anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 27. Juli 2017
Vögelyoga
Nachdem es gestern hier wirklich den ganzen Tag über ungemütlich und nass war, schien heute wieder bereits ab früh morgens die Sonne und es war bestes Strandwetter. Spontan setzte die typische Hochsaison-Massenpilgerei der schwer bepackten Strandtouristen ein, von denen große Mengen bei uns am Haus vorbeilaufen, da wir in der direkten Einflugschneise zum offiziellen Zugang zum Badestrand wohnen.
Ich frag mich ja immer, wie man bei diesem Hardware-Stress noch Spaß an einem Tag am Strand haben kann, diese Frage scheinen sich aber die meisten Urlauber nicht zu stellen. Wie die Lemminge streben sie alle hochbeladen mit Strandkram zum offiziellen Badestrand, um sich dort im wilden Getümmel, Geschrei und Getute mitten in der Masse von ihrem Alltagsstress zu erholen.

Jetzt ist es nicht so, als ob Borkum nicht genug Strand hätte, um sich gleichmäßig zu verteilen, aber das meiste ist ja kein offizieller Badestrand, dort steht keine DLRG-Bude und dort läuft kein Animationsprogramm. Deshalb geht dort auch keiner hin.

Mein Glück, denn so habe ich selbst in der Hochsaison noch ziemlich nah bei große weite Strände, die fast menschenleer sind.


Das Wasser ist dort ausgesprochen sauber und man sieht seltsame Schiffe vorbeifahren.


Außerdem steht da draußen im Wasser ein seltsamer Mast, ich habe keine Ahnung, wofür der ist, aber es sitzen regelmäßig große schwarze Vögel darauf, die seltsame Turnübungen machen. Ich tippe auf Kormorane und ich glaube, die machen da Yoga. Der eine Vogel saß da heute mindestens fünf Minuten komplett unbeweglich auf der alleräußersten Spitze dieses Mastes und hielt die Flügel weit ausgebreitet. Ohne zu wackeln. Dann kam ein zweiter Vogel, der guckte erst zu - und breitete dann auch seine Flügel aus. Währenddessen paddelte unten im Wasser ein Mann auf einer Luftmatratze um die Szenerie herum. Es war irgendwie reichlich surreal.
Vögel beim Yoga

Auf dem Weg nach Hause bin ich noch einmal Richtung Badestrand gelaufen, um dort ein paar Strandzeltinnenansichten zu fotografieren und musste dann auch noch meinen Lieblingsleuchtturm knipsen, ich bin immer wieder aufs neue von diesen Farben fasziniert.


Wenn ich die Insel von oben oder von weitem sehe, orientiere ich mich immer an diesem Leuchtturm, denn nur ein paar hundert Meter daneben wohne ich
.

1038 x anjeklickt (immerhin schon ein Kommentar)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 26. Juli 2017
Aufgeräumt
...

856 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 24. Juli 2017
Aufgeräumt
...

1869 x anjeklickt (4 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 23. Juli 2017
Idylle zum Frühstück
Wir sitzen auf der Terrasse und frühstücken, vor dem Haus ist eine anthroposophische Familie (Mutter, Vater, drei Kinder im Alter zwischen eins und vier, außerdem dabei: Oma und junge Tante, die Familienverhältnisse sind geraten, aber so kann man sich die Altersstruktur in etwa vorstellen) auf dem Weg zum Strand.
Ein Kind im Bollerwagen, ein Kind auf dem Laufrad, ein Kind auf dem Fahrrad, alle tragen Sonnenhüte, die beiden Kinder auf dem Laufrad und dem Fahrrad tragen unter dem Sonnenhut auch noch einen Fahrradhelm.
Das Kind auf dem Laufrad fährt plötzlich mitten auf die Straße und fängt ein mörderisches Gebrüll an: "Will nicht Strand. Will nicht Strand."
Alle bleiben stehen, die Mutter beginnt eine Diskussion mit dem Schreihals.
Die Diskussion verläuft wie alle "ruhigen" Diskussion mit bockigen Zweijährigen verlaufen. Das Kind brüllt immer lauter, die vernünftigen Argumente der Mutter verhallen im Geschrei. Inzwischen brüllt das Kleinkind im Bollerwagen auch und versucht aus dem Wagen raus zu krabbeln. Der Vater redet gut aber ähnlich erfolglos auf das Kleinkind ein.
Die (deutlich jüngere) Tante hat sich auf unsere Mauer gesetzt und ihr Smartphone samt Kopfhörer rausgeholt. Die Großmutter steht sehr bewegungslos auf dem Bürgersteig und schaut ins Nichts, man sieht wie sie sehr bewusst atmet.
Das älteste Kind war auf seinem Fahrrad schon vorgefahren, inzwischen ist es umgedreht und wieder zur Truppe gestoßen. Es schmeißt sein Fahrrad in die Dünen und beginnt auf der Straße singend seinen Namen zu tanzen.
Die Tante murmelt leise, aber doch deutlich hörbar:"Ein Kondom hätte so viel verhindert." Die Großmutter antwortet zwischen zwei langen Atemzügen:"Der Ratschlag kommt exakt 32 Jahre zu spät."
.

