anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 5. Oktober 2021
Geburtstag
Dass ich mir nicht viel aus Geburtstag mache, habe ich jahrelang immer wieder lautstark verkündet, dieses Jahr konnte ich nun tatsächlich den unspektakulärsten Geburtstag seit jemals feiern. Zugegeben, ein 59. Geburtstag ist sowieso ein normaler Alltagsgeburtstag, da kümmert man sich eh nicht besonders drum, aber dieser Geburtstag heute war derart unauffällig, dass es selbst mir auffiel.

Es begann damit, dass ich ihn selber vergessen hatte.
Als ich gestern Abend so gegen 23.30h ins Bett gehen wollte, weil ich das Gefühl hatte, der Tag war lang genug gewesen, ich hatte alles erledigt, was zu erledigen war, ich hatte gekocht, gegessen und die Küche wieder aufgeräumt, der Blogeintrag war online und die Bügelwäsche weggeräumt, es gab also nichts mehr, wofür es sich gelohnt hätte, weiter aufzubleiben, da meinte K, dass ich doch jetzt nicht ins Bett gehen könne und ich guckte ihn verständnislos an. Wieso denn das nicht? Hatte ich doch etwas Wichtiges vergessen?

Seit eigentlich immer feiere ich meinen Geburtstag mit dem Mann an meiner Seite, in dem er mir um Mitternacht Punkt 0.00h gratuliert, wir ein Glas Sekt trinken und ich Geschenke öffne. Wenn die Geschenke in den letzten Jahren auch häufiger mal als Gutschein daherkamen, so war der immerhin ordnungsgemäß verpackt und es gab etwas zum Öffnen.

Nun, dieses Jahr hatte ich um 23.30h einfach nicht auf dem Plan, dass ich in 30 Minuten Geburtstag habe, aber zum Glück erinnerte mich mein Westfalenmann ja, ich hielt also durch.
Um 23.45h war ich allerdings der Meinung, dass ich mich wenigstens schon mal bettfertig machen könne, Sekt trinken kann man auch im Negligé, im Grunde passt das ja sowieso viel besser, und Zähne geputzt zu haben, kann so schlimm auch nicht sein, verdirbt vielleicht den Geschmack des Sektes, aber weil K meinte, wir hätten noch eine Flasche Rotkäppchensekt im Kühlschrank, die gab es nämlich neulich bei Lidl als Gratiszugabe zum Tag der Deutschen Einheit, als er also drohte, er würde diesen Rotkäppchensekt holen, da dachte ich, dass geputzte Zähne den Geschmack ja sogar verbessern könnten.

Ich war also um 0.00h noch wach, stieß mit K und zwei Sektgläsern (kein Rotkäppchen, K wollte wohl doch nicht so tief sinken) auf meinen Geburtstag an und - packte kein Geschenk aus, denn K hatte keines. Er hatte auch keinen Gutschein, weil er eigentlich dachte, er hätte doch ein Geschenk, das aber steckte mit Lieferschwierigkeiten irgendwo fest und so bekam ich heute: Nichts. Noch nicht mal einen Gutschein. Aber das Versprechen, dass das Geschenk, was nur noch geliefert werden muss, etwas ganz Tolles ist, ich würde mich da bestimmt freuen.
Dann schauen wir mal.

Als ich morgens aufwachte, fand ich zwei Nachrichten im Familienchat. Die erste stammte von N, der schrieb: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Mama.
Die zweite stammte von C, war 30 Sekunden später gesendet worden und lautete: Herzlicheren Glückwunsch zum Geburtstag Mama.
Ich antwortete mit: Love fifteen und schloss eine Wette mit mir selber ab, dass J, der sicherlich noch nicht wach war, später, wenn er denn wach sein wird, wahrscheinlich "Allerherzlichsten Glückwunsch zum Geburtstag Mama" schreiben wird. - Ich gewann meine Wette.

