anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 30. August 2020
Nur positive Coronafolgen, ein neuer Rekord und die Abrollrichtung der Zewarolle
Hat das jemand gehört, dieses laute Wusch, mit dem die letzten drei Tage vergangen sind?
K ist grade eben erst hier angekommen und jetzt ist er schon wieder weg. Dabei war er schon seit Donnerstag hier, aber trotzdem fühlt es sich nur an wie ein kurzer Moment.
Der eine geht, ein anderer kommt, J kam heute mit der letzten Fähre und bleibt jetzt auch erst mal bis November. Vorher geht nämlich sein Semester gar nicht wieder los und da er aktuell wirklich überhaupt nix mehr zu lernen hat, kann er die nächsten Wochen auch einfach ein bisschen in der Milchbude arbeiten, alles besser als pure Langeweile und Corona erträgt man besten zu Hause.

Ich habe in der letzten Zeit wirklich sehr viel im Internet rumgelesen, weil sich das so wunderbar mit "mit Gipsbein auf Couch rumliegen" vereinbaren lässt und bin dabei an verschiedenen Stellen auf sehr persönliche Berichte über die Auswirkungen und Folgen und vor allem auch die Spätfolgen der durch Corona geänderten Lebensumstände gestoßen und kam über diesen Umweg zu der Erkenntnis, dass es wahrscheinlich für viele Menschen wirklich nicht gut ist, wenn sie dauerhaft von ihren bisher gewohnten sozialen Kontakten körperlich abgeschnitten sind und dass vor allem so ein radikaler Wandel des Alltags für die allermeisten Menschen nur sehr schwer zu verkraften ist.

Ich kann solche "Einsichten" nur durch viel Lesen und durch die Aufnahme immer gleicher Informationen als "wird wohl tatsächlich für die meisten ein Thema sein" akzeptieren, denn rein intuitiv reagiere ich nur sehr verwundert und unverständig auf die Klage "mir fehlen meine Freunde", weil hey, ihr könnt doch telefonieren oder videochatten und was braucht es denn sonst noch?
Und wenn sich die Lebensumstände ändern, dann ändern sie sich eben, da ich persönlich ein schon fast extrem fatalistisches Gemüt habe, nehme ich geänderte Realitäten einfach nur hin und akzeptiere sie als neue Realitäten, wenn ich sie weder ändern noch ignorieren kann. Aber auch dieser Fatalismus scheint keine neurotypische Reaktion zu sein.

Gleichzeitig ist mir durch die Berichte über die für viele erst nach und nach eintretenden belastenden Folgen der Coronasituation noch mal extra deutlich klargeworden, wie ungemein privilegiert ich bin.
Denn alles, was es braucht, um von der pandemiebedingten notwendigen Einsiedelersituation umfassend zu profitieren, all das bringe ich als "Grundeinstellung" von ganz alleine schon mit.

Für mich ergeben sich aus "deraktuellensituation" keinerlei finanzielle Folgen, eher im Gegenteil, so wie es zur Zeit aussieht, werde ich rein finanziell gründlich davon profitiert haben.

Mein Beruf lässt sich ziemlich problemlos jederzeit ins Home-Office verlegen und mein Home-Office ist inklusiver ergonomischer Sitzmöglichkeiten bestens ausgestattet.

Zu meinem Haushalt gehören keine schulpflichtigen Kinder, ich muss mich mit dem gesamten Themenirrsinn aus Schule und Corona und blödsinnigen Vorschriften, aus bekloppten Lehrern, seltsamen Erwartungshaltungen und genervten Kindern nicht beschäftigen.

Mein Lieblingszustand ist "zu Hause sein", oder, wie meine Freundin Barbara es neulich so hübsch ausdrückte: Mein Aszendent ist Einsiedlerkrebs.
Mein Gemütszustand hat sich also seit März kontinuierlich verbessert, ich muss nicht mehr rausgehen.

Der einzige Mensch, mit dem es mir wirklich wichtig ist, zusammenzusein, ist mit mir zuhause, da kann ich nur sagen: Besser geht nicht!

