anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 12. Dezember 2018
Von Giraffen, anderen Tieren und Apple Pay
Heute war Weihnachtsfeier vom Büro.
Da bei uns auf dem Gelände grade das neue Großdepot für diverse Museen gebaut wird, haben wir die Gelegenheit genutzt, um es noch mal schnell vor der endgültigen Fertigstellung zu besichtigen, denn solche Gebäude sind, wenn alle Sammelstücke eingezogen sind, echte Hochsicherheitstrakte, in die man dann eben nicht mehr einfach mal so reinkommt. Sicherheit einerseits als Diebstahlschutz, denn natürlich sind da jede Menge recht wertvolle Dinge eingelagert, gleichzeitig aber auch zur Sicherstellung eines extrem gleichmäßigen und komplett austarierten Raumklimas. 50% Luftfeuchtigkeit und 20% Raumtemperatur bspw. ist die ideale Temperatur für Gemälde - und das soll dann auch durchgängig und ohne Schwankung gehalten werden. Wenn da dann ständig Menschen rumrennen, Türen aufreißen und Frischluft oder Durchzug reinbringen, dann wird das nichts mit der stoisch gleichmäßigen Klimatisierung, deshalb also strenges Zutrittsverbot.
Das Naturkundemuseum ist da nicht ganz so anspruchsvoll, hier ist eher das Problem, dass einige Exponate wirklich herausfordernde Raummaße haben und wenn man vor dem Bau schon weiß, dass auf alle Fälle eine Giraffe untergebracht werden muss, nun, da hebt man an einer Stelle eben das Dach etwas an, damit die Giraffe auch problemlos stehen kann.
Die Giraffe ist übrigens auch schon eingezogen und tatsächlich richtig lebensgroß riesig. (Ich bin ja nun wirklich nicht klein, aber unter der Giraffe kam ich mir winzig vor.)


Auch ein ganzes Rudel anderer Tiere ist schon da, sieht witzig aus, wenn Seehund, Stachelschwein und Wildkatze eng miteinander kuscheln.


Sonst war die Weihnachtsfeier wie Weihnachtsfeiern eben so sind, ich hätte auch drauf verzichten können, aber ich bin ja auch kein Vorbild für gute Sozialkontakte und -beziehungen.

Aber es ist mal wieder geschafft, jetzt ist für ein halbes Jahr Ruhe, im Sommer gehen wir dann den Kaiser Wilhelm besichtigen.

Als mich die Meldung erreichte, dass ab heute Apple Pay auch in Deutschland verfügbar ist, habe ich das als technikaffiner Neugiermensch natürlich auch umgehend und sofort auf meinem Handy installiert und bin heute Abend extra zu Lidl gefahren, um es auszuprobieren. Blöderweise brauchte ich eigentlich gar nichts, denn ich war gestern ausgiebig einkaufen, aber schließlich habe ich für 79 Cent Geschirrspülmaschinensalz erworben, das wird nicht schlecht und irgendwann braucht man es bestimmt - und habe diesen Großeinkauf mit Apple Pay bezahlt.
Was soll ich sagen: Es hat funktioniert, aber ob das jetzt soviel besser ist als eine NFC Karte, die ich sonst ja immer benutze, das sehe ich noch nicht, aber es kann ja nichts schaden, es mal aktiviert zu haben, und sei es auch nur, um ein wenig damit anzugeben....
.

780 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 19. November 2018
Haus geputzt und Schnupfen gepflegt
Viel Schreiben ist heute nicht mehr. Mein Schnupfen hat sich ganz grandios zu einer veritablen Männergrippe entwickelt, man stirbt nicht dran, es leidet sich aber gut, blöderweise hatte ich dazu heute überhaupt keine Zeit.
Ich musste nämlich das Haus vom Vater putzen, was in einem wahrhaft desaströsen Zustand war. In dem Zustand, in dem es sich bis heute befand, wollte im Grunde niemand mehr das Haus betreten, es stank wie ein Tigerkäfig, der Vater hat ein ganz eigenes Verhältnis zur Alltagshygiene.
Jetzt liegt der Vater im Krankenhaus, wie es dort weitergeht weiß noch keiner, aber die Gelegenheit war günstig, endlich mal die robuste Reinigungstour durchzuziehen. In der Garage stehen jetzt drei volle, große schwarze Müllsäcke und hinter der Garage all der Kram, den man nur über Sperrmüll entsorgen kann, aber dafür kann man das Haus jetzt wieder betreten, ohne sofort geschockt umzufallen.

