anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 21. Dezember 2022
Dies und das
Nicht wirklich unerwartete Feststellung des Tages: Frühes Aufstehen führt zu früher Müdigkeit, ich muss also relativ dringlich ins Bett, es war aber ein insgesamt erfolgreicher Tag.
Der Bauunternehmer freut sich, wenn er unser Haus bauen darf, liegt wahrscheinlich daran, dass er einen Preis aufgerufen hat, in den er so viele Sicherheitspuffer eingebaut hat, dass er mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit ein gutes Geschäft machen wird, wir müssen ihm jetzt also mitteilen, dass wir finden, dass die Risiken etwas fairer verteilt sein sollten. Es bleibt also alles offen.

Nach dem Termin in Rheda fuhr ich nach Greven, um meine Büroklamotten einzupacken und machte bei der Gelegenheit einen Abstecher zum Hausarzt, um mir mein neues Schilddrüsenrezept zu holen. Der Arzt hat seine Praxis in der Innenstadt, die Stadt war rappelvoll, alle stadtnahen Parkplätze waren noch voller als rappelvoll und ich glaube, es war nicht ein Mensch unter 60 unterwegs. Es war ein ungemein dystopisches Erlebnis, mir war gar nicht klar, dass die Stadt tagsüber zu 100% in Rentnerhand ist, die inzwischen zu solch einer Masse an Menschen geworden ist.

Morgen letzter Bürotag und am Abend muss ich hier in Greven klar Schiff machen, weil am Freitag schon um 12h die Fähre geht, es bleibt also nicht mehr viel Zeit für all das, was noch getan werden muss, aber es wird schon klappen. Es hat schließlich bisher immer geklappt
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Dienstag, 20. Dezember 2022
Morgen
Morgen ist Dunkelzeitentiefpunkt, danach werden die Tage wieder länger, das ist doch auch tröstlich, oder nicht?
Dabei ist morgen erst Winteranfang und ich bin gefühlt im Wesentlichen schon fertig mit Winter. Also, ich meine so wintertemperaturenmäßig finde ich, dass es jetzt schon ausreichend und lange genug richtig kalt war. Dabei ist normalerweise immer erst Ende Januar bis Februar die kälteste Zeit, ich glaube, ich möchte da lieber gar nicht drüber nachdenken.

Von minus 10 auf plus 10 - in den letzten zwei Tagen ist es hier 20°C wärmer geworden, so gesehen ist es natürlich pures Glück, dass wir jetzt Dezember haben und nicht Juni, für den Sommer stelle ich mir so einen Temperaturanstieg deutlich unangenehmer vor.
Andererseits ist Kälte auch dann am besten zu ertragen, wenn man sie durch Wärme vertreibt, was vice versa auch für die Wärme gilt, zumindest dann, wenn entweder das eine oder das andere zu sehr nach unten oder nach oben ausreißt.

Wahrscheinlich bin ich einfach nur ein weicheiiger Jammerlappen, das gebe ich sofort und ohne Ausflüchte zu, aber ich fühle mich nun mal in einer gemäßigten Klimazone am wohlsten.

Interessanterweise hat der Temperaturanstieg bei mir dazu geführt, dass ich seitdem friere, aber auch das war schon immer so, Temperaturen zwischen 2°- 8° sind die mit Abstand unangenehmsten Temperaturen, weil sie gefühlt kälter sind als dicke Minusgrade.

Morgen müssen wir um 7.30h in Rheda sein, um mit dem Bauunternehmer, der unser Haus bauen soll, das weitere Vorgehen zu besprechen. Konkret heißt das 6.15h Abfahrt, 5.30h Aufstehen.
Da der GU nur bis 10h Zeit hat, habe ich entschieden, dass wir dann zu dem frühest möglichen Termin anfangen, da sich sowieso der gesamte Terminbereich außerhalb meiner Komfortzone befindet und deshalb ist es wurscht, wann genau ich aufstehe, für mich ist jeder Zeitpunkt vor 10h gleich schrecklich.
Ein Vorantreiben des Hausbaus erscheint mir jedoch eine so wichtige Sache, dass ich sehr froh bin, überhaupt dieses Jahr noch einen Termin gefunden zu haben, es zieht sich jetzt alles schon lange genug.

