anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 6. Dezember 2016
Aktenlage
Ich habe hier einen Korb voll Akten stehen, extra mitgebracht, und sie müssen wirklich dringlich bearbeitet werden. Die Fristen sind um, es gibt nicht noch mehr Aufschub, ab jetzt gibt es nur noch Ärger. Und Strafen. Geldstrafen natürlich, aber die sind durchaus gesalzen.
Und trotzdem schaffe ich es nicht, mich diszipliniert mit diesen Akten zu beschäftigen, weil alles in mir drin nur aus einem riesengroßen "ich will das nicht" besteht.
Weil ich das so unfair finde, das ausgerechnet ich das machen muss.
CW hat es schließlich über viele Jahre schleifen lassen, dabei aber immer groß rumgetönt hat, was er alles für prima Schen macht.
Nix ist prima, es ist einfach alles nur ein unendlich großes Durcheinander und je mehr ich mich mit diesem alten Murks beschäftige, umso deprimierter bin ich darüber, dass ich tatsächlich früher nie hingeschaut habe. Wenn es einmal aufgeräumt ist, ist es gar nicht so schlimm, aber da das erste Mal Grund rein zu kriegen, das ist das Problem. Andererseits: So lange CW lebte, hätte ich schon deshalb nie meine eigene Ordnung in diesen Dingen etablieren können, weil er das nie geduldet hätte. "So ein spießiger Kleinkariertkinderkram, ne, kommt nicht in Frage, machen wir ganz anders und viel besser." - und schwups, mit einem Fingerwisch hätte er mir alles, was ich mir schön sorgfältig gegliedert und geordnet hätte, wieder durcheinandergewirbelt.
Deshalb tröste ich mich damit, dass ich eh nie eine Chance gehabt hätte und es ist wie es ist, ich habe mir vor über 25 Jahren CW ausgesucht, jetzt muss ich die Suppe auch komplett auslöffeln.
Deshalb lasse ich heute Klaasohm ausfallen und mache endlich die fehlenden Abschlüsse für CWs vermurkseltes Immobilienprojekt in MG.
Keine weiteren Ausreden, kein weiterer Aufschub
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Montag, 5. Dezember 2016
Wetterbericht mit Fotos
Noch ein Tag mit Traumwetter.
Nach einem langsamen Start in den Tag, der mit einem Frühstück in der Mittagszeit abschloss (der Start, nicht der Tag) sind K. und ich zu einem Spaziergang am Strand lang hin und durch die Dünen zurück aufgebrochen.

Die Buhnen sind zum Teil ja komplett mit Algen bewachsen, ich war sehr versucht, darauf rumzuspazieren, K. machte Witze über "Anjes letzte Worte waren 'Es ist gar nicht glitschig.'" weshalb ich natürlich zwingend darauf lang laufen musste. Sie sind gemeinerweise nur stellenweise glitschig, aber es ist alles gut gegangen.



Auf dem Rückweg durch die Dünen waren einige Stellen, die immer noch im Schatten lagen, auch immer noch mit einer dünnen Rauhreif-Eisschicht bedeckt, aber wo die Sonne hinschien, war es richtig knacke warm. Einladung zum Sonne tanken.



Gegen halb vier sattelte K. seinen Flieger und flog zurück nach Münster. Unterwegs waren wohl weite Teile mit einer dicken, sehr bodennahen Nebelschicht überzogen, das Foto, was er mir schickte, finde ich richtig witzig, weil man von oben die Rotoren der Windräder schon wieder rausgucken sieht.



So, und morgen ist wieder Klaasohm. J. will mit mir zusammen zugucken gehen, wird dann bestimmt ein lustiger Abend
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Samstag, 3. Dezember 2016
Nordisch by nature
Nach dem ich jetzt mehrfach dieses "Nordisch. Nordisch by nature" gegrölt habe und von den Menschen um mich herum immer nur sehr fremd angeschaut wurde, hier also das gesamte Stück zum Anhören:


Ansonsten:
Wir sind heute mit zwei Transportmitteln gereist, ich mit dem Auto, weil ich erst Dienstag zurück fahre und den üblichen Kram am bequemsten im Auto hin- und hertransportiere.
Und K. kam mit dem Flieger und hatte seine Ankunft so getimed, dass er erst knapp zwei Stunden nach mir ankam, so dass ich ihn gleich mit dem Auto am Flugplatz abholen konnte und vorher auch genug Zeit hatte, das Haus bereits wieder gesaugt und gewischt zu haben.
Hier auf der Insel ist mal wieder strahlender Sonnenschein und fast windstill - wunderbares Wetter, weshalb ich die Gelegenheit genutzt habe, das Verdeck zu öffnen für die Fahrt zum Flugplatz - so machte es einfach Spaß.

Am frühen Abend haben wir dann zu dritt einen Spaziergang am Wasser lang gemacht, unterm Mond blinkte noch irgendetwas hell, K. und J. waren fest überzeugt, dass das die Venus ist, ich bin da ja etwas skeptisch, weil die Venus schon arg blinkerte.