Am späten Nachmittag kam dann der Schreiner samt Gehilfe hier an, die zwei bauen die nächste Woche neue Fenster in das vermietete Haus, das seit diesem Jahr mir gehört und weshalb ich damit nun auch für den Fenstereinbau zuständig bin. Hier auf der Insel ist die Handwerkernot noch mal extra dramatisch, deshalb bin ich froh, einen Schreiner gefunden zu haben, der sich bereit erklärt hat, vom Festland rüberzukommen (die Inselschreiner sind alle bis übernächstes Jahr ausgebucht), und damit er gut untergebracht ist, wohnt der Schreiner samt Gehilfe bei mir im Haus, das ist für beide Seite das beste.
Um gleich bei Ankunft einen guten Eindruck zu machen, habe ich gekocht und dann haben wir noch geplaudert, es war auch sehr nett, aber alles keine Gelegenheit, um meine Männergrippe raushängen zu lassen.
Dabei wird die jetzt wirklich ausgesprochen lästig, seit eben ist auch noch Husten dabei, ich probiere es heute noch mal mit Sanddorngrog und verschwinde nun im Bett
.

968 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 3. November 2018
Grauzone
Es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage, alte Binsenweisheit, aber natürlich liegen zwischen diesem Schwarz und Weiß noch jede Menge Grautöne, dem Tag heute würde ich dann mal so ein Mittelgrau verleihen.

Schon recht früh am Morgen waren wir mit einem Mieter in dem neuerworbenen Haus verabredet, der beklagte sich nämlich über Schimmel im Gästeklo, solche Termine sind immer schwierig, denn in 90% der Fälle ist es falsches Lüftungsverhalten des Mieters, der das in 95% der Fälle nicht wahrhaben will.
So war es auch diesmal, bin mal gespannt, wie sich das Problem weiter entwickelt.
Gleich neben diesem Haus wohnt der Vater, der hatte schon gemeldet, dass er Getränkenachschub braucht, deshalb hatte ich auch das Auto mitgenommen.
Wir sammelten also 50 leere Flaschen bei ihm ein und fuhren dann einkaufen. Auf dem Rückweg wollte K noch gerne ins Dorf fahren und eine Fliegerzeitung kaufen. Aktuell ist die sonst rote Fahrverbot-Zone im Dorf ja ausgesetzt, so dass wir wirklich bis zum Fuß des Leuchtturms mit dem Auto fahren konnten, fühlt sich immer richtig verrucht an.
Gegen Mittag waren wir wieder zuhause, ich habe das gesamte vorhandene Gemüse zu einer Suppe verarbeitet und K machte sich ans Wasserhahnwechseln in der Dusche. Dort haben wir vor acht Jahren einen schicken Designerwasserhahn installiert, der aber enorm aufwändig sauberzuhalten ist, jetzt war die Zeit reif, ihn endlich gegen etwas bequemeres auszutauschen.
Dazu musste zwar der gesamte Waschtischunterschrank ausgeräumt werden, aber ich fand sogar noch die alte Ikeaaufbauanleitung, wo drin stand, wie man die Schubladen auch wieder ausbauen kann.
Gegen 15h war der Wasserhahn erfolgreich getauscht, anschließend wollten wir noch die Lampen im Treppenhaus tauschen und K stellte fest, dass das kompliziert ist.
Ich fuhr zum Onkel, um fehlendes Zubehör zu holen, dann fuhr ich noch mal zum Onkel, um noch mehr Zubehör zu holen, in der Zwischenzeit hatte K den Rasen gemäht.
Dann haben wir uns mit der Lampe beschäftigt und dann kam erst die alte Lampe runter und dann die Decke, an der sie befestigt war, weil an dieser Stelle wahrscheinlich noch die einzige nicht ersetzte Stelle der Originaldecke des Hauses zu finden war. Man muss wissen, das Haus ist über 60 Jahre alt und die Originaldecken waren noch aus Stroh mit Gips verputzt. Jetzt haben wir ein Loch in der Decke und kein Licht mehr im Treppenhaus, anschließend hatten wir auch sehr wenig Motivation, noch weitere Dinge im Haus zu erledigen.

