anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 20. Oktober 2021
Familienerinnerungen
Für mich war es ein ganz normaler Tag mit Home-Office - für K und C war es ein aufregender Tag mit viel Abenteuer. Um es gleich vorab zu spoilern: Beide leben und sind heil auf Borkum angekommen, allerdings nicht mit dem Flieger, sondern sehr profan mit der Fähre.

Sie sind die Reise nach Borkum heute morgen sehr früh zunächst auch sehr optimistisch angegangen und waren schon vor Sonnenaufgang am Platz, weil das Wetter schlechter werden sollte und wenn es überhaupt eine Chance für einen Flug gab, dann so früh wie möglich. Aber nachdem sie erfolgreich gestartet waren, verschlechterte sich das Wetter unterwegs doch rapide und so drehten sie wieder um, landeten in Münster und fuhren mit dem Auto wieder nach Greven.

Dort stellten sie fest, dass es mittlerweile zu spät für die Vormittagsfähre war, so dass die einzige Fähre, die noch blieb, die um 16.45h war. So kann man auch erfolgreich einen kompletten Tag verdaddeln.

Immerhin gelang es ihnen, diese Fähre auch zu erreichen, was nicht selbstverständlich ist, wenn K und C gemeinsam unterwegs sind, die zwei zusammen neigen zu sehr großzügig kalkulierten Zeitmanagementplänen, die halt nicht immer funktionieren.
Diesmal hätte es auch ganz knapp fast wieder nicht funktioniert, denn K hatte zwar extra vor der Abfahrt in Greven noch Öl ins Auto nachgefüllt, nur leider anschließend vergessen, den Verschluss wieder auf den Öleinfüllstutzen aufzuschrauben.
Dass sie unterwegs dann ständig von LKWs und anderen Autofahrern mit Lichthupe und wilden Winkzeichen auf irgendwas aufmerksam gemacht werden sollten, haben sie entspannt ignoriert, man kennt das ja von der Welt, alle bekloppt.

Sie waren gut in der Zeit und fuhren durch bis McDov in Appingedam, dort stiegen sie aus und wunderten sich über das enorm stinkende Auto, bei dem auch grade wieder die "Ölstand niedrig" Warnlampe angegangen war. So entdeckten sie aber auch den fehlenden Deckel auf dem Öltank, immerhin. Zum Glück ist gleich neben dem McDov eine Autowerkstatt, die halfen kurzfristig aus und jetzt ist das Auto wieder normal einsatzbereit und stinkt auch nicht mehr. Klappte mit der Zeit alles grade so.

Das noch zu klärende Logistikproblem, was K jetzt hat, ist die Frage, wie er den in Münster zurückgelassenen Flieger jetzt wieder zurück nach Borkum bringt, mit diesem Problem lasse ich ihn aber ganz entspannt alleine umgehen, ihm wird da schon etwas einfallen.

Ich habe auf alle Fälle die zwei heute Abend vom Hafen abgeholt und mich vor allem gefreut, meine Tochter mal wiederzusehen.
Den weiteren Abend haben wir dann damit verbracht, alte Fotos zu gucken, sie war gestern nämlich beim Friseur und wir suchten zunächst nach Fotos, wann ihre Frisur schon mal so ähnlich war. Fürs Protokoll: 2014

Gefunden habe ich dann noch ein ganz altes Foto, was ich irgendwann mal digital abfotografiert hatte



das war 1999, ist also schon über 22 Jahre her, aber ich erinnere mich noch so genau daran, wie sich damals der Babyhund und das Babykind zu einer unzertrennlichen Gemeinschaft zusammentaten, dass ich mal wieder nicht fassen kann, wie schnell die Zeit bis heute verflogen ist
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Montag, 18. Oktober 2021
Steuerkram und seltsame Küchenplanung
Ein weiterer ruhiger Tag, den ich trotz einer langen Zeit am Computer mit guter Laune beende, denn ich habe heute einen ganzen Schwung Steuererklärungen fertiggestellt und abgeschickt sowie die allererste E-Bilanz für 2020 erfolgreich erstellt und übermittelt.

Da das Erstellen von E-Bilanzen mein Endgegner ist, weil ich kein Datev-Programm habe, was mir die Bilanz aus der Buchführung heraus erstellt, ist das für mich eine ganz besondere Großtat und ich feiere mich hier heute Abend ausführlich selber.
Mangels professionellem EDV-Zugang (lohnt sich einfach nicht für die paar Unternehmen, für die ich zuständig bin) muss ich alle E-Bilanzen jedes Jahr aufs Neue komplett manuell machen und die erste E-Bilanz eines Jahres ist immer eine ganz besondere Herausforderung. Denn natürlich ändert sich jedes Jahr die Taxonomie und damit die Vorschriften, die bei der Erstellung der Bilanz zu beachten sind und bis ich mich durch alle neuen Vorschriften und Änderungen zum Vorjahr durchgebissen habe und den ersten Musterfall fehlerfrei validiert stehen habe, verbrauche ich nicht nur viel Zeit, sondern vor allem viele Nerven und viele Schimpfwörter. Wenn es dann aber geschafft ist, dann platze ich jedes Jahr aufs Neue vor Stolz und Selbstzufriedenheit und klopfe mir ständig vor Begeisterung selber auf die Schulter.
Die Situation ist also grade jetzt und natürlich macht so ein Erfolg ausgesprochen gute Laune.

