur weil ich seit dem Einzug der Nachbarn vor vier Jahren jetzt schon zum zweiten Mal meine Fenster geputzt habe, dabei finden die Flodders von nebenan das noch lange nicht nötig.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich muss noch mal ausgiebig darüber nachgrübeln, wie ich das finde, wenn hier die Klickzahlen steigen, die letzten zwei Jahre war ich mit meiner gefühlten Anonymität hier in meinem Eckchen durchaus zufrieden
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Dienstag, 5. Dezember 2017
WLAN-Kabel und Spätis
Als K. um 20.45h anrief und fragte, was wir heute Abend essen könnten und ob wir überhaupt noch Brot im Haus haben, bin ich leicht erschrocken zusammengezuckt, weil mir plötzlich klar wurde, dass wir erstens schon 20:45h haben und dass zweitens fast alle Geschäfte schon geschlossen sind.
Sehr viel Einkaufsauswahl für die Frage „was essen wir denn heute?“ gab es also nicht mehr und Brot war auch alle.
Dumm, so eine Situation, denn ich saß natürlich noch im Büro und hatte mal wieder Zeit und Raum vergessen.

Aber mit ein bisschen googeln findet man im Großraum Münster dann auch noch Geschäfte, die nach 21:00 Uhr geöffnet haben und dort gab es Brot und alles, was man sich sonst so wünscht, im Endergebnis also alles kein Problem.

Übermorgen ist die Weihnachtsfeier vom Büro, die Sekretärin mahnte mich heute, dass ich noch immer kein Menü ausgewählt habe und sie doch langsam mal dem Restaurant Bescheid geben müsse. Also habe ich die Speisekarte studiert und im Endergebnis drei Vorspeisen bestellt, ich denke das ist genauso angemessen wie Vorspeise Hauptspeise und Dessert, wobei mir die Reihenfolge ganz egal ist.

Und schließlich wurde heute im Büro endlich das WLAN-Kabel weiter verlegt, seit letzter Woche arbeiten die Elektriker schon daran und es geht irgendwie nicht voran. Heute dann aber das Highlight, der erste Gang ist fertig.
Als ich den Elektriker fragte, wie lange er noch braucht, bis das gesamte WLAN Kabel verlegt ist, hat er mich jedes Mal verbessert, dass das kein WLAN Kabel sondern ein LAN Kabel sei. Dabei ist es absolut aber doch ein WLAN Kabel, denn es wird überhaupt nur verlegt, um an ganz vielen Stellen Anschlüsse für WLAN Sender zu haben, die grundsätzlich natürlich selber alle über ein LAN-Kabel verbunden sind.
Wie lange es nun aber noch dauert, bis im Büro endlich WLAN Freiheit herrscht, das konnte er mir auch nicht sagen
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Sonntag, 3. Dezember 2017
PC-Gejammer und Sonntagsgegammel
Meine Arbeit findet zu 80 % am Computer statt, die restliche Zeit verbringe ich am Telefon oder in Besprechungen. Am Computer lese und beantworte ich E-Mails, erstelle und korrigiere Excel Tabellen und Word Dokumente, recherchiere im Internet oder in abonnierten Datenbanken und kämpfe regelmäßig mit öffentlich-rechtlicher Software.
Jeder Datenaustausch mit einer Behörde muss heute zwingend online erledigt werden, aber natürlich auch immer mit der jeweils genauso zwingend vorgegebenen Software, die nicht nur jedes Jahr andere Eingaben verlangt, sondern traditionell auch extrem benutzerunfreundlich, dafür aber natürlich unglaublich sicher ist.....
Das geht los bei Steuererklärungen, für die man das fest vorgegebene Elsterprogramm benutzen muss. (ElStEr steht für elektronische Steuererklärung, und ich finde, es ist der dokumentierte Beweis, dass auch die öffentliche Hand über eine Menge Humor verfügt, denn was passt besser als das Image einer Elster zum Finanzamt?), aber selbstverständlich gibt es nicht nur ein Elster-Programm, sondern zwei verschiedene und außerdem noch Datenaustausch mit dem BZST (Bundeszentralamt für Steuern), das für grenzübschreitende Steuerangelegenheiten zuständig ist.
Daneben gibt es jede Menge Register, in denen Unternehmen alle möglichen Informationen veröffentlichen müssen. Im Bundesanzeiger müssen jährlich Handelsbilanzen und Jahresabschlüsse veröffentlicht werden, die Steuerbilanz muss dafür mit einer anderen Software erstellt und ans Finanzamt übermittelt werden, im Transparenz Register muss die Darstellung der wirtschaftlich Berechtigten hinterlegt sein, und für jede Sorte Kapital- und Vermögensverwaltung müssen die völlig abgedrehten Vorschriften des Geldwäschegesetzes, des Wertpapierhandelsgesetzes und diverser anderer Gesetze beachtet werden, die alle eigene Melde- und Registriervorschriften haben.
Jedes Unternehmen braucht eine LEI, die ebenfalls ständig aktualisiert und verlängert werden muss, alle möglichen Statistikanfragen müssen (ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben) ständig ausgefüllt und elektronisch übermittel werden und daneben gibt es natürlich noch die unternehmenseigenen Organisations-und Compliance-Vorgaben, die wiederum mit diversen anderen Softwares erfüllt werden müssen.

