anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 25. Oktober 2021
Unterwegs
Das war ein langer und anstrengender Tag heute, aber im Ergebnis sind wir jetzt alle heil in Greven angekommen, das Haus auf Borkum wurde aufgeräumt und geputzt verlassen, der Kühlschrankinhalt ist bereits in Greven wieder eingeräumt, jetzt sind wir satt und müde und ich sehne mich nach meinem Bett.

K kam heute morgen gegen 10.30h auf Borkum an, wir fuhren vom Flugplatz direkt zum Onkel, haben dort noch ein paar Dinge besprochen und uns dann wieder verabschiedet, insgesamt waren wir aber erst nach 12h wieder am Haus, um 14.40h ging die Fähre, ich wurde etwas hektisch.
Klappte aber alles gut und perfekt im Zeitplan.

In Eemshaven lag die neue AidaCosma im Hafen, die wurde von der MeyerWerft ohne Innenleben rückwärts die Ems bis in die Nordsee geschleppt, in Eemshaven werden jetzt noch die schweren Maschinen- und Einzelteile eingebaut. Wenn die schon in der Werft in Papenburg eingebaut worden wären, hätte man das Schiff nicht mehr durch die Ems schleppen können.
Es ist für mich auch so schon immer ein Wunder, dass diese Riesenmonsterschiffe überhaupt durch diesen kleinen, schmalen Fluß gezerrt werden können.


Auf der Fähre war so eine hippe Livestyle Trulla, die sich gewaltig über diese Dreckschleuder Kreuzfahrtschiff aufregte. Als K ihr erklärte, dass die AidaCosma zu 100% mit LNG fährt, sagte sie, die Schiffe wären aber trotzdem eine schreckliche Umweltsünde, weil dort jeden Tag Tonnen an Lebensmittel vernichtet werden.
Bei einer derart überzeugten "ichbindagegen-Einstellung" kann man dann nur noch die Schultern zucken und sich über das schöne Wetter unterhalten.

Ich meine, ich bin auch absolut und ganz sicher ohne Einschränkungen gegen diese Kreuzfahrtschiffe, weil ich sie einfach nur komplett überflüssig finde und diesen dekadenten Überkonsum, den sie repräsentieren, blödsinnig finde, dass aber an den Lebensmitteln, die dort weggeworfen werden, festzumachen, auf so abenteuerliche Argumente komm ja noch nicht mal ich.

Von Eemshaven fuhren wir nach Leer, den Vater besuchen, der freute sich sehr, vor allem weil seine Enkeltochter dabei war, das ist ja dann immer etwas extra Besonderes.

Bevor wir in Leer losfuhren bemerkte K den Tachostand und meinte, wir haben gleich ein kleines Kilometerjubiläum, es gelang mir tatsächlich, die 100000 passend im Foto festzuhalten. Statt Tusch gratulierte die Natur vor uns in dem Moment mit einem sehr stilvoll inszenierten Abendhimmel


Kurz bevor wir zu Hause waren, fiel uns auf, dass wir heute alle noch nichts gegessen hatten, mit einem Zwischenstopp in einem Burgerladen konnten wir auch dieses Problem beheben
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Samstag, 23. Oktober 2021
Kleiner Fortschritt
So, eine Tür ist fertig, bei der anderen fehlten noch Vorarbeiten, denn dort muss erst noch die Decke gestrichen werden, das dauert also noch.
Aber die Küchentür sieht schon mal ganz prächtig aus:



Sehr viel mehr gibt es heute nicht als fertige Arbeiten zu zeigen. C war den gesamten Tag mit den Reparaturarbeiten rund um die neueingebauten Fenster beschäftigt, dort muss überall die Raufaser repariert werden, d.h. also, es müssen einzelne Stücke passgenau ausgemessen, zugeschnitten und dann eingefügt werden. Ist eine sehr fummelige Arbeit, deshalb hat sie heute auch nur die drei Fenster im Erdgeschoss geschafft. Morgen wird das dann noch gestrichen, alle Fenster bekommen einen weißen Rahmen, weil die Raufaser in jedem Zimmer anders farbig gestrichen wurde und wir von der alten Farbe keine Reste mehr haben. - Und dann sind auf den letzten Drücker doch noch einige Arbeiten hier im Haus fertig geworden.

Am Abend habe ich K zur Fähre gebracht, der fährt mit dem Auto zurück, um morgen früh mit dem Flugzeug zurück zu kommen. Der Vereinsflieger aus Borkum steht ja immer noch in Münster rum, weil am Dienstag das Wetter zu schlecht zum Fliegen war, morgen ist aber bestes Wetter angesagt und damit eine gute Gelegenheit, den Flieger wieder zurückzubringen, anschließend fährt er dann mit uns im Auto wieder zurück. Eine etwas irre Pendelei, aber ließ sich nicht vermeiden.

Am Hafen war wunderbares Licht und wir kamen sozusagen gleichzeitig mit der Fähre an, ich konnte grade noch ein paar Fotos vom Einlaufen in den Hafen machen, als sie wieder abfuhr habe ich sie dann von der anderen Seite fotografiert.


