anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 14. August 2020
Dies und das
Sehr ruhiger Tag heute, der mit enorm viel Krach startete, es gab heute früh nämlich ein Gewitter, das sich gefühlt direkt über unserem Kopf austobte. Okay, zwischen Blitz und Donner waren immer noch 3 Sekunden, aber 1km weit weg ist ja quasi direkt überm Kopf.
Und was hat das geblitzt und dann gedonnert. Hossa, es war wahrlich beeindruckend. Einige der Donner waren so laut und so donnerig, dass das ganze Haus wackelte, das fühlte sich schon seltsam an.
Ich wurde gegen 7h wach und habe dann mit K gemeinsam dem Gewitter gelauscht, so zu zweit unter der Bettdecke macht das richtig Spaß.

Am Vormittag habe ich dann ein wenig am PC gesessen und gegen mittag bin ich runtergegangen und habe mich mit der Mutter unterhalten, sie wollte gerne noch mal das Vaterhaus sehen, sie hat es schließlich vor 50 Jahren gemeinsam mit dem Vater neu gebaut. Damals dachte sie noch, es wäre auch ihres, als sie dann aber den Vater 10 Jahre später verließ, musste sie auch das Haus mitaufgeben, wenn man sich nicht im Guten trennt, teilt man sich anschließend auch keine Häuser mehr.
Ich glaube aber, sie ist jetzt sehr froh, dass es nicht mehr ihres ist, das Haus ist auch wirklich in keinem guten Zustand. Dann fuhren/wanderten wir weiter (ich fuhr im Hasemobil, die Mutter ging zu Fuß) und besuchten den Onkel. Nach einiger Zeit kam auch noch K, der dem Onkel einen neuen Computer brachte, den er extra für ihn besorgt und fertig gemacht hatte, der musste vor Ort nur noch ins Netz gebracht werden und die Treiber für die Drucker fehlten noch. Das läuft jetzt alles und der Onkel hat endlich wieder einen funktionierenden Computer, der alte hatte ein Lüfterproblem und verweigerte die Arbeit, aber so ganz ohne Computer meinte der Onkel, es fehle ihm doch etwas. Das ist also erledigt.
Und die Anhängerkupplung hat K auch wieder zurückgebracht und dem Onkel wieder an sein Rad geschraubt, unser eigener Fahrradanhäger aus China ist nämlich gekommen, samt Anhängerkupplung, wir sind jetzt zu 100% autark und der Onkel kann ja vielleicht doch noch mal probieren, ob er auch noch mit Anhänger fahren kann.

Insgesamt also ein ausgesprochen ruhiger und friedlicher Tag, gestern Nacht war Meeresleuchten, N war gegen Mitternacht noch mal am Meer und hat es entdeckt, heute wollen K und N gemeinsam um Mitternacht schwimmen gehen, in der Hoffnung, dass immer noch Meeresleuchten ist, ich glaube es ja nicht, aber nachgucken und ausprobieren lohnt sich immer. Schwimmen bei Meeresleuchten ist so ziemlich das tollste, was ich kenne, und nein, ich ärgere mich gar nicht über meinen Gipsfuß
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Donnerstag, 13. August 2020
Wieder zu viert
K ist wieder da und ich bin sehr zufrieden.
Ist schon schöner, wenn er da ist. Obwohl die letzten Tage sehr friedlich waren, von allen Personen der näheren Verwandtschaft ist N derjenige, mit dem ich am wenigsten aneinander gerate, wenn wir zusammen wohnen. Wir lassen uns gegenseitig relativ gut in Ruhe, gleichzeitig nimmt aber auch keiner einen "falschen Ausdruck" oder eine verkehrte Lautstärke oder sonstwie andere spontan und nicht vorher sorgfältig bedacht und abgewogene Bemerkungen übel und es diskutiert auch keiner mit dem anderen über Ausdrücke, falsch verstandene Wörter oder was es sonst eben alles so falsch zu machen gibt, wenn Sender- und Empfängerhorizont nicht auf derselben Frequenz funken.
Insofern waren es für mich also vier recht entspannte Tage, aber grundsätzlich finde ich es halt immer schöner, wenn K und ich abends im selben Bett schlafen können.

K brachte außerdem meine Mutter mit, die bleibt jetzt für die nächsten 10 Tage hier, die Hälfte der Zeit werden wir dann zu zweit "alleine" hier sein, weil N mit K am Sonntag mit nach Greven fliegt und beide erst am Freitag (dann hoffentlich mit dem neuen Stuhl) wieder zurückkommen.
Wird schon alles werden, ich komme mit dem Gipsfuß immer besser klar und grundsätzlich spekuliere ich ja immer noch darauf, dass irgendwann dieser Aircastschuh geliefert wird, mit dem dann noch mal alles einfacher wird. Wäre ja prima, wenn der ankommt bevor der Bruch verheilt ist
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Mittwoch, 12. August 2020
Scooterausflug und Stuhl gekauft
Der Ausflug ins MVZ mit dem Hasemobil zwecks Verlängerung der AU funktionierte einwandfrei, dieser E-Scooter ist wirklich praktisch, damit bin ich wunderbar mobil und wenn man sich einmal an die berauschende Geschwindigkeit von 6 km/h gewöhnt hat, beginnt man es sogar zu genießen, so geruhsam damit über die Insel zu gondeln. Ich entdecke plötzlich ganz viele neue Dinge, Details, die ich vorher nie wahrgenommen habe. 1000x mit dem Rad daran vorbeigefahren, aber welche Blumen in welchen Vorgärten blühen und welche witzige Deko manche Menschen noch in ihren Gärten untergebracht haben, das sehe ich erst jetzt. Ist wirklich richtig spannend.
Auf dem Rückweg bin ich deshalb einen größeren Schlenker gefahren, habe dann noch den Onkel besucht und zwei Stunden mit ihm gequatscht und war erst nach 13h wieder zu Hause. Offiziell arbeitsunfähig mit echter Bescheinigung ist gar kein so verkehrter Zustand, ich krieg die Zeit gut rum.

