Ich bin sehr zufrieden mit der Situation, dass Homeoffice jetzt zu einer Zwangslösung für alle wurde, in dem Tempo hätte ich das ohne das Virus nie und nimmer als eigene Idee umsetzen können, so spielt es mir zu 100% in die Karten. Auf meiner Agenda mit Planziel 2020 stand nämlich die Einführung eines Dokumentenmanagementsystem samt Papierabschaffung im Büro und erst als ich das als Ziel für 2020 verkündet hatte (irgendwann Dezember 2019), merkte ich, wie groß die Abneigung gegen so viel digital bei vielen Mitarbeitern ist.
In der aktuellen Situation begreifen jetzt aber endlich alle, wie unpraktisch so eine reine Papieraktenverwaltung ist. Wenn die Nummer mit dem Virus durch ist und wir wieder in eine Normalsituation wechseln, wird das mit dem Dokumentenmanagementsystem wahrscheinlich ein Klacks, da freue ich mich jetzt schon.
Größtes Drama des Tages war hier die Entdeckung, dass das Wasserbett undicht ist. Haben wir beim Bettbezugwechseln entdeckt, unter der Matratze ist alles feucht - aber wir haben dann auch sofort und stante pede online eine neue Matratze bestellt, das Praktische ist ja, dass ich die nächste Woche garantiert immer zu Hause bin. Die Matratze war auch problemlos lieferbar, zum Glück gehören Wasserbettmatratzen nicht zu den klassischen Hamsterprodukten.
Außerdem habe ich eben noch ein weiteres Apple TV (3. Generation, also nicht das ganz neue) bei ebay Kleinanzeigen gekauft, war ein ganz witziger Kontakt, weil die Anzeige grade erst 5 Minuten online war als ich nach Apple TV suchte und der Mensch auch noch einen recht humanen Preis verlangte (30€, finde ich völlig okay). Ich habe ihn also sofort angeschrieben, dass ich das Teil gerne hätte, wenn er es mir für 5€ Aufpreis auch noch einpackt und verschickt - und er war einverstanden und gab mir eine E-Mail Adresse für PayPal, die ich bei PayPal copy-pastete und das Geld sendete, was allerdings nicht bei ihm ankam - weil er mir seine eigene E-Mail-Adresse mit Tippfehler geschickt hatte. Nach dem Austausch eines PayPal-Screenshots fiel ihm das auf und war ihm dann sehr peinlich, ich lernte dafür, wie man Zahlungen bei PayPal wieder storniert und habe es dann noch mal neu gesendet, ich denke, er wird das Paket morgen auf alle Fälle zügig abschicken.
Und dann haben wir auch ein Apple TV am Fernseher im Wohnzimmer (bisher hatten wir nur eines am Fernseher im Schlafzimmer) und wenn wir jetzt die nächsten Wochen ständig zu Hause sein werden, dann ist das eine sehr gute Sache. Rein theoretisch kann der Fernseher auch Internet und ich kann rein theoretisch auch direkt mit dem Fernseher irgendwelche Dinge aus dem Internet streamen, das ist aber derart umständlich zu bedienen, dass ich es viel bequemer finde, den Kram, den ich gerne gucken möchte, auf meinem Handy oder meinem iPad abzuspielen, damit kann ich nämlich problemlos umgehen, und von dort über eben jenes besagte Apple TV auf den großen Fernseher zu übertragen, was anderes als ein größerer Bildschirm muss der Fernseher ja auch gar nicht sein und ich spare mir die grotesk umständliche Bedienung dieses blöden SmartTV.
Den Rest des Tages habe ich damit verbracht, den gesamten Vorratsbestand aus dem Keller sauber sortiert in eine Excel-Liste zu übertragen. Gebt mir noch zwei Wochen und ich führe für unseren Vorratskeller ein computergestütztes Lagerverwaltungssystem ein, das wird bestimmt ein großer Spaß
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Natürlich beherrscht derzeit dieses Virus nicht nur die gesamte Welt, sondern auch alle Gedanken der Menschen, ich habe aber aktuell das Gefühl, dass ich sowieso nichts daran ändern kann, wie es sich entwickelt, und deshalb geht mir das Thema schnell auf die Nerven.
Es ist wie es ist, ich bin bereit auch für längere Zeit im Wesentlichen zu Hause zu bleiben, wenn die Regierung meint, das wäre klug, dann mache ich das auch, aber deshalb darf sich doch wenigstens mein Kopf noch mit anderen Dingen beschäftigen.
Internetlesen fand ich also langweilig und habe mich deshalb lieber mit intellektueller Prävention beschäftigt: Wenn das mit dem Zuhausebleiben jetzt ein Dauerzustand wird, dann lohnt es sich, sich mit der Software zu beschäftigen, die Videokonferenzen und virtuelles zusammenarbeiten ermöglicht.
Neulich habe ich schon ein erstes Mal an einer Konferenz über/mit Teams von Microsoft teilgenommen, das scheint ein ziemlich mächtiges Tool zu sein, allerdings ist es sehr weit weg von "intuitiv bedienbar!". Microsoft Programme zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie eben nicht intuitiv bedienbar sind und dass es auch ungemein kompliziert ist, brauchbare Basisanleitungen im Netz zu finden, der Einstieg ist also das größte Problem.