Links Einfahrt, rechts Ausfahrt.

Während ich der Fähre nachwinkte, ging die Sonne unter, und Sonnenuntergangsfotos am Hafen haben noch mal eine andere Stimmung als nur die vor der Haustür am nackichten Strand.



Morgen steht jetzt noch Haus putzen und Kühlschrank ausräumen auf dem Programm, vorher noch K vom Flugplatz abholen, ich hoffe, er kommt so früh, dass er noch beim Putzen helfen kann.
Wäsche ist aber schon gewaschen, Müll ist entsorgt, eigentlich also nur noch Staubsaugen, Bäder und Böden wischen und alles zusammenräumen
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Freitag, 22. Oktober 2021
Es tut sich was
Wir sind jetzt fast zwei Wochen hier und der Plan war, dass der Flur tapeziert werden soll, aber zum Glück hat K erkannt, dass sich das ja gar nicht lohnt, weil wir noch neue Innentüren bekommen (irgendwann nächstes Jahr), aber auf alle Fälle ist es nicht sinnvoll, vorher zu tapezieren.
Die Außentüren haben wir vor fast einem Jahr bekommen, seitdem sieht es um die Türen von innen aus wie unfertige Baustelle.
Ich meine, ich sehe ein, dass man auch in untapezierten Räumen wunderbar wohnen kann, Tapeten sind schließlich nur Deko und überhaupt ist es ungesund, wenn man sich zu sehr hetzt, aber so langsam geht es mir auf die Nerven, dass wir zwar viele Pläne haben und auch das Material zur Umsetzung schon vollständig hier lagert, aber über diesen Zustand hinaus bewegt sich nichts.

Immerhin konnte ich K aber davon überzeugen, dass, wenn wir schon mit dem Tapezieren der anderen Wände noch bis nächstes Jahr warten, doch wenigstens jetzt schon mal die Tapete um die Eingangstüren herum angeklebt werden kann und in dem kleinen Flur im Eingang könnte auch wenigstens die eine Seite schon mal eine neue Tapete bekommen. Ich möchte nämlich so gerne sehen, wie die aussieht, wenn sie verklebt ist.

Nun, und heute am späten Nachmittag, zwei Tage bevor wir wieder abfahren, entwickelte K dann plötzlich Energie und fing an, alle Wände fürs Tapezieren vorzubereiten, morgen will er dann die Tapeten dran kleben.
Im kleinen Eingangsflur wurde heute also heftig gewerkelt



Ob er danach noch genug Lust hat, auch die beschädigte Tapete um die neu eingebauten Fenster herum auszubessern, wird sich zeigen, aber ich bin erst mal sehr froh, dass sich im Eingang etwas bewegt
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Donnerstag, 21. Oktober 2021
Wind und Wetter und urlaubende Naturliebhaberrentner
Das war ein kurzer, langer Drinnentag heute.
Draußen ist ziemlich viel Wind und ständig neue, prasselnde Regenschauer, nichts, was mich verlocken würde, mal ein wenig vor die Tür zu gehen.

Auf Facebook lese ich Posts von Urlaubsneulingen, die verunsichert fragen, was man denn bei so einem Sturm macht und welche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sind. Darauf antworten jede Menge selbsternannte Inselurlaubsprofis, dass das doch alles kein Problem sei, Sturm sei erst, wenn die Schafe keine Locken mehr hätten und sie wären heute stundenlang am Strand gewesen und hätten es genossen, wie intensiv man dort die Natur spürt und ich verdrehe innerlich die Augen und denke mir, die haben doch alle einen Knall.

Die Schisshasen genauso wie die selbstbewussten Draufgänger, die einen, weil sie Schisshasen sind, die anderen, weil sie etwas fühlen, was sie nur fühlen, weil sie sich das einbilden, was sie gerne genau so fühlen möchten, und diese unreflektierte Selbstbetrügerei finde ich noch bekloppter als jede ängstliche Schisshaserei.
Und den Spruch mit den Schafen ohne Locken kann ich auch nicht mehr hören.

Ich finde, wir haben draußen grade ein Scheißwetter, aber natürlich ist die Insel rappelvoll mit Urlaubern, die alle in beengten, anonymen Unterkünften stecken und einfach drin bleiben noch weniger attraktiv finden als sich am Strand nassregen und sandstrahlen zu lassen und so rennen sie denn tatsächlich immer noch in Mengen draußen rum und reden sich das Wetter schön.
Wir haben für den Urlaub bezahlt, wir werden ihn jetzt genießen. Punkt!

Und ja, ich habe meinen Facebookaccount immer noch nicht gelöscht, weil ich viel zu viel Spaß daran habe, regelmäßig die Posts in den lokalen Gruppen durchzulesen und innerlich darüber zu lästern.
Und es gibt viele Teilnehmer dort, Borkum verkommt immer mehr zur Rentnerinsel, weil es ja auch immer mehr Rentner gibt, die immer mehr Kohle haben und sich damit auch die drastisch steigenden Preise für Urlaub auf einer deutschen Nordseeinsel leisten können.

