anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 15. Oktober 2022
Volle Insel und Holzvorräte
Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos, dans une chambre.
(Das ganze Unheil der Menschen kommt nur daher, dass sie nicht gelernt haben, in Ruhe in einem Zimmer zu bleiben.)

Besser lässt es sich bis heute nicht beschreiben, und dabei sagte Blaise Pascal das schon im 17. Jahrhundert.
Ich frage mich manchmal, wie groß sein Entsetzen wäre, wenn er die Umtriebigkeit der Menschen heutzutage kennte.

Ich weiß auch nicht, wie ich da jetzt drauf komme, vielleicht nur, weil ich heute im Dorf war, um Fahrkarten zu holen und dabei voller Faszination die Menschenmengen beguckt habe, die sich hier immer noch auf der Insel aufhalten. Bei mir vorm Haus wird es ja langsamer ruhiger, der Strand ist leergeräumt und damit gibt es auch deutlich weniger Menschen, die den Strandaufgang direkt bei mir um die Ecke benutzen.
Aber wenn man ins Dorf geht, dann staunt man, wie viele Menschen doch immer noch da sind, in den Restaurants sitzen und durch die Fußgängerzone laufen.

Dabei war heute richtig usseliges Wetter und ich war froh, als ich wieder zu Hause war. Am späten Nachmittag fuhr ich dann aber doch noch mal los, allerdings mit dem Auto, weil ich im Baumarkt Holz kaufen wollte. Man glaubt es ja kaum, aber hier vor Ort auf der Insel ist das Holz im Baumarkt günstiger als auf dem Festland in einem Sonderpostenmarkt (wo es schon günstiger war als bei Hornbach in Münster).

Und weil ich ja so ein kleines Prepperseelchen bin und Angst habe, im Winter zu erfrieren, bunkere ich seit längerem Holz wie ein Eichhörnchen Nüsse. Heute habe ich noch mal 50 Raummeter Holz dazugelagert, das war die Höchstmenge, die sie im Baumarkt an einen Haushalt abgegeben haben.

Der Onkel hat außerdem wieder mal einen Pflaumenbaum gefällt, den wir auch verheizen dürfen und ich habe ja schon gelernt, dass Pflaume ein sehr hartes und langbrennendes Holz ist, was wunderbar für den Ofen geeignet ist, allerdings muss es nach dem Fällen auch erst mindestens ein Jahr rumliegen, bevor es als Brennholz taugt. Wir haben deshalb den Baum neulich erst mal nur in ofengerechte Stücke zerkleinert und dann im ehemaligen Hühnerstall beim Onkel zwischengelagert.

Nächsten Winter gibt es dann Pflaume.

Jetzt muss ich Borgen gucken, die Folgen sind nur noch bis zum 31.10. in der Arte Mediathek verfügbar - und wir haben noch acht Folgen zu gehen
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Donnerstag, 13. Oktober 2022
Wortevorrat und Strandgedanken
Meine Theorie ist, dass ich nur eine begrenzte Menge an Wörtern pro Tag zur freien Verwendung zur Verfügung habe. Wenn ich tagsüber schon zu viele davon verbraucht habe, weil ich zB privat telefoniert habe, dann bleibt nicht mehr genug übrig, um abends noch einen ausführlichen Blogtext zu schreiben.

Manchmal verbrauche ich auch Wörter, weil ich gedanklich an einem Thema rumkaue und in dem Versuch, in meine wirren Gedanken einen roten Faden zu weben, schreibe ich dann Wörter auf, um das alles etwas zu sortieren, insgesamt ist der Text aber nicht geeignet, ihn hier zu verbloggen. Trotzdem sind die Wörter verbraucht und ich sitze dann am Abend vor einem leeren Blogfenster und weiß nicht weiter.

An anderen Tagen verbrauche ich meine Wörter in Gesprächen mit meinem Westfalenmann. Das kommt wahrscheinlich am häufigsten vor. Wir unterhalten uns oft ausführlich über alle möglichen Themen, eigentlich spreche ich über jedes Thema, was mich so beschäftigt, immer zuerst mal mit K, weil er die meisten Dinge in der Regel aus einer komplett anderen Perspektive betrachtet als ich und das finde ich enorm spannend. Und wenn wir beide Zeit weil Urlaub haben, dann werden das schon mal sehr lange und sehr wörterverbrauchende Gespräche.