Wir stellten beide fest, dass wir schlapp und k.o. sind, schmissen nur noch schnell die zwei wartenden Schnitzel in die Pfanne und sind dann zum Wilsberggucken ins Bett gegangen.
Bevor wir morgen zurückfahren, haben wir noch so einiges aufzuräumen und sauberzumachen, aber erst morgen
.

1389 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 2. November 2018
Reisetag
Ich habe heute die Fähre um 15.15h ab Eemshaven genommen und das war eine sehr angenehme Zeit. Denn es bedeutete, dass ich erst um kurz nach zwölf in Greven losfahren musste, was eine sehr gemütliche Abfahrzeit ist. Nach einem langsamen Aufwachen konnte ich in aller Ruhe aufstehe, duschen, mich fertig machen und das Auto packen, ich habe diesmal reichlich Kram mitgenommen, der Sonderverkauf neulich bei Aldi....

Die Fahrt selber verlief ohne jede Stockung oder Komplikation, am besten gefiel mir, dass der Stau auf der Autobahn genau dort begann, wo ich abfuhr.


Ich war deshalb schon nach zwei Stunden Fahrtzeit in Appingedam, Zeitpuffer satt für McKroket, immer wieder lecker.

In Eemshaven lag die Aida am Kai, ich gehe allerdings davon aus, dass dort irgendwelche Werftarbeiten erledigt wurden, denn als Ankerplatz für einen Tagesausflug erscheint mir Eemsahven eher nur so mittelspannend. Wenn man so nah an der Aida vorbei fährt, ist die Größe des Schiffes schon durchaus beeindruckend, ein schwimmendes Hochhaushotel eben.

Das Wetter war novembermäßig regnerisch grau, die Fähre ziemlich leer, trotzdem hatte ich einen Platz ganz hinten, ist ja auch mal nett. Bin aber auch immer wieder froh, wenn das Auto unterwegs nicht ins Wasser gerutscht ist.


Ich habe einen Benziner, bin also nicht von den Diesel-Fahrverboten betroffen, frage mich aber ab und zu, wie lange die Fähren noch fahren dürfen. Weil, sauber stelle ich mir anders vor:


Ansonsten hat es sich hier richtig gründlich eingeregnet. Es ist nicht kalt und auch nicht sehr windig, es regnet aber ohne Unterlass, gut, dass ich das Auto dabei habe. Eigntlich könnte man hier auf der Insel ja alles mit dem Fahrrad erledigen, aber bei Dauerregen ist ein Auto schon bequemer
.

580 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 27. Oktober 2018
Homeoffice
Da ich während meiner offiziellen Krankschreibung mit dem gebrochenen Handgelenk regelmäßig im Büro war und auf "freiwilliger Basis" gearbeitet habe, habe ich mit der Geschäftsleitung vereinbart, dass ich dafür die nächsten Wochen Freitags, soweit keine konkreten Besprechungstermine meine Anwesenheit im Büro erfordern, im Homeoffice erreichbar bin und nicht zwingend im Büro erscheinen muss.
Heute war der zweite Homeoffice Freitag und ich habe auch tatsächlich größere Teile des Tages vor dem Rechner und am Telefon verbracht, dafür aber auch eine Menge geschafft.