Es gibt natürlich auch immer mehr Rentner, die keine Kohle haben, was daran liegt, dass es absolut und überhaupt jährlich immer mehr Rentner gibt und künftig noch mehr geben wird, die Boomer kommen schließlich grade erst ins Rentenalter, aber in absoluten Zahlen steigt halt die Menge der wohlhabenden Rentner auch immer weiter - und auf die absoluten Zahlen kommt es an, wenn es um ausgebuchte Übernachtungskontingente geht, denn die Übernachtungskontingente selber werden nicht mehr, weshalb die wachsende Zahl der wohlhabenden Rentner perfekt dafür sorgt, die Preise immer weiter steigen zu lassen. Angebot und Nachfrage, so funktioniert der Markt.

Dass ich ein mittelgroßes Rentnerproblem habe, ist nicht neu, es wird auch nicht dadurch besser, dass ich mich selber dem Rentenalter immer mehr nähere, eher im Gegenteil. Und die aktuellen, höchst aktiven Silverager, die gegen jede Vernunft bei diesem Wetter draußen die Natur genießend durch Sand und Regen stolpern, die finde ich besonders gruselig, wie bescheuert muss man eigentlich werden, wenn man nicht mehr arbeitet?

Apropos, ich war heute natürlich nicht vor der Tür, ich arbeite ja noch. So ein Homeofficetag dauert übrigens ziemlich lange, wenn man eigentlich keinen Bock hat und sich nur durch selbstauferlegte Selbstdisziplin irgendwie bei der Stange oder besser: am Rechner hält. Als ich um Viertel nach sechs auf die Uhr schaute, war es erst 14.30h und ich dachte, der Tag geht gar nie um.

Schließlich war es aber dann doch 18.15h - und fünf Minuten später schon 20h, da hatte ich plötzlich doch noch dringend etwas zu erledigen und dann vergeht die Zeit ja in einem Affentempo.

Alles etwas kompliziert im Moment, aber einfach wäre ja auch langweilig
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Mittwoch, 20. Oktober 2021
Familienerinnerungen
Für mich war es ein ganz normaler Tag mit Home-Office - für K und C war es ein aufregender Tag mit viel Abenteuer. Um es gleich vorab zu spoilern: Beide leben und sind heil auf Borkum angekommen, allerdings nicht mit dem Flieger, sondern sehr profan mit der Fähre.

Sie sind die Reise nach Borkum heute morgen sehr früh zunächst auch sehr optimistisch angegangen und waren schon vor Sonnenaufgang am Platz, weil das Wetter schlechter werden sollte und wenn es überhaupt eine Chance für einen Flug gab, dann so früh wie möglich. Aber nachdem sie erfolgreich gestartet waren, verschlechterte sich das Wetter unterwegs doch rapide und so drehten sie wieder um, landeten in Münster und fuhren mit dem Auto wieder nach Greven.

Dort stellten sie fest, dass es mittlerweile zu spät für die Vormittagsfähre war, so dass die einzige Fähre, die noch blieb, die um 16.45h war. So kann man auch erfolgreich einen kompletten Tag verdaddeln.

Immerhin gelang es ihnen, diese Fähre auch zu erreichen, was nicht selbstverständlich ist, wenn K und C gemeinsam unterwegs sind, die zwei zusammen neigen zu sehr großzügig kalkulierten Zeitmanagementplänen, die halt nicht immer funktionieren.
Diesmal hätte es auch ganz knapp fast wieder nicht funktioniert, denn K hatte zwar extra vor der Abfahrt in Greven noch Öl ins Auto nachgefüllt, nur leider anschließend vergessen, den Verschluss wieder auf den Öleinfüllstutzen aufzuschrauben.
Dass sie unterwegs dann ständig von LKWs und anderen Autofahrern mit Lichthupe und wilden Winkzeichen auf irgendwas aufmerksam gemacht werden sollten, haben sie entspannt ignoriert, man kennt das ja von der Welt, alle bekloppt.

Sie waren gut in der Zeit und fuhren durch bis McDov in Appingedam, dort stiegen sie aus und wunderten sich über das enorm stinkende Auto, bei dem auch grade wieder die "Ölstand niedrig" Warnlampe angegangen war. So entdeckten sie aber auch den fehlenden Deckel auf dem Öltank, immerhin. Zum Glück ist gleich neben dem McDov eine Autowerkstatt, die halfen kurzfristig aus und jetzt ist das Auto wieder normal einsatzbereit und stinkt auch nicht mehr. Klappte mit der Zeit alles grade so.

Das noch zu klärende Logistikproblem, was K jetzt hat, ist die Frage, wie er den in Münster zurückgelassenen Flieger jetzt wieder zurück nach Borkum bringt, mit diesem Problem lasse ich ihn aber ganz entspannt alleine umgehen, ihm wird da schon etwas einfallen.

