anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 8. Februar 2019
Schuhkauf
Schöner Tag heute.
Ich habe Schuhe gekauft.
Tage, an denen ich Schuhe kaufe, sind oft schöne Tage.
Heute war ein ganz besonders schöner Tag, denn heute habe ich mir gleich vier Paar Schuhe gekauft und freue mich jetzt schon den ganzen Nachmittag und Abend darüber, weil ich für jedes Paar, das ich gekauft habe, eine eigene Begründung angeben kann, weshalb grade dieser Kauf so besonders gut war.
Als erstes sind da die braunen Chelsea Boots, die ich ich in dem Schuhladen, in dem ich heute war, neulich schon im Fenster gesehen und bewundert habe und weshalb ich heute unbedingt in genau diesen Schuhladen gehen wollte, während K etwas im Nachbarort zu tun hatte.
Der Plan klappte perfekt: K setzte mich vor dem Schuhladen ab und fuhr weiter zu seinem eigenen Termin - und ich hatte ausreichend Zeit, um alle Schuhe in dem Laden anzuprobieren und die Hälfte davon , okay, nicht ganz so viele, aber immerhin vier Paar dann auch zu erwerben.
Die braunen Chelsea Boots sind ganz exakt so, wie ich mir schon seit mindestens drei Jahren Chelsea Boots wünsche, jetzt endlich habe ich sie gefunden und sie sind nicht nur hübsch, sondern auch ungemein bequem, ich schätze, ich habe da heute ein Paar neue Lieblingsschuhe erstanden.
Das zweite Paar ist nicht wirklich alltagstauglich, K nannte es spontan "Cinderellaschuhe", weil es so wunderbar glitzert und tja nun, ich gebe zu, ich habe mich schon etwas von dem Glitzer verführen lassen - aber sie sitzen perfekt und sehen wirklich einfach nur wunderschön aus und wenn ich sie anhabe, komme ich mir spontan auch ein wenig wie Cinderella vor, manchmal braucht man solche Schuhe, nicht um sie zu tragen, aber um sie zu besitzen und um sich vorzustellen, was es für Gelegenheiten geben könnte, wo man sie tragen könnte, denn immerhin hat man sie ja jetzt.

Dann habe ich mir noch mein allererstes Paar Ballerinas gekauft - man glaubt es ja kaum, aber ich habe noch nie in meinem Leben Ballerinas besessen, weil, eigentlich mag ich ja lieber Schuhe mit Absatz.
Aber wenn das mit meinen Hüften noch länger dauert und nicht besser wird, dann sollte ich mir wohl doch eher Schuhe im flachen Absatzbereich suchen und wenn man dann Schuhe für eine Abendgarderobe braucht, dann bleiben eigentlich nur Ballerinas.
Deshalb besitze ich jetzt Ballerinas aus grauem Lackleder, sehen angemessen edel aus und sind, zugegeben, deutlich bequemer als die Cinderellapumps, aber nun ja, es sind halt auch nur Ballerinas. Aber für Ballerinas dann immerhin doch noch erträglich schick.

Und als viertes Paar, weil ich ja nun einmal warmgelaufen war und weil es in diesem Laden wirklich wunderbare Schuhe gab, dann noch ein Paar "Pseudoballerinas". Nach meinem Verständnis sind das keine echten Ballerinas, weil sie vorne viel weiter geschlossen sind, aber immerhin sind sie genauso flach und ebenfalls extrem bequem - und nach genau so einem Paar habe ich den gesamten letzten Sommer gesucht und nicht gefunden und da es ja dieses Jahr wieder Sommer wird, fand ich es eine gute Idee, die Sommerschuhe schon jetzt zu kaufen, dann ist das auch erledigt.
Auch hier wieder ein leichter Glitzer, ich habe wohl grade meine Elsterphase.

Als K mit seinem Termin fertig war und mich in dem Laden wieder abholte, habe ich ihn spontan überredet, sich auch zwei Paar Schuhe zu kaufen - er ist mit seinen Schuhen jetzt genauso zufrieden wie ich mit meinen, so war das heute für uns beide ein rundum gelungener Tag
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Donnerstag, 31. Januar 2019
Festgefahren
Weil ich gestern so ewig lange an den Bilanzen gebastelt habe, hatte ich gar keine Zeit, die Geschichte zu erzählen, wie ich mal in einem Erdhaufen versank.
Das ist mir nämlich gestern passiert und war der Grund, weshalb ich noch später als sonst schon nach Hause gekommen bin, und dann wollte halt K mal eben schnell die Bilanz, aber das habe ich ja schon gesagt, jetzt wollte ich die Geschichte mit dem Erdhaufen nachholen.
Also, das war so: bei uns auf dem Firmengelände wird hinten in einer Ecke ein großes Zentral-Magazin als Lagerstätte für allerlei Museumskram gebaut. Davon habe ich schon mal erzählt .
Und weil dieses Zentral-Magazin so weit hinten im Gelände liegt, hat man eine Extra Einfahrt gebaut, die auch für mich privat eine echte Abkürzung bedeutet, denn ich spare mir einen großen Schlenker auf den offiziellen Straßen, wenn ich einfach quer übers Firmengelände fahren und die Anlage über diese Spezialeinfahrt verlasse. (Oder reinfahre, logisch).
Damit das nicht jeder macht, wird dort ein Tor installiert, dass nur Befugte öffnen können, aber wozu gehöre ich zur Geschäftsleitung, Beziehungen schaden nur dem, der keine hat..
Im Moment ist das dort alles noch Baustelle und das Tor noch gar nicht eingebaut, aber gestern Abend kam ich auf die Idee, dass ich doch schon mal gucken könnte, wie weit die Straße inzwischen fertig ist und bin auf dem Nachhauseweg neugierig mit dem Auto dort vorbei gefahren.
Es war dann gestern Abend schon sehr dunkel und beleuchtet ist dort auch noch nichts, weil ja noch nicht in Betrieb, und so kam es, dass ich an der Stelle, an der man auf diese extra Ein-/Ausfahrt abbiegen muss, vorbeigefahren bin und als ich es merkte, wollte ich umdrehen.
Tja, und da ich dachte, das wäre ein großer, befestigter Platz, dort vor dem Gebäude, wäre ja Wenden gar kein Problem gewesen. Dumm nur, dass es kein großer befestigter Platz war, sondern nur eine schmale gepflasterte Fahrbahn und daneben wunderbar glatt geharkte weiche Erde, auf der dann im Frühjahr die Blumenrabatten wachsen sollen.