Alle anderen Menschen, die ansonsten mit mir gemeinsam in meinem Haushalt wohnen, sind entweder nur vorübergehend als Gast anwesend oder ich habe ihre Anwesenheit aktiv akzeptiert, durch die Ausweichmöglichkeiten des Zweithaushaltes ergeben sich unangenehme Dauernervsituationen per default nicht.

Naja, und ansonsten habe ich natürlich noch all die anderen Privilegien, die ich auch alle schon vorher hatte, die haben sich nicht geändert, aber nicht nur "dieaktuellesituation" erträgt sich besser, sondern jede Situation ist angenehmer, wenn man all den Luxus, der für mich halt zum Alltag gehört, auch noch zusätzlich genießen kann.

Ich habe also tatsächlich überhaupt gar nichts an "deraktuellensituation" auszusetzen, außer die Sorge, dass sie wahrscheinlich nicht ewig dauern wird und dass ich mich dann wieder umgewöhnen muss, ich fürchte, das wird hart. Aber so lange es geht, geht's und so wie es aussieht, wird es ja wohl auch noch eine Weile dauern. I'll keep my fingers crossed.

Soweit also mein persönlicher Bericht, was Corona so mit mir gemacht hat bisher, ich schäme mich ein wenig, weil es mir wirklich nur rundum besser geht, aber es kommen sicher auch wieder andere Zeiten und dann muss ich raus und unter Leute und dort Smalltalk machen und mich totlangweilen, es wird sich wahrscheinlich nicht dauerhaft vermeiden lassen.

Zum Abschluss noch eine kurze Notiz zu einer Rekordverbesserung: Da wir ja überall Kameras haben, lässt sich die Zeit, die K von Haustür zu Haustür benötigt, wunderbar ablesen, er hat das Haus hier auf Borkum heute um 17.30h verlassen und fuhr um 18.58h in Greven in die Tiefgarage. Das sind 88 Minuten und damit ein neuer Haus-zu-Haus-Rekord.

Ach, und noch was: N hat die Zewarolle wieder richtigrum in den Abroller gelegt. Es ist erst ein paar Tage her, dass N mich fragte, seit wann ich die Zewarolle falschrum in den Abroller einlege, also dass Papier zur Wand abrollen lasse, statt nach vorne. Ihn wunderte das, weil er weiß, dass ich schon mehrfach auch auf fremden Klos das Klopapier umgedreht habe, weil ich es nicht ertrage, wenn sich das Papier zur Wand hin abrollt. Ich musste sehr grinsen und erklärte ihm, dass K das macht, der meint nämlich, dass es sich andersrum besser abreißen lässt. Ich habe aufgegeben, das mit ihm zu diskutieren, ich drehe die Rolle einfach kommentarlos wieder zurück, wenn K aus der Küche gegangen ist. K sei das aber noch nicht aufgefallen, er gibt sich eigentlich jedes Mal von neuem Mühe, mich von seiner richtigen Abrollrichtung zu überzeugen, was ich niedlich finde, weil er sonst wenig missionarischen Eifer im Haushalt zeigt.
Auf alle Fälle war die Zewarolle natürlich richtigrum eingelegt bevor K am Wochenende kam, aber als N sich vorhin ein Stück Küchentuch abreißen wollte, stellte er zu seinem großem Amüsement fest, dass K die Rolle tatsächlich wieder umgedreht hatte - und ich schätze, ab jetzt läuft da eine offene Challenge
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Samstag, 29. August 2020
Alt werden und Coronairrsinn
Ich habe mir ja seit vielen Jahren angewöhnt, jeden Abend hier einen Text in meinen Blog zu schreiben.
Meine eigene, selbst auferlegte Regel sagt zwar nur "jeden Tag", so dass ich auch ohne internen Regelverstoß bereits am Vormittag oder irgendwann während des Tages etwas schreiben könnte, aber mit der nunmehr seit fast fünf Jahren eingeübten Routine, fühlt sich ein Blogbeitrag während des Tages irgendwie noch nicht so "richtig" an, so dass es einfach dabei bleibt: Geschrieben wird am Abend.
Was mich natürlich nicht davon abhält, schon während des Tages alle möglichen Ideen und vor allem Formulierungsbruchstücke für den abends fälligen Blogbeitrag zu sammeln, nur leider geschieht dieses "Sammeln" auch nach fast fünf Jahren noch immer nicht wirklich effizient.
Es fällt mir etwas schwer, das zuzugeben, denn normalerweise ist "Effizienz" der heilige Gral, dem ich mein Leben gewidmet habe, aber tatsächlich ist hier noch viel Verbesserungspotential, wenn es um das Festhalten guter Formulierungen geht, aber auch ganz grundsätzliche Themen, die ich gerne erwähnen möchte und die mir während des Tages so einfallen, habe ich dann oft am Abend schon wieder vergessen.
Halten wir also fest: Ich bin schlecht organisiert und es stört mich. Eine Lösung habe ich allerdings noch nicht dafür, aber ich habe hier noch nicht resigniert.

