anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 5. April 2019
nervige Anrufer
Weil ich im Moment keine Lust habe, mit einigen Menschen zu reden, die mich mit einer bewundernswerten Hartnäckigkeit immer wieder anrufen, ich ihnen aber immer noch nichts Neues erzählen kann, schon gar nicht, dass ich künftig mit ihnen zusammenarbeiten werde, ihre Produkte kaufen werde oder ihre Leistungen in sonst einer Art in Anspruch nehmen werde, habe ich heute darüber nachgedacht, dass ich gerne eine App auf dem Telefon hätte, die diverse, fertig und auf Vorrat gespeicherte Anrufbeantwortertexte zur Auswahl anbietet, die ich für jeden unerwünschten Anrufer dann jeweils passend einblenden kann. (Und nein, die sind nicht alle jugendfrei, aber das ist ja auch das entscheidende dabei.)
Heute war es mal wieder besonders schlimm, am Ende des Tages zeigte mein Telefon 28 weggedrückte Telefonnummern.

Für die Spamanrufer auf dem Festnetz habe ich eine sehr praktische Lösung gefunden - ich habe vor einiger Zeit die "erste" offizielle Nummer, die, die auch im Telefonbuch steht, auf der Fritzbox umprogrammiert als Faxnummer. Mit großem Vergnügen beobachte ich jetzt regelmäßig all die vergeblichen Faxanrufe. So machen Spamanrufer schon fast wieder Freude.

Überhaupt würde ich mit diversen Mitmenschen sehr gerne per vorbereiteten Standardmitteilung kommunizieren. Dem Idioten, der heute im Auto hinter mir fuhr und ich verstärkt das Gefühl hatte, er sitzt gleich bei mir auf der Rückbank, dem hätte ich auch gerne lässig eine Mitteilung rübergereicht. Ich träume davon, dass ich an meinem Heckfenster eine Laufschrift einblenden kann, dann hätte da heute zB gestanden: Ich bremse auch für Arschlöcher, während ich gleichzeitig die Bremsleuchten dauerhaft aufleuchten lasse.

Ansonsten war der Tag aber recht erfolgreich, ich habe den Fehler in einer Bilanz gefunden, der mich seit fast vier Wochen völlig strubbelig gemacht hat. Es war, wie die Lösung fast aller schier aussichtslos erscheinenden Probleme, unglaublich trivial.

K war schon früh zu Hause und hatte eingekauft, es gab Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Rotkohl - ein sehr simples, aber ungemein leckeres Essen. Machen wir viel zu selten
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Dienstag, 2. April 2019
Gedankenkreisel
Leichter Durchhängertag heute.
Die fremdländische Großfamilie, die gestern Abend beim Griechen Geburtstag gefeiert hat, hat mich gedanklich noch durch den gesamten Tag verfolgt.
Ich habe überhaupt kein Gefühl dafür, wie sich die jungen Frauen fühlen, die in einem derart männlich dominierten sozialen Umfeld leben. Einerseits können sie den Umgang, den junge deutsche Mädchen und Frauen in ihren Familien leben doch genau so von außen beobachten, wie ich diese fremdländische Familie ja auch nur von außen beobachtet habe. Mir fielen die Unterschiede auf und für mich fühlten Sie sich in Norm negativ an. Gleichzeitig ist mir aber durchaus klar, dass dieses gesellschaftliche Arrangement auch Vorteile für die Frauen haben muss, die ich nur nicht sehe.
Für mich, mit meiner emanzipierten, mitteleuropäischen Sozialisierung der Mittelschicht erscheint so ein untergeordnetes Frauenleben extrem unattraktiv, aber vielleicht ist es ja tatsächlich einfach deutlich bequemer, und ich habe nur kein Gefühl dafür?
Dieses leichte Schaudergefühl, das die Vorstellung, ich müsste auch so leben, spontan auslöst, blieb mir den ganzen Tag, wobei mich allerdings am meisten stört, dass die Männer in diesen Familien überwiegend so ungemein hässlich sind.
Und dann beginnt sich bei mir so ein Gedankenkarussell zu drehen, bei dem Begriffe wie Zwangsverheiratung, wehrlos und ausgeliefert vorkommen, die das Gruselgefühl massiv verstärken.