Den Vormittag haben wir zum Ausschlafen und ausführlichem Internetlesen benutzt.
K hat die Zeitschrift "Das Einfamilienhaus" als E-Paper abonniert und wir haben uns die bisherigen Ausgaben heute beide nacheinander ausführlich auf dem iPad angeschaut - und obwohl ich positiv aufgeschlossen aktiv vor allem nach guten Ideen suchte, habe ich doch überwiegend vor allem Dinge zum Grinsen oder zum Kopfschütteln gefunden, wenn man mal von der breiten Masse absieht, wo ich sowieso nur erschaudernd zurückweiche und als Dauermantra nur "so auf gar keinen Fall" dazu vor mich hinmurmele.
Es ist wirklich erstaunlich, wie viele langweilige, unpraktische und teilweise auch sehr hässliche Häuser die Menschen sich bauen und dann auch noch so stolz darauf sind, dass sie sich von so einer Zeitschrift mitsamt ihrem Haus portraitieren lassen und sich nicht zu schade sind, dazu inmitten der sterilen Dekopracht lächerliche Posen einzunehmen. Ich staune da immer nur.

Mein Highlight war der Bericht über ein gleichgeschlechtliches Pärchen, dass sich eine extragroße Küche gebaut hat, in der in dem riesengroßen, freistehenden Küchenblock alles doppelt gespiegelt vorkommt. Also zwei Spülen und zwei Herde, jeweils gegenüber, damit beide gleichberechtigt arbeiten können.
Tendenziell habe ich gegen diese Idee gar nichts einzuwenden, sondern finde sie witzig und hätte sicherlich auch selber Spaß daran - aber wenn Menschen Küche samt Kochen schon derart wichtig ist, wieso schwebt dann direkt über dem (doppelten) Herd ein riesiger Kristall-Lüster-Kronleuchter und um den Küchenblock herum wurden persische Teppichläufer ausgelegt? Mag ja optisch als höchst dekorativ und wunderschön empfunden werden (Geschmack will ich hier gar nicht bewerten), aber wer sich einen Kristall-Lüster-Kronleuchter direkt über den Herd hängt, hat in echt noch nie gekocht oder plant, sich jedes halbe Jahr einen neuen Kristall-Lüster-Dings zu kaufen, denn wenn dort wirklich gekocht wird, ist das gute Stück blitzschnell derart mit Fett verklebt, dass es nicht mehr lüstert, sondern nur noch stumpf und gedimmt blinzelt.
Und das regelmäßig zu putzen - na schönen Dank.
Genau so dämlich sind die Teppiche im Küchenarbeitsbereich, wie kommt man auf so eine Schwachsinnsidee?

Am Nachmittag teilte mir K mit, dass er sich eben die lokale Vereinsmaschine reserviert habe, weil er morgen einen Termin auf dem Festland hat, den er nicht absagen kann, deshalb brachte ich ihn zum Flugplatz und hatte so den Abend über nichts Besseres zu tun als mich mit meinen Steuererklärungen und E-Bilanzen zu beschäftigen.
Im Ergebnis sehr produktiv.

Außerdem hat er sich inzwischen mit C verabredet, die die Gelegenheit des bequemen Transports auf die Insel dann gerne auch nutzt und jetzt planen die zwei also am Dienstagvormittag hier gemeinsam wieder aufzuschlagen, im Ergebnis wurde also wenigstens die Familienlogistik optimiert
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Sonntag, 17. Oktober 2021
Nicht gearbeitet
Vor zwei Minuten habe ich heute das erste Mal den Computer angeworfen und das nur, weil ich keine Lust hatte, am Handy eine schnell zusammengestoppelte Erklärung, warum ich heute keine Lust habe zu bloggen, einzutippen, sondern aktuell noch voller Motivation stecke, einen halbwegs brauchbaren Blogbeitrag abzuliefern - und das geht am PC definitiv besser als am Handy.

Aber die Tatsache, dass ich heute bisher noch keine sonstige Minute am PC verbracht habe, sagt schon das Wesentliche über den Tag aus - es war ein schöner Tag und er hat mir sehr gefallen. Es war aber auch ein Samstag, was bedeutet, dass ich keine offizielle Büroarbeit erledigen musste und dann ist es leicht, dem PC einen ganzen Tag aus dem Weg zu gehen.

Ich habe mal darüber nachgedacht, was für mich Arbeit bedeutet und habe festgestellt, dass in meinem Kopf Arbeit immer in irgendeiner Form mit Arbeiten am PC gekoppelt ist und dass das genau die Sorte Arbeit ist, gegen die ich den größten Widerwillen entwickelt habe.

