anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 10. Februar 2021
Verpackt, Strand und Abschíed
So, das Auto ist zu 95% fertig beladen, der Schreibtisch passte rein und alles, was N im letzten halben Jahr noch so an Krims und Kram angesammelt hat, passte auch rein, N hat wirklich sehr geschickt gepackt, das hatte ich aber auch nicht anders erwartet.



Sein Vater war ein Genie, wenn es um das Packen und Beladen von Fahrzeugen ging, ich erinnere mich an eine Fahrt nach Frankreich, wo außer dem ganz normalen Kram, den man ja eh immer mitnimmt, wenn man auch Reisen geht, auch noch die komplette Hardware für ein zweijähriges Kind mitgenommen werden musste, die bei Kindern in dem Alter das 100fache Volumen von dem Gepäck der Eltern ausmacht, UND zusätzlich hatten wir noch vier Stühle, eine komplette Küchenausstattung und zwei große Bettdecken auf der Transportliste, denn damals war die Wohnung in dem Haus, das sich CW mit drei Kumpels gemeinsam in den französischen Alpen gekauft/ausgebaut hatte, grade frisch bezugsfertig geworden und deshalb musste halt all der Krempel rübergebracht werden. Ich hatte alles, was mitgenommen werden musste, in der Garage zusammengestellt und gefühlt war die Garage voll, zumindest definitiv voller als sie gewesen wäre, hätte das Auto drin gestanden. Und obwohl das Volumen der Einzelteile größer war als das Außenvolumen des Autos, gelang es CW, all den Krempel irgendwie in dem Wagen zu verstauen. Das habe ich damals tief bewundert und danach nie mehr daran gezweifelt, dass es CW immer gelingen wird, alles, was ich mitnehmen möchte, auch in dem Transportfahrzeug unterzubringen.
Heute hat sein Sohn bewiesen, dass er sein Sohn ist.

Das Wetter war heute wieder halbwegs angenehm, Sturm ist weg, Temperaturen nur noch leicht unter Null, am Nachmittag war sogar Sonne, alles also gut erträglich und wir machten einen Abschieds-Strandspaziergang. Für N ist seine Borkumzeit ja nun endgültig vorbei, die nächsten Jahre wird er wenn, dann immer nur kurz für ein paar Familienurlaubstage hier sein.



Innen im Haus ist alles aufgeräumt und geordnet, größere Putzaktionen sind entbehrlich, weil bald die neuen Fenster eingebaut werden, für dieses Jahr haben wir uns einiges an Renovierungs- und Umbauarbeiten vorgenommen. Es bleibt spannend
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Montag, 8. Februar 2021
Dies und das
K ist wieder in Greven und er ist unfallfrei und gesund durchgekommen, was wohl nicht ganz so selbstverständlich ist, wie es sich anhört.
Er hat Bilder geschickt

und ich fürchte, es ist wirklich richtig viel Schnee dort. Die Straße, in der wir wohnen, ist überhaupt nicht geräumt, K hat erst mal außerhalb geparkt, ist zu Fuß zum Haus gelaufen, besorgte sich dort eine Schneeschaufel und schaufelte sich dann den Weg bis zum Haus frei, um das Auto überhaupt in die Tiefgarage fahren zu können.

Hier auf Borkum ist immer noch kein Schnee, dafür stürmt es noch. Nach dem ich K heute morgen zur Fähre gebracht habe, bin ich nur noch kurz etwas einkaufen gefahren und habe seitdem das Haus nicht mehr verlassen, einfach nur ungemütlich vor der Tür.

N sagte, sein Fingerfoodbuffet war ein voller Erfolg und es passte auch problemlos in das Hygienekonzept der Klinik, das sind ja alles so aktuelle Erschwernisse, die man noch mit bedenken muss.

Ich habe mich hier im Haus mit dem Um- und Neuprogrammieren der Lichtsysteme beschäftigt, jetzt ist alles vollständig auf Zigbee-Lampen umgestellt und ich finde das echt praktisch.

Der Ofen bullerte den ganzen Tag leise vor sich hin, ich habe einen Viertelpflaumenbaum verheizt, den der Onkel vor zwei Sommern in seinem Garten hat fällen lassen, wann wenn nicht jetzt ist die perfekte Zeit um dieses Holz zu nutzen.

