Ich gebe offen zu, dass ich ein schlechter Mensch bin, ich habe nämlich sehr oft sehr viele schlechte Gedanken über Leute, deren Verhalten ich rücksichtslos, anmaßend, selbstherrlich oder übergriffig finde.
Natürlich sind die Kriterien, nach denen ich dieses Benehmen negativ beurteile, rein subjektiv, aber genau deshalb sage ich ja auch offen, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich mich einen feuchten Kehricht darum schere, ob meine Beurteilung sozial angemessen ist, alle Umstände würdigend ausgewogen, politisch korrekt, Minderheiten wertschätzend oder sonst wie ordnungsgemäß respektvoll ist, ich sehe einfach nur, wie sich manche Menschen benehmen und finde die dann blöd.
So einfach und so subjektiv.
Manchmal mache ich mir ja durchaus Sorgen, wann ich vor allem auf Borkum als öffentlich bekannter Nörgelrentner in die Presse komme, denn vor allem auf Borkum habe ich ja nicht nur besonders viel Gelegenheit, das schlechte Benehmen von anderen Menschen zu beobachten, sondern auch ausreichend Zeit, mich darüber aufzuregen.
Ich glaube aber auch, dass sich unter den Urlaubern auf Borkum auch besonders viele von den Leuten befinden, die ich so besonders verachtenswert finde.
Es gibt dort zum Beispiel einen Weg zwischen Strand und Dünen, der ist an manchen Stellen sehr breit und ausgebaut, dann heißt er Promenade, an anderen Stellen aber nur sehr schmal und vor allem oft sehr versandet. An den Stellen, wo der Weg direkt oberhalb des sehr belebten Badestrandes verläuft, ist er eine reine Fußgängerzone, d.h. Fahrradfahren ist dort verboten.
Aus meiner Sicht gibt es auch viele gute Gründe, das Fahrradfahren dort zu verbieten, weil es erstens für Radfahrer verkehrstechnisch gar kein Problem ist, einfach hinter den Dünen auf der parallel verlaufenden, normalen Straße zu fahren und weil es zweitens auch sehr belebte Abschnitte sind, wo viele kleine Kinder unbeaufsichtigt rumlaufen, da - bis auf durchgeknallte Fahrradfahrer, die dort verboten sind, es ansonsten keine Gefahr für kleine Kinder gibt und die Eltern sie problemlos unbeaufsichtigt dort laufen und spielen lassen können.
Auch für erwachsene Fußgänger sind die Radfahrer dort lästig, weil, zumindest oberhalb des Südstrandes, der Weg sehr schmal ist und es nicht genug Platz gibt, um den Radfahrern auszuweichen.
Kurzum: Radfahren ist dort verboten, was aber viele Radfahrer nicht interessiert. Wenn ich auf diesem Strandabschnitt spazierengehe, ist es mir schon mehrfach passiert, dass ich von verbotswidrig dort radelnden Fahrradfahrern auch noch angeklingelt und beschimpft wurde, wenn ich nicht sofort freiwillig in die Dünen gesprungen bin, um ihnen Platz für eine freie Fahrt zu machen - und jedes Jahr macht mich das aggressiver. Vor allem weil ich ja eh eine Dauerhasskappe aufhabe, wenn ich zugucke, welche Leute mit welchem Unvermögen unter vollständiger Missachtung jeder Straßenverkehrsordnungsvorschrift in ihrem Urlaub munter, aber äußerst ungeübt über die Insel radeln, also nicht nur auf den verbotenen Strandabschnitten, sondern auch auf erlaubten Straßen, dort aber sehr gerne zu fünft nebeneinander oder in wildem Zickzack, der sie nicht nur für Autofahrer, sondern ganz besonders auch für andere Fahrradfahrer zu einer echten Gefahr macht.
So, wo war ich? Ach ja, ich bin ein schlechter Mensch, weil ich schlechte Gedanken habe, die habe ich aber nicht nur gegenüber den Rentnergästen auf Borkum (und Rentner sind wirklich um ein Vielfaches unverschämter als junge Leute), sondern auch gegenüber unseren Nachbarn hier in Greven, die finde ich auch zunehmend unangenehm.
Dass in unserer 8er Reihenhauskette inzwischen nur noch drei Familien ohne Migrationshintergrund wohnen, stört mich immer dann, wenn die neuen Nachbarn versuchen, ihren Migrationshintergrund als kulturelles Plus in die Nachbarschaft einzubringen und die gesamte Umgebung im Umkreis von 500m mit ihrer arabischen Kulturmusik bedröhnen.