Ich habe auf alle Fälle die zwei heute Abend vom Hafen abgeholt und mich vor allem gefreut, meine Tochter mal wiederzusehen.
Den weiteren Abend haben wir dann damit verbracht, alte Fotos zu gucken, sie war gestern nämlich beim Friseur und wir suchten zunächst nach Fotos, wann ihre Frisur schon mal so ähnlich war. Fürs Protokoll: 2014

Gefunden habe ich dann noch ein ganz altes Foto, was ich irgendwann mal digital abfotografiert hatte



das war 1999, ist also schon über 22 Jahre her, aber ich erinnere mich noch so genau daran, wie sich damals der Babyhund und das Babykind zu einer unzertrennlichen Gemeinschaft zusammentaten, dass ich mal wieder nicht fassen kann, wie schnell die Zeit bis heute verflogen ist
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Montag, 18. Oktober 2021
Steuerkram und seltsame Küchenplanung
Ein weiterer ruhiger Tag, den ich trotz einer langen Zeit am Computer mit guter Laune beende, denn ich habe heute einen ganzen Schwung Steuererklärungen fertiggestellt und abgeschickt sowie die allererste E-Bilanz für 2020 erfolgreich erstellt und übermittelt.

Da das Erstellen von E-Bilanzen mein Endgegner ist, weil ich kein Datev-Programm habe, was mir die Bilanz aus der Buchführung heraus erstellt, ist das für mich eine ganz besondere Großtat und ich feiere mich hier heute Abend ausführlich selber.
Mangels professionellem EDV-Zugang (lohnt sich einfach nicht für die paar Unternehmen, für die ich zuständig bin) muss ich alle E-Bilanzen jedes Jahr aufs Neue komplett manuell machen und die erste E-Bilanz eines Jahres ist immer eine ganz besondere Herausforderung. Denn natürlich ändert sich jedes Jahr die Taxonomie und damit die Vorschriften, die bei der Erstellung der Bilanz zu beachten sind und bis ich mich durch alle neuen Vorschriften und Änderungen zum Vorjahr durchgebissen habe und den ersten Musterfall fehlerfrei validiert stehen habe, verbrauche ich nicht nur viel Zeit, sondern vor allem viele Nerven und viele Schimpfwörter. Wenn es dann aber geschafft ist, dann platze ich jedes Jahr aufs Neue vor Stolz und Selbstzufriedenheit und klopfe mir ständig vor Begeisterung selber auf die Schulter.
Die Situation ist also grade jetzt und natürlich macht so ein Erfolg ausgesprochen gute Laune.

Den Vormittag haben wir zum Ausschlafen und ausführlichem Internetlesen benutzt.
K hat die Zeitschrift "Das Einfamilienhaus" als E-Paper abonniert und wir haben uns die bisherigen Ausgaben heute beide nacheinander ausführlich auf dem iPad angeschaut - und obwohl ich positiv aufgeschlossen aktiv vor allem nach guten Ideen suchte, habe ich doch überwiegend vor allem Dinge zum Grinsen oder zum Kopfschütteln gefunden, wenn man mal von der breiten Masse absieht, wo ich sowieso nur erschaudernd zurückweiche und als Dauermantra nur "so auf gar keinen Fall" dazu vor mich hinmurmele.
Es ist wirklich erstaunlich, wie viele langweilige, unpraktische und teilweise auch sehr hässliche Häuser die Menschen sich bauen und dann auch noch so stolz darauf sind, dass sie sich von so einer Zeitschrift mitsamt ihrem Haus portraitieren lassen und sich nicht zu schade sind, dazu inmitten der sterilen Dekopracht lächerliche Posen einzunehmen. Ich staune da immer nur.

Mein Highlight war der Bericht über ein gleichgeschlechtliches Pärchen, dass sich eine extragroße Küche gebaut hat, in der in dem riesengroßen, freistehenden Küchenblock alles doppelt gespiegelt vorkommt. Also zwei Spülen und zwei Herde, jeweils gegenüber, damit beide gleichberechtigt arbeiten können.
Tendenziell habe ich gegen diese Idee gar nichts einzuwenden, sondern finde sie witzig und hätte sicherlich auch selber Spaß daran - aber wenn Menschen Küche samt Kochen schon derart wichtig ist, wieso schwebt dann direkt über dem (doppelten) Herd ein riesiger Kristall-Lüster-Kronleuchter und um den Küchenblock herum wurden persische Teppichläufer ausgelegt? Mag ja optisch als höchst dekorativ und wunderschön empfunden werden (Geschmack will ich hier gar nicht bewerten), aber wer sich einen Kristall-Lüster-Kronleuchter direkt über den Herd hängt, hat in echt noch nie gekocht oder plant, sich jedes halbe Jahr einen neuen Kristall-Lüster-Dings zu kaufen, denn wenn dort wirklich gekocht wird, ist das gute Stück blitzschnell derart mit Fett verklebt, dass es nicht mehr lüstert, sondern nur noch stumpf und gedimmt blinzelt.
Und das regelmäßig zu putzen - na schönen Dank.
Genau so dämlich sind die Teppiche im Küchenarbeitsbereich, wie kommt man auf so eine Schwachsinnsidee?