Morgen wird also in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Tag, von heute gibt es dagegen gar nichts zu berichten, außer, dass ich den gesamten Tag kalte Füße hatte und fror
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Sonntag, 18. Dezember 2022
Schreibtischsonntag
Heute hatten alle Läden zu und für Flohmarkt war es eindeutig zu kalt, mir fiel also keine Ausrede mehr ein, deshalb habe ich den größten Teil des Tages vorm PC verbracht und mich um Nebenkostenabrechnungen gekümmert.

Die ersten Stunden war ich damit beschäftigt, die Strom- und Gasabrechnungen für das Haus hier in Greven endlich einmal in einer vernünftigen Liste mit allen notwendigen Daten zusammenzustellen.
Zum 1.1. wechselt schon wieder der Stromanbieter und der Gasversorger will auch Zählerstände gemeldet haben und ich habe doch vor langer Zeit schon begonnen, großzügig die Verbräuche bei den Zählerständen zu erhöhen, um diese hohen Verbrauchswerte in Zeiten teurer Energiekosten unauffällig und vor allem kostensenkend wieder einzusparen.

Dass mir die aktuelle Lage am Energiemarkt nun derart günstig in die Karten spielt, habe ich zwar nicht erwartet, finde es aber natürlich sehr gut, dass ich genau für diese Preiserhöhungen Rücklagen in den Zählerständen geschaffen habe.

Das muss nur sauber verwaltet werden, damit Zählerstände und Verbräuche einigermaßen plausibel sind und grundsätzlich zusammen passen, es wäre schon sehr blöd, wenn plötzlich fremde Leute zum Nachgucken erschienen, ähem, räusper.

Damit da also nix schiefgeht, habe ich sehr lange an einer Excel-Tabelle gebastelt, die jetzt sowohl die tatsächlichen Ist- als auch die gemeldeten Ist-Werte ausweist und jetzt weiß ich auch, welche Zählerstände ich zum 31.12. melden werde, ich habe mir auch schon den online Zugang vom Netzbetreiber besorgt, dann kann ich das alles pünktlich am 31.12.2022 von Borkum aus erledigen. Hat ja durchaus Vorteile, wenn man die Zählerstände errechnet und nicht nur abliest :-)

Durch Ks rigorose Heizungsdrosselungen ist der Gas-Verbrauch hier im Haus sozusagen nicht mehr relevant, unter 1m³ pro Tag, so viel verbraucht das Haus auf Borkum nur fürs Wasserwarmmachen im Sommer. Ich muss allerdings ab nächstem Jahr mit dem rigorosen Abbau des Zählervorsprungs beginnen, wir wollen hier ja nur noch zwei Jahre wohnen, bis dahin muss der Vorsprung auf Null sein.

Den restlichen Tag habe ich mich mit der Erstellung der Nebenkostenabrechnung für die vermieteten Immobilien beschäftigt, eine Tätigkeit, die ich ungemein lästig finde, aber hilft ja nix.

Für morgen früh ist Glatteis angesagt, ich bin sehr gespannt, ob ich dann überhaupt mit dem Auto aus der Tiefgarage komme, aber wenn nicht, dann mache ich eben wieder Home-Office
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Samstag, 17. Dezember 2022
Einkaufsausflug und Ofenwärme
Nach dem Aufstehen heute Morgen schleppte ich mich an den Computer, weil es noch eine Menge an Arbeiten vor Jahresschluss zu erledigen gibt, aber dann verweigerte irgendetwas in mir drin hartnäckig und ich saß nur noch vorm Bildschirm und wusste nicht weiter. Das nutzt dann ja auch nichts, so wird keine der zu erledigenden Arbeiten fertig, also machte ich den PC wieder aus und beschloss, erst mal einkaufen zu gehen.

Jetzt ist es so, dass wir eigentlich überhaupt nichts brauchen, so etwas hindert mich aber nie daran, trotzdem einkaufen zu gehen, es wird sich etwas finden, und wenn nicht, dann ist nicht so schlimm, dann fehlt ja auch nichts, ich habe mich aber erfolgreich vor dem Schreibtisch gedrückt.