Ansonsten bestand der Tag aus Büro bis nach 20:00 Uhr, da bleibt dann nicht mehr sehr viel Zeit für sonstige Aktivitäten, ich bin aber auch mal wieder entschieden zu müde für irgendwas, die letzte verbliebene Energie werde ich ins Ausziehen investieren, damit ich nicht in Klamotten einschlafe
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Freitag, 29. März 2019
Gute Laune
Das war ein schöner Tag heute, dabei ist gar nichts Besonderes passiert, aber ich hatte fast durchgehend gute Laune.

Der Tag begann um 5:25h, als Ks unsäglicher Schlafzykluswecker seine sanfte Weckmelodie runterdudelte, ich tatsächlich davon wach wurde, realisierte, dass es erst 5:25h war und höchst entspannt und schadenfroh sofort wieder einschlief, weil ICH heute ganz bestimmt keine frühen Termine hatte.
K musste aber zu irgendeiner Sitzung pünktlich und früh erscheinen, deshalb hatte er den Wecker gestellt, wobei ich mich regelmäßig frage, wozu er sich diesen total beknackten Schlafzykluswecker stellt, den er üblicherweise sowieso nicht wahrnimmt, aber K ist Westfale und Westfalen machen Dinge gerne so, wie sie sie schon immer gemacht haben.
K hat sich schon immer* vom Handy wecken lassen, früher halt das klassische Nokiahandy mit normaler Weckfunktion, aber dann bekam er irgendwann ein iPhone und auf diesem Handy war eine seine ersten Apps diese Schlafzyklus-App mitsamt dem Wecker und seit derzeit lässt er seinen Schlaf von dieser App überwachen und sein Aufwachen eben auch. Diese App misst ständig, wie tief man schläft (sie orientiert sich dabei wohl daran, wie viel man sich im Bett bewegt) und wenn man zB um 6h geweckt werden möchte, aber um 5:25h grade die Leichtschlafphase ausklingt, dann weckt diese App einen eben schon um 5:25h, weil es besser ist, in der Leichtschlafphase geweckt zu werden als in der Tiefschlafphase, in der man steckte, wenn um 6h stumpf nach Uhrzeit gesteuert der Wecker klingelte.
Leichtschlafphasen erkennt die App daran, dass man sich mehr bewegt im Bett. Da wir ein Wasserbett mit ungeteilter Matratze haben, bin ich mir nie ganz sicher, ob mein Gezappel im Bett die App nicht auch irgendwie beeinflusst und dann weiß man nicht, wessen Leichtschlafphase sie da grade diagnostiziert und mit einem vorgezogenen Weckerklingelgerausche beantwortet. Da aber K sowieso so gut wie nie von diesem milden und sanften Weckerklingelgerausche wach wird, ist es für ihn ja auch egal. Er hat das beruhigende Gefühl, einen Wecker gestellt zu haben, mehr braucht es für ihn gar nicht, wann er tatsächlich wach wird, ist nur marginal von Bedeutung.
*keine Ahnung, wie er das gemacht hat, bevor es Handys gab, das war vor dem aktuell gültigen seit-immer-Zyklus

Ich werde gelegentlich von diesem seltsamen Wecker wach, aber in aller Regel nur, um sofort wieder einzuschlafen, allerdings nicht ohne mich vorher zu freuen, dass das gar nicht mein Wecker war.

Als ich dann gegen 7h erneut wach wurde, hatte ich immer noch gute Laune, weil ich K dabei beobachten konnte, wie er leicht hektisch versuchte, rechtzeitig fertig zu werden, um pünktlich zu seiner Sitzung zu kommen - ich selber hatte alle Zeit der Welt, schönes Gefühl.

Ich war dann gegen Viertel nach neun im Büro und habe mir schon bei Ankunft im Büro überlegt, dass ich heute sehr früh wieder gehen werde, weil ich erstens keine Lust auf Büro hatte und zweitens war schönes Wetter und drittens stand ja heute Nachmittag diese Hausbesichtigung auf dem Plan, da möchte ich rechtzeitig genug vorher zu Hause sein, um noch schnell die letzten Reste aufzuräumen, die wir gestern nicht mehr geschafft haben.

Und so kam es. Es war so tolles Wetter, dass ich das Verdeck aufmachen konnte, ich war rechtzeitig zu Hause, um wirklich auch die hinteren Ecken noch aufgeräumt zu haben, die Kaufinteressenten waren nette Leute, wenn die das Haus kaufen, werde ich mich mit ihnen arrangieren können, hoffe ich, es war also alles perfekt.

