anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 9. Februar 2022
So ein Tag wie heute
Als ich heute morgen ins Büro fuhr, habe ich mich verfahren.
Ich habe einfach die Stelle verpasst, wo ich links abbiegen muss und fuhr weiter gradeaus. Gemerkt habe ich das erst, als ich schon so viel weiter gradeaus gefahren war, dass ich nicht mehr wusste, wo ich überhaupt war.
Das war ein sehr seltsames Gefühl, weil ich auf einer Straße fuhr, die durch eine Gegend führte, die mir total fremd war und ich mich nicht nur fragte, wo ich bin, sondern auch, weshalb ich hier überhaupt rumfahre. Ich hatte nämlich nicht nur vergessen, links abzubiegen, ich hatte auch komplett vergessen, wo ich eigentlich hinfahren wollte.

So ein Tag war das heute und damit ist der Tag auch schon hinreichend beschrieben.

Irgendwann kam ich dann aber doch im Büro an und von da an ging es Schlag auf Schlag, ständig war irgendwas.
Leute kamen rein und wollten etwas besprechen, das Telefon klingelte, Videocalls standen im Terminkalender, E-Mails mit hohem Prioritätsvermerk blockierten den Sperrbildschirm und verlangten nach sofortiger Bearbeitung.

Als ich kurz nach Mittag ins Sekretariat ging, um die Post abzugeben, packte die Sekretärin grade ein, ihr Rechner war schon runtergefahren und ich stellte erstaunt fest, dass es fast 17h war.

So ein Tag war das und als ich selber meinen Computer runterfuhr, war es schon deutlich nach 20h und ich musste doch noch unbedingt zu Lidl, denn ich hatte noch einen 25cent Rabattcoupon, der heute auslief und sonst verfallen wäre.

An anderen Tagen hätte ich mich über den Stress amüsiert, den ich mir da wegen 25cent machte, aber an Tagen wie diesem merke ich sowas nicht und nahm das alles sehr ernst.

Um 20.55h konnte ich den Tag dann zu einem guten Abschluss bringen, ich war rechtzeitig im Lidl und das Brot gab es zum halben Preis minus 25 cent, so eine irre Ersparnis muss man feiern, ich kaufte gleich noch jede Menge Kram, den ich nicht brauche, aber immerhin war das Ende des Tages positiv
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Sonntag, 6. Februar 2022
Samstag und Sonntag
Nachtrag von Gestern:
Am Vormittag fuhr ich noch mal in die Stadt, um einige Teile, die ich am Freitag für den Vater gekauft hatte, wieder umzutauschen. Ich hatte K vorher als Testmodel benutzt und darauf geachtet, dass alles, was ich gekauft habe, bei ihm angenehm locker sitzt, ich gehe davon aus, dass es dann auch dem Vater mit der Zulage passen wird. Einige Hemden passten K aber so grade, die habe ich also noch mal gegen zwei Nummern größer getauscht.

Weil ich dann einmal in der Stadt war und das Wetter nicht ganz so abweisend war wie die letzten Tage, im Gegenteil, es schien sogar zwischendurch die Sonne, machte ich dann noch einen kleinen Stadtbummel.
Ich lief also durch die Fußgängerzone von Greven, guckte in Schaufenster, staunte über die vielen leeren Schaufenster, die teilweise nur noch Hinweise enthielten, dass man die Ladeneinrichtung günstig kaufen könne, und landete schließlich bei Depot, weil ich so Haushaltsskrimskramsdeko tendenziell spannend finde. Oft habe ich hier schon richtig gute Anregungen und Ideen gefunden, die ich dann mit gezielten Flohmarktkäufen versuche umzusetzen.

Bei Klamottenläden passiert mir das eher nicht, hier finde ich meine Anregungen und Ideen einfach dadurch, dass ich andere Menschen sehe. Anziehsachen in einem Laden zu kaufen, finde ich also nicht nur teuer, sondern auch langweilig, an Läden mit Plünnen gehe ich in aller Regel sehr uninteressiert vorbei.