K fand die Idee ebenfalls prima, ich tippe, er hatte genauso wenig Lust auf Schreibtisch wie ich.
Ich wollte schon seit sehr, sehr langer Zeit gerne mal nach Saerbeck in einen ganz speziellen Krimskramsladen, aber bisher bin ich noch nie dazu gekommen.

Mittlerweile gibt es von diesen Läden ja ganz viele verschiedene, früher gab es nur Rudis Restrampe, da musste man nicht lange überlegen, wo man hingehen möchte, Heute gibt es x-verschiedene dieser "1-Euro-Reste-Billig-Läden", in die meisten mag ich schon gar nicht mehr reingehen, weil sie im Grunde alle den gleichen, schäbigen Billigkram aus China anbieten, aber bevor mir nichts anderes übrig bleibt, als mich vor den PC zu setzen und sinnvolle Arbeiten zu erledigen, finde ich einen Ausflug in die 1-Euro-Krimskrams-Welt doch noch attraktiver.

Dieser Laden in Saerbeck, zu dem ich fahren wollte, war früher in Greven und ist irgendwann nach Saerbeck umgezogen.
Als er noch in Greven war, bin ich dort öfter mal gucken gegangen, denn er gehört nicht zu einer dieser Riesenketten, die alle das gleiche im Sortiment haben, sondern ist individuell und inhabergeführt, so dass man nie weiß, was grade angeboten wird, jeder Besuch in diesem Laden ist wie Stöbern auf dem Dachboden.

Saerbeck ist eine kleine, niedliche und westfälisch-beschauliche Nachbargemeinde von Greven, keine 10km entfernt, ich hätte also schon längst mal dort hinfahren können, aber wie es eben so ist, sehr häufig kommt es ja auch nicht vor, dass ich an einem Wochenende hier in Greven bin und keine anderen Verpflichtungen habe, heute war endlich mal eine Gelegenheit, das uralte Vorhaben umzusetzen.

Ich schaute dann extra noch im Internet nach der Adresse, wir setzten uns ins Auto, programmierten das Navi und als ich ankam, sah alles seltsam bekannt aus. Einen sehr, sehr ähnlichen Laden haben wir in Greven auch, ich wollte ja gezielt in diesen anderen Laden, der nicht zu einer Kette gehört. Der Laden, für den wir jetzt extra nach Saerbeck gefahren waren, gehört zwar nicht zu einer deutschlandweiten Kette, die Kette ist aber immerhin groß genug, um mindestens 50 verschiedene Filialen zu haben, dafür wäre ich sicher nicht nach Saerbeck gefahren, wenn ich das gewusst hätte.

Aber nun ja, jetzt waren wir einmal da, da konnten wir auch reingehen und schauen, was es so gibt - und zu meiner Freude gab es Mützen und das war etwas, was ich tatsächlich suchte.

Die rosa Mütze (hellrosa, nicht die lachsfarbene) habe ich zunächst nur aus Gaudi aufgezogen, weil rosa üblicherweise wirklich nicht meine Farbe ist und ich wollte K nur demonstrieren, wie dämlich ich damit aussehe, es ergab sich aber, dass ich mit den anderen Mützen noch dämlicher aussah und so besitze ich jetzt eine hellrosa Puschelmütze und ein flauschiges, graues Ohrenband.

Anschließend fuhren wir weiter nach Emsdetten, da ist ein anderer Sonderpostenmarkt, wo ich neulich noch zu durchaus vertretbaren Preisen Brennholz gekauft habe, es war außerdem noch entschieden zu früh, um schon wieder zurück zufahren, da wartete nur der Schreibtisch.

Leider ist inzwischen auch in diesem Markt bekannt geworden, dass sich die Holzpreise verdoppelt haben, von dem günstigen Angebot war nichts mehr übrig, wir haben aber noch mal 10kg Holzbriketts mitgenommen, ich plane den Ofen auf Borkum 14 Tage durchzufeuern.