Es liegt vielleicht daran, dass ich in diese Art der Musik nicht ganz so selbstverständlich hereingewachsen bin, wie in die Schlager der deutschen Hitparade, die ich zwar auch nie wirklich mochte, die ich als Fetenmusik aus dem Nachbargarten aber deutlich besser ausblenden kann als dieses Ohrenkrebs auslösende, arabische Schrägtongedudel.
Außerdem stören mich diese dauernden Familienfeste, die jetzt in den Nachbarhäusern stattfinden, weil unsere kleine, enge Anliegerspielstraße dann jedesmal randvoll zugeparkt ist mit großformatigen Mercedesautos, keines von denen auf einem erlaubten Parkplatz . Erlaubte, eingezeichnete Parkplätze haben wir naturgemäß auf dieser Anliegerspielstraße auch nicht viele, eben weil es nicht vorgesehen ist, dass dort so viel Autoverkehr stattfindet. Es gibt öffentliche Parkplätze außerhalb der Straße, wenn man dort parkt, hat man aber erstens seinen Luxusschlitten nicht dauernd im Blick und muss, zweitens, auch noch 300m laufen. Deshalb parken die lieber die Straße zu, was für mich bedeutet, dass ich oft nicht mehr in meine Einfahrt komme, weil zugeparkt.
Da die neuen Nachbarn ihre Häuser alle erst neulich gekauft haben und ich weiß, zu welchem Preis diese Häuser verkauft wurden, handelt es sich bei all diesen neu zugezogenen Familien nicht um die einkommensarme Unterschicht der Mitbürger mit alternativem Kulturhintergrund, sondern offensichtlich sind die alle durchaus wohlsituiert. Was man übrigens auch immer sehr gut erkennen kann, wenn sie Familienfeste feiern und die Straße randvoll ist mit Luxuskarossen.
Ich bemerke an dieser Stelle, dass ich reichen Familien aus dem Ausland deutlich ablehnender gegenüberstehe als irgendwelchen armen Flüchtlingsschluckern. In dem Moment, wo die Menschen Kohle haben, fehlt jede Art von Mitleidskomponente und ich habe keinerlei schlechtes Gewissen, diese Leute einfach pauschal als "Fremde" abzulehnen.
Ich habe eigentlich nichts gegen Fremde, aber diese Fremden sind nicht von hier. Dieser Satz drückt meine intuitive Ablehnung tatsächlich sehr passend aus. Es gibt halt Fremde, die sind einfach nur fremd und es gibt Fremde, die sind nicht von hier. Die hören zB schreckliche Musik und haben auch einen komplett anderen Geschmack als ich. Das beginnt bei der Gestaltung des Vorgartens, geht über die Wohnungseinrichtung, den Haarschnitt und den Kleidungsstil und endet bei einem völlig anderen Sozialleben. Diese Leute leben in einer komplett anderen Welt als ich und bei allem, was ich von dieser Welt mitbekomme, ist nichts, was ich interessant finde oder wo ich Schnittmengen sehe, um Kontakte zu knüpfen.
Grundsätzlich finde ich das allerdings auch überhaupt nicht schlimm oder problematisch. Neben der Welt, in der ich lebe, gibt es noch hunderte von anderen Welten, die direkt neben meiner existieren, von denen ich aber ebenfalls überhaupt keine Ahnung habe und zu denen mir genau so der Kontakt fehlt, wie auch das Interesse, den Kontakt überhaupt zu knüpfen. Auch das finde ich übrigens nicht schlimm, ich sehe keine Notwendigkeit darin, dass jeder immer mit jedem kommunizieren sollte und da die neuen Nachbarn ganz offensichtlich in einer Welt leben, in der sie mich nicht brauchen und bestens alleine klarkommen, bin ich Ihnen also in keinster Weise verpflichtet - und gleichzeitig möchte ich selber auf keinen Fall so leben, insgesamt also die allerbesten Voraussetzungen, um sich gegenseitig gepflegt aus dem Weg zu gehen.
Das mit dem aus dem Weg gehen funktioniert nur nicht komplett, denn ich hasse es, wenn ich von dieser gruseligen Musik beschallt werde und wenn die Großfamilien die gesamte Straße so zuparken, dass niemand mehr durchkommt, finde ich das auch mehr als rücksichtslos.