Dabei fände ich körperliche Arbeit wahrscheinlich noch viel schrecklicher, wenn ich sie jeden Tag tun müsste, um damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, denn immerhin hat Computerarbeit den Vorteil, dass man dabei sitzen kann und nicht außer Atem gerät, von zu viel Bewegung. Denn außer Atem geraten, weil man sich körperlich angestrengt hat, das ist tatsächlich das Allerschrecklichste, was ich mir überhaupt nur an Gruseligkeiten vorstellen kann. War es übrigens schon immer, genau deshalb finde ich ja auch Sport so scheußlich, eine Meinung, die sich in den letzten 59 Jahren bei mir nicht geändert hat und die wahrscheinlich schon früh dafür gesorgt habe, dass ich die meisten anderen Menschen schon immer seltsam fand, denn zu meinem kompletten Unverständnis empfinden die allermeisten Menschen, die ich bisher so kennengelernt habe, Sport als eine erstrebenswerte Beschäftigung.

Mir war deshalb früh klar, dass ich irgendeine geistige Beschäftigung finden muss, mit der ich meinen Lebensunterhalt verdiene, Sesselpupser ist auf alle Fälle besser als Sportlehrer.

Insofern habe ich grundsätzlich gar nichts gegen meinen Job einzuwenden, ich hadere in der letzten Zeit nur regelmäßig damit, dass ich überhaupt irgendetwas arbeiten muss, was ich als Arbeit definiere (also am PC), während es andere Menschen gibt, die rein theoretisch auch einen Verwaltungsjob haben, ihre Arbeitszeit aber zu 90% mit Besprechungen und Rumreisereien vertrödeln und dann auch noch jammern, dass sie so überlastet sind, weil sie ja zu nichts kommen und ich ihre gesamte Arbeitsleistung aus meiner Perspektive beurteilt als Kinderkram bezeichnen würde. Aber es kommt wahrscheinlich wirklich immer genau auf die Perspektive an, ob man eine Arbeit als Arbeit sieht oder als Spielerei.

Auf alle Fälle war heute Samstag und ich habe nicht gearbeitet - zumindest nichts, was ich als Arbeit bezeichnen würde. Den Schuppen aufräumen, das Altglas wegbringen, Einkäufe erledigen und Wäsche legen sind in meinen Augen eben alles keine Tätigkeiten, die als Arbeit erwähnt werden können, aber genau hier werden mir überzeugte (und überlastete) Hausfrauen dann wahrscheinlich energisch widersprechen. In meinen Augen sind das allerdings alles Tätigkeiten, die ich als "Selbstfürsorge" bezeichnen würde, denn ich habe es getan, weil mir ein aufgeräumter Schuppen ohne Altglassammlung besser gefällt als ein unordentlicher und ich gefaltete Wäsche mehr mag als unsortierte Wäsche im Waschkorb.
So hat halt jeder seine eigenen Gründe, warum er arbeitet - oder eben nicht arbeitet
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Samstag, 16. Oktober 2021
Home-Office
Ein ganzer Freitag voller Home-Office Arbeiterei, dabei war schönes Wetter und ich wäre sehr gerne an den Strand gegangen, ging aber nicht, es war zu viel zu tun. Und fertig bin ich immer noch nicht, weil ich in diesem Job irgendwie sowieso nie fertig werde. Nach dem Projekt ist vor dem Projekt.
Herzlichen Dank auch.

Dabei brauche ich das ganze Geld, was ich in diesem Job verdiene, gar nicht mehr, es ist nur dieser blödsinnige Verpflichtungsgedanke, dass ich nicht einfach so die Brocken hinwerfen kann, ich muss erst jemanden haben, der den Stab übernimmt.
Spätestens in 1074 Tagen, das ist immerhin ein Datum mit Vorankündigung.

Ich bin grade frustriert und schlecht gelaunt, weil ich hier von einer akuten Sinnkrise überrollt werde.

Aber das wird schon wieder, gibt halt einzelne Tage mit zu vielen Eindrücken von rechts und links neben der eigenen Lebensspur, das macht ein bisschen kirre im Kopf. Es ist erstaunlich, wie anders andere Menschen sein können.

Ich werde mir ein Paar Scheuklappen besorgen - nicht hingucken hilft bestimmt schon deutlich weiter, aktives Ignorieren als wirksames Mittel, um nicht Durchzudrehen
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Montag, 11. Oktober 2021
Der Tag, an dem ich Kondome kaufte
Ich habe heute Home-Office gemacht, das war eine ziemlich ruhige Veranstaltung, denn von 20 Mitarbeitern sind derzeit 10 entweder im Urlaub oder krank, es war also nicht viel los und ich konnte alten Kram nacharbeiten.

Um halb vier meinte K aber, dass nun Dienstschluss sei, er wolle noch mal eine Runde mit dem Rad fahren.