Privat geschafft habe ich das Einhalten der O-O Regel, die Winterreifen für die Zeit von Oktober bis Ostern wurden heute montiert. Irgendwo muss ich mir jetzt eine Erinnerungsnotiz machen, dass ich unbedingt bis vor Ostern neue Sommerreifen kaufen muss, die, die heute eingelagert wurden, taugen auch nur noch zum Einlagern, wieder damit fahren möchte ich auf keinen Fall.

Als ich den Wagen in der Werkstatt abholte, bin ich bei Aldi vorbeigefahren, weil das so dicht bei der Werkstatt liegt und ich einfach mal schauen wollte, was es da grade so spannendes im Sonderverkauf gibt.
Seitdem alle Kinder ausgezogen sind und wir nachhaltig einen reinen Zwei-Personen-Haushalt betreiben, gehe ich nur noch sehr selten einkaufen, zu zweit verbraucht man nix. Das einzige, was ich im Unterschied zu früher jetzt regelmäßig einkaufe, ist ein Brot, da sich in einem Zwei-Personen-Haushalt auch das Brotbacken nicht mehr lohnt. Das Brot, was uns am besten schmeckt, gibt es bei Lidl, was bedeutet, dass ich dort auch rund 80% aller Einkäufe erledige, denn ich muss ja wegen des Brotes sowieso da hin. Das leckerere Baguette dagegen gibt es bei Aldi, aber Baguette hält sich ja nicht und wird immer ruckzuck hart, weshalb ich selten Baguette kaufe. Heute war mir aber nach Baguette und überhaupt mal wieder Aldi gucken - und das war dann auch gleich ein einkaufstechnischer Volltreffer, denn in dem Aldi-Markt neben der Werkstatt war heute Sonderverkauf von gesammelten Krimskrams der letzten Monate und die Rabatte konnten sich echt sehen lassen. Zufälligerweise gab es ganz viele Dinge, die sowieso auf meiner "muss ich noch kaufen-Liste" standen, ich brauchte zB einen neuen Wasserkocher, einen neuen Staubsauger, ein Regal für Borkum und einen Vorratstopf für Zwiebeln. Klebstoffresteentferner kann man auch nie genug haben, und weil der grade so günstig war und damit ich auch bestimmt genug Klebstoff zum Entfernen habe, habe ich auch gleich noch eine Dose Sprühkleber gekauft. Es gibt im Grunde keine Methode, die eine größere Schweinekleberei verursacht als Sprühkleber - was für ein Glück. Dass ich jetzt genug Klebstoffresteentferner habe.

Zum Abendessen gab es ein großes Blech voll Ofengemüse und Baguette mit Tartar, hört sich nach einer schrägen Mischung an, war aber superlecker
.

651 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 22. Oktober 2018
Hausputz
Weil wir die letzten Wochen ständig unterwegs waren, hatte niemand Lust in den kurzen Pausen, in denen wir zu Hause "frei" hatten, den Putzlappen zu schwingen, mit der Folge, dass das gesamte Haus zwar langsam, aber dafür gründlich und systematisch immer mehr eindreckte und insgesamt mittlerweile ziemlich in Unordnung geraten war.
Morgen kommt nun die Maklerin, die einen potentiellen Kaufinteressenten durch das Haus führen wird und auch wenn ich ganz wenig Interesse daran habe, dass der Kaufinteressent ein möglichst positives Bild von diesem Haus bekommt, so habe ich genausowenig Interesse daran, offen zu zeigen, wie dreckig es hier sein kann, deshalb hatte ich uns für heute das Hausputzgroßprogramm verordnet, was wir dann gemeinsam durchgezogen haben, jetzt ist das meiste wieder ordentlich, so Sondersachen wie Fenster oder Terrasse fand ich nicht wirklich wichtig, die wurden deshalb ignoriert, aber der Rest des Hauses ist vorzeigbar.
Und wir sind dementsprechend k.o., so einen kompletten Tag durchputzen ist schon anstrengend, so dass wir schon wieder beide im Bett liegen und froh sind, uns nicht mehr bewegen zu müssen
.