Und so passierte, was passieren musste, ich fuhr mit Schwung eine Kurve und saß fest.
So fest, dass meine Vorderräder nur noch durchdrehten, aber nicht genug Halt bekamen, um mich dort wieder raus zu ziehen. Weil ich das zunächst nicht glauben konnte und mehrfach hin und her lenkte und mit Vorwärts und Rückwärtsgang versuchte, dort wieder raus zu kommen, grub ich mich auch noch immer tiefer in die Erde, bis der Wagen nur noch knapp mit den Scheinwerfern rausguckte.


Irgendwann musste ich dann erkennen, dass ich dort ohne fremde Hilfe nicht mehr rauskommen würde und habe dann zähneknirschend den Hausmeister angerufen. Der wohnt auf dem Gelände und war auch bereit, mich dort wieder rauszuziehen, peinlich war es aber schon ein wenig, ich habe sonst einfach eine zu große Klappe.

Ja, so war das gestern und der Dreck klebte zu allem Überfluss auch noch so fest an den Reifen, dass der Wagen gar nicht mehr vernünftig fuhr, ich habe ihm heute Morgen erst mal eine gründliche Ganzkörperwäsche spendiert und ihn anschließend in der Werkstatt vorgeführt, zum Glück ist aber nichts weiter kaputt gegangen, als nur sehr viel Dreck überall
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Freitag, 25. Januar 2019
Lack
Ich war heute nicht im Büro, weil ich immer noch so unendlich viele Überstunden habe, dass ich beschlossen habe, den Abbau endlich voranzutreiben.
Dementsprechend habe ich erstmal längere Zeit mit Aufstehen und Anziehen vertrödelt, einfach weil ich die Zeit hatte und es Spaß machte, mal neue Klamottenkombinationen auszuprobieren.
Ich habe eine Menge Teile im Kleiderschrank, die ich nie anziehe, weil ich spontan nicht weiß, wie ich sie kombinieren könnte - dabei ist jedes einzelne Teil wirklich echt schick, gefällt mir und ich würde es nicht aussortieren wollen, ich ziehe es halt nur deshalb nicht an, weil ich normalerweise morgens keine Zeit und keine Lust habe, umständlich über Kleidung nachzudenken oder gar verschiedene Kombinationen auszuprobieren, anziehen, ausziehen, anziehen, ausziehen - kein gutes Spiel für einen normalen Alltag.

Deshalb heute mal zwei Stunden private Modenshow - und ich war nachher mit dem Gesamtergebnis auch sehr zufrieden.

Anschließend bin ich ins Dorf gefahren, weil ich einkaufen musste und ich war bei Fielmann und habe meine Kontaktlinsen anprobiert.
Die Kontaktlinsenoptikerin findet mich als Kundin wahrscheinlich inzwischen genauso scheiße wie ich sie als Kontaklinsenverkäuferin, aus uns beiden wird kein Freundschaftspärchen mehr.
Ich sehe sie als Dienstleisterin und finde, sie hat sich gefälligst nach meinen Wünschen zu richten. Da sie das erkennbar nicht tut, rege ich mich auf. Gründlich.
Sie sieht sich als "medizinische Fachkraft" und die wissen natürlich immer besser, was der Patient/Kunde braucht und regt sich deshalb über ignorante und besserwisserische Patienten/Kunden genauso auf, wie man das in jedem Ärzte- und Krankenhausfilm beobachten kann.
Ich rege mich allerdings grundsätzlich auch über Ärzte oder jede andere Sorte Fachpersonal auf, wenn die aus ihrem Wissen eine Geheimwissenschaft machen und ihrem Patienten Null erklären, was sie da grade tun, weshalb sie was untersuchen und welche Erkenntnisse sie bei der Untersuchung gewonnen haben.
Überhebliche Pinsel, die sich einbilden, der Rest der Welt hat eh keine Ahnung - mit so einer Grundhaltung kann ich ja grundsätzlich ganz wunderbar nicht umgehen und reagiere entsprechend arschlochig. Phhhft.

Zum Einsetzen der Kontaktlinsen hat mir die Kontaktlinsenoptikerin erklärt, dass ich ja so ein kleines Dreieck auf der Linse sehen würde - und wenn ich die Linse ins Auge setze, dann muss das Dreieck auf mein Ohr zeigen.
Was für eine schwachsinnige Erklärung - denn in welche Richtung zeigt bitte ein (gleichschenkliges!) Dreieck? Dementsprechend habe ich absolut nicht begriffen, was sie mir mit dieser Anweisung sagen wollte. Als mir dann dämmerte, was sie meint und ich es anders formulierte: "Sie meinen, die Linse muss so eingesetzt werden, dass das Dreieck auf der linken Linse auf drei Uhr ist und auf der rechten Linse auf neun Uhr?", verstand sie nicht, was ich damit sagen wollte, weil sie die Uhrzeit für unerheblich hielt - die Kommunikation zwischen zwei Menschen, die sich gegenseitig blöd finden, kann kompliziert sein.

Mit den eingesetzten Linsen sollte ich dann eine halbe Stunde rumlaufen, die halbe Stunde habe ich genutzt, um in die nächstgelegene Parfümerie zu gehen und dort Profinagellack zu kaufen, weil ich ja jetzt regelmäßig meine Fingernägel lackiere - es wird wohl noch so 4-5 Monate dauern, bis der schwarze Fleck rausgewachsen ist und da dachte ich, lohnt es sich, tatsächlich mal Qualitätslack zu kaufen. Die hatten da auch grade was im Angebot, jetzt habe ich drei Fläschchen Nagellack für je 13,-€ das Fläschen erworben (einmal Farbe, passend zum Fingernagel in dunkellila, einmal Überlack und einmal Unterlack) und heute Abend dann gleich mal eine Lacksession eingelegt. Was soll ich sagen, der Unterschied zu dem Billiglack, den ich vorher hatte, ist ausgesprochen deutlich spürbar.

Als ich wieder zu Hause war, war das Internet ausgefallen, wunderbare Ausrede, um sich analog mit einem Buch aufs Sofa zu setzen.

Jetzt läuft aber schon wieder alles, draußen schneit es und mir ist müde.
Nightynite
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Samstag, 19. Januar 2019
Vergessen und lackierte Finger
Der Tag heute stand unter dem Zeichen des Vergessens.
Nicht den Tag selber, sondern Dinge.
Ich habe Dinge vergessen. Ständig. Es war schon fast unheimlich.

