Die arbeitnehmerunfreundliche Verteilung der Feiertage führte heute zu einer großen Abreisewelle. So groß, dass sogar die Personenplätze auf der Fähre schon seit Tagen ausgebucht waren, eine Situationen, mit der J und C nicht gerechnet hatten, so dass sie natürlich auch keine Plätze reserviert hatten und etwas dumm guckten, als sie letzte Wochen Karten kaufen wollten und es keine mehr gab.
Die allerletzten freien Plätze, die sie noch bekommen konnten, waren heute früh auf der 8h Fähre.
Das hieß dann früh aufstehen für alle, aber immerhin habe ich so einen recht aktiven Tag verbracht.
Als ich vom Hafen zurückkam, habe ich mit Schwung begonnen, die Küche sauberzumachen und überall im Haus ein wenig aufzuräumen. Die Kinder machen zwar ihre Zimmer selber sauber, aber wenn so viele Leute im Haus sind, dann sammeln sich schnell überall Dinge an, die niemand wegräumt, weil keiner weiß, wem sie gehören und jeder immer darauf wartet, dass jemand anderes es erledigt.
Jetzt waren wieder zu zweit, jetzt konnte ich rigoros alles wegwerfen, was im Weg rumlag, das erleichtert das Aufräumen sehr.
Dabei fiel mir der Glückskeksspruch in die Finger, der in meinem Neujahrsglückskeks war:

Mein absoluter Traumspruch, besser kann es für mich gar nicht laufen, ich liebe alle Dinge, die sich von selbst erledigen, wenn es nach mir geht, sollte es nur solche Sachen geben. Ich war sehr, sehr zufrieden mit meiner Weissagung.
K war mit seiner nicht ganz so zufrieden, denn er befürchtet, dass sie die Ergänzung zu meinem Spruch ist, eine Möglichkeit, die ich völlig okay finde, K aber nicht in große Begeisterung versetzt.

Wenn aber zwei Glückskekse so gut zusammen passen, dann sollte man ihren Prophezeiungen nicht im Wege stehen, finde ich.
Den Nachmittag habe ich mit der Suche nach dem Kabelrouter verbracht, den uns Vodafone vor Jahren mal zu dem von uns gebuchten Tarif zur Verfügung gestellt hat, den wir aber nie benutzt haben, weil wir schon immer unsere eigene Fritzbox verwenden.
Für den neuen Vertrag mit 1000 Mbit/s bekommen wir jetzt einen neuen Router, den wir zwar auch nicht verwenden werden, aber so sehen es die Regeln vor. Und weil wir einen neuen bekommen, müssen wir den
alten Router zurückschicken, Teil der Spielregeln.
Dumm nur, dass wir vergessen hatten, wo wir ihn aufbewahrt haben, die Suche danach war ein nachmittagsfüllendes Programm.
Zwischendurch hatte K die Vermutung, dass er im Vaterhaus sein könnte, also machten wir einen Spaziergang zum Vaterhaus (die große Runde übern Strand, wir hatten exakt ein passendes Regenloch erwischt, das war angenehm), dort war der Router aber auch nicht, also habe ich den Dachboden anschließend noch mal systematisch abgesucht.
Es ist erstaunlich, wie viel Kram sich auf so einem Dachboden befinden kann…
Aber letztlich wurde die Hartnäckigkeit des Suchens belohnt, er lag in einer Kiste ganz unten. Leider ohne Stromanschlusskabel. Danach soll K jetzt suchen, ich finde, ich habe meinen Teil erledigt und warte jetzt darauf, dass K sich einsetzt, damit sich das gesamte Problem von alleine regelt
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Mit der letzten Fähre am Abend fuhr dann auch Js Freundin zurück, sie hat ebenfalls Silvesterpläne mit Freunden (im Allgäu, was für eine Weltreise, aber es gibt wohl einen Nachtzug), die auf maximal 10 Personen gesunkenen Partyteilnehmerzahlen verhinderten, dass J sie begleiten konnte.
So sind wir nun also nur noch zu viert und machen hier weiterhin nichts, das ist sehr angenehm.
Das Wetter ist regnerisch und trüb, mit rund 6°C zwar nicht kalt, aber angenehmes Wetter geht definitiv anders.