Das vorab, um im Grunde als Quintessenz des heutigen Tages festzuhalten: Jau, war ein guter Tag, aber was ich konkret alles so gemacht und gedacht habe, das habe ich grad schon wieder komplett vergessen.

Mir fallen nur einzelne Erinnerungsfetzen ein, die ich mir dringend merken wollte. Beispielsweise Gedanken über das Altwerden, die ich mir schon seit längerem mache, die aber immer wieder neue Spins bekommen. Als ich z.B. heute meinem Sohn sagte, dass er doch dies und das so und so machen könnte und er darauf antwortete: "Ach Mama, ich werde halt älter, das ist heute alles nicht mehr so leicht wie früher." - und ich daraufhin mit offenem Mund meinen Sohn anstaunte.
Ich meine, er ist mein KIND, was heißt das eigentlich für die Mutter, wenn das eigene Kind einem sagt, dass es dies und das nicht mehr kann, weil es mit Alterszipperlein kämpft????? Actually, I was not amused.
Kurz vorher, hatte mir meine MUTTER noch gesagt, dass ich ja nun wirklich sichtbar sehr grau werde - auch das nicht unbedingt eine Aussage, die die eigene Jugendlichkeit stützt.

Und zwischen diesen Generationen eingeklemmt überlegte ich mir, was Altwerden eigentlich wirklich bedeutet.

Meine Kinder sind inzwischen wirklich alle erwachsen, auch der Jüngste, denn wenn jemand sein erstes Staatsexamen abgelegt hat, hat er unbestritten inzwischen ein Erwachsenenalter erreicht, das auch ich nicht mehr verleugnen kann.
Insgesamt also nix mehr Kind, sondern alles sehr selbstständige Erwachsene.
Nicht, dass das jemand falsch versteht, ich finde das prima, genau darauf habe ich meine Kinder von ihrem ersten Tag an vorbereitet, nichts war mir wichtiger, als dass ich sie möglichst früh (Zielalter war immer "mit 18") in ihr eigenes Leben entlassen kann, um mich selber aus der Verantwortung als Mutter herauszuziehen. Ich habe nur nie darüber nachgedacht, dass sie ja mit 18 nicht komplett aus meinem Leben verschwunden sein werden, sondern als selbstständige Erwachsene weiter in meinem Umfeld existieren. Auch das finde ich toll und will nicht daran ändern - aber ich realisiere erst jetzt, dass es halt gleichzeitig auch bedeutet, dass ich die nächste Stufe im nicht aufzuhaltenden Prozess des Alterns erreicht habe.
Ich muss das erst noch sacken lassen, aber wahrscheinlich wird es mir gut gefallen,wenn ich mich erst mal dran gewöhnt habe.

