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Sonntag, 23. August 2026
Baukram und Umgang mit Regeln
anje, 22:07h
K hatte sich heute mit einem Bekannten, der etwas von Bauen versteht, an der Baustelle verabredet, um einmal gemeinsam den Baufortschritt und den aktuellen Zustand der bekannten Baumängel zu begutachten.
Wir fuhren also nach Rheda und ich nutzte die Gelegenheit, heute die Hose anzuziehen, die ich schon letzten Monat nur wegen der Farbe gekauft hatte. Eigentlich wollte ich ja nur noch weite Hosen kaufen, bei dieser habe ich aber wegen der Farbe eine Ausnahme gemacht. Ich ging nämlich davon aus, dass die Hose genau die Farbe meiner Küche hat und heute wollte ich diese Vermutung endlich mal überprüfen.
Ergebnis: Passt perfekt, also Hose zur Küche. Dass ich kurz darauf auf dem nächsten Flohmarkt dann auch noch das passende T-Shirt dazu fand, war dann ein besonders glücklicher Zufall.

Außerdem hatte ich den ersten Einrichtungsgegenstand dabei, für den ich gerne schon mal im Haus einen Platz finden wollte. Eigentlich hatte ich gehofft, er passt auf den Stahlträger im Bad, der ist aber nach oben nicht offen, so dass ich auf den Stahlträger im Arbeitszimmer ausgewichen bin.
Da sind zwar die Holzarbeiten an der Decke noch nicht komplett fertig, aber der Hirsch ist trotzdem schon mal eingezogen.

Ich finde, er passt da wunderbar hin und ich freue mich, dass er so leicht zu montieren war, ich habe ihm nämlich unter die Füße vier kleine Neodymmagnete geklebt und damit steht er jetzt bombenfest auf diesem Stahlträger.
Ein Foto von Freitag muss ich auch noch nachreichen, denn dem Hund ist es gelungen, sich für immer im Untergrund des Hauses zu verewigen.

Im Aufzugsschacht musste nachträglich noch Estrich verlegt worden, der ist deshalb am Freitag früh gegossen worden, damit am Montag der Aufzug eingebaut werden kann. Als K sich am Freitag das fertige Ergebnis anschaute, musste der Hund natürlich auch sofort kontrollieren, was sein Herrchen da so intensiv anstarrt…
Die Putzer sind aktuell damit beschäftigt, überall den abschließenden Feinputz aufzutragen.
Bei dem Farbton für das Schlafzimmer waren wir uns nicht sicher, weil wir ein helles Beige wollten, auf der Farbkarte von Conluto gibt es aber drei Farbtöne, die sehr ähnlich aussehen, weshalb wir uns vorsichtshalber von allen drei Farben eine Musterfläche anlegen ließen.
Das war eine gute Entscheidung, denn in echt gibt es doch große Unterschiede.

Wir haben uns jetzt für den mittleren Farbton entschieden, die anderen sind uns zu dunkel.
Für das Badezimmer haben wir den Farbton "Muschel mit Perlmuttsand" gewählt, der wiederum wird auf der Farbtafel relativ realistisch passend wiedergegeben, lässt sich dafür in echt überhaupt nicht farbrichtig fotografieren. Also, zumindest von mir nicht, ich habe wirklich alles mögliche ausprobiert, aber auf meinen Fotos sehen die Flächen, die schon fertig sind, viel zu grau aus, dabei sind sie in echt eher ein pudriges Hellgrünblau

(Und ja, die braunen Flächen werden auch noch muschelig, die Putzer sind ja noch nicht fertig.)
Auf der Farbkarte von Conluto kann man den Farbton etwas besser erkennen.

Muschel ist der dritte Farbklecks von rechts in der obersten Reihe
Weil morgen die Küche aufgebaut werden soll, der Fliesenleger die letzte Woche wegen Krankheit aber ausgefallen war und die Sockelleisten deshalb noch nicht versilikoniert hatte, legte er heute eine Sonntagsschicht ein und machte die Fugen dicht, damit es wegen seines Ausfalls keine größeren Terminverschiebungen der Folgegewerke gibt.
Mit Ks Freunden fuhren wir nach der Baubegehung noch ins Seecafé am Emssee, aßen eine Kleinigkeit und unterhielten uns über alles mögliche.
Unter anderem erzählte ich die Geschichte von Oli P., da für mich Menschen, die sich so benehmen, dem Prototyp des arroganten Arschloches schon ziemlich nahekommen.
