anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 21. Juni 2019
Vögel content
Wir leben hier ja im Vogelschutzgebiet, was bedeutet, dass wir hier nicht nur reichlich Vögel haben, sondern dass sich die Vögel hier auch ziemlich ungestört hitchcockesk daneben benehmen dürfen, ohne dass man etwas dagegen tun kann.
Bei uns im hinteren Garten (also quasi direkt unter unserem Schlafzimmer) wohnt ein Austernfischerpärchen, was sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es einen Höllenlärm macht, gerne auch mal mitten in der Nacht. Wenn die Nachbarkatze durch die Gegend stromert, geht sofort der Alarm los.
Kiwiep, kiwiep, kiwiep, in einer Lautstärke, dass man senkrecht im Bett steht und die arme Katze wahrscheinlich einen Hörsturz bekommt, was aber wohl auch genau so von den Vögeln beabsichtigt ist, denn sie müssen grade ihre frisch geschlüpften Jungen bewachen, was ganz bestimmt auch keine leichte Aufgabe ist.

Austernfischer sind Nestflüchter, d.h. die Küken sind kurz nach dem Schlüpfen schon so fit, dass sie wie kleine graugefleckte Wuschelbälle in der Gegend rumrasen, tauschen möchte ich mit den Austernfischereltern ganz sicher nicht. Die Eierschalen lagen noch rum, die Küken sind also wirklich ganz frisch unterwegs.

Im Vorgarten hat sich ein Fasan eingenistet, der empört das Weite suchte, als wir mit den Fahrrädern nach Hause kamen und zu dicht an ihm vorbeischoben.
Lustig fand ich, dass er nicht fliegend abgehauen ist, sondern laufend und dabei über die Mauer geklettert ist, was einfach seltsam wirkt bei einem Vogel.


Den Weg über die Straße ging er schon wieder gemäßigten Schrittes, um auf der anderen Seite in den Dünen zu verschwinden.

Die Vögel mit dem wenigsten Respekt vor Menschen sind aber immer noch die Möwen.
Der Müll wird hier in Müllsäcken vor die Tür gestellt, was für die Möwen jedesmal ein Fest ist, denn da sind ja erfahrungsgemäß superleckere Sachen drin versteckt. Deshalb decke ich unsere Müllsäcke immer ab, wenn ich sie rausstelle, gestern war K nicht ordentlich genug beim Abdecken, das haben die Möwen natürlich sofort ausgenutzt.


Müllzustand eine halbe Stunde nach dem Raussetzen.

Ansonsten habe ich heute alle meine geplanten Erledigungen erledigt, ich war auf dem Steueramt und habe die fehlenden Bescheide für Kanalbenutzung eingefordert, die Mahngebühr für die fehlenden Zahlungen auf die festgesetzten Abschläge auf Null setzen lassen und eine Einzugsermächtigung unterschrieben. Jetzt geht hoffentlich alles seinen geordneten Gang.
Auf dem Bauamt haben wir geklärt, wie groß unser Fahrradschuppen sein darf und uns informiert, wie hoch hier grade die Grundstückspreise sind. Seit neuestem gibt es zwei Grundstückspreise für denselben Standort, abhängig davon, ob auf dem Grundstück Ferienwohnungen vorhanden sind (Altbestand) oder nur Dauerwohnen möglich ist. Wegen der Veränderungssperre gibt es keine neuen Ferienwohnungen mehr und Grundstücke, wo Ferienwohnungen noch genehmigt sind (waren), haben einen doppelt so hohen Wert wie reine Dauerwohngrundstücke. Ich bin mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt.

Das Wetter war heute absolut prima, nicht zu heiß, sondern superangenehm zum Fahrradfahren, wir sind ein wenig durchs Dorf gecruist und haben Häuser geguckt. Ein Fotohighlight ist dabei natürlich immer der alte Turm


Auf dem Rückweg beim Onkel vorbeigefahren und den Vorgarten bewundert, dort blüht grade der Mohn, dass es eine wahre Pracht ist


Morgen hat K für 8.30h einen Friseurtermin gemacht, so kommen wir gar nicht erst in Versuchung, rumzuschlumpfen
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Freitag, 21. Juni 2019
Flug und Radtour
Ab dem frühen Nachmittag wurde das Wetter besser.
Zwar immer noch nicht gut, aber fliegbar, das reicht dann ja auch.