Und sonst noch:
Diese Anticoronademonstranten lassen mich auf gewisse Weise komplett fassungslos, gleichzeitig aber auch sehr aggressiv zurück: Sach mal, ihr schwachsinnigen Dummbatzen, was genau habt ihr von dem Gedanken an demokratisch gewählter Regierung nicht verstanden?
Mag ja sein, dass ihr mit den geltenden Coronavorbeugemaßnahmen nicht einverstanden seid, mag auch sein, dass ihr mit den Vorgaben der aktuellen Regierung so überhaupt gar nicht einverstanden bin, aber sie handeln und entscheiden auf Basis der aktuellen gültigen Gesetze - und genau die sind nun schon ziemlich alt und sollten doch wirklich über jeden Zweifel der "Diktatur" erhaben sein.

Wenn euch da also irgendwas nicht dran passt, so könnt ihr es ja gerne ändern - aber doch nicht, in dem ihr offen gegen die gültigen Gesetze verstoßt?!!! Was ist das denn für eine Art?????
Wartet also einfach die nächsten Wahlen ab, dann wird sich zeigen, welche Parteien welche Mehrheiten bekommen - und bis dahin GILT DAS AKTUELLE GESETZ!!!
Und wenn das vorschreibt, dass alle Leute Mundnasenmasken zu tragen haben, dann trägt man die eben. Ist ja nur bis zur nächsten Wahl. Dann werden die Mehrheitskarten neu gemischt und ihr könnt ja gerne versuchen, dann etwas zu beeinflussen.

Ich begreife es echt nicht, wie man derart offen gegen legal verabschiedete Gesetze und Vorschriften einer genauso legal und demokratisch gewählten Regierung verstoßen kann. Das ist doch bekloppt, wieso machen die das? Ist eine Nebenfolge dieses Covid-19 Virus, dass es auch formal nicht infizierten Menschen derart das Hirn vernebelt, dass sie alle als unzurechnungsmäßig zu ihrer eigenen Sicherheit weggesperrt werden sollten?

Ganz ehrlich, so langsam macht mir das Angst
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Donnerstag, 27. August 2020
Vereint
K ist wieder da, Heureka!
Er macht morgen Home-Office, das geht von hier aus genauso gut, ein Hoch auf Corona und die neue Freiheit.

Um seine Ankunft zu feiern, verarbeitete er die anwesenden drei Limetten mit etwas Rohrzucker und mit dem frisch vom Festland importierten Alkohol sowie einer größeren Menge Eiswürfel zu drei sehr schmackhaften Getränken, dazu servierte ich eine Auswahl verschiedener Dips und eine Schüssel voll Cracker - es war ein Festschmaus.

Leider passierte das alles im Erdgeschoss, so dass ich mir also auch den Alkohol im Erdgeschoss zuführte, was, wenn es die Kombination von Gipsbein und Treppe, die mich von meinem Bett trennt, zu beachten gilt, eine gefährliche Idee ist.
Aber ich habe es unfallfrei geschafft (auf der Hälfte der Treppe hatte ich kurzfristig Sorge, es geht daneben, aber immerhin funktionieren die Festkrallmuskeln in den Händen noch gut genug, so dass ich zwar zeitweilig frei am Geländer hing, mich von dort aber wieder selbstständig auf die Treppe und den geordneten Weg nach oben befördern konnte.)

Meldung des Tages ist also, dass es zu keinen weiteren Unfällen kam, ich aber sehr zufrieden endlich wieder zu zweit im Bett einschlafen kann
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Donnerstag, 27. August 2020
Verlängerung
Heute vor vier Wochen bin ich vom Spaten gefallen und habe mir dabei den Fuß gebrochen und die Bänder zerrissen, insgesamt also Murks produziert, der zunächst mal eingegipst wurde, für den mir aber auch sehr früh ein sogenannter Aircastschuh in Aussicht gestellt wurde. Dieser Aircastschuh wirkt wie ein Gips, funktioniert aber wie ein Schuh, das heißt, man darf das Bein belasten und kann wenigstens humpelnd laufen und nachts reicht eine einfache Schiene, alles also viel, viel angenehmer als dieser elendige Gips.