Ausnahme sind Schuhgeschäfte, hier lasse ich nur die Billiganbieter unbeachtet links liegen. - Übrigens eines meiner ungelösten Rätselthemen: Wieso kaufen Menschen schlechte Schuhe? Ich meine, die Dinger sind in aller Regel derart unbequem, dass ich wohl eher barfuss gehen würde als mit Billigschuhwerk. Bei T-Shirts und anderen Anziehsachen kann ich verstehen, dass sich die Billigsachen gut verkaufen, da ist ja auch nur, wenn überhaupt, ein minimaler Tragekomfortunterschied zwischen billig und edel, aber bei Schuhen ist der Komfortunterschied derart riesig, dass es mich jedes Mal nur wieder sprachlos macht, wenn ich doch mal wieder so einen Billigschuh anprobiere.

Egal, ich wanderte durch Depot, sah einige hübsche Dinge, die ich mir als Idee merkte, kaufte aber nichts, weil ich davon ausgehe, dass spätestens im Sommer die Flohmärkte wieder geöffnet sind und dann kann man all den Kram, den ich hier jetzt ganz interessant fand, dort nicht nur viel preiswerter, sondern auch entschieden nachhaltiger erwerben.

Mir ist übrigens neulich aufgefallen, dass ich als Gesamtbilanz wahrscheinlich einen ganz akzeptablen CO2-Abdruck habe, da ich ja nur sehr, sehr selten Neuware kaufe, und das schon mein Leben lang.

Gegen Mittag war ich wieder zu Hause und weil immer noch die Sonne schien und K auserkoren worden war, zu entscheiden, mit welchem Leder die Sitze einer der etwas in die Jahre gekommenen Maschinen neu bezogen werden sollen, fuhren wir mit den Musterbüchern zum Flugplatz und versuchten bei Tageslicht das am besten zur Lackierung passende Leder zu finden. Ich denke, das wird sehr schick und wenn ich mir die Maschine mit neuen Ledersitzen vorstelle, dann wird aus dem aktuell leicht runtergeranzten Flieger plötzljch ein sehr edles Flugzeug. Es ist faszinierend, wie sehr schäbbige Sitze den Gesamteindruck beeinflussen.

Da das Wetter leider nur stundenweise am Samstag gut war, reichte es nicht für einen Wochenendausflug nach Borkum, vielleicht klappt es ja nächstes Wochenende.

Am Abend machten wir dann noch einen Großeinkauf bei Lidl, als ich durch die Obst- und Gemüseabteilung lief, erschien eine Verkäuferin und verteilte großzügig "zum halben Preis" Schilder. Solche Aktionen machen mir ja immer ganz besonderen Spaß, ich hatte allerdings auch ein bisschen darauf spekuliert, deshalb gehe ich Samstags immer erst kurz vor Ladenschluss dort einkaufen.

Heute bin ich erst gegen Mittag aufgestanden und habe mich dann ausführlich mit der Herstellung von grünem und rotem Pesto beschäftigt (Basilikum gab es gestern auch zum halben Preis).
Mein Rezept für rotes Pesto habe ich hier ja schon mal vorgestellt, heute gab es noch eine kleine Änderung, ich hatte nämlich eine angefangene Tüte getrocknete Oliven, von denen ich auch noch rd 50g dazugab, dafür habe ich diesmal komplett auf extra Salz verzichtet und das Ergebnis war noch besser als sonst.

Am Nachmittag ergriff mich ein Energieschub und ich sammelte rund 20 Hörbücher zusammen, die ich mir im Laufe der Jahre gekauft habe, fotografierte jedes sorgfältig und lud sie dann nach und nach bei ebay hoch.
Ist eine mühsame Angelegenheit, aber jetzt findet sich vielleicht noch jemand, der einzelne der Bücher auch gerne noch mal hören möchte, es wäre doch sonst ausgesprochen schade darum.