Vor ungefähr einem Jahr war ich ja mal in einem ganz teuren Büroausstattungsgeschäft, die sich vor allem auf ergonomische Büromöbel spezialisiert hatten. Dort habe ich einen Swopper ausprobiert, toll gefunden und mir ein paar Wochen später mit viel Glück einen Swopper sehr günstig über ebay Kleinanzeigen gekauft. Seit knapp einem Jahr steht vor meinem Homeofficeschreibtisch in Greven also ein Swopper und ich bin immer noch sehr begeistert davon.

Für den Schreibtisch hier auf Borkum wollte ich lieber einen fahrbaren Drehstuhl haben, so einen hatte ich aber auch in dem Spezialgeschäft entdeckt, nämlich einen Hag Capisco 8106 mit Sattelsitz, den fand ich enorm bequem, es stellte sich aber heraus, dass die Dinger auch bei ebay Kleinanzeigen immer noch sagenhaft teuer sind. Mehr als maximal 300€ war ich nicht bereit zu bezahlen, dafür gab es aber nur sehr selten mal ein Angebot, was dann auch immer viel zu weit von meinem Standort entfernt war. Seit einem Jahr beobachte ich die Angebote auf ebay Kleinanzeigen also sorgfältig und gestern wurde endlich ein preislich passender Stuhl angeboten, in Düsseldorf, das ist noch grade passabel erreichbar, wenn man Greven als Ausgangsort hat.
Blöderweise bin ich aber grade nicht in Greven und überhaupt bin ich grade sehr immobil, ich wollte diesen Stuhl aber unbedingt haben. Also schrieb ich die Verkäuferin an, sie antwortete auch umgehend und fragte, wann ich den Stuhl denn abholen wolle, es gäbe schon mehrere Interessenten und einer sei grade auf dem Weg, aber noch nicht da. Da konnte ich natürlich nur antworten, dass ich dann wohl wenig Chancen hätte, weil Bein gebrochen und damit ganz sicher nicht schnell genug, ich könnte ihr höchstens anbieten, dass ich sofort über PayPal schon mal bezahlen würde und die Abholung dann irgendwann nächste Woche organisiere. Dann habe ich nichts mehr von ihr gehört, heute morgen war die Anzeige aber noch nicht deaktiviert. Um 10h bekam ich eine Nachricht, dass das für sie okay wäre, um 10.30h war der Stuhl über PayPal bezahlt, mittlerweile hat sie die Anzeige deaktiviert und N hat sich bereit erklärt, nächste Woche nach Düsseldorf zu fahren, um den Stuhl abzuholen und dann kann er ihn übernächstes Wochenende, wenn er wieder zurück kommt, gleich mitbringen. Das finde ich eine wunderbare Organisation und jetzt freue ich mich sehr auf meinen neuen Stuhl.

Am Nachmittag habe ich dann eine Menge beruflich telefoniert, einen großen Stapel E-Mails abgearbeitet (hauptsächlich lesen und dann ablegen) und mich darüber gefreut, dass N den Rasen gemäht hat, ganz von sich aus, weil er sah, dass es langsam dringend wird.
Große Kinder sind etwas wunderbares
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Dienstag, 11. August 2020
durchgedämmert
Ich stelle fest, dass es mir tagsüber entschieden zu warm ist, da fährt der Körper einfach das System auf Sparmodus. Das, was am allerbesten funktioniert, ist, wenn selbst ich nicht mehr weiterschlafen kann (meine aktuelle Durchschnittsschlafzeit liegt bei rd. 10h, das gefällt mir sehr, aber nach 10h wache auch ich dann mal auf), also, wenn ich aufwache ist es am einfachsten, ich bleibe gleich im Bett liegen und gucke solange blödsinniges Fernsehen bis ich wieder müde genug für einen Mittagsschlaf bin. Das klappt gut.

Was nicht so gut klappt, ist, die nötige Energie aufzubringen, um mich tagsüber an den PC zu setzen.
Abends ist das okay, jetzt hat es sich draußen angenehm abgekühlt, ich habe alle Fenster weit offen und sitze sehr zufrieden inmitten eines wunderbar kühlen Durchzugwindes vor meinem Schreibtisch, jetzt lässt es sich gut aushalten, aber tagsüber hatte ich das Gefühl, hier geht eigentlich gar nichts.