Beim Aufräumen fand ich ein Rezept für Tomatenrisotto mit Gambas und grünem Spargel, das hörte sich so lecker an, dass ich spontan einkaufen gefahren bin, um Gambas und grünen Spargel zu erwerben - und es war dann auch wirklich genau so lecker, wie es sich anhörte, Ks westfälisch großes Lob war "kannste öfter machen" und ich denke, das werde ich auch tun.

Im Einkaufsladen (ich war heute zur Abwechslung mal bei Aldi und nicht bei Lidl) gab es auf den Kramtischen mit den Sondersachen auch ein ziemlich großes, schweres Beil. K stand schon an der Kasse (er hat deutlich weniger Spaß an den Kramtischen als ich) als ich mit dem Beil in der Hand bei ihm ankam und quer durch den Laden krähte, dass ich sehr glücklich sei, so ein tolles Ding gefunden zu haben, das müsse ich jetzt ganz dringend erwerben, dann wäre es meines und ich hätte für den Rest meines Lebens immer recht. Die anderen Menschen in der Kassenschlange grinsten fröhlich und kondolierten K, aber wer wird schon so einem großen Beil widersprechen wollen.

K wollte das Beil nicht kaufen, ich setzte mich aber durch, ich hatte das Beil ja schließlich schon in der Hand.

Jetzt besitze ich also ein Beil.
Ich werde es mit nach Borkum nehmen, da gibt es immer Holz, dem man mit dem Beil seine Meinung aufzwingen kann, was praktisch ist, denn wenn man das Holz auf die Art und Weise so klein bekommt, dass es auch in den Ofen passt, ist das genau das, was ich mir als Zusatznutzen von dem Beil verspreche. (Neben seiner Funktion als Meinungsverstärker.)

Morgen fliegen wir nach Borkum, morgen ist das Wetter auf alle Fälle noch gut, ich fang schon mal an mit Daumen drücken, dass wir Sonntag auch wieder zurück kommen, aber nun ja, es kommt wie es kommt und bisher ist es ja noch immer gutgegangen
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Donnerstag, 28. März 2019
Durchgeputzt
Morgen kommt mal wieder ein Interessent,um sich das Haus anzusehen, in dem ich hier in Greven seit über 10 Jahren zur Miete wohne.
Mir wurde ja angeboten, das Haus selber zu kaufen und ich habe auch ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, aber nach zweimal drüber schlafen, fand ich die Idee samt Angebot nicht mehr überzeugend.
Ich möchte hier nur noch sechs Jahre wohnen und dann bin ich ganz bestimmt weg, aber für sechs Jahre Wohnen kauft man kein Haus, das ist einfach zu umständlich und zu teuer.
Vor allem weil der Preis für dieses Haus auch ziemlich hoch angesetzt ist und ich die Mängel des Hauses genau kenne.
Also muss ich damit leben, dass hier in regelmäßigen Abständen Interessenten durchs Haus trampeln, das lässt sich nicht vermeiden.
K. meinte heute allerdings, dass das gar nicht so verkehrt ist, wenn ab und zu mal Besichtigungen stattfinden, denn es bringt uns dazu, mal wieder alles gründlich zu putzen.
Hier ist also aktuell alles blitzeblank sauber, so eine Restehre, was Ordnung und Sauberkeit angeht, ist ja schon vorhanden, K. hat das sehr gut erkannt.

Das letzte Mal war es eine chinesische Großfamilie, die sich für die Häuser hier auf der Straße interessierte, bin mal gespannt, wer hier morgen auftaucht.