Auf dem Weg ins Büro fiel mir ein, dass ich ja Geburtstag habe, aber weil ich das bis gestern vergessen hatte, hatte ich auch keinen Kuchen fürs Büro gebacken und das macht einen schlechten Eindruck.
Also hielt ich am nächsten Supermarkt, kaufte zwei tiefgefrorene Sahnetorten von Coppenraths Wiese und packte die in der Büroküche aus. - Ich bin noch nie von so vielen Kollegen nacheinander im Büro aufgesucht worden, die mir alle gratulierten und erfreut bestätigten, dass der Kuchen sehr, sehr lecker sei. - Ist klar Kollegen, ich habe die Nachricht verstanden.

Im Büro gab es dann die obligatorischen Gratulationskarten der Banken, aber seitdem die Banken viel Wert auf Compliance legen, gibt es nur noch Karten, keine weiteren Geschenke mehr dazu, Compliance kann auch traurig sein.

In Summe also ein äußerst unauffälliger Geburtstag, man könnte schon fast von einem Nichtgeburtstag sprechen, am Abend aber immerhin ein Anruf von der Mutter und einer von der Schwester, die Kinder hatten ja schon ausschweifend im Familienchat gratuliert. Die Mutter hatte auch ein Päckchen geschickt, das konnte ich aber nicht in Empfang nehmen, weil ich aushäusig arbeitete. Ich fand eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Meine Aufgabe ist es jetzt, eine Schnittmenge zwischen den Öffnungszeiten der DHL-Ausgabestelle und meinen Nichtbürozeiten zu identifizieren, das ist immer ein Problem, ich schau mal, wie ich es diesmal löse.

K teilte mit, dass man ihm mitgeteilt habe, dass sein Geschenk in der 39. KW geliefert wird, auch hier bleibt es also spannend
.

586 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 4. Oktober 2021
Ruhiger Sonntag
Ruhiger Sonntag, das tat gut und war nötig.

Wir lagen lange im Bett und lasen ein wenig im Internet rum, dann rief ich die Mutter an, weil sie Probleme mit ihrem iPad hat, das zeigt die Bilder aus diesem Blog nicht mehr an.
Ich bin ja nun leider auch nicht genug Computerexperte, um dafür spontan eine Erklärung oder gar Lösung zu wissen, aber ich dachte, man könnte ja mal überprüfen, wie viel freien Speicher das iPad noch hat.
Das scheiterte aber daran, dass es mir nicht gelang, der Mutter am Telefon, auswendig und ohne eigene Vorlage (ihr iPad ist etwas älter, so dass es anders funktioniert als meines, es hat z.B. noch einen Home-Bottom), die dafür notwendigen Tipp- und Wisch-Schritte so präzise zu beschreiben, dass sie verstand, was sie tun müsste, um die Antwort auf die Frage nach dem freien Speicherplatz selber herauszufinden.
Wir versuchten es zwischendurch mit einem Video-Anruf über das iPhone, aber dort gelang es mir nicht, ihr zu erklären, wie sie von Front- auf Rückkamera schaltet, weshalb sie mir die iPad-Oberfläche auch nicht zeigen konnte, sondern immer nur selber im Bild war und ich deshalb auch über diese Methode keinen mittelbaren Fernzugriff auf ihr Gerät bekam - aktuell ist das Problem also ungelöst, das Beste wird sein, ich kaufe ihr ein neues iPad.

Am Nachmittag machten wir ein wenig das Haus sauber und ich bügelte die gesamte Bügelwäsche weg.

Zum Abendessen gab es Spargel (aus dem TK) mit Sauce Hollandaise, Kartoffeln und Valess-Schnitzeln, wir stellten gemeinsam fest, dass die Kartoffeln mit der Sauce das Beste an dem Essen waren, als Menü für das nächste Mal ist das jetzt fest eingeloggt: Wenn es wieder Spargel gibt, können wir die Beilagen weglassen und einfach nur Kartoffeln mit Sauce servieren, macht alle am glücklichsten
.

496 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 29. September 2021
Immer wieder Herbst
Ein weiterer sehr langer Tag, ich war erst nach halb neun abends zu Hause, keine guten Vorbedingungen, um noch einen schwungvollen Feierabend zu genießen.