Ging damit los, dass ich vergessen habe meinen Computer einzupacken als ich ins Büro gefahren bin.
Ich habe noch allerlei Akten und mein iPad in meine Bürotasche gepackt - nur den Computer, den habe ich schlicht vergessen.
Immerhin das erste Mal seit 10,5 Jahren.
Ich habe nur einen Computer für Büro und für privat - alles mit einem Gerät und das schleppe ich ständig mit mir herum. Da ich auf einem Laptop nicht gescheit arbeiten kann, habe ich nicht nur im Büro, sondern auch in beiden Homeoffices eine Komplettausstattung aus Dockingstation, Tastaur, Maus und Bildschirm, muss also nur meinen Laptop aus der Tasche ziehen, in die Dockingstation hängen - und schwupp habe ich eine komplette Arbeitsumgebung.
Da die Wirtschaftsprüfer heute nicht da waren, konnte ich mir zum Glück den Prüfer-Laptop borgen. Mit dem konnte ich mich in meinem Outlook anmelden und ich kam an den Server - aber wenn man mit so einem (fremden) Standardgerät arbeiten muss, lernt man das eigene Gerät erst wirklich zu schätzen. Es macht schon einen großen Unterschied, was für ein Prozessor mit welchem Arbeitsspeicher in einem Rechner sitzt, ich fürchte, ich bin mit meinem Lenovo-Porsche-Thinkpad ziemlich verwöhnt.

Im Büro habe ich es dann dreimal fertig gebracht, die Treppe in die nächste Etage hochzulaufen, um, oben angekommen, festzustellen, dass ich die Akten, die ich hochbringen wollte, unten liegengelassen hatte.

Am Nachmittag war dann ein Seminartermin. Es ging um Anlagerichtlinien für Stiftungen und es waren Vortragende vom Bundesverband der Stiftungen aus Berlin und dem Verband der kommunalen Stiftungen aus Düsseldorf angekündigt und ich habe mir interessante Informationen versprochen.

Als ich am Veranstaltungsort ankam, fiel mir auf, dass ich mein iPad im Büro vergessen hatte, Notizen oder Memos während des Seminars also ganz old school auf Papier.

Während des Seminars musste ich mich dann sehr zusammenreißen, um nicht den letzten Rest meiner guten Erziehung zu vergessen - das war schon ziemlich oberflächlicher Larifari-Trash, den die hochdotierten Damen und Herren da aus Ministerium und Bundesverband so präsentierten. Man wundert sich ja oft, was für unglaubliche Luschen hochrangige Positionen im öffentlichen Dienst bekleiden. Aber nun ja, auch so ein Nachmittag geht rum, ich habe mich dann damit beschäftigt, meinen Papierblock vollzukritzeln, allerdings gab es kaum merkenswertes aus den Vorträgen, aber irgendwas zu schreiben findet man ja immer.

Lustig fand ich das Thema "Nachhaltigkeit", weil sich natürlich alle einig waren, dass grade Stiftungen mit gutem Beispiel voran gehen sollten und sich bemühen sollten, Nachhaltigkeitskriterien bei der Geldanlage am besten schon in der Satzung festzuschreiben. Als die Dame von den Düsseldorfer Stiftungen dann gefragt wurde, wie sie das denn halten würde zB mit Rheinmetall, da geriet sie ein wenig ins Schwimmen und meinte, ja, nun, ähem, sie hätten ihre Nachhaltigkeitsvorschriften vorsichtshalber lieber im Konjunktiv formuliert, weil Rheinmetall, das wäre ja nun ein Düsseldorfer Unternehmen und ein wichtiger Gewerbesteuerzahler, die wolle man dann doch nicht verärgern.
So geht's natürlich auch.

Als ich heute Abend wieder zu Hause war, fiel mir auf, dass ich die Akten, die ich extra zwecks Scannen mit ins Büro genommen hatte, ungescannt im Büro vergessen hatte, aber mittlerweile war ich ja daran gewöhnt, dass heute der Tag des großen Vergessens ist.

Morgen wollen wir nach Borkum fliegen, K sagt, das Wetter wird prima, und es wurde jetzt auch langsam wieder Zeit, der arme Kerl hat schon richtig Fliegerentzug.

Ich werde jetzt noch mal durch Netz surfen und mir einen vernünftigen Scanner kaufen - das Hin- und Herschleppen von Akten, nur um sie im Büro zu scannen, ist schlicht zu lästig, und da ich sehr auf papierloses Büro stehe, scheint mir ein eigener Scanner eine gute Anschaffung zu sein.

Und schließlich:

mich hat der schwarze Fingernagel, den ich mir vor drei Wochen in der Tür geklemmt habe, so gestört, dass ich dafür sogar meine Abneigung gegen lackierte Fingernägel überwunden habe. Mit dunklem Lack sieht man's nämlich nicht mehr.
Mir sind zwar lackierte Fingernägel auch immer noch peinlich, für mich ist das der Inbegriff der "feinen Dame" und wenn ich irgendwas bestimmt nicht sein will, dann eine feine Dame, aber als Alternative tatsächlich besser als so ein Bauarbeiterfinger, der wirklich ganz doll eklig aussieht
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Montag, 14. Januar 2019
Bastelsonntag
Endlich mal wieder richtig lange im Bett rumgeschlunzt, Internet zu ein Viertel leergelesen (da ich jetzt über eine Woche nicht mehr im Internet rumgelesen habe, ist mein Feedreader immer noch gründlich voll, aber immerhin ca. 1/4 habe ich heute geschafft), dann langsam aufgestanden und überlegt, ob ich heute einen pflichtbewussten oder einen schönen Tag verbringen möchte - und habe mich gegen jede Vernunft für schön entschieden, mit pflichtbewusster Aufgabenerfüllung stehe ich grade mittelschwer auf Kriegsfuß.
Ein "schöner" Tag bedeutet, dass ich mein schlechtes Gewissen in Punkto Pflichterfüllung grade soweit beruhige, dass ich irgendwelche mehr oder minder dringend zu erledigen Pflichten - vorzugsweise solche, die nicht viel Mühe machen - erledige, um dann mit wunderbar gutem Gewissen den Rest des Tages mit Dingen zu verbringen, die nicht getan werden müssen, aber Spaß machen. Würde ich gar keine Pflichten erledigen, könnte ich die nutzlosen, aber erfreulichen Tätigkeiten längst nicht so ausführlich genießen, weil ich mich dann mit einem latent schlechten Gewissen rumärgern müsste, was ich ärgerlicherweise tatsächlich nicht komplett abstellen kann.
Aber ich kann es austricksen, heute geschah das durch Wäsche waschen.
Wäsche waschen macht aus meiner Sicht wirklich nicht viel Mühe, es gibt aber genug Leute, die "und außerdem habe ich noch drei Maschinen Wäsche gewaschen" als hausfrauliche Großtat verkaufen. Männer lassen sich damit erfahrungsgemäß auch wunderbar beeindrucken, deshalb gehört Wäsche waschen zu den Hausfrauentätigkeiten, die ich aufopferungsvoll regelmäßig ganz alleine und selber erledige. Mit drei Maschinen Wäsche hatte ich dann auch genug getan für den Tag.
Den Nachmittag habe ich deshalb mit viel Genuss auf dem Sofa verbracht und Juli Zehs "Unterleuten" gelesen (gefällt mir sehr gut bisher), unterbrochen nur von ab und zu aufstehen und Wäsche wechseln bzw. von Waschmaschine in Trockner oder von Trockner in Wäschekorb. Anderthalb Maschinen sind sogar schon zusammengelegt, unter anderem die eklige Sockenmaschine, ich möchte das hier ausdrücklich betonen, denn soooo faul war ich wirklich nicht.