Und deshalb gebe ich es offen zu, ich habe viele schlechte Gedanken gegen diese Menschen in meinem Kopf und ich schäme mich nicht dafür.
Aber heute sind einige erfreuliche Dinge passiert, weil ich nämlich so ein schlechter Mensch bin, dass ich Schadenfreude richtig genießen kann.
Der Tag begann damit, dass es an der Haustür klingelte, ich Home-Office bedingt anwesend war, die Tür deshalb öffnete und 10m vor der Tür einen Menschen mit FFP3 Maske sah, der mir sagte, er hätte mir da einen Test vor die Tür gelegt.
Ich nahm die Plastiktüte, die dort lag, hoch, es handelte sich um das Testkit für einen Corona-PCR-Test, allerdings nicht mit meinem Namen, sondern mit dem Nachbarnamen beklebt.
Ich erfuhr, dass die Nachbarn (und auch noch zwei andere Nachbarn) als Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt gemeldet worden waren und er seie jetzt da, um die Tests durchzuführen bzw. zu veranlassen.
Tja nu, sag ich da nur, grinse schadenfroh in mich rein und schicke den Gesundheitsamtsmensch zu den Nachbarn.
Während wir noch redeten kam das Papiermüllauto, genauer gesagt, kam es nicht, denn es kam nicht durch, weil ein paar freiheitsliebende Individualparker mit ihren Luxuskarossen mal wieder alles zugeparkt hatten.
Schadenfreude Teil 2: Ich war nicht davon betroffen, denn es handelte sich um das andere Müllauto, also das der Firma A, und da mein Müll ja von Firma B geleert wird, konnte ich heute entspannt und schadenfroh zugucken, wie die A-Mülltonnen der Nachbarn alle ungeleert stehen blieben. Fand ich irgendwie eine sehr ausgleichende Gerechtigkeit.
Das Scheitern des Müllautos bekam aber der Gesundheitsamtsmensch mit und fragte, ob das öfter passiert. Ich bestätigte ihm gerne, dass diese Wildparkerei hier in der Straße immer schlimmer würde und grade jetzt, wo wohl alle zuhause in Quarantäne sind, ist es besonders schlimm.
Schadenfreude Teil 3: Noch mal drei Stunden später konnte ich eine Dame vom örtlichen Ordnungsamt beobachten, die ausführlich Knöllchen verteilte. Ich glaube, der Mensch vom Gesundheitsamt hat da behördeninterne Kontakte benutzt und es fehlte nicht viel und ich hätte der Dame noch einen Kaffee rausgebracht, damit sie es auch wirklich gemütlich in unserer Straße findet und gerne wiederkommt.
Insgesamt hat mir der Tag also heute sehr gefallen, mir ist aber auch bewusst geworden, wie sehr ich mich darauf freue, hier wegzuziehen, denn ein Umzug erscheint mir als das allerbeste Mittel, um diesen Nachbarn einfach nur großräumig aus dem Weg zu gehen
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Den Tag über gab es verschiedene Video-Meetings, an denen ich teilnehmen musste. Zwei liefen parallel, das war aber kein Problem, denn ich habe mich bei dem einen auf dem PC und bei dem anderen auf dem iPad eingeloggt. Die größte Herausforderung dabei war, immer schnell genug mitzubekommen, wenn ich angesprochen wurde bzw. wenn von mir erwartet wurde, dass ich auch etwas sage, dass ich dann nicht nur den Moment wahrnahm, sondern auch auf dem richtigen Gerät den Ton anschaltete und auf dem anderen kurzfristig den Videostream unterbrach, denn es sieht ja blöd aus, wenn man auf dem Video sieht, dass ich rede, in dem Meeting aber stumm geschaltet bin und deshalb offensichtlich mit jemand anderem, außerhalb des Meetings rede. Das gehört sich nicht, deshalb schalte ich dann immer das Video aus, dann gehört es sich wieder.
Das heißt, ich glaube, es gehört sich dann auch nicht, aber dann sieht es halt keiner und was man nicht sieht, das muss man auch nicht mit Benimmnoten bewerten.
Während diese beiden Videomeetings liefen, habe ich mich nebenher noch mit einer besonders widerspenstigen Steuererklärung beschäftigt, da läuft nächste Woche die Frist aus, weshalb es langsam dringlich wurde, ich kämpfe aber seit zwei Wochen mit dem Formular, dass immer ein anderes Ergebnis auswirft als das, was ich in Excel ausgerechnet habe.