Kurz vor Ns Abfahrt gingen die Kinder zu viert noch mal in Badeklamotten an den Strand um dieses Jahr wenigstens noch einmal in die Nordsee eingedippt zu haben, es war aber wirklich nur ein sehr kurzes Bad und N konnte leider, leider nicht mit ins Wasser, einer musste ja das Beweisvideo machen.
Auch wenn man den ganzen Tag nichts tut, vergeht die Zeit wie im Flug, eine ganze Woche bin ich jetzt schon wieder hier, es ist unglaublich
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Vorgestern hätte ich feiern wollen, wenn ich dran gedacht hätte. Aber ich war so intensiv im Urlaubsmodus, dass ich alles, was mit Beruf zu tun hat, verdrängt habe.
Ach egal, heute kann ich auch feiern, heute sind es dann eben nur noch 998 Tage bis zu meinem letzten Tag im Büro. Dreistellig. Ich freu mich so.
Und von diesen 998 Tagen sind nur noch 599 Arbeitstage, wenn ich mal von durchschnittlich 219 Arbeitstagen* pro Jahr ausgehe. Ich finde, das ist wirklich überschaubar.
*das errechnet sich wie folgt:
Tage pro Jahr +365
Davon Wochenenden -104
Sonstige Feiertage -10
Urlaub -30
∅ Krankheitstage -2
++++Themenwechsel++++
Ich habe eine Serie geschaut, die mir sehr gut gefallen hat.
Start the fck up, eine achtteilige Miniserie in der ZDF-Mediathek.
War ein Tipp von Alphathiel und ich habe mich echt gefreut, den Hinweis auf diese Serie von ihm bekommen zu haben, denn auch wenn ich mich über das analoge Fernsehen die letzten Tage regelmäßig aufgeregt habe, so wäre ich doch zu bequem gewesen, mich aktiv selber mit der Mediathek zu beschäftigen, um mir dort ein passendes Alternativprogramm zu suchen.
Ich weiß auch nicht woran das liegt, aber noch ist Fernsehen in meinem Kopf mit der analogen Variante verknüpft, also Gerät einschalten und einfach hintereinander durch alle Sender zappen und gucken, was grade läuft. Wenn nichts dabei ist, was mir gefällt, dann mache ich die Kiste eben wieder aus und ärgere mich, über das blöde Programm. Wenn ich mein eigenes Verhalten mit Abstand begucke, dann merke ich auch, wie albern das ist, aber da ich üblicherweise so wenig Fernsehen gucke, hat mich das bisher nicht weiter gestört.
Außerdem bin ich ja bekennender Nicht-Serien-Gucker, weil mir Serien, die im Grunde nix anderes sind als ein einziger, irrelanger Film mit Superüberlänge, der willkürlich in einzelne Schnipsel geteilt wurde, viel zu anstrengend sind, um sie in Gänze zu gucken, so lange halte ich niemals durch. Wenn man aus einer Serie aber nur einzelne Teile guckt, ist das wie ein angefangenes Buch, was in der Gegend rumliegt und mit diesem latenten Dauergequängel "lies mich zu Ende" nervt. Besser also, man fängt sowas gar nicht erst an.
Ich mag keine Serien und ganz ausdrücklich mag ich keine amerikanischen Serien, wo Leute im Hintergrund lachen oder sich die Schauspieler so offensichtlich exaltiert dämlich benehmen, dass ich vor Fremdscham gar nicht hingucken mag, gleichzeitig aber weiß, dass solche Serien teilweise Kultstatus haben, was wiederum bedeutet, dass es wahrscheinlich doch eher an mir liegt und ich wie üblich nicht sozialkompatibel denken und fühlen kann.
Weil ich also ein offen gestörtes Verhältnis zu Serien und zu Filmen habe, kümmere ich mich auch nicht darum, ob es nicht vielleicht doch welche gibt, die mir gefallen könnten. In manchen Dingen kann ich wunderbar bockig sein, ist halt mein Vater schuld, wenn mir der Arm abfriert.
Jetzt bekam ich aber einen Hinweis auf und eine Kurzbeschreibung über diese Kurzserie, die in der ZDF-Mediathek läuft, und allein ZDF-Mediathek ist ja schon besser als alles, was auf Netflix kommt.