K war heute gut drauf, denn sein Fuß hatte sich über Nacht zum Großteil selber repariert, er konnte wieder beschwerdefei laufen und wenn etwas gebrochen wäre, dann wäre es schlimmer aber nicht besser geworden, also verzichtete er aufs Röntgen und allein das stimmte ihn schon fröhlich.

Wir fuhren dann zum Baumarkt, denn wir brauchten noch eine Rolle Raufaser, damit K die Wandstücke rund um die neu eingebauten Fenster reparieren kann. Flur und Wohnküche werden ja neu tapeziert, in den anderen Zimmern werden die beschädigten Stellen um die Fenster nur mit neuer Raufaser geflickt.

Weil der Baumarkt nur 100m von Lidl entfernt ist, gingen wir danach auch dort noch einkaufen, wenn man schon mal quasi vor der Tür steht, dann kann man auch mal eben reingehen.

Ich gehe ja mit großer Begeisterung bei Lidl einkaufen und seitdem es diese Lidl-App gibt, macht mir das noch mehr Spaß.
Mir ist natürlich klar, dass Lidl die Rabatte in der App vor allem mit den Daten finanziert, die jeder App-Benutzer beim Einkaufen hinterlässt, aber da ich selber mit meinen Daten ja sonst nichts anfangen kann, kann Lidl die gerne haben, wenn ich dafür Rabatt bekomme.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn die Börse schwankt und mein Depot sich an einem Tag schon mal um fünfstellige Beträge nach unten bewegt, das macht mich weder nervös noch finde ich es schlimm. Ich bin ja schließlich reich und wenn ein Teil des Reichtums durch Börsenschwankungen wieder drauf geht, egal, mit dem, was übrig bleibt, kann ich auch nach einem bösen Börsencrash noch gut leben und außerdem verlieren bei einem Börsencrash ja alle, da wird sich schon einer der anderen kümmern, dass es irgendwann auch wieder aufwärts geht.

Was ich aber gar nicht vertrage, ist sinnloses Geldverschwenden bei Alltagseinkäufen und wenn es beim Discounter Rabatte gibt, dann kaufe ich gerne extra viel, wenn ich dabei spare. Und nein, ich möchte das weder diskutieren noch sonstwie analysieren, die 25 cent vom Pfandbon sind für mich entschieden wertvoller als 25.000 Euro mehr oder weniger beim Kauf einer Immobilie.

Meine Reaktionen auf verlorene oder vergessene Pfandbons sind ähnlich hysterisch wie die eines Arachnophobikers auf eine Spinne. Und der weiß auch, dass er albern reagiert, kann es aber genauso wenig abstellen wie ich.

Die Rabatte und Gratisangebote in der Lidl-App sind also sowas wie viele kleine Pfandbons und ich reagiere darauf sehr ähnlich.

Jetzt ist es allerdings so, dass K diesen psychischen Zwang, ganz unbedingt auch den allerletzten Rabatt noch mitnehmen zu müssen, nicht hat. Er verliert ja auch Pfandbons.
Echt wahr - ich falle jedesmal halbtot um vor Entsetzen und habe anschließend mindestens eine Stunde lang schlechte Laune - er wird uns mit seiner ungezügelten Lotterigkeit in Punkto Pfandbons noch in den Ruin treiben, ihm dagegen passiert das durchaus häufiger und kratzt ihn unerfreulich wenig.
Genauso uninteressiert ist er an den Rabatten der Lidl App. Schlimm!

In der Grundfunktion der App gibt es wöchentlich wechselnde Sonderrabatte, die man bekommt, wenn man die App aufs Handy geladen hat und zu jedem Sonderrabatt einzeln ja gesagt hat. Man muss also jeden Rabatt einzeln aktivieren und sich durchaus ausführlich mit der App beschäftigen, wer da nicht konzentriert und sorgfältig arbeitet, verspielt jede Menge Rabatte.

Außer den jeweils bis Sonntag gültigen Wochenrabatten, die für alle App-Nutzer gleich sind, gibt es noch weitere, individuell unterschiedliche Rabatte. Zum einen gewinnt man nach jedem Einkauf einen Extrarabtt. Entweder, in dem man ein Gewinnlos freirubbelt oder, so wie diesen Monat, in dem man an einem Glücksrad dreht. Den so gewonnen Rabatt muss man aber natürlich auch noch einzeln aktivieren, damit er an der Kasse berücksichtigt wird. Für diese Rabatte muss man also zweimal arbeiten: erst das Los einlösen und dann noch den Gewinnrabatt aktivieren. Zusätzlich gibt es noch die umsatzabhängigen Bonusrabatte, die, je nach Umsatz innerhalb eines Monats, nach und nach freigeschaltet werden. Das Tückische dieser Zusatzrabatte ist, dass sie eine eigene Laufzeit haben, es ist also bei Weitem nicht so, dass Sonntags alle nicht eingelösten Rabatte verfallen und Montags geht das Spiel von vorne los. Das wäre ja einfach.

