anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 14. April 2021
Ungewollt trocken
Was denn, heute ist wirklich erst Dienstag und ich war damit bisher auch erst nur zwei Tage nach dem Urlaub im Büro? Nicht zu fassen, fühlt sich an wie fast eine komplette Woche, und dabei sind es nur zwei jämmerliche einzelne Tage, ich vertrage echt gar nichts mehr.

Zu nichts vertragen passt auch meine höchst erstaunliche Alkoholunlust. Seit ungefähr zwei Monaten mag ich kein Bier mehr. Und mit nicht mögen, meine ich wirklich nicht mögen. Ich finde es schmeckt fies und in meinem Kopf ist jede Erinnerung gelöscht, wie es früher schmeckte. Wobei ich allerdings davon ausgehe, dass das Bier seinen Geschmack überhaupt nicht verändert hat, nur mein Kopf wertet den Geschmack anders aus, ich kann mich aber halt nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlte, als ich Bier noch mochte. Und ich mochte Bier wirklich gerne und habe viel Bier getrunken, das immerhin weiß ich noch.

Alles vorbei, ich finde Bier jetzt genauso bäh wie Hagebuttentee, wobei ich im Zweifel sogar eher Hagebuttentee trinken würde als Bier, wenn ich wählen müsste. Dafür mag ich seit exakt dem Beginn meiner Bierabneigung plötzlich alkoholfreies Bier. Zwar nur eine bestimmte Sorte, die finde ich aber durchaus lecker und trinke das Zeug jetzt regelmäßig mit Genuss. Alkoholfreies Bier fand ich bis vor ungefähr zwei Monaten so bäh wie ich seit zwei Monaten richtiges Bier finde, da muss sich irgendein Schalter in meinem Kopf umgelegt haben und ich beobachte meine Geschmacksveränderung mit großem Interesse, kann allerdings keinerlei konkreten Auslöser nennen, der diese Schalterveränderung hätte ausgelöst haben können.
Es kann aber auch sein, dass es irgendein Stoff bei uns im Haus ist, der das ausgelöst hat, denn es scheint ansteckend zu sein, K, der zunächst tapfer alleine weitergetrunken hat, trinkt seit ungefähr einem Monat deutlich weniger Bier und seit einer Woche gar keins mehr und hat auch keines mehr nachgekauft. Wir haben damit den völlig außergewöhnlichen Zustand erreicht, dass wir wirklich kein einziges Bier mehr im Haus haben, bis auf drei Sixpacks Alkoholfreies. Ich glaube das letzte Mal ist mir das während des Studiums passiert und das lag damals daran, dass ich schlicht pleite war.

Jetzt könnte man meinen, dass wir dann eben auf Wein oder Sekt umschwenken, aber auch daran liegt mir/uns im Moment nichts. Wir haben beide einfach keine Lust auf Alkohol, ist das nicht skurril?
Wobei ich Wein noch nicht so unlecker finde wie Bier. Wein schmeckt immer noch wie Wein, aber das war ja auch nie ein Durstlöscher, sondern immer eher ein Genussgetränk, und ich habe aktuell kein Verlangen danach, ganz simpel, aber eben auch sehr erstaunlich.

Aber zum Glück ist ein Leben ohne Alkohol ja kein Drama, keiner von uns leidet an unkontrollierbarem Zittern, wir trinken einfach was anderes und gut ist.

Mein aktuelles Lieblingsgetränk ist selbstgemachte Erdbeerlimonade. Erdbeeren gab es neulich extrem günstig, also habe ich welche gekauft, stellte dann fest, dass ich ja auch noch viele Zitronen habe, die auch mal verbraucht werden mussten, weil der geplante Einsatz im Longdrink halt aktuell auch nicht passiert. Also habe ich Erdbeeren mit Zitronensaft und Zuckersirup püriert, einmal durch ein Sieb gestrichen und hatte erstklassigen Erdbeerlimonadensirup, nur noch mit Sprudelwasser aufgießen und wir waren uns beide einig, dass wir dafür jedes anderes Mixgetränk stehen lassen würden
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Dienstag, 13. April 2021
Nach einem langen ersten Bürotag
bleibt nicht mehr viel Schwung, dafür viel Müdigkeit und eine große Portion Schicksalsergebenheit.
Die Arbeit im Büro war so, wie ich es erwartet hatte, es machte wenig Spaß. Immerhin habe ich entdeckt, was der eigentlich Spaßverderber bei der Arbeit ist: Es ist das gezwungenermaßene und nicht zu ändernde Zusammenarbeiten mit Menschen, um die ich außerhalb des Büros einen sehr großen Bogen machen würde, denen ich aber durch die Arbeit im Büro weder aus dem Weg gehen kann, noch kann ich sie komplett ignorieren, ich darf sie aber auch nicht totmachen. Letzteres fände ich am besten, dafür ist es am meisten ausgeschlossen, so schade.

