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Sonntag, 10. Juli 2016
Fortbewegungsmittelvielfalt
anje, 01:27h
Sport und ich sind ja bekanntlich eher kein so enges Pärchen und mein Alltimestandardverkehrsmittel ist das Auto. Da ich bis auf recht kurze und immer unglücklich verlaufene Ausnahmen mein gesamtes Leben sehr weit außerhalb einer städtischen Umgebung verbracht habe, war "Autofahren" für mich auch schon immer mit Freiheit und Unabhängigkeit verknüpft.
Stadt und ich sind genausowenig kompatibel wie Sport und ich, ich glaube allerdings auch, dass Sport vor allem etwas für Stadtmenschen ist und mit dieser Überzeugung komme ich gut klar.
Grundsätzlich fällt Fahrradfahren für mich unter Sport und ich habe viele finstere Erinnerungen an heißgehasste Fahrradtouren, zu denen mich meine Eltern immer wieder gezwungen haben.
Seitdem ich aber ein E-Bike habe, macht Fahrradfahren Spaß. K. hat sich dann relativ schnell auch eines gekauft, weil er es ätzend fand, schnaufend hinter mir herzustrampeln, weil ich mit einem E-Bike ja auch kein Problem mit Gegenwind und bergauf habe.
Jetzt haben wir also beide eines und heute sind wir damit rumgefahren. Das hat Spaß gemacht.
Dann wolte K. noch fliegen, aber für Borkum war Sturmwarnung ausgegeben worden, also sind wir nach Bielefeld geflogen. Zum Flugplatz sind wir mit dem Auto gefahren. Als wir am Flugplatz waren, stellte K. fest, dass er den Schlüssel fürs Flugzeug vergessen hatte, also wieder umgedreht, noch mehr Auto gefahren, Schlüssel geholt und wieder zum Flugplatz gefahren.
J. und C. waren auch dabei, die haben in der Zwischenzeit am Flugplatz Pokémons gefangen, das ist eine andere Geschichte, die erzähle ich morgen.
Dann sind wir zu viert in den Flieger geklettert, J. war schon 10 Sekunden nach dem Start eingeschlafen, C. hat immerhin fast zwei Minuten wach durchgehalten. Das haben die Kinder eigentlich schon immer so gemacht. Wir sind zwar mit dem Flieger und den Kindern schon ziemlich weit in der Weltgeschichte rumgekommen, Frankreich, Spanien, ja sogar in Afrika waren wir schon, dass sie dabei aber größere Teile der Welt von oben gesehen haben, können sie nicht behaupten. Knapp hören sie das typische Motorbrummen, verknäulen sie sich auf dem Rücksitz und schlafen ein.
In Bielefeld angekommen sind wir dann gelaufen. Erst anderthalb Kilometer den Berg hoch, drei Stunden später wieder runter. Runterlaufen ist okay, aber hochlaufen ist nun wirklich nichts für mich. Als ich oben angekommen war, war ich ziemlich platt und dementsprechend misslaunig. Außerdem habe ich mal wieder gerätselt, welches Gen mir fehlt, um diese Quälerei schön finden zu können, wie das viele andere Leute offensichtlich machen. Die laufen einfach so zum Gaudi und auch noch im Dauerlauf durch die Gegend und erzählen was von Endorphinen, die dadurch freigesetzt werden. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass meine Endorphine ausgesprochen flüchtig sind und sofort laufen gehen, wenn ich anfange zu laufen.
Egal, insgesamt war es fortbewegungstechnisch heute einfach ein ausgesprochen vielseitiger Tag, ich bin aber auch froh, dass ich jetzt wieder zu Hause bin und gleich in mein frischbezogenes Bett (auch noch eine der heutigen Aktivitäten) kriechen kann
.
Stadt und ich sind genausowenig kompatibel wie Sport und ich, ich glaube allerdings auch, dass Sport vor allem etwas für Stadtmenschen ist und mit dieser Überzeugung komme ich gut klar.