Insgesamt heißt das also sehr viel Computertätigkeit im Büro und das wiederum führt dazu, dass ich außerhalb des Büros so gut wie überhaupt keine Lust habe, mich mit bzw. am Computer zu beschäftigen.

Das ist ein bisschen blöd, denn selbstverständlich muss ich auch privat verschiedene Dinge sinnvollerweise am Computer erledigen. Das geht los bei den privaten Bankgeschäften und der eigenen Buchführung, über das Beantworten von privaten E-Mails und den gesamten Kram, der mit CWs Hinterlassenschaften zu tun hat. Und natürlich hat man auch privat Behördenkontakt, der selbstverständlich ebenfalls online erfolgen muss. BaFöG-Anträge und Fragenbögen für die Waisenrente der Kinder können faszinierenderweise noch auf Papier ausgefüllt und abgegeben werden, die digital Natives will man wahrscheinlich mit zuviel online Verlangen nicht überfordern....

Grundsätzlich habe ich ja auch weder Vorbehalte noch Probleme im Umgang mit Computer und Technik, ich finde eben einfach nur, es ist ein wenig viel, so dass ich am Wochenende regelmäßig in eine akute PC-Verweigerungshaltung verfalle. Da will ich endlich mal ausgiebig analog leben, was heute dazu führte, dass ich bis 15h im Bett lag und auf dem Handy meinen Feedreader nachgelesen habe. Aber Handy ist ja auch nicht PC. Handy ist irgendwie gefühlt mehr analog als PC, oder besser gesagt: Handy ist dichter dran am real life, denn ich sitze dazu an keinem Schreibtisch, benutze keine Tastatur und mache eigentlich auch nichts anderes als wenn ich ein Papierbuch lesen würde, fühlt sich zumindest für mich so an.