Netflix habe ich nämlich nicht, ich gucke im Fernsehen ja auch kein RTL oder SAT1.
Sagte ich schon, dass ich in manchen Dingen gnadenlos stur bin?
++++Themenwechsel++++
Das allgemeine Aufräumen geht weiter. Aktuell sind grade alle Verträge dran.
Es ist erstaunlich, was für einen Riesenberg an Verträgen man so im Laufe der Zeit abschließt und wenn man zwei Haushalte hat, sind es noch mal mehr, weil vieles natürlich doppelt läuft.
Und mindestens so erstaunlich ist es, wie schnell zwei Jahre um sind, denn solange verlängern sich regelmäßig die Internet- und Festnetzverträge, wenn man auf einen neuen Tarif umsteigt.
Dass man überhaupt auf einen neuen Tarif umsteigen muss, liegt ja an dieser seltsamen Wettbewerbspolitik der Vertragsanbieter, die Neukunden ständig mit Rabatten umgarnen und Bestandskunden mit Preiserhöhungen dafür bestrafen, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt haben.
Was meine gesammelten Strom- und Gasverträge angeht, so habe ich diesen ständig notwendigen Wechsel schon vor mehr als drei, nein falsch, sind ja inzwischen schon über vier Jahre, - sagte ich schon, dass ich es irre finde, wie schnell die Zeit verfliegt? - Also auf alle Fälle habe ich das Kümmern um die preislich passendsten Energieversorger schon vor sehr langer Zeit an einen Vertragsagentenservice outgesourct. Die haben alle meine Verträge im Blick, die vom Onkel sind da auch gleich miteingebunden und die kümmern sich um die jährlich notwendigen Kündigungen und die passenden Neuabschlüsse.
Das klappt ganz wunderbar und ich wünschte, etwas ähnliches gäbe es auch für die anderen Verträge, also Festnetz- und Mobilfunkverträge, Versicherungen, Bankkonten, Zeitungsabos und was man sonst noch so an Verträgen durch sein Leben schleppt.
Habe ich leider noch nicht gefunden, also bleibt insbesondere für Festnetz-Internet-Verträge nur selber kümmern und durch wirklich riesengroßes Glück hat K am 24.12. beim Warten aufs Christkind aus reiner Langeweile mal die aktuell laufenden Verträge durchgeklickt und festgestellt, dass der Vertrag für Borkum bis zum 24.12.2021 gekündigt werden muss oder verlängert sich zu höheren Konditionen um zwölf Monate.
Das Internet hier auf Borkum ist ja immer noch nicht wirklich optimal gelöst. Also, ich meine nicht nur für mich nicht, sondern für die gesamte Insel nicht. Es soll zwar an einzelnen Stellen jetzt schon Glasfaser liegen, aber hier in meiner Straße im Außenbezirk ganz sicher noch nicht, hier liegt immer noch die alte zweiadrige ISDN-Leitung der Telekom oder eine DSL-Kabelanbindung von Vodafone. Da fällt die Auswahl nicht wirklich schwer.
Grundsätzlich wäre auch gegen eine DSL-Kabelanbindung nichts zu sagen, wenn es denn genug Knotenpunkte gäbe, so dass die Leistung, die man bucht, auch aus der Leitung rauskommt. Tut sie nämlich leider nie, wenn bei schlechtem Wetter und hohem Buchungsstand alle Touristen in ihren Ferienwohnungen sitzen und vor lauter Langeweile den ganzen Tag durchs Internet surfen.
Wir hatten bisher einen Vertrag für 34,95 € im Monat für eine DSL-Leitung mit bis zu 500 Mbit/s im Download, wobei die Betonung auf "mit bis zu" liegt. Tatsächlich hatten wir in den letzten Tagen hier nur so 40-50 Mbit/s im Download, aber nun ja, so ist das eben, wenn die Insel voll ist und es regnet.