Um dem Ganzen aber noch einen Extrathrill zu verleihen, schaltet Lidl in unvorhersehbaren Intervallen zusätzliche Rabatte oder sogar Gratisaktionen frei, die dann oft nur für 1-2 Tage Gültigkeit haben. Marketingtechnisch geschickt, denn so bringt man die Nutzer der App dazu, täglich dort nachzuschauen, ob es heute wieder eine zusätzliche Gratisaktion gibt. Diese Gratisangebote sind fast immer an einen Mindestumsatz gekoppelt, das macht sie zu einer besonderen Herausforderung.

All diese Rabatte, die an verschiedene Bedingungen geknüpft sind, optimal zu nutzen, ist eine echte Herausforderung. Zu einer wirklichen Challenge wird es, wenn zwei Personen mit zwei Handys und zwei Apps die Einkäufe für einen Haushalt erledigen, denn dann gibt es ja noch mehr Nebenbedingungen, die beachtet werden müssen.
Denn natürlich kann man mit zwei Personen, die zwei Handys mit zwei Apps haben, jedes Gratisangebot auch zweimal bekommen, selbst wenn man nur einmal (zusammen) einkaufen geht. Man darf dann nur nicht alle Waren auf einmal auf das Band zum Bezahlen legen, sondern muss immer zwei Einkäufe daraus machen. Und wenn die Gratiswaren an einen Mindestumsatz gekoppelt sind, dann muss man vorher ausrechnen, ob man genug Waren für zweimal den Mindestumsatz hat und dann den Einkauf an der betragsmäßig sinnvollen Stelle teilen. Und natürlich muss jeder nach dem Einkauf seinen eigenen Zusatzrabatt freirubbeln und aktivieren.

Anfangs habe ich mich mehrfach ganz schrecklich über K geärgert, der einfach überhaupt keine Disziplin im Umgang mit dieser App an den Tag legte. Entweder hat er Rabatte nicht aktiviert oder gar komplett vergessen, seine App an der Kasse zu scannen - es war die reinste überhebliche Neureichenschludrigkeit, pure Verschwendungssucht aus reiner Faulheit und Desinteresse. Gräßlich - und mit so einem Menschen gehe ich Einkaufen.

Es gab natürlich viel Knatsch und schlechte Laune deswegen, zum Glück ist K aber grundsätzlich ein friedlicher und vor allem ein freundlicher Mensch und ich erkenne an, dass er sich sehr um einen guten Umgang mit der App bemüht hat, es wurde kontinuierlich besser in den letzten Monaten.
All dieses Bemühen hat er aber nur mir zuliebe gemacht, ein echtes, eigenes Interesse und Engagement für die Idee, sich durch geschicktes Ausnutzen der App doppelt reichzusparen, das war ihm dann sichtbar doch zu viel, in meinen lichten Momenten kann ich ihm das auch nicht übel nehmen, denn so nach und nach habe ich selber bemerkt, wie albern meine Rabattsucht wurde.

In einem ersten Schritt erlöste ich K deshalb von der Doppeloptimierung. Er muss künftig die App nicht mehr verwenden, ich kümmere mich ganz alleine darum, er darf das alles ignorieren.

Außerdem beschloss ich, meine Rabattsucht energisch runterzudrosseln, ich überlegte sogar, ob ich die App nicht einfach komplett lösche, wollte es aber vorher mal mit bewusster Selbstdisziplin versuchen. Deshalb aktiviere ich seit einiger Zeit nicht mehr wahllos alle Rabatte, die mir die App anzeigt, sondern ich überlege mir genau, was ich vielleicht wirklich haben möchte und gebrauchen kann - alle anderen Rabattangebote werden konsequent ignoriert und nicht aktiviert. Und das gilt auch für Gratisangebote.


Diese Woche gibt es Kondome umsonst, Mindestumsatz 20 Euro.
Habe ich natürlich nicht aktiviert, weil, was soll ich mit Kondomen?
Außerdem gibt es Cookies, die ich nicht mag, umsonst. Alternativ einen Joghurt ohne Geschmack, den ich auch nicht mag. Habe ich alles nicht aktiviert, weil ich fest beschlossen habe, auch keine Gratiszugaben mehr einzupacken, die ich nicht wirklich gebrauchen kann. Fällt schwer, aber ich trainiere eisern. Neulich habe ich schon sehr stolz eine Dose Katzenfutter nicht mitgenommen, die ich als Gratisangebot einfach nur hätte einpacken müssen.

Den Einkauf heute bei Lidl, den hatte ich nicht geplant. Er ergab sich rein zufällig, weil wir in der Nähe waren.
Nicht geplant hatte ich auch Ks gute Laune, der sich freute, dass sein Fuß doch nicht kaputt ist und der mir deshalb auch eine Freude machen wollte. Er guckte also in der App nach, was diese Woche (Montag, jede Menge frische Angebote) alles günstig oder gar umsonst ist und kaufte zielgerichtet ein. Er weiß doch, wie viel Spaß ich daran hatte.
Und weil wir dann ruckzuck über 20 Euro waren, landeten auch die Kondome noch im Wagen, kann man ja einem der Jungs zu Weihnachten schenken. Und die Cookies auch, warum nicht. Und überhaupt, alles passend für einen perfekt optimierten App-Einsatz.