Ks Freund meinte, ihn würde das nicht stören und ob da jetzt jemand über den bebauten Teil der Insel fliegt oder andersrum, das wäre doch eigentlich ziemlich wurscht.
Darauf entstand eine Diskussion darüber, worüber man sich aufregt und was einen stört und dass es viel zu viele unsinnige Regeln gibt, die überhaupt keinen Sinn und Nutzen haben und dass man sich an solche Regeln nicht halten muss.
Ich bin ganz klar Team Regelbeachter, weil ich der Meinung bin, dass die Alternative ruckzuck zu Wildwest-Methoden führt, wenn jeder selber entscheiden darf, ob er eine Regel sinnvoll findet oder nicht und sich frei nach seiner eigenen Einschätzung dann daran hält oder nicht.
Für mich sind gesetzlich vorgeschriebene Regeln zu akzeptierende Folgen einer Demokratie. Das Volk hat sich eine Regierung und Regierungsvertreter gewählt und die bestimmen dann im Wesentlichen darüber, welche Regeln es gibt.
Jetzt mag es sein, dass es überhaupt gar niemandem schadet, wenn ich nachts um 3h auf einer einsamen Straße über eine rote Ampel fahre, solange es aber keine offizielle Vorgabe gibt, die sagt, nachts um 3h müssen rote Ampeln nicht beachtet werden, gilt halt die Grundsatzregel, dass man an einer roten Ampel anhalten muss und erst bei Grün weiterfahren darf. Egal wieviel Verkehr grade drumherum stattfindet.
Ich selber halte also auch (fast immer) nachts um 3h an roten Ampeln, einfach weil ich finde, dass das Teil der Vereinbarung ist.
Wenn ich in diesem Land leben möchte, dann muss ich mich auch an die Regeln halten und wenn ich das nicht tue, dann kann ich mich nicht darüber beschweren, wenn das sanktioniert wird.
Menschen, die ich wirklich zutiefst verachte, sind die, die sich erst nicht an eine Regel halten, sich dann aber massiv beschweren, dass sie dabei erwischt wurden.
Erst großspurig über die Regeln der Gemeinschaft hinwegsetzen und dann jammern. Was für Waschlappen.
Wenn ich finde, dass es in meinem Umfeld gesetzliche Regeln gibt, die unsinnig sind, dann steht es jedem frei, sich entsprechend zu engagieren und dafür einzusetzen, dass diese Regeln geändert werden.
Wenn ich das nicht tue oder dabei nicht erfolgreich bin, halte ich eine private Regeländerung nur für mich selber nicht für eine akzeptable Alternative.
Und ja, natürlich bin ich auch schon zu schnell gefahren und dabei geblitzt worden, aber wenn ich zu schnell fahre, dann fast immer aus Unachtsamkeit. Aus reinem Vorsatz, weil ich die Zone 30 an dieser Stelle blödsinnig finde und deshalb nicht ernst nehme, das ist meiner Meinung nach keine akzeptable Einstellung.
Jetzt ist es nicht so, dass ich zum Denunziantentum neige, wenn ich also sehe, dass jemand eine Regel einfach übertritt, dann ist meine spontan Reaktion nur ein: Ach kuck, was für ein Arschloch.
Zwar wünsche ich mir manchmal, ich hätte dann auch die passende Polizeigewalt und könnte die übelsten dieser Arschlöcher sofort persönlich zur Rechenschaft ziehen, das ist aber nur so ein Wunschdenken, weil ich es schade finde, dass so viele mit ihren Regelübertretungen regelmäßig ungebüßt davon kommen.
Jemanden deshalb anzuzeigen fiele mir also nicht, aber dieses intensive Arschlochgefühl, das habe ich durchaus und je nach Situation verhalte ich mich dann ebenfalls passend arschlochig zurück.
Es gibt auf Borkum verschiedene Wege, die sind ganz offiziell für Fahrradfahrer gesperrt. Da stehen große Schilder, die nicht zu übersehen sind. Das sind für mich dann die Regeln, die zu beachten sind.
Wenn Leute da dann trotzdem Fahrrad fahren, finde ich es völlig in Ordnung, wenn sich die dort laufenden Fußgänger dagegen wehren.
Wenn da weit und breit kein Fußgänger ist, dann kann ich es eventuell noch verstehen, dass dann jemand dort Fahrrad fährt, weil er ja niemanden stört, er muss aber mit dem Risiko leben, dass dann vielleicht doch irgendwo ein Polizist auf der Lauer liegt und ihm eine saftige Strafe aufbrummt und ja, das fände ich auch völlig in Ordnung, weil das nunmal unsere Regeln sind.