Aber gegen 15h bekam ich dann doch langsam Hunger, so dass ich seufzend das Bett verlassen habe, um mich mit den wirklich realen Dingen des Lebens zu beschäftigen, wie Haare waschen (ich HASSE Haarewaschen und kann mich auch nur Sonntags dazu aufraffen, da ist wenigstens genug Zeit, dass sie anschließend im Wesentlichen von alleine trocknen können), Wäsche waschen (es war mal wieder soweit, die Unterhosen wurden knapp) und eben Essen herstellen.
Gegen 17h haben wir dann ein kombiniertes Abendstück (Frühstück am Abend, Mittag fällt bei uns ja sowieso grundsätzlich aus) zu uns genommen, K. ist anschließend vorm PC verschwunden, weil er noch so viel zu tun hat, ich habe mich dagegen unten aufs Sofa gesetzt, weil ich zwar auch noch so viel zu tun habe, aber so sehr keine Lust hatte, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen, dass ich vor lauter Unlust nur auf dem Sofa sitzen und grunzen konnte.
Nach dem ich fünf Minuten verweigernd vor mich hingegrunzt hatte, wurde mir langweilig und ich habe den Fernseher angeknipst. Jetzt ist Sonntagabend um 17.45h nicht grade meine primetime fürs Fernsehprogramm, aus meiner Sicht kam deshalb überall nur Müll.
Durch irgendeinen Zufall ist es mir aber gelungen, die Mediathek im ZDF direkt über den Fernseher einzuschalten - und dort war die Top-Empfehlung ein frischer Wilsberg Krimi.
Das war dann wieder sehr fein, denn Wilsberg schaue ich nach wie vor gerne.
An Tatorts, die ich früher auch gerne gesehen habe, habe ich mich mittlerweile überguckt, den letzten Münster-Tatort habe ich noch mal ausprobiert, was aber meine "Tatort ist einfach nur noch langweilig"-Überzeugung nur bestätigt hat.
Doch Wilsberg hat mir gefallen, nur leider habe ich überhaupt keine Ahnung, mit welcher stochastischen Tastenkombination auf der Fernbedienung ich es geschafft habe, die Mediathek zur Anzeige dieser Sendung zu überreden. Dass die Bedienung eines einfachen Fernsehers heutzutage nur mit IT-Masterstudiengang (oder alternativ einmaligem, großem Zufallstrefferglück) zu bewältigen ist, habe ich allerdings schon öfter festgestellt.

Nun denn, um diesen Beitrag zu schreiben habe ich mich jetzt tatsächlich an den PC gesetzt - und wenn ich einmal hier sitze, kann ich jetzt auch sitzen bleiben und noch ein bisschen weiter privaten PC-Kram erledigen
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Samstag, 2. Dezember 2017
Müde
Sorry, aber viel wird das heute auch nicht, was ich hier berichten kann, denn nachdem ich heute morgen erst gegen 3.30h im Bett lag, aber um 8h schon wieder aufstehen musste, weil so viel erledigt werden musste, ist mein Hauptverlangen aktuell nur noch schlafen.

Heute morgen habe ich erst mein Auto von der jährlichen Inspektion abgeholt und dabei gelernt, dass VW eine „Wartungsflatrate“ anbietet, die in Summe wesentlich günstiger ist als die notwendigen Arbeiten einzeln zu bezahlen.
Jetzt habe ich für 4 Jahre ein Monatsabo abgeschlossen und muss mich quasi um nichts mehr kümmern.
Auch irgendwie praktisch.

Anschließend stand eiliges Aufräumen und Wohnungputzen auf dem Programm, um 14h hatte sich Besuch angesagt, der mit uns einen problematischen Fall aus CWs Hinterlassenschaft besprechen wollte.
Da wir die letzten Wochen fast durchgängig am Wochenende unterwegs waren, ist hier in Greven seit Ewigkeiten nicht mehr ordentlich sauber gemacht worden und das Wohnzimmer hatte sich stückchenweise immer mehr zugemüllt.
In dem Zustand konnte man keinen Fremden ins Haus lassen, also musste endlich mal Großreinemachen erledigt werden.
Gegen 13.30h war ich fertig (und rotzestolz auf mich, aufgeräumt und sauber sieht es hier wirklich gut aus), dann habe ich noch schnell einen Waffelteig zusammen gerührt und als der Besuch klingelte war grade die erste Waffel fertig.
Strategisch perfekt getimed, denn so duftender Waffelgeruch stimmt freundlich und macht den Verhandlungspartner wesentlich aufgeschlossener.