Blöd nur, dass ich weder den Kondom- noch den Cookie-Gratisrabatt aktiviert hatte.
So kam es, dass ich heute für 2,29 Euro Kondome und für 1,19 Euro eklige Cookies käuflich erwarb.

Aber vielleicht braucht es genau dieses Erlebnis, um den Widersinn des eigenen Sparsamkeitszwangs zu erkennen. Als ich früher noch rauchte und aufhören wollte, gelang das auch nie, solange noch Zigaretten in der Schachtel waren. Es wäre doch eine Schande gewesen, die wegzuwerfen
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Sonntag, 10. Oktober 2021
Sonntagsgekruschel
Bei Ks Treppensturz gestern hat er sich wohl doch was kaputt gemacht, der große Zeh am linken Fuß tut inzwischen so sehr weh, dass er nur noch humpelnd laufen kann, außerdem puckert er in Ruhestellung, das sind alles keine guten Symptome, morgen werden wir das dann mal röntgen lassen.

Wenn Laufen nicht ging, so war immerhin Radfahren kein Problem, bei meinem Rad war inzwischen auch der Akku wieder geladen, wir machten uns also auf zu einer Radtour "linksrum", was bedeutet, wenn wir das Haus verlassen, biegen wir nach links ab und fahren dann am Deckwerk auf den Deich am Strand lang. Diese Tour ist eine echte Lieblingstour geworden, seitdem der Loopdeelenweg fertig ist und man eine komplette Runde fahren kann, ohne unterwegs das Rad 1km durch die Dünen schieben zu müssen.

Als wir am Ende des Deckwerks angekommen waren, sahen wir die Hamburg draußen an der Fischerbalje vor Anker liegen und ich entdeckte einen Steinstapel, den jemand aus den angelieferten Schottersteinen, die dort zwecks Befestigung der Außenkante auf ihre Verarbeitung warteten, gebaut hatte.



Ich fand diesen Steinstapel viel spannender als das langweilige Kreuzfahrtschiff, was dort draußen rumlag, aber K stellte fest, dass das Schiff dort draußen die Hamburg war, die gestern erst in Hamburg die Kaimauer gerammt hatte und dann fand ich das Schiff mit der Geschichte auch wieder spannend und fragte K, was er meint, weshalb die Hamburg nun da draußen vor Borkum vor Anker liegt und vor allem, was der Kapitän jetzt wohl macht. Ks westfälisch-lapidare Antwort war: "Der schämt sich." - und damit war dann wohl alles dazu gesagt.

Sonst ist hier nicht viel passiert, ein angenehm ruhiger Tag, morgen dann Home-Office
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Sonntag, 10. Oktober 2021
Alles etwas langsamer
Dass in den letzten Wochen alles ein wenig zu viel war, nicht nur für mich, sondern genau so auch für K, der ja von denselben privaten Dingen betroffen ist und seinerseits auch eine Menge beruflichen Stress hat, dass wir alle beide also in den letzten Wochen einfach mehr belastet waren als man auf Dauer wegstecken kann, das zeigte sich heute in einer ausgeprägten körperlichen Erschöpfung.

K hatte für 10h einen Friseurtermin gemacht, musste also aufstehen und sich anziehen - und traf beim Treppe runtergehen dann eine Stufe nicht richtig. Ich hörte nur noch ein schreckliches Gepolter, sprang aus dem Bett und hatte in derselben Sekunde Horrorvisionen. Eigentlich bin ich bei uns für Knochenbrüche zuständig, wenn K ausfällt ist das Leben sofort noch viel komplizierter als sowieso schon.

Es ist aber nichts gebrochen oder zerrissen, der Fuß tut zwar noch weh, aber er kann ganz normal laufen, wahrscheinlich nur geprellt und überdehnt, Gottseidank.

Danach ließen wir den Tag dann noch langsamer angehen als eh schon geplant. Einkaufen per Rad gab ich nach 500m wieder auf, der Akku war alle und ich hatte schlicht nicht genug Kraft zum manuellen Fahrradfahren, zum Glück haben wir das Auto mitgenommen.

Am Nachmittag machten wir einen Strandspaziergang und ich trug mein einziges Geburtstagsgeschenk, was ich bisher bekommen habe, Ks Geschenk steckt nämlich immer noch in der Lieferengpasswarteschlaufe.



Meine Mutter hatte mir einen Pullover mit passenden Stulpen gestrickt - perfekt für dieses Wetter und passend zur Badekarre.

Das Wetter war wirklich wunderbar, es machte Spaß am Wasser auf und ab zu wandern.
Es gab auch immer noch Leute, die liefen barfuss durchs Wasser, ich war aber sehr zufrieden mit meinen Gummistiefeln.