Auf dem Rückweg Zwischenstopp bei Lidl, allerdings nicht in Greven, sondern in Reckenfeld, erstaunlich, wie unterschiedlich hier das Angebot war. Dinge, die in Greven schon seit längerem komplett ausverkauft sind, gab es hier noch reichlich - und umgekehrt. Wird wohl daran liegen, dass in Reckenfeld andere Leute wohnen.

Wieder zuhause war es dann auch schon spät genug, mit der Essenszubereitung zu beginnen, das war eine perfekte Demonstration des Stückes: Wie drücke ich mich vor ungeliebter Schreibtischarbeit.

Während ich in der Küche die Sache wegräumte, hatte ich aber plötzlich eine schräge Idee, kann es sein, dass ich beim Googeln nach dem gesuchten Krimskramsladen in Saerbeck einen falschen Namen eingegeben hatte? Nur, wenn der Laden nicht Sonderpostenmarkt heißt, wie hieß er dann? Wie findet man einen Laden, von dem man den Namen vergessen hat?
Ich schmiss den Rechner an und wühlte mich durch verschiedene Googelseiten, bis ich es gefunden hatte: Der Laden heißt Sparparadies und ist ganz woanders in Saerbeck, wir sind tatsächlich zu dem falschen Laden gefahren.
Ich schätze, das werde ich dann nächstes Jahr noch mal neu probieren.

Als ich dann wieder in der Küche stand, um das Abendessen zu kochen, fand ich es doch recht frisch im Haus, 16°C sind nun auch keine Temperatur, bei der man ins Schwitzen kommt, aber K hat ja seinen Stolz darein gesetzt, in diesem Haus in diesem Winter ohne Heizung durchkommen zu wollen. Okay, das Arbeitszimmer ist warm, insofern ist die Aussicht, sich doch an den PC durchaus verlockend, aber erstens hatte ich Hunger und zweitens eine gute Idee, mir fiel nämlich das uralte Petroleumöfchen ein, was seit Jahren im Keller steht. Das habe ich reaktiviert und außerdem alle Kerzen angeschmissen, die ich finden konnte

und nach anderthalb Stunden war es schon fast warm im Wohnzimmer, geht doch
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Freitag, 16. Dezember 2022
Die Zewarolle
Ich bin heute zehnmal in den Keller gegangen, um eine neue Zewarolle zu holen.
Beim ersten Mal habe ich eine Flasche Mineralwasser mitgebracht, weil ich vergessen hatte, was ich überhaupt im Keller wollte, als ich unten war.
Beim zweiten Versuch habe ich eine neue Spüliflasche mitgebracht, weil die alte demnächst leer wird.
Als ich zum dritten Mal in den Keller ging, habe ich den Glasmüll mit runtergenommen, dafür nichts anderes mit hoch gebracht.
Beim vierten Anlauf habe ich nichts mit runter genommen und nichts mit hoch gebracht, dafür ein bisschen im Einpack-Geschenkekeller aufgeräumt in der Hoffnung, dass mir schon gleich einfallen wird, was ich überhaupt im Keller wollte. Während ich also darüber nachdachte, was mir einfallen sollte, fiel mir ein, dass ich allen drei Kindern das gleiche, selbstgemachte Geschenk schenken könnte. Um das sofort in Angriff zu nehmen, bin ich wieder nach oben gegangen.

Um das Geschenk herzustellen, musste ich erst mal die Küche aufräumen, da stand jede Menge Kram rum, der in den Keller gehörte, was ich sofort erledigte.

Als ich wieder oben war, fiel mir auf, dass ich ein Glas in den Keller gebracht hatte, was ich für das Geschenkt brauchte, und eine Zewarolle fehlte ja auch noch. Sechster Gang in den Keller, ich brachte das Glas wieder hoch, aber keine Zewarolle.

Wieder zurück in der Küche wusch ich das Glas ab und bemerkte, dass die neue Spüliflasche kein Spüli enthielt, sondern Klarspüler für die Spülmaschine, den ich sofort wieder in den Keller brachte. Auf dem Rückweg aus dem Keller war ich die Treppe zu zweidrittel oben, als ich bemerkte, dass ich weder Zewa noch Spüli mitgenommen hatte, drehte um und holte eine Flasche Spüli und einen neuen Topfputzschwamm, weil ich wusste, dass ich zwei Teile aus dem Keller holen wollte.