Die Wolken hingen noch immer ziemlich tief und unterwegs kamen wir durch einen dicken Schauer, aber auf Borkum war das Wetter dann schon durchgezogen und im Laufe des Nachmittag wurde es kontinuierlich besser.
"Rückseitenwetter", sagte K und freute sich über die tollen Sichten.

Der Onkel holte uns ab, zu Hause räumten wir den mitgebrachten Kühlschrankinhalt wieder in den nächsten Kühlschrank, der Standard Pendeltransport, aber irgendwas fehlt ja immer, also fuhren wir einkaufen und erledigten dabei auch gleich die Einkäufe für den Onkel, die wir ihm dann vorbei brachten und dafür einen Ernteanteil aus dem Garten bekamen, eine große Schale Erdbeeren und Salat und eine Portion tiefgefrorene Wachsbrechbohnen aus dem letzten Jahr, unser Abendessen war gerettet.

Für den Rückweg wählten wir die lange Tour am Strand lang mit einem Schlenkern einmal über die Hauptpromenade, aber da ist es jetzt schon so voll, da gefällt es mir nicht mehr, auch wenn man sehr romantische Bilder knipsen kann


Weshalb jemand mit seinem Segelboot genau vorm Hauptstrand ankert, werde ich auch nicht verstehen, sieht als Fotomotiv aber natürlich prima aus.

Morgen muss ich verschiedene Dinge erledigen, im Rathaus und bei der Sparkasse und wenn ich dann noch Schwung habe, werde ich mal den örtlichen Baufritzen anrufen und fragen, wie weit er mit dem Angebot ist, um das ich ihn vor über einem Jahr gebeten habe, von der ganz schnellen Truppe sind die hier alle nicht
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Mittwoch, 19. Juni 2019
Feststellungen und den Rest später
Manche Zusammenhänge sind ja wahrlich erstaunlich.
Ich habe heute zum Beispiel gelernt, dass das Haus vom Brille aufsetzen schmutzig wird.
Vor allem wenn man grade gesaugt hat. Das hatte ich nämlich, gesaugt meine ich, ohne Brille, weil, braucht man ja zum Saugen nicht und es war alles wunderbar sauber.
Dann habe ich die Brille aufgesetzt - und zack, lag überall Dreck rum, der vorher nicht da war, ich schwör.

Ein weiterer spannender Zusammenhang besteht zwischen Sauberkeitszustand und anstehendem Besuch.
Denn eigentlich war das Haus gestern Abend noch ziemlich sauber, fand ich. Über Nacht ist da irgendetwas passiert, denn heute Nachmittag erwartete ich Besuch und es war ernsthaft faszinierend, wie schmutzig das Haus heute morgen plötzlich war. Sehr seltsam, solche Veränderungen.

Nun, insgesamt habe ich aber natürlich alles noch passend zurechtorganisiergeputzt, ich fand den Sauberkeitsgrad des Hauses letztlich angemessen* und war auch sehr zufrieden, dass ich das heute morgen noch alles fix vor Abfahrt ins Büro erledigt habe, denn als ich am Nachmittag vom Büro nach Hause kam, wartete der Besuch schon vor der Tür.

Und ist auch erst am späteren Abend wieder gefahren, anschließend habe ich mit N noch schnell eine Portion weitere Reste vom Wochenende aufgewärmt und gegessen und jetzt ist der Tag um.

Aber es war ein toller Tag. Ein richtiger ungemein wunderbar phantastisch toller Tag, ich habe mich riesig über den Besuch gefreut und mal wieder festgestellt, dass es eine Schande ist, dass wir das nicht häufiger hinkriegen uns zu treffen.

