anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 19. Juni 2019
Der Knutschfisch
Heute habe ich nur Bilder, weil mir die Worte fehlen, um den Knutschfisch zu beschreiben.
Außer Begriffe wie toll, fantastisch und großartig fällt mir nämlich nichts passendes ein, weil es passender als toll, fantastisch und großartig gar nicht geht.
Diesen Fisch hat mir die liebe B. gemacht und ich war sofort schockverliebt.



Außer, dass ich die Skulptur als solche schon einfach nur genial finde, passt sie auch noch perfekt ins Wohnzimmer, finde ich.
Der Fisch steht jetzt auf dem Klavier, würde aber auch an jeder anderen Stelle im Raum gut aussehen.


Ich habe auch noch Fotos von dem Augenbuch gemacht, aber erstens muss ich die noch "rahmen" und sortieren und zweitens kann ich die heute unmöglich auch posten, wäre schlicht zu viel, da würden sich Buch und Fisch gegenseitig die Schau stehlen, das geht auf gar keinen Fall, Buch also an einem anderen Tag.

Außerdem muss ich heute auch keine Bilder vom Flug nach Borkum posten, der fiel nämlich aus wegen Wetter. Wir hatten hier einen klitzekleinen Weltuntergang, zwar nicht sehr lange, aber gewaltig heftig. Allerdings lange zuvor angekündigt, deshalb haben wir uns auch nicht getraut zu fliegen.

Plan B sagt also jetzt Flug dann halt morgen, in NRW ist ja morgen fröhlicherweise Happykadaver und damit landesweiter Feiertag.
Danach beginnt dann leider die brückentagslose Zeit - der nächste Feiertag ist im Oktober, das wird eine harte Zeit, zum Glück habe ich zwischendurch vier Wochen Urlaub :-)

Sonst ist auch nichts Berichtenswertes passiert, außer dass ich heute morgen gelernt habe, dass es unklug ist, den Augenbrauenstift mit dem Kajalstift zu verwechseln, weil, Kajalstift macht gräßlich hässliche Augenbrauen, die auch kaum noch wieder wegzuwischen sind. Deshalb ganz klar meine Empfehlung an alle: Nicht nachmachen, Kajalstift nicht zum Augenbrauenanmalen benutzen, ganz schlechte Idee, wirklich, ich habe es für euch getestet
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Donnerstag, 30. Mai 2019
Es ist vollbracht
Der Schlafsessel steht, wenngleich er noch einen kleinen Mangel hat, den ich noch reparieren muss.
Aber der Reihe nach, denn selbstverständlich habe ich den Transport und den Aufbau sorgfältig fotodokumentiert, denn mir schwebt ja immer noch ein Fotobuch mit Geschichten als Biographie dieses Hauses vor, deshalb wird jede Neuerung mit der Kamera begleitet.
Zunächst mal steckte das Unterteil ja im Auto, wir haben es dann heute morgen ausgeladen.

(oberes Foto Auto von innen mit Dach zu, unteres Foto dann kurz vorm Rausheben)

In Cs Zimmer haben wir das Gestell dann ausgeklappt abgestellt, die Bezüge von Armlehnen und Kissen hatte ich gestern Abend noch in die Waschmaschine gesteckt, die waren heute morgen also sauber und konnten wieder aufgezogen werden.


Den Überzug hat K beim Onkel abgeholt, der hatte ihn ja am Wochenende in der großen Gewerbemaschine gewaschen, dann wurde alles zusammengezippt und dabei haben wir dann festgestellt, dass ein Reißverschluss leider kaputt gegangen ist, da müssen wir jetzt einen neuen Schlitten besorgen, der alte ist zerbrochen, aber so ein Schaden dürfte sich beheben lassen und benutzbar ist der Sessel trotzdem.

So sieht es jetzt aus:

und ich bin sehr zufrieden mit dieser Neuerung.

C kam erst mit der Nachmittagsfähre, ich hatte zur Feier des Tages einen Obstkuchen gemacht (das erste Mal den Biskuitboden selber gebacken und er schmeckte deutlich besser als jeder gekaufte, keine Ahnung, warum ich das nicht schon längst mal ausprobiert hatte)

so dass es nach Kuchenessen, Sessel zusammenzippen und Leihsessel wieder zurückbringen plötzlich schon nach 19h war, ich wollte aber wenigstens noch einmal am Strand nach dem Wasser gucken - und stellte fest, dass wohl aktuell grade Nesselquallenhochsaison ist.
Der Strand war übersät mit Hunderten von kleinen Nesselquallen, auf dem großen Foto links sieht man viele helle Punkte auf dem Strand, jeder Punkt ist eine Qualle.


K machte ein paar sehr hübsche Fotos von den Strandkörben

obwohl ich Strandkörbe eigentlich nicht mag, denn die gehören hier nicht auf die Insel. Traditionell gibt es hier Strandzelte, aber die Nörgelgäste kannten die von anderen Inseln und haben dann auf Borkum auch danach verlangt - wenn dann ein Strandzeltvermieter anfängt und auch Körbe kauft und vermietet, dann ziehen die anderen natürlich nach und mittlerweile stehen fast mehr Körbe als Zelte auf dem Strand, was ich wirklich, wirklich schade finde.
Aber nun ja.

Ich setze mich auf alle Fälle grundsätzlich nur in ein Strandzelt, alles andere käme mir vor wie Inselverrat.

(Die Möwe hat auch K geknipst, ich habe mich derweil mit C ein wenig im Zelt ausgeruht)

Mal schauen, wie das Wetter morgen wird, heute war es eher trüb und diesig, aber der Rasen braucht dringend einen Schnitt, wär ja schon gut, wenn es morgen trocken bleibt
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Freitag, 24. Mai 2019
Glück gehört auch dazu
In den Weihnachtsferien hat mich ja der akute Umräumwahn gepackt und ich habe den alten Schreibtisch, der seit Jahren unten in Cs Zimmer stand, nach oben in das Wohnbüro getragen und es damit endlich geschafft, diesen Raum nicht nur gemütlich, sondern auch enorm praktisch und gleichzeitig auch noch optisch ansprechend zu gestalten, so dass ich davon ziemlich begeistert war.
An der Einrichtung dieses Raums habe ich über zwölf Jahre rumgebastelt, nie war ich wirklich zufrieden, bis letztes Jahr Dezember, seit dem ist es der schönste Raum im Haus, finde ich.