1679 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 23. Juli 2017
Regen
Als ich heute Morgen aufwachte, prasselte der Regen gegen die Fensterscheiben und ich bekam spontan gute Laune. Schlechtes Wetter bedeutet, dass ich mit gutem Gewissen im Bett liegen bleiben kann, dass es keinen Grund gibt aufzustehen und vor die Tür zu gehen, um irgendwelche Draußenaktivitäten entfalten zu müssen, Man darf einfach entspannt den Tag verschlunzen, wunderbar.
Leider hörte es dann relativ schnell auf zu regnen und das Wetter wurde immer besser. Gegen elf schien die Sonne und ich hatte das Gefühl, ich möchte jetzt doch vor die Tür. Wieder nix mit entspanntem Urlaub im Bett.

Am Nachmittag haben wir eine Radtour gemacht, als sich der Himmel plötzlich wieder bedrohlich zuzog.
Gerade noch rechtzeitig waren wir wieder zu Hause, so dass wir den Weltuntergang von innen beobachten konnten.


Ich weiß, verglichen mit Berlin ist das nichts, aber für unsere kleinen Inselverhältnisse war es schon durchaus beeindruckend
.

853 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 22. Juli 2017
Aufgeräumt
...

1162 x anjeklickt (4 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 20. Juli 2017
Frau Mahlzahn
Da wir heute nichts mehr auf dem Festland zu erledigen hatten, wären wir gerne früh zurückgeflogen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Am Vormittag hingen die Wolken noch so tief und waren die Sichten noch so schlecht, dass ein Fliegen gar nicht möglich war, gegen Mittag sollte es aber besser werden. Dieses "besser werden" schub der Wetterbericht aber mit jeder Aktualisierung weiter nach hinten hinaus.
Das "Fliegerwetter" wird stündlich aktualisiert und reicht dann immer für 3x2 Stunden im Voraus.
Gegen 16:00 Uhr schien die Prognose sich dann soweit stabilisiert zu haben, dass wir nicht nur problemlos im Münsterland starten, sondern auch gut in Ostfriesland landen können würden.
Im Münsterland waren die Sichten noch sehr gut, doch je weiter nördlich wir kamen, umso mehr zog es sich zu. Trotzdem konnte ich noch ein paar schöne Wasserspiegelungen auffangen:


Da wir noch tanken mussten, haben wir einen Zwischenstopp in Leer gemacht, dort ist der Sprit immer sehr günstig und wenn man tankt, ist das Landen kostenlos. Der Flugplatz in Leer liegt mitten zwischen verschiedenen Seen, beim Landeanflug muss man immer genug Schwung haben, um nicht vorher schon im Wasser zu landen. (Foto unten links, der schwarze Schatten auf dem Bild ist der Propeller, weil ich nach vorne aus dem Fenster fotografiert habe und das iPhone zu langsam auslöst, als dass man "durch den Propeller hindurch" fotografieren könnte.)

Jetzt im Sommer ist an der Küste und auf den Inseln Fallschirmspringer Saison. Als wir gestern auf Borkum losflogen, war gerade ein ganzer Trupp Fallschirmspringer mit einer ausgesprochen auffälligen Absetzermaschine am Platz. Diese Fallschirmspringerabsetzermaschinen sind natürlich so gebaut, dass möglichst viele Leute innen reinpassen und möglichst problemlos wieder rausspringen können, die Maschinen müssen sehr viel Kraft haben, um gut zu steigen, aerodynamische Streckenfliegereigenschaften brauchen sie dagegen eher nicht. Damit sind sie schon bauartbedingt nicht unbedingt elegant.
Allerdings toppt die Maschine, mit der die Springer dieses Jahr unterwegs sind, wirklich alles, was ich je an Hässlichkeit gesehen habe.
Schon der Bautyp erinnert eher an eine übergewichtige Ente als an ein Flugzeug, aber mit dieser Bemalung war meine spontane Assoziation: sieht aus wie Frau Mahlzahn.
Frau Mahlzahn
Als wir heute in Leer landeten, waren die Springer mit ihrer Maschine dort gerade zugange und es gab sogar noch eine zweite Maschine vom gleichen Typ, diese allerdings in weiß und nicht in pink.
Unter Piloten spricht man übrigens von "Deppenwerfen", wenn es um Fallschirmspringen geht
.

722 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?