Gegen 17h waren sie wieder weg, dann sind wir fix einkaufen gegangen und haben anschließend gekocht.
Jetzt bin ich satt, zufrieden und müde, deshalb nur noch:
Gute Nacht
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Freitag, 1. Dezember 2017
Mutter i.R.
Ich muss heute noch einen Eintrag hinterher schieben, denn mir fällt jetzt erst auf, dass wir heute den 30. November haben und ich hier tiefenentspannt auf meinem Sofa sitze.
Denn ich muss keine Adventskalendergeschenke einpacken und anschließend ganze Adventskalender Horden aufhängen, ich muss einfach gar nichts tun, außer nur meinen Abend genießen.
Ich finde, das ist schon ziemlich geil.
Ich weiß nicht genau, wie viele Jahre oder Jahrzehnte ich am 30. November regelmäßig in hektische Betriebsamkeit verfiel, weil ja die Adventskalender gefüllt und aufgehangen werden mussten,
Aber so cirka 20 Jahre lang war das sicher ein fester Termin.
Bei drei Kindern heißt das, 72 Geschenke einwickeln und in Tüten stecken. Das größte Problem ist allerdings, sie vorher überhaupt besorgt zu haben.
Bei kleinen Kindern ist man als Mutter ja noch sehr engagiert und die Geschenke sind auch einfach zu finden. Kleine Kinder freuen sich auch über bunte Radiergummi und Glitzerbilder.
Aber je älter die Kinder werden, umso anspruchsvoller wird das mit den Geschenken, irgendwann war ich ernsthaft versucht, einfach jeden Tag einen fünf Euro Schein in so ein Tütchen zu stecken, aber das hätte bei drei Kindern dann auch 360 € bedeutet, und das fand ich dann wieder viel.
Und so quälte sich diese Adventskalendermacherei so durch die Jahre, ich habe regelmäßig schon im Januar angefangen, für die Adventskalender Geschenke zu sammeln und die Kinder haben es tapfer ertragen, dass sie jedes Jahr im Dezember mit irgend einem Krimskrams Müll überhäuft wurden. (Süßigkeiten waren nur maximal jeden 5. Tag drin, irgendwie fand ich Süßigkeiten im Adventskalender immer einfallslos.)
Bis dann irgendwann, so ungefähr vor drei Jahren, der erste (in diesem Fall = der Jüngste) die Eier hatte, zu sagen, er bräuchte keinen Adventskalender mehr.

Dass der Jüngste als erster in die Adventskalenderverweigerungshaltung gegangen ist, fand ich perfekt, denn grundsätzlich hätte ich sonst die Sorge gehabt, dass er mir vorwirft, er hätte absolut am wenigsten Adventskalender bekommen. (was ja grundsätzlich stimmt) Da aber ausgerechnet der Jüngste als erster sagte, er wäre mit dem Kram jetzt durch, konnte ich mit gutem Gewissen gleich bei allen dreien die Adventskalenderverteilerei einstellen.

Und heute jährt sich zum dritten Mal der 30. November, an dem ich entspannt auf dem Sofa chillen kann, ohne mit hektisch roten Wangenflecken in die Massenproduktion der Adventskalendervöllereifüllerei einsteigen zu müssen.

Ich kann es nur immer wieder wiederholen: es geht nichts über erwachsene Kinder,
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Dienstag, 28. November 2017
Über mein Gewissen und mein neues Ich
Kennt hier noch jemand das Lenorgewissen?



Ich finde das eine sehr realistische Werbung, denn mir geht das ständig so.
Nicht, dass mein Gewissen mich ermahnt, ich hätte die Wäsche nicht weich genug gespült, (kicher, dann wüsste ich ja sofort, dass ich das Gewissen nicht ernst nehmen muss) aber dass sich da etwas in mir zweiteilt und mein zweites Ich dann mahnend mit mir spricht, das passiert schon recht häufig.