Grundsätzlich fällt Fahrradfahren für mich unter Sport und ich habe viele finstere Erinnerungen an heißgehasste Fahrradtouren, zu denen mich meine Eltern immer wieder gezwungen haben.
Seitdem ich aber ein E-Bike habe, macht Fahrradfahren Spaß. K. hat sich dann relativ schnell auch eines gekauft, weil er es ätzend fand, schnaufend hinter mir herzustrampeln, weil ich mit einem E-Bike ja auch kein Problem mit Gegenwind und bergauf habe.
Jetzt haben wir also beide eines und heute sind wir damit rumgefahren. Das hat Spaß gemacht.
Dann wolte K. noch fliegen, aber für Borkum war Sturmwarnung ausgegeben worden, also sind wir nach Bielefeld geflogen. Zum Flugplatz sind wir mit dem Auto gefahren. Als wir am Flugplatz waren, stellte K. fest, dass er den Schlüssel fürs Flugzeug vergessen hatte, also wieder umgedreht, noch mehr Auto gefahren, Schlüssel geholt und wieder zum Flugplatz gefahren.
J. und C. waren auch dabei, die haben in der Zwischenzeit am Flugplatz Pokémons gefangen, das ist eine andere Geschichte, die erzähle ich morgen.
Dann sind wir zu viert in den Flieger geklettert, J. war schon 10 Sekunden nach dem Start eingeschlafen, C. hat immerhin fast zwei Minuten wach durchgehalten. Das haben die Kinder eigentlich schon immer so gemacht. Wir sind zwar mit dem Flieger und den Kindern schon ziemlich weit in der Weltgeschichte rumgekommen, Frankreich, Spanien, ja sogar in Afrika waren wir schon, dass sie dabei aber größere Teile der Welt von oben gesehen haben, können sie nicht behaupten. Knapp hören sie das typische Motorbrummen, verknäulen sie sich auf dem Rücksitz und schlafen ein.
In Bielefeld angekommen sind wir dann gelaufen. Erst anderthalb Kilometer den Berg hoch, drei Stunden später wieder runter. Runterlaufen ist okay, aber hochlaufen ist nun wirklich nichts für mich. Als ich oben angekommen war, war ich ziemlich platt und dementsprechend misslaunig. Außerdem habe ich mal wieder gerätselt, welches Gen mir fehlt, um diese Quälerei schön finden zu können, wie das viele andere Leute offensichtlich machen. Die laufen einfach so zum Gaudi und auch noch im Dauerlauf durch die Gegend und erzählen was von Endorphinen, die dadurch freigesetzt werden. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass meine Endorphine ausgesprochen flüchtig sind und sofort laufen gehen, wenn ich anfange zu laufen.
Egal, insgesamt war es fortbewegungstechnisch heute einfach ein ausgesprochen vielseitiger Tag, ich bin aber auch froh, dass ich jetzt wieder zu Hause bin und gleich in mein frischbezogenes Bett (auch noch eine der heutigen Aktivitäten) kriechen kann
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Samstag, 9. Juli 2016
Luft raus
anje, 00:54h
Heute bin ich ziemlich platt.
Alle drei Monate (mindestens, manchmal auch öfter) findet eine Aufsichtsratssitzung statt. Spätestens drei Wochen vorher beginnt dann die heiße Phase, weil die Sitzungsunterlagen und Beschlussvorlagen erstellt und versendet werden müssen, nach dem Versand setzt die Ver- und Nachbesserungsphase ein und kurz vor dem Termin gilt es natürlich den mündlichen Bericht zu perfektionieren und allfällige Tischvorlagen zu erstellen. Am Sitzungstag sollte dann natürlich das Wissen über den Geschäftsverlauf aktuell und präsent sein und dann muss man nur noch Daumen drücken, dass keine Fragen gestellt werden, die man nicht spontan beantworten kann.