Anfangs hatte ich das Gefühl, dieser Raum wird nie was. Hier stand zwar von Anfang an mein Schreibtisch, so dass ich mich sogar recht viel in diesem Raum aufgehalten habe, aber gemütlich war er eindeutig nicht.
Die Möbel standen unzusammenhängend und lieblos aufgereiht an der Wand rum und es fehlte mir jede Idee, wie man diesem Raum Atmosphäre einhauchen könnte.
Dann kam die große Flut, die sich von oben nach unten genau durch diesen Raum ergoss, alles musste neu und der Raum gewann deutlich an Fläche, weil wir beschlossen, die Begradigung der Dachschräge auf der linken Seite nur noch 60cm hoch zu ziehen, das war schon mal ein großes Plus für den Raum. Auch der neue Boden wertete sehr auf, aber trotzdem fehlte dem Raum noch was.
Vier Jahre später deckte Orkan Christian das Dach ab, das war die Gelegenheit, nun auch auf der anderen Seite des Raums die Kulissenabtrennung zu entfernen, denn wir hatten mit dem neuen Dach auch einen nutzbaren Dachboden.
Der Raum wurde also noch mal größer und auch heller, weil wir ein zusätzliches Dachfenster einbauten und im Winter darauf kam dann noch der Kaminofen.
Seitdem war es schon ziemlich gemütlich dort oben, so ein Kaminofen ist fast unschlagbar, was Gemütlichkeit angeht, aber ganz perfekt war es immer noch nicht, die Schreibtischsituation musste noch optimiert werden.
Die Idee dazu hatte ich wie gesagt im Dezember, dafür fehlte in Cs Zimmer jetzt was.
Hier hatte ich aber sehr schnell eine Idee, wie man dieses Zimmer verbessern könne, es brauchte nämlich keinen neuen Schreibtisch, sondern vielmehr ein Sofa oder noch besser: einen richtig gemütlichen Schlafsessel. Am allerbesten würde das "Multy" von Ligne Roset als Sessel passen, setzte ich mir in den Kopf, denn erstens haben wir im Haus schon zwei Multys und jeder weiß, wie man sie bedient. Außerdem sind es die besten Schlafsofas, die ich kenne, sie sind als Sofa superbequem und gleichzeitig kann man wirklich gut darauf schlafen, für ein Gästebett mit Doppelnutzen kenne ich keine bessere Lösung. Dumm nur, dass so ein Schlafsessel über 2000 € kostet, wenn man ihn neu kauft, es war also klar, dass ich irgendwas Passendes bei ebay finden musste, wobei "irgendwas Passendes" nur wenig Spielraum zuließ, denn eigentlich kam außer Gelb auch keine andere Farbe in Frage.
Seit Dezember verfolge ich also die Angebote bei ebay, Multys gibt es in rauen Mengen, nur in der 95cm Variante sind sie echt selten und die wenigen, die drin stehen, sind immer noch unangenehm teuer.
Dann gab es mal eines in Bayern, das ist für 400€ verkauft worden, ein echter Schnapper - aber eben Bayern, das wäre schon eine arg mühselige Reise, es dort abzuholen und wenn man es per Spedition verschicken lässt, wird es halt auch gleich wieder teuer. Und gelb war es auch nicht.

Seit vier Wochen wird ein gelbes in Neuköln angeboten. J meinte, er würde es mir dort abholen und nach Borkum bringen, aber die Leute wollten immer noch 500€ und einen Fleck hatte es auch und überhaupt kein Zubehör. Also weder Armlehne, noch Kissen, da finde ich 500€ dann halt schon noch viel.
Andererseits sind in der Zwischenzeit auch zwei andere Multysessel bei ebay für mehr als 500€ verkauft worden (eines beige eines blau), die fünf, die aktuell drin stehen, sollen aber alle noch mehr 1.000€ kosten, vielleicht ist also 500€ doch nicht zuviel? Wäre ja auch nur 25% vom Neupreis. - Ich konnte mich nicht entscheiden.
Ich habe aber jede Woche mal wieder bei ebay reingeschaut, was es an neuen Anzeigen gibt - und heute war es dann soweit: Ein gelber! Multyschlafsessel mit allem Zubehör, also zwei Armlehnen, einem Kissen und einer Zusatzauflage wurde angeboten - und sollte nur 100€ kosten. Laut Anzeigentext "neuwertig", Standort Kassel, ich konnte mein Glück ja kaum fassen.

Der Verkäufer antwortete auch sofort, wir machten den Kauf fest, ich organisierte einen Kombi und überredete K unseren geplanten Flug nach Borkum auf morgen zu verschieben - und dann fuhren wir nach Kassel, den Schlafsessel abholen.

Hat alles ganz wunderbar geklappt, der Sessel ist wirklich wie neu, man kann also sagen, das ist rundum perfekt.