Da es hier auf der Insel aber keinen Sanitätsfachhandel gibt, muss das Teil auf dem Festland bestellt werden - und tja, was soll ich sagen, aber auch nach vier Wochen ist der bestellte Aircastschuh Gr.40, rechts, immer noch nicht eingetroffen, Ärzte und Pfleger im MVZ versicherten mir zwar überzeugt, dass es jetzt wirklich nicht mehr lange dauern kann, aber wenn es noch zwei Wochen dauert, dann brauche ich den auch nicht mehr, weil ich hoffe, dass ich dann komplett ohne orthopädische Hilfsmittel wieder laufen kann.

Die AU wurde aber noch mal um weitere zwei Wochen verlängert, damit sind dann die sechs Wochen voll, die als Lohnfortzahlung gezahlt werden, wenn es danach noch weiter verlängert wird, gibt es Krankengeld, das fände ich dann nicht mehr so gut, aber ich denke, in zwei Wochen ist der Knochen soweit zusammengeheilt, dass ich ihn auch wieder belasten darf und die AU sich erübrigt. Deshalb bin ich doppelt gespannt, ob dieser dämliche Aircastschuh vorher noch ankommt oder nicht.

Wenn ich mir dann noch mal den rechten Fuß brechen sollte, dann hätte ich immerhin sofort einen passenden Schuh da, ist ja auch ein Vorteil. Wie ich mich kenne, breche ich mir beim nächsten Mal aber sicher den linken Fuß, damit es bloß nicht zu einfach wird.

Nach der Röntgenkontrolle und Arztvisite heute Vormittag sind wir dann noch Einkaufen gefahren. Ich war seit mehr als vier Wochen nicht mehr Einkaufen, aber heute wollte ich nicht einfach nur im Auto warten, heute habe ich mir die Krücken geschnappt und bin in den Laden gehumpelt. In der linken Hand eine Krücke, rechts den Einkaufswagen (hier in Niedersachsen braucht jede Person im Laden ihren eigenen Einkaufswagen), das klappte eigentlich ganz gut. Und es fühlte sich toll an. Nach mehr als vier Wochen Einkaufsentzug bin ich in einen richtigen Shoppingrausch verfallen (wir waren bei Lidl) und habe den halben Laden aufgekauft, N hatte Sorge, ob das alles ins Auto passt, aber mein Cabrio ist innen größer als man von außen vermutet.

Ansonsten ist hier aktuell Sturm. Richtig doll viel Sturm, mit riesigen Regenmassen und einem wilden Wind, der irre Geräusche macht und das Dach knacken lässt. Der Sturm hat das Regenwasser derart wüst über das Küchendach gepeitscht, dass das Wasser vor lauter Verzweiflung nicht mehr wusste wohin und deshalb ein wenig nach unten durch regnete, es tropfte also mal wieder hinterm Herd auf den Boden, aber das kenne ich ja schon, dafür gibt es Eimer, die man an den strategisch gefährdeten Stellen aufstellt und dann lauscht man dem Plätscherlied hinterm Herd, auch eine Art der kuscheligen Hyggeligkeit.

Morgen soll der Sturm weitergezogen sein, so dass wir die berechtigte Hoffnung haben, dass das Wetter morgen fliegbar ist, dann kann K nämlich morgen Abend schon kommen und am Freitag Homeoffice hier auf der Insel machen, ich finde, das ist ein guter Plan
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Sonntag, 23. August 2020
Kein Eintrag ist keine Option
Um mich herum reichlich lästernde Familie.
„Willst du nicht mal langsam was bloggen?“
„Ach, wahrscheinlich schreibt sie nachher wieder ‚heute keine Zeit‘ oder so.“
„Ich kann auch meinen Mac holen und das übernehmen. Bevor du nicht klarkommst, biete ich dir das gerne an.“