Weil ich einen frischen Topfputzschwamm geholt hatte, habe ich begonnen, den großen Suppentopf zu scheuern, das hatte ich schon seit Wochen vor. Dabei setzte ich die Küche etwas unter Wasser, weil der Topf sehr groß ist und nicht ganz in die Spüle passt. Um das sofort aufzuwischen, habe ich den Wischer aus dem Keller geholt, die Küche gewischt und dann den Wischer wieder runtergebracht. Als ich im Keller stand, fiel mir ein, dass ich ja noch etwas anderes aus dem Keller holen wollte, ich sah das Regal mit den Gläsern und nahm ein Glas mit hoch, weil ich nicht wusste, ob ich das schon getan hatte.

In der Küche stellte ich dann fest, dass ich jetzt zu viele Gläser hatte aber immer noch kein Zewa, ich habe mir deshalb Zewa auf meinen Handrücken geschrieben, bin mit dem überzähligen Glas in den Keller gegangen, um es zurückzustellen, drehte um, ging die Treppe wieder hoch, sah beim Lichtausschalten auf meinen Handrücken, drehte sofort wieder um und murmelte dabei konstant: Zewa, Zewa, Zewa vor mich hin, dann endlich gelang es und jetzt hängt eine frische Zewarolle in der Küche
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Donnerstag, 15. Dezember 2022
Alle krank
Ich war heute beim Arzt, meine vierteljährliche Schilddrüsenblutkontrolle stand an.
An diese Termine werde ich regelmäßig von meinem Arzt erinnert, allerdings wurde schon vor längerem eingeführt, dass ich für eine Blutabnahme einen Termin machen muss und nicht mehr einfach irgendwann während der Sprechzeiten vorbeikommen kann.

Vor zwei Wochen habe ich mich also schon darum gekümmert, einen Termin zur Blutabnahme zu buchen. Da mein Arzt eine vollautomatisierte online Praxis führt, kann ich alle Termine online buchen, was ich sehr schätze. Niemanden mehr anzurufen und nicht mehr mit Menschen persönlich sprechen zu müssen, ist für mich ja die perfekte Lösung.

Nicht so perfekt war die Tatsache, dass es online überhaupt keine verfügbaren Termine mehr vor dem 23. Dezember gab. Es war alles ausgebucht, auch die 5 Minuten Termine zum Blut abnehmen.
Ich buchte also den letztmöglichen Termin am 23. Dezember und kreuzte die Box an, in der stand: „Benachrichtigen Sie mich, wenn ein früherer Termin frei wird.“

Diese Benachrichtigung kam gestern, der frei gewordene Termin war heute um 9:45 Uhr, also beschloss ich kurzerhand, heute später ins Büro zu gehen, um erst mal diesen Medizinkram zu erledigen.
Deshalb war ich heute in einer Hausarztpraxis und uff, was soll ich sagen, so voll habe ich es dort noch niemals nie erlebt.

Es war unglaublich, ungefähr 500 Patienten drängten sich im Vorraum, im Wartezimmer und in den Gängen, alles schniefte, hustete und zitterte vor sich hin, ich kam mir vor wie im Mittelalter in einer der Pestabteilungen.

Ich finde ja, die Pandemie hat sowieso viele Vorteile für mich mit sich gebracht, in diesem Fall war ich der Pandemie aber auch noch für die Maskenpflicht dankbar.

Ich habe zwar keine Angst mehr vor Corona, ich habe aber auch überhaupt keine Lust auf eine von diesen sonstigen Viruserkrankungen, die derzeit kursieren. Deshalb war ich sehr froh, dass ich hinter meiner Maske verschwinden konnte und dass alle anderen Patienten auch eine Maske tragen mussten, allerdings noch froher war ich, als ich aus der Praxis wieder raus war.