Ist sicher auch ein Thema, was aus dem Kopf kommt. Ich bin halt formal krankgeschrieben und mit so einer wunderbaren Ausrede fehlt mir die Disziplin, dann trotzdem zu arbeiten, Homeoffice wäre ja zumindest eingeschränkt theoretisch möglich, aber mein Kopf verweigert es.

Nun ja, ist auch eigentlich nicht so wichtig, ich finde all diese Verwaltungstätigkeiten ja schon seit längerem irgendwie enorm nutzlos und überflüssig, ich werde also lernen, mich für die nächsten vier Jahre auf einem entspannten low level durchzulavieren, manchmal habe ich das Gefühl, das merkt sowieso keiner.

Immerhin habe ich mich heute Abend aufgerafft, all die neben meiner offiziellen Arbeit ansonsten noch zu erledigenden Steuererklärungen und Abschlüsse der sonstigen Firmen aus CWs Nachlass mal grob durchzusehen und habe einen Plan gemacht, in welcher Reihenfolge ich das jetzt abarbeite, wenn ich mich den ganzen Tag ausgeruht habe, reicht dafür die Abendenergie locker aus.

Sonst ist hier nicht viel passiert, ich habe den Tag ganz langsam im Halbschatten drinnen an mir vorbeiziehen lassen, N war zwischendurch mal kurz schwimmen, um sich abzukühlen, ich war noch nicht mal neidisch, dass ich nicht mitgehen konnte. Diese wunderbare Trägheit hat mir nur einen kurzen Energieschub spendiert, um vom Bett aufs Sofa umzuziehen, dort bin ich dann aber schnell wieder ermattet eingeschlafen.

Morgen fahre ich mit dem Hasemobil ins Krankenhaus und lasse meine AU verlängern, das ist dann wenigstens eine echte Aktivität
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Sonntag, 9. August 2020
Zwischenmeldungen
Aktuell schaffe ich es immer nur zu einer kurzen Zwischenmeldung, weil ich tatsächlich jeden Abend beschäftigt bin.
Am Freitag hat K den Schreiner abgeholt, der hier die neue Haustür und neue Fenster einbauen und die Gesamterneuerung des Fahrradschuppens durchführen soll, der musste schließlich vorher ein vernünftiges Aufmaß machen, bevor er das dafür notwendige Material bestellt, und der Schreiner brachte seine Frau mit (was ich gezielt vorgeschlagen habe), so dass die zwei jetzt hier ein schönes Wochenende auf der Insel gemeinsam verbringen konnten. Wir haben alles besprochen, was an Arbeiten wie ausgeführt werden soll, es ist alles ausgemessen - und abends haben wir dann zusammengesessen und geredet.
Gestern war keine einzige Wolke am Himmel, so haben wir Sternegucken de luxe genossen, heute haben wir kurzfristig beschlossen, zu grillen, das war auch ganz wunderbar und so gehen die Tage mit viel Beschäftigung um und ich sitze nicht eine Sekunde am Computer.

Normalerweise wären jetzt auch meine Ferien vorbei, die Zeit ist mal wieder nur so verflogen.
Für Montag habe ich eine Fähre gebucht, die Karte werde ich dann wohl erstmal zurückgeben und mir stattdessen eine Verlängerung der AU besorgen, im Grunde bin ich mit der Gesamtsituation tatsächlich gar nicht so unzufrieden. Ich bleibe jetzt einfach noch einen Monat länger hier und auch wenn ich heute nicht mit zum Schwimmen gehen konnte, so gefällt es mir doch ausnehmend gut, dass ich irgendwie noch mal deutlich verlängerte Ferien habe. Ich kann zwar nicht an den Strand gehen und bei der Hitze wäre eine Abkühlung im Meer toll, vor allem, wenn man es vor der Haustür rauschen hört, aber nun, ich habe stattdessen auf dem Sofa gelegen und Podcast gehört, das war auch schön.

Morgen fliegt K wieder ab, bringt den Schreiner samt Frau nach Hause und setzt vorher noch die Schwester in Leer ab, weil dort ihr Auto steht, dann sind N, J und ich nur noch zu dritt, aber wenn alles klappt, kommt K schon am Donnerstag wieder und bringt die Mutter mit, so ist dann immer jemand da, der mir die Wege abnimmt, die ich grade selber nicht laufen kann, weil N und J nächsten Sonntag auch beide wieder aufs Festland müssen und mir ein bisschen bang davor war, hier komplett alleine zu bleiben.

Der Planung klingt aber gut, so dass ich die Gipsfußzeit wohl wirklich komplett hier auf der Insel verbringen kann, das fände ich tatsächlich sehr prima
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Donnerstag, 6. August 2020
Das Hasemobil
K ist wieder da und ich bin sehr glücklich.
Ich tauge nicht als Einzelmensch, insbesondere dann nicht, wenn ich alleine mit anderen Menschen zusammen bin.
Hört sich seltsam an, aber wenn ich länger mit anderen Menschen zusammen bin, fällt mir regelmäßig auf, wie schwer es mir fällt, ein guter Mensch zu sein.
Wenn ich wählen kann, ob ich Dinge alleine und unabhängig mache oder gemeinsam mit anderen, auf die ich dann aber nach deren Regeln Rücksicht nehmen muss, ist es mir immer und grundsätzlich lieber, Dinge alleine zu machen. Ich bin am besten darin auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen, wenn ich ihnen einfach aus dem Weg gehe.
Alles andere wird zu einem immer größer werdenden Berg an schiefgelaufenen Kommunikationen und es gelingt mir nicht, das zu verhindern. Ich meine, es gelänge mir grundsätzlich natürlich schon, das zu verhindern, aber dann fühlt es sich für mich an wie im Job. Und das verweigere ich privat einfach.