Ich zB gehe als Fußgänger in einer reinen Fußgängerzone grundsätzlich nicht zur Seite, wenn hinter mir jemand klingelt (ja, die dummdreisten Trotzdemradfahrer sind sich nicht zu schade, dann auch noch zu klingeln) und seitdem ich einen Hund habe, mache ich mir auch noch einen Spaß daraus, maximal viel Straße durch eine weitausgezogene Hundeleine zu versperren. Besonders gut funktioniert das auf den für Fahrradfahrer verbotenen Ersatzwegen neben der Promenade.
Und ja, wenn eine Omma mit ihrem Rad dann stürzt, dann ist das eben ihr persönliches Pech. Schließlich gibt es überhaupt keinen Grund, dass sie dort fahren muss.
Wenn die Fahrradfahrer meinen, sie hätten ein Recht dort zu fahren, weil ich ihnen ja einfach ausweichen könnte, dann habe ich auch ein Recht, sie zu ärgern, weil sie mir ja auch einfach ausweichen können.
Vor dem Seecafé, in das wir heute gegangen sind, ist ein großer Wendekreis, damit Leute, die auf der Suche nach einem Parkplatz bis nach vorne zum Cafè gefahren sind, auch problemlos dort wenden können, um wieder zurückzufahren. Als wir heute das Café wieder verließen, stand mitten in diesem Wendekreis ein großer dicker Mercedes und parkte dort ganz ungeniert. Ist natürlich ein toller Parkplatz, dichter dran geht nicht. Dass alle anderen jetzt dort nicht mehr problemlos wenden, sondern mühsam rangieren mussten, wenn sie wieder zurückfahren wollten, war offensichtlich nicht sein Problem.
Ich nahm das sofort als Beispiel, dass ich finde, das gehört sich nicht und dass ich es von dem Mercedesfahrer eine ausgesprochen arrogante Rücksichtslosigkeit finde, sich einfach dort hinzustellen.
Ks Freund hatte sofort diverse Erklärungen, warum das Auto eventuell dort stehen könnte - hat einen alten Menschen gebracht oder holt jemanden ab - aber ich finde, ich muss keine Entschuldigungen suchen, nur um den Fahrer dieses Autos nicht sofort und bedenkenlos zu verurteilen. Wenn er wirklich nur ganz kurz dort steht, dann ist es seine Aufgabe, das zu signalisieren, er könnte dann zB die Warnblinkanlage einschalten und die Tür offen lassen. Dieses Auto parkte dort aber ganz offensichtlich länger, ich habe es nach unserem Meinungswechsel dann extra beobachtet.
Ich finde, ich darf einen Typ, der so parkt, spontan als Arschloch abstempeln und im Zweifel dann auch so behandeln. z.B. ein bisschen Hundekacke gleich neben die Stelle legen, wo er nachher wieder einsteigen wird (wenn man grade Hundekacke griffbereit dabei hat, hatte ich leider nicht, was ich sehr schade fand).
Ich neige hier durchaus zu militantem Verhalten.
Und außerdem neige ich ja auch zu Schubladendenken, das habe ich schon mehrfach zugegeben, aber wenn dort nicht so ein dicker, neuer Mercedes geparkt hätte, sondern ein verschrammelter alter Toyota oder so, dann wäre ich viel eher bereit gewesen, eine Begründung zu finden, weshalb das Auto dort parkt, die nicht sofort mit "Ist einfach ein Arschloch" endet.
Sehr uneins waren wir uns auch bei dem Begriff "Krach machen". Ich finde Musik, die eine Lautstärke von mehr als 70 Dezibel hat, ja grundsätzlich zu laut und will nicht damit belästigt werden.
Aus diesem Grund gehe ich auch niemals auf irgendwelche Konzerte oder Festivals - es ist mir dort zu laut.
Gleichzeitig weiß ich, dass es Leute gibt, die Musik nur ab 110 Dezibel (mindestens) gut finden und grundsätzlich habe ich da auch nichts gegen - ich finde aber, diese Menschen müssen sich mit ihrem Krach dann in einen schalldichten Raum begeben, um andere nicht damit zu belästigen.