Heute war Aufsichtsrat (fast fünf Stunden) und nach der Sitzung merkt man dann, wie platt man ist, wenn das angestaute Adrenalin abfließ.
Deshalb geht heute sonst nix mehr. Reicht ja nu auch, so 'ne olle Sitzung ist ganz klar kein Zuckerschlecken
Alle drei Monate (mindestens, manchmal auch öfter) findet eine Aufsichtsratssitzung statt. Spätestens drei Wochen vorher beginnt dann die heiße Phase, weil die Sitzungsunterlagen und Beschlussvorlagen erstellt und versendet werden müssen, nach dem Versand setzt die Ver- und Nachbesserungsphase ein und kurz vor dem Termin gilt es natürlich den mündlichen Bericht zu perfektionieren und allfällige Tischvorlagen zu erstellen. Am Sitzungstag sollte dann natürlich das Wissen über den Geschäftsverlauf aktuell und präsent sein und dann muss man nur noch Daumen drücken, dass keine Fragen gestellt werden, die man nicht spontan beantworten kann.
Heute war Aufsichtsrat (fast fünf Stunden) und nach der Sitzung merkt man dann, wie platt man ist, wenn das angestaute Adrenalin abfließ.
Deshalb geht heute sonst nix mehr. Reicht ja nu auch, so 'ne olle Sitzung ist ganz klar kein Zuckerschlecken
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Freitag, 8. Juli 2016
Aufgeräumt
anje, 01:27h
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Donnerstag, 7. Juli 2016
Kollgenkram
anje, 01:12h
Wichtigste Erkenntnis heute: alle irre.
Eine der Folgen meiner Beförderung in die Geschäftsführungsebene ist die Tatsache, dass ich jetzt "Personalverantwortung" habe und deshalb auch (in Absprache mit den anderen Geschäftsführungskollegen) Dienstanweisungen erlassen kann oder soll.
Heute ging es um Kernzeiten. Kollegin A ist eher Typ Nachtigall und arbeitet deshalb daran, mir klar zu machen, dass die Kernzeiten nach hinten verschoben werden sollten. Kollege B dagegen ist Typ Lerche und möchte deshalb genau das Gegenteil. Wenn es nach ihm ginge, könnten wir alle ruhig um 6h anfangen und dafür um 14h schon wieder gehen.
Meinen Vorschlag, die Kernarbeitszeit dann auf ein Minimum zusammenzuschrumpfen, vielleicht so zwischen 11h-14h, haben beide abgelehnt, weil da erstens Mittagspause ist und es zweitens wichtig ist, dass alle Kollegen wahlweise möglichst früh da sind (Kollege B) bzw. auch am Nachmittag noch da sind (Kollegin A).
Unterm Strich kam dabei raus, dass das Allerwichtigste dabei ist, überhaupt eine offizielle, verpflichtende Regelung zu haben, mit der man die anderen schikanieren kann.
Ich sach ja: Alle irre
.
Eine der Folgen meiner Beförderung in die Geschäftsführungsebene ist die Tatsache, dass ich jetzt "Personalverantwortung" habe und deshalb auch (in Absprache mit den anderen Geschäftsführungskollegen) Dienstanweisungen erlassen kann oder soll.
Heute ging es um Kernzeiten. Kollegin A ist eher Typ Nachtigall und arbeitet deshalb daran, mir klar zu machen, dass die Kernzeiten nach hinten verschoben werden sollten. Kollege B dagegen ist Typ Lerche und möchte deshalb genau das Gegenteil. Wenn es nach ihm ginge, könnten wir alle ruhig um 6h anfangen und dafür um 14h schon wieder gehen.
Meinen Vorschlag, die Kernarbeitszeit dann auf ein Minimum zusammenzuschrumpfen, vielleicht so zwischen 11h-14h, haben beide abgelehnt, weil da erstens Mittagspause ist und es zweitens wichtig ist, dass alle Kollegen wahlweise möglichst früh da sind (Kollege B) bzw. auch am Nachmittag noch da sind (Kollegin A).