Drei Maschinen Wäsche sind gewaschen und schon wieder zusammengefaltet und zurückgeräumt, dabei habe ich die Gelegenheit genutzt, die Handtücher im Bad unten alle wieder einheitlich gefaltet einzuräumen. Ich habe leider den Tick, dass Handtücher und Wäsche immer gleichgefaltet und sauber gestapelt im Schrank liegen müssen, nach einem halben Jahr "anderer Hauswirtschaft" hilft dann nur noch, einmal alle Handtücher rauszuholen, neu zu falten und wieder sortiert zurück zu räumen. Jetzt ist alles wieder einheitlich und ich bin sehr zufrieden.

Ansonsten habe ich es das Gefühl, Urlaub zu haben, sehr genossen
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Montag, 8. Februar 2021
Streikendes Auto und Abschiedsessen
Hier ist sozusagen kein Schnee, hier ist nur enorm kalt und sehr, sehr viel Wind, um nicht zu sagen Sturm.
In Greven ist dagegen enorm viel Schnee. Wie viel Sturm da ist, können wir auf den Kameras nicht gucken, es sieht aber eindeutig friedlicher aus als hier.



Das obere Foto ist von der Kamera in Greven, mich beeindruckt vor allem die Schneehaube der Mülltonne und dass im Eingang so viel Schnee liegt ist auch spannend, der ist nämlich überdacht, also der Eingang.
Das untere Bild ist der Eingang zur Küchentür hier auf Borkum, wir haben Ostwind, d.h. der Wind steht genau auf die Küchentür, deshalb ist auch nur dort ein wenig Schnee zusammengeweht, ansonsten ist es so stürmisch, dass nichts liegenbleibt, sondern sofort wieder weggeweht wird.

Größter Aufreger des Tages: Ns Auto sprang nicht mehr an, Batterie zu schwach. Es gab ein wenig hin und her und ein längeres Studium der Bedienungsanleitung, weil es sich zunächst auch nicht überbrücken ließ, aber dann ging es doch und so wurde es wieder in Gang gesetzt und direkt zum Onkel gefahren, wo es nun in der Garage steht und über Nacht mit Strom gefüttert wird. Morgen früh geht K rüber und holt es zurück, damit ich ihn damit zum Hafen bringen kann, K muss morgen wieder aufs Festland.
Ich hoffe, dass der Strom in der Batterie noch reicht, dass es auch am Mittwoch noch mal anspringt, denn dann fahre ich mit N aufs Festland und es wäre schon blöd, wenn es dann wieder streikt.

N hat morgen seinen letzten Tag in der Klinik, also haben wir heute ein Buffet aus großen Mengen Fingerfood zusammengestellt, dass er dort als Abschiedsessen ausgeben wird. Ich denke, das ist ziemlich gut geworden und bin gespannt, welches Feedback dazu kommt. Vor allem, weil ich endlich mal eine Gelegenheit hatte, die gesammelten Partydekoartikel, die hier im Haus schlummern, passend einzusetzen.

Weil hier grade ein wirklich strammer Ostwind weht, ist auch die Tide bei Niedrigwasser besonders niedrig, der Wind treibt das Wasser quasi vom Land weg und deshalb wollte ich unbedingt oben am Hauptstrand mal gucken gehen, wie weit die Seehundsandbank inzwischen eigentlich an die Insel rangerobbt ist (scnr).
Erkenntnis: Verdammt dicht dran, es ist nur noch ein kleiner, schmaler Priel geblieben, der die Sandbank von der Insel trennt, alles andere ist im Wesentlichen schon drangewachsen. Gleichzeitig ist das aber auch die Antwort, warum der Hauptstrand immer schlickiger geworden ist: Es gibt kaum noch Wasseraustausch.

Da in meiner Jugend die Fehde zwischen den Jugendlichen vom Südstrand gegen die Jugendlichen vom Nordstrand genauso ernsthaft erbittert gepflegt wurde wie die Fehde zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, erfüllt es mich natürlich mit tiefer Schadenfreude zuzusehen, wie der Nordstrand immer mehr zu einem Seehundpinkelbecken verkommt, gleichzeitig aber auch mit einer gewissen Sorge, wann es soweit ist, dass der Nordstrand nicht mehr der beliebteste Hauptstrand ist und all die anstrengenden Kurgäste dann in Massen zum Südstrand abwandern. Möchte ich ja nun auch nicht so gerne.