Außerdem habe ich zwei ganz unbeschreiblich tolle Geschenke bekommen. Zum einen habe ich mein Augenbuch zurückbekommen mit neuen Einträgen drin und wenn man so rund 11 Jahre, nachdem man ein Hobby so gut wie komplett drangegeben hat, wieder daran erinnert wird, was man damals so gemacht hat, dann ist es schon faszinierend. Wir haben nämlich damals "altered books" gemacht und wenn ich mir das Buch jetzt so ansehe, dann kriege ich durchaus Lust, es wieder anzufangen. Man nimmt dazu irgendein altes, möglichst stabil gebundenes und nicht zu dünnes Buch, gibt ihm einen neuen Titel und verändert die Seiten dann passend zum neuen Titel. Man schreibt keinen neues Text, sondern gestaltet die Seiten. In der Regel finden sich mehrere Personen zu fünft oder sechst zu einer Gruppe zusammen, jeder startet ein Buch und gibt es dann reihum zum Bearbeiten, am Ende bekommt jeder sein eigenes Buch mit vielen gestalteten Beiträgen zurück.
Ich habe jetzt mein Buch mit dem Titel "Die Magie der Augen" zurückbekommen, nachdem es rund elf Jahre unterwegs war. Ich konnte mich also nur noch dunkel dran erinnern, wie es mal aussah und habe mich heute desto mehr gefreut, es heute mit neuen Einträgen zurückzubekommen. Es ist wunderschön geworden.
Fotos später.

Ich muss außerdem auch noch Fotos vom Knutschfisch machen, den habe ich nämlich auch bekommen und das ist echt die tollste Skulptur, die ich je gesehen habe - und das allertollste ist, sie gehört jetzt mir.
Die kann ich nicht beschreiben, die kann ich nur knipsen, aber nicht mehr heute.


*den richtigen Sauberkeitszustand zu treffen ist ja gar nicht so einfach, denn zuu sauber ist auch nicht gut, das sieht nach nicht ausgelasteter Hausfrau mit Putzwahn aus, das ist ja nun auch kein Image, was ich anstrebe
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Sonntag, 16. Juni 2019
Verrutschtes Zeitgefühl
Heute fehlen mir gefühlt rund vier Stunden vom Tag und ich habe keine Ahnung, wo sie geblieben sind und was ich in der Zeit gemacht haben könnte.
Ich fürchte, ich habe sie lesend im Bett vertrödelt, aber tatsächlich ist mir das nicht bewusst geworden, denn eigentlich bin ich für einen Samstag sogar recht früh aufgestanden, habe geduscht und mir immerhin schon mal Unterwäsche und ein T-Shirt angezogen, aber dann habe ich mich nur noch mal eben kurz aufs Bett gelegt und das Buch zur Hand genommen - und dann war es wohl plötzlich richtig spät, aber das habe ich nicht bemerkt, weil ich keine Uhr an hatte und auch nicht mit dem Handy gespielt habe, sondern eben nur dieses altmodische Papierbuch ohne eingebaute Zeitanzeige vor der Nase hatte, und das bin ich wohl nicht mehr gewohnt.
Wir sind dann noch einkaufen gefahren, weil wir immer am Wochenende einkaufen, aber auch diese Aktivität kann ich keiner konkreten Uhrzeit zuordnen, gefühlt war es früher Nachmittag, aber wahrscheinlich war es schon Abend, ich weiß es nicht.
Nach dem die Einkäufe ausgepackt und verstaut waren, haben wir uns den Rest der Portion Obstsalat geteilt, die in einer großen Schüssel den Kühlschrank blockierte, K hat auch gleich die Schüssel mit der Sahne leergemacht, woraufhin ich beschloss, dann können wir auch das Paket mit dem Vanilleeis noch rausholen und aufessen, dann haben wir anschließend wirklich genug Platz im Kühlschrank.
Und so waren wir fürs erste gut gesättigt, ich bin dann an den Computer gegangen und habe mich mit den ersten Steuererklärungen für 2018 beschäftigt. Zwei sind jetzt fertig und rausgeschickt, leider die beiden einfachsten, aber immerhin.
Irgendwann fragte K, ob wir denn heute noch was zu essen machen sollten, was ich sofort unterstützte, denn wir hatten ja schließlich extra dafür eingekauft.
Dann erst habe ich auf die Uhr geguckt und mit dickem Entsetzen festgestellt, dass es schon fast halb zehn war, gefühlt war für mich immer noch Nachmittag.