Wenn man den hinbekommen hat und anschließend die Programme und ihre Möglichkeiten Stück für Stück kennenlernt, dann ist man nicht nur sehr begeistert von den Programmen, sondern vergisst auch, was einem anfangs so große Probleme bereitete, denn irgendwann ist der Umgang mit dem Programm zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit geworden. Aber der Anfang ist üblicherweise schon ein echtes Drama.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Excel für mich ein Programm mit ausschließlich ??? war. Ich hatte eine lange Zeit wirklich überhaupt keinen Zugang zu diesem Programm, weil ich den Einstieg nicht schaffte.
Aber dann wurde es beruflich zu einer nicht mehr zu umgehenden Selbstverständlichkeit, ich war also gezwungen, mich solange mit Excel zu beschäftigen, bis zumindest niemand mehr merkte, dass ich im Grunde keine Ahnung hatte - und heute ist es eines meiner absoluten Lieblingsprogramme und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, ohne zu leben.
Und Teams erscheint mir auch so ein Programm zu sein, was sich anfangs vor allem als unverständlich, hinderlich und sehr ablehnend dem Benutzer gegenüber zeigt, aber ich werde mich da durchbeißen, habe ich beschlossen, denn ich fürchte, Teams wird für das künftig allgegenwärtige Homeofficearbeiten eines der wichtigeren Tools werden. K fand das auch alles sehr spannend und hat als praktisch denkender Mensch erstmal noch fix zwei "Aufsteckkameras" bestellt, weil er bemerkte, dass die schon weiträumig vergriffen sind, er aber noch eine lieferfähige Quelle entdeckt hat. Zusatzkameras, die man dann oben am Bildschirm festklemmt, zu verwenden erscheint mir eine sinnvolle Idee, denn mein Laptop hat zwar auch eine eingebaute Kamera, aber die ist meistens deaktiviert, weil mein Laptop zugeklappt auf der Dockingstation am Rand des Schreibtisches steht. Ich verwende meinen Laptop fast ausschließlich mit Extratastatur, externer Maus und einem großen Bildschirm und nur sehr selten als typischen Laptop (also auf dem Schoß balanzierend), weshalb es sehr lästig ist, wenn ich nur, um an die Kamera zu gelangen, jedesmal den halben Schreibtisch umräumen muss. Dann lieber eine externe Kamera kaufen, verspricht den deutlich größeren Komfort.
Außer Teams habe ich heute alternativ auch noch Zoom heruntergeladen und mit J gemeinsam ausprobiert. Zoom ist deutlich intuitiver zu erfassen, aber es kann ja nichts schaden, wenn man beides kann.
Ich bleibe da dran.
Am Nachmittag haben wir dann die Kellervorräte in einem zweiten Durchgang durchsortiert, wieder sind jede Menge Konserven wegen Alter (<2016) aussortiert worden, jetzt ist aber auch wirklich alles einmal gesichtet und große Teile auch schon wieder neu sortiert eingeräumt. Außerdem haben wir alle Vorräte einmal in einer Liste erfasst, die muss ich jetzt noch in eine vernünftige Excel-Struktur-Tabelle bringen, aber dann kann man künftig alle Lagerzu- und -abgänge wunderbar nachtragen bzw. aktualisieren und hat immer einen aktuellen Stand der vorhandenen Vorräte. Das gefällt mir sehr.
Zum Abendessen gab es Salat und gebackenen Camembert, eines meiner Lieblingsessen und jetzt gehe ich ins Bett, denn so viel zuhause zu bleiben macht müde.
außerdem habe ich noch eine Frage: Wieso heißt es VirOloge und nicht VirUloge? Es heißt ja schließlich auch VirUs und Nicht VirOs. Ich habe jetzt schon mindestens 10x Viruloge geschrieben und musste es jedesmal unauffällig wieder verbessern, das O in dem Wort will nicht in meinen Kopf..
Ach, und noch eine Anmerkung: Weggehamstert ist mittlerweile nicht nur Klopapier, Mehl, Hefe und Ravioli, sondern auch Rapsöl. Das hat mich sehr erstaunt, denn wer und vor allem warum bunkert man Rapsöl in größeren Mengen
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Die normale Arbeit aber, also Dinge, die eher so zum Standardalltagsprogramm gehören und einfach nur erledigt werden müssen, die ich aber nicht delegieren kann, weil unser Laden zu klein ist und es deshalb sonst niemanden gibt, der das kann, diese Arbeiten finde ich unendlich langweilig und kämpfe dann sehr mit meiner Selbstdisziplin. Das hört sich jetzt tierisch wichtig an, ist es aber eigentlich gar nicht, vor allem auch, weil ich finde, dass da wirklich nichts Kompliziertes bei ist, bei den Dingen, die ich so mache. Fakt ist aber, dass alle meine Versuche, mir jemanden ranzuerziehen, der diese Arbeiten dann irgendwann übernehmen kann, kläglich scheiterten, weil die Fehlerquoten in den fertigen Arbeiten einfach unakzeptabel hoch waren und blieben. Ich verstehe nicht, weshalb das so ist, ist aber eben so und deshalb mache ich sehr viele Routinearbeiten selber, einfach deshalb, weil sie getan werden müssen. Und ich habe immer weniger Lust dazu.
