anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 4. Juli 2017
Keine Unabhängigkeit
It's the Fourth of July
und ich bin dennoch nicht frei,
das zu tun, was ich mag,
das zu mögen, was ich sag.
Ich betreib eine ewige Schönfärberei
.

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Dienstag, 4. April 2017
Other People
Five o'clock faces,
mirrored in the bar window,
having no lifes on their own.
No, je ne regrette rien.
Lever dood as Slav!
..................

Note to myself: when work is done, go home!
Don't linger around!
It's unhealthy like hell
.

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Montag, 20. März 2017
M
Montag
Morgens
Mittags
Mitternachts
Müde
Matt
Matschig
Mindestens
Mehr
Meistens
My mind mizzles
.

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Samstag, 26. November 2016
Reiselyrik
Wochenend kein Sonnenschein,
nur Nebel, Niesel - gar nicht fein.
Da ist mal nix mit Fliegen,
Und Fähre nicht zu kriegen,
Zumindest nicht am Freitag,
weil ich da nicht so frei hab,
wie ich frei haben müsste,
für den Sprint an die Küste.
Für die Fähre um dreiviertel sechs,
bräucht ich die Kraft einer Hex,
denn erst um viertel nach vier,
war ich fertig mit mir
und dem Kram im Büro.
Zwar war ich sehr froh,
denn alles lief gut,
nur nix mehr Borkum, das steck dir an Hut.
Deshalb heute, viel später und auch noch allein,
dafür konnt ich lesen, das war dann fein.
Drei Stunden Zug und drei Stunden Fähre,
verflogen die Zeit als ob's nichts wäre.
Der Vater, der wartete sehnlich,
der Fernseher tat's nicht, wie dämlich.
Hab's schon repariert, alles flimmert wie neu,
Der Vater ist glücklich und freut sich. Ahoi.
Die Wäsche läuft auch schon, das Bad ist geputzt,
ich habe den Schwung aus der Reise genutzt.
Jetzt geh ich ins Bett, morgen früh wieder raus,
als erstes Kontrolle in Vaters Haus.
Sechs Wochen werkeln die dort schon rum,
so langsam wird mir die Sache zu dumm.
Das muss doch mal weiter geh'n,
Sackschwerenot
sich nicht nur im Kreise dreh'n,
dann ist alles im Lot.
.

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Montag, 26. September 2016
Der Schmetterlingsmann II
Anfang Juli habe ich auf dem Heimweg vom Büro diesen Schmetterlingsmann gefunden. Er saß auf der Rampe zur Tiefgarage, es war Anfang Juli, aber es war kalt und ungemütlich. Er sah ziemlich verloren, verfroren und verflogen aus. Ich habe den armen Kerl deshalb damals aufgesammelt und in ein Gebüsch gesetzt, danach habe ich nichts mehr von ihm gehört oder gesehen.

Heute sind wir fast drei Monate weiter, es ist Herbst, doch das Wetter ist warm, gemütlich und angenehm.
Und wieder sitzt mein Schmetterlingsmann auf der Rampe zur Tiefgarage.
Er ist alt geworden, ziemlich wackelig und tatterig und es scheint, dass Schmetterlinge nicht grau werden, sondern herbstfarben.



Wie Laub, das verwelkt, passt er sich den Farben der Jahreszeit an. Jetzt hat er also sein Septembergewand angezogen und kam noch einmal vorbei, um adieu zu sagen.
Wohin er gehen wird, hat er nicht gesagt, aber ich fürchte, wenn er sein graues Novemberkleid anzieht, wird er einfach als Motte erschlagen
.

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Montag, 22. August 2016
Staub


Am Abend zerfällt der Tag zu Staub,
die Stunden zerbröseln wie trockenes Laub.
Schon nicht mehr als Ganzes erkennbar,
in der Rückschau nicht mehr nennbar,
was es war, dass sie noch eben mit Leben füllte,
dass mich antrieb, vorantrieb und ständig brüllte:
Keine Zeit hast du, keine Zeit zum Verweilen,
es gibt so viel noch zu tun, du musst dich beeilen.

