Meine Tochter, die am anderen Ende von Bielefeld wohnt, hatte sich auch auf die Reise zu ihrer Großmutter begeben. Sie fuhr mit öffentlichen Verkehrsmittel einmal quer durch die Stadt, K und ich fuhren mit dem Auto knapp 100km quer durch Westfalen.
Wie nicht anders zu erwarten, geht es schneller, mit dem Auto 100km übers Land zu fahren, als mit Bus und Bahn durch eine Stadt. In derselben Stadt zu wohnen heißt noch lange nicht, dass es einfacher ist, sich zu besuchen.
Ich sagte schon, dass ich Städte gruselig finde, sagte ich schon, nicht wahr?
Als K mich nach seinem Termin wieder bei meiner Mutter abholte, nahmen wir auch C mit und brachten sie zu sich nach Hause (geht mit dem Auto doppelt so schnell wie mit Öffis) und ich bin seit längerem mal wieder bei Tageslicht durch eine größere Stadt gefahren und dann auch noch durch ein paar reine Mehrfamilienhausansammlungen gekurvt (keine Plattenbauten, nur vierstöckige Häuser aus den 50er, davon aber ganz enorm viele in einem Viertel der Stadt), was unterm Strich dazu führte, dass ich sehr demütig wurde.
Ich mache mir viel zu selten Gedanken darum, wie ungemein privilegiert ich bin und wenn mir das mal wieder derart krass vor Augen geführt wird, wie heute, dann macht mich das sehr demütig.
Natürlich bin ich privilegiert, weil ich weiß bin und zum gehobenen Bürgertum gehöre, weil ich studiert habe und weil ich gesund bin, weil ich keine finanziellen Probleme habe und weil es tausend andere, klassische Gründe gibt, die mir ehrlich gesagt aber alle egal sind, weil ich nicht das Gefühl habe, dass ich die selber befördert habe, sondern das war halt schlicht und einfach Glück.
Es gibt Leute, die gewinnen im Lotto und es gibt Leute, die werden zur richtigen Zeit am richtigen Ort von den richtigen Eltern mit der richtigen Menge körperlicher Anlagen geboren - so eine Kombination von Treffern ist eben auch nur Glück.
Nein, wofür ich heute so ungemein dankbar war, ist das Privileg, so viele Dinge nicht zu wollen und auch nicht wollen zu müssen.
Zuvörderst bin ich zutiefst dankbar dafür, dass ich nicht in einer Stadt wohnen muss.
Jedesmal, wenn ich mich in einer Stadt aufhalte, verspüre ich diese grundtiefe Ablehnung gegen diese irre Menge an Menschen, die sich in einer Stadt und dann auch noch in so normalen Mietshäusern so unerträglich nah kommen müssen, dass es mich nur komplett beklommen macht.
Es ist natürlich nicht genug Platz da, sonst gäbe es keine mehrstöckigen Mietshäuser und sonst wäre es wohl auch keine Stadt. Bei mir triggert das aber nur alle tief verborgenen Fluchtinstinkte.
Ich habe die erste Hälfte meines Lebens in Mietswohnungen gewohnt.
So lange ich es nicht anders kannte, fand ich es auch nicht schlimm. Aber die Vorstellung, ich müsste heute wieder zurück in eine enge Wohnung mit einem verdreckten Treppenhaus und stinkenden Nachbarn, die seltsame Geräusche machen, die finde ich so gruselig, dass ich wirklich nur ein ganz großes Danke an mein Schicksal senden kann, dass ich echt gute Chancen habe, dass mir das auch in Zukunft erspart bleiben wird.
Außerdem bin ich zutiefst dankbar dafür, dass mir die anderen Menschen, die in einer Stadt leben, nicht fehlen. Dass ich all den Rummel nicht brauche und auch die Möglichkeiten nicht, die eine Stadt bietet.
Dass ich keinen Mangel verspüre, wenn ich mir mein Essen selber koche und nicht jeden Tag irgendetwas anderes ausländisches aus einem entsprechend spezialisierten Restaurant essen möchte.
Ich bin dankbar dafür, dass sich meine Geschmacksvorlieben nicht globalisiert haben und ich deshalb mit Kartoffelpürree und Salat heute noch genauso zufrieden bin wie vor 30 Jahren.
Ich bin dankbar dafür, keinen Drang nach kultureller Erbauung zu haben, ich brauche weder Theater noch Konzerte, keine Museen und keine Sportveranstaltungen, ich bin sehr zufrieden, wenn ich mich mit all dem nicht befassen muss.
Und ich bin dankbar dafür, dass mein Westfalenmann das alles ganz genau so empfindet und wir uns zu zweit in den letzten 14 Jahren nicht einmal gelangweilt haben, ganz im Gegenteil.
Die Tatsache, dass ich einen Menschen an meiner Seite habe, dem ich genau so genug bin wie er mir, ist unbezahlbar.
Die Tatsache, dass wir in allen wesentlichen Dingen genau gleich ticken und in allen anderen Dingen ganz herzlich unterschiedlich sind, so dass wir immer genug Raum haben, uns gegenseitig übereinander aufzuregen und es nie langweilig ist bei uns, halte ich für das größte Privileg überhaupt.
Denn all diese intensive Menschenvermeidung kann ich mir ja nur leisten, weil ich nicht alleine bin.
Und das halte ich weder für selbstverständlich noch für einen glücklichen Zufall, das halte ich wirklich für ein echtes Privileg
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Am Vormittag sortierte K seine beruflichen E-Mails, ich unsere gemeinsame Wäsche.