Immerhin habe ich heute etwas Vernünftiges gegessen, es gab noch Reste vom Sonntagsessen. Gestern war ich zu schlapp und zu unmotiviert, sogar um mir ein fertiges Essen in der Mikrowelle warm zu machen, gestern konnte ich die Reste aber noch mit gutem Gewissen einen weiteren Tag im Kühlschrank warten lassen. Es fehlte also jegliche Motivation, mich aus meiner Nachbürolethargie herauszubewegen. Eine Tüte Chips macht auch satt, bloß keine Bewegung zu viel.
Heute überwog dann das Bedauern, dass ich sonst die echt leckeren Essensreste vielleicht wegtun müsse, das reichte, um mich immerhin soweit zusammenzureißen, dass ich mir tatsächlich einen Teller mit Kartoffelpüree, Rotkohl und Bratwurst warm machte. Anschließend freute ich mich über das gute Gefühl, nicht nur angenehm und lecker satt geworden zu sein, sondern auch, der totalen Verlotterung einen kleinen Minischritt weit entkommen zu sein.
Eigentlich ist es ganz einfach.

Auf dem Weg ins Büro kam ich heute morgen wieder an den zwei Sonnenblumen vorbei, die so unerschütterlich aufrecht am Feldrand stehen und tapfer vor sich hinherbsten.
Als ich sie letzte Woche knipste, wurde es schon leicht dämmerig und windig war es auch, die gesamte Atmosphäre machte einen auf Herbst.

Heute dagegen standen die vergehenden Blumen im schönsten Sonnenlicht - doch auch in diesem Licht waberte immer noch intensiv die Aura des Herbstes um das Motiv, ich glaube, ich habe mich ein klein wenig verliebt



Als ich so am Feldrand herumbalanzierte, um eine Aufnahme zu machen, hielt ein Auto neben mir, drinnen saßen ein Mann und eine Frau, der Mann hatte das Fenster heruntergelassen und rief mir zu, dass ich aufpasse solle, nicht in den Straßengraben zu fallen - denn zwischen Feld und Feldweg ist ein recht tiefer Graben und ich stand in halber Höhe mit weit gespreizten Beinen rechts und links auf der Grabenböschung, es muss wohl etwas akrobatisch von weitem ausgesehen haben.
Hier ein Foto mit Graben:


Ich fand das witzig und erklärte, dass das dann wenigstens wirklich ein Erlebnis wäre, was man erzählen könne und der Mann meinte, das sei die falsche Antwort gewesen, weil er jetzt gar nicht mehr wüsste, wie er seine Frau davon abhalten solle, es mir gleichzutun.
Während er noch redete, war seine Frau ausgestiegen, kam lachend zu mir und meinte, sie sei mir sehr dankbar, weil sie auch seit Tagen gerne genau diese Blumen fotografieren wolle, ihr Mann aber bisher nicht bereit war, dafür anzuhalten.

Wir fachsimpelten dann gemeinsam ein bisschen, welches wohl der beste Ausschnitt und die beste Belichtung sei, die man wählen könne, weil wir beide nur eine einfache iPhone-Kamera zum Knipsen hatten, aber auch diese Einfach-Kameras haben heutzutage ja eine Menge drauf und wir waren uns einig, dass die Blumen am besten im Portraitmodus rüberkommen, denn dadurch werde der Hintergrund leicht unscharf, man müsse allerdings recht nah dran gehen - und genau deshalb hatte ich ja diese Grabenbalanziererei unternommen
.

509 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 26. September 2021
Dies und das
Tat des Tages: Ich habe meine Steuererklärung abgegeben.
Tatsächlich tue ich mich mit meiner eigenen Steuererklärung deutlich schwerer als mit fremden, weil
- ich niemandem sagen kann, "ich brauch noch dies oder das"
- es niemanden gibt, der mir schon mal fein säuberlich alle Unterlagen sortiert zusammengestellt hat
- sich niemand darüber freut, dass ich für ihn diese lästige Arbeit erledige
- ich gar keinen Vorteil davon habe, ich werde ja noch nicht mal dafür bezahlt

Aber heute habe ich es einfach mal konsequent durchgezogen und dann ist es auch ein gutes Gefühl, wenn es passiert ist, ein Teil weniger bei den drängenden Schreibtischaufgaben.