Zuhause angekommen habe ich das Teil komplett auseinandergebaut, denn auch wenn er neuwertig aussieht, so fühle ich mich doch wohler, wenn ich den Bezug einmal durch die Waschmaschine gejagt habe und das geht sowieso nur auf Borkum in der Gewerbewaschmaschine beim Onkel.
Außerdem hoffe ich, dass ich Matratze und Bezug morgen in den Flieger packen kann und das Gestell passt dann mit ein bisschen Glück ins Cabrio, das nehme ich dann am Mittwoch mit rüber und dann könnte ich das "Projekt Multy-Sessel" endgültig abschließen.
Das wäre schon genial
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Sonntag, 10. März 2019
Buchhaltung selbstgemacht
Als erklärter Listenfan, führe ich natürlich auch eine Liste über meine privaten Ein- und Ausgaben. Nicht, weil ich es müsste, sondern weil ich es spannend finde.
Rein berufsbedingt finde ich "Buchhaltung" ja sowieso eine sinnvolle Erfindung, für meine rein privaten Zwecke benutze ich aber kein klassisches Buchhaltungsprogramm, sondern eine im Laufe der Jahre immer weiter entwickelte Exceltabelle, weil meine private Buchhaltung ja nur mein Privatvergnügen ist und keinen gesetzlichen Vorgaben genügen muss.
Offizielle Buchhaltungsprogramme sind deutlich umständlicher in der Handhabung als eine Exceltabelle, dafür bieten sie dann auch externe Schnittstellen und einen hohen "Betrugsschutz", alles Features, die gesetzlich vorgeschrieben sind und sinnvoll sein können, wenn man ein großes Unternehmen buchführt, privat brauche ich das aber nicht, denn ich könnte mich ja nur selber betrügen und eine Schnittstelle fürs Finanzamt brauche ich privat zum Glück auch nicht.
Ich benutze also eine einfach Exceltabelle, die ich dafür im Laufe der Jahre immer perfekter auf meine eigenen Bedürfnisse zurechtgeschneidert habe, jedes Jahr wird sie ein bisschen weiter ausgefeilt, mittlerweile bin ich ziemlich stolz auf meine Lösung.

Die Exceltabelle ist so aufgebaut, dass ich in den ersten fünf Spalten die Werte der Kontoumsätze, die ich regelmäßig aus dem Onlinebanking exportiere, einfach reinkopiere (Datum, Name der Bank, Umsatzart/Empfänger, Verwendungszweck und Betrag), Spalte 6 habe ich freigelassen für "Bemerkungen" (sehr wichtig, wenn man ein Jahr später noch mal was nachgucken will und bei dem Verwendungszweck "Paypal Ref. 27i45q30547u305" nicht automatisch auswendig weiß, was man da gekauft hat) , daneben eine Spalte für die Kategoriezuweisung* und dann so viele Spalten, wie ich meine, einzelne Kategorien in der Feinaufteilung zu brauchen.
*Das mit der Kategoriezuweisung ist der eigentliche Witz dieser Buchhaltungsmethode, denn ich habe meinen Kategorien Namen gegeben statt Kontonummern (merkt sich selbst für mich Zahlenmensch leichter) und den Rest der Tabelle so programmiert, dass der Betrag, der in der Spalte "Umsatz" steht (den ich aus dem online-Banking importiert habe), automatisch in der Spalte "anje" noch mal ausgewiesen wird, wenn ich in der Kategoriezuweisungsspalte nur die Buchstaben "anj" eingebe. Ganz oben in dieser Spalte addieren sich alle Beträge, die in dieser Spalte stehen, so dass ich jederzeit sehen kann, dass ich z.B. dieses Jahr bereits 227,19 nur für "anje" ausgegeben habe. (Es ist in echt mehr, denn ich war dieses Jahr ja schon Schuhe shoppen und überhaupt habe ich ja aufgehört bei "anje" zu sparen, ich wollte nur das Prinzip der Tabelle erklären.)
Alles, was ich im Rahmen der Buchhaltung also tun muss, ist im ersten Schritt die Umsätze aus dem Online-Banking zu exportieren und in diese Tabelle einzufügen, anschließend muss ich nur noch jede Kontobewegung einer Kategorie zuweisen, in dem ich hinter den Kontoumsatz die ersten drei Buchstaben der jeweiligen Kategorie schreibe.)

Für 2019 habe ich aktuell 29 Kategorien, in einer klassischen Buchhaltung würde man das "Konten" nennen.
So gibt es je ein Konto für jedes der Kinder, für mich und für K, (die Kinderkonten werden dabei auch mit Plus und Minus befüllt, d.h. das Kindergeld buche ich "plus", den Unterhalt, den ich überweise dann wieder "minus") außerdem unterscheide ich nach Auto, Essengehen, Haushaltkrimskrams, Lebensmitteleinkäufe, Versicherungen, Geschenke und Sonstiges, außerdem gibt es natürlich für jede Immobilie ein eigenes Konto und schließlich unterscheide ich die sonstigen Einnahmen auch noch nach Herkunft (also Gehalt, Zinsen, Gewinne aus Verkäufen usw.). Ganz wichtig ist das Konto "Geldtransfer", weil hier alle Geldverschiebungen gebucht werden, wenn ich also zB Bargeld abhebe oder von einem Konto auf ein anderes überweise.
Praktisch funktioniert das jetzt so, dass ich die Umsätze der Bankkonten aus dem Onlinebankking als csv-Datei exportiere und dann in das für die einzelne Bank vorgesehene Tabellenblatt per copy and paste einfüge. Da ich ja mehrere Bankkonten habe, gibt es für jede Bank ein eigenes Tabellenblatt, was das Jahr über gefüllt wird. Diese Tabellenblätter sind grundsätzlich alle gleich aufgebaut, so dass ich am Jahresende (oder monatlich, wenn ich das möchte) die Daten ganz problemlos aus den einzelnen Tabellenblätter weiter in einer Gesamttabelle zusammenfügen kann, in dem ich sie einfach untereinander weg da rein kopiere, dann muss ich nur noch nach Datum sortieren - und zack - ist eine chronologisch sortierte Gesamtbuchhaltung fertig. Jedes Konto (also jede Kategorie) weist oben die Summe aus, so habe ich eine wunderbare Übersicht, wo ich welches Geld reingesteckt habe und wo es hergekommen ist.

