anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 9. August 2026
Wechsel
Heute war noch ein Flohmarkt in Greven, zwar einer von diesen kommerziellen, wo viele ausländische Händler am Sonntag mit Neuware aller Art eine Bazar-Atmosphäre schaffen für alle die Kunden, deren Religion am Sonntag keinen Ruhetag verlangt (und wenn ich das richtig überschaue, sind das alle Religionen außer dem Christentum), aber um das offizielle Ladenschlussgesetz zu umgehen, muss man so einen Bazar dann halt Flohmarkt nennen und so 4-5 private, nicht kommerzielle Händler stehen da dann auch.

Und weil der in Greven war und ich da mit dem Fahrrad hinfahren kann, wollte ich den Haushaltswechsel nach Borkum erst am Nachmittag angehen.

Genau so kam es auch, der Flohmarkt war ganz nett und ich habe sogar ein paar Teile gekauft, denn der Entrümpler, der berufsmäßig Wohnungsauflösungen durchführt, war auch da und da finde ich dann immer ein paar nützliche Teile.

Dann räumten wir in Greven alles zusammen, putzten das Haus einmal durch und machten uns auf den Weg nach Borkum.

Auf Borkum campen immer noch einige Fallschirmspringer auf dem Flugplatz, es ist also immer noch ziemlich voll und durcheinander, aber morgen fahren auch die letzten der sehr großen Truppe wieder nach Hause und dann kehrt wieder Ordnung auf dem Flugplatz ein.

NRW hat erst Ferienhalbzeit, bis es am Strand ruhiger wird, das dauert also noch.

Auf der Baustelle haben die meisten Handwerker auch Urlaub, ich hoffe, dass deshalb dort wenig passiert und wir jetzt mindestens mal 10 Tage an einem Stück hierbleiben können. Im Moment finde ich die ständige Pendelei vor allem anstrengend und würde mich freuen, wenn ich die nächsten Tage einfach nur an einem Ort bleiben kann
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... ¿hierzu was sagen?

 
Es gab und gibt Christen, die den Sabbat heilig(t)en. Zusammen heißen sie Sabbatianer https://de.wikipedia.org/wiki/Sabbatianer

Sieben-Tags-Adventisten machen das heute noch so.

... ¿noch mehr sagen?  

 
Ich glaub die wollen alle nur mehr frei haben

 
Versteh ich nicht. Üblicherweise sind Wochenarbeitsstunden vereinbart und wenn ich dann einen Tag mehr oder weniger frei habe, so bleibt doch die Wochenarbeitszeit dieselbe.
Ich habe auch noch nie verstanden, weshalb es "auf dem Rücken der Arbeitnehmer" ausgetragen wird, wenn man über verlängerte Ladenöffnungszeiten diskutiert.

Interessant übrigens, dass es auch christliche Sekten gibt, die nicht den Sonntag, sondern den Samstag heiligen, bleiben unterm Strich ja noch weniger, denen der heilige Sonntag heilig ist.

Den Sinn dieses Ladenschlussgesetz habe ich im übrigen eh noch nie verstanden, weil Wochenarbeitszeit eben Wochenarbeitszeit bedeutet und alles, was man Sonntags mehr arbeitet hat man dann eben an einem anderen Tag frei.
Alle Pflegeberufe sind so organisiert und die Gastronomie häufig auch. Warum sollte das nicht für Verkäufer:innen funktionieren? Hier auf Borkum funktioniert es übrigens, hier gilt nämlich das Ladenschlussgesetz nicht. Und die Läden müssten ja nicht öffnen, wenn es sich nicht lohnt.