Nicht erledigt habe ich dafür ganz viel Computerarbeit, sprich dringend fälliger privat induzierter Bürokram, da beginnt sich mal wieder was zu türmen, aber ich habe einfach keine Lust.

Wenn diese Bürodinge anstehen, mutiere ich regelmäßig zu einer begeisterten Hausfrau und fahre innere Neidattacken gegen all diese Hausfrau-Frauen, die sich außer einem Halbtagsjob ansonsten nur mit Kinder großziehen und den Haushalt organisieren beschäftigen, und sich zusätzlich lautstark über das mental load Problem beklagen und anprangern, dass der Mann sich nicht genug einbringt. Ich habe immerhin auch drei Kinder großgezogen, habe ich aber nichts von, weil die normale Alltagsarbeit ob mit mit oder ohne Kinder für mich schon immer dieselbe war.

Ich weiß, dass das unfair ist, weil ich es mir selber so ausgesucht habe und auch nie bereit war, es anders zu leben. Wenn man den Satz "ich kann das alles alleine" so weit perfektioniert, dass man eben wirklich alles alleine macht, dann darf man sich nicht beschweren.

Trotzdem habe ich ab und zu Neidanfälle, wenn ich sehe, wie bequem einige andere Frauen leben. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, haben sie die Rente durch - meine Kinder sind auch aus dem Haus, nur leider ändert sich für mich dadurch gar nichts, ich muss einfach weiterarbeiten, wie so ein blöder Mann, der auch nichts davon hat, wenn die Kinder ausziehen.

Egal, das war jetzt meine ganz persönliche Jammerei, weil ich schließlich schlecht darüber klagen, wie anstrengend die Kinder sind, aber ohne etwas zum Jammern zu haben, ist das Leben auch recht trist.

Als ich genug Buch gelesen hatte, kam ich dann noch auf die Idee, doch endlich mal die Bienenwachstücher herzustellen, für die ich mittlerweile alle Zutaten einsatzbereit parat hatte.
Es gibt noch zig andere Anleitungen dafür, mir gefiel die Variante mit Bügeln und mit Kokosöl am besten - und genau so habe ich es dann auch gemacht.
Den Stoff habe ich aus den Vorratskisten vom Onkel - dort hat die Tante ja nicht nur Wolle, sondern mindestens auch die gleich Menge an Patchworkstoffen zurückgelassen, irgendwann beschäftige ich mich mal damit, wie man das verkauft, aber vorher habe ich wenigstens eine gute Quelle für hübsche Stoffstücke.
Den Bienenwachs hatte ich schon letztes Jahr bei ebay gekauft (Konvolut an halb abgebrannten Bienenwachskerzen, deutlich günstiger als die überall beworbenen Bienenwachspellets), das Gurkenglas zum Wachsschmelzen habe ich vom Kartoffelsalat zu Weihnachten gerettet, der Stoff war gewaschen und meine Zackenschere hatte ich auch wiedergefunden, es war also alles parat.

Die Schweinerei war tatsächlich so groß wie in dem Artikel beschrieben - aber ich habe jetzt einen ganzen Stapel an Bienenwachstüchern (falls jemand aus der Familie mitliest: ratet mal, was es demnächst als Geschenke gibt) und Spaß gemacht hat es auch
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Sonntag, 13. Januar 2019
Kleiderkreisel und aussortieren
Spät war's gestern, oder genauer: früh heute morgen, bis ich wieder zuhause war.
Ich war gestern mal wieder beim Kleiderkreisel - Klamottentausch mit Knöpfen als Währung.
Alle sechs Wochen findet das in Bielefeld statt, mittlerweile ist es ziemlich bekannt und die Zahl der Frauen, die teilnehmen, wird immer größer.
Das Prinzip ist einfach: Man sortiert eigene Kleidung aus, bringt sie mit zum Kleiderkreisel, dort wird die Kleidung in Knöpfe umgerechnet (von 1-3 Knöpfen, also zB ein Knopf für ein T-Shirt oder eine einfache Hose, zwei Knöpfe für eine schicke Bluse, ein Kleid oder eine gute Hose und drei Knöpfe für ein Kostüm oder etwas Vergleichbares) und dann auf den Tischen und Kleiderständern verteilt. Dort schauen sich dann alle die Kleidung an, die die anderen mitgebracht haben(es herrscht zugegeben ein bisschen Wühltisch- und Schlussverkaufsatmosphäre, es ist aber gleichzeitig auch recht lustig) und suchen sich neue Stücke aus, die im hinteren Teil des Raumes in einer großen Sammelumkleide anprobiert werden können. Dabei kommentiert und begutachtet natürlich jeder die Teile, die ein anderer grade anprobiert, es wird viel gelacht und gefrotzelt. Alles, was einem passt und gefällt, kauft man dann mit den Knöpfen, die man vorher für seine eigenen Teile bekommen hat.
Wenn man mehr mitbringt als man selber wieder kaufen will, nimmt man die Knöpfe mit nach Hause und hat beim nächsten Mal schon ein Startguthaben.

Das ganze kostet drei (echte) Euro Eintritt, dafür bekommt man ein Glas Sekt und die Veranstalter zahlen die Raummiete davon, verdienen tut niemand an der Sache, die Veranstalter sind alle ehrenamtlich tätig, weil sie die Idee des Kleidertauschs gutfinden.