Heute haben wir einen Strandspaziergang gemacht, weil so schönes Wetter war.



Fast alle Strandzelte und -körbe sind schon ins Winterlager gebracht worden, der Strand ist leer und heimelig. Ich mag Strand ohne Trubel eindeutig lieber, interessanterweise sagt das jeder, irgendwo ist hier ein Widerspruch versteckt.

Es gibt aber immer noch Menschen, die auch in dem nur noch 14°C kalten Wasser schwimmen gehen - es gibt aber auch immer noch eine DLRG-Bewachung, die dann für die einzelnen Schwimmer extra bis zur Wasserlinie runterläuft und aufpasst.



Es ist eine Zwischenzeit, noch nicht Herbst aber auch nicht mehr Sommer, egal, es war auf alle Fälle sehr schönes Wetter für einen Spaziergang und ich musste ein wenig lächeln über die Abdrücke im Sand, neben erkennbar nackten Füßen laufen Menschen mit erkennbar dicker Winterstiefelsohle, es ist halt eine Zwischenzeit und jeder interpretiert sie so wie es für ihn am besten passt.

Ich hatte heute meine UGGs an, was für die Kälte gut ist, ist auch für die Wärme gut, sagte mein Uropa stets, der auch im Hochsommer lange Unterhosen trug. Für die Zwischenzeit sind UGGs also mehr als perfekt.

Am Abend kam der GaLa-Mensch und brachte ein paar Mustersteine mit, die angeblich jetzt geliefert wurden und noch angeblicher will er dann bald anfangen, den Außenbereich zu pflastern. Ich glaub ja noch nicht dran, fände es aber wundervoll. Es ist so ein Zwischending zwischen nicht wirklich wahr aber auch nicht beweisbar gelogen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
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Montag, 10. Oktober 2022
Nur Kleinigkeiten
Heute war einer dieser Tage, wo man den ganzen Tag mit tausenderlei Dingen beschäftigt ist, am Ende des Tages aber nicht so genau weiß, was man eigentlich alles gemacht hat.

Einen Großteil des Tages habe ich damit verbracht, mein berufliches E-Mail-Postfach aufzuräumen. Das habe ich die letzte Woche einfach volllaufen lassen, weil ich ja schließlich Urlaub habe.
Da ich es aber sowieso irgendwann aufräumen muss und außerdem die Arbeit während meines Urlaubs nicht von irgendjemand anderem erledigt wird, sondern sich einfach nur aufstapelt und wartet, bis ich wieder da bin, ist es auch egal, wann ich das mache, getan werden muss es so oder so.

Am späten Vormittag kam der Heizungsinstallateur, weil die Heizung ständig irgendwelche Mucken macht und auf Störung geht, was schon lästig ist, wenn ich da bin, weil ich dann jedesmal, wenn ich es bemerke (und ich bemerke es im Zweifel spätestens dann, wenn mir richtig kalt wird), in den Keller laufen muss, um den Resetknopf zu drücken.
Wenn ich aber nicht da bin und es gibt draußen über eine längere Zeit Minusgrade, dann ist es richtig blöd, wenn die Heizung auf Störung geht, denn dann frieren die Leitungen ein, das haben wir ja nun ausgiebig getestet.

Ich bat also darum, die Heizung zu überprüfen, solange ich noch da bin und das passierte heute.
Aber auch wenn der Installateur fast fünf Stunden an der Heizung rumwerkelte und mehrfach losfuhr, um irgendwelche Ersatzteile zu holen, die er probehalber austauschte, so habe ich immer noch kein gutes Gefühl, denn der Installateur ist selber komplett ratlos und kann nicht erklären, warum die Therme ständig Fehler produziert. Er telefonierte länger mit der Hotline von Buderus, die konnten ihm aber wohl auch keinen heißen Tipp geben, es bleibt also eine unsichere Kiste und wir müssen die Heizung jetzt ständig und zeitnah kontrollieren.
Dann drücken wir da mal die Daumen.