 
Ich verstehe das. Weil es nämlich den Zeitraum, in dem der Arbeitgeber verlässlich NICHT auf mich zugreifen kann, reduziert. Klar arbeite ich bei gleicher Wochenstundenzahl nicht mehr als vorher, aber die Zeit in der ich zum Beispiel sicher planen kann gemeinsam mit Anderen etwas unternehmen zu können wird kleiner. Man muss immer erstmal schauen, was der Schichtplan dazu sagt wenn jemand fragt "kommst du Sonntag mit zum Kurkonzert" oder "bist du Samstag Abend auch beim Stammtisch" oder, oder... Und hoffen, dass der Plan für den fraglichen Zeitraum schon aufgestellt ist. Ist man in einem Laden tätig, sei es direkt mit Kundenkontakt oder mit der Logistik drumrum, und haben Läden Sonntags generell zu, dann muss man nur noch die verschiedenen Freizeitwünsche miteinander kombinieren. Ist jeder Tag generell ein Ladenöffnungstag, dann muss man zuerst schauen welcher Tag denn in diesem Schichtzyklus der "freie Tag" ist, und als nächstes dann, wer von meinen Bezugspersonen seinen freien Tag auch genau dann hat (falls ich nicht allein unterwegs sein möchte). Die Chance, dass man einen gemeinsamen freien Tag findet ist gering. Ähnliche gilt für wöchentliche Teilnahme an abendlichen Fortbildungen, Stammtischen oder Vereinsaktivitäten.

 
Damit lebe ich immer schon. Als ich noch Koch war in der frühen Jugend als Lehrling und Geselle, hotteten sie Hood am Wochenende ab, während ich um 5 Uhr aufstand zum Frühdienst. Und wenn ich dann in der Woche frei hatte, waren alle anderen pulxen. Und als Pfleger bin ich allseits=allzeit bereit. Der Dienstplan für einen Monat wird am 15. des Vormonats veröffentlicht, so daß ich nur SEH bedingt vorplanen und gegenüber Freunden/Bekannten Aussagen machen kann, ob ich zu diesem und jenen Event Zeit hätte. Die Menschen schleichen sich, wenn sie mich einbeziehen wollen, dann immer schon mit Samtpfoten an udn erwarten im Prinzip ein "Nee, habbich Dienst". Durch eine grundsätzliche sonntägliche Ladenöffnungszeit ginge der Trend klarerweise in diese Richtung.

 
Fassen wir zusammen: Wenn der Sonntag nicht mehr pauschal als Feiertag gelten würde, wäre es für eine Menge Menschen durchaus gerechter, denn wenn ALLE sich mit unterschiedlichen Arbeitszeiten arrangieren müssen, reagieren auch ALLE flexibler. So sind vor allem die Leute in den medizinischen Pflegeberufen, der Gastronomie, der Hotelerie und eben in allen Branchen, wo es Notdienste gibt, häufig von gemeinsamen Unternehmungen ausgeschlossen, weil es für die anderen ja viel einfacher ist, sich an einem Sonntag zu verabreden, wo die meisten Zeit haben, statt sich mühevoll passende Termine zusammenzusuchen.

Mein persönlicher Ausgehlieblingstag war früher immer der Montag, denn da gingen vor allem die aus, die keinen Bock auf das übervolle Gedränge am Wochenende hatten und so hatte sich am Montag in einer Disco eine feste Clique gebildet, mit der ich viel lieber zusammen war als mit dem Massenvolk vom Wochenende.

Unabhängig von Feiern und sozialen Kontakten fand ich es später immer sehr anstrengend, alle meine privaten Vorhaben am Samstag erledigen zu müssen, eben weil da alle unterwegs waren und es dementsprechend viel voller und viel stressiger war als an einem normalen Wochentag.

Ich hätte deshalb schon immer sehr gerne freiwillig am Wochenende gearbeitet, um dann unter der Woche freie Tage zu haben, die ich deutlich nützlicher fand als die langweiligen Wochenenden.

 
Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus dass auch freiwillige Arbeit (je nach Dogma) am heiligen Tag nicht gestattet ist. Und das ist ja eine gute Ausrede warum man auch am Samstag nicht Rasenmähen will…