Am Nachmittag teilte mir K mit, dass er sich eben die lokale Vereinsmaschine reserviert habe, weil er morgen einen Termin auf dem Festland hat, den er nicht absagen kann, deshalb brachte ich ihn zum Flugplatz und hatte so den Abend über nichts Besseres zu tun als mich mit meinen Steuererklärungen und E-Bilanzen zu beschäftigen.
Im Ergebnis sehr produktiv.

Außerdem hat er sich inzwischen mit C verabredet, die die Gelegenheit des bequemen Transports auf die Insel dann gerne auch nutzt und jetzt planen die zwei also am Dienstagvormittag hier gemeinsam wieder aufzuschlagen, im Ergebnis wurde also wenigstens die Familienlogistik optimiert
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Sonntag, 17. Oktober 2021
Nicht gearbeitet
Vor zwei Minuten habe ich heute das erste Mal den Computer angeworfen und das nur, weil ich keine Lust hatte, am Handy eine schnell zusammengestoppelte Erklärung, warum ich heute keine Lust habe zu bloggen, einzutippen, sondern aktuell noch voller Motivation stecke, einen halbwegs brauchbaren Blogbeitrag abzuliefern - und das geht am PC definitiv besser als am Handy.

Aber die Tatsache, dass ich heute bisher noch keine sonstige Minute am PC verbracht habe, sagt schon das Wesentliche über den Tag aus - es war ein schöner Tag und er hat mir sehr gefallen. Es war aber auch ein Samstag, was bedeutet, dass ich keine offizielle Büroarbeit erledigen musste und dann ist es leicht, dem PC einen ganzen Tag aus dem Weg zu gehen.

Ich habe mal darüber nachgedacht, was für mich Arbeit bedeutet und habe festgestellt, dass in meinem Kopf Arbeit immer in irgendeiner Form mit Arbeiten am PC gekoppelt ist und dass das genau die Sorte Arbeit ist, gegen die ich den größten Widerwillen entwickelt habe.

Dabei fände ich körperliche Arbeit wahrscheinlich noch viel schrecklicher, wenn ich sie jeden Tag tun müsste, um damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, denn immerhin hat Computerarbeit den Vorteil, dass man dabei sitzen kann und nicht außer Atem gerät, von zu viel Bewegung. Denn außer Atem geraten, weil man sich körperlich angestrengt hat, das ist tatsächlich das Allerschrecklichste, was ich mir überhaupt nur an Gruseligkeiten vorstellen kann. War es übrigens schon immer, genau deshalb finde ich ja auch Sport so scheußlich, eine Meinung, die sich in den letzten 59 Jahren bei mir nicht geändert hat und die wahrscheinlich schon früh dafür gesorgt habe, dass ich die meisten anderen Menschen schon immer seltsam fand, denn zu meinem kompletten Unverständnis empfinden die allermeisten Menschen, die ich bisher so kennengelernt habe, Sport als eine erstrebenswerte Beschäftigung.

Mir war deshalb früh klar, dass ich irgendeine geistige Beschäftigung finden muss, mit der ich meinen Lebensunterhalt verdiene, Sesselpupser ist auf alle Fälle besser als Sportlehrer.

Insofern habe ich grundsätzlich gar nichts gegen meinen Job einzuwenden, ich hadere in der letzten Zeit nur regelmäßig damit, dass ich überhaupt irgendetwas arbeiten muss, was ich als Arbeit definiere (also am PC), während es andere Menschen gibt, die rein theoretisch auch einen Verwaltungsjob haben, ihre Arbeitszeit aber zu 90% mit Besprechungen und Rumreisereien vertrödeln und dann auch noch jammern, dass sie so überlastet sind, weil sie ja zu nichts kommen und ich ihre gesamte Arbeitsleistung aus meiner Perspektive beurteilt als Kinderkram bezeichnen würde. Aber es kommt wahrscheinlich wirklich immer genau auf die Perspektive an, ob man eine Arbeit als Arbeit sieht oder als Spielerei.

Auf alle Fälle war heute Samstag und ich habe nicht gearbeitet - zumindest nichts, was ich als Arbeit bezeichnen würde. Den Schuppen aufräumen, das Altglas wegbringen, Einkäufe erledigen und Wäsche legen sind in meinen Augen eben alles keine Tätigkeiten, die als Arbeit erwähnt werden können, aber genau hier werden mir überzeugte (und überlastete) Hausfrauen dann wahrscheinlich energisch widersprechen. In meinen Augen sind das allerdings alles Tätigkeiten, die ich als "Selbstfürsorge" bezeichnen würde, denn ich habe es getan, weil mir ein aufgeräumter Schuppen ohne Altglassammlung besser gefällt als ein unordentlicher und ich gefaltete Wäsche mehr mag als unsortierte Wäsche im Waschkorb.
So hat halt jeder seine eigenen Gründe, warum er arbeitet - oder eben nicht arbeitet
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Samstag, 16. Oktober 2021
Home-Office
Ein ganzer Freitag voller Home-Office Arbeiterei, dabei war schönes Wetter und ich wäre sehr gerne an den Strand gegangen, ging aber nicht, es war zu viel zu tun. Und fertig bin ich immer noch nicht, weil ich in diesem Job irgendwie sowieso nie fertig werde. Nach dem Projekt ist vor dem Projekt.
Herzlichen Dank auch.