Diese Arbeiten stapeln sich dann auch gerne schon mal zu langen, immer lästiger werdenden to-do-Bergen auf, bis ich irgendwann zu einem reinen, fristwahrenden Löcherstopfaktivismus wechsel, Spaß macht das aber alles nicht.
Deshalb graut mir jetzt ein wenig vor dem Homeoffice der nächsten Wochen, wenn ich nicht nur diesen Berg an ungeliebten Arbeiten erledigen muss, sondern das auch noch ohne jede externe Antriebskontrolle.
Wenn das mal gut geht.
Wirklich produktiv war ich heute nämlich auch nicht. Ich habe die Dinge getan, die heute auf der Tagesordnung standen, eine Kollegin kam bei mir zu Hause vorbei und brachte mir einen Kasten Post, wartete, bis ich das alles abgezeichnet und durchgesehen hatte, dann besprachen wir den Zahlungsverkehr und dann ging sie wieder. Außerdem habe ich ein paar schnelle Mails beantwortet und viel telefoniert, produktiv geht aber ganz bestimmt anders.
Statt mich diszipliniert vor den Rechner zu setzen und die Dateien zu bearbeiten, die ich alle noch bearbeiten muss, bin ich ständig im Haus rumgelaufen und bin dabei vom Höksken aufs Stöcksken gekommen. Habe also ein wenig Staub gesaugt, dann mit meinem neuen Staubwedel* diverse Spinnweben weggewedelt, im Keller habe ich eine Reihe Konserven anders sortiert und anschließend die Bügelwäsche zusammengesucht und das Bügelbrett aufgebaut.
*hat K mir neulich extra im Baumarkt gekauft, weil ich beklagte, dass wir keinen Staubwedel besitzen und dass Corona und Homeoffice nicht ohne Staubwedel zu ertragen sei.
Über einem Esstischstuhl hing noch mein schwarzer Wollmantel, den ich gestern zum Autoabholen anhatte und als ich ihn wegräumen wollte, fielen mir die vielen kleinen Flusen und Knötchen auf, die ja grade bei einem glatten schwarzen Schurwollmantel besonders hässlich aussehen - und dann fiel mir mein neu erworbener Flusenrasierer ein und ich hatte eine neue Beschäftigung.
Bisher besaß ich nur diese elektrischen Flusenrasierer, mit denen man die Pillingknötchen an Wollpullovern ganz akzeptabel wegrasieren kann, aber für den glatten Wollmantel taugten die nicht. Ende letzten Jahren bin ich beim Scrollen durch Facebook oder Instagram über eine Werbung für eine komplett andere Art von Fusselrasierer gestolpert, rein mechanisch aber laut Werbung sehr ähnlich dem Ei des Kolumbus. Ich steh ja auf so neue Gimmicks und muss das immer dringend ausprobieren, suche aber auch immer nach einer Alternativverkaufsquelle, weil üblicherweise die Händler, die die Kohle für so teure Facebookwerbung ausgeben, dann auch ihren Kram entsprechend teurer verkaufen, aber natürlich gibt es jede gute Idee in China auch in billig.
Bei ebay habe ich diesen Fusselrasierer dann für 2,34€ gefunden, sechs Wochen Lieferzeit aus China, aber ich hatte es ja nicht eilig. Und nur, um auszuprobieren, ob einem so ein Teil wirklich gefällt, finde ich 2,34€ grade noch okay, 12,34 €, was der Händler mit der Facebookwerbung dafür haben wollte, finde ich zu viel für so einen Spaß.
Dieser Fusselrasierer liegt also seit ca. vier Wochen hier rum und mir war nichts eingefallen, was ich damit fusselrasieren könnte, da er für zarte Wollpullover eindeutig zu grob ist.
Aber dann fiel mir heute der schwarze Wollmantel in die Finger.
Perfekt!

Ich bin tatsachlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, der Mantel sieht aus wie neu und es funktioniert einwandfrei. Halt nur nicht für weiche Pullis.
Dann kam K nach Hause, ich habe etwas zu Essen gekocht - Kartoffelgratin und Chinakohlgemüse aus dem Ofen, sehr lecker. Ich koche jetzt nur noch so Hamsteressen und bin sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Wenn es danach geht, macht es nichts aus, wenn wir jetzt noch ein Jahr lang Corona und Homeoffice haben.
Dann sind wir noch mal Einkaufen gefahren, weil wir feststellten, dass das Bier alle ist und Coronaquarantäne ohne Bier ist echt zu hart. Bei unserem örtlichen Bierdealer gibt es ja immer irgendeine Zugabe zu einem Kasten Bier, heute gab es theoretisch Klopapier (gibt es übrigens häufig), heute war das aber praktisch aus. (Überraschung), deshalb gab es Shampoo als Ersatzzugabe, davon haben wir jetzt also auch genug.