Im Job reagiere ich üblicherweise nie spontan, sondern in aller Regel sehr kuratiert und überlegt. Im Job gebe ich mir viel Mühe, die Menschen, mit denen ich zu tun habe, jeweils genau so zu behandeln, dass sie anschließend möglichst gut ihre Arbeit erledigen, entweder genau das tun, was ich möchte oder sich zufrieden und motiviert fühlen und selbstständig weiterarbeiten, dabei ist es völlig unerheblich, wie ich persönlich mich dabei fühle, ich mache meinen Job nicht zu meiner persönlichen Selbstverwirklichung, sondern meine Zielvorgabe ist maximale Effizienz.

Aber genau deshalb ist es mir so wichtig, in meinem privaten Umfeld nicht auch noch dauernd auf irgendwelche Befindlichkeiten anderer achten zu müssen, privat möchte ich gerne einfach nur so sein, wie ich bin, ohne mich verstellen zu müssen, ohne jedes Wort erst angemessen zu gewichten und vor allem möchte ich gerne genau das sagen dürfen, was ich meine und ich will es in dem Tonfall sagen, der mir dabei spontan einfällt. Wenn Dinge daneben gehen oder falsch gelaufen sind, ist das kein Beinbruch, aber es ist ärgerlich - und ich will sagen, dass ich es ärgerlich finde. Weil ich mich ja auch wirklich spontan ärgere, dann sage ich, dass ich das blöd finde und dann ist die Sache für mich erledigt. Ich suche weder nach einem Schuldigen noch will ich die Sache selber diskutieren, es ist halt vergossene Milch, blöd, aber kann passieren, das einzige, was mich wirklich interessiert, ist Vorbeugung für die Zukunft.
Wenn ich sage, dass ich das jetzt grade nicht gut fand, dann möchte ich damit vor allem eine Wiederholung verhindern. Wenn da ansonsten noch nie drüber geredet wurde, kann es deshalb gar kein Vorwurf gegenüber irgendjemandem sein (aus meiner Sicht), weil das ja bisher noch niemand wusste. Interessanterweise fühlen sich die allermeisten Menschen aber persönlich angegriffen, wenn ich sage, was mir nicht passt und das wiederum finde ich enorm anstrengend. Insgesamt fühle ich mich dadurch in einem permanenten Rechtfertigungsdruck, der aber auch aussichtslos ist, denn, wenn ich mich rechtfertige und versuche, das gesamte Verhalten zu diskutieren, endet es mit dem Vorwurf, dass man mit mir nicht diskutieren könne, weil ich jeden an die Wand quatsche.
Ja, wtf - aus genau dem Grund finde ich es einfach nur ermüdend, anstrengend und nicht sehr erstrebenswert mit anderen Menschen zusammen zu sein, ich habe kein Talent dafür.

Heute klingelte der Gasableser, C hat ihm die Tür geöffnet, es wurde der Gaszähler abgelesen und dann ist der Mensch wieder gegangen. Als ich C zwei Stunden später fragte, wer da denn heute Vormittag geklingelt habe, sagte sie: "Der Gasableser." und ich reagierte einfach nur superspontan mit "Ach Du Kacke, dann haben wir jetzt wohl ein Problem." um aber auch SOFORT, quasi noch im selben Atemzug nachzuschieben: "Du kannst da gar nichts für, das ist komplett allein mein Problem."

Erklärung: Weil ich wusste, dass die Gaspreise steigen, habe ich bei der letzten Ablesung im Februar mal sehr großzügig den Zählerstand nach oben aufgerundet. Ich habe also schon Gas bezahlt, was ich noch gar nicht verbraucht habe, das aber mit dem niedrigen Gaspreis, der bis zum 31.1. galt. Ich fand mich enorm tricky und bis zur nächsten Ablesung im Winter ist das ja locker alles wegverbraucht.
Dass die jetzt aber im Sommer auch ablesen, wegen USt-Wechsel und Zwischenabrechnung, das hatte ich nicht bedacht und jetzt haben die heute einen Zählerstand abgelesen, der niedriger ist als der Zählerstand im Februar. Das wird ein Erklärungsproblem, fürchte ich.
C hat heute einfach zu 100% gar nichts verkehrt gemacht, es ist absolut logisch und richtig, den Zählermenschen den Zähler ablesen zu lassen, wenn er klingelt. Den Fehler habe ich gemacht, ich hätte daran denken sollen und schon einen Zettel mit dem passenden Zählertand paratlegen können, dann wäre nix passiert. Habe ich aber nicht, weil ich da nicht dran gedacht habe. Darüber habe ich mich geärgert und deshalb habe ich das gesagt, was ich gesagt habe.