Wenn Leute ihre Musik nur in einer entsprechenden Lautstärke und nur open air genießen können und meinen, sie hätten ein Recht darauf, dann haben wir ein Problem. Und nein, ich finde nicht, ich muss das dann einfach hinnehmen, denn die Freiheit des einen endet immer genau dort, wo die des anderen anfängt
.
Wir fuhren also nach Rheda und ich nutzte die Gelegenheit, heute die Hose anzuziehen, die ich schon letzten Monat nur wegen der Farbe gekauft hatte. Eigentlich wollte ich ja nur noch weite Hosen kaufen, bei dieser habe ich aber wegen der Farbe eine Ausnahme gemacht. Ich ging nämlich davon aus, dass die Hose genau die Farbe meiner Küche hat und heute wollte ich diese Vermutung endlich mal überprüfen.
Ergebnis: Passt perfekt, also Hose zur Küche. Dass ich kurz darauf auf dem nächsten Flohmarkt dann auch noch das passende T-Shirt dazu fand, war dann ein besonders glücklicher Zufall.

Außerdem hatte ich den ersten Einrichtungsgegenstand dabei, für den ich gerne schon mal im Haus einen Platz finden wollte. Eigentlich hatte ich gehofft, er passt auf den Stahlträger im Bad, der ist aber nach oben nicht offen, so dass ich auf den Stahlträger im Arbeitszimmer ausgewichen bin.
Da sind zwar die Holzarbeiten an der Decke noch nicht komplett fertig, aber der Hirsch ist trotzdem schon mal eingezogen.

Ich finde, er passt da wunderbar hin und ich freue mich, dass er so leicht zu montieren war, ich habe ihm nämlich unter die Füße vier kleine Neodymmagnete geklebt und damit steht er jetzt bombenfest auf diesem Stahlträger.
Ein Foto von Freitag muss ich auch noch nachreichen, denn dem Hund ist es gelungen, sich für immer im Untergrund des Hauses zu verewigen.
Im Aufzugsschacht musste nachträglich noch Estrich verlegt worden, der ist deshalb am Freitag früh gegossen worden, damit am Montag der Aufzug eingebaut werden kann. Als K sich am Freitag das fertige Ergebnis anschaute, musste der Hund natürlich auch sofort kontrollieren, was sein Herrchen da so intensiv anstarrt…
Die Putzer sind aktuell damit beschäftigt, überall den abschließenden Feinputz aufzutragen.
Bei dem Farbton für das Schlafzimmer waren wir uns nicht sicher, weil wir ein helles Beige wollten, auf der Farbkarte von Conluto gibt es aber drei Farbtöne, die sehr ähnlich aussehen, weshalb wir uns vorsichtshalber von allen drei Farben eine Musterfläche anlegen ließen.
Das war eine gute Entscheidung, denn in echt gibt es doch große Unterschiede.

Wir haben uns jetzt für den mittleren Farbton entschieden, die anderen sind uns zu dunkel.
Für das Badezimmer haben wir den Farbton "Muschel mit Perlmuttsand" gewählt, der wiederum wird auf der Farbtafel relativ realistisch passend wiedergegeben, lässt sich dafür in echt überhaupt nicht farbrichtig fotografieren. Also, zumindest von mir nicht, ich habe wirklich alles mögliche ausprobiert, aber auf meinen Fotos sehen die Flächen, die schon fertig sind, viel zu grau aus, dabei sind sie in echt eher ein pudriges Hellgrünblau
(Und ja, die braunen Flächen werden auch noch muschelig, die Putzer sind ja noch nicht fertig.)
Auf der Farbkarte von Conluto kann man den Farbton etwas besser erkennen.

Muschel ist der dritte Farbklecks von rechts in der obersten Reihe
Weil morgen die Küche aufgebaut werden soll, der Fliesenleger die letzte Woche wegen Krankheit aber ausgefallen war und die Sockelleisten deshalb noch nicht versilikoniert hatte, legte er heute eine Sonntagsschicht ein und machte die Fugen dicht, damit es wegen seines Ausfalls keine größeren Terminverschiebungen der Folgegewerke gibt.
Mit Ks Freunden fuhren wir nach der Baubegehung noch ins Seecafé am Emssee, aßen eine Kleinigkeit und unterhielten uns über alles mögliche.
Unter anderem erzählte ich die Geschichte von Oli P., da für mich Menschen, die sich so benehmen, dem Prototyp des arroganten Arschloches schon ziemlich nahekommen.
Ks Freund meinte, ihn würde das nicht stören und ob da jetzt jemand über den bebauten Teil der Insel fliegt oder andersrum, das wäre doch eigentlich ziemlich wurscht.