Zum Abendessen hatten wir beide kaum Hunger, wir hatten eindeutig zu viel von den Pestos genascht und dabei fast eine ganze Tüte Cräcker leergemacht. War aber auch wirklich lecker
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Freitag, 4. Februar 2022
Des Vaters neue Kleider
Gestern habe ich mich auf einen ruhigen Home-Office-Tag gefreut, funktioniert hat das heute nur zur Hälfte. Home-Office ja, aber ruhig nein.
Bis halb vier saß ich nonstop am Rechner und am Telefon, bis ich rigoros den PC runterfuhr und das Telefon auf besetzt schaltete, weil ich endlich einkaufen fahren wollte.

Ich musste nämlich neue Anziehsachen für den Vater kaufen, der hat "etwas zugelegt", wie sich der Pfleger aus dem Seniorenheim vornehm ausdrückte, der mich letzten Sonntag morgens um 9h früh anrief, um mir eben dies mitzuteilen.

Das war insgesamt eine schräge Situation, Sonntags 9h ist für mein Gefühl keine klassische Uhrzeit, für Allerweltsanrufe, weshalb ich reichlich alarmiert war, als ich vom Telefon geweckt hochschreckte und sah, dass der Anruf aus dem Heim des Vaters kam.

Dem Pfleger schienen solche Überlegungen aber vollkommen fremd, der erklärte mir nur in sehr geschäftlichem Tonfall, dass der Vater neue Kleidung brauche, weil er aus der alten rausgewachsen sei und ob ich mich darum kümmern würde. Ich stammelte etwas von "ja selbstverständlich, wird erledigt", weil ich von dieser Bitte nicht nur sehr überrumpelt war, sondern am Sonntag früh um 9h auch mit einem anderen Grund für den Anruf gerechnet hatte.
Deshalb fragte mich der Pfleger noch irritiert, ob es mir gut gehe, ich höre mich so seltsam an.

Und ich fragte mich, was in den Köpfen solcher Leute eigentlich vorgeht und was die sich dabei denken, solche Themen mit einem Anruf Sonntags früh um 9h abzuarbeiten.
Wahrscheinlich nichts, meinte K und ich fürchte, er hat recht.

Da die gesamte Woche bisher randvoll gestopft war mit Bürokram, hatte ich mir fest vorgenommen, wenigstens heute Nachmittag Zeit zu finden, um des Vaters dem Vater neue Kleider zu kaufen. Das gelang letztlich auch, aber nur durch radikales Abschalten aller Bürokommunikation.

Jetzt überlege ich, wie die Sachen nach Leer befördere, aber in der aktuellen Situation halte ich einen Besuch im Seniorenheim für nicht so klug, ich werde mir also morgen noch einen großen Karton suchen und alles per Post auf den Weg bringen.

Ansonsten kämpfe ich mal wieder mit einer bleiernen Dauermüdigkeit, so langsam geht mir das ewige Gähnen auf den Wecker, ich habe schon Muskelkater im Gaumen
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Donnerstag, 3. Februar 2022
Heiser
Puh, das war ein langer Redetag heute.
Eine Besprechung nach der nächsten, überall musste ich viel sprechen, jetzt bin ich heiser und k.o.

Außer einer sehr langen und aus meiner Sicht sehr erfolgreichen Besprechung mit dem Wirtschaftsprüfer gab es am Abend dann noch ein Bewerbungsgespräch mit einem sehr guten Bewerber, den ich sehr gerne sofort einstellen würde, leider ist er für unser Budget einfach zu teuer. Wahrscheinlich ist er aber auch deutlich überqualifiziert für den Job, den wir hier bim Angebot haben, ich tröste mich also damit, dass ihm bei uns sowieso sehr schnell langweilig geworden wäre und Mitarbeiter, die sich langweilen, kann man noch schlechter halten als Mitarbeiter, die sich unterbezahlt fühlen.