Dabei brauche ich das ganze Geld, was ich in diesem Job verdiene, gar nicht mehr, es ist nur dieser blödsinnige Verpflichtungsgedanke, dass ich nicht einfach so die Brocken hinwerfen kann, ich muss erst jemanden haben, der den Stab übernimmt.
Spätestens in 1074 Tagen, das ist immerhin ein Datum mit Vorankündigung.

Ich bin grade frustriert und schlecht gelaunt, weil ich hier von einer akuten Sinnkrise überrollt werde.

Aber das wird schon wieder, gibt halt einzelne Tage mit zu vielen Eindrücken von rechts und links neben der eigenen Lebensspur, das macht ein bisschen kirre im Kopf. Es ist erstaunlich, wie anders andere Menschen sein können.

Ich werde mir ein Paar Scheuklappen besorgen - nicht hingucken hilft bestimmt schon deutlich weiter, aktives Ignorieren als wirksames Mittel, um nicht Durchzudrehen
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Montag, 11. Oktober 2021
Der Tag, an dem ich Kondome kaufte
Ich habe heute Home-Office gemacht, das war eine ziemlich ruhige Veranstaltung, denn von 20 Mitarbeitern sind derzeit 10 entweder im Urlaub oder krank, es war also nicht viel los und ich konnte alten Kram nacharbeiten.

Um halb vier meinte K aber, dass nun Dienstschluss sei, er wolle noch mal eine Runde mit dem Rad fahren.

K war heute gut drauf, denn sein Fuß hatte sich über Nacht zum Großteil selber repariert, er konnte wieder beschwerdefei laufen und wenn etwas gebrochen wäre, dann wäre es schlimmer aber nicht besser geworden, also verzichtete er aufs Röntgen und allein das stimmte ihn schon fröhlich.

Wir fuhren dann zum Baumarkt, denn wir brauchten noch eine Rolle Raufaser, damit K die Wandstücke rund um die neu eingebauten Fenster reparieren kann. Flur und Wohnküche werden ja neu tapeziert, in den anderen Zimmern werden die beschädigten Stellen um die Fenster nur mit neuer Raufaser geflickt.

Weil der Baumarkt nur 100m von Lidl entfernt ist, gingen wir danach auch dort noch einkaufen, wenn man schon mal quasi vor der Tür steht, dann kann man auch mal eben reingehen.

Ich gehe ja mit großer Begeisterung bei Lidl einkaufen und seitdem es diese Lidl-App gibt, macht mir das noch mehr Spaß.
Mir ist natürlich klar, dass Lidl die Rabatte in der App vor allem mit den Daten finanziert, die jeder App-Benutzer beim Einkaufen hinterlässt, aber da ich selber mit meinen Daten ja sonst nichts anfangen kann, kann Lidl die gerne haben, wenn ich dafür Rabatt bekomme.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn die Börse schwankt und mein Depot sich an einem Tag schon mal um fünfstellige Beträge nach unten bewegt, das macht mich weder nervös noch finde ich es schlimm. Ich bin ja schließlich reich und wenn ein Teil des Reichtums durch Börsenschwankungen wieder drauf geht, egal, mit dem, was übrig bleibt, kann ich auch nach einem bösen Börsencrash noch gut leben und außerdem verlieren bei einem Börsencrash ja alle, da wird sich schon einer der anderen kümmern, dass es irgendwann auch wieder aufwärts geht.

Was ich aber gar nicht vertrage, ist sinnloses Geldverschwenden bei Alltagseinkäufen und wenn es beim Discounter Rabatte gibt, dann kaufe ich gerne extra viel, wenn ich dabei spare. Und nein, ich möchte das weder diskutieren noch sonstwie analysieren, die 25 cent vom Pfandbon sind für mich entschieden wertvoller als 25.000 Euro mehr oder weniger beim Kauf einer Immobilie.

Meine Reaktionen auf verlorene oder vergessene Pfandbons sind ähnlich hysterisch wie die eines Arachnophobikers auf eine Spinne. Und der weiß auch, dass er albern reagiert, kann es aber genauso wenig abstellen wie ich.

Die Rabatte und Gratisangebote in der Lidl-App sind also sowas wie viele kleine Pfandbons und ich reagiere darauf sehr ähnlich.