Außerdem räumte ich die Spülmaschine aus und wieder ein, machte die Küche sauber und leerte die Mülleimer.
Dann sagte K, er müsse mal eben zum Flugplatz, weil die dort das Schließsystem geändert haben und heute wäre Schlüsselausgabe. Immerhin wollte er schon mal den Glasmüll mitnehmen und unterwegs zum Container bringen.
Als er wiederkam, wollte er schwungvoll fortfahren, mit seinem Hauswirtschaftstag und schlug vor, dass wir mal einkaufen gehen.
Das machten wir auch und brachten dabei auch die Pfandflaschen weg.
Es blieben drei Mehrwegpfandflaschen übrig, weil Lidl nur das Einwegpfandsystem unterstützt.
Wir hatten auch ein wenig TK-Zeug gekauft, weshalb wir uns nicht sofort um das Mehrwegpfand kümmern konnten. Wir fuhren also nach dem ersten Einkaufen wieder nach Hause, räumten die Einkaufe weg, ich wechselte eine Maschine Wäsche, aßen noch ein Butterbrot und brachen dann zur zweiten Einkaufstour auf, das Mehrwegpfand stand ja noch rum und Hauswirtschaftstag ist Hauswirtschaftstag, wenn, dann soll auch nachher alles ordentlich sein.
Mehrwegpfand ist ja mein persönlicher Endgegner, weil regelmäßig Flaschen in meinen Pfandkisten landen, die weder der örtliche Edeka, noch der Rewe oder irgendein anderes Geschäft in Greven annimmt. Ich habe keine Ahnung, wo die herkommen, irgendwann sind sie plötzlich da und ich muss sehen, wie ich sie wieder loswerde.
Gelernt habe ich, dass der Großmarkt im Süden von Münster auch die ausgefallensten Pfandflaschen annimmt. Wir hatten also einen sehr guten Grund, mal wieder zum Großmarkt zu fahren.
Der Pfandflaschenannahmemitarbeiter im Großmarkt stöhnte über den Großauftrag und meinte, bei so einer Großanlieferung müsse er mal schauen, ob er das noch alles unterkriegt, es gelang ihm dann aber doch und er buchte mir 38 Cent Pfandretoureguthaben auf meine Karte. Insgesamt also ein sehr erfolgreicher Abschluss.
Im Großmarkt kauften wir dann noch ein paar Dinge, die es nur im Großmarkt gibt, diesmal hauptsächlich Putzmittel, weil ich einen fatalen Hang zu professionellem Reinigungswerkzeug habe und ein Kloreiniger, in dem eine gute Portion Salzsäure drin ist, macht viele Sachen einfach schneller und problemloser sauber als Ökoputzzeug mit Bienenwachslabel oder sowas.
Anschließend fuhren wir dann noch in ein Bettengeschäft und lagen Tempurmatratzen Probe.
K möchte jetzt auch unbedingt eine Tempurmatratze.
Ich wusste das ja schon vorher, konnte K aber nicht verbal überzeugen, dass diese Matratzen einfach einen so großen Komfortunterschied ausmachen, dass es den so großen Preisunterschied ausgleicht.
Als wir heute an diesem Bettenladen vorbeikamen, von dem ich wusste, dass die Tempurmatratzen führen, nutzte ich die Gelegenheit und überredete K zu einem Probeliegeabenteuer.
Es hatte ein wenig was von Loriot, aber immerhin ist K nun ebenfalls von diesen Matratzen überzeugt, jetzt müssen wir noch die Logistik regeln.
Als wir am Abend wieder zu Hause waren, verräumte ich den zweiten Schwung Einkäufe, wechselte die dritte Maschine Wäsche und machte einen großen Salat zum Abendessen.
Es war ein sehr erfolgreicher Hauswirtschaftstag
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Das hört sich jetzt prosaischer an als das, was dahintersteckt, aber mir ist heute schon wieder eine Halskette gerissen und damit ist es die dritte diese Woche und das erscheint mir doch eine ungewöhnliche Häufung.
Das letzte Mal, dass mir davor eine Halskette riss, ist schon mehr als zwei Jahre her.
Die Kette, die ich am Montag zerrissen habe, war noch fast ein nachvollziehbarer Unfall, denn ich hatte vergessen, dass ich überhaupt eine Kette anhabe und als ich mir abends beim Zubettgehen den Pulli über den Kopf zog, nahm die Kette es übel, dass ich sie vorher nicht geöffnet hatte. Ratsch. Kommt zum Zahngold und dem Ring mit dem verlorenen Stein, hier lohnt eine Reparatur nicht.
Am Dienstag trug ich eine Kette mit schwarzen Hämatitperlen, nichts wertvolles, aber ziemlich alt und weil es keine Trommelperlen sind, sondern speziell geschliffene, ganz kleine "Oliven" mag ich die Kette gerne und trage sie oft zu schwarzen Oberteilen.
Als ich am Nachmittag im Büro an meinem Rechner saß, klimperte es plötzlich und eine olivige, schwarze Perle kullerte über meine Tastatur. Diese Kette ist komplett ohne Fremdeinwirkung und sogar ohne sonstige Bewegung einfach im Wege der Materialermüdung plötzlich gerissen und spuckte mir ihre Perlen auf die Tasten.
Am Mittwoch habe ich keine Kette getragen.
Heute morgen habe ich meine Lieblingskette angelegt, sie besteht aus 15 gleichen, ca. 2x3cm großen, schwarz-beige-grün-grauen Landschaftsachaten, die einen ganz besonderen, eigenen Schliff haben und die wegen der Farben zu ungemein vielen Teilen aus meinem Kleiderschrank passen.