Aber vielleicht ist da ja jemand auf der Venus gestrandet und morst jetzt Notfallsignale? Wir haben es dann nicht weiter verfolgt, wenn Männer Sternbilder erklären, sollen Frauen ncht widersprechen, ist doch eine dieser alten Regeln, die Männer aufgestellt haben, um ihr Ego nicht zu gefährden, oder?
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Samstag, 3. Dezember 2016
Vergessen
Mein Auto ist in der Werkstatt und bekommt neue Schuhe Reifen, eine Kollegin war so nett, mich am Morgen an der Werkstatt einzusammeln und mit ins Büro zu nehmen. Leider habe ich so viel zu tun, dass ich zur normalen Büroschlusszeit noch nicht fertig bin, weshalb ich ihr Angebot, mich auf dem Rückweg auch wieder an der Werkstatt abzusetzen, ausschlug. Ich rufe stattdessen K. an und frage ihn, ob er mich auf seinem Heimweg im Büro abholt und mitnimmt. K. meint, er wäre so gegen 19h bei mir im Büro. Er kommt etwas früher, ich bin noch nicht fertig, wir quatschen zusammen und ich nutze die Gelegenheit, eine knifflige Exceltabelle mit ihm zu besprechen. K. ist nämlich bekennender Excel-Freak und freut sich immer, wenn er bei Excelproblemen helfen kann. Er bringt mich auch auf die richtige Idee und ich bastel begeistert an meiner Exceltabelle rum, die jetzt wieder fluppt.
K. schaut mir noch eine Weile zu und sagt dann: "Ich fahr jetzt." Ich nicke dazu und antworte, ohne das Geklicke an der Exceltabelle zu unterbrechen:"Ja, ich komm auch gleich."
K. verlässt das Büro.
10 Minuten später fällt mir auf, dass ich kein Auto habe und K. doch eigentlich nur gekommen war, um mich abzuholen. Das hatten wir zwischenzeitlich beide vergessen.
Zum Glück geht er an sein Telefon als ich ihn anrufe und findet es ausgesprochen witzig, dass er mich glatt vergessen hat.
Aber immerhin dreht er um und so komme ich doch noch recht problemlos nach Hause
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Donnerstag, 1. Dezember 2016
Uggmhmpf
Ich hab's getan.
Ich habe es wirklich getan.
Ich schäme mich schon ein bisschen, genauer gesagt schäme ich mich sogar sehr und es ist mir auch wirklich peinlich - aber irgendwie war es mir jetzt auch egal und ich dachte mir, ich bin jetzt sowieso alt und hässlich und deshalb kommt es da nun auch nicht mehr drauf an.
Ich habe mir nämlich UGG Boots gekauft.

Uggfmphff

ja, genau diese unendlich hässlichen Dinger, vor denen es mich seit Jahren gruselt und deren Trägerinnen ich auf das tiefste verachte, weil ich immer fest davon überzeugt war, dass ich niemals, never ever je so tief sinken würde, so einen Modemüll, der wirklich den Tiefpunkt jeglicher modischer Peinlichkeit kennzeichnet, also dass ich so etwas je überhaupt nur in Erwägung ziehen würde auch nur anzuprobieren.

Aber jetzt habe ich sie nicht nur anprobiert, ich habe sie auch noch gekauft.
Und was soll ich sagen: Sie sind mindestens so warm und kuschelig wie sie hässlich sind.
Federleicht und sehr bequem, unter der reinen Nutzfunktion betrachtet sind es wirklich traumhaft tolle Schuhe.
Wenn sie nur nicht so hässlich wären.
Und wenn es nicht immer noch ein paar unverwüstliche Modehonks gäbe, die meinen, dass es besonders schick ist, diese Pantoffelstiefel zum Minirock zu kombinieren....