Ein paar eifrige Badegäste hatten eine große Burg gebaut und einen Postkartengruß dazu in den Sand geritzt



Am Abend bauten wir das Regal zusammen, was ja schon Anfang der Woche geliefert worden war, bastelten uns selbstgemachte Hamburger (wie immer aus vegetarischen Burgerpatties, weil uns die besser schmecken als die fleischigen) und schredderten eine große Menge an Suppengemüse zu Brei, der jetzt bis morgen Mittag im Ofen trocknet, weil mein Gemüsebrühpulver alle ist und ich Nachschub brauchte
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Freitag, 8. Oktober 2021
Zuhause
Ausgerechnet ich, die bekennend reiseunlustig ist, ausgerechnet ich suche mir ein Pendlerleben mit zwei Haushalten. Wobei, das, was mich hauptsächlich nervt bei dieser Pendelei, ist die Terminverpflichtung, die durch das beruflich veranlasste Rahmenprogramm entsteht und die dazu führt, dass die Pendelei dadurch stressig wird, dass nie genug Zeit ist.

Um jede An- und Abreise ranken sich immer irgendwelche Termine, die eingehalten werden müssen.
Heute war es die zweite Besichtigung des mittlerweile verändert aufgebauten Hochhauserdgeschosses, faszinierend wie stark sich die Verschiebung von nur 1,50m auswirkt.
Wir werden also beschließen, die gesamte Planung noch mal zu überarbeiten und das Treppenhaus des Hochhauses um 1,50m nach links zu verschieben. Was sich so einfach anhört, bedeutet im Wesentlichen eine Neuplanung, aber sei's drum, heute konnten wir eindrücklich selber sehen, dass es sich lohnt.

Die Besichtigung war spannend, sie dauerte nur leider länger als geplant und als ich endlich loskam, sagte mir das Navi, dass ich exakt 19 Minuten Zeitpuffer bis zur Abfahrt der Fähre habe.

Eine Fähre zu verpassen in der Ferienzeit ist der Supergau, weil die Fähren ausgebucht sind und man nicht einfach die nächste nehmen kann und 19 Minuten Zeitpuffer auf 250km am letzten Schultag vor den Ferien, das ist nicht viel.

Mir macht sowas Stress und schlechte Laune - aber letztlich hat alles gut funktioniert, wir waren pünktlich am Fähranleger und haben sogar noch so viel Zeit aufgeholt, dass ein Zwischenstop bei McDov in Appingedam drin war - ich liebe ja den McKrokett, den es nur in Holland gibt und insgesamt gab es an keiner Stelle ein Problem. Aber weiß man's vorher?

Inzwischen ist das Auto ausgeräumt, der in zwei Kühltaschen transportierte Kühlschrankinhalt ist wieder im nächsten Kühlschrank eingeräumt, ich bin satt und entsetzlich müde und ganz ungemein glücklich wieder zuhause zu sein.

Hier ist es schon eindeutig schöner als in dem "Durchgangshaus" in Greven, was bis heute keine Zuhauseatmosphäre verströmt, weil es vom ersten Tag an ja auf Zeit angelegt war und ich immer wusste, dass ich dort wieder weggehe, wenn ich nicht mehr in Münster arbeite.
Je kürzer die Zeit bis zum Verlassen wird, umso ungemütlicher wird das Haus übrigens, weil es sich immer weniger lohnt, es sich dort noch schön und gemütlich zu machen.

Aber jetzt bin ich erst mal für die nächsten zwei Wochen hier auf Borkum, hier lohnt sich jede Mühe der Verbesserung, denn dieses Haus ist meines und ich staune immer selber, was für einen großen Unterschied das macht
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Freitag, 8. Oktober 2021
Holz und Umzug
Wir haben jetzt eine Eiche im Keller. Naja, eine halbe. Das Unterteil.

Grob in Stücke gesägt und nur der Stamm mit ein paar dicken Ästen liegt jetzt das Holz bei uns im Keller und darf dort vor sich hin trocknen, bis wir in 2-3 Jahren umziehen und dann schon selbst gelagertes, wunderbares Feuerholz für unseren neuen Ofen parat haben, diese Idee gefällt mir ungemein gut.



Das mit den Jahresringen begreife ich nicht wirklich, die sind irgendwie komplett unterschiedlich im selben Baum, ich denke aber, es wird keine alte Eiche gewesen sein, sondern eher so ein Jünglingsbaum, denn der absolute Durchmesser des Stammes ist an der dicksten Stelle noch keine 30cm. Warum er umgesägt wurde, weiß ich auch nicht, aber als ich freundlich fragte, ob ich das Holz haben dürfe, waren alle einverstanden und halfen sogar noch, die Stücke ins Auto zu packen.
Ich hatte viel Spaß an der Aktion und freue mich jetzt schon auf das Feuer.