Neulich habe ich mich noch gewundert, wie bescheiden die anderen Bewerber in ihren Gehaltsforderungen waren, dieser war es leider nicht und prompt passt er auch nicht in unseren Rahmenplan. Die Unterschiede in den Erwartungen sind im Zweifel noch größer als die Unterschiede in den Leistungen.
Nun denn.

Dafür ist morgen der erste Freitag in diesem Jahr, an dem ich keine Bürotermine mit Anwesenheit habe und deshalb entspannt Home-Office machen kann, mit diesen erfreulichen Aussichten gehe ich jetzt erschöpft ins Bett
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Mittwoch, 2. Februar 2022
2.2.22
Schnapszahltag.
Kinder, die heute geboren werden, haben Glück, sie haben einen Geburtstag, den sich jeder merken kann. Ob es Eltern gibt, die eine demnächst anstehende Geburt heute künstlich einleiten lassen, um so ihrem Kind dieses besondere Geburtstagsdatum zu sichern, weiß ich nicht, kann es mir aber gut vorstellen, Menschen sind so bekloppt.

Außer dem Geburtstag ist für viele Menschen ja auch ihr Hochzeitstag ein sehr wichtiges Datum, und weil man den besser auswählen kann als ein Geburtsdatum, haben die Standesämter heute Hochkonjunktur.
Wir haben zwar Seuchenzeit und große Feiern sind nicht möglich, aber egal, heute wird geheiratet, denn heute kann man sich ein Schnapszahldatum für die Ewigkeit sichern. Denn für solange werden Ehen ja geschlossen und heute kann man sich nicht nur die Liebe, sondern auch das Datum amtlich besiegeln lassen, mit Behördenstempel und der Unterschrift eines Standesbeamten aus dem mittleren Dienst. Wenn das nicht romantisch ist.

Werden Eheleute befragt, warum sie sich ausgerechnet so ein Schnapszahldatum zum Heiraten ausgesucht haben, bekommt man von der Frau erstaunlich oft die Antwort, dass sie davon ausgeht, dass es damit dem Mann leichter fällt, das Datum nicht zu vergessen. Das erzählte heute ein Reporter, der über den 2.2.22 als Weeding-Boomsday berichtete und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das stimmt.

Was dabei auffällt, ist die Tatsache, dass die Frau schon vor der Ehe sicher ist, dass der Mann ein anderes Verhältnis zu ihrem Hochzeitstag hat als sie, d.h. sie geht ganz selbstverständlich davon aus, dass er den Tag nicht so wichtig findet wie sie und es deshalb eine gute Wahrscheinlichkeit gibt, dass er im Laufe der Zeit diesen Tag vergessen wird. Es ist also eine gute Idee, ihm mit so einem Schnapszahldatum eine Eselsbrücke zu bauen, ewiges Erinnern an den Tag der Tage, Ehe gerettet, ewige Liebe.

Wenn das die Kurzzusammenfassung der Realität ist, dann haben die Feministinnen, die dringend die Gleichheit zwischen Mann und Frau herstellen wollen, noch eine Menge zu tun. Aber wahrscheinlich erst ab morgen, heute hatten sie keine Zeit, heute wurde ja geheiratet
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Dienstag, 1. Februar 2022
Alter Ego
Zwischendurch muss ich meine Gemütslage immer mal wieder neu kalibrieren, sonst gerät sie in eine Schieflage und rutscht systematisch abwärts.

Im Moment sind die äußeren Rahmenbedingungen nicht grade günstig, um ohne externe Unterstützung dauerhaft heiteren Gemütes durch die Tage zu wandern.

Meine externe Unterstützung ist nichts anderes als mein eigenes alter ego, mit dem ich mich im Bedarfsfall sehr gut zanken kann, denn es ist so verdammt vernünftig, schwebt in schwarz-weiß und als Schatten hinter mir (so wie früher in der Lenorwerbung) und fragt mich regelmäßig, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, wenn ich jammerig und wehleidig in der Ecke sitze und die Welt scheiße finde.