Unterm Strich kam dabei raus, dass das Allerwichtigste dabei ist, überhaupt eine offizielle, verpflichtende Regelung zu haben, mit der man die anderen schikanieren kann.
Ich sach ja: Alle irre
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Dienstag, 5. Juli 2016
Zähneputzen
anje, 21:51h
Das Zähneputzen heute morgen ist mal wieder daneben gegangen.
Nicht, dass ich vergessen hätte, meine Zähne zu putzen, nein, nein, das nicht, geputzt habe ich, denn dazu treibt mich schon der schale Mundgeschmack am Morgen, den ich nur mit Zahnpasta vertreiben kann, ich habe heute morgen nur meine Zähne mal wieder nicht richtig geputzt.
Richtiges Zähneputzen ist nämlich eine komplizierte Angelegenheit.
Wer je diese gemeinen Färbetabletten vom Zahnarzt bekommen hat, mit dem er nachweist, wo alles noch nicht weggeputzter Dreck auf und zwischen den Zähnen sitzt, der weiß, wovon ich rede.
Ganz früher habe ich ja immer behauptet, ich putze meine Zähne ordentlich, bis mich mein eigener Zahnarzt beim Wort nahm und mir mit diesen Färbedingern bewies, dass ich da wohl einer gewaltigen Selbstüberschätzung unterlag.
Nun denne, seitdem backe ich diesbezüglich kleine Brötchen und habe vor allem technisch aufgerüstet, damit ich wenigstens von dieser Seite die maximale Unterstützung bekomme.
Mit einer einfachen, mechanischen Zahnbürste wäre ich wahrscheinlich nie in der Lage, meine Zähne so zu putzen, dass der Zahnbelag entfernt ist und gleichzeitig das Zahnfleisch überlebt. Der Trick ist nämlich nicht das feste Rubbeln, sondern das gleichmäßige überall scheuern und das am besten mit wenig Druck (sonst nimmt das Zahnfleisch übel.)
Also besitze ich seit langem eine elektrische Zahnbürste, damit komme ich auf alle Fälle schon mal besser klar als mit einer mechanischen.
Ein weiteres Problem ist auch, dass man, um wirklich überall gescheuert zu haben, eine entsprechende Menge Zeit braucht.
Früher hieß es, man muss drei Minuten putzen, mit elektrischen Zahnbürsten reichen schon zwei Minuten. Sagt der Hersteller, und mein Zahnarzt meint, man kann ihm da glauben.
Allein aus diesem Grund lohnt sich ja schon der Umstieg auf eine elektrische Zahnbürste, spare ich mir damit doch täglich zwei Minuten Zähneputzzeit. Ich putze meine Zähne nur morgens und abends, das mittags Zähneputzen habe ich schon vor Jahren kurzerhand mitsamt dem Mittagessen einfach abgeschafft.
Zwei Minuten pro Tag hört sich zunächst mal nicht viel an, aber ich habe mal nachgerechnet:
Das sind pro Monat schon 60 Minuten und pro Jahr also 12 Stunden. In 10 Jahren sind das 120 Stunden oder fünf Tage 24h nonstop Zähneputzen, die man damit spart. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie gräßlich das wäre, müsste man diese gesparte Zähneputzzeit tatsächlich zähneputzenderweise auf einen Schlag nachholen.
Das muss man ja zum Glück nicht, die gesparte Zeit hat man einfach frei, aber man könnte sie ja zum Beispiel in Arbeitszeit umrechnen, und dann stelle ich fest, dass ich selbst bei Mindestlohnbedingungen eine elektrische Zahnbürste im Wert von 51,- € schon nach einem halben Jahr reingespart habe.
Ich habe deshalb schon sehr lange eine elektrische Zahnbürste und finde das eine kluge Entscheidung.