Der tiefbegabte Assistent der Geschäftsleitung hat sich in den zwei Wochen meiner Abwesenheit durch ganz besonders lautstarkes Blödsinnmachen hervorgetan, es macht so müde, diesen Unsinn immer wieder gradezubiegen.

Dann gibt es zwei Kolleginnen, die bereits geimpft sind. Beide Anfang bis Mitte 40, aber beide mit guten Kontakten in die passende Szene, es ist ihnen auf alle Fälle gelungen, sich erfolgreich als Risikogruppe einstufen zu lassen und dann auch noch einen Impftermin zu ergattern. Wie sie das gemacht haben, weiß ich nicht, ich möchte es auch gar nicht wissen, ich mag mich mit solchen Leuten am liebsten gar nicht unterhalten, irgendwie fühlt sich das alles so bedrückend an. Es macht auf alle Fälle keine gute Laune.

Nur die neue Sekretärin, die macht mir Spaß. Sie hat in den ersten sechs Wochen ihrer Tätigkeit schon so viele Baustellen entdeckt, dass es eine Freude ist, sie kräftig zu unterstützen und sie immer wieder zu ermuntern, bloß weiter zu machen und wirklich alles einmal umzukrempeln. Sie rüttelt an uralten Basics der Ablage- und Aufbaustruktur, das ist wirklich ganz großes Kino und ich freue mich wie Bolle, dass da endlich mal jemand ist, der das gleiche sieht wie ich, der dann aber auch die Ärmel hochkrempelt und es angeht, weil das im Grunde natürlich auch genau zu dem Job gehört, wofür sie eingestellt wurde. Mit solchen Menschen zu arbeiten, macht viel Spaß, wenn wir nur solche Menschen im Büro hätten, würde ich mich wahrscheinlich überhaupt nie über die Arbeit beschweren.
Es sind aber überwiegend eher die Bürokraten, die sich bei uns den Hintern breit sitzen. Das haben wir schon immer so gemacht, das war im Vorjahr auch so und im übrigen ist das Vorschrift. Teufel, wie ich das hasse.

Aber ich werde mich schon wieder reinfinden, noch 1.259 Tage
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Freitag, 9. April 2021
Ich hab Rücken
Seit fünf Tagen schlafen wir jetzt in dem neuen Bett. Dass es nicht leicht sein wird, nach 30 Jahren Wasserbett auf ein normales Bett umzusteigen, war mir bewusst, aber ich habe es so gewollt und deshalb kämpfe ich mich da jetzt durch.
Einen Vorteil habe ich schon festgestellt, meine dauernden, lästigen Nackenschmerzen sind weg.
Das kann jetzt natürlich viele Gründe habe, es kann zB daran liegen, dass ich Urlaub habe und nicht mehr jeden Tag 10 Stunden vor dem Rechner sitze. Ich glaube allerdings, dass es daran liegt, dass ich sie einfach nicht mehr spüre, weil meine Rückenschmerzen inzwischen so schlimm sind, dass die normalen Nackenschmerzen davon schlicht overruled werden. Wenn einem der Rücken im Lendenwirbelbereich nämlich so weh tut, dass man sich nur noch sehr grade halten kann und jede Bewegung so weit es geht vermeidet, dann hat man immerhin keine Nackenschmerzen mehr, denn die dringen einfach nicht mehr durch, das Schmerzzentrum ist viel zu sehr mit dem LWS-Bereich beschäftigt.

Was also die Nackenschmerzen angeht, sehe ich das neue Bett absolut positiv, gegen die tiefer sitzenden Rückenschmerzen habe ich jetzt grade eine große Portion Ibu genommen, mein Gewöhnungsprozess an dieses Bett geht jetzt also in die nächste Runde, ab sofort mit Tablettenunterstützung, aufgeben kommt aber schon aus grundsätzlicher Erwägung nicht in Frage.

Ansonsten haben wir jetzt endlich wieder Licht im Flur, der Onkel hat's gerichtet, schon sehr praktisch, einen Elektriker in der Verwandtschaft zu haben.