602 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 20. Oktober 2018
Frankfurt
Zweiter Tag in Frankfurt und ich grübel verstärkt darüber nach, was Menschen dazu bringt, sich in so gigantischer Ameisenzahl in Städten zusammenzurotten, sich in Stein, Zement und Beton einzumauern und das vorzugsweise in einer Höhe, die jedes natürliche Entkommen verhindert.
Mein Unverständnis hängt an der Frage, weshalb die Menschen klaglos all die Unbequemlichkeiten auf sich nehmen, die ein Leben in der Stadt aus meiner Sicht fraglos mit sich bringt, ohne sich ernsthaft um Alternativen zu bemühen, im Gegenteil, sich auch noch glücklich schätzen, wenn sie eine der raren Innenstadtwohnungen ergattern konnten.

Ich bin ja nun kein Architekt und vielleicht bin ich deshalb nicht in der Lage, die Schönheit in dieser Steinwüste zu sehen, aber immerhin hat sie mich so fasziniert, dass ich sie ausführlich fotografiert habe.



Die rechten beiden Fotos zeigen den gleichen Ausschnitt, für einen freien Rundumblick musste ich allerdings erst rauskriegen, wie ich die Jalousie dazu bringe sich zurückzuziehen, was schließlich gelang, was aber auch einen gewissen "thrill" mit sich brachte, denn die Fenster, die diesen Ausblick bieten, befinden sich auf dem Männerklo und ich rechnete jeden Moment damit, dort entdeckt und rausgeworfen zu werden, aber der einzige Mann, der während meiner Fotosession "seine" Toilette betrat, ging sofort wieder rückwärts und entschuldigte sich für die Störung. Ein bisschen niedlich fand ich das dann schon ;-)

Deshalb musste ich die Gelegenheit natürlich maximal nutzen und machte Fotos aus verschiedenen Perspektiven.
Früher konnte man an dieser Stelle ungehindert auf das Gebäude der Deutschen Bank runtergucken (und es geht die Legende, dass das Männerklo extra an diese Stelle mit dieser Aussicht geplant war, damit der Vorstand der Commerzbank das Gefühl hatte, er könnte der Deutschen Bank aufs Dach pieseln) und außerdem konnte man direkt zum Main Tower rübergucken. Das ist jetzt alles vorbei, ein neues Hochhaus wird grade zwischen dem Männerklo der Commerzbank und der Deutschen Bank gebaut, lustigerweise fand ich niemanden, der mir sagen konnte, wer oder für wen da grade gebaut wird.
Insgesamt ist die Baustelle aber schon ziemlich weit nach oben gediehen.



Wenn man nur den oberen Teil fotografiert, sieht das gar nicht so spektakulär aus, wenn man aber die daneben stehenden Türme im Vergleich sieht, kann man sich besser vorstellen, dass es wirklich schon ziemlich hoch ist. Das Baustellenhochhaus ist hier ganz rechts zu sehen, weiter oben wird noch gebaut.


Und hier noch einmal die Baustelle von oben und einmal von unten



Was mir ansonsten hier in Frankfurt besonders aufgefallen ist, ist das krasse Aufeinandertreffen von arm und reich, von total abgerockten, runtergekommenen Gebäuden neben glänzenden Hochhausfassaden, von Obdachlosen mitten zwischen Anzugsträgern. Auf total engem Raum existieren hier zwei komplett entgegengesetzte Welten, das hat mich schon sehr fasziniert.