Ich hadere ja oft genug mit meinem Beruf, aber irgendetwas im Gesundheitsbereich wäre für mich ein noch viel größerer Horror
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Montag, 12. Dezember 2022
Kaputt
Durch eine unbedachte Bewegung habe ich gestern Abend mit der Außenseite meines Unterarm so stark auf die scharfe Kante der Marmorplatte meines Nachttischs geschlagen, dass ich spontan Sorge hatte, der Arm sei durchgebrochen.
Dafür war der Schwung dann aber wohl doch nicht groß genug, die Ulna hielt stand, signalisierte aber nachhaltig, dass sie an dieser Stelle jetzt für die nächste Zeit nicht mehr betriebsbereit ist.
Heute im Büro musste ich mir eine komplett andere Armhaltung angewöhnen, den Arm auf der Schreibtischplatte ablegen, um zB die Maus zu bewegen, ist völlig ausgeschlossen, Maussteuerung ist zur Zeit nur mit frei über der Tischplatte schwebendem Arm möglich, was etwas umständlich und vor allem zielunsicher ist. Aber lässt sich wohl nicht ändern.

In einem vermieteten Objekt wurde eine Heizungsstörung gemeldet, heute morgen klingelte Ks Handy als er unter der Dusche stand, er rief bei der angezeigten Nummer zurück und erklärte mir nach dem Telefonat, dass das Herr Mausetot gewesen sei, der mitgeteilt habe, dass die Heizung jetzt doch wieder funktioniert. Ich fragte zur Sicherheit nach "du meinst Herrn Sauerbier?", was K bestätigte und dann schauten wir zum x. Mal gemeinsam nach, wie der Mensch denn nun wirklich heißt. Er heißt Herr Stubenrauch.
Ich finde, wir lagen beide mit unseren Namensalternativen sehr dicht dran.

Im Büro eskalierte heute ein Ärger, der seit Wochen schwelt, zwischenzeitlich fast erledigt war, heute aber noch mal mit sehr hellen und alles zerstörenden Flammen hochkochte. Die Angelegenheit hat so viel grundsätzlichen Charakter, dass es im worst case dazu kommt, dass jemand zum roten Telefon greift und eine Atombombe zündet. Dabei kann niemand gewinnen, es gibt aber auch keiner nach. Leiwer duad as slav!

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Sonntag, 11. Dezember 2022
Sonntagsgedanken
Plangemäß war heute endlich Ks Steuererklärung dran, die sich aber als umfangreicher und komplizierter herausstellte als geplant, so dass wir erst nach 22h damit fertig waren. Doch auch wenn es länger dauerte, so ist es jetzt ein sehr angenehmes Gefühl, dieses Thema abgehakt zu haben.

Zu essen gab es den dritten Tag Gemüsesuppe, die ist jetzt auch endlich alle, uff.

In den meisten Räumen im Haus liegt die Temperatur zwischen 16°-17°C, nur für das Arbeitszimmer hat K eine Ausnahme von der strengen "die-Heizung-bleibt-aus-Regelung" erlaubt, hier durfte ich die Heizung immerhin auf Stufe 2 hochdrehen, so dass dort jetzt unsere Wärmestube ist, in der es kuschelige 19° C sind, das motiviert ungemein, freiwillig am PC sitzen zu bleiben.

Heute ist der dritte Advent und irgendwie kommt das gesamte Thema dieses Jahr gar nicht mehr bei mir an.
In den Vorjahren habe ich mich immerhin noch jedes Jahr aktiv darüber gefreut, dass ich mit dem Adventskram und der ganzen Vorweihnachtszeit nichts mehr zu tun habe, seitdem die Kinder groß sind und ich nicht mehr zuständig, aber noch nicht mal dieser Gedanke ist mir irgendeine Regung wert. Ich glaube, ich bin mit dem Thema einfach durch und lasse den Dezember genauso an mir vorbeiziehen wie den November, wesentliche Unterschiede kann ich nicht erkennen.