Die Kleidungsstücke, die keinen neuen Liebhaber gefunden werden, werden in Säcke geräumt und bis zum nächsten Kleiderkreiseltermin im Keller gelagert, wenn der Kleidungsbestand zu groß wird, werden Teile, die schon mehrfach angeboten wurden, der Kleiderkammer in Bethel gespendet.

Ich finde die Veranstaltung vor allem deshalb gut, weil ich live zusehen kann, wie jemand anderes meine eigene aussortierte Kleidung anprobiert und sich darüber freut, wenn es ihm gut gefällt. An der Kleidung, die ich (und all die anderen Teilnehmerinnen) aussortieren, ist normalerweise kein Mangel, die Teile sind weder kaputt noch aus anderen Gründen unbrauchbar, oft passen sie nur einfach nicht mehr oder man hat sich übergesehen, seinen eigenen Stil geändert oder was weiß ich, auf alle Fälle sind die Sachen zu schade zum Wegwerfen und so werden sie einer perfekten Weiterverwendung zugeführt und gleichzeitig hat man selber die Chance, tolle neue Kleidungsstücke für zu finden, ohne zusätzliches Geld ausgeben zu müssen, die Knopfwährung ist ein perfekter Regulator.
Mit den Knöpfen fühlt man sich unglaublich reich und kann wirklich komplett ungehemmt und nach Herzenslust einkaufen, ohne auf den Preis gucken zu müssen, ein wunderbares Einkaufsgefühl - wenn einem Teile nach dem Einkauf dann doch nicht mehr gefallen, dann bringt man sie beim nächsten Mal eben wieder mit. So kann man noch nicht mal was falsch machen.

Ich habe diesmal ein paar sehr hübsche Teile gefunden: einen schwarzen Designerhosenanzug mit Nadelstreifen, einen langen schwarzen Wollmantel aus Lambswool und Angora (ganz weich und kuschelig), einen ganz weiten langen Seidenrock mit Gummizug (perfekt für Borkum) und ein blaues T-Shirt mit weißen Punkten. (ich habe zugegebenermaßen einen blau-weiß-Tick, aber immerhin sind Punkte jetzt mal was anderes als meine sonst üblichen Streifen). Hat zusammen 10 Knöpfe gekostet und ich habe noch ein dickes Guthaben auf meinem Knopfkonto für die nächsten Male.

Zu diesen Kleiderkreiselveranstaltungen gehe ich fast immer mit meiner Schwester, sie sind damit gleichzeitig ein fester Termin, den man schon lange vorher kennt und sich den Abend freihält. Anschließend sitzen wir meist noch lange zusammen und quatschen - gestern heute früh bin ich erst um halb drei endlich nach Hause gefahren.

Um neun Uhr war ich allerdings schon wieder unterwegs, weil ich beim Optiker einen Termin zur Kontaklinsenanpassung gemacht hatte - ein Kollege trägt seit einiger Zeit Gleitsichtkontaktlinsen und ist sehr davon begeistert, das will ich jetzt auch.

Anschließend habe ich meinen Haushalt aussortiert, J. ist gestern Abend angekommen und nimmt alles mit, was ich loswerden möchte. Sehr feine Sache, das.

Am Nachmittag hatte ich dann einen heftigen Müdigkeitshänger, aber nach zwei Stunden Schläfchen ging es wieder, zum Abendessen gab es Lammfilet und warmen Kartoffelsalat, es war ein rundum gelungener Tag
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Dienstag, 8. Januar 2019
Aufgeräumt, sortiert und Liste gelesen
Huch, da ist mir der Tag heute einfach nur so zwischen den Fingern zerronnen, mit großem Schreck habe ich eben festgestellt, dass wir schon nach 23h haben und ich mich jetzt doch mal recht zielstrebig ins Bett begeben sollte, wenn das mit dem Aufstehen morgen und ins Büro gehen vor Mittag funktionieren soll.
Heute hatte ich ja noch einen Tag Urlaub und ich war den ganzen Tag mit tausenderlei Dingen beschäftigt, aber was ich letztlich ganz konkret gemacht habe, ist gar nicht so einfach zu sagen.
Ganz viel aufgeräumt habe ich auf alle Fälle, an ganz vielen verschiedenen Stellen.
Als erstes habe ich heute morgen mal habe meine Jeanshosen durchsortiert und ausgemistet. Ergebnis: fünf sind für den Kleiderkreisel aussortiert und zwei gehen nach Borkum, jetzt ist es etwas lichter im Schrank, allerdings habe ich auch vier in die Wäsche gesteckt, ich fürchte, wenn die wieder eingeräumt werden, ist das mit der neuen Freiheit im Hosenschrank schon wieder vorbei.
Dann habe ich mich an Schreibtisch gesetzt und die mitgebrachten Papiere sortiert, dabei dann auch einen großen Stapel Papiere, die hier schon seit längerem auf Ablage warten, ebenfalls wegsortiert, in dem Zusammenhang vier neue Ordner angefangen (und vier alte abgeschlossen), jetzt muss ich noch Etiketten drucken, dazu hatte ich heute keine Lust.
Alle Bankunterlagen sortiert, alle Steuerunterlagen aufgeräumt, BaFöG, Rente und Kindergeld (bei uns kriegen ja nur die Kinder Rente, aber ich habe mich natürlich darum gekümmert) geordnet und abgelegt, neue Ordner für neue Verträge angelegt, es war tatsächlich eine Menge Kram.

Zwischendurch immer mal wieder telefoniert (ich hatte meine Büronummer aufs Handy umgeleitet) und erste, eilige E-Mails beantwortet, am 7. Januar noch Urlaub zu haben, ist im System irgendwie nicht vorgesehen.

Am Nachmittag meldete sich J., der heute endlich seine neue Wohnung besichtigt hat (in Berlin mietet man im Zweifel auch Wohnungen, ohne sie sich vorher anzuschauen. Bevor man die Wohnung nicht bekommt, weil das mit der Besichtigung schwierig ist, verzichtet man halt darauf und lässt sich dann überraschen.)
J. war aber ausgesprochen positiv überrascht, ist wohl alles deutlich besser als er erwartet hat - und jetzt plant er also die Einrichtung der ersten eigenen Wohnung.
Mittlerweile habe ich 68 Mails aus der Wunderlist, weil er dort einträgt, was er nun alles braucht. Ich finde seine Liste richtig süß, weil sie so deutlich macht, welche Gegenstände er in der Küche bisher wahrgenommen hat und meint zu brauchen - und welche nicht. Und weil sie zeigt, wie sehr er sich von meinem Kramtick hat anstecken lassen.
Ich bin ja bekennender Küchenmaschinen- und -werkzeug sammler, kaum ein Küchengerät, was ich nicht besitze oder wenigstens mal besessen habe, weil ich es wenigstens ausprobieren wollte. In den letzten Jahren wurde das etwas ruhiger an dieser Front, mein Haushalt ist ja auch deutlich kleiner geworden, dafür habe ich die Verdoppelung der Ausstattung perfektioniert, mittlerweile habe ich wirklich jedes Gerät in jedem der beiden Haushalte, nur der elektrische Messerschleifer, den habe ich nur einmal...