Außerdem habe ich heute eine längere Zeit damit verbracht, nach dem Ladegerät für eine Akku-LED-Taschenlampe zu suchen - leider erfolglos.
Dafür habe ich erfolgreich die Rechnung für den Kauf dieser Lampe gefunden, geht doch nichts über eine gute Buchführung. Mit den Angaben auf dieser Rechnung konnte ich immerhin den Hersteller anschreiben und nachfragen, welches Ersatzladegerät für diese Lampe benutzt werden kann, denn genau die Lampe, die wir haben, wird nicht mehr verkauft.

Schließlich habe ich am Vormittag noch die Küche aufgeräumt und am Abend wieder eingedreckt (aka gekocht), ein Loch in der Hosentasche meiner Jeans geflickt, die Wäsche abgenommen, gelegt und weggeräumt, den Glasmüll entsorgt, die Pfandflaschen weggebracht und dabei frischen Federweißennachschub besorgt.

Alles winzige Kleinigkeiten, zusammengenommen füllen sie aber einen kompletten Tag
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Montag, 10. Oktober 2022
Sonnentag
Was für ein wunderbares Wetter, wir haben es heute ausführlich genossen. Strahlend blauer Himmel, ca. 19°C in der Sonne und es war viel Sonne heute, besser geht es für mich nicht.
Ich bin ganz ausdrücklich kein Sommerfreund, Temperaturen von mehr als 27°C machen mich sehr schnell depressiv und ich wünsche mir dann nur noch, nicht mehr existieren zu müssen.

Wie Menschen sich freiwillig in Gegenden begeben können, wo die Temperaturen fast garantiert weit über 30°C liegen, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben, es ist mir aber gleichzeitig auch ziemlich egal. Die meisten Menschen tun alle naselang Dinge, die mich immer nur staunen lassen, ich habe schon längst aufgehört, mich auch nur in Ansätzen dafür zu interessieren.

N fuhr heute wieder zurück nach Berlin, ich habe ihn zur 10.30h Fähre gebracht und anschließend eine Maschine Wäsche im Powerwashprogramm in unter einer Stunde durchlaufen lassen und mich dann draußen hingesetzt, um dem Solartrockner beim Arbeiten zuzusehen.


K werkelte derweil in der Küche und brachte die letzten Fußbodenleisten an.
Für diese Bastelarbeiten nimmt er sich immer sehr viel Zeit, aber am Ende ist dann alles derart perfekt gearbeitet, dass man es nur bewundern kann.



Nach 70 Jahren Borkumer Pfusch wird dieses Haus jetzt endlich mal von Grund auf sorgfältig gestaltet.

Am Nachmittag machten wir eine Riesenradtour, einmal rund um die Insel, das Wetter war einfach zu schön, um es nicht intensiv genießen zu wollen.

Erst fuhren wir über das Deckwerk und anschließend über den Loopdeelenweg bis zur Ronden Plaate.



In diese Richtung hatten wir gründlich Gegenwind und ich wollte unbedingt den gleichen Weg zurück fahren, um den mühsam erstrampelten Rückenwind nicht durch eine Rückfahrt durch die Greune-Stee verpuffen zu lassen. Also drehten wir am Waldanfang um und fuhren mit wunderbarem Rückenwind die gleiche Strecke wieder nach Hause, wo ich fix die zweite Maschine Wäsche aufhängte, bevor wir zur Radtour Teil 2 starteten, diesmal gleich Richtung Norden und mit Rückenwind immer am Wasser lang bis Cafe Seeblick.

Von dort quer durch die Dünen bis zum Flugplatz, wo wir einen Zwischenstopp einlegten und dem Massenaufbruch der Ausflugsflieger zu schauten. Seit dem 1.10. schließt der Platz um 17h, d.h. alle Besucher, die mit dem Flugzeug da war, mussten rechtzeitig vorher wieder abfliegen und bei so einem Wetter wie heute, waren viele Fliegerbesucher da.

Vom Flugplatz fuhren wir schließlich über die Bantje Dünen zum Sommerdeich und von dort wieder von hinten kommend durch die Greune-Stee und dann zum zweiten Mal mit Rückenwind über den Loopdeelenweg und das Deckwerk zurück bis nach Hause.

Es war ein wirklich schöner Ausflug - und das allerbeste war, dass K an meinem Fahrrad den Sattel und den Lenker heute so perfekt für mich eingestellt hat, dass es sich jetzt fast so toll fährt und anfühlt wie das Wunderrad, was ich in Greven grade neu gekauft habe.