Verhindern kann ich es eh nicht, also hoffe ich, dass ich mich mit dem neuen Eigentümer irgendwie arrangieren kann
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Mittwoch, 27. März 2019
Deppentreffen
Und noch ein Bankentreffen heute Abend, die häufen sich diese Woche. Heute waren sogar zwei gleichzeitig und ich bin brav auf die beruflich offiziellere gegangen, obwohl ich zeitgleich eine Einladung von einem neuen Fintech hatte, die auch grade auf Roadshow sind (also scheint diese Methode des Marketings zwar konservativ, aber trotzdem wohl einigermaßen erfolgreich zu sein) und heute Station in Münster machten, aber mit denen habe ich nur privat zu tun, weshalb ich leicht zähneknirschend zu der "wichtigeren" gegangen bin.
Rückwärts betrachtet ärgere ich mich allerdings über diese Entscheidung, denn die bei dieser Veranstaltung heute Abend anwesenden Menschen gebärdeten sich wirklich auf unterem Stammtischniveau. Ich glaube, mit Deutschland geht es wirklich bergab, wenn sich unsere Finanz- und/oder Geldelite nur noch marginal anders als ein Rudel wildgewordene Bergbauern nach zuviel Weißbier benimmt.
Ich kam aus dem inneren Kopfschütteln gar nicht mehr raus und war froh, als dieser Abend vorbei war.
Das Essen war auch langweilig, insgesamt also ein eher unerfreulicher Termin, aber nun ja, kann ja nicht immer klappen, ich buche es deshalb unter "hat nicht geklappt, schnell vergessen".
Oder, um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.

Er sagte allerdings auch "unterschätze nie die Macht dummer Menschen, die einer Meinung sind" - und genau das macht mir dann wieder gewaltig Angst
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Dienstag, 26. März 2019
Schon wieder aufgeräumt - und halbjährliche Verwunderung
Heute war ich lange Zeiten damit beschäftigt, mein E-Mail-Postfach aufzuräumen (das berufliche) und habe mir dann irgendwann überlegt, dass meine Arbeit gefühlt hauptsächlich aus Aufräumen besteht.
Irgendwo ist da was verkehrt konstruiert, denn wenn ich auch die Unordnung oder das Durcheinander verursachen würde, das ich ständig aufräume, dann fände ich das ja fair, aber das kommt nicht von mir. Das entsteht einfach dadurch, dass ich deutlich mehr E-Mails bekomme als ich normalerweise abarbeiten kann, bzw. dass bei diesen E-Mails auch viele dabei sind, wo ich gar nichts tun muss, außer sie zu lesen. Wenn ich sie allerdings nicht lese, passiert auch nichts, außer dass ich dumm bleibe, und das macht es natürlich sehr verführerisch. Ich meine, es ist verführerisch, sie einfach nicht zu lesen, weil es halt nicht sofort sanktioniert wird. Als Folge muss ich mir aber nach und nach immer aufwändigere Strategien ausdenken, die das Nichtwissen verschleiern, was aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert - und das ist dann der Zeitpunkt, wo ich beginne, aufzuräumen und all die reinen Info-E-Mails nachlese, um in jeder 10. Mail tatsächlich irgendeine kleine, aber wichtige Information zu entdecken, die eben essentiell ist.

Heute habe ich ungefähr 100 liegengebliebene "to whom it may concern- Mails" erledigt, jetzt ist mein aktueller Posteingang auch wirklich wieder aktuell. Gutes Gefühl.

Am Abend war dann der halbjährliche Bänkerstammtisch in der Innenstadt, mit meiner halbjährlichen Verwunderung, wie unglaublich viele Rentner (Männlein wie Weiblein, aber mehr Männlein) da abends in den Kneipen von Münster sitzen.
Ich käme so sehr freiwillig niemals auf den Gedanken, mich abends einfach nur so in eine Kneipe zu setzen, dass mir jedes Vorstellungsvermögen fehlt, warum Menschen das machen.
Aber mir fehlt sowieso für das meiste typische Sozialverhalten der Menschen das Vorstellungsvermögen für das Warum, über ein riesengroßes Fragezeichen komme ich selten hinaus, wenn ich beobachte, was andere Menschen für Vorlieben, Meinungen oder Probleme habe und was für Umstände sie in Kauf nehmen, um genau diese Vorlieben, Meinungen oder Probleme ausleben zu können.
Ich schätze, das wird nix mehr mit mir und sozial integriert, ich bin für ein normales, Durchschnittsbürgerleben schlicht zu uninteressiert an den meisten Themen und Dingen, die für andere wichtig sind und gleichzeitig auch noch viel zu bequem, mich überhaupt darum kümmern zu wollen
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Sonntag, 24. März 2019
Barcamp und Escape Room
Noch zwanzig Minuten und dann ist schon wieder morgen, also nicht mehr viel Zeit für einen Bericht über den Tag.
Deshalb nur die kurze Kurzfassung:
Sehr früh aufgestanden, um entsprechend früh nach Essen zu fahren, damit ich dort pünktlich um 9h ankomme, was auch ganz genau geklappt hat, denn in Essen war heute das Barcamp Ruhr und ich fand es ganz prima, dass ich durch Zufall dafür noch eine Karte bekommen konnte.
Als ich ankam, war ich schon da, ich meine, der Mensch, der mir seine zweite Karte abgetreten hatte, hatte mich schon als anwesend gemeldet, was sehr praktisch war, denn als ich tatsächlich in echt ankam (ich möchte noch mal betonen, dass ich wirklich pünktlich war, was ich für 9h in Essen eine echte Leistung fand), aber als ich (so früh!) ankam, gab es bereits eine richtig lange Schlange an Menschen, die sich alle noch registrieren lassen wollten, ich hatte also doppelt Glück, dass mir auch dieser umständliche Durchgang erspart blieb.