Wie auch immer, ändern kann ich da wohl nichts, dafür habe ich ein paar Fotos gemacht:


Hier ist der letzte Zufluss zu sehen, der auch bei Niedrigwasser noch Wasser führt. Das Wasser, was bei Hochwasser am Hauptstrand vorne "am Strand" steht, fließt über diesen Priel in die Bucht.


Das obere Bild hat die gleiche Perspektive wie die vorherigen auch, das untere wurde von der anderen Seite aus aufgenommen, die Buhne oben rechts auf dem oberen Bild ist auf dem unteren Bild auf der linken Seite noch mit dem Kopf zu sehen. Hier erkennt man vor allem, dass der Priel hier relativ schnell versandet.


Hier noch mal mit größerem Abstand. Auf dem oberen Bild ist jetzt auch der Unterbau für die erste Milchbude am Hauptstrand zu erkennen.


Und schließlich die Gesamtperspektive Hauptstrand bei Niedrigwasser und starkem Ostwind: Der Anschluss an die Sandbank ist fertig.

Während wir die Autorettung organisierten und am Strand rumliefen, um die Fotos zu machen (es war wirklich eklig kalt und windig) hat N das Bad geputzt, so nach und nach erhält das Haus eine Grundreinigung.

Ach so, vom Fahrradschuppen wurde das Dach weggeweht, zum Glück ist der Neubau des Schuppens schon beauftragt, für die nächste Zeit werden wir die Fahrräder dann einfach ins Haus stellen
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Samstag, 6. Februar 2021
Instandhaltungen
Heute nur stichwortartig, weil sehr, sehr müde.
Wir sind auf Borkum, grade noch vor dem großen Schnee aus dem Münsterland geflohen.
Hier liegt kein Schnee, es ist aber kalt. Draußen. Drinnen bullert der Ofen und das ist sehr schön.

Der große Kühlschrank ist gesäubert und repariert. Das war die Tat des Nachmittags.
K hat den Einlageboden, unterm dem die Gemüsefächer hängen, mit sehr viel Stabilit-Kleber repariert, denn da war die rechte Halterung abgebrochen als die Kinder über Weihnachten zu dritt im Haus waren. Weil sie zu dritt waren, war es natürlich keiner.
Die Halterung ist einfach plötzlich abgebrochen gewesen, Täter nicht ermittelbar.
Nach dem wir jetzt die komplette Regalierung des Kühlschranks zwecks Säuberung ausgeräumt haben, ergab mein fachmännisches Hausfrauenurteil: Schuldiger im Sinne der Anklage war der festgetrocknete Dreck, der den Innenraum so verklebt hatte, dass die Gemüsefächer wahrscheinlich auch nicht mehr ausgezogen werden konnten, ohne feste zu ruckeln, und beim feste Ruckeln ist dann halt die rechte Halterung abgebrochen.

Jetzt ist sie wieder angeklebt, genauso wie der Griff des Eisfachs, den hat K schon vor Jahren repariert, ebenfalls mit sehr viel Stabilit.
Mich erinnert dieser Kühlschrank stark an Cher: Wird auch nur noch durch künstlich produzierte Ersatzteile zusammengehalten.

Jetzt ist aber alles wieder heil und sauber und schön, gefällt mir sehr.

Außerdem habe ich noch mehrere Hue-Lampen und -Stecker in das System eingebunden, so nach und nach wird hier alles smarthomisiert
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Donnerstag, 4. Februar 2021
Minus erledigt
Uff, Donnerstag!
Morgen noch einmal Home-Office mit einem fünf Stunden Videocall und dann ist Wochenende.
Rückwärts betrachtet ging die Woche erstaunlicherweise wieder angemessen zügig vorbei, aber ich weiß noch sehr gut, wie entmutigt ich am Dienstag und am Mittwoch war, weil ich das Gefühl hatte, das zieht sich hier alles wie Kaugummi.