Ja, und dann war der Tag um und jetzt graut mir ein wenig, vor längerer Homeoffice-Zeit, da muss ich mir dringend was überlegen, um meine Selbstdisziplin anzukurbeln
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Im Grunde finde ich das ja gar nicht so schlimm, mir kommen die neuen Lebensumstände enorm entgegen, weil sie ja viel dichter an meiner natürlichen Lebensweise sind als das, was früher so normal war. Ich habe kein Problem damit, meine sozialen Kontakte auf Null zu fahren, nicht mehr vor die Tür zu gehen und sich einfach entspannt zu Hause einzuigeln. Mich regen nur die Leute auf, die jetzt vor Panik hyperventilieren und meinen, sie müssten Ansprüche anmelden. Da kann ich ja gar nicht gut mit umgehen.
Den tiefbegabten Assistenten der Geschäftsleitung habe ich heute telefonisch gründlich zusammengefaltet, weil der Fritze sich jetzt einfach in ein für ihn überhaupt nicht vorgesehenes und damit auch nicht eingerichtetes Homeoffice verpisst. Er hat sich Arbeit auf einem USB-Stick mit nach Hause gekommen, als ich das hörte, bin ich vor Lachen fast zusammengebrochen. Das ist wirklich das alleroberlächerlichste, was ich je gehört habe. Die Arbeit, die er hätte tun müssen, hat er bis zuletzt ordentlich auf Papier niedergeschrieben (von Hand), es gibt keine aktuellen Dokumente auf dem Server und wenn man ihn telefonisch fragt, wo er die Sachen abgelegt hat, dann erklärt er, dass er das auswendig auch nicht wisse, er käme ja nicht auf den Server, er würde aber die Sekretärin anrufen (die natürlich live vor Ort die Stellung hält), die könne dann mal in seiner Dokumenten-Ablage nachschauen.
Es ist schon echt krass, mit welch einer selbstverständlichen Unverschämtheit und Ignoranz gegenüber dem Rest der Welt er so durch sein Arbeitsleben wandelt - und damit durchkommt.
Ansonsten sind die Kollegen alle super, alle engagiert, jeder versucht, die Situation so gut es geht zu händeln, jeder setzt sich ein, macht, tut und kümmert sich. Nur dieser ultraüberflüssige Geschäftsleitungsassistent, echt mal, da kann man schon wirklich böse drüber werden.
2/3 der Belegschaft sind jetzt im Homeoffice und ich habe heute Microsoft Teams gelernt. Tolle Sache, muss ich mich dringend noch weiter mit beschäftigen.
Zwischendurch habe ich mein Auto zum Räderwechsel gebracht und bin zu Fuß zurück gelaufen, am späten Nachmittag dieselbe Tour umgekehrt - das Wetter ist angenehm, die Straßen sind menschenleer und so machten diese zwei Spaziergänge zwischendurch richtig Spaß.
Im übrigen bin ich weiterhin schlapp und müde und gehe jetzt auch schon wieder ins Bett, nichts von dem, was ich eigentlich schaffen wollte, habe ich geschafft, aber ja nun, das Leben funktioniert aktuell ja eh nicht so, wie es soll
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Wenn ich versuche, mir die Informations- und Faktenlage zu diesem Coronazeugs mal als Gesamtbild vor meinem inneren Auge vorzustellen - dann wird mir schwindelig.
Die gesamte Informationslage samt möglicher Ausblicke, wie es jetzt weitergeht oder -gehen könnte, fühlt sich an, wie die physikalischen Theoriegrundlagen des schwarzen Lochs. Es mag Leute geben, die nehmen die Details dieser komplexen Informations- und Planungslage als einzelne Punkte auf und denken dann darüber nach - dafür reichen meine Kapazitäten nicht, leider, mir wird nur schwindelig, wenn ich versuche darüber nachzudenken.
Ich kann mir das schwarze Loch nicht vorstellen - und ich kann nicht valide vorhersagen, wie sich unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft nach der Seuche entwickeln wird.
Ich kann es mir noch nicht mal vorstellen, weil, immer, wenn ich versuche, verschiedene Details für ein mögliches Zukunftsentwicklungsszenario zusammenzustellen - jedesmal wird mir sehr zuverlässig sehr schwindelig, wenn ich nur darüber nachdenke.
Ich weiß also nicht, wie es weitergehen wird, oder anders ausgedrückt: Ich kann es rational nicht begründet darlegen.
Ein Bauchgefühl habe ich aber natürlich schon.
Und Hoffnungen.
Und als hoffnungslos positiver Mensch (nennt man glaube ich Optimist und auch, wenn ich sehr gerne über alles nörgele, so fürchte ich doch, kann ich nicht verleugnen, dass ich tief im innersten meiner Überzeugung ein ausgeprägter Optimist bin. Es wird schon alles irgendwie klappen und gutgehen, immer.)