Dass sich C dann von meiner spontanen Reaktion verletzt gefühlt hat, ist ihr gutes Recht - und mich nervt diese Mimosigkeit, der ich nicht gewachsen bin. Zumindest nicht privat und wenn ich einfach nur spontan reagiere.

Das war jetzt nur ein Beispiel von vielen, alle anderen waren extrem ähnlich - und ich bin müde.
Ich bin müde und erschöpft und ausgelaugt und mag nicht mehr mit Menschen umgehen, die sich von mir ständig verletzt und gedemütigt fühlen, obwohl ich das nicht im Entferntesten beabsichtigt habe.

Meine Stimme ist zu laut, mein Ton zu schrill, die Worte zu scharf - irgendwas ist immer und ich kann nichts davon ändern, außer ich schalte um auf Büromodus und nehme meine eigene Persönlichkeit vollkommen raus und konzentriere mich nur noch auf die anderen.
Das könnte ich tun, dafür fehlt mir aber grade die Energie.
Mein Bein tut weh und schränkt mich enorm ein, in dem Zustand auch noch auf die Empfindlichkeiten von anderen einzugehen, nur damit die sich wohlfühlen und gute Laune haben, wäre ein hehres Projekt für einen guten Menschen, ich bin nur leider kein guter Mensch.
Meine eigene Bequemlichkeit, mein eigener Komfort sind mir tatsächlich wichtiger als das Seelenheil anderer Menschen und mit lästigen Schmerzen und erhöhter Immobilität umgehen zu müssen, lässt wenig Spielraum für weitere Verzichte auf andere Komfortpunkte. Ich habe einfach keinen Bock mehr auf Befindlichkeiten, die mir eh komplett fremd sind, Rücksicht nehmen zu müssen.

Vielleicht ist das aber auch der Grund, weshalb ich mit K so zufrieden bin, denn bei ihm gelingt mir der private Umgang ohne Probleme, oder vielleicht sollte ich es andersherum ausdrücken: Er ist einer der ganz wenigen Menschen, der mir nicht übelnimmt, wenn ich bin wie ich bin.
Er fühlt sich von mir weder ständig angegriffen noch beleidigt oder provoziert, er nimmt mich so an, wie ich bin und das genieße ich sehr.

Die letzten drei Tage habe ich mich deshalb schon sehr einsam gefühlt, aber jetzt ist es sofort wieder besser. Immerhin weiß ich jetzt, dass es wenigstens einen Menschen auf der Welt gibt, der von mir nicht verlangt, ständig auf Zehenspitzen und nur verlogene Floskeln flüsternd um ihn herumzutanzen.

Weil ich mich hier im Haus nicht mehr wohl gefühlt habe, habe ich heute Nachmittag einen Ausflug zum Onkel gemacht - der Onkel lebt sowieso in einer eigenen Welt, bei dem schalte ich automatisch auf "Betreuungsmodus", hier gibt es also keine Kommunikationsprobleme, weil meine Erwartungshaltung eine andere ist.
Zum Glück gibt es ja noch das Hasemobil*, was der Vater vor fünf Jahren bekommen hat, als er sich die Hüfte gebrochen hatte, damit bin ich wunderbar mobil und kann im Grunde dann ja doch wieder alles alleine


*Das Gefährt heißt bei uns "Hasemobil", weil man die Geschwindigkeit von Schildkröte bis Hase regulieren kann. Mein Vater fuhr stets auf Hase, was auch sinnvoll ist, denn bei einer Hasenhöchstgeschwindigkeit von 6km/h ist es immer noch weit weg von schnell.
Aber immerhin, es fährt, elektrisch, umweltfreundlich und vor allem gipsfußfreundlich
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Montag, 3. August 2020
Ein bisschen Müssen ist nicht schlecht
Heute ist Montag und wie sagt ein Freund gerne zu Montagen: Achtung, diese Tage können Spuren von Müssen enthalten.

Ist schon lustig, wie sich sowas auswirkt.
Ich habe grade nicht nur Urlaub, sondern bin wegen kaputtem Bein auch noch krankgeschrieben, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, nach dem verbummelten Wochenende sei heute mal wieder Schreibtisch sehr löblich und so führten die Spuren von Müssen heute dazu, dass ich doch wirklich fast meine eigene Steuererklärung fertiggestellt habe.
Ich bin zutiefst erstaunt, von dem Energieschub, der mich da heute erfasst hat, und das obwohl ich grade erst frisch eine wunderbare Fristverlängerung für meine Steuererklärung ausgehandelt hatte. Denn selbstverständlich kann man mit gebrochenem Fuß seine Steuern nicht pünktlich erklären, so legte ich dem Finanzamt schlüssig dar, aber dann ging es heute plötzlich doch und jetzt weiß ich auch nicht.