Heute dagegen bin ich den ganzen Tag im Dauerlauf durch die Termine gehetzt bin und am Ende des Tages war die Inbox doppelt so voll wie zu Beginn des Tages. Heute hatte ich deshalb überhaupt keine Zeit entmutigt zu sein.
Weder entmutigt noch gestresst, nicht genervt oder irgendeine andere emotional anstrengende Regung, es war einfach zu viel zu tun als dass noch Platz für Mimimi gewesen wäre.

Und weil ich heute jede Menge nicht geschafft habe, wird das morgen auch ein langer Tag, die geplante Fahrt nach Borkum habe ich deshalb eben auf die 12h Fähre am Samstag verschoben, dafür bleibe ich dann bis Mittwoch und bringe mit N zusammen das Haus wieder auf den Nullzustand zurück. Ich finde das einen vernünftigen Kompromiss und bin grade sehr zufrieden mit meiner Entscheidung
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Dienstag, 2. Februar 2021
Stückwerk
Der Tag war heute ein wenig zerstückelt und ich frage mich im Nachhinein, womit ich meine Zeit verbracht habe, weil mir spontan keine produktiven Ergebnisse einfallen. Aber wenn meine Tagesergebnisse genauso zerstückelt sind wie der Tag selber, dann passt das wohl.

Ich habe mir Menschen angesehen und mich gefragt, warum sich so viele Blondinen den Ansatz schwarz färben. Und wenn sie sich nicht den Ansatz schwarz färben, dann doch wenigstens die Augenbrauen. Das scheint eine neue Mode zu sein, die mich gewaltig irritiert, weil ich einfach nicht verstehen kann, warum Menschen das tun. Zumal die Kombination blonde Haare und schwarze Augenbrauen ja auch noch jeden Morgen neu gemalt werden muss, das ist also definitiv eine nachhaltige Vorsatztat. Oder machen die Leute das alles auswendig und schauen nicht einmal dabei in Spiegel? Weil, sonst müsste es ihnen doch auffallen, wie albern das aussieht.

Außerdem war heute der Wirtschaftsprüfer mit dem Dutt wieder da. Ich finde das immer lustig, weil ich mich dann vor allem über die Kollegen amüsiere, die heimlich hinter ihm her kichern und tuscheln. Corona hin oder her, wenn ein Wirtschaftsprüfer mit Dutt auftaucht, dann muss man dafür die Köpfe zusammenstecken. Dabei hat der sich noch nicht mal die Augenbrauen schwarz gemalt, was ich schon fast erstaunlich finde, weil, da käme es doch nun auch nicht mehr drauf an.

Am Nachmittag ein längerer Videocall mit den Geschäftsführern einer neuen Stiftung. Vorgestellt wurde ein ausführliches Programmpapier, das vor Bullshit-Bingo-Buzzwords nur so strotzte. Man möchte vor allem Leuchtturmprojekte mit Strahlkraft fördern, innovative Ideen anschieben und Inklusion in der Mitte der Gesellschaft verankern.
Über das dauernde Bestreben, alle Randgruppen in die Mitte der Gesellschaft zu verschieben, muss ich ja sowieso ständig kichern.
Gesellschaftliche Gentrifizierung.
Nachher leben alle Menschen ohne Besonderheiten am Rand der Gesellschaft, weil in der Mitte kein Platz mehr ist.
Und dann fordert man als nächstes mal wieder die Abschaffung der Hauptschulen, weil es Schüler ausgrenzt, dafür braucht man aber eine zusätzliche Elitenförderung, die über das gymnasiale Niveau herausgeht.
Wir verändern die Realität einfach durch Umbenennung, so einfach geht das
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Montag, 1. Februar 2021
Dinge erledigt und ein langes Telefonat geführt
Weil ich mit einer Kaufinteressentin, die Dinge persönlich anschauen und abholen wollte, 17h vereinbart hatte, hatte ich heute einen wichtigen Grund, das Büro entsprechend früh zu verlassen und war dann auch tatsächlich Punkt 16.59h zuhause. Natürlich wartete die Dame schon vor der Tür als ich kam, ich fand aber, ich musste deshalb kein schlechtes Gewissen haben, wenn 17h vereinbart ist, dann ist 16.59h pünktlich genug.

Um 17.30h war sie wieder weg, immerhin hatte sie aber einen Stapel Kram mitgenommen, jedes Teil, das das Haus verlässt, ist ein gutes Teil.