Das Wetter ist immer noch ungemütlich, aber immerhin war es heute trocken, so dass ich zwei Maschine Wäsche durchziehen konnte. Grundsätzlich könnte ich ja Handtücher auch in den Trockner stecken, aber erstens werden sie dann so fies weich (ich mag es lieber hart und kratzig, weil es mich nach dem Duschen immer überall juckt und ein kratziges Handtuch ist dann einfach nur toll) und zweitens riecht die Wäsche, die draußen ordentlich durchgepustet wurde, ja auch viel besser, so dass ich also hochzufrieden mit dem heutigen Trockenergebnis bin
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Donnerstag, 8. April 2021
Nicht gewohnt, sondern gearbeitet
Das Wetter ist nach wie vor so ungemütlich, dass es hier niemanden nach draußen drängte.

K fackelt den Pflaumenbaum scheibchenweise im Ofen ab, das macht das Wohnbüro zum gemütlichsten Zimmer des Hauses.
Da es im Haus aktuell nichts mehr zu werkeln gab, hätten wir wunderbar einfach nur wohnen können, der Teil des Hauses funktioniert 1a, aber statt ordnungs- und urlaubsgemäß zu wohnen, saßen wir beide am Rechner und erledigten Dinge. Man hätte es auch Home-Office nennen können, es zählte aber offiziell als Urlaub.

Irgendwas läuft da falsch in meinem Kopf, aber andererseits mussten die Dinge ja eh erledigt werden und dann ist es auch egal, ob man es entspannt und in Ruhe im Urlaub macht oder nächste Woche gestresst während der Bürozeit.

Am Nachmittag besuchten wir den Onkel und dann war der Tag auch schon um
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Montag, 5. April 2021
Dies und das
Es ist erstaunlich, wie schnell so ein Tag vergeht, an dem ich zwar nicht mit Bewusstsein rumgeschlumpft habe, aber auch nichts Besonderes gemacht oder gar erlebt hätte. Aber so ohne jeden Zeit- oder Erfolgsdruck langsam vor sich hinzuwurschteln, ist ein ausgesprochen angenehmer Zeitvertreib, so könnte das Leben gerne immer sein.

N ist mit der 10.15h Fähre wieder abgefahren, ich habe ihn zum Hafen gebracht, deshalb bin ich heute relativ früh aufgestanden und war um 10.30h dann wieder zu Hause, die 2x 10m vom Auto zur Haustür reichten mir komplett als Draußenzeit, es war extremst ungemütlich.
Wildes Aprilwetter, ein anhaltend eiskalter Wind und immer wieder Hagelschauer, die sich dann mit blauem Himmel und Sonnenschein abwechselten, aber auch wenn die Sonne schien, blieb der fiese Wind, ich war sehr zufrieden, dass ich nicht raus musste.

Ich puzzelte in der Küche rum, räumte Dinge weg, die rumstanden, einiges gehörte in die Kammer, dort blieb ich hängen und sortierte die Dosen und Vorräte, eine Arbeit, die schon seit über einem Jahr auf meiner "sollte auch mal wieder gemacht werden Liste" steht. Wie nicht anders zu erwarten fanden sich diverse Dosen und Gläser mit einem Haltbarkeitsdatum jenseits der Toleranzgrenze (2016 und älter), einigen sah man schon von außen an, dass sie nicht mehr genießbar sind (Dosen mit gewölbten Deckeln), die Ravioli von 2016 rochen und schmeckten aber erstaunlicherweise noch völlig unverdächtig, es gab also heute Ravioli, der Rest landete aber im Müll. Da der große Müllsack schon seit Mittwoch befüllt wurde (vorgezogene Müllabfuhr letzte Woche), waren die aussortierten Doseninhalte genau der letzte Rest, der noch reinpasste, bevor er zugeknotet in den Müllkasten gestellt werden sollte. Blöd nur, dass er kurz bevor wir ihn zuknoten wollten, dann noch mal umfiel. Wenigstens lohnte es sich im Anschluss, die Küche zu wischen.

Ich machte also die Küche sauber, K brachte den Müllsack raus und als er wieder reinkam, teilte er mir mit, er hätte mir was zum Bloggen heute geknipst:


Es hatte gründlich gehagelt, draußen war alles weiß - und eine Stunde später war schon wieder alles weg, bevor der nächste Hagelschauer wieder alles weißfärbte. Richtig wildes Wetter.