Jetzt ist es allerdings so, dass K diesen psychischen Zwang, ganz unbedingt auch den allerletzten Rabatt noch mitnehmen zu müssen, nicht hat. Er verliert ja auch Pfandbons.
Echt wahr - ich falle jedesmal halbtot um vor Entsetzen und habe anschließend mindestens eine Stunde lang schlechte Laune - er wird uns mit seiner ungezügelten Lotterigkeit in Punkto Pfandbons noch in den Ruin treiben, ihm dagegen passiert das durchaus häufiger und kratzt ihn unerfreulich wenig.
Genauso uninteressiert ist er an den Rabatten der Lidl App. Schlimm!

In der Grundfunktion der App gibt es wöchentlich wechselnde Sonderrabatte, die man bekommt, wenn man die App aufs Handy geladen hat und zu jedem Sonderrabatt einzeln ja gesagt hat. Man muss also jeden Rabatt einzeln aktivieren und sich durchaus ausführlich mit der App beschäftigen, wer da nicht konzentriert und sorgfältig arbeitet, verspielt jede Menge Rabatte.

Außer den jeweils bis Sonntag gültigen Wochenrabatten, die für alle App-Nutzer gleich sind, gibt es noch weitere, individuell unterschiedliche Rabatte. Zum einen gewinnt man nach jedem Einkauf einen Extrarabtt. Entweder, in dem man ein Gewinnlos freirubbelt oder, so wie diesen Monat, in dem man an einem Glücksrad dreht. Den so gewonnen Rabatt muss man aber natürlich auch noch einzeln aktivieren, damit er an der Kasse berücksichtigt wird. Für diese Rabatte muss man also zweimal arbeiten: erst das Los einlösen und dann noch den Gewinnrabatt aktivieren. Zusätzlich gibt es noch die umsatzabhängigen Bonusrabatte, die, je nach Umsatz innerhalb eines Monats, nach und nach freigeschaltet werden. Das Tückische dieser Zusatzrabatte ist, dass sie eine eigene Laufzeit haben, es ist also bei Weitem nicht so, dass Sonntags alle nicht eingelösten Rabatte verfallen und Montags geht das Spiel von vorne los. Das wäre ja einfach.

Um dem Ganzen aber noch einen Extrathrill zu verleihen, schaltet Lidl in unvorhersehbaren Intervallen zusätzliche Rabatte oder sogar Gratisaktionen frei, die dann oft nur für 1-2 Tage Gültigkeit haben. Marketingtechnisch geschickt, denn so bringt man die Nutzer der App dazu, täglich dort nachzuschauen, ob es heute wieder eine zusätzliche Gratisaktion gibt. Diese Gratisangebote sind fast immer an einen Mindestumsatz gekoppelt, das macht sie zu einer besonderen Herausforderung.

All diese Rabatte, die an verschiedene Bedingungen geknüpft sind, optimal zu nutzen, ist eine echte Herausforderung. Zu einer wirklichen Challenge wird es, wenn zwei Personen mit zwei Handys und zwei Apps die Einkäufe für einen Haushalt erledigen, denn dann gibt es ja noch mehr Nebenbedingungen, die beachtet werden müssen.
Denn natürlich kann man mit zwei Personen, die zwei Handys mit zwei Apps haben, jedes Gratisangebot auch zweimal bekommen, selbst wenn man nur einmal (zusammen) einkaufen geht. Man darf dann nur nicht alle Waren auf einmal auf das Band zum Bezahlen legen, sondern muss immer zwei Einkäufe daraus machen. Und wenn die Gratiswaren an einen Mindestumsatz gekoppelt sind, dann muss man vorher ausrechnen, ob man genug Waren für zweimal den Mindestumsatz hat und dann den Einkauf an der betragsmäßig sinnvollen Stelle teilen. Und natürlich muss jeder nach dem Einkauf seinen eigenen Zusatzrabatt freirubbeln und aktivieren.

Anfangs habe ich mich mehrfach ganz schrecklich über K geärgert, der einfach überhaupt keine Disziplin im Umgang mit dieser App an den Tag legte. Entweder hat er Rabatte nicht aktiviert oder gar komplett vergessen, seine App an der Kasse zu scannen - es war die reinste überhebliche Neureichenschludrigkeit, pure Verschwendungssucht aus reiner Faulheit und Desinteresse. Gräßlich - und mit so einem Menschen gehe ich Einkaufen.

Es gab natürlich viel Knatsch und schlechte Laune deswegen, zum Glück ist K aber grundsätzlich ein friedlicher und vor allem ein freundlicher Mensch und ich erkenne an, dass er sich sehr um einen guten Umgang mit der App bemüht hat, es wurde kontinuierlich besser in den letzten Monaten.
All dieses Bemühen hat er aber nur mir zuliebe gemacht, ein echtes, eigenes Interesse und Engagement für die Idee, sich durch geschicktes Ausnutzen der App doppelt reichzusparen, das war ihm dann sichtbar doch zu viel, in meinen lichten Momenten kann ich ihm das auch nicht übel nehmen, denn so nach und nach habe ich selber bemerkt, wie albern meine Rabattsucht wurde.