Als ich heute Abend nach Hause fuhr, habe ich mir einen Schal umgewickelt, als ich zu Hause ankam und den Schal abwickelte, fiel mir ein Achat in die Hände, die anderen baumelten noch an der gerissenen Kette.
Weshalb diese Schnur gerissen ist, kann ich nicht verstehen. Ich habe die Kette vor ca. 6 Jahren auf einem Flohmarkt gekauft, dann ist sie mir sehr schnell gerissen und ich habe die Steine auf eine dünne Metallschnur neu aufziehen lassen, die ich wegen der Schwere der Steine ja extra in dieser Stabilität ausgesucht hatte. Dass auch diese Metallschnur jetzt nur sechs Jahre gehalten hat, lässt mich etwas ratlos zurück.
Und überhaupt finde ich drei gerissene Ketten in vier Tagen eine Menge.
Ich habe hier eine Kiste stehen, in der ich kaputten Schmuck sammele, den ich gerne reparieren lassen möchte. Leider ist die Dame, die solche Reparaturen früher für mich erledigt hat, nicht mehr zu erreichen, sie ist entweder verstorben oder verzogen, auf alle Fälle verschwunden und nun weiß ich niemanden mehr, wo ich meine gesammelten Schäden hinbringen könnte. Echt blöd, denn die Kiste steht da schon länger und wird immer voller, ich muss dringend jemanden finden, der kaputten Schmuck repariert, ohne dass er dafür Preise verlangt, als wären es Kronjuwelen
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Der Welt beste Spritsparer
Mein Auto hat, wie wahrscheinlich jedes moderne Auto heutzutage, eine Reichweitenanzeige in Kilometern, d.h. ich muss nicht nach dem Stand der Tankanzeige in etwa abschätzen, wie weit ich mit dem aktuellen Sprit im Tank noch komme, sondern ich kann im Mäusekinodisplay das Menu mit den Messdaten aufrufen und mir anzeigen lassen, wie viele Kilometer ich ohne nachzutanken noch fahren kann. Das berechnet das Auto selber, ausgehend vom Durchschnittsverbrauch der letzten x Kilometer.
Wenn man nach dem Tanken also sparsamer fährt als vor dem Tanken, dann steigt die verbleibende Restreichweite mit jedem zusätzlich gefahrenen Kilometer, was ich jedesmal witzig finde.
Vor der Abfahrt nach Borkum, tanke ich das Auto grundsätzlich voll, so habe ich es auch beim letzten Mal gemacht und nach dem Tanken wird natürlich die maximale Restreichweite angezeigt, diesmal sagte mir das Auto, ich hätte noch 650km Restreichweite.
Von Greven nach Emden saß K am Steuer und als wir 189km später in Emden ankamen, zeigte das Auto noch eine Restreichweite von 630km. Das war also eine äußerst sparsame Fahrweise, wenn man für 189km nur 20km Reichweite verbraucht und K wies mich mehrfach darauf hin, dass ich das gar nicht lobend genug erwähnen könnte. Mit diesem Bericht versuche ich also, hier fehlendes Lob nachzuholen.
Handytasche wiederaufgetaucht
Ein anderes Lob kann ich auch noch gleich hinterherschicken, denn K hat meine verlorene Handytasche wiedergefunden, die ich schon ausgiebigst gesucht hatte und überhaupt keine Erklärung mehr dafür wusste, wieso sie plötzlich verschwunden war.
Wenn ich bemerke, dass mir Dinge fehlen, dann beginne ich üblicherweise sofort mit der Suche und gebe ungern auf, bevor ich das Gesuchte nicht auch wirklich gefunden habe.
K dagegen hat kein Problem damit, wenn ihm Dinge fehlen. Erstens bemerkt er es oft gar nicht bzw. erst lange Zeit nach dem Verschwinden und dann ist Suchen natürlich deutlich komplizierter, weil sich der Suchradius nicht mehr gut bestimmen lässt.
Und zweitens ist es ihm egal, wenn Dinge fehlen, er sucht immer erst dann, wenn er ein bestimmtes Teil auch konkret braucht.
Grundsätzlich ist das natürlich eine sehr nervenschonende Einstellung, aber bei bestimmten Dingen, bei denen ich ganz genau weiß, dass ich sie früher oder später ganz bestimmt und zwar unbedingt und alternativlos brauchen werde, ich meine also Dinge wie Schlüssel, Portemonnaie oder Personalausweis, bei diesen Elementardingen wäre es mir schlicht nicht möglich, einen temporären Verlust kurzerhand als temporär zu bezeichnen und darauf zu spekulieren, dass sie schon von alleine wieder auftauchen.
Bei Schlüssel, Ausweisen, Handtaschen etc. werde ich sofort panisch, wenn sie auch nur fünf Minuten lang verschwunden sind.
Ich werde übrigens auch panisch, wenn sie gar nicht wirklich verschwunden sind, sondern ich mir nur grade einbilde, dass sie verschwunden sein könnten.
Neulich zB bekam ich mal wieder einen dicken Adrenalinstoß gefolgt von einem bemerkenswerten Schweißausbruch, weil ich dachte, mein Handy sei weg.