Mittlerweile bietet zwar auch jedes online geführte Bankkonto diese Kategorieaufteilung an und alle werben damit, dass man in dem jeweiligen online-Banking-Programm auch andere Banken mit einbinden kann, allerdings gibt es dort nur fest vorgegebene Kategorien, über die ich mich regelmäßig ärgere, weil sie für mich wichtige oder sinnvolle Unterscheidungen nicht vorsehen - und weil das Programm sie natürlich sehr oft falsch zuordnet. Manchmal sind diese Falschzuordnungen sehr witzig (ich habe neulich Wein in einem Weinladen eingekauft und die Abbuchung auf dem Konto sortiert das Bankprogramm unter "Tanken", was zwar irgendwie auch richtig ist, aber ich glaube, das Programm hat sich nicht ganz so zweisinnige Gedanken bei der Zusortierung gemacht), manchmal sind sie aber auch einfach nur langweilig falsch und verlassen kann man sich auf diese automatische Zusortierung deshalb überhaupt nicht, man muss grundsätzlich jede Buchung überwachen und im Zweifel einzeln korrigieren, allein schon deshalb sehe ich darin also überhaupt keine Arbeitsersparnis und sortiere meine Kategorien viel schneller in meiner eigenen Excel-Tabelle.
Mit Datenschutz habe ich normalerweise wenig Probleme, d.h. ich finde meine eigenen Daten jetzt nicht sonderlich geheim oder geheimhaltenswert, dass ich aber freiwillig in dem online-Banking einer Bank alle Daten aller anderen Banken auch gleich mit einbinden würde, ähem, ne, da werde ich dann doch plötzlich misstrauisch und finde es wesentlich sinnvoller, alle meine Bankdaten offline in einer selbsterstellten Excel-Tabelle zu verwalten.

Seit letztem Jahr schreibe ich auch alle Barausgaben auf, was eine besondere Herausforderung ist, weil ich das ja einigermaßen zeitnah und regelmäßig erledigen muss, um mich überhaupt daran zu erinnern, was ich alles so gekauft habe, allerdings ist das im Sommer komplizierter als im Winter, weil es im Sommer viel mehr Flohmärkte gibt und ich dort viel öfter unterwegs bin.
Dieses Jahr habe ich bisher im Januar und Februar nur an sechs Tagen überhaupt Bargeld benutzt, insofern ist es im Moment also noch sehr überschaubar, führt aber insgesamt dazu, dass ich tatsächlich einen Komplettüberblick über meine Ausgaben und Einnahmen bekomme und das gefällt mir schon sehr.
Listenfan eben
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Mittwoch, 6. Februar 2019
Technikwunder
Im Moment begegnen mir immer wieder technische Besonderheiten.
Am Sonntag haben wir mit dem Tanken so lange gewartet, bis die Spritpreise auf ein Niveau gesunken waren, das K bereit war, als angemessen zu akzeptieren.
Das Auto zeigte beim Halt an der Zapfsäule noch eine Restreichweite von 15km, alles easy sagte mein Westfalenmann und tankte 60l Benzin in meinen 55l Tank.
Nach dem Tanken, sprang die Restreichweitenanzeige auf 580km Und stieg seit der Zeit kontinuierlich an. Mittlerweile bin ich schon 90 km weiter gefahren, habe aber 50 km mehr Restreichweite als direkt nach dem Tanken.
Muss man nicht verstehen, oder?


Heute war ich auf einer Bankveranstaltung in einem frisch umgebauten Hotel in Münster, dort ist alles schnieke und neu, aber den Vogel abgeschossen hat die Toiletteninstallation:

Ich bin ja regelmäßig fasziniert, von den kreativen Technikideen in öffentlichen Waschräumen und betrachte es grundsätzlich als sportliche Herausforderung, die Bedienung von Waschtisch und Spülung ohne fremde Hilfe herauszufinden, aber weshalb man auf einer Toilette die Strahlintensität messen soll und was genau dort gefönt wird, das wollte ich heute tatsächlich nicht mehr erkunden
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Samstag, 19. Januar 2019
Ein Inseltag bei prächtigem Wetter
Das Wetter war heute genau so wie angekündigt: Sonne, klarer Himmel, keine Wolken, super Sichten, wenig Wind, Idealbedingungen zum Fliegen. K war sehr zufrieden und alles klappte wunderbar nach Plan. Gegen 9h sind wir aufgestanden, um viertel nach 10h waren wir am Platz, um kurz vor 11h in der Luft und um viertel vor 12h auf Borkum. Trotz des perfekten Fliegerwetters war wenig los unterwegs, die meisten Hobbypiloten machen von O-O Winterpause, was das Fliegen für den Rest doppelt angenehm macht.

Da der Wind fast aus Süden kam, war die Bahn "eins-drei" in Betrieb. Landebahnen haben ja immer zwei Richtungen mit 180° Unterschied. Die Bahn "eins-drei" (13) zeigt in 130°, wenn man genau umgekehrt landet, wäre es die "drei-eins", also 310°. Diese Start- oder Landerichtung nutzt man, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, da man grundsätzlich gegen den Wind startet oder landet, weil Gegenwind beim Landen besser bremst und beim Starten besser unter die Flügel rutscht und damit für Auftrieb sorgt. Flugplätze sind üblicherweise so ausgelegt, dass man die Landebahn in die Hauptwindrichtung legt, auf Borkum kommt der Wind sehr häufig aus Nordwesten. Wenn er stramm aus Osten kommt, kommt er auf Borkum aus Norden (kleines Späßchen der Insulaner, weil die Stadt Norden östlich von Borkum liegt), für solche Situationen gibt es auf Borkum auch noch eine Grasbahn in der Richtung null-fünf bzw. zwei-drei, also 50° bzw. 230°, damit kann man die gefürchteten Seitenwindlandungen vermeiden. Gekreuzte Bahnen sind schon eine Besonderheit, haben nicht viele kleine Flugplätze.
Heute kam der Wind aus 150°, weshalb also die eins-drei in Betrieb war, was bedeutet, wir müssen zum Landen einmal um die Insel herumfliegen.
Was wiederum bedeutet, dass ich noch schnell ein paar Fotos machen konnte


Am Nachmittag sind wir dann mit den Fahrrädern losgefahren, die Post aus dem Vaterhaus holen, Einkaufen und dann kontrollieren, ob der Strand noch da ist.
War er - es war wirklich phantastisches Wetter


Beim Einkaufen mussten wir natürlich wieder über die Stränge schlagen, obwohl wir noch genug zu essen im Tiefkühler hatten, mussten wir dringend noch mehr kaufen. Jetzt haben wir noch mehr im Tiefkühler, weil wir am Abend gemeinsam feststellten, dass wir gar keinen Hunger mehr haben, wir hatten vorher schon Brötchen und Wavelkes gegessen (der Onkel hatte gebacken), so dass wir nicht nur unsere Vorröte nicht aufgegessen, sondern auch noch aufgestockt haben - aber man weiß ja nie, könnte ja sein, dass hier morgen der Notstand ausbricht.