Weil unser Vertrag aber sowieso demnächst teurer wird, wenn wir nicht aktiv etwas unternehmen, hat K sich gekümmert und mit den Vodafones telefoniert. Da gibt es aktuell ein Angebot für Neukunden, die 1000 Mbit/s im Download für 49,95 € buchen können, aber die ersten sechs Monate für 0 bekommen. Umgerechnet auf 24 Monate sind das dann 37,95 € im Monat für 1000 Mbit/s und K fand, das ist ein gutes Angebot, das würde er dann gerne auch haben. Blöd nur, dass ihm die Vodafones das nicht verkaufen wollten, schließlich sind wir keine Neukunden.
Deshalb hat er unseren Vertrag erstmal gekündigt, am 24.12.2021 war das grade noch rechtzeitig und heute startete Vodafone dann das Kundenrückgewinnungsprogramm.
Im Ergebnis haben wir nun "bis zu 1000 Mbit/s im Download" für 39,95€, was wiederum das gleiche ist, was Neukunden insgesamt auch bezahlen müssen, denn bei uns entfällt die Anschlussgebühr von 50 €, damit passt jetzt also wieder alles zusammen.
Der neue Tarif gilt ab sofort, wir mussten nur einmal die Fritzbox neustarten und zack, bis zu 1000 Mbit/s im Download.
Natürlich kommen nach wie vor unverändert nur 40-50 Mbit/s als Downloadtempo an, aber wenn erst mal alle Gäste die Insel geräumt haben, dann wird das hier aber flutschen mit dem Internet, so schnell können wir dann gar nicht mehr gucken, wie sich hier dann das Internet downloaded.
Mich erinnert das immer ein bisschen an den alten DDR-Witz: Fragt ein Kunde im Laden: "Haben Sie Schuhe?" Antwortet der Verkäufer: "Nein, hier gibt es keine Hosen, keine Schuhe gibt es im Nachbargeschäft."
Ab heute kommen bei uns 1000 Mbit/s nicht an, bis gestern waren es nur 500 Mbit/s
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Ich weiß gar nicht genau, was ich den Tag über alles so gemacht habe, Strandspaziergang fiel auf alle Fälle aus wegen Wetter und wegen anderweitiger Beschäftigungen, aber was das genau war, habe ich jetzt schon wieder vergessen.
Kann also nicht so wichtig gewesen sein.
Js Freundin kam heute an, die habe ich mit J zusammen von der Fähre abgeholt.
Anschließend bin ich mit K und N noch mal einkaufen gefahren, weil ich schon wieder eine relativ lange Einkaufsliste geschrieben hatte, die Pfandflaschentüte überlief und Glasmüll auch weggebracht werden sollte.
Das sind aber auch die einzigen beiden Situationen, in denen ich heute das Haus verließ.
Ansonsten habe ich ein bisschen aufgeräumt und mir in und über die Küche Gedanken für eine Neugestaltung gemacht.
Wir wollen der Küche und dem Wohnbereich ja einen neuen Boden und neue Tapeten verpassen, deshalb bietet es sich an, bei der Gelegenheit auch die Einrichtung der Küche zu optimieren, schließlich muss ja sowieso alles einmal ausgeräumt werden.
Erst dachte ich, wir befragen denselben Küchenplanermenschen, den wir auch schon für die noch zu bauende Küche in dem noch zu bauenden Haus in Rheda gefragt haben, weil der wirklich einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat, aber dann hatte ich plötzlich eine wirklich gute Idee und jetzt geht es sicherlich auch ohne professionellen Küchenplaner.
Bei meiner Idee tauschen eigentlich nur der grade reparierte Küchenschrank mit den vier Schubladen und die Spülmaschine die Plätze, dadurch werden aber die Laufwege und Arbeitsabläufe in der Küche so gewaltig verbessert, dass ich mich jetzt frage, wieso mir das nicht schon vor 16 Jahren eingefallen ist, als wir die Küche gebaut haben.
Natürlich zieht dieser Tausch weitere Umbaunotwendigkeiten nach sich, die nicht zu verniedlichen sind, weil die Spülmaschine und der Küchenschrank nicht gleich breit und auch nicht gleich hoch sind, aber ich habe schon ausführlich gemessen und geplant und insgesamt sollte das alles funktionieren.
Im schlimmsten Fall brauchen wir noch eine neue Arbeitsplatte, wir werden sehen.