Also, als positiv denkender Mensch bin ich der Meinung, dass das alles unterm Strich eine wirklich tolle Sache gewesen sein wird. (War das Futur 2? Siehste, die kann was, diese Krise.) Und dass sich auch die Finanzmärkte alle erholen werden, es braucht nur ein wenig Zeit.
Ich glaube, wenn das erst mal alles durch und überstanden sein wird, dann haben wir uns insgesamt einen derart großen Schritt weiterentwickelt, also unsere Gesellschaft und unsere Traditionen und unsere Grundhaltungen, dass wir in zwei Jahren rückwärts betrachtet, dieser Krise heute sehr dankbar sein werden.
Unabhängig davon, haben wir aktuell natürlich eine Krise, die heute gebändigt werden muss und für mich hieß das, ich habe den größten Teil des Tages am Telefon und am Rechner verbracht.
Ich mag zwar offiziell krank sein, aber inoffiziell mussten eine Menge Dinge geregelt, geklärt, beruhigt und als neue Information abgespeichert werden, so dass ich einen ganz normalen Fulltimetag am PC hatte.
Aber ab morgen wird alles gut.
Oder wenigstens eine Menge.Haben wir heute geklärt.
Das ist doch schon mal was.
Mein Lieblingswort, was ich im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Krise gehört habe, hat Herr Söder gesagt: Das ist ein Charaktertest.
Und ja.
Jawoll!
Besser und präziser kann man es gar nicht beschreiben. Die aktuelle Situation ist ein perfekter Charaktertest und es trennt sich grade sehr klar die Streu vom Weizen.
Btw: Der tiefbegabte Assistent der Geschäftsführung ist heute durchgefallen, aber wen wundert's?
Durchgefallen sind auch ein paar Mieter, die Gewerbeimmobilien bei uns gepachtet haben und bevor man sich in Ruhe unterhalten konnte, welche Massnahmen jetzt zur Verfügung stehen, kommen sie gleich mit Vorwürfen, Paragraphen und Ausrufzeichen.
Die habe ich mir alle gemerkt - Charaktertest eindeutig failed. Let's see, what happens next.
Bestanden haben ihn dagegen andere Pächter von Gewerbeimmobilien, die ihre Situation ganz sachlich und klar dargelegt haben., die möglichen Lösungswege aufzeichneten und auch gleich erklärten, warum welcher Weg weshalb nicht geht. Natürlich unterhält man sich dann über Pachterlass.
Aber nicht mit denen, die gleich als erstes mit Paragraphen und Ausrufezeichen ankommen.
Mit solchen Leuten mag ich am liebsten gar nicht reden
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Man muss noch nicht mal zum Arzt gehen, um sich krank schreiben zu lassen, ein Anruf reicht, alles weitere maximal kontaktlos, ich soll mich melden, wenn es schlimmer wird.
Ich habe den Tag daraufhin heute im Homeoffice-Bett verbracht, es gab diverse Telefonkonferenzen, an denen man sehr gut vom Bett aus teilnehmen kann, überhaupt habe ich viel telefoniert, außerdem ein paar Mails gelesen und beantwortet und ansonsten zwischendurch immer mal ein wenig geschlafen.
Erkältungszustand aktuell: Ich fühle mich immer noch irgendwie malade, es ist nicht schlimmer geworden aber auch nicht besser, ich bin für diesen leichten Krankheitszustand aber sehr dankbar, weil ich wirklich, wirklich überhaupt keine Lust hätte, in der aktuellen Situation dort draußen rumzulaufen.
Ansonsten ist die Gesamtsituation aktuell grade ein gigantischer Feldversuch, von dem ich überzeugt bin, dass er uns einen ganz großen Schritt weiter voranbringt in der Entwicklung, der Akzeptanz und dem Umgang mit digitalen Medien. Besser kann man nicht beweisen, wie praktisch es ist, dass man für ganz viele Jobs tatsächlich auf Homeoffice umschalten kann, ich bin jetzt schon schrecklich gespannt, wie sich unser Arbeitsleben im nächsten Jahr verändert haben wird.
Weil ich tagsüber heute immer mal wieder geschlafen habe, bin ich jetzt natürlich wenig müde, aber doch vernünftig genug, jetzt wieder ins Bett zu gehen.
Morgen gibt es neue Neuigkeiten, es bleibt spannend
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Wir fuhren also zum Flugplatz und kramten eine ziemlich verstaubte Maschine aus dem Hangar. Wir hatten dabei das Gefühl, dass sich alle Leute freuten als wir auftauchten, weil wir eine angenehme Unterbrechung ihrer Langeweile waren. Die Leute in der Fummelbude (Sicherheitskontrolle) waren richtig gesprächig, leider hatten sie auch sehr viel Zeit zum Kontrollieren, mich regt das ja immer auf, aber nun ja, es ist halt ihr Job.
Als wir übers Vorfeld liefen, fielen mir diese Gepäckwagen auf

Der Name dieser Airline steht aktuell wohl eher nicht für viel Fun....
Am Flugplatz war ansonsten stumpf überhaupt nichts los, ziemlicher Stillstand beschreibt es am besten, wir fühlten uns schon irgendwie einsam, so ganz allein auf dem ansonsten fast menschenleeren Flugfeld, ist aber auch mal ein Erlebnis.