Dabei ist mein zweites Ich natürlich das vernünftige Ich, also der Teil von mir, der das andere, aktive Ich meist nur kopfschüttelnd fragt: "Wieso machst du das da grade? Du weiß doch genau, dass das nicht gut geht und du dich nachher schrecklich darüber ärgern wirst, dass du so einen Blödsinn gemacht hast."
Aber trotz dieser vernünftigen Regulierungsinstanz habe ich mich selber noch nie davon abhalten können, Dinge zu tun, zu sagen, zu organisieren, bei denen mir schon, während ich sie tat/sagte/organisierte klar war, dass das alles keine gute Idee ist, hilft alles nicht, ich bin selbst meinen eigenen, grundvernünftigen Einsichten gegenüber üblicherweise verstockt wie ein Kleinkind.
Eben trotzdem.
Und überhaupt.

Aber jetzt noch zu etwas ganz anderem: Ich habe ein Avatar geschenkt bekommen.
Schon letzten Monat, zum Geburtstag und ich musste es erst vier Wochen verzückt anstaunen, bevor ich angefangen habe, es auch wirklich einzubinden, bzw. mir überhaupt erstmal Accounts zu schaffen, wo ich es einbinden kann.
Jaja, ich weiß, ich bin ein klassischer "laggard" oder late adopter, ich muss erst jahrelang schimpfen, dass ich das alles blöde und überflüssig und überhaupt igitt finde, bevor ich mich irgendwann dann doch entschließe, dass es inzwischen nun soo schlimm auch nicht mehr ist und dass ich deshalb ruhig auch mal mitmachen kann.
Jetzt wird aus mir ganz sicher kein feuriger Socialmedia-Aktivist mehr und für Twitter fehlt mir trotz verdoppeltem Zeichenvolumen noch immer die Zeit, mich so kurz zu fassen, aber ich könnte ja wenigstens mal bei 2-3 Blogs, die ich mittlerweile sehr gerne und sehr regelmäßig lese, kommentieren. Habe ich mir so vorgestellt und mir deshalb ein Avatar gewünscht, das copyright frei und trotzdem hochgradig individuell ist, so dass diejenigen, die mich kennen, mich auch sofort erkennen.
Und genau so eines habe ich nun bekommen: Selbst gestaltet und gemalt von meiner Freundin Barbara und ich war wirklich tagelang sprachlos beeindruckt, weil ich die Idee so gut finde.
Barbara meint, es wäre ja nicht sehr ähnlich geworden, ich finde, es ist SEHR ähnlich geworden,
Mein neues Ich
ich kann ja auch nichts dafür, dass ich so hübsch bin.

Und weil ich nun dieses Avatar habe, muss ich es jetzt natürlich auch verwenden, deshalb habe ich nicht nur meinen bereits vorhandenen Twitter-Account damit bebildert, sondern auch meinen neu angelegten blogger.com und meinen ebenfalls neuangelegten wordpress account.
Und ab sofort kann ich bei anderen Blogs kommentieren und bin nicht mehr anonym.
Gefällt mir schon sehr
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Dienstag, 28. November 2017
EDV Ärger
Die Räumerei der letzten zwei Tage steckte mir heute noch gewaltig in den Knochen.
Irgendwie tut jeder Muskel einzeln weh und ich fühle mich wie einmal längs durch die Mangel gedreht.
Als ich heute morgen aufwachte brauchte es eine Menge Selbstdisziplin, um mich nicht nur unter Gestöhne und Geächze überhaupt aus dem Bett zu wälzen, sondern anschließend auch tatsächlich ins Büro zu gehen.
Am liebsten hätte ich dort angerufen und mitgeteilt, dass ich nächstes Jahr vielleicht mal wieder vorbeikomme....

Aber wir haben am Wochenende einen neuen Server bekommen und heute wurden die Rechner einzeln umgestellt, da wollte ich natürlich schon gerne meinen Rechner wieder arbeitstauglich ausgerüstet wissen. Deshalb habe ich mir die Frage nach Büro ja oder nein dann doch sehr schnell mit "Hilft ja nix, nicht hingehen macht alles noch umständlicher" beantwortet und bin losgefahren.