Am späten Nachmittag sind wir noch mal ins Dorf gefahren, ich hatte noch Dinge zu erledigen und als wir zurückfahren wollten, ging grade die Sonne unter.
Bei diesem Wetter ein Wahnsinnsspektakel - und um diese Jahreszeit kann man das sogar fast ungestört am Hauptstrand genießen, weil die Insel grade angenehm leer ist.


Ich fand die Spiegelung in den Hotelscheiben fast so schön, wie die Sonne überm Wasser, K fotografierte dafür sehr ordentlich "die richtige Seite" und ich gebe zu, das sieht auch sehr gut aus


Es ist beeindruckend, in welchem Tempo die Sonne im wahrsten Sinne des Wortes im Meer versinkt, dauert keine Minute, erst ist noch ein voller Kreis über dem Horizont zu sehen - und dann rutscht sie einfach unter Wasser und ist weg. Beim Zugucken hat man das Gefühl, da hat jemand den Zeitraffer eingestellt, so fix geht das.

Der rote Horizont mit dem hellen Eintauchkrater leuchtet aber noch längere Zeit nach dem Sonnenuntergang und auch wenn schon die Lampen angegangen sind, kann man noch immer gut erkennen, wo die Sonne abgetaucht ist.


Als wir Richtung Insel schauten, bemerkte K, dass der Mond direkt über dem Leuchtturm steht und es aussieht, als ob der Leuchtturm auf den Mond zeigt. In echt sah es wirklich ganz faszinierend aus - auf den Fotos kommt das nicht so gut rüber, es war wohl schon zu dunkel und dadurch ist alles etwas blass ausgeleuchtet nur der Mond ist viel zu hell - aber weil K sich so viel Mühe gegeben hat, genau die richtige Stelle für ein Foto zu finden, füge ich diese Bilder hier auch noch an.


Morgen wollen wir gegen Mittag los und drücken uns die Daumen, dass der Flieger über Nacht nicht zu sehr vereist, auf dem Rückweg stoppen wir dann einmal in Leer und gehen den Vater besuchen, praktischerweise ist sein Seniorenheim nicht weit weg vom Flugplatz
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Montag, 31. Dezember 2018
Jahresrückblick 2018
Ich habe ja lange gezögert, ob und wenn ja, wie ich es mit so einem Fragebogen für den Jahresrückblick halte, aber dieses Jahr habe ich mich endlich mal aufgerafft und meinen eigenen Fragebogen entworfen, der für mich einfach besser passt als der Standardfragebogen, der ansonsten in Bloggerkreisen verwendet wird.
Eigentlich könnte ich unter "erstes Mal gemacht" jetzt auch eintragen "Fragebogen mit Jahresrückblick ausgefüllt", aber das schenke ich mir, weil zu offensichtlich.
Noch ist dieser Fragebogen natürlich keine Tradition, aber auch die älteste Tradition hat ja mal irgendwann angefangen. Und 2018 ist also das Jahr, in dem diese Tradition begründet wird:

Wie schnell ist das Jahr vergangen?
Unter 100 Tagen
Welche Farbe hatte das Jahr?
hellblau
Auf einer Skala von 1-10?
7-8
Zusammengefasst?
Gibt nix zu meckern


Familie:
Das letzte Kind hat Abitur gemacht und ist zum Studium endgültig ausgezogen.
Der Vater ist schwer krank und wird künftig in einem Seniorenheim wohnen.
Alle anderen: leben noch und ansonsten unverändert.

Häuser und Wohnen:
Die Firma, die mir CW als "Rente" hinterlassen hat, ist für 1 € verkauft worden, dafür bekam ich die Papiere ausgehändigt, um die Grundschulden auf der Immobilie in MG endlich löschen lassen zu können. Nach vier Jahren Gehampel endlich ein Schritt nach vorne.

Ich habe ein Mietshaus auf Borkum gekauft (naja, der Vertrag war schon letztes Jahr, aber seit diesem Jahr gehört es mir) und der schwierige Mieter ist nach drei Monaten ausgezogen, darüber habe ich mich sehr gefreut. Jetzt wohnen nur nette Mieter in dem Haus. Außerdem hat das Haus neue Fenster bekommen und ich habe das ganz alleine organisiert.
In der Wohnung in MG sind die Mieter über Nacht abgeschoben worden und haben ein Chaos hinterlassen - es sieht aber so aus, als ob ich schon eine neue Familie gefunden habe, die dort einzieht und das Chaos auch selber beseitigt. Innerhalb von drei Monaten also von "ganz schrecklich" bis zu "alles wird gut".
Das Haus, in dem ich auf dem Festland zur Miete wohne, ist zwischenverkauft worden und soll weiter verkauft werden. Ich habe mich entschieden, dass ich es nicht selber kaufen werde, damit wird das Wohnen in dem Haus zu einem Glücksspiel. (Ich habe mal nachgezählt: Mir ist in meinem Leben bisher schon dreimal wegen Eigenbedarf gekündigt worden, ich habe ganz wenig Lust auf ein viertes Mal, wir werden sehen, wie lange das gut geht.)

Pläne:
Ich möchte gerne ein neues Haus bauen, auf dem Festland, zusammen mit meinem Westfalenmann. Für 2019 möchte ich auf der Organisationsspur dafür ein großes Stück weiter kommen
Außerdem möchte ich die Immobilie in MG verkaufen und drücke mir gewaltig die Daumen, dass das 2019 endlich klappt.

Reisen
Wenn man als "Reise" die Zeiten definiert, wo ich in einem Hotel übernachtet habe:
Drei Tage Frankfurt
Zwei Tage Hamburg
Sonst nur zuhause.
Da ich grundsätzlich ja eher unreisig bin, fehlt mir da zum Glück aber auch nichts.

Zum ersten Mal gemacht:
In 2018 habe ich zum ersten Mal in meinem Leben an einem Barcamp teilgenommen, das war toll, hat Spaß gemacht und ich werde es 2019 ganz bestimmt wiederholen.