Und so kommt es, dass wir jetzt erst mit Abendessen (und anschließendem Küche saubermachen) fertig sind, Produktivergebnis des Tages: Zwei Steuererklärungen, davon eine mit umfangreicher Ablage, die habe ich nämlich auch gleich mal auf Vordermann gebracht, da lagen die Unterlagen noch seit 2016 unsortiert auf einem Riesenstapel übereinander. Jetzt gibt es vier hübsch sortierte Aktenordner und ganz viele alte Aktenordner, die auf den Dachboden zur Altablage kommen. K hat alle seine Nebenkostenabrechnungen fertig und seine eigene Steuererklärung auch schon weitestgehend vorbereitet, insgesamt also durchaus was geschafft, fühlt sich halt nur nicht so an
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Samstag, 15. Juni 2019
Fachsprache, Gesundheit, geistige und technische Begrenzung und Klopapier
Vor meinem Besuch beim Arzt hatte N mich ja ausführlich gebrieft und mir aufgetragen, darauf zu bestehen, dass bei der Blutuntersuchung auf alle Fälle auch der PNB Wert bestimmt werden soll und auf EBV solle auch getestet werden - und wofür auch immer diese Abkürzungen stehen, keine Ahnung, aber ich habe sie mir brav gemerkt und als die MFA mit dem Blutsaugergeschirr erschien, auftragsgemäß nachgefragt, ob sie prüfen könne, dass auch PNB und EBV auf der Liste stehen. Statt einfach nur zu sagen, ja, wird alles geprüft, stellte sie Gegenfragen und benutzte dabei andere Abkürzungen, ob ich diesen oder jenen Wert auch schon mal hätte untersuchen lassen und ob ich meinen XYZ Befund kenne - und ich verstand kein Wort und konnte deshalb nur antworten "keine Ahnung." Sowas passiert, wenn man Professionalität vortäuschen möchte, dumm stellen ist einfach, klug stellen dagegen ziemlich kompliziert.

Ich kam mir dabei vor wie damals in Spanien, wo ich grottenstolz nach einem halben Jahr Spanischunterricht einen Einheimischen in fließendem Spanisch nach dem Weg zum botanischen Garten befragte und außerdem auch noch die Öffnungszeiten wissen wollte ¿Qué días está abierto el Jardín Botanico? - ich hatte den Satz vorher extra noch mal nachgeschlagen - und dann hat mir der Typ doch tatsächlich auf Spanisch geantwortet.
Das war blöd, denn natürlich habe ich von der Antwort keine Silbe verstanden.
Aus diesem Grund war ich auf Teneriffa nicht im botanischen Garten - und welche Blutwerte nun wirklich untersucht wurden und ob etwas wichtiges vergessen wurde, das weiß ich auch nicht, aber ich habe heute meine Ergebnisse bekommen.

Bluttechnisch bin ich quietschgesund, keine Entzündungswerte, kein Eisenmangel und einen Herzinfarkt hatte ich auch nicht. Nur die Werte für BSE oder EBV oder irgend so eine abgedrehte Sondererkrankung, die waren noch nicht da, die erfahre ich erst am Montag, aber bis dahin bin ich auf alle Fälle enorm gesund. Wenn man mal davon absieht, dass ich mich völlig scheiße fühle und mich nach dem Weg vom Sessel zum Klo erstmal eine halbe Stunde ausruhen muss.

Nun, dann wissen wir das jetzt auch, ich weiß übrigens mal wieder, weshalb ich so ungern zum Arzt gehe, es ist einfach rausgeschmissene Zeit.
Es ändert sich ja eh nix, weil ich entweder keine Diagnose bekomme, denn ich bin ja gesund, dann ärgere ich mich über den versteckten Anstellereivorwurf, oder ich bekomme eine Diagnose, allerdings mit dem Zusatz: Aber machen kann man nix dagegen.

Im Büro habe ich mich dann gleich weitergeärgert. Ein Kollege zeigte zur Erheiterung der Runde ein Video, wo sich jemand über Leute aufregte, die grün wählen und selber nach einer Veranstaltung Dreck hinterlassen - und ich regte mich über diese völlig schwachsinnige Koppelung in der Erwartungshaltung auf. Menschen, die Umweltthemen wichtig finden, müssen also sofort zu einem asketischen Übermenschleben wechseln, wenn sie sich ihr ganz normales Alltagsleben nicht ständig vorwerfen lassen wollen. Ja, geht's noch? Wenn ich für Steuererhöhungen bin, zahle ich doch auch nicht freiwillig vorher schon mehr, bevor der neue Steuersatz für alle gilt.
Ich finde, es ist ein ganz entscheidender Unterschied, ob ich dafür bin, dass Regeln für alle durchgesetzt werden, an die ich mich, wenn sie gelten, dann natürlich auch halte, oder ob ich mich ohne jede Allgemeingültigkeit schon im Vorgriff an diese Regeln halten soll, nur weil ich dafür bin, dass sie eingeführt werden. Seit wann muss man als Wähler exakt so leben, wie die Parteirichtlinien der Partei, die ich wähle, sich wünschen, dass alle leben? Dürfen dann nur überzeugte Christen die CDU wählen? Und müssen alle AFD Wähler Flüchtlinge erschlagen?