Am Abend saß K gespannt vorm Fernseher und verfolgte die Hochrechnungen der Bundestagswahl - und ich stellte mal wieder fest, wie wenig mich das tatsächlich interessiert.
Ich habe brav gewählt, ich habe sogar etwas "Vernünftiges" gewählt, obwohl ich "Die Partei" schon mit Abstand am besten fand von allen Parteiangeboten, habe ich mich letztlich doch für eine etablierte Partei entschieden, die mir letztendlich zwar genauso wenig gefällt wie die anderen auch, aber nun ja.

Vielleicht liegt es daran, dass ich beruflich so viel mit Politikern umgehe und oft so dicht dran bin an diesen Menschen - dadurch sehe ich ja vor allem die fehlende fachliche Kompetenz bei den allermeisten Politikern und das macht mich schon sehr desillusioniert.

Übereifrige Ideologievertretung finde ich dabei ebenso schrecklich wie die persönliche Vorteilsnahme durch Ausnutzen des Netzwerks, meiner Meinung nach taugt weder das eine noch das andere.
Aber engagiert genug, um daran irgendetwas zu ändern, bin ich definitiv auch nicht, also halte ich einfach meine Klappe, ziehe den Kopf ein und versuche mich an jede gegebene Situation irgendwie anzupassen, im Grunde ist es mir also tatsächlich egal.

Ich habe übrigens sogar dafür gesorgt, dass auch der Vater gewählt hat. Ich habe ihm Briefwahlunterlagen besorgt, die ich ihm letzte Woche persönlich gebracht habe und darauf bestanden habe, dass er sie auch ausfüllt. Er hat seine Kreuze an die Stellen gemacht, an die er sie schon immer gemacht hat, das war zu erwarten, aber wenn es mir per Saldo egal ist, wie es am Ende ausgeht, dann muss ich auch nicht an diesen kleinen Schrauben drehen und eine Stimme mehr für das, was immer schon war, verhindern. Ich habe ihn also seine Kreuze machen lassen und den Brief persönlich eingeworfen - auch das gehört zur Demokratie.

Gekärchert habe ich heute nicht mehr, ich kann nicht über die Nachbarn lästern, die Sonntags den Rasen mähen und dann selber Sonntags kärchern, da muss man sich entscheiden, ich habe mich entschieden, lieber weiter aufrecht lästern zu dürfen, kärcher ich eben an anderen Tagen.

Zum Abendessen gab es Stampfkartoffeln mit Rotkohl, Zwiebelringen und Bratwurst. Das fühlte sich sehr nach einem gemütlichen Winteressen an und ich hatte viel Appetit darauf, dabei spielte das Wetter heute noch mal krampfhaft Sommer. Ich habe das aber ignoriert und bin drinnen geblieben, manchmal kann selbst ich Selbstdisziplin, obwohl es mir immer wieder schwerfällt.

Auf Borkum wollen wir im Erdgeschoss den Flur und die Wohnküche neu tapezieren, durch die beiden neuen Eingangstüren lässt sich das nicht vermeiden, an den Stellen muss die Tapete eh erneuert werden und dann kann man auch gleich alles ordentlich und vernünftig neu machen. Tapete für den Flur und für um die Eingangstüren haben wir schon ausgesucht und gekauft, Tapete für die Wohnküche war noch zu entscheiden und irgendwie gefiel uns im Grunde das Meiste nicht und Weniges nur so mittel, es war kompliziert. Jetzt hatten wir einen gemeinsamen Entscheidungsschub und ich habe einfach mal 10 Rollen Tapete bestellt. Wird schon passen. Wann K dazu kommt, die neue Tapete anzukleben, steht noch offen, im Moment habe ich den Eindruck, er gibt sich große Mühe, wichtige Termine für die Herbstferien zu organisieren, damit er in der Zeit so wenig wie möglich auf Borkum ist, nun, wir werden sehen.