Heute bin ich es Zahl für Zahl im direkten Vergleich zum Vorjahr durchgegangen - und siehe da, dann rechnete es plötzlich richtig. Kackdigitale Formulare.
Am Nachmittag fuhr ich dann nach Rheda, weil dort meine Lieblingsdesignerin Werksverkauf hatte und ich für heute 17h einen coronaconformen Termin gebucht hatte. Im Ergebnis besitze ich jetzt drei Paar Hosen, einen Pulli und einen Mantel mehr als gestern und ich bin sehr zufrieden mit dieser Ausbeute.
Währenddessen hat K mit dem Architekten telefoniert, der meint, wir könnten nächsten Monat den Bauantrag einreichen, er hätte mal informell vorgefühlt und beim Bauamt wären alle sehr zufrieden mit den Plänen, die er da vorgezeigt hätte, er sieht freie Fahrt und keine bürokratischen Probleme.
Das ist eine wunderbare Nachricht.
Außerdem schickt er morgen Detailpläne der Küche - also des Raums, so weit er bisher geplant ist, damit gehen wir dann in Rheda zu einem Küchenplaner, der Küchen selber baut und den uns der Architekt auch empfohlen hätte, wenn wir ihn nicht schon selber aus dem Internet gefischt hätten, aber mit der doppelten Bestätigung, dass dieser Küchenplaner genau der richtige für uns ist, fühlt es sich noch besser an. Jetzt müssen wir hier nur noch einen Termin bekommen.
Nebenbei hat K mit dem Architekten verabredet, dass das Grundstück fast komplett unterkellert wird, weil Kellerflächen nicht durch den Bebauungsplan beschränkt sind und dann nehmen wir davon so viel wie wir kriegen können, meint K.
Mir soll's recht sein, je mehr Keller, je mehr Erdaushub und damit je höher der Erdwall, den wir statt Zaun am hinteren Teil des Grundstücks errichten lassen. Hinter dem Grundstück fließt nämlich ein Bach lang und ich finde es eine lustige Idee, dass wir dort vorsichtshalber einen Deich bauen. Weiß man, wie sich das mit der Klimakatastrophe weiter entwickelt?
Aber es sieht ja nun wirklich so aus, als ob es mit dem Haus in Rheda voran geht und je realistischer es wird, umso mehr freue ich mich darauf. Das wird schon alles ziemlich prima werden, wenn ich höre, über welche Details der Architekt noch so nachdenkt.
Betonkernaktivierung zur Klimatisierung, Wandflächenheizung und Lehmputz und als Dachziegel gibt es Solarziegel, wir werden also ziemlich energieautark leben, ein Umstand der meiner kleinen Prepperseele sehr wichtig ist
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Es galt also noch mindestens ein Paket nachzukaufen, damit wir eine weitere, gemeinsame Mahlzeit haben können.
Außerdem kaufte ich einen Gummibaum, die waren grade im Angebot und ich wollte immer schon mal einen Gummibaum besitzen. Gummibäume sind für mich ein Symbol der 60er und ich merke, wie ich aufs Alter zunehmend wehmütig sentimental auf meine Jugend zurückblicke. Dabei hilft ein Gummibaum enorm. Meine Mutter hatte vor 60 Jahren auch einen.
Als ich dann mit reichlich Verspätung irgendwann im Büro eintrudelte, hatte sich schon eine Menge Kram angesammelt, der erledigt werden wollte, außerdem kam heute die Aushilfe, mit der ich mich zum Büroaufräumen aka Ausmisten verabredet hatte.
2 Tonnen Papiermüll später sieht mein Büro schon deutlich besser aus, aber ein aufgeräumtes Büro allein macht aus einem Montag noch keinen Freitag, die Laune blieb trüb, ich habe von diesem Tag aber auch nichts anderes erwartet
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Aufstehen, Duschen und Anziehen erst deutlich nach 13h, dann folgte allerdings ein kurzer Aktivitätsflash, ich wollte das Bett frisch beziehen und habe deshalb auch K rigoros rausgeworfen. Also, nur aus dem Bett, meine ich natürlich.
Außerdem musste ich noch ein bisschen staubsaugen (bot sich an, nach dem Bettenbeziehen) und dann Wäsche sortieren und drei Maschinen durchjagen.