Ich war im Auto unterwegs und telefonierte mit K, der mich nach etwas fragte, was ich auf dem Handy hätte nachgucken können - aber das Handy lag nicht auf dem Sitz neben mir. Wenn das Handy beim Autofahren nicht auf dem Sitz neben mir liegt, kann es nur eine Erklärung geben: Ich habe es irgendwo verloren. Achdugroßergott, Blut, Schweiß und Panik, führten zu einer riskanten Vollbremsung, weil ich sofort begann, mein Handy zu suchen.
K bekam die Vollbremsung und meine spontane, hektische Aufregung am Telefon natürlich mit, wusste aber zunächst nicht, was mich derart aus der Fassung gebracht hatte.
Als ich panisch jammerte, dass mein Telefon weg sei und ich es jetzt erst suchen müsste, lachte er sich schlapp und fragte mich dann, womit ich denn grade telefonierte.
Erst da fiel mir auf, dass das Telefon nicht weit weg sein könne, denn so ein Bluetoothheadset lässt keine großen Entfernungen zu, aber zu so klugen Gedanken bin ich nicht in der Lage, wenn ich grade nur noch vor Schreck zitternd nach einem verlorenen Elementarlebensteil suche.
Meine Handytasche gehört zwar nicht zu den gleichen, kritischen Überlebensnotwendigkeiten wie mein Handy oder mein Schlüssel, ich habe sie aber eigentlich immer in meiner Handtasche, weil es ja mal sein könnte, dass ich mein Handy da reinstecken möchte und vor allem ist in einer Seitentasche noch ein Kopfhörer und ein Brillenputztuch, beides ebenfalls sehr wichtige Dinge, die ich gerne grundsätzlich am Mann habe.
Seit Mitte Dezember war diese Handytasche plötzlich weg. Ich konnte es gar nicht begreifen, weil ich sie wirklich nur in meiner Handtasche aufbewahre und sonst nirgendwohin räume, aber in meiner Handtasche war sie nicht mehr. Und auch in keiner der 17 anderen Handtaschen, die ich im Alltagsgebrauch sonst alternativ verwende. Ich räume den Standardinhalt meiner Handtasche immer um, aber es hätte ja sein können, dass ich aus Versehen die Handyhülle einmal vergessen habe umzuräumen. Hatte ich nicht, sie war weg.
Ich suchte in den 58 weiteren Handtaschen, die ich nur ganz selten verwende und die deshalb nicht an der Garderobe hängen, sondern gut verstaut hinten im Kleiderschrank liegen, weil es ja hätte sein können, dass ich aus nicht mehr erinnerlichen Umständen auch eine der seltenen Handtaschen hätte benutzt haben können und dabei kam es zu dem Umräumfehler - kam es aber nicht, die Handytasche blieb verschwunden.
Ich suchte noch an vielen anderen Orten (alle Jackentaschen, alle Reisetaschen, alle Einkaufstaschen, im Kofferraum meines Autos, unter den Sitzen meines Autos), ich suchte lange und ausdauernd aber erfolglos, die Handytasche war nirgendwo.
Bis ich gestern Abend nach Hause kam und die Handytasche auf dem Esstisch liegen sah.
K hatte sie gefunden, in seinem Auto unterm Sitz. Er hatte dort nämlich nach seinem Ausweis gesucht, weil wir morgen einen Notartermin haben.
Von seinem Ausweis wusste er schon seit längerem nicht mehr genau, wo der sein könnte, aber zum Glück lässt sich K von sowas ja nicht nervös machen und vorhersagegemäß tauchte sein Ausweis auch pünktlich wieder auf.
In der Innentasche seiner Sommerjacke. Kein Grund, sich aufzuregen
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Ich fühle mich einigermaßen frisch und ausgeruht, wobei ich jetzt natürlich noch nicht weiß, wie es mir morgen gehen wird, wenn ich nach dem ersten Aufwachen mich nicht einfach wieder umdrehen kann, um weiterzuschlafen und wenn ich vor allem nach dem Aufwachen nicht noch entspannt zwei Stunden länger im Bett bleiben kann, weil mich ja nichts hetzt.
Ab morgen hetzt der Alltag wieder, aber vielleicht gelingt es mir ja dieses Jahr besser, damit gelassen umzugehen, immerhin ist die Restzahl der verbleibenden Tage nur noch dreistellig, das sollte mir sicherlich helfen, das alles nicht mehr so dringlich zu nehmen.
Auf der Rückfahrt haben wir den Onkel mitgenommen und in Ganderkesee vor einer Spezialklinik für neue Gelenke abgesetzt. Dort bekommt er übermorgen ein neues Knie und darauf freut er sich schon sehr.
Wenn Borkumer solche geplanten OPs haben, dann müssen sie die Anreise selber organisieren und weil es keine Möglichkeit gibt, dass er morgen früh anreist, hat sich der Onkel für heute Nacht ein Hotel gebucht, zum Glück gibt es eines direkt gegenüber der Klinik.
Sowohl Klinik als auch Hotel liegen irgendwo im tiefsten Niemandsland, es war eine relativ abenteuerliche Anreise. Das Navi führte uns im Stockdunkeln über allerlei Feldwege und wir bekamen gründlich Zweifel, ob das alles so richtig ist. Aber Google Maps war keine Alternative, denn es gibt dort draußen schlicht kein Netz. Ich fühlte mich ein bisschen in eine sehr weit entfernte Vergangenheit versetzt, vor rund 20 Jahren bin ich auch schon mal nur mit Navi und ohne Straßenkarten aus Papier durchs Sauerland gefahren, das war ähnlich abenteuerlich.
Aber schließlich haben wir nicht nur die Klinik, sondern auch das Hotel gefunden und den Onkel dort mitsamt Gepäck für fünf Wochen abgesetzt. Nach der OP geht er direkt in die Reha, es ist also schon eine lange Zeit, bis er wieder zuhause ist.