Nun, dann schauen wir mal, wie sich das alles entwickelt, insgesamt bin ich mit dem heutigen Montag aber schon mal recht zufrieden

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Samstag, 1. August 2020
Nix Neues
Langweiliger Tag heute, es ist nichts Berichtenswertes passiert. Das Bein ist unverändert eingegipst, ich habe von der Krückenrumhampelei mittlerweile Muskelkater an allen Stellen des Körpers außer im rechten Bein, Muskelkater ist etwas sehr Lästiges und macht schlechte Laune, das ist aber auch wirklich alles, was ich heute bemerkt habe.
Um mir irgendwelche tiefschürfenden Gedanken zu philosophischen Grundsatzthemen wie Respekt, Altwerden oder Reichtum zu machen (alles Themen, die ich grundsätzlich sehr faszinierend finde und deshalb häufig darauf rumdenke), für das Nachdenken über solche Themen reichte aber meine Grundentspannung nicht. Diese Muskelkaterthematik finde ich schon sehr dämlich und überhaupt habe ich noch nicht meinen endgültigen Frieden mit der aktuellen Situation geschlossen. Es ist wie es ist, schon klar, aber noch finde ich es blöd.
Aber wird schon
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Freitag, 31. Juli 2020
Immerhin konnte ich schlafen
Wirklich dankbar bin ich für eine sehr seltsame Marotte meines Körpers: Wenn Dinge (zu) schmerzhaft werden, fährt er die Körperfunktionen kurzerhand auf Winterschlaf herunter, was zwar einerseits bedeutet, dass meine Außenwelt mich dann als sehr seltsam wahrnimmt, was aber andererseits auch bedeutet, dass ich wenigstens kein Problem mit Schlafen habe.
Kurz gesagt funktioniert das bei mir so: Je Schmerz, desto Schlaf. Und ich bin sehr zufrieden damit.

Das erste Mal mit Bewusstsein bemerkt wurde diese ungewöhnliche Körperreaktion bei der Geburt des ersten Kindes. Ich wurde morgens gegen 4h mit einem seltsamen Ziehen im Bauch wach. Beim ersten Kind und wenn es auch noch mehr als zwei Wochen vor dem Termin laut Kalender ist, reagiert man als Frau noch nicht besonders alarmiert, mir war aber immerhin komisch genug als dass mir nach einem ausgiebigen heißen Bad in der Wanne war. Das ließ ich mir einlaufen, legte mich in das ziemlich heiße Wasser und stellte nach 15 Minuten fest, es wird nicht besser, sondern schlimmer. Es wurde so schlimm, dass ich fand, das ist nicht mehr zu ertragen, also kletterte ich aus der Wanne (in der im übrigen die Fruchtblase geplatzt war, was man aber in der Wanne nun mal so gar nicht bemerkt), trocknete mich grob ab und kroch wieder in mein Wasserbett, wo mich mein Körper umgehend in den Winterschlaf versetzte. Ich habe nur so eine zerfetzte Erinnerung an Wehen, aber nach allem, was ich weiß, muss das schon bannig weh tun.
Ich lag also wieder im Bett und hätte mich dort auch nicht mehr rausbewegt, wenn der Kindsvater nicht durch mein Gehampel aufgemacht wäre und plötzlich Panik schob. Er sah, dass unter mir alles nass war (die Fruchtblase lief fröhlich weiter aus) und meinte, wir müssten jetzt sofort und umgehend ins Krankenhaus.
Ich antwortete nicht, bei mir hatte sich der Körper für "Augen zu" entschieden und Reden war mir auch nicht mehr möglich, obwohl ich gleichzeitig wach genug war, um mitzubekommen, was um mich herum passierte, aber mein Hirn sagte mir, dass ich wahrscheinlich sowieso sterben werde, weil, solche Schmerzen kann man nicht überleben, also lohnt es sich jetzt auch nicht mehr, noch mit anderen zu kommunizieren oder nett zu sein.
Dem Kindsvater (also CW) gelang es dann aber doch, mich soweit in Gang zu setzen, dass ich mich immerhin irgendwie anzog und dann auf dem Po die Treppe runterrutschte, weil, aufrecht gehen war mir nicht mehr möglich.
Ein Taxi (der Klassiker: natürlich sprang CWs Auto grade jetzt nicht an) brachte uns Sonntags morgens um 5h ins nächste Krankenhaus, ich saß hinten und hatte mich in mir selber zusammengerollt. Vorm Krankenhaus angekommen zog mich CW irgendwie aus dem Auto, der Taxifahrer erkundigte sich noch mitfühlend: "Ist es sehr schlimm? Der Blinddarm?" weil ich wohl absolut nicht den Eindruck einer gebärenden Frau machte, vor allem auch, weil ich komplett stumm war.
Im Krankenhaus angekommen konnte CW all die notwendigen Fragen nicht beantworten wie "welche Krankenkasse" und "wo ist der Mutterpass" und "sind Allergien bekannt?" weil ich die Geburtsvorbereitungskurse alleine absolviert hatte, schließlich sollte ich ja das Kind bekommen und nicht der Vater. Witzigerweise war das schon vor 30 Jahren nicht mehr üblich, ich wurde deshalb bei diesen Kursen mehrfach mitfühlend gefragt, ob ich alleingebärend sei, was ich jedesmal mit: "Ja selbstverständlich. Kann man das delegieren?" beantwortete, was mir aber wohl eher keine Freunde einbrachte.