K hatte gestern Carpaccio gekauft, das Abendessen stand also fest, dazu gibt es traditionell einen Salat mit viel frischen Champignons, blättrig aufgeschnitten und kleine, halbe Dattel-Tomaten, einzeln auf dem Teller verteilt und mit Basilikum belegt.
Die Beilagen- und Anrichteidee habe ich von unserem örtlichen Italiener geklaut, der das beste Carpaccio anbietet, was ich je in einem Restaurant gegessen habe, wobei es ja nur die Beilagen und das Drumherum sind, was die ansonsten einfach nur dünn aufgeschnitten Rindfleischscheiben von einem guten zu einem superleckeren Carpaccio aufwerten.
Dazu gab es
Einer spontanen Idee folgend entdeckte ich die perfekte Methode, aus einem Baguette von gestern wieder ein warmes, knuspriges und wie frisch schmeckendes Baguette von heute zu machen, ich habe es nämlich einfach halbiert und dann in meinen neuen Kenwood-Toaster gesteckt.
Den habe ich ja vor zwei Monaten als Schnäppchen auf dem Flohmarkt ergattert und mittlerweile frage ich mich, wie ich 59 Jahre ohne so einen Toaster leben konnte. Das Ding ist wirklich super.
Mit "Baguette halbiert" meine ich, dass ich ein 30cm langes Stück Baguette abgeschnitten habe, was dann genau in den Toaster passte. Der hat ja keine Schlitze zum Scheiben reinstecken, sondern so einen Haltekorb, in den ich auch belegte Sandwich klemmen kann, d.h. also es passt auch ein 30cm langes Stück Baguette genau in diesen Haltekorb und der Toaster backt das Baguette dann von beiden Seiten gleichzeitig auf.
Wenn man es anschließend in Scheiben schneidet, schmecken die wie Baguettescheiben von einem Baguette, das frisch aus dem Ofen gekommen ist.
Ich war schwer begeistert.
Am Abend habe ich beim Fernsehgucken dann noch ein wenig gebügelt, ich kam mir ungemein häuslich vor und bin insgesamt mit diesem Tag sehr zufrieden
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K hat heute seine dritte Spritze bekommen, ich überlege mir, wann ich mir die vierte hole und tatsächlich schaffen es die von Panik durchsetzten Journalistenberichte auf allen Kanälen mich wieder nervös zu machen.
Dabei hatte ich die Seuche für mich für beendet erklärt, denn ich sah keinen vernünftigen Grund mehr, mich noch weiter damit zu beschäftigen, irgendwann muss man doch auch mal ausreichend geimpft sein, um sich um sonstige Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr kümmern zu müssen.
Von diesem Maskenblödsinn habe ich vom ersten Tag an nichts gehalten. FFP2 Masken akzeptiere ich als sinnvoll, alles andere ist doch medizinisch nur so wirksam wie ein Feigenblatt, aber vielleicht ist das ja auch die eigentliche Aufgabe dieser Vorschrift, man schnallt sich so ein Ding um und ist dann nicht schuld.
Viel wirksamer ist es, einfach Abstand zu halten. Abstand von allen anderen Menschen und darauf zu achten, dass man sich nirgendwo hinbegibt, wo sich Menschen in Gruppen aufhalten.
Grundsätzlich kommt mir das ja sogar sehr entgegen, die Tatsache, dass ich seit anderthalb Jahren eine mehr als fantastische Ausrede habe, anderen Menschen aus dem Weg zu gehen, ist wirklich wunderbar und ich genieße es nicht nur sehr, sondern nutze es natürlich auch ausgiebig aus.
Aber als ich heute Morgen Angst vor dem leeren Fahrstuhl hatte, weil ich nicht wusste, ob da noch herrenlose Viren drinrumflirren, da wurde mir klar, dass ich das mit dem Ende der Pandemie wohl doch noch mal korrigieren muss. Es geht grad erst wieder los.
Deshalb werde ich mir meine vierte Spritze wohl doch eher holen als geplant, erscheint mir sicherer
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Nach einem langen Bürotag fuhr ich abends zur Physiopraxis und trainierte das tiefe, langsame Atmen ohne zu zucken und ohne Schmerzgeräusche von mir zu geben, die Physiodame gab heute ihr Bestes, ich habe aber erfolgreich gegengehalten und mich nicht gemuckst.