Ich fand dieses Fahrrad optisch ja schon immer wunderschön, zum Fahren fand ich es aber stets eher nur so 2a.
Das ist jetzt Vergangenheit, ich habe mich heute neu in mein altes Fahrrad verliebt, ab sofort habe ich nichts mehr zu Meckern, es war tatsächlich nur eine Frage der Einstellung.

Wie so oft im Leben
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Freitag, 7. Oktober 2022
Bodenfinish
Tusch!

Heute Abend um 19.57h war der Boden fertig verlegt.
Tusch!

Das Material, was wir verlegt haben, heißt Click-Vinyl und gekauft hat K das Zeug schon letztes Jahr im Sommer.
Insgesamt hat er 22 Pakete mit je 10 Platten von 60cmx30cm gekauft, pro Paket also 1,8m², jedes Paket wiegt 15kg oder in Summe 330kg für knapp 40 m².
Die Pakete mit den Vinylplatten hat er dann nach und nach im Flieger mitgenommen als er letzten Sommer zwischen Büro und Borkum pendelte, seitdem lagerten sie bei uns im Fahrradschuppen.

Jetzt sind sie alle verlegt, als Rest blieb ein angebrochenes Paket mit 5 ganzen Platten und diverse angeschnittene Reststücke. Ich würde sagen, das war ein ziemlich perfektes Mengenmanagement.

Für Morgen ist jetzt einräumen angesagt, denn natürlich mussten die Bücherregale wieder ausgeräumt werden, aber das haben wir ja vor drei Monaten schon mal geübt, das schreckt jetzt nicht mehr.

Da ich im Sommer jede Menge Bücher aussortiert und entsorgt habe, ist die Büchermenge jetzt überschaubar



Deshalb plane ich diesmal, die Bücher nicht mehr nach Genre und Alphabet einzuräumen, sondern nach Farbe zu sortieren, das sieht bestimmt hübsch aus und nicht so eklig intellektuell, wie diese streng bibliophile Langeweilsortierung.

Das wird bestimmt lustig morgen
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Freitag, 7. Oktober 2022
Baustellenfortgang
Heute wurde wieder Boden verlegt, es musste aber zum Glück dafür nur der Geschirrschrank und das Bücherregel daneben ausgeräumt werden, das ging relativ schnell, sowohl raus als auch nachher wieder rein.

K und N hatten sich entschieden, den Esstisch nicht abzubauen, sondern nur die hinteren Beine zwischenzeitlich zu versetzen, d.h. erst wurde der Boden unterm Esstisch bis zu den hinteren Beinen gelegt, dann wurden die abgeschraubt und etwas weiter vorne, da, wo schon neuer Boden lag, als Stütze untergeschoben, dann wurde die Reihe unter den Beinen gelegt und dann sollten die Beine wieder an die alten Stellen angeschraubt werden.

So der Plan.
Die Realität war etwas gemeiner, die Schrauben, mit denen die Beine an der Tischplatte angeschraubt waren, waren nämlich so fest drin, dass sie ruckzuck vernudelt waren, als K versuchte, sie rauszudrehen.
Es stellte sich also als mittelgroße Operation heraus, war K da veranstalten musste, um die Beine abzuschrauben, aber was so ein echter Westfale ist, der gibt nicht auf und schon gar nicht lässt er sich von popeligen Schrauben unterkriegen. Pah, wo käme man denn da hin.

Es endete so, dass K letztlich mit der Flex einen neuen Schlitz in die vernudelten Schraubenköpfe schnitt, so dass er anschließend mit einem riesigen, großen, massiven Schlitzschraubenzieher die Schrauben lösen konnte. Was für ein Akt. Aber Sieg für meinen Westfalenmann.

Fotos spar ich mir, es liegt jetzt einfach noch mehr schwarzer Schieferboden über dem orangenen Linoleum, wenn alles fertig ist, gibt es wieder Fotos vom Gesamtkunstwerk.

Was Besonderes ist sonst nicht passiert, ich habe noch das Bett vom Besuch abgezogen und das Bettzeug gewaschen, heute war gutes Bettwäschetrockenwetter, ist also schon wieder alles frisch und sauber.
Und ich habe vorhin den Müll rausgestellt, ist aber nur die kleine Müllrunde morgen, gelben Müll und Papier gibt es erst nächste Woche, das wird dann deutlich aufregender.