Interessanterweise begegnete mir aber das Thema Tod an verschiedenen Stellen, ob es dazu einen zeitlichen Zusammenhang gibt, habe ich noch nicht herausgefunden, ich habe es einfach nur bemerkt.
Zum einen haben sich Peter Wittkamp und Andreas O.Loff in der zweiten Folge ihres neuen Podcasts "Außer Tresen nix gewesen" ausführlich über dieses Thema unterhalten und ich konnte mal wieder staunen, wie emotional dieses Thema wohl offensichtlich ist und dann schickte mir J noch einen Link zu einem sehr interessanten Interview mit Jean-Remy von Matt, in dem er erklärte, warum er Uhren baut, die die verbleibende Lebenszeit runterzählen. (€)
Auch hier geht es um Tod, genauer um die Zeit, die einem noch bleibt, bis man stirbt, und dieses Interview hat mir deutlich besser gefallen als der für mich viel zu emotional und irrational verplauderte Podcast.
An einem einsamen Geburtstag vor Jahrzehnten habe ich mir, möglicherweise unter Alkoholeinfluss, die Frage gestellt: Warum zählen wir eigentlich die Jahre, die hinter uns liegen? Viel spannender ist doch, was vor uns liegt. Bei einer Milchtüte interessiert uns doch auch nicht, wann sie hergestellt wurde, sondern wie lange sie frisch bleibt. Von der Benzinanzeige wollen wir nicht wissen, wie weit wir schon gefahren sind, sondern wie weit es noch reicht. Also plante ich, eine Uhr zu bauen, die mir in Sekunden anzeigt, wie lange es bei mir noch reicht.

Ich finde den Gedanken, dass meine Zeit endlich ist und dass ich sterben werde, weder erschreckend, noch beklemmend oder bedrohlich, sondern einfach genauso normal wie den Gedanken, dass es nächstes Jahr (hoffentlich) auch mal wieder wärmer wird.

Erschreckend finde ich nur den Gedanken, dass ich vor lauter Rumtrödelei bis dahin wichtige Dinge vergessen habe zu erledigen und aus genau dem Grund fände ich es sehr angenehm, wenn mein letztes Datum jetzt schon genauso feststände, wie mein Ausscheiden aus dem Beruf. Hier sind es noch 649 Tage - und ich weiß genau, was ich bis dahin noch alles getan haben muss.
Ich finde, das gäbe mir viel mehr Sicherheit bei der Zeiteinteilung und auch bei der richtigen Priorisierung von Dingen, die ich noch so plane.

Ein bisschen grinsen musste ich aber auch über folgende Passage in dem Text:
ZEIT: Warum leben Frauen länger?
Von Matt: Einfach gesagt, weil sie weniger Mist bauen. Denn neben dem Gender-Pay-Gap scheint es auch einen Gender-Brain-Gap zu geben: Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag, die Weigerung, zum Arzt zu gehen, Suizide, Alkoholmissbrauch, all das ist typisch Mann. In Russland liegt der Unterschied in der Lebenserwartung übrigens bei fast zehn Jahren.


Gender-Brain-Gap - mein Reden
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Samstag, 10. Dezember 2022
Abenteuer
Heute wollten wir uns ja mit allgemeinen Aufräumarbeiten beschäftigen, was konkret natürlich nichts anderes als private Schreibtischarbeit bedeutet und noch konkreter wäre es um Ks Steuererklärung gegangen, für ihn also durchaus Motivation genug, jedem Alternativvorschlag, was man vorher noch machen könne, sofort mit Begeisterung zuzustimmen.

Es geht nämlich darum, dass Ks Brille inzwischen mindestens fünf Jahre alt ist und er sich bisher noch immer nicht darüber beklagt, dass er damit nicht mehr ordentlich sehen kann. Das ist zwar einerseits sehr schön für ihn, andererseits bin ich aber auch sehr neidisch darauf, denn meine Augen werden so schnell schlechter, dass ich alle zwei Jahre unbedingt eine neue Brille brauche, und da ärgert es mich schon, dass K mit diesem Aspekt des Alterns offensichtlich keine Probleme hat.

So nach und nach wirkten meine regelmäßig wiederholten Hinweise, dass es doch sicherlich nicht schaden könne, wenn er sich mal eine neue Brille zulegt, allerdings hatte er komplett falsche Vorstellungen davon, wie man dabei so vorgeht.