Wie auch immer, CW hatte von all dem Gedöns um die Kinderkriegerei herum keine Ahnung, wir lebten da das Modell der Arbeitsteilung, aber er war jetzt dafür zuständig, mich zu meinem letzten großen Einsatz abzuliefern - und ich ließ ihn kläglich im Stich. Statt mich wie eine ordentlich Gebärende mit Geschrei und Gestöhne und was weiß ich zu benehmen, wollte ich mich jedesmal, wenn er mich nicht aktiv aufrecht hielt, auf dem Fußboden zusammenrollen, um in meinem Winterschlaf weiterzudämmern.
Immerhin gelang es ihm, mich in einen Kreißsaal zu lotsen, dort wurde ich an eine Wehenmaschine angeschlossen, die wohl sehr hoch ausschlug, die werdende Mutter dagegen rührte sich nicht und zischte nur böse, wenn man sie anfassen wollte. Immerhin konnte CW die Frage, welche Drogen ich denn genommen habe, mit einem ausdrücklichen "Keine" beantworten, was ihm aber keiner glaubte, weil dazu benahm ich mich viel zu zugekifft.
Long story short: Um 4h war ich in die Badewanne gegangen, N ist ca. zwei Stunden später geboren, für eine Erstgebärende recht ordentlich und der zuständige Oberarzt der Station erklärte mir später, das hätte sicherlich auch daran gelegen, dass ich den Wehen vom ersten Moment an keinerlei Widerstand entgegengesetzt hätte - was ich logisch fand, denn wenn man der festen Überzeugung ist, dass man jetzt absolut sicher sowieso verstirbt, dann ist es besser, es geht schnell und man wehrt sich nicht.
In dem Moment als das Kind dann komplett aus mir rausgeflutscht war, gingen bei mir übrigens die Augen wieder auf und ich war voll da. Winterschlaf vorbei.

So ging das auch bei den folgenden Geburten und so geht es mir jedesmal, wenn der Körper meint, dass es überflüssig ist, zu große Schmerzen live zu erleben - dann schaltet er auf Notbetrieb.

Der Fuß tat heute Nacht also schon arg weh - weshalb ich einfach erst mal 10 Stunden schlief.
Um 10h rief der Arzt aus dem MVZ an und teilte mir mit, dass es sein könnte, dass da doch noch mehr kaputt ist, sie hätten leider den Mittelfuss nicht geröngt, weil die Schwellung ja zunächst nur über dem Sprunggelenk war, aber ob ich noch mal vorbeikommen möge, sie würden gerne den Rest des Fußes auch noch röntgen.
Ergebnis: Ja, hier ist ein sehr offensichtlicher Bruch im 5. Mfk, aktuell nicht disloziert, also erst mal Gipsen und gucken, wie es sich bis nächste Woche entwickelt, dann gibt es das große Kontrollröntgen. Wenn sich die Bruchspalte vergrößert, dann blöd, dann OP, sonst einfach nur Gips für länger und dann mal schauen.

Jetzt habe ich hier also einen wunderhübschen, blauweiß gestreiften, original maritimen Unterschenkelgibs, mit dem der gesamte Fuß aber auch sofort deutlich weniger weh tut, dementsprechend habe ich heute auch nicht mehr geschlafen.

Ich bin mal gespannt, wie die Nacht wird
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Montag, 27. Juli 2020
Logistikplanung, Anhängerlogistik und Fahrradtour
Heute Nacht hat es so unendlich viel geregnet, dass die frisch aufgegrabene Erde im Garten gleich wunderbar zusammengefallen ist, die neue Pflasterfläche ist sehr schön saubergewaschen und auch ansonsten hat sich die Natur hier gefreut wie Bolle, das ist alles sehr erfreulich.
Als es hell wurde (also in meiner Welt so ab 9h) war das mit dem Regen auch erledigt, danach schien die Sonne zusammen mit einem ziemlich frischen Wind aus Südost, durch den die ansonsten eigentlich sehr angenehmen Temperaturen spürbar runtergekühlt wurden. Und Fahrradfahren ist bei Windstärke 5-6 auch eine Herausforderung. Zumindest wenn man Richtung Südost fährt.

Ich habe am Vormittag zusammen mit meiner Schwester zunächst die Logistik für morgen geplant, da kommt sie nämlich nach Borkum und bringt noch zwei meiner Kinder mit und eines von ihr, das dann aber beim Bruder wohnen wird, weil die Schwägerin Stiefpatentante von diesem Kind ist und deshalb das Kind eingeladen hat.
Über diese Stiefpatenschaft muss ich jedesmal kichern, sie wird aber sehr ernsthaft von der aktuellen Frau des Bruders gelebt, also sollte ich mich nicht lustig machen. Eigentlich war die Vorgängerfrau des Bruders die Originalpatin des Kindes, aber als der Bruder sie gegen eine neue Frau eintauschte, wurde auch ihre Patenschaft auf die neue Frau übertragen, weil, ist ja für alle einfacher so, nicht wahr?
Der Bruder lebt mit seiner Familie grundsätzlich noch ein sehr traditionelles Rollenbild, da kommen abgelegte Vorgängerfrauen, mit denen man noch weiter gut befreundet ist, nicht vor, so etwas Verruchtes ist ja schon kurz vor Kommune, ne, da herrschen geordnete Verhältnisse und jeder weiß, wo sein Platz ist was seine Aufgabe ist.