Für nächsten Samstag hat K einen Termin bei einem Klinkerhersteller gemacht, er ist meine Lästereien über hässliche Klinker satt und will das jetzt vor Ort geklärt wissen. Das wird ein Spaß
.

500 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 23. September 2021
Immerhin ist der Herbst pünktlich
Heute um 21.21h ist Herbstanfang.
21.21h ist eine schöne Uhrzeit, aber passender wäre ja 22.22h, schließlich passte das deutlich besser zum Datum, aber dann stände ja die Sonne nicht genau quer zum Äquator. Um 22.22h hätte der Herbst 61 Minuten Verspätung, das geht natürlich nicht, deshalb also 21.21h.

Wir haben jetzt tatsächlich schon Herbst, es ist nicht zu fassen.
Verspätung passte wirklich nicht zu der Geschwindigkeit, die das Jahr bisher vorgelegt hat, gefühlt kommt eher alles zu früh, aber wahrscheinlich geht einfach nur mein Gefühl nach, das wird es wohl sein.

Bei mir gehen zur Zeit sowieso einige Dinge nach. Mein Abendprogramm zB ist auch komplett aus dem Takt geraten. Erst komme ich regelmäßig viel zu spät nach Hause und dann stehe ich so lange unentschlossen in der Gegend rum, bis es für eigentlich jedes sinnvolle Abendprogramm zu spät ist. Kochen lohnt sich nicht mehr, weil es seltsam ist, abends um 21h Abendessen zu kochen, das wird dann ein Nachtmahl und für ein Nachtmahl habe ich keine Zeit, nachts muss ich schlafen, meine Dauermüdigkeit lässt grüßen.

Bloggen geht aber auch nicht, weil ich erst noch Hunger habe. Ich beginne also seltsame Snacks in mich reinzustopfen, schlechtes Essen macht schlechte Laune, wenn ich satt bin, bin ich gleichzeitig auch nörgelig, weil mir klar wird, wie sinnlos ich den Abend verdröselt habe und dass solche Tage doch einfach kein sinnvolles Leben sind.
Jetzt geht Bloggen nicht mehr, weil ich schlechte Laune habe.

Es ist alles ganz ungemein kompliziert
.

481 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 20. September 2021
Haferbrei
Es gibt Menschen, die haben einen verlässlich funktionierenden Durchschnittsgeschmack.

In dem Moment, wo diese Menschen eine bestimmte Stilrichtung auswählen und für sich als so wichtig identifizieren, dass sie z.B. ihr eigenes Heim in diesem Stil gestalten, in dem Moment sollte man die Finger von Dingen lassen, die diese Stilrichtung unterstreichen.

Damit meine ich natürlich mich, ICH sollte die Finger von solchen Dingen lassen, denn es wird mir in sehr kurzer Zeit sehr peinlich sein, mich diesem plattgetretenen Mainstream hingegeben zu haben, weil ich Menschen, die diesen Mainstreamstil pflegen, üblicherweise als ganz enorm langweilig empfinde und langweilige Menschen finde ich tatsächlich noch unangenehmer als Menschen, die sich bewusst entschieden haben, eine Arschlochmeinung/-haltung/-lebensstil zu verfolgen.

Arschlochmenschen haben üblicherweise wenigstens genug Persönlichkeit, um sich aktiv und bewusst für ihre Einstellung entschieden zu haben, von denen kann ich mich deshalb auch öffentlich und genauso aktiv und bewusst distanzieren. Arschlochmenschen kann ich mit gutem Gewissen und öffentlicher Akzeptanz scheiße finden.

Langweilige Menschen dagegen sind in aller Regel sehr freundlich und stets bemüht.
Langweilige Menschen darf man nicht angreifen, die darf man höchstens langweilig finden, aber auch das nur hinter vorgehaltener Hand, denn schließlich sind sie ja so freundlich und bemüht.
Und außerdem können sie nichts dafür.
Langweilige Menschen können nie irgendetwas irgendwofür, weil sie ja niemals aktiv und bewusst etwas falsch machen würden, auch dafür sind sie zu langweilig.