Außerdem bin ich heute ausgezogen.
Zurückgelassen habe ich einen Mülleimer voll Akten zum schreddern und einen leeren Schreibtisch.



Über 13 Jahre habe ich in diesem Büro gewohnt und mich sehr lange sehr hartnäckig geweigert, in die Geschäftsführungsetage umzuziehen.
Aber wir strukturieren große Teile der Büroorganisation um, die Sekretärin der Geschäftsleitung, die wir im Februar neu eingestellt haben, habe ich inzwischen zur Büroleiterin befördert und sie ist so gut, dass sie die allermeisten Aufgaben des unsäglichen Assistenten der Geschäftsleitung übernehmen kann. Der wird jetzt endlich degradiert und damit er oben in der Geschäftsleitungsetage sein Zimmer räumt, gibt es jetzt einen größeren Ringtausch und das bedeutet, ich ziehe hoch und mache unten für ihn ein Büro frei, damit ist die Neuorganisation einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Ich stelle allerdings fest, dass es sich sehr seltsam anfühlt, alle Dinge in diesem Büro zusammenzuräumen und dabei festzustellen, wie lange viele Dinge unberührt in der Ecke lagen. Außer dem Papierkorb mit Schredderpapier habe ich auch eine sehr große Ecke mit einfachem Papiermüll hinterlassen, echt irre, was sich da in den Jahren so angesammelt hat.
Andererseits muss ich das sowieso bald gründlich machen, da ist es vielleicht ganz gut, dass ich mit diesem Umzug schon mal einen Großteil Ballast loswerde.
Auf in die letzten 1082 Tage
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Mittwoch, 6. Oktober 2021
Mock-Up und frühes Regal
Ich habe heute ein Mock-Up besichtigt.
Sah so aus:


Die Firma plant, ein Hochhaus zu bauen und als alle Pläne fertig gezeichnet waren und es ans Bauen gehen sollte, fragte jemand, ob der Eingangsbereich denn überhaupt groß genug sei. In dem Haus werden künftig bis zu 1000 Leute täglich rein und rausgehen, da sollte insbesondere im Eingangsbereich, vor den Sicherheitsschleusen und den Aufzügen so viel Platz sein, dass sich die Menschen da nicht knubbeln und Staus produzieren.

Und weil sich die beteiligten Architekten über den gemalten Plänen nicht einigen konnten, beschlossen wir, den Eingangsbereich mit Drehtür, Zugangsschleusen und Aufzugsbereich einfach mal als Modell in Originalgröße bauen zu lassen.
Wenn man es dann im Original begehen kann, kann man bestimmt besser beurteilen, ob es eng oder zu eng ist.

Aufgebaut wurde das Modell in einer leeren Scheune, die zu einem Bauernhof gehörte, der dort sonst Heu lagert. Ich fand das gesamte Setting unglaublich skurril und war dementsprechend damit überfordert, mir vorzustellen, ob zwischen das mit Plastikfolie überzogene Lattengerüst nun 1000 Leute passen oder nicht.

Ich glaube allerdings, eher nicht.
Glaubten die anderen Beteiligten auch.
Deshalb wird jetzt der gesamte Eingangsbereich neu geplant, das Treppenhaus (was wahrscheinlich nur wenig genutzt werden wird, aber erstens sein muss und zweitens viel Platz wegnimmt), wird jetzt etwas zur Seite geschoben, dann ist vor den Aufzügen mehr Platz. Diese Entscheidung führt allerdings dazu, dass die bisherige Planung im Wesentlichen unbrauchbar wird und alles noch mal von vorne anfängt. Aber besser jetzt als wenn man es erst bemerkt hätte, wenn man schon Zementwände stehen hätte.

Das Modell eines Hochhauseingangs in Maßstab 1:1 zu begucken fand ich ziemlich witzig, wenn mir die beteiligten Architekten aber nicht genau erklärt hatten, was was ist bzw. sein soll, hätte ich mit dem gesamten Aufbau nichts anfangen können und wahrscheinlich nur angenommen, dass hier ein Schüler von Christo für seine erste Ausstellung übt.

Das andere aufregende Ereignis war die Auslieferung des vor zwei Monaten bestellten Regals auf Borkum. Das sollte planmäßig erst nächste Woche kommen, als die Ankündigung kam, dass es abgeschickt worden sei, habe ich den Liefertag online geändert - aber solche Feinheiten stören die Borkumer Zusteller nicht, die stellen ihre Pakete stumpf vor der Haustür ab, ob jemand da ist oder nicht, haben sie das letzte Mal ja auch schon gemacht.
Diesmal hatte ich zusätzlich das Problem, dass der Onkel grade nicht da ist, ich musste also jemand anderes bitten, das Regal, das vor der Haustür im Regen stand, dort einzusammeln und trocken zu stellen, bis ich am Freitag auf die Insel komme.
Hat geklappt, aber ärgerlich finde ich es trotzdem, dass die Zusteller sich so gar nicht um die Termine kümmern, die man online theoretisch wählen und bestimmen kann
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