J. hat erstaunlicherweise keinen Messerschärfer auf seiner Liste stehen (dabei hat er in den letzten Jahren die Messer immer geschliffen und wenn er jetzt liest, dass ich tatsächlich einen elektrischen Messerschärfer besitze, den ich ihm aber konsequent verschwiegen habe, wird er sich bestimmt aufregen, tja nun, ich glaube, es lag daran, dass er nur auf Borkum die Messer geschliffen hat, oder irgendwie so was, mir wird schon eine Ausrede einfallen.) J.- braucht also keinen Messerschärfer (bisher), dafür aber Tupperdosen. Und zwei Listenpunkte weiter steht: "Und noch mehr Dosen"
Ich schätze, er muss demnächst mal mit zum Werksverkauf von Emsa.
Außerdem braucht er einen Apfelteiler (wie sonst sollte man Äpfel klein kriegen, ein kleines scharfes Messer steht nämlich nicht auf seiner Liste, nur ein großes scharfes Brotmesser) - und einen Crockpot.
Ein Crockpot ist ein geiles Kochwerkzeug, gehört neben dem Thermomix zu meinem Lieblingsküchenutensil, weil es das Kochen so einfach macht. Man schmeißt morgens alles rein - und wenn man abends nach Hause kommt, ist das Essen fertig, ein wirklich prima Gerät - allerdings gibt es die nicht unter 5l Inhalt, und seitdem mein Haushalt die meiste Zeit des Jahres auf zwei Personen geschrumpft ist, benutze ich den Crockpot kaum noch, weil einfach überdimensioniert.
Aber für eine Studentenbude ist es natürlich was anderes, da kann man gleich für zwei Wochen im Voraus vorkochen - oder das fertige Essen an die Nachbarn verhökern, auf alle Fälle sind da jede Menge zusätzliche Optionen denkbar, ich sehe also ein, dass J. einen Crockpot braucht.

Was er auch nicht braucht (weil fehlt auf Liste) sind Gläser, aber immerhin hat er Tassen aufgeschrieben und natürlich eine Aerolatte. Nicht für Milchschaum (er trinkt keinen Kaffee), sondern für Kakao. Kakao kann man nur vernünftig mit einer Aerolatte umrühren, sehe ich ein, ich habe ja auch in jedem Haushalt eine. Ich brauche meine zwar für Vinaigrette, aber das ist ja egal.

Was er lustigerweise vergessen hat aufzuschreiben sind Eierlöffel. Und Eierbecher, da muss ich noch mal nachhaken, eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass er ohne auskommt.
Und Küchenhandtücher, Abtrockentücher und Spüllappen - fehlt alles, aber Spüli steht drauf und sonstige Putzmittel. Ich glaube, die Liste ist erst mal nur ein Rohentwurf in der Rubrik tbc
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Dienstag, 1. Januar 2019
Anbaden
Silvester hier auf Borkum ist eine ziemlich wüste Veranstaltung, ich bin fest davon überzeugt, dass eines Tages die gesamte Insel kentert, weil sich gegen Mitternacht gefühlt ca. 1 Millionen Menschen unten am Hauptstrand auf der Promenade versammeln (alle an einer Stelle), um das offizielle Höhenfeuerwerk der Kurverwaltung zu bestaunen, ab 22h ist da richtig Party.

Da aber blöderweise nicht nur die Kurverwaltung da rumböllert, (die machen das immerhin von relativ weit draußen vom Strand), sondern von den 1 Millionen Gästen locker 500.000 auch eigene Böller dabei haben und unbedingt abfeuern müssen, habe ich schon vor einigen Jahren beschlossen, dass ich mich aus der Veranstaltung ausklinke. Zu verraucht, zu gefährlich (ich hatte schon einen brennenden Böller in den Haaren, das stinkt vielleicht. Und gut für die Frisur ist es auch nicht. Zum Glück ist außer ein paar abgekokelten Haaren nichts passiert.) und überhaupt eben einfach nicht so meine Welt, ich habe ja eh ein zunehmend problematischeres Verhältnis zu den Touristen hier auf der Insel.

Wir haben Silvester deshalb mittlerweile schon traditionell ruhig begangen. C war noch hier, weil ihr ebenfalls nicht der Sinn nach Fete stand, J war gestern Mittag mit der Fähre aufs Festland gefahren, um in Oldenburg mit Freunden etwas ausgelassener zu feiern, er kam heute aber schon wieder zurück, ab Mittags waren wir also wieder zu viert.

Um 14h hatte die DLRG zum Neujahrsschwimmen aufgerufen, um 13.30h zog sich der Himmel zu, der Wind frischte auf, wir hatten gut 7-8 Windstärken und es sah insgesamt gar nicht mehr gemütlich aus, da draußen. Zu dem Zeitpunkt hatten C und ich aber schon beschlossen, dass wir das mit dem Anbaden dieses Jahr gemeinsam erledigen, letztes Jahr war ja nur C im Wasser gewesen, dieses Jahr wollte ich auch. Manchmal muss ein Mensch eben Dinge tun, die ein Mensch tun muss.

Wodrauf ich aber überhaupt keine Lust hatte, war die Riesenmenschenmeute am Hauptstrand, wo der DLRG das Spektakel veranstaltete. Das schlimmste am Anbaden ist nämlich nicht das Wasser selber, sondern die Wartezeit bevor man ins Wasser laufen darf, da steht man nämlich ziemlich lange im Schwimmzeug und mit nackten Füßen im kalten Wind rum, bis endlich alle Menschen, die mitmachen wollen, vernünftig zusammengesammelt sind.
Wen es interessiert, hier ist ein Video vom offiziellen Neujahrsschwimmen 2019
https://www.youtube.com/watch?v=oe7-CU26RAk&feature=youtu.be

Wir beschlossen deshalb, dass wir ja schließlich unseren eigenen Hausstrand haben und da wir beide nicht wirklich weit rausschwimmen wollten, fanden wir eine DLRG-Bewachung auch nicht so wichtig, wir haben deshalb unser eigenes Anbaden veranstaltet.