Darauf entstand eine Diskussion darüber, worüber man sich aufregt und was einen stört und dass es viel zu viele unsinnige Regeln gibt, die überhaupt keinen Sinn und Nutzen haben und dass man sich an solche Regeln nicht halten muss.
Ich bin ganz klar Team Regelbeachter, weil ich der Meinung bin, dass die Alternative ruckzuck zu Wildwest-Methoden führt, wenn jeder selber entscheiden darf, ob er eine Regel sinnvoll findet oder nicht und sich frei nach seiner eigenen Einschätzung dann daran hält oder nicht.
Für mich sind gesetzlich vorgeschriebene Regeln zu akzeptierende Folgen einer Demokratie. Das Volk hat sich eine Regierung und Regierungsvertreter gewählt und die bestimmen dann im Wesentlichen darüber, welche Regeln es gibt.
Jetzt mag es sein, dass es überhaupt gar niemandem schadet, wenn ich nachts um 3h auf einer einsamen Straße über eine rote Ampel fahre, solange es aber keine offizielle Vorgabe gibt, die sagt, nachts um 3h müssen rote Ampeln nicht beachtet werden, gilt halt die Grundsatzregel, dass man an einer roten Ampel anhalten muss und erst bei Grün weiterfahren darf. Egal wieviel Verkehr grade drumherum stattfindet.
Ich selber halte also auch (fast immer) nachts um 3h an roten Ampeln, einfach weil ich finde, dass das Teil der Vereinbarung ist.
Wenn ich in diesem Land leben möchte, dann muss ich mich auch an die Regeln halten und wenn ich das nicht tue, dann kann ich mich nicht darüber beschweren, wenn das sanktioniert wird.
Menschen, die ich wirklich zutiefst verachte, sind die, die sich erst nicht an eine Regel halten, sich dann aber massiv beschweren, dass sie dabei erwischt wurden.
Erst großspurig über die Regeln der Gemeinschaft hinwegsetzen und dann jammern. Was für Waschlappen.
Wenn ich finde, dass es in meinem Umfeld gesetzliche Regeln gibt, die unsinnig sind, dann steht es jedem frei, sich entsprechend zu engagieren und dafür einzusetzen, dass diese Regeln geändert werden.
Wenn ich das nicht tue oder dabei nicht erfolgreich bin, halte ich eine private Regeländerung nur für mich selber nicht für eine akzeptable Alternative.
Und ja, natürlich bin ich auch schon zu schnell gefahren und dabei geblitzt worden, aber wenn ich zu schnell fahre, dann fast immer aus Unachtsamkeit. Aus reinem Vorsatz, weil ich die Zone 30 an dieser Stelle blödsinnig finde und deshalb nicht ernst nehme, das ist meiner Meinung nach keine akzeptable Einstellung.
Jetzt ist es nicht so, dass ich zum Denunziantentum neige, wenn ich also sehe, dass jemand eine Regel einfach übertritt, dann ist meine spontan Reaktion nur ein: Ach kuck, was für ein Arschloch.
Zwar wünsche ich mir manchmal, ich hätte dann auch die passende Polizeigewalt und könnte die übelsten dieser Arschlöcher sofort persönlich zur Rechenschaft ziehen, das ist aber nur so ein Wunschdenken, weil ich es schade finde, dass so viele mit ihren Regelübertretungen regelmäßig ungebüßt davon kommen.
Jemanden deshalb anzuzeigen fiele mir also nicht, aber dieses intensive Arschlochgefühl, das habe ich durchaus und je nach Situation verhalte ich mich dann ebenfalls passend arschlochig zurück.
Es gibt auf Borkum verschiedene Wege, die sind ganz offiziell für Fahrradfahrer gesperrt. Da stehen große Schilder, die nicht zu übersehen sind. Das sind für mich dann die Regeln, die zu beachten sind.
Wenn Leute da dann trotzdem Fahrrad fahren, finde ich es völlig in Ordnung, wenn sich die dort laufenden Fußgänger dagegen wehren.
Wenn da weit und breit kein Fußgänger ist, dann kann ich es eventuell noch verstehen, dass dann jemand dort Fahrrad fährt, weil er ja niemanden stört, er muss aber mit dem Risiko leben, dass dann vielleicht doch irgendwo ein Polizist auf der Lauer liegt und ihm eine saftige Strafe aufbrummt und ja, das fände ich auch völlig in Ordnung, weil das nunmal unsere Regeln sind.