Aus Münster bin ich es ja gewohnt, dass es ganz viele Menschen gibt, die das Leben in der Stadt so super fantastisch finden, dass sie bereit sind, dafür Mieten zu bezahlen, die mich nur mit den Ohren schlackern lassen und eben auch alle sonstigen Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen, die ich freiwillig niemals akzeptieren würde, aber Münster ist auch eine der liebens- und lebenswertesten Städte Deutschlands. Ich habe keine Ahnung, auf welchem Platz in diesem Ranking Frankfurt steht, aber mein Bauchgefühl sagt mir, es wird wohl eher nicht so weit oben stehen.
Und trotzdem leben die Menschen hier, fast eine Millionen Menschen auf engstem Raum, zahlen noch höhere Mieten als in Münster und akzeptieren auch noch viel größere Unbequemlichkeiten als die Menschen in Münster, denn weder kann man Frankfurt als perfekte Fahrradstadt bezeichnen, noch ist es sinnvoll, hier Auto zu fahren, weil man es nirgends parken kann und wirklich hübsch ist der Anblick der Architektur in dieser Betonwüste auch nicht, aber alles egal, die Menschen leben hier.

Und ich frage mich: Warum?
Was kann so faszinierend daran sein, in einer Stadt zu leben? Man kann nicht mit offenem Fenster schlafen, muss sich ständig mit übel riechenden, überfüllten und verspäteten S- und U-Bahnen rumschlagen, überhaupt ist alles voller Menschen, alle wuseln umeinander herum und mein Ausflug in die große Stadt fand jetzt noch bei perfektem Wetter statt. Ich möchte mir meine Laune gar nicht vorstellen, wenn es regnet und stürmt.

Aber zum Glück muss ich das gar nicht weiter untersuchen, denn ich durfte heute wieder abfahren, was mich sehr erleichtert.
Wir sind mit der S-Bahn bis nach Egelsbach gefahren, haben dann gelernt, dass der Bus, der mit Nummer und Fahrplan an der Bushaltestelle gegenüber vom Bahnhof ausgeschildert ist, kein echter Bus ist, sondern "AST", was wohl "Anforderung Sammel Taxi" bedeutet und man muss eine halbe Stunde vorher anrufen, dann kommt er zu den Zeiten, die ausgeschildert sind, das haben wir aber erst begriffen, nachdem wir die halbe Stunde schon gewartet hatten, aber natürlich hatten wir nicht vorher und damit rechtzeitig genug angerufen, weshalb sich genau gar nichts tat an der Bushaltestelle. Noch eine Stunde warten hätte sich für die 1,5km lange Strecke irgendwie nur sehr wenig lohnt, weshalb wir gelaufen sind, was für meine Gesamtlaune auch nicht richtig förderlich war.

Aber egal, irgendwann waren wir am Flugplatz und sind direkt nach Münster geflogen, von dort nach Hause, Tasche umpacken und dann mit dem Auto wieder los, jetzt sind wir in Hamburg, hier wäre Fliegen eine Nachtveranstaltung geworden, darauf haben wir verzichtet und morgen gibt es dann Teil zwei unserer aktuellen Finanz- und Kapitalmarktkonferenzreise.

Hamburg ist genauso Großstadt wie Frankfurt, im einzelnen zwar komplett anders, im generellen aber genauso groß und laut und voll. Es tut mir ja sehr leid, aber ich mag auch Hamburg nicht.
Es ist mir hier einfach alles zu laut. Und zu eng. Ich glaube, das sind für mich diei beiden größten Minuspunkte einer Stadt
.