Ich bin jetzt fest entschlossen, das alles auch tatsächlich umzusetzen, weil ich mich über die alten Küchenwege schon seit langem ärgere und mit diesem Plan genau den Teil des Hauses verbessern kann, der noch Verbesserungspotential hat. Sowas macht mir richtig Spaß.
Als erstes werde ich jetzt den Schreiner kontaktieren, denn ein Teil der Änderung ist auch ein neues Fenster zwischen Küche und Flur und wenn wir das auch noch hinkriegen, dann wird das alles super perfekt.
Sehr viel mehr ist heute nicht passiert.
Wenn ich den Tag im Geiste noch mal zurücküberdenke, dann war es gefühlt ein richtig guter Tag und so ein positives Endergebnis ist doch wunderbar, wenn das immer so wäre, gäbe es nie was zu meckern
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Ich mag das.

Viel passiert ist hier ansonsten nicht. Alle haben sehr lange geschlafen, die Jungs habe ich eigentlich gar nicht gesehen, denn sie sind erst aufgestanden, als ich mich schon wieder in mein Schlafzimmer zurückgezogen hatte, nur die Außenkamera schickte mir Bilder, dass da drei Personen das Haus verließen, die nach einer dreiviertel Stunde wieder zurückkamen.
C saß am Nachmittag unten am Esstisch und versuchte nach den Plänen für unser neues Haus in Rheda, genau dieses Haus in Sims zu bauen. Es entwickelt sich zu einer Herausforderung.
Im Fernsehen läuft nur Müll.
Mit diesem blödsinnigen Weihnachtstüdelü in allen ansonsten ganz normalen Serien kann ich wirklich überhaupt nichts anfangen. Überall laufen irgendwelche Weihnachtsmänner rum, werden ermordet oder sorgen sonstwie für seltsame Stimmung, alle benehmen sich seltsam und tun so, als wäre das völlig normal.
Ich finde, die haben alle einen Knall.
Ich kann aber ja sowieso nichts Attraktives an dieser Weihnachtsverkleiderei finden. Durch das getrennte Weihnachtsfeiern im letzten Jahr haben wir glücklicherweise entdeckt, dass niemand in unserer Familie daran interessiert ist.
Als die drei Kinder letztes Jahr ganz allein hier auf Borkum waren, verspürten sie keinerlei Notwendigkeit, einen Weihnachtsbaum aufzustellen und das war damit die eindeutige Feststellung, dass wir darauf auch in Zukunft alle miteinander entspannt verzichten können. Die Kinder dachten nämlich, dass ich gerne einen geschmückten Weihnachtsbaum hätte - und ich dachte, die Kinder bräuchten einen Baum, gut, dass wir das endlich grundsätzlich geklärt haben.
Gegen Geschenke hat aber niemand etwas einzuwenden, wobei wir auch hier relativ entspannt mit umgehen, wenn sich jemand nichts wünscht, dann braucht er sich auch nicht zu wundern, wenn er nichts bekommt, das nimmt viel Druck.
Gleichzeitig darf man aber etwas schenken, wenn man durch Zufall eine gute Idee hatte oder etwas Hübsches gefunden hat, über das sich ein anderer freuen könnte, dann ist das prima, aber eben keine Zwangserwartungshaltung.
Diese Vereinbarung "wir schenken uns nichts" finde ich albern, ich schenke anderen gerne etwas, aber nur, wenn ich auch eine passende Idee habe. In den nächsten Laden zu laufen und zwanghaft irgendeinen Kram zu kaufen, nur damit man ein Geschenk hat, finde ich genauso albern und habe das schon immer verweigert.
Gekocht wurde heute gar nichts. Ich habe ein Brot gebacken, das inzwischen schon fast wieder weg ist, außerdem habe ich aus drei weichen Avocados und einer Handvoll Tomaten einen großen Topf Guacamole gemacht, zusammen mit einer Tüte Tortilla Chips hat das für jeden gereicht, um satt zu werden.