Es ist faszinierend, wie treffsicher sie genau die Stellen findet, die randvoll mit kleinen Knubbeln sind, die eklig wehtun, wenn man genussvoll drauf rumdrückt.
Ich fürchte allerdings, diese Stellen schmerzen auch, wenn man ohne Genuss darauf rumdrückt, ich muss der Physiodame also gar keine Sadogene unterstellen, es fällt mir aber leichter, dem Schmerz zu widerstehen, wenn ich mir vorstelle, dass sie Spaß daran hat, mich zu quälen.
Wie auch immer, es war eine intensive Physiobehandlung, ich denke aber auch, sie hat eine ungemein vorbeugende Wirkung.
Zum Abendessen gab es Salat und vegane Cordon Bleu von Rügenwalder Mühle.
Ich habe in letzter Zeit immer häufiger positive Bewertungen über die vegetarischen Produkte von Rügenwalder Mühle gelesen, ich war also neugierig und wollte es testen
Ergebnis: Essbar, ich muss es aber nicht wiederholen.
Sonst ist nichts passiert, ein unspektakulärer Teg eben
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Das Geschehen der Tage passt zur Zeit, alles ist irgendwie novemberig. Nicht Fisch, nicht Fleisch, noch nicht Winter, aber auch kein goldener Herbst mehr, nicht mehr warm, aber auch noch nicht kalt, noch kein Weihnachts- oder Jahresendstress, aber auch keine Aussicht auf freie Tage oder Urlaub, von allem etwas, aber nichts in Gänze. Grau halt, nicht polarisierend, sondern trüb gedimmt und ein bisschen langweilig, dafür ohne Ecken und Kanten.
Im Büro habe ich mich an mein neues Büro gewöhnt, aber nicht genug Schwung, es nun auch fertig einzurichten. Die allerdringendsten high priority Problemprojekte scheinen sich langsam in die richtige Richtung zu entwickeln, die to-do-Liste mit Dringend! und Superdringend! Ist zwar immer noch gut gefüllt, aber sie ist überschaubar geworden und es sind seit längerem keine wirklichen Drama-Mayday-Supergau Themen mehr neu dazugekommen.
Wirklich gelöst und erledigt ist aber auch noch nichts, es ist alles noch in der Entwicklung und es kann überall morgen den nächsten Knall geben.
Es bewegt sich zwar alles in die richtige Richtung, aber nur sehr langsam und in ganz kleinen Trippelschritten, dabei reicht ein falscher Tritt und es kommt doch noch zu einem schweren Sturz.
Ich bin müde, aber das ist normal, ich bin immer müde.
Ich habe aber auch keine Lust mehr. Keine Lust auf immer dieselben Dinge, darauf, die erwartbaren Fehler der anderen wieder und wieder zu korrigieren, Dinge zu tun, die ich schon hundertmal getan habe und die ich inzwischen so gern jemand anderem übergeben würde, allein, ich weiß nicht wem. Es findet sich niemand, weil ich auch keinen Plan habe, wie ich suchen könnte.
Mein oberstes to-do auf der Liste: Stellenausschreibungen auf den Weg bringen. Aber wie? Mit einer einfachen Zeitungsanzeige und einem online Angebot bei Stepstone? Wen findet man denn auf diesem Weg, doch sicher nur Menschen, die einen neuen Job suchen, warum sollte jemand sonst Stellenanzeigen lesen? Kann denn jemand, der mit seinem bisherigen Job nicht klarkommt oder zufrieden ist, überhaupt jemand sein, der in unser Team passt? Es ist kompliziert.
Und ich sehe aktuell nicht, dass es kurzfristig besser wird
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Gestern blieb genau gar keine Zeit, weshalb ich J bat, mich zu vertreten und als ich dann nachts um 2h, als ich endlich wieder zu Hause war, seinen Text las, habe ich mich für diese gute Idee sehr beglückwünscht, denn hätte ich das nicht getan, also ihn um Vertretung gebeten, dann wäre dieser Text nie geschrieben worden und das wäre ja nun wirklich schade gewesen.
K und ich waren gestern den ganzen Tag unterwegs. Erst im Ostwestfälischen, das Grab schön machen, dann in ganz vielen Einkaufsläden, weil ich dieses Knäckebrot kaufen wollte, was tatsächlich gar nicht so einfach zu finden ist.