1418 x anjeklickt (8 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 14. Oktober 2018
Workout
So, heute bin ich platt. K.o. Fertig. Umgefallen und zu nichts mehr in der Lage.
Ich bin ja bekennender Nichtsportler, so dass Kondition nicht zu meinen besonderen Fähigkeiten gehört, aber heute habe ich das einfach ignoriert, das Wetter war viel zu verführerisch.
Deshalb haben wir uns heute nach einem langsamen Aufstehen aufs Fahrrad gesetzt und sind über zweieinhalb Stunden lang kreuz und quer über die Insel gefahren. Es war toll, es hat Spaß gemacht, aber als wir wieder zu Hause waren, waren wir auch beide bereits gründlich müde.
Half aber nix, denn Gartenarbeit stand auf dem Programm. Der Rasen musste dringend (DRINGEND!) gemäht werden und außerdem haben wir echt Glück gehabt, dass wir bisher noch kein Knöllchen wegen nicht ausgeführter Bürgersteigreinigung bekommen haben. (Kriegt man hier auf der Insel sehr schnell). Das Kräuterbeet sieht toll aus, ist aber leider auch randvoll mit Unkraut, genauso ging es dem Beet im Vorgarten. Da musste dringend was passieren. Außerdem mussten zwei Maschinen Wäsche nicht nur gewaschen (das ist der einfache Teil), sondern auch aufgehangen werden und irgendwas zu essen wollten wir ja auch noch haben.
K hat gemäht - und hey, das war echt ein Knochenjob und dementsprechend platt war er anschließend auch, und ich habe die Beete von Unkraut befreit und Bürgersteig und Straße geschrubbt, die Wäsche aufgehangen und am Abend einen Salat mit gebratenen Gnocchi, Bacon und Avocado zusammengeschnibbelt.

Das Essen war superlecker, danach ging aber nichts mehr. K ist schon umgekippt und ich kippe jetzt hinterher
.

652 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 7. Oktober 2018
selbstgemachte Etiketten und eine italienische Säule
So, jetzt endlich.
Nach dem ich jetzt schon mehrfach rumgetönt habe, dass ich Etiketten selber gemacht habe und meine Idee so prima finde, habe ich es heute endlich geschafft, nicht nur einen ganzen Schwung weitere Etiketten herzustellen, sondern auch, sie auf die seit Wochen etikettenlos herumstehenden Gläser zu kleben, anschließend zu beschriften UND dann den gesamten Kram auch noch zu fotografieren.

Die Herstellung dieser Etiketten ist denkbar einfach - ich habe sie nämlich einfach ausgestanzt. Alles, was man dafür braucht, ist ein passender Motivstanzer, den man aber probelmlos im Netz kaufen kann. Da ich in meinem früheren Leben ja mal hardcore Stempler war, besitze ich natürlich Motivstanzen in allen denkbaren Größen und Formen. Früher war es deutlich komplizierter, solche Dinger zu kaufen, aber ich habe grade aus Neugier mal gegoogelt und festgestellt, dass es mittlerweile 1001 Onlineshops gibt, wo man Motivstanzer in jeder gewünschten Form und Größe erwerben kann.Schöne neue Versandhandel-Internet-Welt.

Egal, ich habe ganz viele solcher Locher, habe sie nur seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt. Als ich aber neulich ein Gewürzgläschen mit selbst gemachtem Apfelzucker verschenken wollte und deshalb stand by ein Etikett dafür brauchte, kam mir spontan die Idee, das Etikett einfach auszulochen, schließelich habe ich ja genug XXL-Etikettenlocher. Und weil ich durch Zufall kurz vorher auf dem Flohmarkt eine Rolle Tafelfolie erworben hatte, ergab sich die Idee ganz von alleine: Etikett aus (selbstklebender) Tafelfolie auslochen, auf das Gewürzgläschen kleben und mit Kreide beschriften. Wenn das Glas leer ist, kann man das Etikett abwischen und neu beschriften. Wenn das nicht mal ulitmativ praktisch ist.

Und so sieht das dann aus:



Weil selbstabgefüllte Gewürze ohne Etikett/Bezeichnung ganz schrecklich sind, (davon hat mir CW größere Mengen hinterlassen und ich habe keine Ahnung, wofür ich den Inhalt verwenden könnte, weil, steht halt nicht drauf, was es ist), standen in meiner Küche immer noch einige Gläser rum, die auf Beschriftung warteten (hier hatte ich die Gewürze selber grade lose bei einem Gewürzhändler gekauft) und weil ich grad dabei war, habe ich auch gleich ein paar mehr schon mal auf Vorrat beklebt.



So, damit ist das auch geschafft.