Dass Barcamp Ruhr unterscheidet sich von dem Barcamp Dangast vor allem dadurch, dass in Essen hauptsächlich Leute sind, die sich kennen, während in Dangast eine große Menge Menschen zusammenkommt, die sich überwiegend gegenseitig weitestgehend fremd ist, was das Kennenlernen für Leute, die sich fremd sind, eindeutig erleichert. (Ich meine, wenn sich alle fremd sind.)

Kennengelernt habe ich heute also niemanden, ich hatte dafür das Gefühl, dass die meisten Leute, die da waren, ausreichend damit beschäftigt waren, die Leute wiederzutreffen, die sie ansonsten eben nur einmal im Jahr sehen. Ist sicherlich auch ein guter Grund, um auf ein Barcamp zu gehen.
Dafür war das Essen gut und reichlich.
Und bei den Sessions gab es auch ein paar interessante Themen, insgesamt hat mir der Tag also sehr gefallen und ich freue mich auf morgen, Sonntags soll es meistens ja noch besser werden als Samstags. Wir werden sehen.

Zeit, um wirklich persönliche Kontakte zu knüpfen, hatte ich eh nicht genug, denn ich bin um 16h schon wieder gefahren, da wir heute Abend noch eine Session in einem Escape Room gebucht hatten und deshalb um halb sieben schon wieder Richtung Münster unterwegs waren. Ks Kinder hatten uns dieses Gruppenevent (wir waren also zu sechst in diesem Escape Room) geschenkt und der Termin ist schon vor Wochen gebucht worden, weil diese Events auch wirklich wochenlang im Voraus ausgebucht sind.

Anschließend sind wir noch gemeinsam essen gegangen (noch mehr Essen heute...) und jetzt bin ich platt und müde und falle umgehend ins Bett, um morgen wieder genauso früh wie heute aufzustehen, denn morgen ist noch mal Barcamp.

Das Thema Escape-Room möchte ich glaube ich nicht weiter beschreiben, ich habe aber gelernt (und vorher fast geahnt), dass das nicht so mein Ding ist. Ich glaube, ich habe keine gruppen- und mengentaugliche Methode für die Lösung derartiger Probleme, wie sie in Escaperooms gelöst werden müssen, ich finde, Alternativlösungen wesentlich sinnvoller und vor allem erfolgreicher als die offiziell vorgesehene Methode. (Bevor ich mir durch mühsames Knobeln und Lösen vorgeschalteter Aufgaben den Code für ein Zahlenschloss erarbeite, finde ich es praktischer, einfach fix alle möglichen Zahlenkombinationen an dem Schloss durchzutesten, irgendwann trifft man die richtige von alleine und dann springt es auf, im Zweifel habe ich das Schloss so schneller geöffnet als die eifrigen Knobeler...), aber offensichtlich scheint das keine legitime Lösungsmethode zu sein, was ich wiederum nicht verstehe, aber ich sagte ja schon, das ganze Spiel scheint nicht so für mich gemacht zu sein.

Morgen also noch mal Barcamp, dann folgt auch ein längerer Bericht, jetzt muss ich erst mal schlafen
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Sonntag, 17. März 2019
Ein bisschen gelesen
Für heute hatte ich mir vorgenommen, die gestern begonnenen Aufräumarbeiten abzuschließen, alle Bilanzen hochzuladen und ansonsten nur Dinge zu tun, von denen ich sonst viel zu wenig tue, also z.B. echte Bücher lesen (die Dinger aus Papier, nicht nur Blogs auf dem Handy), oder echte Bücher zu binden oder wenigstens für fertige Bücher das Cover neu zu gestalten (ich habe hier verschiedene Bücher liegen, die sind innen schön aber außen hässlich und das möchte ich ändern) oder sonst irgendwelche Dinge zu tun, die ausdrücklich nichts mit Arbeit zu tun haben. Also auch keine Hausarbeit, kein Putzen, kein Wäsche waschen, kein Kochen, kein allgemeines Aufräumen.