Heute hatte mal wieder der Briefträger Zeit für unsere Straße, dementsprechend war es gleich wieder ein ganzer Stapel Post, der bei uns im Briefkasten gelandet war. Unter anderem ein Steuerbescheid, gegen den ich sofort Einspruch eingelegt habe, weil das Finanzamt einen Fehler, den ich in der Steuererklärung gemacht habe, durch einen noch größeren Fehler "korrigiert" hat, es dauert eine Weile bis ich begriff, wie die völlig abstrusen Zahlen in diesem Bescheid zu erklären waren.
Wenn ich solche Dinge sofort, wenn sie eintrudeln, auch bearbeite, dann machen sie am wenigsten Arbeit, weil ich keinerlei Energie benötige, um Ausreden für Fristverlängerungen zu erdenken. An diesen Fall konnte ich also sofort einen Haken dran machen, die korrigierte Steuererklärung ist schon elektronisch übermittelt, der Einspruch geschrieben, ausgedruckt, eingetütet und frankiert und insgesamt ist alles in der Akte abgelegt und schon wieder weggeräumt. Wie bei so richtig ordentlichen Menschen.

Die restliche Post ist auch bereits eingescannt, bearbeitet und abgelegt und danke, ja, es geht mir gut, kein Grund, sich Sorge um mein Wohlbefinden zu machen, solche Schübe habe ich manchmal, das vergeht auch alles wieder.

Dann kam K nach Hause, schmiss sich in seine Home-Office-Hose (übrigens Info an N: Größe 5, ich habe extra nachgesehen, wusste ich's doch) schnappte sich den Bohrer und begann die Wand zu durchlöchern, weil er ja einen neuen Fernseher mit einer neuen Halterung gekauft hatte und das bedeutet, es brauchte neue Löcher.
Ich konnte ihm grade noch den Staubsauger beim Bohren halten, weil kurz nach dem er das letzte Loch gebohrt hatte, mein Telefon klingelte und ich mich dann anderthalb Stunden lang mit einer mir bis dahin gänzlich unbekannten Anwältin aus München unterhalten habe. Die hatte ein gemeinsamer Bekannter an mich verwiesen, weil ich gesagt habe, dass ich zu jeder Unterstützung bereit bin, um den ehemaligen Geschäftsführern von CWs Gesellschaft die Pest an den Hals zu klagen und dass ich keinen Cent haben möchte, wenn man da noch Geld rausholen kann, das dürfen alles die Anwälte behalten, komplett, ich möchte nur, dass diese Typen drankommen wegen Betrug, Unterschlagung, Erpressung und allem, was man sich sonst noch so an Gemeinheiten ausdenken kann.
Also habe ich dieser Anwältin 90 Minuten lang den Sachverhalt mit Hintergründen erzählt und das, was sie am alleröftesten sagte, war "Das ist ja Wahnsinn, das glaubt man doch gar nicht." Wir waren uns nachher einig, dass das Verhalten dieser Geschäftsführer vom Prinzip viele Ähnlichkeiten mit dem Fall "wirecard" hat, nur dass hier die absoluten Zahlen etwas kleiner sind, aber immer noch groß genug, als dass eine große Anwaltskanzlei angebissen hat, sich jetzt rein auf Erfolgsbasis mit dem Fall zu beschäftigen und wenn es denen wirklich gelingt, diesen Widerlingen das Handwerk zu legen, dann machte mich das ungemein froh.
Nun, wir werden sehen, einen Versuch ist es aber auf alle Fälle wert.

Als ich nach dem Telefonat wieder runterkam, war K grade fertig mit der Gesamtmontage des Fernsehers und der Fernsehhalterung, das sieht jetzt alles ganz ungemein schick und edel und überhaupt natürlich viel schöner als vorher aus, wir sind uns beide einig, dass wir diesen Fernseher samt Halterung ganz bestimmt mitnehmen, wenn wir umziehen
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Sonntag, 31. Januar 2021
Und zurück
So Pendlerwochenenden vergehen erstaunlicherweise noch schneller als Schlunzwochenenden.