Dabei könnte ich durchaus auch sehr viel schreiben, wenn ich denn Lust hätte an meinen PC zu gehen, daran wird es aber wohl scheitern, denn der PC ist oben und ich bin unten und außerdem sind all die leckeren Getränke unten, die sich die Familie* grade reinzieht, da wäre es zu traurig, wenn ich meine strategisch perfekte Sitzposition zwischen Eiswürfelmaschine und Schnapsregal nur wegen der PC Bequemlichkeit aufgeben würde.
*natürlich nur K und N, die Mutter bekommt sofort rote Flecken, wenn sie ein Glas Wein trinkt, die ist bei Familie hier also nicht mitgemeint

Ich bleibe also unten und stückel mich mühsam durch einen Blogeintrag, dem man den Vorsatz des quick‘n dirty nicht sofort von Weitem ansieht.

Die Mutter hat sich grade zu ihrer letzten Nacht auf Borkum verabschiedet, sie ist aktuell in dem „letzte Male Alter“ und meint, künftig wird sie wohl nicht mehr so weit reisen. Diese Abschiede auf Raten sind auch eine Methode, sich vom Leben zu trennen.
Ob es wirklich das letzte Mal gewesen sein wird, wird sich zeigen, immerhin wird sie an ihren letzten Borkumaufenthalt dann eine positive Erinnerung mitnehmen, ich denke, die letzten 10 Tage haben ihr gut gefallen
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Samstag, 22. August 2020
Ruhige Tage und Kids news
Die fünf ruhigen Tage mit der Mutter alleine sind vorbei, heute Abend kamen K und N wieder eingeflogen und wie immer bin ich einfach nur sehr zufrieden, dass K jetzt wieder da ist. Ich mag es nicht, wenn wir in getrennten Betten schlafen müssen, aber irgendwas ist ja immer.

Die fünf Tage mit der Mutter vergingen wie im Fluge und wir haben uns tatsächlich nicht einmal gestritten, sie hat noch nicht mal geseufzt.

Eigentlich kann ich mich auch gar nicht daran erinnern, dass ich mit der Mutter je wirklich richtig gestritten habe, sie war aber schon oft sehr von mir enttäuscht und dann seufzt sie halt. Ist ja nicht so, dass ich das dann nicht merke, aber meist kann ich ihr nicht helfen, ich bin halt ganz grundsätzlich kein sehr netter Mensch. Wenn jemand etwas von mir erwartet, zu dem ich aber keine Lust habe, dann kann dieser Mensch ewig warten. Wenn ich keine Lust habe, dann habe ich halt keine Lust. Meine Mutter seufzt dann, ändert aber auch nichts.

Die letzte Woche war aber super, wir sind wirklich komplett entspannt und ohne enttäuschte Erwartungen miteinander umgegangen, vielleicht lag es aber auch an meinem vergipsten Fuß, der viele Erwartungen ja gleich grundsätzlich verhindert hat. Ich konnte halt das Haus nicht verlassen, ich musste sie deshalb aber auch weder zu einer Fahrradtour noch zu einem Spaziergang begleiten, ich konnte einfach die gesamte Zeit zu Hause bleiben und es war vollständig normal, weil ging ja nicht anders.

Ganz grundsätzlich finde ich so ein Leben mit Gipsbein gar nicht so verkehrt. Man muss nichts mehr machen, weil, geht ja nicht, und ich denke, besser geht nicht. Einfach perfekt, genau meine Sorte Leben.
Keine Kompromissen, kein anderes Bier, keine ungeliebten Aktivitäten. Kann so bleiben.

Ansonsten hat mir N heute den Stuhl mitgebracht, den er mir am Mittwoch in Düsseldorf abgeholt hat - und ich finde ihn genauso toll, wie ich ihn von dem einen Probesitzen vor mehr als einem Jahr in Erinnerung habe. Macht halt schon einen Unterschied, ob man irgendwelchen teuren Ergonomie-Designer-Edelkram besitzt (Achtung, flachwitzelndes Wortspiel) oder Billigschrott von der Restrampe.