Über den EDV-Menschen habe ich mich dann heute aber schon arg geärgert.
Weil er Probleme beim Einbinden meines Computers in das Firmennetzwerk hatte, schlug er mir jede Menge Dinge vor, die ihm vielleicht die Arbeit erleichterten, mir aber dafür das tägliche Arbeiten mit dem Computer deutlich erschweren. Da ich mit zwei Rechnern arbeite (ich habe ja noch so ein kleines Surface Book) musste er bei mir natürlich zwei Rechner einbinden und das Surface erwies sich als besonders renitent. Das Teil hatte schon gleich bei Anschaffung Schwierigkeiten gemacht, damals wurden die von dem EDV-Menschen damit erklärt, dass auf dem Surface Office 2016 läuft und der (damals noch alte) Server nur auf Office 2007 eingerichtet war. Ich habe das so akzeptiert, weil ich nicht genug Ahnung habe, um ihm das Gegenteil zu beweisen. Seltsam fand ich schon damals allerdings, dass ein Kollege ebenfalls mit Office 2016 arbeitet und keine Probleme mit dem Server hatte.
Jetzt zickte das Surface heute aber wieder und diesmal konnte es nicht an unterschiedlichen Office-Varianten liegen, denn der neue Server läuft jetzt auch unter Office 2016. Deshalb meinte der EDV-Mensch heute, das läge daran, dass das Surface nicht in die Domäne eingebunden ist (meine Rechner sind alle nicht in die Domäne eingebunden, weil ich es nicht mag, wenn andere Leute meinem Rechner global Vorschriften machen können).
Bei dem Surface war es mir dann heute aber egal, das ist eh nur ein Ausweich- und Rumtragrechner, den ich nur wenig benutze, weil er mir einfach zu umständlich und zu langsam ist, deshalb habe ich dem EDV Menschen heute erlaubt, dass er diesen Rechner in die Domäne einbindet.
Seit einem halben Tag habe ich also nun einen Rechner, der in die Domäne eingebunden ist und ich weiß jetzt ganz genau, warum ich NIEMALS mehr erlauben werde, dass einer meiner Rechner in eine Domäne eingebunden wird, denn es ist genau das passiert, was ich mir ja schon vorher dachte (was der EDV-Mensch aber hartnäckig bestritten hat): Der Desktop vom Rechner sieht jetzt aus wie der Server, ich kann nicht mehr erkennen, ob ich lokal oder remote arbeite, und alle Individual-Einstellungen sind verschwunden und funktionieren nicht mehr, weil diese Features nicht von der Domäne unterstützt werden. Ich habe jetzt also ein Surface mit Gesichtserkennung, die nicht mehr nutzbar ist, weil nicht unterstützt.
Meine Pin-Entsperrung ist auch nicht mehr nutzbar, weil viel zu unsicher (klar, in meinem Büro steht auch ständig jemand hinter mir und guckt mir bei der Pin-Eingabe zu), dafür muss ich jetzt in 30 Sekunden Abständen dieses hochkomplexe Serverpasswort mit Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen eingeben, bei dem ich mich in 90% der Fälle mindestens dreimal vertippe und dann erstmal eine halbe Stunde warten darf, bevor ich es erneut eingeben kann. Sehr produktiv das Ganze. Und vor allem sehr sicher - denn ich kann ja mit dem Rechner gar nicht mehr arbeiten, deshalb können auch keine Unsicherheiten passieren.

Was für ein unendlicher Blödsinn!!!

Und dann kam er mir noch an anderer Stelle mit Datenschutz und auf welche Daten ich alle nicht zugreifen dürfe, weil das ja Daten von Kollegen sind.
Ich glaub, bei dem hackt's.

Da es sich um einen externen Dienstleister handelt, den wir extra beauftragen, um unsere EDV am Laufen zu halten, wird es wahrscheinlich nicht sehr schwierig sein, demnächst einen anderen Dienstleister zu beauftragen, der ein bisschen mehr Verständnis für die Produktivitätsansprüche der Geschäftsführung hat.
Bitte sehr, gern geschehen, war nett, Sie kennengelernt zu haben.