Auch das gefällt mir sehr, dass ich an keiner Stelle das Gefühl habe, irgendjemand erwartet hier irgendetwas. Jeder macht, wozu er Lust hat und das funktioniert ganz wunderbar, mit dieser Grundhaltung lässt sich Weihnachten komplett stressfrei abwickeln
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Stand Punktekonto für schlechte Laune oder schlechte Stimmung=0,2 von fünf maximalen Schlechtpunkt, was ich eben in einer repräsentativen Umfrage unserer fünf Personen Patchworkfamilie ermittelt habe und insgesamt not too bad finde. (Erläuterung des mathematischen Durchschnitts: nur einer gab 1 Minuspunkt von fünf maximalen Punkten für schlechte Laune, was, verteilt auf fünf Personen dann eben 0,2 Minuspunkte bedeutet)
Ich kann also behaupten, dass die Abwicklung des heiligen Abends in unserer Familie ein ziemlicher Erfolg war und das finde ich sehr befriedigend, wir hatten alle im Wesentlichen nix zu meckern, was nicht nur unter Westfalen, sondern auch allgemein als durchaus positiv zu bewerten ist.
Der hauptsächliche Teil des Tages bestand darin, dass jeder machte, was er wollte und dass ich erst gegen Sonnenuntergang mal vorsichtig anfragte, wie sich die restlichen Familienmitglieder den restlichen Teil des Tages vorstellten.
Ergebnis: Man war sich nicht einig, weshalb ich erstmal begann, für vier Leute der Familie Abendessen zu kochen. C. die Vegetarierin ist, konnte davon leider nur die Teile Reis und Gurkensalat mitessen, das Frikassee, was alle anderen sehr lecker fanden, musste sie aus prinzipiellen Gründen verweigern, wobei ich es interessant fand, dass es ihr mittlerweile gelungen ist, ihre prinzipiellen Gründen innerlich inzwischen soweit zu institutionalisieren, dass sie Frikassee tatsächlich eklig findet, einen Move, den ich wirklich bewundernswert finde.
Wie auch immer, wir aßen zu viert Frikassee, C brut (bratete? briet?) sich vegane Bratwürste und anschließend waren wir alle miteinander sehr zufrieden und sehr satt.
Bescherung wurde per Beschluss ins 1. OG verlegt, dort brannte der Ofen und überhaupt ist dort der gemütlichste Raum des ganzen Hauses.
N mixte uns fünf Basil Smash zur Bescherungsbegleitung, das war super aber nicht notwendig, denn ich glaube, diesmal erhielt jeder Geschenke, über die er sich auch wirklich freute.
Ich bekam ein Airtag, also so ein Teil, mit dem ich künftig immer und überall meinen Schlüssel orten kann, eine Funktion, die bei meiner panischen Schlüsselverlierangst sicherlich für Entspannung sorgen wird, und eine "Immunkarte", also eine Karte in der Größe einer Scheckkarte, auf der mein digitaler Impfnachweis als QR-Code abgescannt werden kann, genau wie in der CovPass-App, aber eben offline und ohne Handy und in meinem Fall mit der Besonderheit, dass die Karte das Zertifikat 4/4 ausweist was ja nun der Realität entspricht und was ich mittlerweile ziemlich cool finde. Ich hatte erst letzte Woche mitbekommen, dass Apotheken diese Karte inzwischen als offline-Variante zum digitalen Impfpass auf dem Handy anbieten und fand das ziemlich perfekt, denn auch wenn ich mein eigenes Leben maximal digitalisiert habe und das allermeiste übers Handy/Internet steuern kann, so finde ich doch alles, was ohne (mein) Handy zusätzlich (ergänzend/als backup) funktioniert, enorm sinnvoll. Ich kann meinen Impfstatus künftig also komplett analog beweisen und liebe das sehr. Es ist sehr praktisch, wenn man Kinder hat, die genau in den richtigen Branchen arbeiten.
Außerdem bekam ich noch eine Cloud für die Handtasche (eine Mini-SSD mit 2TB) und ein supertolles Uhrenarmband sowie sechs Pakete Dolo-Dobendan, die in einer Apotheke wegen MHD aussortiert wurden, aber Halsschmerzen in der näheren Zukunft noch sehr wirksam bekämpfen können werden.