Außerdem hat N sich noch einen Riesenberg seiner sonstigen Klamotten aus Greven mitgebracht, weil er ab 1.9. hier auf Borkum in einer Reha-Klinik als Assistenzarzt anfängt zu arbeiten und das zumindest so lange machen wird, bis er seine Promotion nebenher fertig hat. Das Arbeiten in Reha-Kliniken ist wegen der fehlenden Akutfälle deutlich entspannter als in normalen Kliniken, da müsste es also problemlos möglich sein, nebenher noch an der Diss zu arbeiten. Das heißt aber auch, er wird dann die nächsten Monate tatsächlich durchgängig hier wohnen, ich finde das ehrlich gesagt ziemlich perfekt.

J hat dafür heute die letzte Klausur seines ersten Staatsexamens geschrieben und ist sehr optimistisch. Ich fand es ja vor allem wichtig, dass er besteht, aber J meinte, wenn jemand für ein Examen lernt, nur um es zu bestehen, der sollte besser gar nicht erst antreten zum Examen, das lohnt sich eh nicht. Ihm ging es vor allem darum, besser als sein Bruder zu sein, der hatte nämlich nur eine Zwei im ersten StEx. Nun, wir werden sehen, welcher der Jungs da das Rennen macht, für mich als Mutter ist es auf alle Fälle entspannt zu wissen, dass nun auch das dritte der Kinder das nächste Häuschen schon mal eingeloggt hat.

Es geht also alles voran, deshalb macht es auch nichts, dass das schöne Wetter jetzt wohl erstmal vorbei ist, ich kann ja eh nicht draußen rumlaufen, mir ist es also ganz besonders egal
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Donnerstag, 20. August 2020
Gearbeitet, eingekauft und Besen ergattert
Den größten Teil des Tages habe ich heute vor dem Rechner verbracht, zwischendurch immer wieder mal telefoniert, insgesamt war es eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag, mit reichlich wirrem Content, manchmal denke ich, es ist sehr gut, dass ich nicht live ins Büro gehen muss, dann würde ich mich nur noch mehr aufregen.

Zwischendurch gab es gute Nachrichten, N hat meinen neulich bei ebay Kleinanzeigen erworbenen Stuhl erfolgreich in Düsseldorf abgeholt und ich bin jetzt wirklich sehr gespannt, wie der Stuhl hier vor diesen Schreibtisch passen wird.
Und weil diese Aktion über ebay Kleinanzeigen so gut geklappt hat, habe ich heute dann gleich noch mal was dort erworben, nämlich noch ein Apple TV, ich stellte fest, dass es an dem Fernseher hier im Schlafzimmer noch keines gibt, was blöd ist, wenn ich im Bett liege und über mein Handy streamen möchte, also habe ich kurzerhand noch eins gekauft und jetzt gibt es demnächst endgültig gar keinen Grund mehr aufzustehen.....

Das Aufregendste, was heute sonst noch passiert ist, ist, dass die örtlichen Handwerker immerhin fünf Wochen nach Fertigstellung der Baustelle ihr hintergelassenes Handwerkszeugs hier abgeholt haben, dabei haben sie vergessen, den Besen mitzunehmen, den wir in der Zwischenzeit fleißig benutzt haben, denn es handelt sich um einen sehr guten Besen, weil der also nicht bei dem sonstigen Krempel, den sie hintergelassen hatten, stand, haben sie ihn übersehen und jetzt wird es wohl unser Besen sein
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Montag, 17. August 2020
Geduscht
Heute war Montag und ich fand es gar nicht schlimm.
Mit der laufenden AU als Entschuldigung, kombiniert mit der Tatsache, dass ich auch wirklich ziemlich weit weg bin vom Büro, gehe ich sehr gelassen mit theoretisch möglichen Büroverpflichtungen um. Ich finde das aktuell alles nicht so wichtig, was soll schon passieren?
Das ist ein sehr angenehmes Gefühl.
Trotzdem habe ich heute ein paar Stunden am PC verbracht und fast zwei Stunden hing ich in irgendwelchen Telefonkonferenzen rum, das ist schon eine Menge Engagement dafür, dass ich das formal alles nicht tun müsste. Ich finde, das reicht auch so.