Hat so mittelgut geklappt.
Vormittags war ich kurz unterwegs, um meine Kontaktlinsen abzuholen - ich besitze jetzt für sechs Monate weiche Kontaktlinsen, ich bin gespannt, wie gut ich mich daran gewöhnen werde und auf dem Rückweg war ich noch ein wenig Einkaufen - die notwendigen Dinge, für die ich gestern keine Lust hatte. Immerhin sind jetzt die Vorräte wieder aufgefüllt.

K fuhr dann zum Flugplatz, dort war heute Pflichtbriefing, hätte er diesen Termin (es war der letzte von drei Alternativterminen) geschwänzt, hätte er dieses Jahr keine Clubmaschinen fliegen dürfen, besser also, dass er daran teilgenommen hat.
Ich bin derweil etwas planlos durchs Haus getigert, habe die Aufräumarbeiten abgeschlossen und die Bilanzen veröffentlicht (immerhin), aber mich in Ruhe hinzusetzen, um ein Papierbuch zu lesen, das ist, ähem, wohl doch kein guter Plan für längere Zeiträume tagsüber, irgendwie wollte ich gleichzeitig viel zu viele tolle "ich mach mal was hobbymäßiges"-Dinge tun, so dass ich unterm Strich allerlei angefangen, aber kaum etwas vernünftig durchgezogen habe.
Ein Buch habe ich allerdings doch gelesen "Trauer ist das Ding mit Federn" von Max Porter. Das ist in meiner Filterbubble von diversen Leuten als bestes Buch ever ungemein bejubelt worden, was mich neugierig machte, obwohl ich es doch im Grunde besser hätte wissen sollen.

Für das beste Buch aller Zeiten bin ich einfach nicht intellektuell genug. Bin ich noch nie gewesen und moderne Kunst ist das Ding mit Federn, oder so, auf alle Fälle habe ich das Buch nicht begriffen, Pech, aber vorhersehbar. Für ein Studium der Literaturwissenschaften hätte weder meine Ernsthaftigkeit noch meine abstrakte Auffassungsgabe je gereicht, zum Glück bin ich aber auch nie auf den Gedanken gekommen, so etwas zu studieren. (Ich glaube, mit BWL lag ich schon ziemlich richtig bei dem, was ich so kann).
Naja, immerhin habe ich das Buch komplett durchgelesen, es gab auch ein paar Sätze, die haben mir sehr gefallen, aber als bestes Buch ever, nun hmm, ich glaube, das ist so wie mit der Lieblingsfarbe, die habe ich ja auch nicht, sondern es kommt immer ganz darauf an. Um einen zusammenfassenden Satz zu sagen: Das Buch ist angenehm kurz, man kann es ohne Probleme mal eben durchlesen, was dann den Vorteil hat, dass man sich freut, mal wieder ein Buch komplett durchgelesen zu haben und immerhin quält man sich nicht wirklich beim Lesen, bei den ganz argen Stellen habe ich einfach mit den Augen weitergescrollt.

Zwischendurch bin ich immer mal wieder in mein Bastelzimmer gegangen (ja, so etwas habe ich, ausgezogene Kinder sei Dank), dort liegen jetzt zwei angefangene Buchcover, da sind mir mittendrin die Ideen ausgegangen, aber ich bin wildentschlossen, das zu Ende zu bringen.