Ich habe noch ein Brot gebacken, wir haben gemeinsam die Großportion Asche (die verbrannten Verpackungs- Pappen) aus dem Ofen geholt, das Wohnbüro aufgeräumt und das Notfallsofa (aka roter Sitzsack) wieder auf den Dachboden geschafft.
K hat weiter die Putzarbeiten rund um die Türen erledigt, jetzt ist er endgültig fertig (hoffe ich), jetzt könnte man endlich mal nachhaltig Saubermachen, dazu hatte ich heute dann aber keine Lust mehr, da ich vorher schon fünfmal saubergemacht hatte, bloß damit K anschließend auf einem sauberen Fußboden weiter verputzen konnte.

Am Abend haben wir dann eine Liste geschrieben, was wir jetzt noch aus dem Gardinengeschäft brauchen (K will jetzt überall neue Stangen haben, die alten sind tatsächlich schon ziemlich runtergekommen), außerdem haben wir die Wände vermessen und ausgerechnet, wieviele Rollen Tapete es braucht, um Wohnküche und Flur neu zu tapezieren, Wohnküche und Kammer bekommen einen neuen Fußboden und die Fußleisten wollen wir im gesamten Haus ersetzen, endlich hat K einmal alle Zimmer durchgemessen, auch das stand schon lange auf meiner "muss dringend gemacht werden-Liste".

Jetzt verfeuern wir ein weiteres Stück vom angefressenen Pflaumenbaum und genießen die zurückgewonnene Atmosphäre des Wohnbüros: Ein richtiges Sofa vorm bullernden Ofen
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Montag, 5. April 2021
Weiter rumgebastelt
Draußen ist es windig, kalt und ab und zu auch regnerisch, das richtige Wetter, um drinnen weiter aufzuräumen.
Der Verpackungsmüll ist im Wesentlichen gebändigt, die großen Kartons wurden plattgelegt, danach in eine handliche Größe zusammengefaltet und aufeinandergestapelt, mit einer Schnur drum geht das jetzt als Großgebinde in den Papiermüll.
Der ganze Kleinkram in den Kartons, also eine Unmenge an Papppolstern und Pappfüllmaterial ging den Weg durch den Ofen und ist damit jetzt schon fertig entsorgt.

Das Bett hatten wir zwar gestern soweit aufgebaut, dass wir drin schlafen konnten, aber die Rückwand musste noch montiert, bzw. an der Wand angebracht werden. Das war kniffelig, weil wir dazu die richtigen Dübel und Schrauben brauchten und außerdem mussten für zweimal drei Schrauben in derselben Höhe nebeneinander Löcher gebohrt werden, wenn der Boden uneben und die im Haus befindliche Wasserwaage nur 30cm breit ist, ist das eine Herausforderung, aber es gelang.

K ist als Handwerker unbezahlbar, weil er so genau und so akkurat, pingelig und sorgfältig arbeitet, dass das auf Stundenlohnbasis ein ungemein teurer Spaß wäre, dafür wird aber eben auch alles ganz wunderbar perfekt.

Als das Kopfteil vom Bett an der Wand hing, mussten noch die Lampen angebracht werden, auch das war wieder mit sehr Fitzelarbeit und Bastelei verbunden, aber auch das wurde natürlich perfekt. (Alle Lampen wurden neu angeschlossen und dafür wurden alle Anschlusskabel frisch verlötet, wenn schon, denn schon.)

Jetzt ist das Schlafzimmer endlich komplett fertig, ich muss mir nur noch eine Lösung als Ersatz für den "Kleiderstuhl" ausdenken, denn den würde ich gerne aussortieren, aber irgendwohin muss ich ja abends meine Kleidung legen. Dazu mache ich mir dann morgen Gedanken.