Und weil das Besitzen einer elektrischen Zahnbürste bereits nach einem halben Jahr zu einem kostenrechnerischen Überschussgeschäft wird, habe ich mir vor einiger Zeit sogar das Topmodell unter den elektrischen Zahnbürsten geleistet. Ich habe jetzt eine Zahnbürste, die alle 30 Sekunden einmal brummt und leicht extra ruckelt, damit ich die vorgeschriebenen zwei Minuten auch optimal auf die vier Zahnreihen aufteilen kann.
Ich putze, unter günstigen Bedingungen, jetzt 30 Sekunden die vordere linke Seite, dann 30 Sekunden die vordere rechte Seite, dann die untere Reihe komplett von hinten und als letztes die obere Reihe komplett von hinten. So ein festes System dabei zu entwickeln ist sehr wichtig, damit man nicht aus Versehen eine Reihe ganz vergisst und dafür eine andere Reihe doppelt putzt.
Und unter günstigen Bedingungen klappt das auch sehr gut.
Es gibt aber Tage, so wie heute morgen, da mache ich den Fehler, beim Zähneputzen noch gleichzeitig an irgendetwas zu denken. Heute morgen zB habe ich noch mal über den Schmetterling nachgedacht, den ich gestern gerettet habe und der so außergewöhnlich wunderhübsch war und gleichzeitig so einen einsamen, verfrorenen, aber auch schüchternen Eindruck machte. Ob Schmetterlinge Einsamkeit empfinden können? Können Schmetterlinge depressiv werden? Was kann man tun, um Schmetterlingen gute Laune zu machen, damit sie nicht nur lächeln, sondern auch lachen? Und während ich so über den Seelenzustand von Schmetterlingen nachdachte, habe ich das Brummen und Ruckeln der Zahnbürste nicht bemerkt, so dass ich die Zahnputzflächen nicht rechtzeitig genug gewechselt habe. Als die Zahnbürste dann nach zwei Minuten das sehr deutliche Abschlussbrummen und -ruckeln machte, putzte ich immer noch versonnen an der unteren, hinteren Zahnreihe rum - und das heißt, dass ich die obere hintere Reihe noch gar nicht geputzt habe, dass aber meine Zahnputzzeit rum ist und dass ich jetzt keinen Maßstab mehr habe, wie lange ich die obere hintere Reihe noch putzen muss, weil ich ja auch nicht von vorne anfangen will, denn noch mal zwei Minuten wäre ja viel zu viel und dass ich überhaupt grade ganz wertvolle Zahnputzzeit verschwendet habe und insgesamt finde ich es dann alles ganz blöd, weil der Tag gleich zu Beginn schon so unsortiert startet.
Das macht mir schlechte Laune und ich bin sauer mit mir selber, denn prinzipiell finde ich Multitasking eine erstrebenswerte Eigenschaft, aber ich kann noch nicht mal gleichzeitig nachdenken und Zähneputzen.
Echt blöd. CW sagte immer, dass es ernst wird, wenn man zum Kaugummikauen stehen bleiben muss.
Soweit kommt es mit mir aber nicht, ich kaue kein Kaugummi mehr, seitdem sich diese Zahnputzprobleme häufen
.
Nicht, dass ich vergessen hätte, meine Zähne zu putzen, nein, nein, das nicht, geputzt habe ich, denn dazu treibt mich schon der schale Mundgeschmack am Morgen, den ich nur mit Zahnpasta vertreiben kann, ich habe heute morgen nur meine Zähne mal wieder nicht richtig geputzt.
Richtiges Zähneputzen ist nämlich eine komplizierte Angelegenheit.
Wer je diese gemeinen Färbetabletten vom Zahnarzt bekommen hat, mit dem er nachweist, wo alles noch nicht weggeputzter Dreck auf und zwischen den Zähnen sitzt, der weiß, wovon ich rede.