Wie auch immer, meine Schwester kommt mit drei Kindern und einem Hund in einem Auto und wir haben ausgeklügelt, dass sie nur bis Leer Flugplatz fährt, wo K und ich dann auch hinkommen, K übernimmt drei Kinder und das Gepäck und schafft alle und alles nach Borkum, Schwester, Hund und ich gehen den Vater besuchen und wenn wir damit fertig sind, ist K wieder da und holt uns dann auch ab. Eventuell bitten wir K, dass er sich gar nicht so beeilen muss, dann können wir außer den Vater vielleicht auch noch TK Maxx besuchen, das ist gleich neben dem Seniorenheim.
Besuchszeiten sind von 15h-17h, TK Maxx hat länger auf, der Flugplatz auf Borkum schließt um 19h, da ist also Zeit für alle Möglichkeiten.
Das wird bestimmt ganz toll, morgen.

Nach dieser ausschweifenden Planung sind wir zunächst kurz Einkaufen gefahren, der Onkel hatte mir dicke Bohnen mitgegeben, ich wollte Gemüsesuppe machen, hatte aber keinen Porree. Also erst Einkaufen, dann sind wir zum Onkel gefahren, Erde holen. Der Onkel hat nämlich regelmäßig Erde übrig, die er loswerden will, weil sein Komposthaufen ja produziert wie Hölle, der Onkel aber keine Hochbeete anlegen will, also nehmen wir die Erde, wir haben ein Gartenloch, da geht noch viel Erde rein. Zum Transport der Erde sollen wir seinen alten Bollerwagen benutzen, für den unsere Fahrräder aber keine Kupplung haben. Also habe ich jetzt so eine Kupplung bestellt, leider fehlt nun noch die Befestigung für die Kupplung, weil ich ja nur die Kupplung bestellt habe, was weiß ich, was man noch dazu bestellen muss, es ist Elend.
Weil aber der Onkel nun unbedingt die Erde loswerden will, die steht nämlich schon seit Tagen in Eimern im Gang und ist lästig, hat K gestern die Kupplung samt Befestigung vom Onkelfahrrad abgebaut, weil der sich eh nicht mehr traut, mit Hänger zu fahren, und hat diese Kupplung samt Befestigung heute an einem unserer Fahrräder angeschraubt, so dass wir jetzt den Bollerwagen vom Onkel mit unserem Fahrrad ziehen können. Also konnten wir auch endlich heute die Erde vom Onkel holen, der war darüber sehr zufrieden.
Weil K ja gerne Dinge selber hat und weil es ihn ärgert, wenn er den Bollerwagen vom Onkel benutzen soll, hat er heute dann auch noch einen eigenen Bollerwagen für uns bestellt. Der kommt jetzt aus China und wir wissen nicht genau, wann er kommt, aber er ist günstig und er kommt übrigens gleich mitsamt Kupplung und Befestigung für die Kupplung.
Wir werden also irgendwann einen eigenen Bollerwagen haben (wir haben zwar eigentlich schon einen, aber das ist ein guter, von Cruiser, der ist zu schade zum Erde transportieren. Für den Transport schmutziger Dinge braucht man einen extra Anhänger, wenn man den nicht hat, muss man ihn kaufen), also, bald haben wir unseren eigenen Anhänger für schmutziges Zeug und dann auch anderthalb Kupplungen dafür (weil, eine halbe habe ich ja schon gekauft, jetzt kommt noch mal eine komplette mit dem neuen Anhänger) und dann werden wir außerdem demnächst auch den Bollerwagen vom Onkel übernehmen, denn der traut sich ja nicht mehr, den zu benutzen, aber bis dahin weiß keiner, wie lange das dauert und deshalb wurde heute mal ein neuer bestellt. Ich finde das übrigens gut und habe das ausdrücklich unterstützt. Blöd nur, dass wir nicht wissen, wann der geliefert wird, ich bin nur noch zwei Wochen da, wenn der wirklich aus China kommt, kann das länger dauern, dann müssen wir mal sehen, wie wir das machen, aber im Zweifel fliegen wir halt schnell rüber, um den Bollerwagen in Empfang zu nehmen. Und nein, ich mache keine Witze, so funktioniert das bei uns.

Nachdem das alles erledigt war, wollte K noch mal zum Flugplatz und gucken, wie der Flieger den Wind und den Regen verkraftet hat, also sind wir wieder losgefahren und haben auf dem Rückweg dann die Schlängeltour durch die Dünen genommen und sind schließlich komplett am Strand zurückgefahren, das war grundsätzlich eine sehr schöne Tour, der Wind war aber grundsätzlich immer noch sehr frisch und sehr entgegenkommend, als ich gegen 18h wieder zu Hause war, war ich so platt, dass ich mich nicht mehr rühren konnte.

Am Abend haben wir den Tatort geguckt, die heutige Wunschwiederholung war "Der treue Roy", und ich habe mich das erste Mal seit langem wieder richtig gut unterhalten gefühlt von einem Tatort.
Die gesamte Story war derart absurd und gleichzeitig so mit Klischees durchsetzt, dass ich es tatsächlich richtig witzig fand, da hat sich jemand gründlich Gedanken gemacht und diesmal exakt meinen Humor getroffen
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