Zum Abendessen gab es Kartoffelspalten aus dem Backofen - der funktioniert ja endlich wieder!
Und morgen müssen wir noch Distanzscheiben für die Türfitschen kaufen, auch die abgehobelte Tür schleift nämlich doch noch etwas über den neuen Boden, aber nur so leicht, dass Distanzscheiben ausreichen müssten
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Donnerstag, 6. Oktober 2022
Zwischentag
Heute war Baustellenruhetag.
Alles, was ich noch geschafft habe, war das herumstehende Chaos zu beseitigen und die ausgeräumten Inhalte wieder zurück in die Schränke zu packen. Interessanterweise sind die Schränke in den zwei Tagen geschrumpft, wie das passieren konnte, kann ich nicht erklären, aber es passt nicht mehr all das rein, was hier ausgeräumt rumstand. Sehr mysteriös.

K hat mir noch eine neue Steckdose angeschlossen, die ihren Strom aus einer anderen Steckdose bekommt, die bisher (und jetzt natürlich wieder) hinter der Spülmaschine versteckt ist. Als alles freigeräumt war, gab es die gute Gelegenheit, hier mal eben fix eine Anschlussleitung abzuklemmen.

Außerdem hat K die Tür schon mal abgehobelt, da passt der neue Boden jetzt problemlos drunter.

Das waren aber auch schon alle Arbeiten im Haus.

Heute Mittag habe ich den Besuch wieder zur Fähre gebracht, jetzt ist zum Glück aber noch N da, der uns bei den weiteren Arbeiten sicherlich auch gut helfen kann.

Die restliche Zeit des Tages habe ich ansonsten mit Telefonieren verbracht. Als ich am Hafen ins Auto stieg, um wieder zurück zu fahren, klingelte mein Telefon und ich ging dran, bevor ich losfuhr und blieb dann noch für über zwei Stunden auf dem Parkplatz am Hafen stehen, weil ein Telefonat nach dem anderen ankam. Es war etwas anstrengend, aber manchmal lässt sich sowas auch nicht ändern.

Für ein komplett freiwilliges Telefonat hatte ich mich dann noch am Nachmittag mit Barbara verabredet, wir haben solange nicht mehr miteinander geredet, dass es alles in allem über zwei Stunden dauerte, bis endlich alle Themen besprochen waren. Die Sache mit dem Leuchtturm ist jetzt auch geklärt, sie sieht ein, dass für die Stelle über dem Sofa ein Bild von dem neuen Leuchtturm in 40x70 sozusagen alternativlos ist, das freut mich sehr.

Sonst ist nichts weiter passiert, wir sammelten alle frische Energie, morgen geht es mit dem Bodenverlegen weiter
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Mittwoch, 5. Oktober 2022
Meine Winkerobbe
Das war ein relativ unspektakulärer Tag heute, womit er exakt so verlief, wie ich es mir gewünscht habe.
Geburtstag ist nichts, was ich angenehm finde, mir ist es lieber, Geburtstag kommt nicht vor - und so war das heute im Wesentlichen auch.
Die Baustelle machte gute Fortschritte und heute Abend war die Küche technisch wieder vollkommen einsatzfähig, das ist höchst erfreulich.



Die Spüle ist angeschlossen, es gibt also wieder Wasser, auch die Spülmaschine funktioniert, der Kühlschrank steht an seinem finalen Platz und der Apothekerschrank steht auch wieder da, wo er hingehört.
Der Boden ist bis zum Übergang zum Esstisch fertig verlegt und die Arbeitsplatten sind abgeschliffen und bereits das erste Mal eingeölt.

Also alles voll im Plan, ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten.

Am Nachmittag fand dann doch noch ein bisschen unerwarteter Geburtstag statt, ich bekam nämlich ein Geburtstagspaket von meiner Freundin Barbara und drin war die weltbeste Winkerobbe, die man sich nur vorstellen kann.

Vor cirka einem Jahr hatte ich ihr eine Winkekatze geschickt und mir gewünscht, dass sie daraus eine Winkerobbe macht.