Ganz früher habe ich ja immer behauptet, ich putze meine Zähne ordentlich, bis mich mein eigener Zahnarzt beim Wort nahm und mir mit diesen Färbedingern bewies, dass ich da wohl einer gewaltigen Selbstüberschätzung unterlag.
Nun denne, seitdem backe ich diesbezüglich kleine Brötchen und habe vor allem technisch aufgerüstet, damit ich wenigstens von dieser Seite die maximale Unterstützung bekomme.
Mit einer einfachen, mechanischen Zahnbürste wäre ich wahrscheinlich nie in der Lage, meine Zähne so zu putzen, dass der Zahnbelag entfernt ist und gleichzeitig das Zahnfleisch überlebt. Der Trick ist nämlich nicht das feste Rubbeln, sondern das gleichmäßige überall scheuern und das am besten mit wenig Druck (sonst nimmt das Zahnfleisch übel.)
Also besitze ich seit langem eine elektrische Zahnbürste, damit komme ich auf alle Fälle schon mal besser klar als mit einer mechanischen.
Ein weiteres Problem ist auch, dass man, um wirklich überall gescheuert zu haben, eine entsprechende Menge Zeit braucht.
Früher hieß es, man muss drei Minuten putzen, mit elektrischen Zahnbürsten reichen schon zwei Minuten. Sagt der Hersteller, und mein Zahnarzt meint, man kann ihm da glauben.
Allein aus diesem Grund lohnt sich ja schon der Umstieg auf eine elektrische Zahnbürste, spare ich mir damit doch täglich zwei Minuten Zähneputzzeit. Ich putze meine Zähne nur morgens und abends, das mittags Zähneputzen habe ich schon vor Jahren kurzerhand mitsamt dem Mittagessen einfach abgeschafft.
Zwei Minuten pro Tag hört sich zunächst mal nicht viel an, aber ich habe mal nachgerechnet:
Das sind pro Monat schon 60 Minuten und pro Jahr also 12 Stunden. In 10 Jahren sind das 120 Stunden oder fünf Tage 24h nonstop Zähneputzen, die man damit spart. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie gräßlich das wäre, müsste man diese gesparte Zähneputzzeit tatsächlich zähneputzenderweise auf einen Schlag nachholen.
Das muss man ja zum Glück nicht, die gesparte Zeit hat man einfach frei, aber man könnte sie ja zum Beispiel in Arbeitszeit umrechnen, und dann stelle ich fest, dass ich selbst bei Mindestlohnbedingungen eine elektrische Zahnbürste im Wert von 51,- € schon nach einem halben Jahr reingespart habe.
Ich habe deshalb schon sehr lange eine elektrische Zahnbürste und finde das eine kluge Entscheidung.
Und weil das Besitzen einer elektrischen Zahnbürste bereits nach einem halben Jahr zu einem kostenrechnerischen Überschussgeschäft wird, habe ich mir vor einiger Zeit sogar das Topmodell unter den elektrischen Zahnbürsten geleistet. Ich habe jetzt eine Zahnbürste, die alle 30 Sekunden einmal brummt und leicht extra ruckelt, damit ich die vorgeschriebenen zwei Minuten auch optimal auf die vier Zahnreihen aufteilen kann.
Ich putze, unter günstigen Bedingungen, jetzt 30 Sekunden die vordere linke Seite, dann 30 Sekunden die vordere rechte Seite, dann die untere Reihe komplett von hinten und als letztes die obere Reihe komplett von hinten. So ein festes System dabei zu entwickeln ist sehr wichtig, damit man nicht aus Versehen eine Reihe ganz vergisst und dafür eine andere Reihe doppelt putzt.
Und unter günstigen Bedingungen klappt das auch sehr gut.