Ich habe mich wirklich sehr gründlich geärgert, weil ich so eine Haltung kindisch, unreflektiert und vor allem unglaublich blöd finde.
Grundsätzlich stehe ich gar nicht so auf Grüne, weil mir da viel zu viele komplett verpeilte Ideologiejünger rumrennen, die ihr Hirn schon aus Prinzip nicht einschalten, wenn es um Prinzipien geht, aber dieser Vorwurf, der war mir dann doch eine Nummer zu viel.
Und ich fürchte, ich habe das dem Kollegen auch SEHR deutlich gesagt. Aber vielleicht hilft es ja, dass er dann doch mal selber drüber nachdenkt. Und wenn nicht, dann hält er mich jetzt für übertrieben hysterisch, das macht aber auch nichts, ich habe zum Glück nicht sehr häufig mit ihm zu tun.

Nächster Ärgerstopp waren dann die schwachsinnigen Limitbegrenzungen im Online Banking der Commerzbank. Ich war die mühselige Klickerei für Sparpläne über 2 T€ leid und wollte ein paar Fonds direkt kaufen. 20T€ konnte ich raushauen, dann teilte mir die Bank mit, ich hätte mein Tageslimit an Wertpapieraufträgen erreicht. Ja, spinnen die? Ich habe ein reines online Konto, ich kann gar nicht mehr anders als online Wertpapiere kaufen - und dann begrenzen die das auf 20T€ pro Tag? Was haben die für eine Zielgruppe als Kundschaft? Echt mal.

Lichtblick des Tages: Im Supermarkt gab es wieder Klopapier als Zugabe zu einer Getränkekiste, wir kauften zwei Kisten Wasser und eine Kiste Bier, so dass wir jetzt 3x8 Rollen Hakle 4lagig superflausch im Vorratskeller haben, was ein perfektes Timing ist, denn just gestern stellte ich fest, dass wir dringend neues Klopapier bräuchten und überlegte schon, wie es diesmal ausgehen wird.
Denn bisher war es so, dass stets exakt an dem Tag, an dem ich Klopapier einzeln (also ohne Bierkiste dazu) erwarb, die Getränkekistenzugabe zu Klopapier wechselte und wir dann plötzlich Riesenvorratsmengen im Haus hatten. Kaufte ich aber kein Klopapier, wenn die Vorräte alle waren, weil ich darauf spekulierte, dass wir ja demnächst welches als Zugabe bekommen, gab es das natürlich nicht als Zugabe und ich musste irgendwann Zewarollen ins Klo stellen.
Dass es so perfekt läuft wie heute, das hat es nach meiner Erinnerung noch nie gegeben
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Freitag, 14. Juni 2019
Blog-Themen
Im Moment sammeln sich hier mal wieder Themen zum Bloggen, ohne dass ich die Muße hätte, mir ausreichend Zeit für einen längeren Text zu nehmen.
Eigentlich hätte ich ja Muße, denn ich bin ja immer noch krankgeschrieben, aber genau der Grund weshalb ich krankgeschrieben, ist auch der Grund, weshalb ich keine Muße habe: Ich bin zu schlapp.
Nicht zu schlapp zum Schreiben, aber zu schlapp zum Denken. Und bei Texten, bei denen ich zunächst mal nur das Thema und eine Meinung habe, muss ich leider viel denken, damit ich nachher mit dem, was ich dazu schreibe, auch selber zufrieden bin.