Nicht, dass die letzten zwei Monate, in denen ich mich am Wochenende sozusagen gar nicht bewegt habe, nicht auch wie ein Fingerschnipp verflogen wären, aber da habe ich gedacht, das läge daran, dass ich das Nichtstun so sehr genossen habe und Dinge, die man genießt, gehen immer viel zu schnell vorbei.

An Pendlerwochenenden schreckt mich der Reiseanteil grundsätzlich vorher enorm, weil ich mir einbilde, diese Fahrerei dauert ewig und zieht sich wie Kaugummi, wenn ich dann aber wieder auf der Rückfahrt bin, bin ich regelmäßig erstaunt, wie schnell das doch alles ging und dass ich zwar einerseits ständig mit irgendwas beschäftigt war, andererseits aber längst nicht alles geschafft habe, was ich gerne hätte tun wollen.
Wahrnehmungsbias?

Wir sind also wieder zurück auf dem Festland, es war ein sehr, sehr schönes Wochenende. Erst als ich gestern am Meer langgelaufen bin, fiel mir auf, wie sehr ich das tatsächlich vermisst habe. Die letzten zwei Monate habe ich mir nämlich selber recht erfolgreich eingeredet, dass ich vollkommen zufrieden damit bin, einfach drinnen im Haus zu bleiben und dass es deshalb völlig egal ist, wo das Haus steht, so lange es ausreichend komfortabel und geräumig ist, was ja zum Glück für jedes meiner beiden Zuhauses gilt.
Aber im direkten Vergleich ist das Borkumhaus dann doch der schönere place to be.
Es hat halt eine Umgebung, in der sogar ich gerne draußen bin.
Außerdem hat es einen Kaminofen.
Und es gehört mir. Der Unterschied im Gefühl zwischen "gemietet" und "meins" ist faszinierend groß.

Beim Grevenhaus kommt dazu, dass wir ja jetzt schon ganz sicher wissen, dass wir nicht mehr sehr lange dort wohnen werden. Vielleicht noch so drei bis maximal vier Jahre und das führt dazu, dass ich innerlich schon auf "finale Bewirtschaftung" umgeschaltet habe. Ich hoffen sehr, dass die Küchengeräte noch so lange durchhalten, weil sich eine Neuanschaffung überhaupt nicht lohnen würde, dasselbe gilt für den Rest der Einrichtung, die "ans Haus angepasst" ist und natürlich wird nichts mehr renoviert oder neu gemacht. D.h. ein neues Sofa wird es erst für das neue Haus geben, genauso wie neue Schreibtische und überhaupt die gesamte, grundsätzliche Ablauflogistik. Das führt dazu, dass ich im Grevenhaus jetzt nur noch wie auf dem Sprung lebe, es ist zu einer Zwischenstation ohne eigene Zukunft geworden.

Das Borkumhaus dagegen ist mitten im Umbau. An allen Ecken sprudeln die Pläne, was man alles noch besser und schöner und komfortabler machen könnte.
Die neuen Haustüren waren ein erster Schritt, die neuen Fenster sind schon auf der Insel und müssen nur noch eingebaut werden, das Ganze zieht zwangsläufig eine Innenrenovierung nach sich und K plant, den gesamten Küchen- und Wohnbereich im Erdgeschoss zu renovieren, mit neuem Boden, neuen Tapeten usw., das gibt dann einen völlig neuen Look.
Die Änderungen im Außenbereich sind ja auch schon fest eingeplant und dann hätte ich gerne noch zwei neue Bäder, dann haben wir das gesamte Haus einmal durcherneuert. Das Borkumhaus wird also noch länger eine Baustelle bleiben, aber genau darin steckt ja das positive Zukunftsgefühl. Das wird toll.

Das Grevenhaus dagegen, das war mal ganz nett, in der Vergangenheit, jetzt ist es nur noch praktisch und man arrangiert sich, aber die Zukunft samt allen Plänen und Ideen, die spielt sich woanders ab und deshalb vergeht die Zeit im Grevenhaus langsamer, weil man hauptsächlich mit Abwarten beschäftigt ist.

Auf Borkum wurde heute der große Schreibtisch ausgeräumt und schon mal ins Erdgeschoss getragen, es ist toll, wenn man sieht, wie sich die Dinge verändern.