Ich sage ja gerne, dass ich wenig Bedarf auf ein ausgebreitetes Sozialleben habe und dass ich die gesellschaftlichen Einschränkungen der Coronapandemie als sehr beglückend empfunden habe. Das liegt insbesondere daran, dass ich dadurch eine perfekte Ausrede hatte, meine Zeit nicht mit langweiligen Menschen vertändeln zu müssen.
Mein Leben hat das ganz eindeutig verbessert.

Seitdem ich mich aus Gründen verstärkt mit der Innen- und Außengestaltung von Häusern beschäftige, nehme ich natürlich plötzlich auch Trends und Stilrichtungen bewusst wahr und inzwischen bin ich soweit, dass ich Menschen in Neubaugebieten nur nach der Art und Farbe der von ihnen gewählten Klinker ganz selbstverständlich in Kategorien einsortiere und in entsprechende Schubladen stecke.

In gewachsenen, alten Wohngebieten funktioniert das nicht, denn natürlich würde auch ich im Zweifel ein gebrauchtes Haus mit hässlichem Klinker kaufen, wenn es ansonsten in allen anderen Kriterien, die beim Kauf gebrauchter Häuser von Bedeutung sind, perfekt passt. Ich würde mir dann vornehmen, den Klinker irgendwann auszuwechseln, anzustreichen, mit Grünzeug beranken zu lassen oder anderweitig zu verkleiden, aber ich würde den Kauf sicherlich nicht daran scheitern lassen.

In Neubaugebieten haben die Leute den Klinker aber selber gewählt. Da hatten sie es zu einem ganz großen Teil selber in der Hand, wie ihr Haus von außen aussieht - und Menschen, die weißen, ribbeligen Klinker wählen, wählen wahrscheinlich auch sonst Dinge, denen ich lieber großräumig aus dem Weg gehe. Ich kann gar nicht beschreiben, wie gruselig ich diese Sorte Geschmack finde.
Das gleiche gilt für Leute, die schwarzen oder dunkelgrauen Klinker wählen - was sind das für Menschen, die ihr Zuhause als düsteres Loch definieren?
Ich bin sehr sicher, dass ich mich mit den Menschen in diesen Häusern sehr gut streiten könnte.

Und dann gibt es noch die Langeweiler.
Das sind Leute, die wollen es unbedingt richtig machen, die wollen nicht polarisieren und die schwimmen sehr gerne mit dem Strom.
Ich glaube, der aktuelle Strom heißt Landhausstil. Hyggelig soll es sein und natürlich achtsam und überhaupt es immer allen recht machend.
Aber wie langweilig ist so ein Leben, wenn man so angepasst durchs Leben flubbert? Wie bleibt bei so viel Achtsamkeit noch Raum für eine eigene Persönlichkeit?
Die neue Modefarbe ist hyggeliger Haferbrei - aber immerhin haben die Langeweiler einen ganz großen Vorteil: Sie sind üblicherweise die breite Mehrheit und das heißt, sie müssen sich keine Gedanken machen, wo sie ihre Einrichtung kaufen, die gibt es in jedem Laden in breiter Auswahl, sie müssen also noch nicht mal hier selber denken
.

494 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 19. September 2021
Kurzzusammenfassung
Eigentlich wollte ich heute ganz viel am Schreibtisch arbeiten, weil es auch privat eine Menge Dinge gibt, die erledigt werden müssen, aber dann war heute richtig wunderschönes Wetter und es wäre eine Schande gewesen, den Tag drinnen vorm PC zu verbringen, schließlich haben wir schon Mitte September und wer weiß, ob es dieses Jahr noch mal einen so schönen Tag geben wird.

Weil ja noch so viel zu tun ist, habe ich mich aktiv dagegen entschieden, nach Borkum zu fliegen, mit dieser Entscheidung war meine Selbstdisziplin aber auch verbraucht. Den Rest des Tages habe ich alles mögliche gemacht, nur nicht am Schreibtisch gesessen.