Das Beste an dem neuen Bett ist vor allem, dass wir das Ausklappbett wieder als Sofa im Wohnbüro benutzen können, damit ist dieses Zimmer jetzt wenigstens zur Hälfte wieder nutzbar, nämlich der Wohnteil. Für den Büroteil fehlen immer noch die Schreibtische, da bekam ich heute eine E-Mail, dass sich die Lieferung leider weiter verzögert, Pech
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Freitag, 2. April 2021
Kleine Fortschritte
Insgesamt war der Tag heute deutlich produktiver als gestern, angetrieben von dem Wissen, dass N auf der 14h Fähre sitzen wird und wir bis zu seiner Ankunft wenigstens die augenfälligsten Dinge erledigt haben wollten, damit es insgesamt etwas ordentlicher und aufgeräumter hier aussieht.
K hat deshalb sehr ausdauernd den Innenausbau der Türen verputzt, ausgebremst wurde er auf den letzten Metern vom fehlenden Putzmaterial, er hatte den gesamten Gipsputz verbraucht, jetzt muss erst neuer beschafft werden, das wird wohl ein Weilchen dauern, aber das meiste ist auch schon ordentlich zugeschmiert und verputzt. Anschließend muss dann alles tapeziert werden, da wir uns noch gar nicht abschließend für Tapeten entschieden haben, läuft der Innenausbau an diesem Punkt sowie erstmal in eine entscheidungslose Leere, weshalb es auch egal ist, wenn vor der bisher eh noch nicht ausgesuchten Tapete noch ein paar allerletzte Putzstellen geglättet werden müssen.

Ich habe währenddessen die Wohnküche geputzt, wichtig war dabei das Aufräumen und Durchsortieren der Bücherregale, die standen nämlich voll mit Krimskrams und querliegenden Büchern. Einen Müllsack später war der Gesamtanblick deutlich aufgeräumter, es ist unglaublich, was sich da im Laufe der Jahre an Kram angesammelt hat, den keiner braucht, den aber auch keiner wegwerfen wollte. Jetzt ist es passiert und ich bin sehr zufrieden.
Außerdem sind alle querliegenden Bücher jetzt irgendwie ins Regal integriert, zwar nicht mehr nach dem ursprünglichen System (nach Genre und die wiederum Autoren alphabetisch, wie in einer Bücherei halt), sondern streng nach "wo Platz ist und wo sie reinpassen", an manchen Stellen war kein Platz mehr, dann habe ich dort einfach ein paar Bücher ausgesucht und in die Papiermülltonne sortiert, da war noch Platz. Ich gebe zu, es handelte sich hierbei fast ausschließlich um Bücher, die CW mal angeschleppt hatte, aber der kann sich nicht mehr dagegen wehren, dass ich seine Bücher aussortiere, also traf es diese Bücher als erstes.

Außerdem wurde natürlich alles gestaubsaugt und anschließend gewischt, das ist jetzt wieder richtig schnieke dort.
Ach, und den Esstisch habe ich abgeschliffen. Ich habe mich derart über die Ränder auf dem Holz geärgert

dass ich da dringend etwas unternehmen musste.
Ist jetzt alles weggeschliffen, aber in meinen Kopf geht immer noch nicht rein, wie man als Schreiner derart unbedarft mit einem Holztisch umgehen kann.

Grundsätzlich ist die Oberfläche sehr gut mit Hartöl imprägniert, weshalb sie eigentlich gar nicht sehr empfindlich ist. Um solche Ringe zu produzieren, muss jemand schon sehr ignorant fettige oder feuchte Dinge über einen langen Zeitraum einfach direkt auf dem Tisch stehenlassen, genau deshalb habe ich ja so über den Zustand des Tisches gestaunt.

Als ich N von der Fähre abholte, war dort der Teufel los, ca. 150 Autos drängelten sich auf dem Fährparkplatz, der nur für 50 Autos ausgelegt ist und N sagte, die Fähre war rappelvoll. So viel zu Coronalockdown.

Am Abend drehten wir noch eine Runde übern Strand

Der Wind hat gründlich aufgefrischt, jetzt machte das Meer auch wieder Geräusche
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Mittwoch, 31. März 2021
Strandwetter
Meine Banking-App wollte mich nicht mehr per Face-ID ins Banking lassen. "Ihre Einstellungen für Face-ID haben sich geändert, bitte geben Sie Ihr Passwort ein." Grundsätzlich kann ich natürlich mein Passwort eingeben und dann ließ mich die App auch ins Banking, aber ebenso grundsätzlich sollte das kein Dauerzustand sein, d.h. wenn ich mich einmal durch die Eingabe des richtigen Passwortes wieder hinreichend identifiziert habe, dann sollte es anschließend doch bitte auch wieder per Face-ID möglich sein, das aber verweigerte die App. Bei jedem neuen Einloggen erklärte sie mir, dass sich meine Einstellungen geändert hätten und verlangte jedesmal wieder die Pin.
Deshalb rief ich heute die Hotline an und erfuhr, dass ich nach dem Einloggen (per Pin) in der App die Einstellungen ändern müsse, dort sei wahrscheinlich der Schalter für Face-ID einfach auf "aus" gestellt. Genau so war es, die gesamte Aktion, also Anruf mit Durchhangeln durch eine künstliche Sprachintelligenz, die mein Anliegen natürlich nicht verstand und mich erst nach vielen Schleifen zu einer Mitarbeiterin durchstellte, die mir dann erklärte, dass sie für diese Technikprobleme eigentlich nicht zuständig wäre, aber trotzdem die Antwort wüsste, weil sie selber privat genau das Problem auch schon mal hatte und mir deshalb die Lösung lieferte, das alles war in unter fünf Minuten erledigt, hatte mich aber vorher schon locker drei Tage darüber ärgern und viele, viele andere, untaugliche Lösungsversuche gekostet. Nicht immer lässt sich alles schneller durch selbergoogeln erledigen.