Es ist auch mal wieder eine Chance, zum Aufräumen, Aussortieren und Wegwerfen, das ist sehr sinnvoll, wenn man solche Aktionen alle 2-3 Jahre mal macht. Vor drei Jahren haben wir auch einmal alle Dinge, die in diesem Schreibtisch untergebracht waren, sortiert und gesichtet, vieles davon wurde dann drei Jahre nicht angefasst, aber erst heute können wir es endgültig mit einem guten Gefühl für immer aussortieren.
Alte MP3-Player sind jetzt nicht mehr nur alt, sondern auch gefühlt nutzlos, vor drei Jahren war da noch der leichte Zweifel "naja, wer weiß, vielleicht als Ersatz oder Notfall, besser mal aufheben", heute gibt es diesen Zweifel nicht mehr, zu sicher hat sich die neue Technik von alten MP3-Playern entfernt.

Das gilt auch für Taschenrechner und Rechenmaschinen, für CDs und CD-Rohlinge samt Beschriftungsapperatur. Ich habe übrigens auch alle Einstärken-Lesebrillen in den Müll geworfen, auch für diese gibt es keine Nutzung mehr, auch nicht im Notfall
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Samstag, 30. Januar 2021
Sonne, Strand und Eis
Gestern habe ich mich noch gefragt, weshalb es Leute bei diesem Wetter hier auf die Insel drängt, heute weiß ich es: weil es einfach toll ist.



Es hatte immer noch Minustemperaturen, dazu aber ein knackeblauer Himmel und kaum Wind, bei diesem Wetter war selbst ich Drinnenhocker hell begeistert von einer ausführlichen Tour übern Strand.



Warm eingepackt finde ich Minustemperaturen ja nicht schlimm, aber ideale Wassersportverhältnisse stelle ich mir schon anders vor, wenngleich bis auf die Temperaturen die sonstigen Parameter sicherlich perfekt waren, zumindest für die Wassersportler, die wir da draußen gesehen haben. Am Südstrand, also fast vor unserer Haustür, paddelten zwei Kanuten rum, am Nordstrand, dem Strand mit der vorgelagerten Sandbank, waren sogar ein paar Standup-Paddler unterwegs, ich war zufrieden mit meinen warmen Schneestiefeln ein wenig im Spülsaum rumzupatschen und verwegen auf den Buhnen rumzuturnen.



Erst liefen wir zu Fuß am Strand vor unserer Haustür rum, dann holten wir die Räder und fuhren über die Promenade bis zum Hauptstrand, dort entdeckte K dann die Treppe in die Borkumer Unterwelt.



Nach einem Schlenker durchs Dorf fuhren wir dann vorsichtig bis zum Onkel, auf den Straßen sind immer noch viele vereiste Stellen und K hatte fürchterliche Sorge, dass ich mal wieder verunfalle. Ich habe den gesamten Ausflug aber ohne jeden Knochenbruch oder andere Zwischenfälle absolviert, ich finde, K ist eine Zimperliese.

Beim Onkel war dann erwartungsgemäß einiges zu erledigen, unter anderem hat er ein neues Konto bei der Volksbank eröffnet und will jetzt Onlinebanking machen. (hier einen resignierten shrug-smiley einfügen) Ausgerechnet Volksbank, von allen Onlinebankings auch noch das umständlichste. Aber die haben eine Filiale auf der Insel und irgendwie stellt der Onkel sich Onlinebanking vor, wie Papierüberweisungen nur ohne Papier, er glaubt also, er geht dann künftig mit seinem Handy zur Bank und die freundliche Bankangestellte erledigt das dann für ihn.

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Da wir diesen Winter bisher nur selten hier waren, haben wir auch nur wenig Heizmaterial verbraucht.
Seitdem ich vor längerer Zeit mal etwas über die hohe Energiedichte von Kaffee gelesen habe, werfen wir die Kaffeepads nicht mehr weg, sondern legen sie erst zum Trocknen zur Seite und sammeln sie dann in Kisten, weil sie tatsächlich perfektes Heizmaterial sind und deutlich länger brennen als Holz. So hatte sich hier im Laufe der Zeit eine ziemlich große Menge an Kaffeepads angesammelt und weil wir auch mehrere Mandarinenkisten hier stehen hatten, haben wir eine Großladung Kaffeepads auf einen Rutsch in den Ofen gesteckt, und was soll ich sagen: Brennt super, macht eine irre Hitze und ist definitiv ergiebiger als ein gleichgroßes Holzscheit.