Verständlicherweise kann ich hier nur meine Geschenke beschreiben, aber die familienintern ermittelten 0,2 von 5 möglichen Minuspunkten sprechen für sich und ich denke deshalb, dass alle andern auch sehr zufrieden waren mit dem Tag, wie er sich heute so nach und nach ergab
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Als ich zum zweiten Mal aufwachte, regnete es immer noch und ich beschloss, erst mal ausgiebig im Bett zu bleiben.
Gegen Mittag war mir dann aber doch nach Aufstehen, die Kinder wollten zu dritt die 16.45h Fähre nehmen und ich wollte bis dahin wenigstens das Thema Geschenke soweit abhaken können, dass ich alle Geschenke in einem Raum zusammentrug und sicherstellte, dass alles verpackt war.
Von der großen Tapezieraktion im Oktober lag auch noch sehr viel Krempel rum, insgesamt konnte es dem Haus nicht schaden, wenn ich wenigstens die gröbsten Kramansammlungen mal durchsortierte und damit optisch für eine gewisse Ordnung sorgte.
Einkaufen musste ich auch noch mal, gestern Abend waren einige Dinge bereits ausverkauft, andere hatte ich komplett vergessen und ich wollte auch gerne zum Onkel fahren und Hallo sagen.
Ruckzuck war der Nachmittag um und als wir wieder zu Hause waren, wurde es auch schon fast knapp mit der Zeit, weil ich ja gerne das Essen fertig haben wollte, wenn die Kinder kamen.
Wir teilten uns dann auf, K kümmerte sich um das Finish fürs Essen und ich fuhr zum Hafen, mein Cabrio ist nur ein Viersitzer, wir hätten also eh nicht gemeinsam als Abholkommando auflaufen können.
Jedes der Kinder brachte noch den Restinhalt aus seinem Kühlschrank mit, daran hatte ich beim Einkaufen gar nicht gedacht, dass es noch mehr Menschen geben könnte, die nachher Dinge in die Kühlschränke stellen wollten, K meinte, wir bräuchten dringend einen dritten Kühlschrank.
Nach dem Essen brachen die Kinder zu einem Strandspaziergang auf, ich bin froh, dass ich mich gemütlich vorm Ofen zusammenrollen kann. Als Katze würde ich mich bestimmt auch gut machen
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Heute Nacht rutschten die Temperaturen unter Null und das bedeutet, dass der Nebel gefror.
Heute Morgen habe ich den gefrorenen Nebel als erstes an den wunderschön gefrorenen Spinnennetzen bewundert, die an unseren Mülltonnen hingen.

Das war schon sehr faszinierend, in dieser Intensität habe ich das noch nie gesehen.
Gegen 9h fuhren wir in Greven los, die gesamte Landschaft war in diesen gefrorenen Nebel gehüllt, es sah irre aus.
Als wir ca. 10km Richtung Norden gefahren waren, rissen die Wolken auf und es schien plötzlich die Sonne, was den surrealen Effekt dieser gefrorenen Landschaft noch mal verstärkte.

Je nördlicher wir kamen, umso weniger Raureif lag auf der Landschaft, dieser superdicke Nebel hatte wahrscheinlich wirklich nur im Münsterland so intensiv die Landschaft verzaubert.
Da wir sehr gut vorankamen und ohne Verspätung unterwegs waren, hatten wir genug Zeit, in Appingedam noch einen Abstecher zu McDo zu machen, denn dort gibt es diese wunderbaren McKrokett, die die deutsche Linie dieser Kette nicht im Angebot hat. K stieg aus, um im Laden zu bestellen, dort haben sie nämlich diese Touchpaneele, die deutlich komfortabler sind, als eine verbale Verständigung mit Holländern, die ja gerne so tun, als ob sie Deutsche nicht verstehen, übrigens egal in welcher Sprache die mit ihnen kommunizieren möchten.
Er betrat also den Laden und grüßte freundlich mit "Hallo", worauf ihm ein Mitarbeiter sofort sagte, dass er dort an den Touchpaneelen auch auf deutsch bestellen könne. K war völlig verstört, weil er gar nicht verstehen konnte, wie ihn der Niederländer sofort als Deutschen identifizierte, er hatte doch nur "Hallo" gesagt und will deshalb von mir wissen, was Hallo auf holländisch heißt.