In einem ersten Schritt erlöste ich K deshalb von der Doppeloptimierung. Er muss künftig die App nicht mehr verwenden, ich kümmere mich ganz alleine darum, er darf das alles ignorieren.

Außerdem beschloss ich, meine Rabattsucht energisch runterzudrosseln, ich überlegte sogar, ob ich die App nicht einfach komplett lösche, wollte es aber vorher mal mit bewusster Selbstdisziplin versuchen. Deshalb aktiviere ich seit einiger Zeit nicht mehr wahllos alle Rabatte, die mir die App anzeigt, sondern ich überlege mir genau, was ich vielleicht wirklich haben möchte und gebrauchen kann - alle anderen Rabattangebote werden konsequent ignoriert und nicht aktiviert. Und das gilt auch für Gratisangebote.


Diese Woche gibt es Kondome umsonst, Mindestumsatz 20 Euro.
Habe ich natürlich nicht aktiviert, weil, was soll ich mit Kondomen?
Außerdem gibt es Cookies, die ich nicht mag, umsonst. Alternativ einen Joghurt ohne Geschmack, den ich auch nicht mag. Habe ich alles nicht aktiviert, weil ich fest beschlossen habe, auch keine Gratiszugaben mehr einzupacken, die ich nicht wirklich gebrauchen kann. Fällt schwer, aber ich trainiere eisern. Neulich habe ich schon sehr stolz eine Dose Katzenfutter nicht mitgenommen, die ich als Gratisangebot einfach nur hätte einpacken müssen.

Den Einkauf heute bei Lidl, den hatte ich nicht geplant. Er ergab sich rein zufällig, weil wir in der Nähe waren.
Nicht geplant hatte ich auch Ks gute Laune, der sich freute, dass sein Fuß doch nicht kaputt ist und der mir deshalb auch eine Freude machen wollte. Er guckte also in der App nach, was diese Woche (Montag, jede Menge frische Angebote) alles günstig oder gar umsonst ist und kaufte zielgerichtet ein. Er weiß doch, wie viel Spaß ich daran hatte.
Und weil wir dann ruckzuck über 20 Euro waren, landeten auch die Kondome noch im Wagen, kann man ja einem der Jungs zu Weihnachten schenken. Und die Cookies auch, warum nicht. Und überhaupt, alles passend für einen perfekt optimierten App-Einsatz.

Blöd nur, dass ich weder den Kondom- noch den Cookie-Gratisrabatt aktiviert hatte.
So kam es, dass ich heute für 2,29 Euro Kondome und für 1,19 Euro eklige Cookies käuflich erwarb.

Aber vielleicht braucht es genau dieses Erlebnis, um den Widersinn des eigenen Sparsamkeitszwangs zu erkennen. Als ich früher noch rauchte und aufhören wollte, gelang das auch nie, solange noch Zigaretten in der Schachtel waren. Es wäre doch eine Schande gewesen, die wegzuwerfen
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Sonntag, 10. Oktober 2021
Sonntagsgekruschel
Bei Ks Treppensturz gestern hat er sich wohl doch was kaputt gemacht, der große Zeh am linken Fuß tut inzwischen so sehr weh, dass er nur noch humpelnd laufen kann, außerdem puckert er in Ruhestellung, das sind alles keine guten Symptome, morgen werden wir das dann mal röntgen lassen.

Wenn Laufen nicht ging, so war immerhin Radfahren kein Problem, bei meinem Rad war inzwischen auch der Akku wieder geladen, wir machten uns also auf zu einer Radtour "linksrum", was bedeutet, wenn wir das Haus verlassen, biegen wir nach links ab und fahren dann am Deckwerk auf den Deich am Strand lang. Diese Tour ist eine echte Lieblingstour geworden, seitdem der Loopdeelenweg fertig ist und man eine komplette Runde fahren kann, ohne unterwegs das Rad 1km durch die Dünen schieben zu müssen.

Als wir am Ende des Deckwerks angekommen waren, sahen wir die Hamburg draußen an der Fischerbalje vor Anker liegen und ich entdeckte einen Steinstapel, den jemand aus den angelieferten Schottersteinen, die dort zwecks Befestigung der Außenkante auf ihre Verarbeitung warteten, gebaut hatte.



Ich fand diesen Steinstapel viel spannender als das langweilige Kreuzfahrtschiff, was dort draußen rumlag, aber K stellte fest, dass das Schiff dort draußen die Hamburg war, die gestern erst in Hamburg die Kaimauer gerammt hatte und dann fand ich das Schiff mit der Geschichte auch wieder spannend und fragte K, was er meint, weshalb die Hamburg nun da draußen vor Borkum vor Anker liegt und vor allem, was der Kapitän jetzt wohl macht. Ks westfälisch-lapidare Antwort war: "Der schämt sich." - und damit war dann wohl alles dazu gesagt.

Sonst ist hier nicht viel passiert, ein angenehm ruhiger Tag, morgen dann Home-Office
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