Die Jungs in der Familie hätten ja sooo gerne auch mitgemacht, haben sich dann aber für die wirklich wichtigen Aufgaben geopfert, J war für das Tragen und Festhalten der Ausrüstung (Handtücher, Bademantel) und der vor Ort ausgezogenen Anziehsachen zuständig und K bediente die Kamera, denn natürlich wollten wir unsere Tat auch vernünftig dokumentiert haben.
Die richtig verantwortungsvollen Aufgaben kann nur ein Mann erledigen, das sahen wir ein, deshalb haben C und ich das mit dem Wasser alleine erledigt.





C war gleich im Bademantel von zu Hause losgegangen, sie war deshalb deutlich schneller als ich mit Ausziehen fertig und rannte schon ins Wasser als ich grade erst die Hose auszog.



Einen Film dazu gibt es hier:
Anbaden

Das größte Problem war der Sandsturm, der zu der Zeit über den Strand fegte, auf der nackten Haut merkt man sehr schnell, wie sich "gesandstrahlt" anfühlt, ist echt schmerzhaft (extra für Sie getestet).

Auf Fotos kann man sich so einen Sturm immer schlecht vorstellen, aber die weißen Streifen sind wehender Sand. - Stürmisch schnell wehender Sand.
K hat es auch extra noch gefilmt
Sandsturm

Dieser Sand setzt sich dann überall fest, ganz los wird man ihn hier auf der Insel nie, aber als ich nachher zu Hause nur mal meinen Pulli auszog (den ich unter der Jacke getragen hatte), sah es so aus:


Ein bisschen gegrinst haben wir dann noch, weil wir nämlich von der Flut überrascht wurden. Zum Umkleiden haben wir uns einen Platz an der Strandbune gesucht, wo J mit dem Korb saß und unsere Klamotten bewachte (Hauptsächlich damit sie nicht wegwehten). Als wir ankamen, war das Wasser noch relativ weit weg, aber mit einmal war es dann doch da. Ich sprang mit nur einem Bein in der Hose grade noch rechtzeitig genug zur Seite, J zog leicht hektisch die Füße hoch, ist aber noch mal gut gegangen.



Insgesamt war es ein großer Spaß und wenn die Füße nach dem Bad wieder aufgetaut sind, bleiben sie anschließend auch wirklich richtig lange warm
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Freitag, 28. Dezember 2018
Börsenschluss, Strand und Popart
So, nach dem ich jetzt schon seit einer Woche hier bin und es heute tatsächlich dauerhaft nicht regnete und auch kein Regen angesagt war, ergab es sich tatsächlich, dass ich das Gefühl verspürte, man könne doch mal vor die Tür gehen.

Heute morgen war ich schon recht hektisch fast direkt vom Bett aus aufs Fahrrad geklettert, um im Eiltempo zum Onkel zu radeln, der einen Termin mit einer Sparkassenberaterin gemacht hatte, zu dem ich auch dazukommen sollte, den ich aber leider im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen hatte. Beim Onkel ist grade die Kohle für den Verkauf seiner Gewerbeimmobilie auf dem Konto eingetrudelt - und zack, steht die Sparkassenberaterin Gewehr bei Fuß, um ihm blödsinnige Anlageempfehlungen mit hohem Provisionsanteil für Sparkassenberaterinnen zu verkaufen.

Unterwegs habe ich ihm per Sprachnachricht zugeschrien, dass er AUF GAR KEINEN FALL irgendetwas unterschreiben solle, da ich aber nicht nur ein bisschen spät dran war, sondern gründlich viel zu spät dran war, war zu dem Zeitpunkt die Sparkassenberaterin schon wieder weg, aber der Onkel hatte zum Glück tatsächlich nichts unterschrieben. Ufffz.
Wir regeln das jetzt am Mittwoch, bis dahin werde ich eine Lösung gefunden haben, was er mit dem Geld Sinnvolleres anfangen kann als das, was die Sparkassenberaterin sich so vorstellt.

Nach diesem leicht überhasteten Tagesanfang war ich wenigstens gründlich wach, und weil ich dann eh einmal beim Onkel war, habe ich dort auch gleich noch seinen PC upgedated und ihn zwei Tage vor Fristablauf beim Klageregister als Teilnehmer der Musterfeststellungsklage gegen VW angemeldet.

Wieder zurück zuhause klingelte das Telefon mit einer Telko des Anlagebeirates einer großen Stiftung - weil wir uns dabei aber gründlich verquatscht haben, machte es plötzlich pling und es war 14h, damit Börsenschluss für 2018 in Deutschland. Jetzt ist keine Bilanzkosmetik mehr möglich. Ich bin sehr neugierig, wie sich die Börsen Anfang 2019 verhalten, mit ein bisschen Glück gehen sie noch mal weiter runter, dann haben wir heute nichts verpasst, sonst wäre das eher blöd. Es bleibt spannend.

Und nach diesem Erlebnis wollte ich dann tatsächlich und wirklich vor die Tür und an Strand, weshalb wir uns warm einpackten, das erste Mal unsere neuen Fahrradhelm- Halskrausen ausprobierten (meine scheint mir aber zu klein zu sein, ich werde sie gegen eine Nummer größer umtauschen. Die Zeiten, in denen mir S passte, sind schon länger vorbei) - uns die Räder schnappten und zum Wasser fuhren.

Das Wetter war im Vergleich zum Wetter der letzten Woche echt gut, was aber nicht heißt, dass es schickes Fotowetter war, es war aber immerhin trocken, ansonsten eher grau und trüb.


Wir sind die Promenade lang bis zum Hauptstrand gefahren. Im Winter sind solche Ausflüge nicht ganz so schrecklich wie im Sommer, da am Hauptstrand zwar auch im Winter immer irgendwas los ist (im Gegensatz zum Südstrand vor meiner Haustür, der im Winter die meiste Zeit ziemlich menschenleer ist), aber immerhin halten sich die Menschenmengen im Winter dort in Grenzen. (Im Sommer finde ich es dort so gräßlich, dass ich mich in aller Regel weigere, dort hin zu fahren.)

Menschenmengentechnisch ließ es sich aushalten und ich wurde sogar etwas übermütig und musste unbedingt, das zurückgelassene Gestell der ersten Milchbude am Hauptstrand beklettern.
Hochklettern ist dabei deutlich einfacher als der Rückweg, der nur mit einem todesmutigen Sprung in die Tiefe möglich war, nach viel Gebettel hat sich mein Westfalenmann dann bereit, als Auffanghilfe zu fungieren, ich bin also ohne gebrochene Gräten dort wieder runtergekommen.