Weitere nennenswerte Großtat des Tages: Wir haben die Pflanzschale auf der Zementsäule bepflanzt, immerhin haben wir inzwischen Oktober und so nach und nach wird es Zeit, dass die Zimmerpflanzen auch wieder ins Zimmer kommen. Seit Mai standen sie draußen, weil ich ein begnadeter Gießwasservergesser bin und ich dachte, da draußen bekommen sie mehr Wasser von alleine als wenn sie auf meine Pflege angewiesen sind. Dass der Sommer dann derart heiß wurde und derart wenig Wasser vom Himmel fiel, das habe ich nicht erwartet, aber die Pflanzen waren durch meine jahrelangen Misshandlungen so gestählt, dass sie das alles gut überstanden haben. Ich bin schon ein bisschen stolz auf meine Pflanzen.
Wie auch immer, ich besitze einen Elefantenfuß, bei dem nur die Blätter immer länger werden und eine rotgrünweiße Rankpflanze, von der ich nicht weiß, wie sie heißt, die aber auch immer weiter wächst und außerdem besitze ich eine alte Gips-Beton-Zementsäule mit passender Pflanzschale, die meine Großmutter schon in ihrem Garten hatte und die ich seit ca. 15 Jahren endlich mal sauber machen wollte, um sie im Innenbereich einzusetzen.
Nun, das ist heute geschehen.



Ich habe den Elefantenfuß mit Ks Hilfe kurzerhand zusammen mit der Rankpflanze in die Schale auf der Säule umgetopft, jetzt hoffe ich, dass sie gemeinsam weiter gut gedeihen.
K hat gestern extra Grünkramentferner aus dem Baumarkt besorgt und die Schale damit gründlich eingepinselt, heute war sie fast sauber, den Rest hat K liebevoll mit einer Nagelbürste abgeschrubbt.

Von der Säule samt Schale geht die Sage, dass einer meiner Onkel die vor ewigen Jahren mal in Italien auf einem verlassenen Friedhof hat mitgehen lassen, weil er sie so schön fand und dann seiner Mutter schenkte.
Auf alle Fälle stand sie lange bei meiner Großmutter im Garten und ich habe sie mitgenommen als das Haus der Großeltern aufgelöst wurde, weil mir nicht nur die Säule, sondern auch die Geschichte dazu gut gefiel.
Jetzt steht sie bei mir im Wohnzimmer, mal schauen, wie sie von hier weitergereicht wird
.

748 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 30. September 2018
Unterwegs
Samstag früh am Flugplatz, trotz perfekten Fliegerwetters ist niemand da, wir sind ganz alleine, puhlen mühsam die Maschine aus dem Hangar und aktivieren die Tankstelle. Die Technik ist schon etwas älter und war auch ursprünglich mal woanders im Einsatz, aber egal, es funktioniert und wir machen uns auf den Weg



Zwischenstopp in Paderborn, wo grade die Rübenrallye stattfindet, wir amüsieren uns über die schrägen Vögel, die da so einfliegen, folgen dann aber doch nur unserem eigenen Schatten, denn unser Schatten ist uns immer einen Schritt voraus:-)



In Paderborn holen wir den Schreiner ab, der neue Fenster im Onkelhaus einbauen wird.
Für das genaue Aufmaß ist es am sinnvollsten, dass der Meister selber vor Ort misst, nach diesen Maßen werden dann die Fenster bestellt, das kann nur ein Fachmann vernünftig entscheiden.
Praktischerweise ist der Schreiner auch gleichzeitig Fluglehrer, so dass K die Gelegenheit nutzt, den Flug von Paderborn nach Borkum gleich als den jährlichen Checkflug auszugestalten, besser kann man zwei Fliegen/ zwei Flieger und eine Klatsche gar nicht zusammenbringen.



Anflug auf Borkum: perfekt
Dann Fenstermaß, dann Radtour am Strand lang mit Milchbude und Krabbensuppen und ganz viel Sanddorn. Am Abend testen wir ein neues Restaurant, wo es Sushi gibt. Das war der einzige Reinfall des Tages, der Rest war perfekt
.

803 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?