In der Luft war dafür richtig was los. Das hohe Fliegeraufkommen bekommt man über den Funk mit, weil wir uns kurz nach dem Start beim Fluginformationsdienst anmeldeten - und da hatten die Lotsen alle Hände voll zu tun.
Wir landeten dann einfach nur so und vor allem zum Tanken in Leer (günstigste Tankstelle in 300 Meilen Umgebung), da gibt es ja nur Privatflieger und da war richtig Traffic. Dabei war eigentlich überhaupt kein schönes Fliegerwetter, aber ich denke, es ging den anderen Piloten genau wie uns: Völlig egal wo man hinfliegt, die Hauptsache einfach nur mal raus und in die Luft, da fühlt man sich frei und kann all die Verbote und Einschränkungen, die das Leben am Boden derzeit beherrschen, mal für eine Zeit hinter sich lassen.
Weil ich dann schon mal in Leer war, habe ich auch noch fix den Vater besucht, der kriegt das alles gar nicht mehr richtig mit, was hier draußen grade so abgeht, ist aber sicher auch besser so.
Auch die Ostfriesischen Inseln sind jetzt für den Tourismus gesperrt, ich habe mit dem Onkel telefoniert, den das sehr erleichtert. Der gehört nämlich auch zur akuten Risikogruppe (Alter und Diabetes) und hat sich schon große Sorgen gemacht, dass er das Haus wohl dann für sehr lange gar nicht mehr verlassen darf, weil ihm die Kurgäste ja ganz sicher die Seuche auf die Insel schleppen werden.
Jetzt hoffen wir mal, dass es nicht schon zu spät war, das wird sich sicher in den nächsten Tagen zeigen
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Natürlich sind grundsätzlich ganz schrecklich Dinge passiert, die weltweite Reaktion der Länder auf diese Coronaseuche ist wahrhaft beeindruckend und wirklich gewusst hat das am Montag natürlich noch keiner, wie sich das entwickelt, aber ich hatte es im Gefühl und ich fürchte, es wird noch viel, viel schlimmer werden, das richtig dicke Ende kommt erst noch.
Das Schlimme wird nicht sein, dass sich so viele Menschen infizieren und ein Menge daran dann auch sterben werden, das ist ja etwas, was ich persönlich gar nicht so schlimm finde, denn an irgendwas muss man schließlich sterben, nein, ich denke, das Schlimme wird sein, dass wir irgendwann wieder auf Normalmodus umschalten müssen und dann werden wir feststellen, was durch den Stillstand in der Zwischenzeit alles kaputt gegangen ist und dass es eben kein Zurück in die alten Normalität und die alten Gewohnheiten geben wird. Und das wird Folgen haben, die jetzt wirklich noch niemand vernünftig abschätzen kann, aber ich glaube, diese Folgen sind eine große Chance für unsere Gesellschaft. Und ohne diesen schwarzen Schwan, ohne diese Pandemie und die drastische Reaktion der Regierungen auf diese Pandemie, ohne all das hätte unsere Gesellschaft eben die Chance nicht, sich irgendwann noch mal neu zurechtzruckeln.
Ich hatte schon länger das Gefühl, dass sich unsere Gesellschaft immer gradliniger in eine Sackgasse begibt, aus der es irgendwann kein Entkommen mehr gibt, aber mit diesem unerwarteten Riesendesaster dieser Virusinfektion haben wir wenigstens eine Chance bekommen, weil ein "weiter so" einfach ausgeschlossen ist.
Und deshalb bin ich zufrieden mit der Woche.
Zufrieden damit, dass sich die Seuche so drastisch entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat und ein ganz klein wenig zufrieden auch damit, dass ich selber wohl noch einigermaßen glimpflich von den Folgen dieses shut downs betroffen sein werde, das habe ich ja gestern schon festgestellt.
Ich werde mich weiter vernünftig isoliert halten, ich gehöre mit meiner COPD-Erkrankung ganz sicher zur Risikogruppe und habe wenig Bedarf, mir das Virus schon jetzt einzufangen, aber mir macht halt die Isolation auch kaum was aus.
Nach dem ich gestern einmal systematisch die Vorräte im Keller gecheckt habe, habe ich entdeckt, dass eine Dose mit eingemachten Pfirsichen wohl schon vor längerer Zeit mal explodiert ist und dann langsam aber systematisch das gesamte Kellerregal mit gezuckertem Pfirsichsaft zugetropft hat, der dann im Laufe der Zeit zu einem ziemlich harten und wirklich entsetzlich klebrigen schwarzen Ekelfilm geworden ist, mit dem nicht nur vier Regalbretter, sondern eben auch alle Dosen in Reichweite überzogen waren.
Die fragliche Dose stand ganz hinten im Regal und hatte eine Haltbarkeit bis 2006. Hat K herausgefunden, das Datum war noch gut zu lesen.
Wir wissen jetzt: Spätestens 10 Jahre nach dem angegebenen Datum werden solche Dose zu schlummernden Zeitbomben.