Außerdem hatte ich durch Zufall vorgestern etwas sehr ähnliches bei Aldi gefunden, nämlich eine Tüte Finn Crisps Snacks seeds'n sea salt, die es dort unter den Sonderprodukten gab, so dass ich den Ehrgeiz entwickelte, alle Tüten, die es davon noch in anderen Aldiläden geben könnte, aufkaufen zu wollen.
Im Ergebnis waren wir deshalb gestern in drei verschiedenen Aldiläden (Ausbeute genau einen Tüte), und außerdem in einem riesigen Edekamarkt (die haben nur ein begrenztes Angebot an Wasa Knäcke gelistet, shame on you), einem Kauflandmarkt (Volltreffer, ich habe gleich 5 Pakete Knäcke 100 gekauft) und einem Lidlmarkt (die hatten andere Wasa Snacks).
Natürlich musste ich in jedem Laden sehr gründlich gucken, ob es nicht vielleicht doch irgendwo in einer versteckten Ecke noch das gesuchte Knäcke gab und wenn man so gründlich guckt, dann findet man viele Dinge, die man gar nicht gesucht hat, dann aber spontan entdeckt, dass man sie unbedingt auch braucht, so dass wir am Ende des Tages nicht nur fünf Pakete des gewünschten Knäckebrotes und eine Tüte Knäcke-Snacks erworben hatten, sondern eben auch noch dieses und jenes und insgesamt haben wir in allen Geschäften zusammengerechnet über 200 Euro ausgegeben, weil wir Knäckebrot kaufen wollten.
Und nein, das liegt nicht an der Inflation, obwohl Knäckebrot schon sehr teuer geworden ist, sondern an meiner mangelnden Selbstdisziplin, wenn ich in Aldiläden durch die Sonderregale stöbere und zusätzlich in Supermärkten einkaufe, die ich sonst nicht betrete und deshalb an das Sortiment nicht gewöhnt bin.
Besonders krass fiel mir das in diesem Kauflandmarkt auf, wo gefühlt die Hälfte aller Waren, die dort angeboten werden, Erinnerungstriggerpunkte aus der Vergangenheit bedienen und mir ansonsten seit Ewigkeiten nirgendwo mehr begegnet sind.
So kaufte ich zum Beispiel einige Pakete Boursin und Le Tartar, ich wusste gar nicht, das die Firmen noch existieren, weil die Produkte in den Läden, in die ich sonst gehe, seit Jahren nicht mehr gelistet sind.
Als wir mit den Einkäufen fertig waren, besuchten wir die Mutter und brachten ihr ein neues iPad, weil das alte wirklich schon so alt ist, dass es schon seit längerem von den iOs-Update-Aktualisierungen ausgeschlossen ist, ich hoffe, jegtzt funktioniert bei ihr wieder alles.
Anschließend waren wir mit der Schwester verabredet und so wurde es ein später Abend, weil solche Treffen eigentlich immer bis weit nach Mitternacht dauern.
Heute haben wir hier das Haus geputzt und die Süßigkeitenkiste durchsortiert. Halloween ist etwas sehr, sehr praktisches, ich bin alle alten Süßigkeiten losgeworden, das war prima
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Die Werkstatt sagte, sie hätten auch die Reifen für das andere Leroy-Auto aus dem Reifenlager mitgebracht und wollten wissen, wann der Seat zum Reifenwechsel kommt.
Ich sagte, dass ich glaube, dass die anderen Leroy-Reifen wahrscheinlich die Sommerreifen seien, weil der Seat im Februar nach Berlin gebracht worden sei und im Frühjahr sicher nicht zum Reifenwechsel da war.
Die Werkstattjungs prüften erstaunt, welche Reifen sie da aus dem Lager geholt hatten und mussten zugeben, dass es tatsächlich Sommerreifen seien.
N ist also einfach das ganze Jahr mit Winterreifen weitergefahren und jetzt hat ein Wechsel der Reifen auch keinen Sinn mehr. Ich habe aber versprochen, die Reifen demnächst dort abzuholen, weil ich verstehen kann, dass sie die nicht auf ewig dort lagern wollen.
Eigentlich habe ich an der Stelle, wo sonst im Keller Platz für die Reifen gewesen wäre, jetzt eine halbe Eiche gelagert, aber es wird sich wohl noch irgendwo ein anderes Plätzchen finden lassen.
Den Rest des Vormittags habe ich home geofficed bis es Zeit wurde, für meinen Grippeimpftermin.