Im Moment finde ich die Welt und vor allem die meisten Menschen darin und drumherum sehr häufig sehr anstrengend und oft sitze ich mutlos in der Ecke und hadere mit Sinn und Zweck.

Das dauert alles noch so lange, nichts geht voran, aber gleichzeitig fliegt die Zeit nur so vorbei, der erste Monat des Jahres ist schon wieder um und ich habe heute schon wieder eine alte Jahreszahl als Datum geschrieben.

Ich bin noch gar nicht richtig im neuen Jahr angekommen, da ist es schon zu einem Zwölftel wieder vorbei und doch fühlt sich alles zäh, langsam und mühselig an.

Da stimmt doch was nicht, ich habe ganz offensichtlich einen Knall.

Das habe ich mir heute ausdrücklich klargemacht und die Umstände, für die ich mich gerne bemitleiden lassen möchte, etwas zurechtgeruckelt und schon geht alles besser.

So ein alter ego, das einem ab und zu den Kopf wieder graderückt, ist sehr zu empfehlen.

Ich habe mir sogar extra eine E-Mailadresse dafür eingerichtet, also eine gmail-Adressse, die nicht "anje" heißt und als mich Google nach meinem Vor- und Nachnamen fragte, habe ich Alter als Vor- und Ego als Nachname eingetippt.
Google hat das kommentarlos akzeptiert und wenn ich mich jetzt in meinem Google-Konto anmelde, werde ich immer freundlich begrüßt mit "Hallo Alter", allein das macht mir schon jedes Mal gute Laune
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Montag, 31. Januar 2022
Schreibtisch- und Haushaltsarbeit
Für heute war Schreibtischarbeit geplant und ich habe tapfer durchgehalten.
Drei weitere Firmen sind für 2020 jetzt vollständig abgearbeitet und es ist alles an Bürokratie erledigt, was für 2020 zu erledigen war.
Die Buchhaltungen sind abgestimmt, Bilanzen wurden erstellt, Steuererklärungen ausgefüllt und dann wurde alles auch noch online übermittelt, inklusive Veröffentlichung im Bundesanzeiger, höchst vorbildlich also.

Für 2021 habe ich auch schon alles vorbereitet, die Buchhaltungen und die Bilanzen sind fertig, es gibt aber vom Finanzamt noch keine Formulare für 2021, also kann ich auch noch keine Steuererklärungen abgeben. Pech, ich war grade so schön im flow.

Eine einzige Firma fehlt jetzt noch*, dafür muss ich mich noch einmal zusammenreißen und konzentrieren, denn da gibt es abweichende Zahlungs- und Abrechnungszeiten, die Abgrenzerei dafür ist jedesmal ein Krampf, aber dann kann ich zumindest den Firmen- und damit den Körperschaftsteuerteil für 2020 endgültig abhaken.

*und noch ein paar Einkommensteuererklärungen, aber die sind verglichen mit den Abschlüssen für die Firmen Kleinkram.

Um mich zwischendurch ein wenig zu zerstreuen, habe ich nebenbei noch die Wäsche sortiert und die Waschmaschine angeworfen, den Papiermüll zusammengetragen und rausgebracht und die Blumen gegossen. Ich glaube, wenn ich permanent Home-Office machen würde, hätte ich einen topgepflegten Haushalt.

Es mag sein, dass es daran liegt, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist, aber ich empfinde Hausarbeit normalerweise weder als stressig noch als belastend, denn ich bin keinem fremden Dritten dafür Rechenschaft schuldig, es ist ausschließlich mein ganz ureigenes Notwendigkeits- (oder auch Nichtnotwendigkeits)gefühl, dem ich genügen muss, es gibt keine harten Fristen und vor allem keine festen Regeln.