Ich habe mich in der letzten Woche mit einzelnen Menschen über verschiedene Themen unterhalten und dabei festgestellt, dass es mir so gut wie nie gelingt, die gängige Mehrheitsmeinung zu teilen, sondern dass ich doch tatsächlich auch heute noch im durchaus gesetzten Alter immer noch die gleichen, seltsamen Außenseiteransichten habe, mit denen ich schon vor vierzig Jahren angeeckt bin, die mich aber auch gleichzeitig immer wieder aufs Neue darüber wundern lassen, weshalb sich diese schrägen Mehrheitsmeinungen so hartnäckig halten.

Ein Thema war dabei der Dauerbrenner "Kinderkümmerung", bei dem ich hartnäckig die Ansicht vertrete, dass ich es wichtiger finde, dass Eltern Zeit für ihre Teenager-Kinder haben, und dass die Kümmer-Zeit im Säuglingsalter komplett überschätzt wird. Spannend finde ich dabei, wie viele Leute genau wissen, was Säuglinge brauchen. Ich frage mich dann immer, in welcher Sprache sie sich mit den Säuglingen unterhalten haben, denn irgendjemand muss es ihnen ja erzählt haben.

Ein anderes Thema war die Frage, ob man im Alter noch ein neues Haus bauen sollte oder ob das nur rausgeschmissenes Geld ist. Hierzu schreibe ich bestimmt noch mal etwas mehr, denn hier habe ich mich wirklich sehr über die "Gegenmeinung" amüsiert.
(Und Spoiler: Selbstverständlich bin ich der Meinung, dass man grade im Alter noch mal ein neues Haus bauen sollte, denn, wann denn sonst, wenn nicht jetzt?)

Auch über die Frage wofür man eigentlich sein Geld so ausgibt und wie viel Geld man braucht, um angenehm leben zu können, habe ich mich unterhalten. Muss ich auch noch mal mehr zu schreiben.

Aber alles nicht heute, heute habe ich keine Lust mehr zu irgendwas, außer vielleicht auf direktem Weg ins Bett zugehen
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Donnerstag, 13. Juni 2019
Hausfrauenleben
So'n Tag zuhause mit der Auflage, sich auszuruhen, ist ja eine echt nette Sache, könnt' ich mich dran gewöhnen.
Ich habe gelesen, und geschlafen und gelesen und wieder geschlafen. Dann habe ich ein wenig eingekauft, mich danach erschöpft aufs Bett gelegt, um mich auszuruhen und kam dann auf den Gedanken, dass doch heute ein guter Tag sei, um endlich mal diese Baby Foot Socks auszuprobieren, die hier auf ihren Einsatz warten, weil meine Schwester sie mir vor längerer Zeit schon geschenkt hat.
Wir werden sehen, wie es wirkt, aber nach allem, was ich bisher darüber gelesen haben, kann ich ja wohl spektakuläre Ergebnisse erwarten. Wenn's nach mir geht, kann das Wetter jetzt für die nächsten 14 Tage ruhig schlecht bleiben, Barfuß-Wetter wäre mir grad gar nicht recht.

Dann habe ich ein wenig gekocht, die Männer kamen nach Hause als das Essen fertig war, wir haben gegessen und ich habe Witze darüber gemacht, dass ich bestimmt auch eine gute Hausfrau abgegeben hätte. K stimmte mir zu, fragte dann aber, was ich denn in der zweiten Woche meines Hausfrauendaseins plane, denn mehr als maximal eine Woche traut er mir nicht zu, dass ich einfach nur zu Hause bin, koche und das Haus putze. Er hat große Sorge, dass ich vor lauter Langeweile anfange, Unsinn zu machen.

Ich weiß es natürlich nicht, aber so den ersten Tag heute, also den fand ich wirklich schön. Und um mich so richtig in das echte Hausfrauenfeeling reinzugrooven, habe ich heute Abend dann noch gebügelt.

Morgen gehe ich dann aber wenigstens für ein paar Stunden doch mal ins Büro, ein bisschen Abwechslung kann ja nicht schaden
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Dienstag, 11. Juni 2019
Krankheit und Diagnose
Diese unfassbare Müdigkeit wird nicht weniger.
Heute morgen habe ich mal wieder fast eine Stunde gebraucht, bis es mir gelang, die Augen nachhaltig offen zu halten, das hat mich dann so erschöpft, dass ich am liebsten sofort wieder eingeschlafen wäre.