Das Gemeine ist, dass ich die Dose da nicht hingestellt habe, denn ich bin erst 2008 hier eingezogen - und ich habe definitiv KEIN EINZIGES Lebensmittelteil mitgebracht aus MG, zu groß war meine Panik, dass ich mir damit die Motten- und Käferseuche, die mich 18 Jahre und drei Wohnungsumzüge lang begleitet hat, auch mit nach Greven schleppe. Die Viecher wohnen nämlich im Zweifel auch hinter der Banderole von Dosen, deshalb hatte ich wegen akuter Seuchengefahr ein 100% Verbot für Lebensmittel aus MG ausgegeben.
Aber CW war ja ein unbedingter Wegwerfgegner und ich bin sehr sicher, dass er derjenige war, der diese Pfirsichdose aus MG mitgebracht hat, um sie in meinen Keller zu schmuggeln, weil er meinte, er würde sie bestimmt nicht verwerten. Tja nu, und dann hat er sich meinem späten Zorn durch rechtzeitiges Versterben entzogen, sehr geschickt.
So kam es denn, dass ich heute gründlich Inventur in meinem Vorratsbestand gemacht habe und feststellte, dass ich längst nicht so gut bevorratet bin, wie ich annahm, wenn ich systematisch alle Vorräte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis 2016 entsorge. War tatsächlich doch eine erstaunlich Menge.
Wenn der Kram nur vier Jahre über der Mindesthaltbarkeit ist, dann kann man wenigstens probieren, ob es noch essbar ist, aber älter wollte selbst ich nicht mehr testen.
Die Zeit vergeht aber auch so schnell, es ist unglaublich.
An einige Dosen kann ich mich noch sehr gut erinnern, dass ich sie gekauft habe und dachte, das könnte ich ja mal ausprobieren, wie der Inhalt überhaupt schmeckt. Ab und zu habe ich ja so experimentelle Phasen und kaufe Lebensmittel außerhalb meines üblichen Standardrepertoirs. Dass einige diese Dosen jetzt plötzlich ein Mindesthaltbarkeitsdatum nur bis 2012 haben - unfassbar. Ich könnte schwören, dass ich sie erst neulich gekauft habe...
Im Ergebnis haben sich also die verbliebenen Vorräte sehr gelichtet, ein wunderbarer Grund, noch schnell heute einkaufen zu fahren, um sie wieder aufzufüllen, wer weiß, wann man das Haus nur noch mit Passierschein verlassen darf.
Wir beschlossen in den Großmarkt nach Münster zu fahren, erstens, weil es halt ein Großmarkt ist und es dort nicht nur ein gigantisches Sortiment gibt, sondern auch von allem gigantisch viel und weil überhaupt nur Leute mit Berechtigungsausweis* dort einkaufen können.
Nachdem ich gestern im Lidl hier in Greven die leer gekauften Regale bestaunt habe, fand ich den Großmarkt eine wirklich gute Idee für einen Vorratsauffüllungseinkauf, das haben sich aber wohl auch alle anderen 12.345 Einkaufsausweisbesitzer gedacht, ich habe den Laden zumindest noch nie so voll erlebt, und er ist wirklich riesig. Klopapier war übrigens auch dort alle, ich konnte es überhaupt nicht fassen. (Das ist ein GROSSmarkt mit entsprechenden IndustrieGROSSregalen, in denen Klopapier im GROSSgebinde lagert. Alles weg. Irre. Was für ein Glück, dass ich ausgerechnet Klopapier schon letzte Woche in ausreichender Menge erworben habe.)
Da ich aber weder Klopapier noch Nudeln kaufen wollte, habe ich alles bekommen, was auf meiner Einkaufsliste stand und jetzt kann die Quarantäne wirklich kommen, jetzt bin ich wirklich gut sortiert und gut gerüstet.
*Wir haben natürlich einen Einkaufsausweis, wir haben schließlich genug Firmen, irgendeinen Vorteil muss das ja haben.
Bevor wir losfuhren habe ich noch schnell den Crockpot mit einer großen Portion Gulasch aufgesetzt, es ist mal wieder ungemein lecker geworden und wie jedesmal nach so einem Gulaschfestschmaus frage ich mich, warum ich das nicht viel öfter mache. Aber aktuell habe ich ja noch eine Menge Restgulasch über, das reicht perfekt für ein zweites Festmahl.
Im Moment kommen hier ständig Meldungen rein, welche Länder welche Einschränkungen beschließen, in Spanien gibt es jetzt schon Ausgangssperren, ich denke mal, das dauert nicht mehr lange, bis auch hier in Deutschland endgültig alles dicht gemacht wird
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Jetzt bin ich beleidigt und genervt und habe keine Lust mehr, alles noch mal zu tippen.
Nur so viel: Ich habe mir überlegt, dass ich die perfekten Grundvoraussetzungen zum gelassenen Aussitzen dieser Pandemie habe.
Ich gehe sowieso ungern raus und finde es höchst erfreulich, dass ich soziale Kontakte jetzt ganz offiziell meiden soll. Genau meine Welt.