Was allerdings wirklich sehr prächtig geklappt hat: Ich habe keinen Handschlag im Haushalt gemacht, hier ist noch alles genauso schmutzig wie gestern, und wie den Tag vor gestern, und wie den Tag davor und überhaupt so, wie noch viel mehr Tage davor, den Vorsatz, hier richtig im Unrat zu verschlampern, den setze ich mit großer Wonne um. Aber K hat immerhin heute die Spülmaschine eingeräumt und angeworfen. Es gibt also noch Hoffnung und keinen Grund, die Fürsorge anzurufen
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Freitag, 15. März 2019
Aufgeräumt
Ich habe heute einen Papiermüllsack gefüllt sowie mehrere Aktenordner durchsortiert und in die vorfinale Aufbewahrung im Keller geräumt. (Die finale Aufbewahrung ist dann die Aktenvernichtung nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren.)
Außerdem habe ich Aktenrückenaufkleber betextet, ausgedruckt und aufgeklebt und so auch äußerlich sichtbare Ordnung geschaffen.
Dann habe ich mit dem Krankenhaus und diversen Arztpraxen telefoniert, mit der DeBeKa, der Beihilfe und dem Seniorenwohnheim, so dass jetzt alle fehlenden Unterlagen da sind und alle Rechnungen künftig gleich hier nach Greven geschickt werden.
Eigentlich wollte ich dann noch die restlichen Bilanzen für 2017 im Bundesanzeiger hochladen, weil da die Fristen schon abgelaufen sind und die gewaltig zickig werden, wenn man damit zu lange trödelt, aber dann fiel das Internet aus und ich konnte nichts mehr am Rechner machen, weshalb ich das auf morgen verschoben habe und stattdessen ein wenig einkaufen gefahren bin.
Als ich im Laden stand, hatte ich dann plötzlich keine Lust mehr, die notwendigen und vernünftige Dinge zu kaufen, so dass ich außer Milch, die K extra telefonisch geordert hatte, keinerlei Standardvorräte aufgefüllt habe, dafür steht hier aber jetzt ein wunderschöner großer Blumenstrauß, ich habe eine Flasche Champagner gekauft und ein Pfund Tartar sowie frisches Baguette, ich wollte lieber den Verkauf der Fabrik feiern, statt vernünftig zur Tagesordnung überzugehen. Ich muss mich immer noch ab und zu kneifen, um zu glauben, dass es wirklich stimmt
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Donnerstag, 14. März 2019
Verkauft
Eine von Ks Standardfragen, wenn ich vor ihm zu Hause bin und bereits die Post durchgesehen habe, ist: "Na, wieder fiese Briefe dabei?"
Zugegeben, es ist in der letzten Zeit besser geworden mit den fiesen Briefen, aber in der Anfangszeit, kurz nach CWs Tod, da kam hier schon sehr viel häufiger Post an, die man am liebsten nicht aufgemacht hätte. Rechnungen, Mahnungen, Vollstreckungen, Klagen, Zustellungsurkunden für alles mögliche, das Finanzamt freute sich, endlich einen neuen Ansprechpartner zu haben (CW war sehr gut im Ignorieren jedweder fiesen Post) und verlangte Erklärungen für viele Jahre rückwärts, es kamen Anwaltsschreiben, Inkassobüros schickten Post, und jede Menge Leute, "Freunde", Bekannte und andere ehemalige Kontaktpersonen wollten alle möglichen Auskünfte, Unterstützungen oder Zahlungen. Kurz: Es war die Hölle. Ich mochte schon nicht mehr nach Hause kommen, zumindest wollte ich nicht mehr durch die normale Eingangstür gehen, denn da war der Hausbriefkasten, weshalb ich mich viele Monate nur hintenrum ins Haus schlich, bloß nicht am Briefkasten vorbei.
Die Monster, die in der Kindheit noch unterm Bett gewohnt hatten, waren über Nacht in den Briefkasten umgezogen.

Wie gesagt, es wird besser, aber es gibt immer noch Reste.
Heute war dafür dann endlich mal richtig tolle, tolle Post im Briefkasten: Die notarielle Bestätigung, dass die Fabrik in Mönchengladbach tatsächlich und endlich verkauft ist.
Hat nur fünf Jahre gedauert.
Aber jetzt ist es geschafft, ich hatte zwischendurch schon nicht mehr dran geglaubt.

Puuuh, was für eine Erleichterung. Das elende Ding hat die letzten Jahre so viel Arbeit und so viel Ärger gemacht, es ist einfach nur toll zu wissen, dass man es jetzt endlich, endlich für immer vom Hals hat.

Und wenn alle Schulden und Verbindlichkeiten bezahlt sind, bleibt sogar noch Geld übrig, ich hätte es ja fast nicht zu träumen gewagt, aber jetzt ist es real und mit Notarstempel besiegelt.
Dann können wir uns jetzt ja mit Schwung an das nächste Projekt machen
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