Ich musste sehr grinsen, denn mich erinnerte diese Szene an ein Erlebnis, was ich vor über 40 Jahren mal in London hatte. Dort war ich als Jugendliche während der Sommerferien in einer Sprachschule und wohnte privat bei einer englischen Familie, die mir ständig versicherten, wie ungemein gut ich Englisch spräche. (Übrigens eine Eigenart der Engländer, die sagen das ständig und zu jedem Ausländer, egal wie grottig der in der englischen Sprache unterwegs ist.) Vielleicht bildete ich mir deshalb ein, dass mein Englisch schon ganz akzeptabel sei, was dadurch aber auch dazu führte, dass ich ohne Hemmungen fröhlich drauflosplapperte und das wiederum ist eine der effektivsten Methoden, eine Sprache zu lernen.
Egal, eines Morgens stand ich an einer Bushaltestelle und wartete als Erste in einer Schlange auf den Bus, dessen Nahen ich fröhlich mit: "The bus is coming" kommentierte und prompt sagte die hinter mir wartende, ältere Lady sehr freundlich zu mir: "Oh, you are form Germany?" - Das hat mich damals auch sehr getroffen.
Als wir in Eemshaven ankamen, gelang es mir endlich, ein Foto von dem Windmühlenpark zu machen, über den ich jedesmal, wenn ich dort vorbeifahre, grinsen muss.

Im Hafen schließlich lag ein Schiff, das aussah, als hieße es Rudolph. Hieß es nicht, schade, aber ich finde, Rudolph wäre eindeutig der passendere Name.

Am Nachmittag gingen wir an den Strand und genossen bei knackigen Minustemperaturen die klare Luft und die Leere.
Die Fähre war zwar rappelvoll und davon 95% ausländische Autos (also keine mit LER-Kennzeichen), aber insgesamt scheint es wegen der aktuell wieder eskalierenden Pandemiesituation reichlich Absagen zu geben und zumindest heute Nachmittag hatten wir den Strand sozusagen für uns alleine.
Anschließend fuhren wir einkaufen und dann wurde mir klar, warum es am Strand so leer war: Die waren alle bei Lidl. Teufel, war es da voll.
Jetzt bullert der Ofen gemütlich und ich schaue gleich im Ersten den Film, der grade eben auf die Shortlist als bester ausländischer Film für die Oscars gekommen ist, das Thema finde ich spannend: Kann man sich seinen Partner künftig vielleicht doch selber zusammenstellen und reicht einem das als Beziehung?
Ich bin dein Mensch - bis zum 22.3.2022 in der Mediathek.
Ich bin gespannt, was der Film daraus macht, aber wenn es dort nicht ein paar sehr gute Argumente gibt, die mir bisher nicht eingefallen sind, dann möchte ich doch lieber Menschen als Partner, ich denke, dem verzeihe ich die Fehler leichter
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Es ist also noch eine Menge zu tun, aber immerhin habe ich das Büro für dieses Jahr schon endgültig verlassen, das ist ein sehr gutes Gefühl.
Das Auto ist schon vollgetankt, die Geschirrspülmaschine läuft, auf Borkum sind die Heizkörper hochgedreht und K packt grade das letzte Geschenk ein.
Es wird
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Treffender kann man es nicht sagen.
Ansonsten war der Tag durchzogen von meiner Antilaune, ich bin müde, unmotiviert und enorm schwung- und lustlos. Die Luft ist raus, ich arbeite nur noch die letzten, dringenden Fristen des Jahres ab und beiße immer wieder die Zähne zusammen, um nicht vorher schon alles hinzuwerfen. Aber es wird, noch ein Tag und dann ist Büro erledigt.
Nebenher drücke ich uns intensiv die Daumen, dass wir übermorgen noch ohne Probleme über die Niederlande auf die Fähre kommen, die Fähren ab Emden sind ausgebucht, es gibt bisher aber auch keinen Hinweis, dass die Fähre ab Eemshaven eingestellt wird. Doch stündlich neue Nachrichten, Vorschriften und Änderungen, die sich gerne mal gegenseitig widersprechen, stehen ja nicht unbedingt für Verlässlichkeit über einen zeitlichen Horizont von mehr als zwei Stunden.
Nun, wir werden sehen, hilft ja alles nichts
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