Wenn man so einen angehenden Mediziner im Haus hat, gibt es natürlich auch jemanden, der sofort sein geballtes, frisch studiertes Wissen anwendet, wenn man Unwohlsymptome äußert. Seine möglichen Eventualdiagnosen klingen nun noch dramatischer als es jede Eigendiagnose von Tante Google je sein könnte, er findet es im übrigen auch eine gute Idee, wenn ich ihm schon mal die Passwortliste übergebe und vorsorglich ein paar Blankoblätter unterschreibe.
Ich weiß ja nicht so recht.

Aber gehorsame Mutter, die ich bin, bin ich dann heute auch brav erst mal zum Arzt gegangen, der dann einen Termin zur Blutentnahme vereinbarte - und dann sehen wir mal weiter.
Erfreulich fand ich, dass er mich von sich aus erst mal bis Ende der Woche krankgeschrieben hat, ich bin zwar anschließend ins Büro gefahren, kann dort aber nun mit gutem Gewissen spät kommen und früh wieder gehen.

Am Abend habe ich mögliche Krankheiten und ihre Diagnose weiter mit N. diskutiert, ich halte es mittlerweile aber wirklich für eine sehr gute Idee, dass er sich Psychiatrie als Schwerpunkt ausgesucht hat, denn immerhin kann er Panik, die er zunächst verbreitet hat, schon wieder sehr gut einfangen: "Mach dir keine Sorgen, dagegen gibt es Pillen."

Ich sehe der weiteren Krankheitsentwicklung also sehr gelassen entgegen, im Zweifel kriege ich dann Pillen, die mich vielleicht nicht gesund machen, die aber sicher dazu führen, dass es mich auch nicht mehr stört, krank zu sein
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Dienstag, 11. Juni 2019
Seltsames Wetter und schöne Decke
Irgendwie ist das Wetter in der letzten Zeit seltsam, finde ich. Es schwankt ständig von ziemlich frisch bis viel zu heiß, den einen Tag ist es stürmisch wie Hölle, den nächsten Tag Flaute, auf prächtiges Strandwetter folgt eine wilde Regenphase und die Wetterprognosen funktionieren gradezu auffallend schlecht. Die App kündigt ein schweres Gewitter an und nach 2 Minuten Regen ist alles wieder vorbei. Der "lichte neerslag"* entpuppt sich dagegen als Sintflut, die gar nicht mehr aufhört. Es ist einfach alles durcheinander und man kann sich auf gar nichts mehr verlassen.
*ich benutze die holländische App buienalarm, weil sie für Borkum und die Gegenden in der Nähe der holländischen Grenze bisher die zuverlässigsten Prognosen hatte

Für die VFR-Fliegerei (visual flight rules - Sichtflug) ist das besonders lästig, weil man beim Fliegen halt schon arg vom Wetter abhängt. K ist zwar grade damit beschäftigt, auch die IFR-Lizenz zu machen (Instrumentenflug), dann kann man auch bei Nebel und schlechten Sichten fliegen, aber noch hat er die nicht, also achtet er als VFR-Flieger natürlich verstärkt aufs Wetter. Der Plan, wann wir heute zurückfliegen, wurde dreimal geändert. Erst hieß es, gegen Mittag wird es schlecht, dann am Nachmittag und als wir gegen 18h losflogen, hatte sich das Wetter die letzten 10 Stunden quasi nicht verändert.
Dementsprechend sind wir auch ohne besondere Vorkommnisse durchgekommen, die Sichten waren schlecht, es war sehr diesig, aber die Wolken waren hoch und der Wind gleichmäßig und nicht sehr stark.
Nur die Prognosen, die änderten sich alle zwei Stunden.

Na egal, jetzt sind wir wieder auf dem Festland, wegen der miesen Sicht unterwegs habe ich nur ein Foto vom Start, denn wir sind diesmal auf der Grasbahn gestartet und damit übers Ostland rausgeflogen, das passiert nur sehr selten, deshalb war ich froh über die Fotogelegenheit.

Im Osten der Insel, also "im Ostland" gibt es Bauernhöfe mit Landwirtschaft und zwei Ausflugsrestaurants, ansonsten nur Dünen und Landschaft, bis ins Dorf sind es von dort aus gut 6km, einer der Bauernhöfe betreibt auch einen privaten Campingplatz, wenn man dort wohnt, dann ist man wirklich jottwede, eben janz weit draußen.