Alles kann, nichts muss, man sieht das "nichts muss" sehr deutlich an meinen Küchenfenstern, deren Reinigungsnotwendigkeit ich Woche um Woche ohne Hemmungen weiter verschiebe, oder, wie es mein Westfalenmann so entspannt ausdrückte als ich ihn fragte, was er denn täte, wenn ich seine Wäsche nicht mehr wüsche und seine Unterhosen irgendwann aufgebraucht sind. Er kauft dann neue, meinte er und ich denke, das ist die perfekte Einstellung, um sich von solchen Dingen nicht stressen zu lassen
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Donnerstag, 27. Januar 2022
Neue Mitarbeiter
In der Firma haben wir zur Zeit verschiedene offene Stellen zu besetzen und obwohl man von allen Seiten hört, dass es einen akuten Fachkräftemangel gibt und dass gerade im Baubereich und in der IT sozusagen gar keine Leute mehr zu kriegen sind, hatten wir erfreulicherweise doch ein paar sehr gute Bewerber dabei.

Seit zwei Wochen laufen nun Bewerbungsgespräche.
Eine Architektin und einen Ingenieur haben wir schon eingestellt, die zwei haben heute ihre Verträge unterschrieben und ich bin sehr zufrieden mit der Verstärkung für das Technikteam, die wir da gefunden haben.

Die Bewerber für den IT Bereich haben wir diese Woche eingeladen, nächste Woche gibt es noch zwei Gespräche und ich bin sehr sicher, dass wir einen wirklich sehr gut zu uns passenden Mitarbeiter einstellen werden, denn einer war schon dabei, von dem waren wir spontan alle begeistert.

Zwischendurch gab es dann noch eine Bewerberin für die stellvertretende Leitung Rechnungswesen.
Eine Mitarbeiterin aus dem Wirtschaftsprüferteam, was uns seit Jahren prüft, möchte nämlich gerne auf die (gute) andere Seite wechseln und fragte an, ob wir nicht zufällig Verwendung für sie haben. Das sind dann so ganz besondere, unerwartete Glücksfälle, wenn sich eine sozusagen perfekte Mitarbeiterin, die man schon seit Jahren kennt, unerwartet selber anbietet. Wir haben natürlich sofort zugegriffen.

So viele neue Leute an Bord zu holen macht Spaß und gibt viel Schwung und Hoffnung, dass demnächst viele positive Verbesserungen im Arbeitsumfeld möglich sind, das ist schon sehr toll.

Was mich dagegen bei jedem einzelnen Bewerber jedes Mal aufs Neue zutiefst erstaunt hat, war die unerwartet niedrige Gehaltsforderung, die sie hatten.

Eine 30jährige Architektin mit Masterabschluss wünscht sich ein Jahresgehalt zwischen 35.000 - 40.000 €.
Ein Bauingenieur mit 17 Jahren Berufserfahrung möchte gerne 55.000 € Jahresgehalt und der künftige IT-Verantwortliche (15 Jahre Berufserfahrung und zwei Masterabschlüsse) ist mit 65.000 € zufrieden.

Wenn ich mir überlege, dass der nichtsnutzige Assistent der Geschäftsführung, der wirklich zu gar nichts taugt, dass der mehr als das Doppelte verdient bekommt als die junge Architektin haben möchte, dann macht mich das immer wieder aufs Neue böse.

Die Architektin wird zwar jetzt rund 45.000 € Jahresgehalt verdienen, im Verhältnis zu dem, was der GF-Assistent bekommt, ist das aber immer noch einfach nur ein Unverhältnis. Schlimm, finde ich das.

Aber ändern werde ich es wahrscheinlich auch nicht mehr und wenn sich alle neuen Mitarbeiter jetzt ganz offensichtlich sehr darüber freuen, künftig in unserer Firma arbeiten zu dürfen und dafür sogar noch mehr Geld bekommen als sie ursprünglich haben wollten, dann haben wir letztlich ja wohl doch alles richtig gemacht
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Freitag, 21. Januar 2022
Freitag ist der neue Montag
Die Meine zweite Arbeitswoche dieses Jahres ist um und ich stelle fest, der Freitag ist der schlimmste von allen Tagen.
War letzte Woche schon so, heute auch und die nächsten Freitage versprechen keine Besserung.