Ich zB gehe als Fußgänger in einer reinen Fußgängerzone grundsätzlich nicht zur Seite, wenn hinter mir jemand klingelt (ja, die dummdreisten Trotzdemradfahrer sind sich nicht zu schade, dann auch noch zu klingeln) und seitdem ich einen Hund habe, mache ich mir auch noch einen Spaß daraus, maximal viel Straße durch eine weitausgezogene Hundeleine zu versperren. Besonders gut funktioniert das auf den für Fahrradfahrer verbotenen Ersatzwegen neben der Promenade.
Und ja, wenn eine Omma mit ihrem Rad dann stürzt, dann ist das eben ihr persönliches Pech. Schließlich gibt es überhaupt keinen Grund, dass sie dort fahren muss.
Wenn die Fahrradfahrer meinen, sie hätten ein Recht dort zu fahren, weil ich ihnen ja einfach ausweichen könnte, dann habe ich auch ein Recht, sie zu ärgern, weil sie mir ja auch einfach ausweichen können.
Vor dem Seecafé, in das wir heute gegangen sind, ist ein großer Wendekreis, damit Leute, die auf der Suche nach einem Parkplatz bis nach vorne zum Cafè gefahren sind, auch problemlos dort wenden können, um wieder zurückzufahren. Als wir heute das Café wieder verließen, stand mitten in diesem Wendekreis ein großer dicker Mercedes und parkte dort ganz ungeniert. Ist natürlich ein toller Parkplatz, dichter dran geht nicht. Dass alle anderen jetzt dort nicht mehr problemlos wenden, sondern mühsam rangieren mussten, wenn sie wieder zurückfahren wollten, war offensichtlich nicht sein Problem.
Ich nahm das sofort als Beispiel, dass ich finde, das gehört sich nicht und dass ich es von dem Mercedesfahrer eine ausgesprochen arrogante Rücksichtslosigkeit finde, sich einfach dort hinzustellen.
Ks Freund hatte sofort diverse Erklärungen, warum das Auto eventuell dort stehen könnte - hat einen alten Menschen gebracht oder holt jemanden ab - aber ich finde, ich muss keine Entschuldigungen suchen, nur um den Fahrer dieses Autos nicht sofort und bedenkenlos zu verurteilen. Wenn er wirklich nur ganz kurz dort steht, dann ist es seine Aufgabe, das zu signalisieren, er könnte dann zB die Warnblinkanlage einschalten und die Tür offen lassen. Dieses Auto parkte dort aber ganz offensichtlich länger, ich habe es nach unserem Meinungswechsel dann extra beobachtet.
Ich finde, ich darf einen Typ, der so parkt, spontan als Arschloch abstempeln und im Zweifel dann auch so behandeln. z.B. ein bisschen Hundekacke gleich neben die Stelle legen, wo er nachher wieder einsteigen wird (wenn man grade Hundekacke griffbereit dabei hat, hatte ich leider nicht, was ich sehr schade fand).
Ich neige hier durchaus zu militantem Verhalten.
Und außerdem neige ich ja auch zu Schubladendenken, das habe ich schon mehrfach zugegeben, aber wenn dort nicht so ein dicker, neuer Mercedes geparkt hätte, sondern ein verschrammelter alter Toyota oder so, dann wäre ich viel eher bereit gewesen, eine Begründung zu finden, weshalb das Auto dort parkt, die nicht sofort mit "Ist einfach ein Arschloch" endet.
Sehr uneins waren wir uns auch bei dem Begriff "Krach machen". Ich finde Musik, die eine Lautstärke von mehr als 70 Dezibel hat, ja grundsätzlich zu laut und will nicht damit belästigt werden.
Aus diesem Grund gehe ich auch niemals auf irgendwelche Konzerte oder Festivals - es ist mir dort zu laut.
Gleichzeitig weiß ich, dass es Leute gibt, die Musik nur ab 110 Dezibel (mindestens) gut finden und grundsätzlich habe ich da auch nichts gegen - ich finde aber, diese Menschen müssen sich mit ihrem Krach dann in einen schalldichten Raum begeben, um andere nicht damit zu belästigen.
Wenn Leute ihre Musik nur in einer entsprechenden Lautstärke und nur open air genießen können und meinen, sie hätten ein Recht darauf, dann haben wir ein Problem. Und nein, ich finde nicht, ich muss das dann einfach hinnehmen, denn die Freiheit des einen endet immer genau dort, wo die des anderen anfängt
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