Damit er in dieser Angelegenheit nicht zu sehr in die falsche Richtung läuft, habe ich ihm heute vorgeschlagen, wir könnten doch den Vormittag dazu nutzen, in Münster mal bei verschiedenen Optikern vorbeizugehen und nach einem schönen Gestell Ausschau zu halten.
K fand diesen Vorschlag wunderbar und so verschoben wir das "allgemeine Aufräumen" auf morgen.

Ks Steuererklärung wurde heute also nicht fertig, dafür war der Ausflug in die Stadt unerwartet erfolgreich, denn ausgerechnet bei meinem Lieblingsoptiker war ein Termin zur Sehstärkenbestimmung unerwartet stand by verfügbar und, Überraschung, fanden wir dort auch einige wirklich schöne Brillengestelle.

Da es bei diesem Optiker größere Mengenrabatte gibt, je mehr Brillen man kauft, war es nur vernünftig, dass ich mir auch noch zwei Gestelle aussuchte, dadurch wurde der Preis pro Brille noch mal deutlich günstiger und außerdem hatten sich auch meine Werte mal wieder verändert und so wurde das insgesamt ein sehr erfolgreich Einkaufstag, für uns alle beide.

Ein Erlebnis war auch der Weg durch die Stadt, denn es war so voll, wie ich es in Münster noch nie erlebt habe, ich war allerdings auch noch nie an einem Adventssamstag in der Stadt. Das besondere an Münster ist ja, dass es dort nicht einen Weihnachtsmarkt gibt, sondern hundert. Na, okay, vielleicht nicht ganz hundert, aber auf alle Fälle viele, und wenn man einmal quer durch die Stadt läuft, dann kann man nicht umhin, über mindestens drei bis vier Weihnachtsmärkte zu laufen, einer voller als der andere, es ist grauenhaft.

Um meine innere Abneigung gegen Weihnachtsmärkte nicht in Panik und Fluchtverlangen umschlagen zu lassen, erinnerte ich mich an meine Streifzüge über diverse arabische Souks, die ähnlich voll waren, die sich für mich aber nur nach einer fremden Welt und Abenteuer anfühlten. Der Unterschied zwischen einem Souk in Marrakech und einem Weihnachtsmarkt in Münster besteht vor allem darin, dass sich die Welt der Münsteraner Weihnachtsmärkte für mich deutlich fremder anfühlt als jeder Souk in Afrika, aber mit diesem Gedanken im Kopf, fühlte sich der Weg über die Weihnachtsmärkte plötzlich nicht mehr bedrohlich an, sondern nur noch aufregend. Es ist wirklich spannend, wie seltsam die Menschen sein können, die direkt hier ums Eck wohnen.

Insgesamt war es heute also nicht nur ein erfolgreicher, sondern auch abenteuerlicher Ausflug und auf meine beiden neuen Brillen freue ich mich schon sehr
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Freitag, 9. Dezember 2022
Hausarbeit
Das war heute nur ein sehr kurzer Home-Office-Tag, weil ab mittags der Server in Wartung ging und ohne Zugriff auf die Dateien auf dem Server ist Home-Office ziemlich kompliziert.

Ich habe mich also mit Hausarbeit beschäftigt und erneut festgestellt, wie zufrieden mich das macht.
Jetzt sind die Betten frisch bezogen, die Küche ist gründlich geputzt und gewischt, der Rest des Hauses ist gestaubsaugt und der Staubsauger ist grundgereinigt. Drei Maschinen Wäsche sind gewaschen und getrocknet,
große Mengen an Gemüse wurden zu einem großen Topf Gemüsesuppe verarbeitet, es war ein wirklich schöner Tag.

Hausarbeit unterscheidet sich von Büroarbeit vor allem dadurch, dass man den Kopf abschalten kann und einfach nur so vor sich hinarbeitet. Ich finde das ungemein erholsam.

Außerdem bleibt man bei Hausarbeit in Bewegung und friert nicht, wenn die Raumtemperaturen nur bei 16°C liegen, noch ein positiver Aspekt.

Für morgen haben wir uns allgemeine Aufräumarbeiten vorgenommen
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