Statt ruhigem Home-Office, gibt es jeden Freitag Termine im Büro und wenn ich sowieso ins Büro muss, kann ich auch gleich den gesamten Tag da verbringen, dann ist auch egal.
Spätestens Freitagmittag fällt mir regelmäßig auf, was die gesamte Woche liegengeblieben ist und was jetzt aber wirklich dringlich mal weggearbeitet werden müsste.
Entspannung geht anders.

Im Ergebnis bin ich jetzt platt und ausgelaugt und sehr unmotiviert. Das ist kein schönes Gefühl und macht das Gegenteil von guter Laune.

Morgen Nachmittag gehen wir Leute besuchen, das wird auch anstrengend. Wir haben den Termin schon mehrfach abgesagt und jetzt ist kein Spielraum mehr da für eine weitere Absage, jetzt wird das durchgezogen, koste es, was es wolle und seien die Seuchenstände auch so hoch wie nie.

Ich glaube, vielen Leuten geht es ähnlich, nach zwei Jahren Pandemie gilt die Seuche nicht mehr als Ausrede, genau deshalb explodieren ja grade die Zahlen.

Aber hilft ja nicht, spielen wir morgen also russisch Roulette und warten darauf, ob eine Infektion im Lauf steckte
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Mittwoch, 19. Januar 2022
Anstrengender Tag zum Ausgleich
Spruch des Tages: Woran erkannt man einen Sozialphobiker?
- An einer grünen Coronawarnapp.

So langsam geht mir dieses Coronazeug ernsthaft auf die Nerven, alle möglichen Leute melden Kontakte und rote Apps, verfallen in Panik und können leider nicht mehr arbeiten, es ist anstrengend.

Und diese krampfhaften Frauenförderer gehen mir auch auf die Nerven. Weil wir mehr männliche als weibliche Mitarbeiter haben, was in einer Firma, in der zwei Drittel der Mitarbeiter aus dem Baubereich kommen, ziemlich normal ist, gibt es jetzt aber den ausdrücklichen Wunsch, die aktuell offenen Stellen bitte nur mit Frauen zu besetzen.
Konkret heißt das, wir besetzen die Stellen nicht mehr nach Kompetenz, sondern nach Geschlecht. Wenn das nicht die Standarddefinition für Sexismus ist.
Die haben doch wirklich einen Knall.

Für die aktuell ausgeschriebenen Stellen als Projektleiter Hochbau habe ich exakt 1 weibliche Bewerbung und das ist eine Studentin, die noch nicht fertig ist.
Für die Stelle Fachrichtung Wirtschaftsinformatik habe ich gar keine weibliche Bewerbung aber fünf wirklich gute Jungs. Und nu? Anforderungen ändern und irgendwas mit Wohlfühlwissenschaften ausschreiben? Dann bewerben sich bestimmt ausreichend Frauen.

Als Projektleiter Hochbau werden wir jetzt einen Mann einstellen, der nach der Hochzeit den Namen seiner Frau angenommen hat und nur mit reduzierter Stundenzahl arbeiten will, weil seine Frau voll arbeitet. Das ist doch eine ausreichend weibliche Lebensweise, das zählt doch sicherlich auch als Frau.

Zu allem Überfluss zickt jetzt auch noch mein Rechner rum, ich schätze, ich muss mir einen neuen kaufen, was ich auch sehr hasse. Das macht nur lästige Arbeit bis ich ihn so eingerichtet habe, dass wieder alles läuft und bringt keinen zusätzlichen Vorteil.
Einen Rechner neu aufzusetzen ist eine meiner ungeliebtesten Beschäftigungen.

Wahrscheinlich sind so Tage wie heute die Strafe für die Freude von gestern. Gleicht sich alles wieder aus
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