Ich finde Winkekatzen ja grundsätzlich ziemlich prima und wollte gerne so ein Symbol unendlicher Gelassenheit auf meinen Schreibtisch stellen, bis mir einfiel, dass eine Robbe doch viel besser zu mir passt als so eine chinesische Katze.
Und was gibt es gelasseneres als eine winkende Robbe?

Barbara war von Anfang an skeptisch, ob ihr das gelingen wird, also diese künstlerische und technische Umarbeitung einer chinesischen Winkekatze in eine norddeutsche Winkerobbe, ich dagegen zweifelte keine Sekunde daran, dass ihr (und ihrem Mann, der ist nämlich Ingenieur) das ganz wunderbar gelingen wird und wartete gelassen ab.

Und heute kam die Robbe an und ich denke, es ist so ziemlich die perfekteste Winkerobbe, die man sich überhaupt nur vorstellen kann.*


*(Dass sie eine bisschen aussieht wie eine Robbe mit Zahnschmerzen ist nicht die Robbe schuld, sondern die Winkekatze, die da grundsätzlich ja druntersteckt, die brachte nämlich diesen etwas voluminösen Kopf mit dem leicht zurückspringenden, verkniffen Unterkiefer mit, da kann man als Robbenkünstler leider nicht gegenan robben.)

Der Weg von der Katze zur Robbe war allerdings steinig, vor allem die technische Assimilation, denn die Technik, die den Katzenarm winken lässt, ist beeindruckend simpel, aber deshalb leider auch beeindruckend wenig anpassungsbereit.

An dieser Stelle kam der Ingenieur ins Spiel (auch ein Westfale, zwar kein Ost- sondern ein Westwestfale, aber die sind nicht minder hartnäckig) und dieser Ingenieur wollte sich von der simplen Technik eines winkenden Katzenarms nicht unterkriegen lassen und bot all sein Können auf, um aus dem Katzenarm eine Robbenflosse zu machen, die genauso winkt.
Das Problem war das Gewicht des Katzenarms, das war nämlich gering und es stellte sich heraus, das Gewicht des Robbenarms musste auf das Zehntelgramm identisch sein, damit die Technik sich in der Lage sieht, auch mit einer Flosse zu winken.

Im Ergebnis winkt die Robbe jetzt tatsächlich, aber wie es sich für eine norddeutsche Robbe gehört, winkt sie nicht unaufhörlich, sondern nur eine angemessene Zeit und gibt dann das alberne Gehampel so lange wieder auf, bis man sie durch einen leichten Stups erneut auffordert, zu winken. Dann winkt sie auch wieder, stets zu Diensten selbstverständlich, aber eben auch nur im Rahmen des Anständigen. Sie will mit einem ungebremsten Dauergewinke ja auch nicht aufdringlich werden, versteht sich.

Weil also das Gesamtergebnis der Umgestaltung, oder genauer, die umgestaltete Winkeflosse so ungemein fragil ist, ist das Verschicken so eines Kunstwerkes eine ganz besondere Herausforderung, die eine von einem Ingenieur durchdachte, millimetergenau ausgeführte Spezialverpackung erfordert, die ich sehr ehrfüchtig bewunderte und mich kaum traute, eins nach dem anderen der vielen speziell geschnitzten Styroporblöcke, die zum Schutz der Winkeflossen durchdacht ineinandergeklemmt waren, aus dem Paket zu ziehen.

Ich nahm dann aber letztlich all meinen Mut und all mein Fingerspitzengefühl zusammen und befreite die Winkerobbe ohne Schaden aus ihrer Transportverpackung.


Also, meine liebe Barbara, vielen, vielen Dank für die ganz wunderbare Robbe, sie ist absolut einzigartig und besser hätte sie gar nicht werden können. Grade dass sie nicht durchgehend winkt, gefällt mir sehr. So muss das, es ist doch schließlich eine seriöse Robbe und keine neurotische Katze.

Und wie heißt es so nett: Nach dem Geburtstag ist vor dem Geburtstag, wir könnten dann doch morgen bitte mal besprechen, wie genau das Leuchtturmbild werden soll, dass so wunderbar über das Sofa passen wird
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Montag, 3. Oktober 2022
Backofenanschluss und Nachtstimmung
Heute kam Besuch, das war eine schöne Überraschung.
Als Vorabgeburtstagsgeschenk wollen sie dann gleich morgen schon mal mithelfen, die Küche auszuräumen, weil wir ja einen neuen Boden legen wollen.
Wenn viele Leute mitanpacken geht das alles viel leichter.