Unser Rückweg ging dann über die A1 nach Greven, ich bin diesen Teil der A1 schon lange nicht mehr gefahren, zu meinem Erstaunen besteht er hauptsächlich aus Baustellen, wie gruselig, wenn man sich da tagsüber durch kilometerlange Staus quälen muss, wir kamen aber gut durch und haben hier den Kühlschrank schon wieder eingeräumt und einen Stapel Post gesichtet, jetzt Bett und morgen versuche ich dann sowohl den Montag als auch die Arbeit zu lieben
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Das erste Mal wachte ich heute auf als die Uhr 08.01 zeigte, viel zu früh, um wach zu sein, ich drehte mich also sofort wieder um, um weiterzuschlafen.
Als ich nach einiger Zeit zum zweiten Mal aufwachte, zeigte die Uhr immer noch 08.01, was mich ziemlich verwirrte, denn ich war sicher, noch eine ganze lange Zeit geschlafen zu haben.
Während ich also augenreibend noch immer auf die Uhr starrte und mir überlegte, wer von uns beiden spinnt, sprang die Anzeige plötzlich um und zeigte 10.35.
Diese Uhr steht seit über einem Jahr in meinem Schlafzimmer und ich weiß nicht, wie oft ich mich von dieser bekloppten Einstellung schon habe täuschen lassen, ganz offensichtlich bin ich nicht in der Lage, das Datum von der Uhrzeit zu unterscheiden.
Die Uhr ist so eingestellt, dass sie immer fünf Sekunden lang die Uhrzeit anzeigt, dann für zwei Sekunden auf das Datum springt und dann sieht man zwei Sekunden die aktuelle Raumtemperatur bevor sie wieder für fünf Sekunden die Uhrzeit anzeigt usw.
Die Uhrzeit wird also deutlich länger angezeigt als das Datum, ich habe aber das Gefühl, dass die Uhr IMMER das Datum anzeigt, wenn ich grade mal draufgucke. Ich bin sehr sicher, dass in der Uhr ein kleiner Teufel versteckt ist, der mich damit in Wahnsinn treiben will.
Ab 10.35h war ich dann also bereit, auch wirklich aufzuwachen, aber natürlich nicht aufzustehen, das mache ich ja nie nach dem Aufwachen.
Zum Glück wurde K gleichzeitig mit mir wach und erklärte sich bereit, Kaffee zu machen. Ich glaube, in den letzten 30 Jahren ist es nur sehr selten vorgekommen, dass ich selber aufstehen musste, um mir einen Kaffee zu kochen, eigentlich nur, wenn ich morgens ganz alleine im Haus bin, und das ist tatsächlich nur sehr selten der Fall.
Es kommt vor, dass K deutlich vor mir wach wird und wenn ich dann nicht rechtzeitig aufwache, habe ich einen kalten Kaffee neben dem Bett stehen, aber oft erklärt er sich dann sogar bereit, mir den Kaffee noch mal aufzuwärmen.
Früher habe ich sehr viel Kaffee getrunken, zwei-drei Liter waren eine übliche Tagesration. Ich trinke meinen Kaffee grundsätzlich schwarz, ohne Milch und ohne Zucker und ich mag nur Kaffee, der nach Kaffee schmeckt und nicht nach verbrannten Kaffeebohnen oder nach Babymilchbrei.
Es mag Leute geben, die das Aroma nennen, es gibt aber ja auch Leute, die essen Chilibohnen und behaupten, sie schmeckten einen Unterschied zwischen den grünen und den roten. So etwas liegt alles außerhalb meiner Geschmackswelt, ich bin da eher einfach gestrickt und bin mit so normalem Kaffee wie Jacobs Krönung sehr zufrieden.
Wenn ich keine Filterkaffeemaschine habe, dann nehme ich eine Frenchpress und damit ist meine Experimentierfreude auch schon am Ende. Wenn es das nämlich beides nicht gibt, dann trinke ich einfach keinen Kaffee, so einfach, so banal.
Irgendwann habe ich entdeckt, dass ich den Gutenmorgenkaffee aus den Senseopads auch gerne mag, so dass wir mittlerweile fast komplett auf diese Kaffeeherstellung umgestellt haben, denn nur für zweimal eine Tasse Kaffee am Morgen ist das eine sehr einfache und bequeme Zubereitungsalternative.
Als ich vor 14 Jahren in dem Büro anfing, ich dem ich heute noch arbeite, gab ich das Kaffeetrinken sehr schnell auf und schwenkte um auf Kräutertees, weil ich mich nicht an den edlen Kaffee aus so einer schicken Kaffeemaschine gewöhnen konnte. Diese Sorte Kaffee mag ich nicht, weshalb ich auch diesem Kaffeehype, der in den letzten 15 Jahren ja immer stärker wurde, sehr unverständig gegenüberstehe.
Wie kann man sich für vierstellige Eurobeträge eine Kaffeemaschine kaufen, die erstens einen Höllenaufwand bei der Reinigung bedeutet und zweitens einen Kaffee produziert, der hauptsächlich bitter ist und nur mit viel Milch, die seit neuestem ja umweltökokonform auch noch durch ein Wasser-Hafergemisch ersetzt wird, überhaupt trinkbar wird?
Tut mir leid, ich bin da raus und mit meinem Kräuterteebeuteltee sehr zufrieden. Der ist preiswert, einfach in der Herstellung, verlangt keine extra Reinigung und ist außerdem auch noch gesund und umweltkonform und eben unglaublich unkompliziert.