Pah
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Montag, 27. November 2017
Geschafft
So, zurück in Greven, haben wir eben das Auto ausgepackt und den Kram, der jetzt verkauft werden soll, erst mal im Wohnzimmer aufgestapelt.

Verkaufskram
Ich glaube, ich möchte als erstes betonen, dass mein Cabrio Golf ja tatsächlich ein Riesenauto ist, denn der gesamte Kram war, bis auf zwei Kisten, komplett im Kofferraum. Verglichen mit dem Kofferraum vom Punto, den ich immer als “Handschuhfach hinten“ bezeichnet habe, geht in den Kofferraum vom Golf tatsächlich richtig was rein.
In den Kartons ist ausschließlich Wolle, genauer gesagt: Sockenwolle. Falls jemand Sockenwolle braucht, möge er sich melden.
Absolut betrachtet ist das allerdings nur ein Minibruchteil dessen, was noch beim Onkel steht.
Seine Ex hatte ganz sicher das Messie-Syndrom, anders lässt sich ihre vollständig ausgeuferte Sammelwut nicht erklären.

Nun, sei es wie es sei, ein erster Anfang ist gemacht, das erste Zimmer ist wenigstens zu 2/3 sortiert und das, was unabänderlich auf den Müll muss, containerabholungsbereit zusammengestellt. Der Müllmensch, also der, der die Müllcontainer besitzt, heißt auf Borkum bezeichnenderweise Schrotti.
Schrotti hat letzte Woche schon einen Container voll Bücher (2 t) abgeholt, und er wird nächste Woche noch einmal diese Menge an Papier Müll abholen.
Das bleibt dann von einem langen Sammlerleben. In diesem Fall ist die Frau ja noch gar nicht tot, sondern hat sich einfach nur in die Flucht aus der Ehe gerettet und ihren Müll hinter gelassen, aber nach 30 Jahren Ehe sind diese Hinterlassenschaften eben umfänglich.
Ich vermute ja inzwischen, dass es gar nicht der Mann war, den sie eigentlich verlassen hat, sondern tatsächlich und viel wahrscheinlicher ihr eigener Kram, der ihr dermaßen über den Kopf wuchs, dass sie sich nur noch mit einer Flucht zu helfen wusste.
Aber was verstehe ich auch schon von Frauen und ihren Bedrängnissen in der Ehe. Ich finde ja jede Sorte Bedrängnis immer lästig und bekämpfe sie so früh wie geht, aber vielleicht ist das für andere Frauen anders und sie müssen sich erst viele Jahre jammervoll in ihr Schicksal fügen, bis sie sich mit einem großen Paukenschlag befreien können.
Ich habe keine Ahnung, ich war nie verheiratet, ich vermisse da allerdings auch nichts
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Sonntag, 26. November 2017
Platt
Kurzmeldung aus dem Off:
ich lebe noch, es wundert mich aber, denn zwischendurch hatte ich heute ab und zu das Gefühl, ich falle gleich einfach nur um und stehe nicht mehr auf.
Ich habe beim Onkel den Kram seiner Ex sortiert und mir fehlen komplett alle Worte für diese überbordende Sammelwut, die die Dame da entfaltet hat.
Wir haben heute nur ein Zimmer (halb) geschafft, aber am Ende der Sortieraktion haben wir jetzt schon ca. 35 große Kisten mit Wolle (überwiegend Sockenwolle und zwar die gute von Regia und/oder Opal), pro Kiste ca. 50 Knäuel, insgesamt also locker über 1.500 Knäuel Wolle und noch mal so viele Kisten mit Patchwork-/Quiltingstoffen, (auch alle hochwertige Qualität aus dem Fachhandel) zusammengestellt, die dann irgendwie verkauft werden sollen. Wie und an wen weiß ich noch nicht, aber ich habe jetzt mal 10 Kisten mitgenommen (mehr passen gar nicht in mein Auto) und teste dann mal ebay Kleinanzeigen in Münster....)
Gut zwei Tonnen Bücher sind schon im Container, es liegen aber bestimmt noch mal zwei Tonnen in der Veranda und warten auf die nächste Containerabholung.
Das mit den Büchern ist eine Schande - aber was soll man sonst damit tun? Auf der Insel sind die Dinger nicht verkäuflich und sie einzeln im Internet zu verscheuern ist nicht möglich. Der Onkel kann es nicht, weil er es nicht kann (das mit dem Internet) - und ich kann es nicht, weil ich keine Zeit habe. (Und ehrlich gesagt auch keine Lust. Das lohnt sich alles einfach nicht für die irrsinnige Arbeit, die man sich damit machen müsste.) Also bleibt nur Container.
Ungefähr 100 Bücher habe ich heute dann doch gerettet, weil ja wirklich schöne dabei sind und ich wenigstens die Borkum- und die Nordseebücher aufheben wollte und ein paar Bildbände und ein paar Romane, die einfach so ein schönes Cover hatten oder so einen guten Titel oder weil - hach, ist ja auch egal, weil sie mich eben einfach ansprangen und wenn ich sie hier in meinem Haus nicht unterkriege, kann ich sie auch noch selber wegwerfen. K. hat etwas die Augen verdreht, als ich immer mehr Bücher rauslegte und einpacken wollte, aber insgesamt ist das nur ein Miniminibruchteil dessen, was da liegt und auf die finale Abholung wartet.
Dann haben wir noch einen Riesenberg für den örtlichen Kindergarten zusammengestellt - Bastelmaterial aller Art - wenn die das Zeug nicht wollen, landet es bei den Büchern.