Aber das muss ich ja zum Glück gar nicht tun. Ich muss sie auch nicht im Büro tragen, sondern nur privat am Wochenende, vorzugsweise wenn es maximal dunkel ist oder ich mir alternativ einen Burkaschleier über den Kopf werfe, dann kann es mir auch egal sein, ob ich gesehen werde.
Denn es bleibt als Fakt: Wenn ich jetzt irgendwo kalte Füße bekomme, dann bin ich selber schuld, weil ich meine verdammte Eitelkeit nicht in Griff kriege und mir immer noch einbilde, ich müsste akzeptables Schuhwerk tragen.
Irgendeinen Tod muss man wohl sterben
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Mittwoch, 30. November 2016
Zeitraumraffer
Dass mein Zeitgefühl für große Zeitschritte in die Vergangenheit unter dem verbreitetem Zeitraffersyndrom leidet, habe ich just bei einer Kontrolle der Getränkevorräte bemerkt.
Irgendwie war mir nach Aufräumen und als mich dieses Gefühl überkam, stand ich grade im Keller und wollte eigentlich eine Flasche Wasser hochholen. Außer Wasser haben wir auch immer noch eine bunte Auswahl sonstiger Softdrinks und allerlei Säfte im Haus, und als ich nun dort unten in diesem Getränkelager stand, fiel mir eine Flasche Möhrensaft ins Auge und ich beschloss, hier mal für Ordnung zu sorgen.
Der Möhrensaft war nämlich noch ein Überbleibsel von CW. Nicht, dass der den je getrunken hätte, aber er musste immer mindestens ein bis zwei Flaschen Möhrensaft im Haus haben. Wofür, habe ich nie herausfinden können, war aber so. Anfangs habe ich ja noch den Fehler gemacht, diese Möhrensaftflaschen, wenn sie das Haltbarkeitsdatum überschritten hatten, wegzuwerfen. Das war natürlich unklug. Denn knapp bemerkte CW, dass wir keinen Möhrensaft mehr im Haus hatten, kaufte er neuen. Der blieb dann so lange im Getränkekeller stehen, bis ich irgendwann die völlig eingestaubten und verdreckten Flaschen nicht mehr ertragen konnte und sie wegschmiss, eine Woche später hatten wir wieder frischen Möhrensaft im Keller. Getrunken wurde er nach meiner Erinnerung nie.
Nun ist CW aber schon anderthalb zweieinhalb* Jahre tot, die Wahrscheinlichkeit, dass er frischen Möhrensaft anschleppen wird, wenn ich den alten endgültig entsorge, ist damit gering. Und weil ich gerade einmal dabei war, habe ich auch die sonstigen Getränke kontrolliert und mir angeschaut, was ich da eigentlich für Vorräte horte.
Eine muntere Sammlung von Jahrgangssäften habe ich dabei entdeckt.
Alles irgendwie schon etwas älter
Gefühlt hätte ich fest behauptet, ich habe diesen Getränkekeller gerade eben erst sauber gemacht und sortiert. Ist wirklich noch nicht lange her. Nur leider habe ich keine Erklärung, wieso da immer noch Saft aus dem Jahr 2010, 2011 und 2012 steht stand.
Schon sehr seltsam.

*nachträgliche Korrektur, weil ich nun von verschiedenen Seiten ausdrücklich darauf hingewiesen wurde (aber mit diesem Fehler habe ich auf ganz konkrete Art meinen eingebauten Zeitraumraffer bewiesen, unglaublich, dass es wirklich schon zweieinhalb Jahre sind.)
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Dienstag, 29. November 2016
Frühe Kommunikation
Die modernen Autos sind ja ausgesprochen kommunikativ. Meines zB teilt mir immer ganz genau mit, was es möchte und wie viel Zeit es mir einräumt, diesen Wunsch zu erfüllen.
Meldungen wie "Tanken, noch 50km" sollte man möglichst schnell befolgen. Den Hinweis "Kofferraumklappe schließen" finde ich vor allem deshalb lästig, weil er bis zur Erfüllung des Wunsches das Display blockiert und das Auto jede weitere Kommunikation einstweilen verweigert. Es sagt mir noch nicht mal, wie viel Uhr wir haben oder was grade im Radio läuft, was es mir sonst jederzeit bereitwillig mitteilt.
Vorletzte Woche blinkte dann der Wunsch "Inspektion in 12 Tagen" auf. 12 Tage Vorlauf finde ich echt nett, da hat man Zeit genug, einen Termin zu vereinbaren, auch wenn die Werkstätten derzeit alle etwas überlaufen sind.
Heute war Inspektion, was dann für mich bedeutet, ich muss den Weg ins und vom Büro irgendwie anders organisieren, Autofahren ist nicht, eben wegen Inspektion.
Am Morgen hat mich dann ein Kollege mitgenommen, der allerdings schon um 7.45h im Büro sein wollte. Eine Zeit, zu der ich ansonsten höchsten mal darüber nachdenke, ob ich jetzt gleich mal duschen gehe. Aber was blieb mir übrig, Auto will inspiziert werden und ich muss irgendwie ins Büro gelangen, also war ich schon um 7h beim VW Händler meines Vertrauens, um 7.20h saß ich dann beim Kollegen im Auto und um 7.40h war ich tatsächlich im Büro. Irgendwie war der Tag da aber für mich schon gelaufen. Um diese Uhrzeit nicht nur wach, sondern auch konzentriert am Schreibtisch zu sitzen, kostet mich ungefähr die zehnfache Anstrengung wie drei Stunden später. Was dann aber logischerweise dazu führt, dass ich so gegen 9h, also nach knapp anderthalb Stunden Schreibtischarbeit schon die gesamte Energie des Tages verbraucht hatte, von da an habe ich nur noch versucht, nicht am Schreibtisch einzuschlafen.
Um 17h fuhr dann endlich eine Kollegin Richtung Greven, die mich wieder zurück bis zur VW Werkstatt mitnahm, länger hätte ich es auch nicht ausgehalten, ich war vollkommen k.o.

Jetzt ist mein Autochen nicht nur frisch inspiziert, sondern auch gewaschen und gesaugt, übermorgen bekommt es noch frische Winterreifen, dann ist alles wie neu
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