Es gibt aber Tage, so wie heute morgen, da mache ich den Fehler, beim Zähneputzen noch gleichzeitig an irgendetwas zu denken. Heute morgen zB habe ich noch mal über den Schmetterling nachgedacht, den ich gestern gerettet habe und der so außergewöhnlich wunderhübsch war und gleichzeitig so einen einsamen, verfrorenen, aber auch schüchternen Eindruck machte. Ob Schmetterlinge Einsamkeit empfinden können? Können Schmetterlinge depressiv werden? Was kann man tun, um Schmetterlingen gute Laune zu machen, damit sie nicht nur lächeln, sondern auch lachen? Und während ich so über den Seelenzustand von Schmetterlingen nachdachte, habe ich das Brummen und Ruckeln der Zahnbürste nicht bemerkt, so dass ich die Zahnputzflächen nicht rechtzeitig genug gewechselt habe. Als die Zahnbürste dann nach zwei Minuten das sehr deutliche Abschlussbrummen und -ruckeln machte, putzte ich immer noch versonnen an der unteren, hinteren Zahnreihe rum - und das heißt, dass ich die obere hintere Reihe noch gar nicht geputzt habe, dass aber meine Zahnputzzeit rum ist und dass ich jetzt keinen Maßstab mehr habe, wie lange ich die obere hintere Reihe noch putzen muss, weil ich ja auch nicht von vorne anfangen will, denn noch mal zwei Minuten wäre ja viel zu viel und dass ich überhaupt grade ganz wertvolle Zahnputzzeit verschwendet habe und insgesamt finde ich es dann alles ganz blöd, weil der Tag gleich zu Beginn schon so unsortiert startet.
Das macht mir schlechte Laune und ich bin sauer mit mir selber, denn prinzipiell finde ich Multitasking eine erstrebenswerte Eigenschaft, aber ich kann noch nicht mal gleichzeitig nachdenken und Zähneputzen.
Echt blöd. CW sagte immer, dass es ernst wird, wenn man zum Kaugummikauen stehen bleiben muss.
Soweit kommt es mit mir aber nicht, ich kaue kein Kaugummi mehr, seitdem sich diese Zahnputzprobleme häufen
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Dienstag, 5. Juli 2016
Der Schmetterlingsmann
anje, 00:58h
Auf dem Heimweg saß er dort
Ganz allein an diesem Ort.
Zittert leise schmetterlich,
Ihm ist kalt ganz bitterlich.
Möchte weiter, möchte fort,
Will nicht sein an diesem Ort.
Ich reiche ihm ganz ritterlich
Den Rettungsfinger wunderlich.
Und trage ihn fort,
Weg von dem Ort
So sanft wie ich kann
Und er lächelt mich an.

Ganz allein an diesem Ort.
Zittert leise schmetterlich,
Ihm ist kalt ganz bitterlich.
Möchte weiter, möchte fort,
Will nicht sein an diesem Ort.
Ich reiche ihm ganz ritterlich
Den Rettungsfinger wunderlich.
Und trage ihn fort,
Weg von dem Ort
So sanft wie ich kann
Und er lächelt mich an.
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Montag, 4. Juli 2016
Sonntagsputz
anje, 00:17h
Bis 8h schlafen, dann bis 11h im Bett liegen und lesen, was für ein wunderbarer Start in einen Sonntag, der ansonsten vorwiegend aus Aufräumen, Aktenablage und ganz viel Saubermachen bestand. Immer wieder erstaunlich in welchem Tempo sich größere Stapel an Papieren in meiner privaten Posteingangskiste sammeln, die ich gefühlt alle zwei Wochen, tatsächlich aber wohl nur alle sechs Monate in die passenden Ordner ablege. Und noch viel erstaunlicher, welche Mengen an Belegen, Rechnungen, Schreiben, - Papierzeug eben - ich nur rein privat, unabhängig von jedem Beruf, so bekomme und aufbewahren muss.