Als erstes muss allerdings jemand gefunden werden, der in den Kriechkeller kriecht und das Loch von unten verschließt, wo bis zum Sommer der Gasanschluss rauskam.

Der Gasanschluss ist weg, aber das Loch ist noch da. Aktuell habe ich da von oben einen Topfdeckel drübergelegt, um irgendwelche Nagetiere daran zu hindern, durch das Loch den direkten Einstieg in die Küche zu finden, um dort zu überwintern.

Den neuen Boden legen wir einfach auf den bisherigen Boden drauf, um Mäuse oder ähnliches Getier fern zu halten, wird das reichen. Aber da der neue Boden keine besonders hohe eigene Tragkraft hat, erscheint es sehr sinnvoll, das Loch im alten Boden vorher stabil zu verschließen.

Außerdem hat mir K heute meinen Backofen wieder angeschlossen. Der Backofen läuft nämlich auf Strom, nur die Kochplatten laufen mit Gas. Die Kochplatten sind also nachhaltig nicht mehr nutzbar, weil wir den Gasanschluss zurückgebaut haben, aber der Backofen könnte ganz normal funktionieren, wenn man ihn an Strom anschließt.

Während der sechs Wochen im Sommer hat K meine Bitten, doch wenigstens den Backofen wieder in Betrieb nehmen zu können, hartnäckig ignoriert, da haben wir statt Backofengemüse aber auch regelmäßig Grillgemüse gemacht, weil es kein Problem war, draußen zu grillen. Als ich jetzt damit drohte, den Grill in der Wohnküche aufzubauen, wenn ich keinen Backofen habe, hat sich K erbarmt und sich beim Onkel ein passendes Kabel geholt.
Ab sofort habe ich wieder einen funktionstüchtigen Backofen, das Leben kann schön sein.

Nach dem Essen sind wir dann alle zusammen noch einmal ans Wasser gegangen, da fuhr grade ein blaubeleuchtetes Schiff vorbei und der Mond spielte Verstecken hinter den Wolken, da sah ziemlich beeindruckend aus.





Mein Handy weigerte sich, sich bei so geringer Beleuchtung scharf zu stellen, meine Fotos sahen alle aus wie Bilder von Kandinsky, zum Glück hatte der Besuch aber ein weniger zickiges Handy dabei, so dass es doch noch einen Bildnachweis für die Nachtstimmung am Meer gibt
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Sonntag, 2. Oktober 2022
Strand, Gemüsenudeln und Fotos vom Haus
Das Wetter war heute längst nicht so schlecht wie vorhergesagt, es hat zwar gründlich geregnet, es gab aber auch immer wieder trockene Phasen, in denen die Sonne schien und es unerwartet warm war.

In einer dieser Regenpausen gingen wir an den Strand, um uns darüber zu freuen, dass wir wieder hier sind.

Auch wenn ich die Ekstase, in die manche Touristen verfallen, wenn sie das Meer sehen, nicht nachvollziehen kann, weil ich von klein auf daran gewöhnt bin und Strand und Meer und Inselfeeling als etwas völlig Normales empfinde, so habe ich doch jedesmal diese Glücksgefühle, die ein Nachhausekommen bedeuten und dann muss ich natürlich auch zum Strand gehen und das Wasser besuchen und allen guten Tag und "ich bin wieder da" sagen.

Am Abend gab es Nudelpfanne mit Gemüse.

Als die Nudeln gar waren, war die Flüssigkeit im Wesentlichen weg und das Gericht hatte eine insgesamt auflaufartige Konsistenz. Mit viel Parmesan behobelt brachte es meinen Westfalenmann in Verzückungswallungen und er meinte, es wäre fast so gut wie Nudelsalat.
Das passt gut, denn ich habe noch reichlich Gemüse übrig, dann können wir das morgen gleich noch mal machen.

Vor dem Haus war Remmidemmi, die Kamera schickte Bilder und ich finde, es sieht spektakulär aus,

auch wenn die Riesenlichtflatschen nur einem Wassertropfen auf der Linse der Kamera geschuldet sind
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