Der Onkel brachte uns zum Flugplatz und hatte noch eine Überraschung für mich:

Er gab mir eine neue Überdecke fürs Sofa, weil ich das immer abdecke, wenn wir nicht da sind, damit es in der Sonne nicht so schnell verschießt.
Die alte Abdeckdecke löste sich immer mehr auf und ich wollte tatsächlich eine neue haben, war aber ziemlich baff, dass nun der Onkel damit ankam.
Sie war aber gar nicht von ihm, sondern eigentlich von meiner Mutter, die sie nur an seine Adresse hat schicken lassen und dann dauerte aber der Versand so lange, und sonst hätte er sie also meiner Mutter gegeben - so ganz habe ich die Geschichte nicht verstanden, aber die Decke finde ich sehr, sehr schön und habe kurzerhand beschlossen, dass ich sie behalte, für wen auch immer sie eigentlich bestimmt ist
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Sonntag, 9. Juni 2019
Flug mit Wind und Regen
Für einen langen Text bin ich mittlerweile zu müde, ich habe aber ein paar Fotos, wenn es auch keine Schönwetterfotos sind.
Wir sind heute plangemäß nach Borkum geflogen, aber außer dem normalen Linienverkehr war sonst kaum ein Privatflieger unterwegs, den meisten war es heute wohl zu windig. Beim Start in Münster war zumindest außer uns niemand zu sehen.

Gleichmäßiger Wind ist gar nicht so schlimm, lästiger sind diese wilden Böen, die vereinzelt und deshalb immer unerwartet mit doppelter Wucht durch die Gegend wehen, sie machen vor allem das Starten und Landen zu einer wackeligen Veranstaltung, aber K ist ja mittlerweile ein trainierter Inselflieger, den bringen auch Boen mit 40 Knoten nicht aus der Ruhe.
Beim Start haben uns allerdings gleich mehrere Boen schräg erwischt, das war ein ziemliches Geeier, bis die Maschine so viel Schwung und Höhe hatte, dass sie vernünftig auf Kurs gebracht werden konnte, aber auch der Streckenflug blieb ausgesprochen bockig. Diese kleinen Maschinen hüpfen dann gefühlt recht unkontrolliert durch die Luft, lästig ist es vor allem, wenn man am Funkgerät eine neue Frequenz eindrehen muss und man schafft es nicht, die Knöpfe vernünftig zu bedienen.
Außer dem in der Maschine verbauten GPS, das noch klassische Drehknöpfe zur Bedienung hat, haben wir heute zusätzlich natürlich noch ein iPad mit einem Navigationsprogramm. Wenn es so bockig ist wie heute, stellt man allerdings fest, dass die Bedienung von Touchscreens in solchen Situationen noch komplizierter ist.


Zwischendurch gab es aber auch mal ein paar "lichte Momente", ich habe statt Foto sogar versuchsweise mal ein Video probiert


Zur Küste hin wurde das Wetter immer dunkler und nasser, kurz vor Emden kamen wir dann in einen dicken Regenschauer


Aber auf Borkum selber war es grade trocken, die Landung gelang sehr gut, es gab zwar reichlich Seitenwind, aber darin ist K gut trainiert und er slippte die Maschine elegant und ohne sich abdrängen zu lassen bis zum Abrollen grade über die Bahn.
Wir parkten im Gras und zum Ärger eines Austernfischers wohl viel zu dicht an seinem Gelege, er regte sich etwas auf und flog auch nicht weg, als wir ausstiegen, ich wunder mich ja regelmäßig, weshalb die Vögel ausgerechnet den Flugplatz zu ihrem bevorzugten Brutgebiet erkoren haben, ist aber fast überall so.


Der Onkel holte uns ab und musste dann fast eine Stunde warten, weil zwischendurch ein wenig die Welt unterging und er nur auf dem kurzen Weg vom Haus zum Auto schon komplett durchnässt worden wär, so goss es.

Dann gab es eine Regenpause und K meinte, wir sollten die Chance nutzen, mal eben schnell noch etwas einzukaufen, hin kamen wir trocken, zurück nicht.


Den Rest des Tages haben auf dem Sofa verbracht, wir hatten genug erlebt für einen Tag
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