Am Vormittag ein Anruf aus dem Gardinenfachgeschäft, auch die letzten beiden Gardinen, die extra für mich bestellt wurden, sind inzwischen eingetroffen und können abgeholt werden, sie bewahren sie aber natürlich auch gerne noch zwei Wochen für mich auf. Alle anderen Gardinen hängen inzwischen und sehen sehr schön aus, es fehlt jetzt nur noch die Neuausstattung in der Wohnküche, die aber insgesamt ja sowieso erst noch ausführlich renoviert werden wird, hier sind die Gardinen also gar nicht soo eilig, aber schön zu wissen, dass das Thema theoretisch schon geklärt ist. Es fehlen dann noch die vier Schals jeweils rechts und links an den beiden Fenstern, hier gibt es den Stoff, der aber noch von einem kundigen Menschen mit Nähmaschine bearbeitet werden muss. Ich werde den Stoff zusammen mit einem der alten Schals (als Mustervorlage) wieder aufs Festland schleppen und dort in eine Näherei geben, fiel mir plötzlich als praktische Lösung ein. Ich selber besitze zwar eine Nähmaschine, nur leider kann ich die nicht bedienen, weil ich bisher noch nie die Muße hatte, mich damit ausführlich auseinanderzusetzen. Ich will zwar seit Jahren einen Nähkurs machen, aber wie das so ist, mit guten Vorhaben. Saxophonspielen will ich ja auch noch lernen. Noch 1.271 Tage??.

Das Wetter war heute noch besser und wärmer als gestern, K wollte deshalb unbedingt eine Radtour machen oder an den Strand gehen, auf alle Fälle irgendetwas outdoormäßiges, um den einen schönen Tag zu genießen, ab morgen wird es ja schon wieder schlechter, sagen die Wetterprognosen. Ich wollte aber unbedingt auf das Bett warten, weil ich in solchen Dingen absolut gläubiger Murphy-Law-Anhänger bin. Sobald hier niemand mehr im Haus ist, der eine Lieferung annehmen kann, wird die Spedition vorfahren??.
Zum Glück ließ sich das aber durch einen Anruf bei der Borkumer Kleinbahn* regeln, die mir mitteilten, dass sie den Auftrag zwar schon reinbekommen hätten, das Frachtgut wäre aber ja heute erst auf der Fähre, so dass es sowieso frühestens morgen ausgefahren wird und überhaupt, sie rufen mich dann an.
* die Borkumer Kleinbahn ist das inselansässige Transportunternehmen der AG Ems, die wiederum ein Monopol auf den Fährverkehr hat. Die Borkumer Kleinbahn betreibt die Schmalspurbahn für den Personen-Zubringerdienst vom Bahnhof zum Hafen und ist außerdem der größte Frachtgutlogistiker der Insel.

Da ich also die Bettenlieferung nicht abwarten musste, habe ich schnell erst alles andere erledigt, was mir heute wichtig war, so habe ich zwei Maschinen Wäsche gewaschen, u.a. mit der Bettwäsche der Schreiner, die bei dem tollen Wetter auch wunderbar trockneten. Und ich habe den Containerdienst angerufen, dass sie ihren Container bitte wieder abholen mögen, schon eine Stunde später war jemand da.
Von außen ist das Haus jetzt fertig (natürlich nur der erste Bauabschnitt, vorm Haus muss noch die Mauer abgerissen werden, um einen Stellplatz auf dem Grundstück zu ermöglichen, hinterm Haus muss das alte Gartenhaus noch abgerissen und ein neues gekauft und aufgebaut werden und überhaupt muss natürlich der gesamte Garten noch neu eingesät und verbessert werden. Innen wird ja auch noch gründlich weiter erneuert, aber das passiert alles so nach, jetzt freue ich mich erstmal über Schritt 1)
Zunächst mal sieht das Haus jetzt so aus:


Dann haben wir noch mal eine Runde Holz kleingesägt, ich habe mit dem Büro telefoniert und Dinge geregelt bzw. die Regelung zugesagt, zum Mittagessen gab es Erbsensuppe aus der Dose, weil mir die Dose gestern runtergefallen war und eine Riesendelle hatte und ich dachte, es ist sinnvoll, sie jetzt einfach wegzuverbrauchen. Erneute, wiederkehrende Erkenntnis: Schmeckt echt gut, sollten wir öfter machen.
Und dann sind wir endlich an den Strand gegangen. Temperaturen heute: 20°C, das Wasser sah allerdings nur optisch verlockend aus, in echt war es noch brrrrbitterkalt, aber es machte Spaß mit den Füßen drin rumzuplanschen.


Morgen soll der Wetterspaß ja schon wieder vorbei sein, hier merkt man es jetzt schon, es ist inzwischen richtig unangenehm kalt draußen, so kalt, dass wir eben den Ofen angefeuert haben, Holz haben wir schließlich genug.

Und dann habe ich mir noch mal Gedanken zu den Begriffen Rücksichtnahme, Respekt und Höflichkeit gemacht und meinem Text dazu noch mal eine paar neue Gedanken angefügt. Soweit fertig, dass ich ihn veröffentlichen würde, ist der Text noch lange nicht, aber ich freue mich jedesmal, wenn ich plötzlich einen neuen Blickwinkel entdecke, den ich bisher noch nicht bedacht oder wahrgenommen hatte und damit plötzlich Abgrenzungen so sinnvoll erklären kann, dass ich endlich selber das Gefühl habe, dass sich das richtig anfühlt
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Dienstag, 30. März 2021
Endlich wieder alleine
Die Schreiner sind abgefahren und wir haben saubergemacht. Alles haben wir noch nicht geschafft, aber schon eine ganze Menge, vor allem haben wir mehr als 10 Müllsäcke an die Straße gestellt, denn morgen ist vorgezogene Müllabfuhr. Eigentlich wird in unserer Straße immer Freitags der Müll eingesammelt, aber nächsten Freitag ist ja Feiertag, also wurde unser Termin auf Mittwoch vorgezogen. Und ich bin ein bisschen stolz auf mich, weil ich diesmal dran gedacht habe, das rechtzeitig genug im Internet nachzuschauen, in den Vorjahren fiel mir das immer erst ein, wenn ich verwundert dem Müllwagen am Mittwoch hinterhergeschaut habe.
Jetzt bin ich gespannt, ob die morgen wirklich alles mitnehmen, wenn nicht, habe ich morgen ein neues Thema zum Kümmern.

Laut Coronaregeln wäre ein Friseurbesuch heute möglich gewesen, als ich pünktlich um 10h zu meinem Termin am Salon war, fand ich dieses Schild im Schaufenster

Jetzt muss ich mir was anderes überlegen, weil ich auch überhaupt keine Ahnung habe, wie lange der Laden geschlossen bleibt.

Ich bin dann ein wenig durchs Dorf geschlendert und habe die Stille und Leere bestaunt. Die Insel existiert ja wirklich nur für die Touristen, wenn man aktuell durch die Fußgängerzone läuft, sieht das alles irgendwie gespenstisch aus.

Es war wunderschönes Wetter, fast schon Strandwetter, aber der Strand war natürlich auch noch vollkommen leer. Die Milchbudenbesitzer haben zwar schon alle ihre Buden aufgebaut bzw. sind intensiv mit dem Aufbau beschäftigt, die Strandzeltvermieter haben aber noch nicht auf Aktivität umgeschaltet, d.h. es stehen noch überhaupt keine Zelte oder Strandkörbe, sehr seltsame Kombination, Strand ohne Zelte und ohne Menschen, aber mit Milchbuden, habe ich so auch noch nie gesehen.


Ein einsames Trüppchen Rehapatienten turnte sich tapfer durch die tägliche Strandgymnastik, ansonsten saßen ein paar Rentner auf den Bänken an der Promenade, Eigentümer von Zweitwohnungen dürfen ja kommen und passend zur Vermögensverteilung in Deutschland gehören die meisten Zweitwohnungen halt Rentnern.