Bevor ich mich heute an den PC gesetzt habe, hatte ich aber noch eine Spontanidee: Ich habe geduscht.
Seit zweieinhalb Wochen habe ich jetzt nicht mehr geduscht, weil Duschen nun mal nicht Gibsbein kompatibel ist und es hat mir sehr, sehr, sehr gefehlt. Ich dusche sonst grundsätzlich immer jeden Morgen nach dem Aufstehen. Nicht unbedingt aus Hygienegründen, sondern zum Aufwachen und eben als Start in den Tag. Erst nach dem Duschen fühle ich mich fit genug, den Tag zu beginnen. Und das fiel jetzt seit zweieinhalb Wochen weg. Bis ich heute plötzlich eine Eingebung hatte. Ich kann mich ja einfach in die Dusche setzen und den rechten Unterschenkel dabei draußen lassen.
Geht so:

Und ging völlig problemlos.

Ich bin sehr begeistert.

Ansonsten hat es hier heute den Tag über vorwiegend geregnet, es ist aber nur minimal kühler geworden, ich finde es grade arg schwül, aber vielleicht bin ich auch nur anspruchsvoll
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Sonntag, 16. August 2020
Ruhig
Einer dieser rundum ruhigen Tage, an denen nichts Besonderes passiert, man lebt so friedlich vor sich hin und ist zufrieden, weil es gelungen ist, das ansonsten latent nagende Verpflichtungsgefühl "ich muss noch dieses tun, jenes lesen, hier etwas zu schreiben, dort etwas ausarbeiten" vollständig auszublenden. Mag sein, dass es tausenderlei Dinge zu tun gäbe, aber man kümmert sich einfach mal nicht drum und das fühlt sich sehr gut an.

Am Abend sind N und K wieder aufs Festland geflogen, ich bin jetzt bis Freitag mit der Mutter alleine hier im Haus, aber ich denke, wir werden uns schon arrangieren, ich bin da sehr zuversichtlich
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Sonntag, 16. August 2020
Frittierfettfeuer
Ist nicht viel passiert heute.
Ich meine, ich liege sowieso den überwiegenden Teil des Tages nur auf dem Bett oder auf dem Sofa rum, aber auch der Rest der Familie hat keine besonderen Aktivitäten entfaltet. Am Nachmittag entschieden wir uns, dass wir heute Abend eine ausufernde Frittierparty schmeißen wollen, weil ich den Gefrierschrankinhalt gerne mal abarbeiten wollte, trotzdem fuhren N und K noch mal einkaufen und brachten natürlich wieder neuen Gefrierschrankinhalt mit, ich glaube, so will es das Gesetz, sie konnten da gar nichts für.
Aber immerhin ist der alte Gefrierscharankinhalt jetzt wegfrittiert, es gibt dafür wieder frischen Gefrierschrankinhalt, der aber erst in ca. 5 Monaten, wenn er mehrfach mit Frostkristallen überzogen ist, verarbeiten werden muss.

Ich liebe ja diese Frittierparties, auch wenn mir anschließend immer latent übel ist, aber das gehört dazu, das weiß man vorher, kein Grund, etwas zu ändern.

Mein Hauptproblem dieser Frittierabende war bisher immer das alte Frittierfett am Tag danach. Wohin bloß damit? - die ewig ungelöste Frage. Bis wir dann letztes Jahr diesen Feuerkorb kauften, der angeblich mit mit Speiseöl getränkten Klopapierrollen betrieben werden kann, eine Idee, die ich spontan genial fand, die wir heute aber das erste Mal tatsächlich ausprobiert haben.
Und was soll ich sagen? Es funktioniert:



Das war schon ziemlich prächtig, das alles insgesamt.
Das Essen der Frittierparty und die anschließende Ölverwendung, auch die Mutter konnte es kaum glauben und musste die brennenden Essensreste dringend fotografieren


Es ist aber auch wirklich eine perfekte Idee
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