Häkchen auf der Bucketlist:
Ich war in der Elbphilharmonie (und nu ist auch gut, Bulletpoints auf der Bucketlist müssen schließlich nicht zweimal abgehakt werde, ich bin aber froh, dass ich dort war.)

Entdeckt und Spaß dran gefunden:
Podcasts. Nachdem ich lange damit gehadert habe, weil ich keinen Weg fand, Podcasts in meinen Alltag zu integrieren, bin ich mittlerweile bei allen Autofahrten begeisterter Podcasthörer
Meine aktuelle Empfehlungsliste:
Durch die Gegend von Christian Möller. Mittlerweile habe ich mich komplett durch alle alten Folgen gehört und freue mich, dass es jeden Monat eine neue gibt.
Meine Lieblingsfolgen bisher sind
Judith Holofernes,
Juli Zeh und
Robert Habeck

Und die Folge mit Gregor Gysi hat mir deshalb gefallen, weil ich seitdem Gregor Gysi in einem völlig neuen Licht sehe. (Ich fand Gregor Gysi immer eine ausgesprochen faszinierende Persönlichkeit und hätte ihn immer als erstes genannt, auf die Frage: Mit welchem Prominenten würdest du gerne mal essen gehen. - Nach dieser Podcastfolge bin ich kuriert, jetzt würde ich immer Robert Habeck wählen.)

Außerdem habe ich alle Podcastfolgen von Vanessa Giese und Christian de Vries gehört und mich darüber gefreut, dass es Leute gibt, die einfach nur so, ohne kommerzielles Interesse, einen Podcast aufnehmen, in dem sie sich über allgemeine Themen unterhalten und das Ganze genau so rüberbringen wie es heißt:
Ein Mann.
Eine Frau.
Ein Gespräch.

Mir macht es Spaß, zwei Leuten, die sich unterhalten, zuzuhören, weil sie keines der k.o. Kriterien, die bei mir für ein schnelles Abschalten eines Podcastes sorgen, erfüllen.
Ich mag die Stimmen, die Tonlage und den "Nichtslang" (es gibt Leute, denen kann ich schon nur wegen diese k.o. Kriterien nicht länger als fünf Minuten zuhören. Ich bin da vielleicht etwas empfindlich, aber Stimme, Tonlage und Slang müssen passen, sonst lasse ich die Geräusche nicht an meine Ohren.)
Und sie reden keinen albernen Dünnschiss, verfallen nicht in langweilige Selbstbeweihräucherung, besprechen keine nerdigen Randthemen, verbreiten aber auch keine plattgebügelten Alltagsklischees, kurz, sie unterhalten sich einfach über die Dinge, die ich auch interessant finde, und dann macht das Zuhören Spaß.

Ich habe auch noch reichlich andere Podcasts gehört, da war aber keiner bei, den ich empfehlen würde, eine Negativliste ist aber auch nicht mein Ding, also lassen wir die alle einfach unerwähnt.

Gesundheitliche Veränderungen:
Augen: Ohne Gleitsichtbrille geht gar nix mehr, ich scheine aber drei verschiedene Stärken zu brauchen, je nach Tagesform, die neuen Werte aus 2018 sind wieder weniger stark, machen aber nicht an allen Tagen gleich scharf.
Ohren Bisher noch keine Ausfälle beobachtet (aber vielleicht höre ich es auch nur nicht……)
Unfälle Mein Sturz vom Fahrrad, das mich beim Aufsteigen abwarf, Folgen: Ein gebrochenes Handgelenk und eine durchtrennte, genähte Oberlippe,
außerdem:
Mittelfinger geklemmt letzte Woche, aktuell dunkelblauer Fingernagel, möchte jemand Fotos sehen?
Neue Krankheiten Naja, diese blöde Schleimbeutelgeschichte in beiden Hüften hat im Januar begonnen und wird nicht besser, mit Pech ist da mittlerweile auch irgendwas mit dem Herzen, ich hatte bisher aber noch keine Zeit, zum Kardiologen zu gehen
Sonstiges Die Schilddrüse ist gut eingestellt und muckt sich nicht, insgesamt kann ich aber feststellen: Ich finde Altwerden Scheiße


Optische Veränderungen:
Gewicht unverändert, aber immerhin unverändert. Nachdem es die letzten 10 Jahre jedes Jahr mehr wurde, habe ich es jetzt endlich geschafft, es zum Stillstand zu bringen. Seit April relativ konsequentes Teilzeitfasten, was zwar nicht zu einer Abnahme führte, aber eben immerhin zu einem Stillstand.
Haare Farbe unverändert ehemals Natur, dafür genau ein Jahr länger, habe nichts mehr abschneiden lassen
Sonstiges s.o. - ich finde Altwerden Scheiße

Finanzen, Veränderung zum Vorjahr:
regelmäßiger Zufluss mehr
regelmäßiger Abfluss gleich
variable Ausgaben gleich
Gesamtvermögen mehr (logisch)
Besondere Anschaffungen naja, das Mietshaus und dann die Fenster für das Haus waren schon teuer, aber irgendwie zählt das eher als Investition, oder? Anschaffungen für den Verbrauch - hmm, irgendwie fällt mir nichts Bemerkenswertes ein. (Geschenke ignoriere ich jetzt mal unauffällig)
Wir haben auf Borkum eine neue Spülmaschine bekommen und das Büro-Kaminzimmer umgeräumt und deshalb die Büroeinrichtung aktualisiert. Zum ersten Mal seit 10 Jahren haben wir jetzt hier beide wirklich sehr gut nutzbare Arbeitsplätze.