Gegen halb zwölf war ich wieder zu Hause und sehr gespannt, ob das Bett schon geliefert worden war, die Lieferung hatte Ikea ja extra per SMS angekündigt, zwischen 9h und 12h käme die Spedition. Dieser Termin funktionierte aber heute genauso wenig wie der Friseurtermin, nun, hoffentlich lässt sich wenigstens dieser Termin morgen nachholen.

Die Abfahrt der Schreiner verlief etwas hektisch, weil sie bis zum Schluss noch geschraubt, gesägt, gewerkelt haben, aber als sie dann weg waren, fühlte es sich für mich auch wie eine große Erleichterung an, endlich kann ich mich mit Aufräumen und Saubermachen beschäftigen und das Leben auf der Baustelle hat ein Ende.

Die Schreiner sind zwar grundsätzlich ganz nett, aber vier Tage sind halt schon sehr lang und ich bin nicht mehr daran gewöhnt, mit fremden Menschen zusammenzusein und so Abende ziehen sich dann wie Kaugummi.
Mir ist schon am zweiten Tag der Gesprächsstoff ausgegangen, K hält da deutlich länger durch als ich, aber auch er war eindeutig angestrengt.
Gestern bin ich direkt nach dem Essen aufgestanden, habe die Küche saubergemacht und bin ins Bett verschwunden. Der letzte Rest Geselligkeitsgen, das bei mir noch nie sehr stark ausgeprägt war, ist mir in den letzten Jahren komplett eingetrocknet, mir fehlt allerdings auch die rationale Begründung, weshalb ich es wiederbeleben sollte, mir geht es eindeutig besser mit ohne Geselligkeit.

Nun, das ist jetzt ja auch erst mal überstanden, die nächsten Tage können wir uns mental ausruhen und dafür körperlich auspowern, es gibt nämlich immer noch sehr viel zu tun, aber es wird.
Und es wird schön, das ist jetzt schon sehr gut zu erkennen
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Montag, 29. März 2021
Noch ein Tag mehr auf der Baustelle
Morgen fahren die Schreiner ab, aber erst mit der 14h Fähre, so dass sie in einem großen Endspurt morgen noch an allen Bauteilen das letzte Finish erledigen werden. Heute wurden alle Fenster rundrum abschließend abgedichtet und verputzt, wenn das morgen trocken ist, dann gibt es noch eine letzte Acrylversiegelung, es dauert eben alles seine Zeit.
Die Haustür ist heute auch fertig verkleidet worden, morgen kann der Onkel den Strom an den Schaltern daneben wieder aufschalten (das sind die Schalter, die ich immer gendern muss, weil die Schalter innen sind, obwohl man damit u.a. auch die Außenbeleuchtung steuern kann.)
Der Fahrradschuppen bekam noch eine Dachrinne mit Regentonne darunter, das wird wirklich alles sehr, sehr vornehm, der Onkel nennt es schon "das Schloss", weil er so einen schicken Fahrradschuppen noch nie gesehen hat.
Und ich habe mich zwischendurch mit aufräumen, sauber machen und Abfall einsammeln und in den Container werfen beschäftigt, außerdem habe ich mit K zusammen drei große Kisten Brennholz in für den Ofen mundgerechte Stücke zerlegt, frische Hefe gekauft, ein Brot gebacken, Abendessen für vier gekocht und zwischendurch Mails gelesen und beantwortet und dabei Frustlaune bekommen. Meine Büroabneigung nimmt immer skurrilere Züge an.

Solange wir hier mit vier Leuten im Haus sind, habe ich keine Ruhe zum Bloggen, ab mogen geht es sicher besser.

Morgen habe ich außerdem um 10h einen Friseurtermin und die letzten Tage sehr gezittert, dass der auch bestehen bleibt und nicht den wieder verschärften Coronaregeln zum Opfer fällt. Sieht wohl so aus, dass es klappt.

Ikea hat sich per SMS meldet, um mir mitzuteilen, dass sie mir wie angekündigt morgen zwischen 9h-12h mein Bett liefern, den Lieferservice von Ikea finde ich echt gut. Ich finde es vor allem auch gut, dass die Lieferkosten an den Umsatz gekoppelt sind und wenn man mehr kauft, wird die Lieferung teurer. Das fühlt sich irgendwie komplett logisch an und ich bilde mir, dass sie die Lieferkosten eben einfach nur weiterberechnen, ohne sie in ihren Preisen sonst einkalkuliert zu haben und das gefällt mir wirklich sehr
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