Und das Zimmer ist erst halb leer. Es ist wahrlich gruselig.
Morgen geht es weiter, mal schauen, welche Überraschungen wir da noch so zu Tage fördern.

Heute Abend habe ich dann noch für J. ein Lied erfunden. Er hat festgestellt, dass er in Musik nun doch mehr als 3 Punkte braucht, weil es wohl kein echtes Streichergebnis im Abitur sein wird, und deshalb will er jetzt seine Hausaufgabe machen: Schreibe ein Lied mit 8 Takten Strophe und 4 Takten Refrain und benutze dafür einfache Akkorde zur Begleitung.
Ich fand die Vorgabe nicht schwierig, habe also irgendwas am Klavier hin- und hergeklimpert bis die Menge der Takte stimmte und ich auch noch einen passenden Text dazu gefunden hatte - das habe ich dann vom Klavier direkt ins Notenblatt geschrieben und war mittelprächtig zufrieden mit meiner Arbeit, bis J. mir mitteilte, ich dürfe keinen Bassschlüssel benutzen, weil er den gar nicht lesen, geschweige denn schreiben kann und deshalb würde ihm niemand glauben, dass er das Lied geschrieben hat.
(Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mein Sohn ein waschechter Notenlegastheniker ist)
Jetzt ist es aber so, dass ich keine einfache Harmoniebegleitung mit Buchstaben schreiben kann, eben weil man das beim Klavierspielen nicht braucht. Ich habe dann etwas mühsam rausgetüfelt, was ich da für Akkorde benutzt habe und stellte fest, dass ich mehrfach einen Dominantseptakkord verwendet habe. Das ginge nun aber auch nicht, befand J., da sie einen Dominantseptakkord noch nicht hatten. Oder zumindest hätte er das Wort noch nie gehört, deshalb könne er das ja wohl schlecht benutzen.
Es war alles sehr kompliziert.
Ich habe ihm schließlich das Lied normal notiert in Klaviernoten mitgegeben und ihm aufgetragen, seiner Musiklehrerin mitzuteilen, er hätte am Wochenende einen Crashkurs besucht und da wäre es schwerpunktmäßig um Dominantseptakkorde gegangen und deshalb kämen davon nun soviel in seinem Lied vor.
...

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