Kaffeepads im Ofen

Es war wirklich eine ganz prächtige Idee, dass ich mich trotz meiner Menschenmengenaversion durchgerungen habe, dieses Wochenende nach Borkum zu fahren
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Freitag, 29. Januar 2021
Heimfahrt
Über zwei Monate war ich jetzt nicht mehr in meinem Zuhause auf Borkum.
Die Vorstellung, zwei mal zwei Stunden mit zig Menschen auf einer Fähre in einer dicken Aerosol-Wolke zu sitzen, ließ mich diese Reisemöglichkeit panisch verweigern, aber die aktuellen Wetterbedingungen sehen auch für die nächste Zeit nicht nach einem fliegbaren Alternativtransport aus, weshalb ich mich für dieses Wochenende einfach zusammengerissen habe und meine Menschenmengenpanik soweit es ging unterdrückte, um mich zusammen mit K per Auto und Fähre auf den Weg zu machen.
Unterwegs haben wir einen Zwischenstopp beim Vater eingelegt, der wird heute 86 und der hat sich natürlich besonders über den Besuch gefreut.

Es kamen in der letzten Zeit mehrere Dinge zusammen, die immer dringlicher wurden. Außer Vaters Geburtstag wird auch der Onkel langsam jammerig, weil er inzwischen viele Dinge hat, die er gerne mit mir besprechen möchte bzw. die ich für ihn erledigen soll und schließlich ist es Ns vorletztes Wochenende auf der Insel und wenn er den Schreibtisch mitnehmen soll, dann ist es klug, wenn ich den vorher ausräume und den Inhalt gleich woanders zwischenlagern, denn die neuen Schreibtische kommen erst Ende März.
So sehen sie übrigens aus:



Eine neue Bettsituation müssen wir uns auch überlegen, was eindeutig besser geht, wenn man vor Ort ist und messen, ausprobieren und die "Live-Atmosphäre" erspüren kann.
Hier habe ich bisher nur grobe Ideen und bin selber sehr gespannt, was am Ende dabei rauskommt.

Die Fähre war erstaunlich voll, wir saßen mit FFP2 Maske mit ausreichend Abstand in einer Ecke (also weniger direkte Nachbarn als mittendrin) und ich stellte fest, wie sehr Menschen entwöhnt ich bin.
Im Sommer, als sich die Coronasituation einigermaßen entspannt hatte, saß ich mit dem gebrochenen Fuß zu Hause, kurz nachdem ich wieder laufen konnte, wurden die Coronaeinschränkungen immer massiver, was insgesamt bedeutet, dass ich seit über einem halben Jahr sozusagen keine Menschen mehr in Gruppen größer drei für länger als fünf Minuten (Einkaufen) gesehen habe.
Die letzten drei Monate definitiv überhaupt gar nicht, weshalb sich diese Menschenmenge, die sich heute auf die Fähre drängelte, für mich wie ein Kulturschock anfühlte. Ich glaube, morgen habe ich Muskelkater im Gesellschaftsnerv.

Dass die Fähre so voll war, erstaunte mich aus vielen Gründen. Erstens frage ich mich natürlich, was all die Leute auf der Insel machen? Ich dachte, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sind geschlossen. Habe ich da was verpasst?
Und dann frage ich mich, weshalb die ausgerechnet jetzt hier hin fahren? Ich meine, unabhängig von Corona ist hier grade ein derart miserabel ungemütliches Wetter, dass ich es mir kaum scheußlicher vorstellen kann.
Auf der Fahrt nach Norden regnete es nonstop und die Wolken hingen so tief, dass die Windräder unterwegs schon zur Hälfte im Dunst verschwunden waren.

Auf der Insel angekommen, waren die Temperaturen unter Null, die Gangway vom Schiff zum Anleger dementsprechend spiegelglatt gefroren, das war ein lustiges bergaufrutschen.
Die Straßen waren auch mit viel Glitzer überzogen, ich war froh, als wir heil zu Hause angekommen waren.

N hatte alles für Chili con carne eingekauft, K schmiss den Ofen an, als der gemütlich warm bullerte, war auch das Essen fertig, so lässt es sich aushalten
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