Nach dem wir uns am Wasser lange genug haben durchfrieren lassen, sind wir ins Dorf gefahren, um uns beim Lüttje Markt wieder aufzuwärmen. Das ist so eine Art Nachweihnachtsmarkt, ziemlich klein, eben lüttje, vielleicht 6-8 Buden, aber es gibt genug erhitztes Hochprozentiges und warme Speisen, was es zu einem idealen Zwischenstopp nach einem Spaziergang am Strand macht. K bestellte sich eine Portion Flammenlachs (auf Bretter geschnallter Lachs wird überm offenen Holzfeuer gegrillräuchert), mir war nach Krabbensuppe und so standen wir dann im romantischen LED-Wechselflackerlicht auf diesem Lüttje Markt an einem Stehtisch und aßen von Papptellern warmes Essen. Ich fand das alles so skurril, dass ich meinte, ich müsse jetzt unbedingt das Essen fotografieren, weil, das macht man doch bestimmt, wenn man so etwas hipstermäßiges bei dieser Beleuchtung in so einer Location isst - und hier sind die Fotoergebnisse.

Ich möchte dabei ausdrücklich betonen: Wie immer unbearbeitet, so wie die Fotos im iPhone abgelegt waren, so habe ich sie hier zusammengestellt, das popartmäßige machte das Licht von außen
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Sonntag, 23. Dezember 2018
Ein neuer Raum
Wir haben das Kamin-Fernseh-Bürozimmer umgeräumt und ich bin derart begeistert von der neuen Einrichtungssituation, dass ich stundenlang auf dem Sofa sitzen könnte, um dabei nichts anderes zu tun als mich nur zufrieden im Raum umzusehen.

Auslöser war mein Wunsch nach einem Esstisch oben im Kaminzimmer, weil ich jetzt mehrfach die Situation hatte, dass oben der Ofen kuschelig brannte, wir aber unten in der Wohnküche saßen, weil das Essen fertig war - und irgendwie fand ich das jedesmal ausgesprochen schade.
Wenn ich alleine war, habe ich mir mein Essen immer schon mit nach oben genommen, aber ein richtiger Essplatz ist halt schon schöner als den Teller auf den Knien zu balanzieren, wenn man auf dem Sofa sitzt.

Es gibt auch einen genau passenden Esstisch in dem Raum - nur den hat K bisher als Schreibtisch benutzt, seinen Laptop dort aufgebaut und seine Papiere verteilt - damit war der Tisch als Esstisch verloren.

Heute hatte ich dann urplötzlich die geniale Idee, dass wir den Schreibtisch, der bei C. im Zimmer steht, nach oben bringen, dann sind dort zwei Schreibtische und der Esstisch kann unters Fenster gestellt werden und alles ist viel praktischer.

Nach ein wenig Hin- und Herräumerei, um auszuprobieren, wie es am besten aussieht, haben wir uns dann für die Büroinselvariante entschieden: die beiden Schreibtische stehen sich jetzt im Raum gegenüber, hinten an der Wand (wo vorher der große Schreibtisch stand) steht das Regal mit Akten, daneben das Rack mit den Druckern und da die mittlerweile alle W-LAN tauglich sind, braucht es auch kein Kabel mehr zwischen Drucker und PC, sehr, sehr praktisch.
Der Esstisch steht mit runtergeklappten Seiten unterm Fenster, mit zwei fest dort platzierten Stühlen ist er jederzeit als Essplatz für zwei Personen nutzbar, wenn mehr Leute oben essen sollen, kann man ihn vorziehen, ausklappen und extra Stühle dazu stellen.





In der Sofaecke hat sich nichts verändert, sie ist nur plötzlich viel besser in den Raum integriert. Und obwohl in dem Zimmer jetzt ein Schreibtisch und zwei Stühle zusätzlich drin stehen, wirkt der gesamte Raum plötzlich größer, es ist schon faszinierend.

K fand die Idee anfangs gar nicht gut, hat gegrummelt und einen Flunsch gezogen, weil ihm der Schreibtisch aus Cs Zimmer nicht gefiel, viel zu klein und unbequem und überhaupt wäre es doch gut wie es ist.
Ich habe mich aber rigoros durchgesetzt und kurzerhand die Schreibtische getauscht, d.h. K sitzt jetzt an dem großen, dicken Männerschreibtisch (ein Erbstück von CWs Vater) und ich habe mir den deutlich kleineren "Frauenschreibtisch" eingerichtet und finde es alles wunderbar praktisch. Die Schreibtische passen auch wirklich perfekt zusammen, sie sind beide aus dunklem Walnussholz und haben beide eine eingelegte, grüne Lederplatte, besser hätte man es gar nicht treffen können.
Für Cs Zimmer brauchen wir jetzt noch einen neuen Schreibtisch, aber der wird sich finden.

Als K dann merkte, dass es sich tatsächlich alles sehr gut fügt und nachher deutlich besser ist als vorher, hat er auch mit eigener Begeisterung mitgeräumt und gleich mal den Strom vernünftig verlegt. Er hat jetzt zwei große Mehrfachsteckdosen so raffiniert angebracht, dass fast kein Kabel auf dem Boden liegt und insgesamt überhaupt kaum Kabel zu sehen sind. Selbst mein USB-Hub hat er an die Wand geschraubt, was sehr praktisch ist, da es jetzt nicht mehr lose auf dem Schreibtisch rumwandert.
Anschließend hat er im Internet rumgeklickt und kurzerhand zwei neue Bildschirme gekauft, damit sieht die Büroinsel dann sicherlich noch viel besser aus. Ich bin schon sehr gespannt.

Und weil er einmal die Bohrmaschine ausgepackt hatte, hat er mir dann auch noch endlich meine gewünschte Badezimmerhakenleiste angebracht. Das passende Stück Holz liegt hier schon seit anderthalb Jahren rum, die Haken habe ich im Sommer gekauft, jetzt musste es nur noch angebracht werden.
Ich finde, das Bad sieht jetzt sehr maritim aus.


Am Abend trafen dann noch C und J ein, morgen feiern wir also Weihnachten zu fünft, dann sind die Kinder aber auch schon wieder weg, jeder hat noch eigene Dinge zu erledigen, das dürfte insgesamt sicher positiv für den Familienfrieden sein
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