Uns sonst noch so:
K hat die Theorieprüfung für den IFR-Schein bestanden, mit der praktischen Ausbildung hat er allerdings noch nicht mal angefangen
Ich habe im Sommer das erste Mal seit über 34 Jahren einen selbstverschuldeten Autounfall produziert
J hat als Jahrgangsbester mit 1,1 sein Abitur bestanden und anschließend eine bezahlbare Wohnung in Berlin gefunden
Ich habe Ks Familie kennengelernt. Nach über 10 Jahren Zusammenleben sind wir immerhin schon so weit.
Ich habe eine neue, eigene Mobiltelefonnummer, die ich allerdings erst in sechs Jahren ausschließlich nutzen werde. (Bisher läuft ja alles über das Büro, aber ich fange schon an, mich auf den Abschied vorzubereiten und eine eigene Mobilnummer erscheint mir da als ein wichtiges Feature. Die, die ich jetzt habe, war grade frei und dazu besonders hübsch, da habe ich einfach mal zugegriffen.)
Und schließlich: Ich habe ein weiteres Jahr mit dem täglichen Tagebuchbloggen durchgehalten, so ganz alleine für mich bin ich damit schon sehr zufrieden
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Donnerstag, 6. Dezember 2018
Vermieterprobleme
Heute hatte ich mich am frühen Nachmittag mit K verabredet, einer seiner Mieter hat gekündigt und zwecks Neuvermietung standen nun diverse Besichtigungstermine an. K hat zwei größere Mietshäuser, da kommt es immer mal wieder vor, dass ein Mieter kündigt und die Wohnung neu vergeben werden muss. Solche "Vorstellungstermine" machen wir gerne zusammen, denn man versucht ja schon jedes Mal den "besten Mieter" unter all den Mietinteressenten herauszufischen, denn wenn man gute Mieter hat, erleichtert es das Leben ungemein - oder andersrum: Ein Mietshaus zu besitzen macht sehr viel Arbeit und oft keinen Spaß, so ein Vermieterleben ist weit entfernt von der landläufigen Meinung, dass man nur auf dem Sofa sitzen muss, um das Geld zu zählen, was man damit scheffelt.
Es kann sogar sehr leicht passieren, dass man mit dem Vermieten von Wohnungen gar kein Geld verdient, sondern, im Gegenteil tatsächlich draufzahlt, aber das ist ein ganz eigenes Thema, wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich das mal ausführlich erläutern. (Das ist u.a. Teil meines Jobs, die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Immobilien, und in Summe kann ich dabei feststellen: wer Geld verdienen will, sollte sich lieber Aktien kaufen und keine Immobilien. Aber wie gesagt, das ein ander Mal.)

Heute ging es vor allem darum, für die frei werdende Wohnung einen Mieter zu finden, der möglichst wenig Probleme machen wird.
Denn Probleme mit einem Mieter können sein:
- der Mieter zahlt die Miete nicht oder nicht regelmäßig
- der Mieter stört den Hausfrieden und es kommen Beschwerden von anderen Mietern
- worst case: der Mieter sorgt dafür, dass das ganze Haus in einen schlechten Ruf gerät und dann kann man künftig auch die anderen Wohnungen nicht mehr problemlos vermieten, weil keiner mehr in dem Haus mit "solchen Leuten" wohnen will
- der Mieter lässt die Wohnung verkommen, lüftet nicht vernünftig, es kommt zu Schimmelbildung,
- vermüllt die Wohnung, zieht Ungeziefer an
- benutzt die Wohnung nur als "Übergangslösung", d.h. er kündigt schnell wieder, wenn er was besseres gefunden hat, dann muss man als Vermieter die gesamte Tour wieder von vorne starten,
oder, ganz schrecklich:
- der Mieter ist ein blöder Pingelskopp und Prinzipienreiter, der alles ganz genau nimmt, das sind tatsächlich die allerschlimmsten, dann lieber einen, der die Wohnung vermüllt....
Wenn man den falschen Mieter aussucht, kann das also ärgerliche Folgen haben, genau deshalb ist es so wichtig, die Mietinteressenten bei der Besichtigung der Wohnung so gut wie möglich einzuschätzen - und genau deshalb machen wir das gerne zu zweit.

Aktuell haben wir einen "Vermietermarkt", d.h. es gibt regelmäßig ausreichend Mietinteressenten für eine Wohnung, der Vermieter kann aussuchen. Das ist nicht immer so, es gab auch schon Zeiten von Wohnungsüberhang und vielen Leerständen.

Auf Ks Wohnungsannonce hatten sich zwar genug Interessenten gemeldet, die allermeisten wurden aber gleich im ersten "Durchfiltern" schon wieder aussortiert, denn vieles kann man bereits aus der Datenlage erkennen, dass das nicht passt, bzw. dass es Interessenten gibt, die besser passen. Die Wohnung, die vermietet werden sollte, ist eine Dachgeschosswohnung mit 74qm und drei Zimmern.
Also nix für eine mehr als dreiköpfige Familie, ebenfalls nichts für ältere Menschen (zu viele Treppen) und auch nichts für Tierhalter, denn gegenüber wohnt ein Mensch mit einer starken Allergie.

Die Interessenten, die rein von der passenden Datenlage her in Frage kamen, wurden dann heute zur Besichtigung eingeladen.
Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich sich Menschen in so einer Situation verhalten.
Der Wohnungsmarkt in der Stadt, in der K seine Wohnung vermietet, ist extrem angespannt, es gibt tatsächlich nur sehr wenig vergleichbare Angebote und in Zeiten des Internets ist es nicht so kompliziert, sich kurzfristig einen Überblick über die Wohnungen, die angeboten werden, zu verschaffen.
Trotzdem ist unter den Interessenten natürlich immer mindestens ein obercooler Typ, der lässig erklärt, dass er sich das mit der Wohnung noch mal überlegen würde, er hätte da noch mehr Besichtigungen und würde sich natürlich die tollste raussuchen. Diese hier wäre schon echt nicht schlecht, aber er müsste erst noch die anderen ansehen, dann würde er sich wieder melden, ob er die Wohnung nimmt.
Nach so einer Ansprache ist für den Vermieter schon mal eines ganz klar: Der wird die Wohnung nicht kriegen, egal ob er sie nimmt oder nicht.

Dann gibt es auch immer den schüchtern Verzweifelten, der versucht, so unauffällig und so zurückhaltend wie möglich zu sein, wirft in jedes Zimmer nur schnell von weitem einen Blick, fragt nichts, sagt nichts und murmelt abschließend nur, dass er durchaus interessiert sei, deshalb habe er sich ja gemeldet und der Vermieter müsse jetzt entscheiden.