Die Zeit spült ihn fort, den Tag,
zu dem Staub seiner Brüder. Ein Sarg
voll vergessener Zeit, den ich so mit mir trag.

.

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Montag, 4. Juli 2016
Der Schmetterlingsmann
Auf dem Heimweg saß er dort
Ganz allein an diesem Ort.
Zittert leise schmetterlich,
Ihm ist kalt ganz bitterlich.
Möchte weiter, möchte fort,
Will nicht sein an diesem Ort.
Ich reiche ihm ganz ritterlich
Den Rettungsfinger wunderlich.
Und trage ihn fort,
Weg von dem Ort
So sanft wie ich kann
Und er lächelt mich an.

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Samstag, 11. Juni 2016
Meine Mutter wird heut achtzig
Manche Menschen können Sachen
Die mich maßlos staunen machen.
So hat zum Beispiel meine Mutter
Bestimmt, dass heute Samstag ist

Ihr glaubt jetzt, das wär eh passiert?
Tja, falsch geraten. Präpariert
Wurd' dieser Zeitpunkt lange schon,
Gesetzt als klarer Kammerton.

Es war vor mehr als 80 Jahren
Als noch ganz andre Dinge möglich waren
Da schwamm in einem Uterus
Ein Embryo mit viel Genuss.

Und dachte dort so vor sich hin,
Was wohl passiert, wenn ich geboren bin.
So manches ist schon jetzt zu planen,
Das kann man doch im Voraus ahnen.

Ganz wichtig sei dabei bedacht,
Was man mit 80 dann so macht.
Denn schließlich kann man so viel später
Nur jammern wie bei Ziegenpeter,
Wenn man die Weichen nicht schon jetzt
So stellt, dass Wichtiges wird festgesetzt.

Geburtstag an nem Wochenende,
Ist wichtiger als jede Wende,
Die man vielleicht noch nehmen könnt,
Doch lieber sei der Rest verpennt.

Was brauch ich Stärke, Kraft und Mut,
Das brauch ich nicht, das weiß ich gut.
Dafür gibt's and're, große Leute,
Die kümmern sich um's Leben heute.

Ich kümmer' mich deshalb geschickt
um alles, was sonst keiner will,
wo and're denken, zu verzwickt,
das mach ich einfach leis und still.

So wurde ihr zur Tat des Lebens,
Nichts anderes war so erstrebens-
wert, dass sie sich mühte zielzulanden,
Den 80.sten am Samstag feiern, wohlverstanden
.

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Donnerstag, 7. April 2016
So geht's


Ein Mensch, der lange stand am Rand,
geriet ganz plötzlich außer Band.
Er lief und sprang in einem Satz
Quer übers Meer, kein Komma mein Schatz.
Denn läuft der Schnur was übern Hut,
Hilft so ein Wutsprung manchmal gut
.

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Mittwoch, 6. April 2016
Strandlust


Gern bin ich allein an des Meeres Strand,
Wenn der Sturmwind heult und die See geht hohl,
Wenn die Wogen mit Macht rollen zu Land,
Oh wie wird mir so kühn und so wonnig und wohl!

Die segelnde Möwe, sie ruft ihren Gruß
Hoch oben aus jagenden Wolken herab;
Die schäumende Woge, sie leckt meinen Fuß,
Als wüssten sie beide, wie gern ich sie hab’.

Und der Sturm, der lustig das Haar mir zaust,
Und die Möw’ und die Wolke, die droben zieht,
Und das Meer, das da vor mir brandet und braust,
Sie lehren mich alle manch herrliches Lied.

Doch des Lebens erbärmlicher Sorgendrang,
Oh wie sinkt er zurück, wie vergess’ ich ihn,
Wenn die Wogenmusik und der Sturmgesang
Durch das hoch aufschauernde Herz mir ziehn!

Hermann Allmers

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