Ich bin auf keine spezielle Kräuterart oder -mischung spezialisiert, im Grunde trinke ich alles, solange es eben irgendwas mit Kräutern ist, am liebsten allerdings irgendwelche gemischten Kräuter.
Kaffee trinke ich also jeden Tag nur noch eine Tasse, die ist mir aber ausgesprochen wichtig, wenn die fehlt, bekomme ich unweigerlich spätestens gegen Mittag Kopfschmerzen. Wenn ich tatsächlich mal irgendwohin in Urlaub fahre, ist das regelmäßig ein Problem, weil es in Hotels ja oft nur diesen scheußlichen schwarzgebrannten Kaffee gibt. Tatsächlich ist das auch ein Grund, weshalb ich ungern verreise.
Aufgestanden sind wir übrigens heute erst nach 13h und K fragte mich, ob ich mir keine Sorgen mache, dass wir total verlottern, wenn wir beide nicht mehr arbeiten müssen. Ich mache mir darum keine Sorgen, ich freue mich darauf. Was gibt es gegen verlottern einzuwenden
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Bisher gab es hier ja für gar keine Müllart Tonnen, alles wurde in farblich unterschiedliche Säcke gepackt, die man rollenweise kaufen konnte und die je nach Farbe und Müllinhalt unterschiedlich kosteten. Die gelben Säcke waren als einzige umsonst.
Früher waren auch die blauen Säcke für Papier umsonst, wobei ich es schon immer skurril fand, dass der Papiermüll in Plastiksäcke gesteckt wurde, um ihn einzusammeln.
Weil aber Papier so viel schwerer ist als Plastikmüll, waren die blauen Säcke auch viel stabiler als die gelben Säcke für den Plastikmüll, was wiederum dazu führte, dass die Leute die blauen Säcke sehr gerne für alles möglich verwendeten, für das man einen stabilen Plastiksack gut gebrauchen kann.
Das ärgerte die Müllentsorger, die die blauen Säcke für den Papiermüll kostenlos zur Verfügung stellen mussten, so dass sie durchsetzten, dass auch die blauen Säcke nicht mehr unbegrenzt kostenlos abgegeben wurden. Ich glaube, so eine 10er Rolle sehr stabile blaue Plastiksäcke kostet jetzt 1,50 €, was nun nicht grade teuer ist, aber der verquasende Verbrauch von blauen Papiermüllsäcken ging doch deutlich zurück.
Ab dem 1.1.2022 gibt es jetzt Mülltonnen.
Als ich das das erste Mal hörte, war ich sehr begeistert darüber, denn die Müllsacklogistik hier auf der Insel ist weit weg von optimal, weil es hier nicht nur viele Möwen, sondern inzwischen fast noch mehr Dohlen, Elstern und andere Krähenvögel gibt und die sind alle zusammen ganz enorm schlau und wissen genau, dass in den großen Plastiksäcken, die einmal wöchentlich am Straßenrand stehen, ganz tolle Leckereien versteckt sind. Man muss nur den Sack aufpicken - eine Kleinigkeit für einen größeren Vogel - und schwupp, schon öffnet sich eine kulinarische Schatzkiste. Oder auch nicht, aber dann kann man als verärgerter Vogel wenigstens alles aus dem Müllsack rauszerren und auf der Straße verteilen.
Um das zu verhindern, musste der Müll also immer sorgfältig mit einer festen Plane abgedeckt werden, wenn man die nicht fest genug verzurrte, gelang es den Vögel oft genug, die Plane wegzuzippeln, um an den verführerischen Sackinhalt zu kommen.
Eine dicke, stabile Mülltonne erscheint also eine sehr gute Lösung für dieses Problem.
Nun, wir haben jetzt eine Mülltonne, aber nur für den gelben Müll. Begründung: Damit wird sehr viel Plastikmüll für die nun entbehrlichen gelben Müllsäcke gespart.
Ich weiß ja nicht.
Papier, Restmüll und Grünabfälle werden weiterhin in Plastiktüten verpackt, die weiterhin mit einer Plane gut abgedeckt jeden Donnerstagabend an die Straße gestellt werden müssen, denn wenn der Müllwagen Freitags die Tour linksrum fährt, dann ist er schon um 7h bei mir am Haus und das ist keine Uhrzeit, zu der ich Müll rausstellen möchte. Deshalb also Donnerstagabends und speziell in der stürmischen Jahreszeit ist es immer eine Herausforderung, ob die Plane auch über Nacht hält. Wenn man sie nicht wirklich sehr gut festmacht, wird sie weggeweht und die Vögel freuen sich.
Die gelbe Mülltonne, die wir jetzt haben, ist riesengroß, deshalb wird der gelbe Müll auch nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch monatlich abgeholt. Darüber haben sich schon viele aufgeregt.
Außerdem ist es schwierig, so eine Riesentonne unterzustellen, deshalb haben viele die Tonne einfach vorm Haus stehengelassen.
Wenn Mülltag ist, muss die Tonne aber sowieso vors Haus und dann heißt es Daumen drücken.
Denn die Tonne ist für ihre Riesengröße sehr leicht, das heißt, der Wind bläst sie sehr schnell mal um.
Gestern war hier dick Sturm.
Heute war die lokale Facebookgruppe voll mit umgewehten gelben Mülltonnen, die zum Teil schon gut gefüllt waren. Weil Plastikmüll ja leicht ist, wird auch eine volle gelbe Mülltonne umgeweht und diese Sauerei ist noch größer als die mit aufgepickten gelben Säcken früher.