Am Nachmittag haben wir eine lange Radtour durch die Grevener Neubaugebiete gemacht. K hofft ja immer noch dass er Anregungen für unser eigenes Bauvorhaben findet, ich dagegen finde hauptsächlich Punkte für meine "daswillichaufgarkeinenFall-Liste", die wird mit jedem Ausflug länger.

Am Abend haben wir endlich mal wieder den Feuertopf angezündet und zufrieden vorm qualmenden Feuer auf der Terrasse gesessen, insgesamt ein sehr schöner Tag, nur leider nix vom privaten Papierkram erledigt.

Vielleicht morgen
.

729 x anjeklickt (4 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 18. September 2021
Entleerte, aber nicht geleerte Mülltonnen
In der ersten Hälfte des Tages habe ich mich mit Home-Office beschäftigt und nebenbei dafür gesorgt, dass die Mülltonne, die neulich nicht geleert wurde, heute zwar auch nicht geleert wurde, aber immerhin wieder leer ist.
Das war eine etwas umständliche Aktion, aber wenn das der Weg ist, der funktioniert, dann soll das eben so sein.

Hintergrund: Es handelt sich um die Papiertonne und das Besondere ist, dass es für unsere Straße zwei Entsorgerfirmen gibt, die Papiertonnen ausgeben und dann auch einmal im Monat leeren, allerdings leert jede Firma immer nur ihre eigenen Tonnen. Von welcher Firma man sich eine Tonne besorgt, bleibt jedem Anwohner freigestellt, ich habe durch Zufall eine Tonne der Firma B.

Rein theoretisch, also nach Müllplan, hätte meine Papiertonne von der Firma B am Mittwoch geleert werden müssen. Meine Tonne stand am Mittwochmorgen auch ordnungsgemäß an der Straße, sie wurde nur nicht geleert, weil die Firma B diesen Monat wohl unsere Straße komplett vergessen hat zu bedienen. Ich jammerte am Mittwoch ja schon darüber.

Heute wurden die Mülltonnen der Firma A geleert und ich habe hoffnungsvoll meine Mülltonne auch dazu gestellt, weil, wenn das Papier ins Müllauto gekippt ist, sieht man ihm doch nicht mehr an, in welcher Tonne es gesammelt wurde.
Vorsichtshalber habe ich mich aber auch noch selber daneben gestellt als das Müllauto vorfuhr und den Müllwagenfahrer extra gebeten, meine Tonne doch auch zu leeren.
Das lehnte er aber entschieden ab, das sei die falsche Tonne, das sei ihm untersagt, die dürfe er nicht leeren, sprach's und ergriff die Tonne der Nachbarn, die haben nämlich eine Tonne der Firma A.
Also fragte ich ihn, ob er denn wenigstens bereit sie, diese Tonne eventuell sofort noch mal zu leeren, wenn die beim ersten Mal nicht ganz ausgeleert worden sei. Dazu war er dann bereit, dieser Fall war nicht offiziell geregelt und damit auch nicht verboten.

Also habe ich den Inhalt meiner Tonne komplett in die frisch geleerte Tonne der Nachbarn gekippt, die daraufhin vom Müllwagenfahrer ein zweites Mal geleert wurde - und jetzt sind beide Tonnen leer, und meine wurde komplett regelkonform nicht von der falschen Firma geleert.

Am Nachmittag fuhren wir dann nach Rietberg, dort scheint das Zentrum der Türhersteller zu sein. Unsere Eingangstür haben wir schon bei einem dort ansässigen Hersteller ausgesucht und die neuen Zimmertüren, die ich gerne noch hätte, haben wir heute ebenfalls in Rietberg ausgesucht und uns bei der Gelegenheit gleich die gesamte Türenausstellung angeschaut und ganz spannende Ideen für die noch auszusuchenden Türen für das neue Haus mitgenommen.
Verliebt haben wir uns alle beide in die Schiebetüren, die es dort gab. Das neue Haus muss auf alle Fälle so gebaut werden, dass irgendwo mindestens eine Schiebetür reinpasst.