Beim Arzt war eine Menge los und vor mir stand eine kleine, alte Frau am Ticketcounter der MTAs und sagte als sie dran war, dass ihr Mann alle drei Monate zum Blutabnehmen kommen müsse, dass er aber heute keine Zeit hätte und deshalb sei sie jetzt gekommen.
Das war richtig süß, weil die MTAs echte Probleme hatten, ihr zu erklären, dass sie ihr Blut nicht wollten, weil sie damit nichts anfangen könnten, das Mütterchen war sehr beleidigt deshalb und fühlte sich sicherlich diskriminiert.
So entsteht so was, konnte ich heute live bei zugucken.
Am Nachmittag machte ich einen Ausflug nach Emsdetten, dort gibt es nämlich einen wirklich wunderbaren Secondhandladen und ich hatte spontan das Gefühl, dass ich dort mal wieder stöbern wollte.
Gekauft habe ich außer einem sehr schönen Schal auch eine Wendejeans. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen, aber diese Hose kann man von innen und von außen tragen, das finde ich ungemein faszinierend.
Am Abend machten wir zu zweit noch einen Ausflug zum Grabschmuckkauf, morgen wollen wir nämlich ins Ostwestfälische fahren, um das Grab von Ks Eltern für Allerheiligen schön zu machen. Sowas gehört sich in Westfalen so.
Und schließlich gab es noch einen neuen Geschwindigkeitsrekord vom Finanzamt. Ich hatte für eine Grundstücksgesellschaft am 17.10. die Steuererklärung abgegeben und zwei Tage später per Post noch geänderte Vertragsunterlagen beleghaft hinterhergeschickt - und am 27.10. ist der dazu passende Steuerbescheid schon ergangen. So etwas habe ich in den über 35 Jahren, die ich jetzt schon in diesem Beruf arbeite, noch überhaupt gar nie erlebt.
Besonders erfreulich war, dass der Bescheid ohne irgendwelche Abweichungen genau so ergangen ist, wie ich die Details in der Steuererklärung eingetragen hatte. Da sich hier im Vergleich zum Vorjahr richtig viel geändert hatte und ich außerdem ein kompliziertes Finanzierungsgeschäft neu erklärt hatte, ging ich eigentlich von umständlichen Nachfragen und Einwendungen aus, aber nein, alles genauso beschieden, wie ich es haben wollte und das auch noch in Blitzzeit, besser geht ja wohl nicht.
Das war eine große Freude
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Ich hatte ja mal die Überlegung, von den Sonnenblumen, die am Feldrand in den Rieselfeldern stehen und an denen ich täglich auf dem Weg zur Arbeit vorbeifahre, jeden Tag ein Foto zu machen, um den Verfall ganz langsam im Zeitablauf zu dokumentieren, es scheiterte aber unter anderem daran, dass ich nicht täglich eine passende Möglichkeit hatte, neben den Blumen anzuhalten und ein Foto aufzunehmen. An manchen Tagen war ich zu früh, da war es noch dunkel, an anderen war ich zu spät, sprich, ich hatte es so eilig, dass ich keine Zeit für einen Zwischenstopp hatte, an manchen Tagen regnete es und ich war zu bequem.
Und dann war ich natürlich auch zwei Wochen lang gar nicht da, es fehlten also viele Fotos für eine sinnvolle Reihe.
Als ich aber am Montag das erste Mal wieder dort langfuhr und die Sonnenblumen sah, machte ich doch wieder ein Foto, vor allem weil mich faszinierte, dass die Veränderung auf den ersten Blick kaum zu bemerken war.
In den letzten zwei Wochen sind nicht nur zwei Wochen Herbst über die Blumen hinweggezogen, sondern auch der wüste Hendriksturm, aber sie haben allen Angriffen getrotzt.
Als ich heute dann wieder ein Foto machen wollte, waren sie weg. Einfach komplett verschwunden. Der Bauer hatte das Feld gepflügt und dabei sind ihm die Sonnenblumengerippe wohl mit unter den Pflug gekommen, auf alle Fälle ist nichts mehr übrig.
Insgesamt habe ich also nur an neun Tagen Fotos gemacht - aber immerhin, hier ist die gesamte Reihe:

Ansonsten folgte nach dem Foto ohne Motiv nur ein langer Bürotag, der brachte keinen weiteren Blogcontent
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