Meine persönlichen Favoriten sind immer die, die offen begeistert sind von der Wohnung, spontan erklären, dass genau diese Wohnung absolut perfekt für sie sei, dass sie sich gar keine bessere Wohnung vorstellen könnten und dann auch noch ein paar kreative Argumente finden, was genau an dieser Wohnung für ihre persönliche Situation so besonders optimal ist. Beste Freundin wohnt nur 100m entfernt, Sofa passt wie maßgeschneidert genau ins Wohnzimmer, drittes Zimmer ist prima, weil Mutter kommt oft zu Besuch - es gibt viele Gründe, die man sich einfallen lassen kann, und wer sich die Mühe macht, solche Gründe vorzutragen, hat auf alle Fälle einen dicken Vorsprung bei der Auswahl, die der Vermieter ja zwangsläufig treffen muss.
Auch sehr hilfreich ist eine kleine "Bewerbungsmappe", denn natürlich möchte kein Vermieter insolvente Mieter haben. So Unterlagen wie Schufa-Auskunft, "Zeugnis" des bisherigen Vermieters, Gehaltsnachweise und ein Blatt Papier, auf dem alle wichtigen, persönlichen Daten für den Vermieter sortiert zusammengestellt sind, das macht durchaus Eindruck.

Wenn ich Mieter aussuche, ist die persönliche Sympathie immer das erste Sortierkriterium. Die finanziellen Verhältnisse müssen zwar passen (positive Schufa Auskunft), aber ein zu hohes Einkommen kann eher hinderlich sein, weil damit auch oft seltsame Allüren einhergehen.
Und, eiserne Regel: Niemals an einen Rechtsanwalt vermieten, niemals! Die machen immer Ärger. Und wenn möglich auch nicht an einen Lehrer. Ebenfalls sehr schwieriges Klientel
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Freitag, 2. November 2018
Inseltag
Inseltage haben grundsätzlich den Vorteil, dass man sich, bevor einem gar nichts einfällt, was man schreiben könnte, mit Fotos rausretten kann. Denn die meisten Fotos, die ich hier einfach nur so im Vorbeilaufen mache, sind schon wegen der Umgebung großartig, da muss man gar nichts weiter dran machen. Ich finde das enorm bequem, ich muss kein besonderes Motiv aussuchen, ich muss kein Setting arrangieren oder schwierige Kompositionen entwerfen, ich kann einfach beim über die Insel schlendern mein Handy zücken, ein paar Fotos machen und mein Content ist gerettet. Ich profitiere damit auf das vorbildllichste von der klugen Strategie meiner Ahnen, sich auf dieser Insel niederzulassen und hier ansässig zu werden, denn gefühlt ist diese Insel eben immer noch viel mehr meine Insel als die der hundertausend Badegäste, die sich hier teilweise schon sehr unangenehm badegastspreading breitmachen.

Grundsätzlich kann ich all die Resentiments, die so viele Deutsche heutzutage gegen die Flüchtlinge haben, gut nachvollziehen - global betrachtet sind die Flüchtlinge auch nichts anderes als lästige Kurgäste, denn das besondere an einem Großteil der Kurgäste hier auf Borkum ist, dass die für ihren Aufenthalt hier auch nicht bezahlen, sondern nur zur Kur hier sind und die Kasse bezahlen lassen. Borkum ist randvoll mit Kliniken und Kurheimen jeder Art und all die Menschen, die dort wohnen, haben sicherlich eine schwere Krankheit, genau deshalb werden sie ja zur Erholung oder Genesung hier auf die Insel geschickt - aber wie gesagt, genau deshalb bezahlt der Rest der Gesellschaft für ihren Urlaub hier auf der Insel, denn schließlich kann man die Leute nicht einfach so in ihrem Elend stecken lassen.
Ich kenne kaum einen Borkumer, der nicht schon mehrfach und ausdauernd über die dösigen Kurgäste die Augen gerollt hätte, diese Menschen sind einfach anders und vor allem, sie sind anstrengend.
Hilft aber nix, unterm Strich ist auch jedem Borkumer klar, dass wir all diese Menschen brauchen, um auch in Zukunft weiter so bequem und gut ausgestattet auf dieser Insel leben zu können, denn aus eigener Kraft würde wir das mal nicht mehr schaffen. Außerdem ist gleichzeitig auch jedem (naja, fast jedem) Borkumer klar, dass es ein ganz ungemein glückliches Privileg ist, Ahnen zu haben, die schon vor Generationen so klug waren, den Familienwohnsitz auf diese Insel zu legen und wenn man selber schon so ungemein viel Glück hatte, dann kann man anderen Leuten, die in ihrem Leben ansonsten deutlich viel mehr Unglück hatten und eben nicht die Chance haben, regelmäßig an diesem wunderschönen Ort zu sein, wenigstens ein bisschen davon abgeben und deshalb sind wir auch stolz darauf, wenn die Leute ausgerechnet hier auf Borkum gerne Urlaub machen und nicht nach Juist, Norderney - oder noch viel schlimmer - an die Ostsee oder zum Ballermann fahren. Und deshalb hat man sich hier einfach damit arrangiert, dass die Insel mehrheitlich von Kurgästen bevölkert ist.

Nur genau hier bricht das Bild: Die Borkumer finden die Kurgäste auch ätzend, so generell gesehen auf alle Fälle und in Einzelfällen auch sehr individuell, genau wie die Festlandsbevölkerung die Flüchtlinge, trotzdem ist jedem auf der Insel hier klar, dass diese ätzenden Kurgäste die Zukunft der Insel garantieren, im Grunde genau wie die Flüchtlinge in Deutschland- nur warum begreifen die Festlandsleute das nicht?
Mich wundert das regelmäßig sehr.

Aber zurück zu meinen Fotos: Gibt ja Menschen, die posten ständig Katzenfotos, ich poste dann mal ständig Inselfotos, wer das langweilig findet, der geht sowieso besser Katzenfotos gucken. Aber wie immer, wenn ich viele Fotos habe - ich verlagere die in die Kommentare, damit die Startseite nicht so ewig zum laden braucht
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