Ich glaube, die Idee mit den gelben Mülltonnen fällt in die Kategorie "gut gemeint ist nicht gut gemacht".
Was ich außerdem blöd finde an den nun fehlenden gelben Säcken, ist der fehlende Müllsack in meiner Plastikmülltonne in der Küche. Noch habe ich einige Rollen gelbe Säcke auf Vorrat hier liegen und natürlich werde ich die weiter verwenden.
Wenn ich den Plastikmüll ohne Tüte in die Plastikmülltonne werfe, wird die ganz eklig und schmierig, das will ich nicht.
Ich werde also künftig den gelben Müll weiter in einem gelben Müllsack sammeln, den ich dann in die große gelbe Mülltonne stecke. Das spart zwar keine Plastiksäcke, aber die Verwaltung will es so.
Hier auf Borkum werden keine neuen gelben Plastiksäcke mehr ausgegeben, aber zum Glück gibt es in Greven noch gelbe Säcke, da ist das Müllsystem komplett andersrum. Dort habe ich für jede Müllart eine Tonne, nur nicht für den Plastikmüll, der wird in Tüten abgeholt.
Gelbe Müllsäcke bekomme ich also noch in Greven, zwar immer nur zwei Rollen auf einmal, aber ich kann ja mehrfach gehen und mir so systematisch einen Vorrat für die nächsten Jahre anlegen. Das erscheint mir insgesamt die beste Lösung.
Übrigens haben wir heute auch einen Fahrradausflug (mit Anhänger) bis zur Müllkippe gemacht, die alten Gardinenstangen sind jetzt alle entsorgt.
Die Flex, die K extra gekauft hatte, um die neuen Gardinenstangen zu kürzen und von der er dann nicht wusste, ob er sie wirklich schon gekauft hatte und wenn ja, wo sie ist, diese Flex ist wieder aufgetaucht, sie stand die ganze Zeit hier im Wohnbüro im neuen Bücherregal. Logisch, wo auch sonst.
Jetzt hat K sie ausgepackt, weil ich ihn drängte, doch bitte endlich die Gardinenstangen zu beschneiden. Dabei stellte er fest, dass er zwar eine ganz tolle Flex gekauft hatte, nur leider ist keine Trennscheibe für Metall dabei, sondern nur eine Schrubbscheibe, für die selbst ich, mit meiner ansonsten gut funktionierenden Phantasie für abstruse Nutzungsmöglichkeiten, selbst mir fällt nichts ein, wofür wir jemals eine Schrubbscheibe an einer Akkuflex benötigen könnten, aber egal, sowas haben wir jetzt auf alle Fälle.
Aber halt leider keine Trennscheibe und deshalb sind die neuen Gardinenstangen immer noch ungekürzt, immerhin sind die alten jetzt aber schon mal entsorgt
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Ich habe heute erst am Nachmittag kurz das Haus verlassen, ich musste noch Fährkarten für Sonntag besorgen. Zum Fahrradfahren war mir das Wetter eindeutig zu nass und zu windig, hier war heute richtig Sturm mit dicken Regenschauern, ich war froh, dass ich mit dem Auto fahren konnte.
Ab heute ist die Weihnachtssperre mit der roten Fahrverbots Zone im Dorf aufgehoben, es gibt wieder freie Fahrt für freie Bürger, ich konnte also direkt vorm Bahnhof halten und eben am Schalter Fahrkarten holen.
K blieb im Auto sitzen, bereit, jederzeit weiterzufahren, denn man darf da jetzt zwar fahren, aber nicht halten, das Halteverbot vorm Bahnhof gilt durchgängig ganzjährig, zu zweit ist das aber alles kein Problem.
Ansonsten habe ich den Rest des Tages überwiegend vorm PC gesessen und mich weiter mit der Verwaltung all der privaten Dinge beschäftigt, die ich wahrscheinlich auch gut als Hauptjob machen könnte. Irre, was sich da alles so läppert.
Es sind immer noch einige Firmen aus CWs Zeiten übrig, es dauert, bis die alle abgewickelt sind und damit mir nicht langweilig wird, gründet K ja auch gerne mal wieder eine neue.
Für eine der Firmen mit wahrlich komplizierten Sachverhalten habe ich heute die Buchhaltung und die Abschlüsse für 2020 und 2021 fertig gestellt, das finde ich sehr befriedigend.
Meine eigene Buchhaltung habe ich für 2021 inzwischen komplett abgeschlossen und vollständig auf 2022 umgestellt, das ist auch ein gutes Gefühl.
Dann rief die Physiopraxis an, die haben jetzt für alle Patienten die 2G+ Regel, außer geimpft braucht man jetzt auch noch einen tagesaktuellen Test, ich habe alle Termine abgesagt, bis dieser Blödsinn wieder vorbei ist.
Wenn ich mich für irgendetwas auch noch extra testen lassen soll, finde ich es einfacher, dieses etwas nicht zu machen. Zum Glück braucht man noch keinen Test, wenn man einfach zu Hause bleibt. Mir auch recht.
Dieses freie Leben, bei dem ich mich nur mit der Verwaltung meiner eigenen Privatangelegenheiten beschäftige, gefällt mir sehr gut. Grundsätzlich unterscheidet es sich gar nicht so sehr von meinem sonstigen Büroalltag, die Arbeit selber ist im Wesentlichen die gleiche, der Unterschied ist nur, dass ich bei meinen Privatsachen nicht mit anderen Menschen zusammenarbeiten muss, über deren Fehler ich mich deshalb auch nicht ärgern muss.