Ich bleibe auch gerne zu Hause und bekomme keinen Koller, weil ich jetzt keinen Sport mehr machen kann, hihihi, ich stell's mir grade vor.
Ich bin perfekt für Homeoffice ausgerüstet und kann von jetzt auf gleich umstellen, wenn es erforderlich sein sollte.
Ich habe einen Beruf, der von der aktuellen Krise überhaupt nicht betroffen ist, weder muss ich jetzt extrem viel arbeiten (Ärzte/Pfleger) noch muss ich mir Sorgen um eine drohende Arbeitslosigkeit machen (Reisebranche, Kultur, Gastro, Freizeit).
Ich kann meinen Job einfach normal weitermachen und wenn es etwas langsamer geht, macht das auch nichts.
Und ich habe kein Kinderbetreuungsproblem - und meine Kinder auch nicht. Ich habe sozusagen das perfekte Zwischenalter.
Und schließlich: eine extrem große Vorratshaltung ist bei mir die default-Einstellung. Ich halte diesen Haushalt auch ohne zusätzliche Hamsterkäufe locker noch vier Monate aufrecht, aber selbstverständlich machte es Spaß, endlich mal mit gutem Gewissen auf Vorrat zu kaufen.
Alles in allem sehe ich dieser Pandemie also recht gelassen entgegen und bin sehr gespannt, wie es jetzt so weitergeht
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Der Kurssturz an den Börsen hat fast alle bisherigen Rekorde eingestellt, es hagelte nur noch Panikverkäufe und die Kurse rauschten minütlich weiter nach unten.
Gleichzeitig überholten sich die Coronakatastrophenmeldungen im selben Tempo in die andere Richtung, meint, es wurde minütlich mehr.
Noch mehr Infizierte, noch mehr Tote, noch mehr Sperrungen, noch mehr Verbote.
Das war also mal richtig viel Action.
Ich habe mich den Tag über mit Rettungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt.
Am Morgen stellte ich fest, welche Vorlagen mit welchem Inhalt schon für die Aufsichtsratssitzung nächste Woche hochgeladen worden waren und habe dann notfalltechnisch eingegriffen: Sofortiges Löschen von zwei Vorlagen. Ich schreibe sie selber und persönlich und neu, aber die alten erst mal raus.
Telefonat mit dem Leiter Beteiligungen aus dem Mutterhaus, der strikt dagegen ist, dass Vorlagen, die schon einmal hochgeladen wurden, wieder geändert werden, ich teilte ihm mit, dass ich seine Bedenken verstehen kann, aber dass ich im vorliegenden Fall keine Rücksicht darauf nehmen werde, ich werde also die hochgeladenen Vorlagen ändern, da die bisherigen Vorlagen einfach zu viel Blödsinn enthalten, den ich nicht gewillt bin zu dulden.
Der Leiter Beteiligungen protestierte förmlich, ich teilte ihm mit, ich hätte seinen Protest zur Kenntnis genommen, würde aber trotzdem das tun, was ich ihm grade gesagt hätte (also ändern), es war eine absolute Monty Python Situation und machte schon deshalb wieder Spaß.
Ansonsten überschlugen sich heute die Ereignisse in einem derartigen Tempo, dass ich nicht mehr hinterherkam und es deshalb irgendwann auch aufgab.
Keine Ahnung, wo der Dax jetzt steht, keine Ahnung, wie es dem DowJones geht und noch weniger Ahnung, ob es klug ist, die Bestandspositionen über Futures abzusichern. Ich finde, das Beste ist, das aktuelle Gewitter einfach durchzustehen, danach kann man sich dann in Ruhe orientieren.
Privat habe ich noch einmal einen größeren Schwung an Positionen gekauft, mein Bauchgefühl sagt mir, so billig kommen wir zwei nie wieder zusammen, mag sein, dass ich mich täusche, aber dann ist auch egal.
Ich habe jetzt nur noch dividendenstarke Titel gekauft, die maximal abgestürzt sind. Royal Dutch gehört zB dazu. Wenn die ihre bisherige Dividende weiterzahlen, dann habe ich in 10 Jahren meinen Atienkaufkurs nur in Dividenden zurückerhalten.
Wenn ich alternativ fürs selbe Geld Bundesanleihen kaufe, bekomme ich in 10 Jahren noch genau 90% meines heutigen Kaufkurses wieder (nennt sich negative Zinsen, für 10jährige Bundesanleihen standen die heute bei -0,9%) und anschließend habe ich ein neues Anlageproblem.
Die Aktien von Royal Dutch haben mir in derselben Zeit den Gegenwert des Kaufes an Dividenden gezahlt - und ich bin anschließend immer noch zum selben Prozentsatz an dem Unternehmen beteiligt, kann also gut sein, dass das mit der Dividendenausschüttung so weiter geht.
Kann mir jemand erklären, warum ich deshalb lieber Staatsanleihen kaufen sollte?
Ich verstehe es nicht und ich verstehe die Panikverkäufe nicht, ich kaufe zur Zeit systematisch Aktien zu.
Ich sagte es bereits: So preiswert finden wir nie mehr zusammen
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