Ich frag mich oft, wie das andere Leute machen, weil ich immerhin den Vorteil habe, dass ich aus rein beruflicher Erfahrung weiß, wie ich damit umzugehen habe und es im Zweifel deshalb einigermaßen effizient und zeitsparend erledigen kann. Aber wenn ich schon finde, der private Papierkram braucht viel Zeit, wie geht es dann wohl anderen Menschen, die sonst nix mit Bürokram am Hut haben?
Plötzlich war es also schon wieder 17h und ich habe noch schnell die von Joscha im letzten Jahr so sehr vermisste Spinatsuppe gekocht und Knoblauchbrot geröstet. Deshalb habe ich den Heißluftofen in der Kombi-Mikrowelle vorgeheizt, der kurz danach begann, gewaltig zu qualmen und ungeheuerlich zu stinken. Da muss wohl vorher mal irgendwas in der Mikrowelle explodiert sein, was jetzt an den Heizstäben klebte und dort erst viel Qualm und dann sogar offenes Feuer produzierte. Jedesmal wieder ein Abenteuer, so eine brennende Mikrowelle. (Passiert so alle zwei Jahre einmal, was die Schweinerei nicht kleiner macht, aber inzwischen reagieren wir einigermaßen gelassen und rufen nicht mehr sofort die Feuerwehr.)
Um dieses Drama dann aber noch zu toppen, habe ich anschließend im Keller entdeckt, dass in dem alten Gefrierschrank, dessen Inhalt ich vor ein paar Wochen komplett in den neuen Gefrierschrank umgeräumt und dann abgeschaltet habe, leider noch zwei Tüten Gemüse lagen, die ich einfach vergessen hatte umzuräumen. Das hatte sich jetzt wirklich zu einer Riesensauerei entwickelt, aber immerhin habe ich so endlich den Grund für den seltsamen Geruch im Keller gefunden.
Jetzt ist der Keller grundgereinigt, das ganze Haus riecht nach Sagrotan und ich werde wohl einen dicken Muskelkater haben morgen, stöhn
.
Ich frag mich oft, wie das andere Leute machen, weil ich immerhin den Vorteil habe, dass ich aus rein beruflicher Erfahrung weiß, wie ich damit umzugehen habe und es im Zweifel deshalb einigermaßen effizient und zeitsparend erledigen kann. Aber wenn ich schon finde, der private Papierkram braucht viel Zeit, wie geht es dann wohl anderen Menschen, die sonst nix mit Bürokram am Hut haben?
Plötzlich war es also schon wieder 17h und ich habe noch schnell die von Joscha im letzten Jahr so sehr vermisste Spinatsuppe gekocht und Knoblauchbrot geröstet. Deshalb habe ich den Heißluftofen in der Kombi-Mikrowelle vorgeheizt, der kurz danach begann, gewaltig zu qualmen und ungeheuerlich zu stinken. Da muss wohl vorher mal irgendwas in der Mikrowelle explodiert sein, was jetzt an den Heizstäben klebte und dort erst viel Qualm und dann sogar offenes Feuer produzierte. Jedesmal wieder ein Abenteuer, so eine brennende Mikrowelle. (Passiert so alle zwei Jahre einmal, was die Schweinerei nicht kleiner macht, aber inzwischen reagieren wir einigermaßen gelassen und rufen nicht mehr sofort die Feuerwehr.)
Um dieses Drama dann aber noch zu toppen, habe ich anschließend im Keller entdeckt, dass in dem alten Gefrierschrank, dessen Inhalt ich vor ein paar Wochen komplett in den neuen Gefrierschrank umgeräumt und dann abgeschaltet habe, leider noch zwei Tüten Gemüse lagen, die ich einfach vergessen hatte umzuräumen. Das hatte sich jetzt wirklich zu einer Riesensauerei entwickelt, aber immerhin habe ich so endlich den Grund für den seltsamen Geruch im Keller gefunden.
Jetzt ist der Keller grundgereinigt, das ganze Haus riecht nach Sagrotan und ich werde wohl einen dicken Muskelkater haben morgen, stöhn
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