Eigentlich bilde ich mir ja ein, dass ich gut im Team arbeiten kann, aber nur, wenn alle in dem Team auch auf Augenhöhe sind und eine vergleichbare Leistungsstärke besitzen.
Solche Teams kommen in der Realität leider nur extrem selten vor, weshalb ich in der Realität eben viel lieber meinen Kram alleine mache, einfach weil es mich weniger stresst.
In der Theorie kann ich den Inklusionsgedanken nachvollziehen - in der Praxis gehe ich ihm aus reinem Selbsterhaltungstrieb aber meist sehr weit aus dem Weg, zumindest wenn es um Dinge geht, die eben einfach erledigt werden müssen und entweder die Zeit oder die Nerven, die dafür zur Verfügung stehen, begrenzt sind.
In meiner Timeline wurde in den letzten Tagen immer wieder ein Interview mit Heidi Kastner verlinkt, in dem sie sehr deutlich definiert, was sie unter Dummheit versteht:
"Dumm meint, ignorant zu sein, unglaublich selbstsicher oder nur "bei sich" zu sein, wie es so schön heißt heutzutage, es bedeutet das Ausblenden von Verantwortungen, dass man keine Informationen vor Entscheidungsfindungen einholt, selbstzentriert und selbstherrlich zu sein, kein Gefühl dafür zu haben, dass man als Teil eines Ganzen auf der Welt ist und das Ganze mitbedenken muss, wenn man Entscheidungen trifft. Dummheit hat auch viel zu tun mit einer gewissen Form von Arroganz."
Wenn ich sage, dass ich den Inklusionsgedanken nicht leben kann, dann liegt das nicht an den paar wirklich neurodiversen Menschen, die selber wissen, dass sie spezielle Eigenarten haben, nein, die finde ich völlig unproblematisch im Umgang. Anstrengend sind für mich nur diese dummen Menschen, die sich selber einbilden, neurotypischer als neurotypisch zu sein und das gerne an irgendeinem überflüssigen Schul- oder Studienabschluss festmachen, der sie angeblich zu irgendetwas befähigt, was sie wichtig finden und die deshalb meinen, sie selber seien auch wichtig.
All diesen wichtigen Menschen so weiträumig aus dem Weg gehen zu können, wie ich das die letzten Tage getan habe, das ist für mich der wahre Urlaub und der Hauptgrund, warum ich täglich die Tage zähle
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Wenigstens der Eingang sieht jetzt schon mal ordentlich aus.
Für die Garderobe habe ich einen neuen Haken gekauft, als ich ihn anbringen wollte, stellte ich fest, dass neue Schrauben schäbbig aussehen an einem auf alt gemachten Haken. Also bin ich zum Baumarkt gefahren und habe gefragt, ob sie olle Schrauben hätten.
Hatten sie nicht mehr, weil gestern Inventur war und da hatten sie vorher alle Sammelsuriumkisten mit ollen Schrauben weggeworfen, die wären nicht zählbar gewesen.
Also bin ich zum Onkel gefahren, der macht keine Inventur mehr und schmeißt ungern Dinge weg.
Der hatte noch eine große Kiste mit ollen Schrauben und ich habe jetzt zwei passende für meinen Haken gefunden.

Mein Wärmehaushalt ist völlig durcheinander, mir ist entweder viel zu warm oder entsetzlich kalt. Nicht im Sinne von Hitzewallungen und Wechseljahre, sondern einfach nur übertrieben in jede Richtung. Und vor allem dieses "zu kalt sein" finde ich sehr lästig. Ich weiß nicht wie lange es her ist, dass ich so sehr gefroren habe und selbst neben dem heftig bullernden Ofen nicht warm wurde. Sehr, sehr lästig ist das.
Was Spannendes ist sonst nicht passiert
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Love it, leave it or change it, deshalb:
Bleiben Sie dabei: 2022 , das Jahr, in dem ich lernte, Montage zu lieben.
Den größten Teil des Tages habe ich vorm Rechner verbracht und meine eigene Buchhaltung für 2021 abgeschlossen und für 2022 vorbereitet.
Außerdem haben wir den wiedergefundenen alten Kabelrouter zurückgeschickt, ohne Zubehör, K hatte keine Lust mehr, noch länger danach zu suchen, wir werden sehen, wie Vodafone sich benimmt.
Dann waren wir nicht im Baumarkt einkaufen, weil die heute wegen Inventur geschlossen hatten, immerhin hatte uns der Plan, dort einkaufen zu wollen, vor die Tür gelockt und weil es weit ist bis zum Baumarkt, fuhren wir Rad. Der Hinweg war toll, bei gut 6 Windstärken Rückenwind ist Fahrradfahren immer toll.
Der Rückweg war nicht so toll, gut, dass ich ein Elektrorad habe, ich hätte mir wahrscheinlich sonst ein Taxi gerufen und mein Rad irgendwann ein ander Mal abgeholt, wenn sich der Wind gedreht hat vielleicht.
K ist nicht ganz so radikal wehleidig wie ich, er fuhr auf dem Rad bis nach Hause, dabei verweigerte es hartnäckig jede elektromobile Pedalunterstützung, sein Akku spann. Dafür habe ich ihn sehr bewundert.
Nach der Radtour gab es Sanddorngrog zum Aufwärmen, jetzt bin ich betrunken und gehe ins Bett, war eindeutig mehr Grog als Sanddorn, Pech
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