Anschließend fuhren wir noch bei einem Fliesenzentrum vorbei, dort gab es allerdings wenig, was uns gefiel, insbesondere missfiel uns der Verkäufer, der war sehr anstrengend.

Ausklang des Abends in meinem Lieblingsrestaurant im Ostwestfälischen, das war insgesamt ein sehr feiner Tag heute
.

564 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 14. September 2021
Müde und nicht müde
Mein Hauptempfinden in den letzten Wochen ist eine intensive Müdigkeit, die so intensiv ist, dass ich für meine Verhältnisse ungemein schlecht und wenig schlafe.
Ich habe ständig das Gefühl, dass ich sofort und auf der Stelle stundenlang schlafen könnte, wenn es dann aber abends ist und ich ohne Probleme sofort und auf der Stelle stundenlang schlafen könnte, dann bin ich die einzigen fünf Stunden des Tages nicht müde.

Das ist schon ziemlich bescheuert und ich muss jetzt einen Plan fassen, wie das geändert wird
.

489 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 12. September 2021
Putztag
Hier ist jetzt alles sauber und ich bin ein klein wenig k.o., aber auch sehr zufrieden, denn es ist etwas ganz Großartiges passiert: K hat den Kühlschrank in der Küche repariert und wir haben ab sofort dort wieder einen ganz normal schließenden Kühlschrank, das macht mich ganz ungemein froh.

Der Kühlschrank ist mittlerweile schon 15 oder sogar 16 Jahre alt, so ganz genau weiß ich das gar nicht, denn ich habe die Küche 2008 gebraucht gekauft und da war sie mindestens 2, wahrscheinlich aber eher drei Jahre alt.
Die Technik funktioniert noch ganz ausgezeichnet, nur das Türscharnier, das in Plastikhülsen sitzt (Plastik!, wie kann man für tragende Teile Plastik verwenden? Ich verstehe so etwas immer nicht und nein, es ist kein Noname-Billigkühlschrank) - also diese Plastikhülsen sind an Materialermüdung gestorben und das bedeutet, die Tür schließt nicht mehr richtig. Das Altern des Materials konnte man schon die letzten 3-4 Jahre beobachten, aber bisher ließ sich die Tür immer noch mit irgendwelchen Tricks vernünftig schließen, doch seit heute Morgen hing die Tür so weit runter, dass auch keine Tricks mehr halfen, sie ging nicht mehr richtig zu.

Kühlschranktüren, die nicht richtig schließen, führen die gesamte Idee eines Kühlschranks ad absurdum, ich habe mich da schon die letzten fünf Wochen seitdem ich aus Borkum wieder zurück bin, täglich drüber geärgert und heute konnte auch mein Westfalenmann das Problem nicht länger ignorieren.

Er begann also die Tür auszubauen, was mich veranlasste, die Gelegenheit zu nutzen und den Kühlschrank einer Grundreinigung zu unterziehen.
Sowas dauert und ist anstrengend, aber nach zwei Stunden harter Arbeit war alles wieder frisch und schick und heil, dafür hat es sich definitiv gelohnt.

K hat die Plastikhülsen mit Stabilit-Kleber repariert, jetzt hoffen wir, dass das noch drei Jahre hält, spätestens dann ziehen wir hier ja aus und lassen die Küche einfach zurück.

Und weil ich einmal im Putzrausch war, habe ich auch gleich den Rest der Küche geputzt, nicht nur den Boden, sondern auch die Arbeitsfläche und alles, was so rumsteht. Dann habe ich den alten Toaster sorgfältig grundgereinigt, hier habe ich ja seit neuestem einen superduper Kenwood-Sandwichtoaster, den alten Toaster nehme ich jetzt mit nach Borkum, dort ist dann einer über, aber das war ja von Anfang an klar.

Die Bäder sind auch wieder sauber, das gesamte Erdgeschoss ist gesaugt und gewischt, vorhin habe ich dann begonnen, die gesammelten Nähsachen in Angriff zu nehmen - und wenn ich noch mehr Schwung habe, bügele ich vielleicht sogar noch ein paar Hemden
.

510 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?