anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 14. August 2019
Den miesen Montag wieder wettgemacht
Auf Regen folgt Sonnenschein - hier hat es zwar heute erst gewaltig viel geregnet, dann schien aber auch ganz wunderbar die Sonne und nach dem missratenen Tag gestern, hat dafür heute alles wieder wunderbar harmoniert.
Weil K heute zurückkommen wollte, verfielen C und ich in einen mittleren Erledigungswahn und haben jetzt nicht nur das Boot-Regal fertig bearbeitet und wieder aufgestellt, sondern auch den halben Garten vom Vaterhaus gemäht, den Bürgersteig gesäubert und alle Brennesseln eingestäubt.

Das Bootregal in den einzelnen Entwicklungs-Bearbeitungsstufen

Das ursprünglich dunkelbraune Regal wurde erst komplett abgeschliffen und dann zweimal mit hellblauer Kreidefarbe gestrichen.
Die Schleifarbeiten fanden im Wohnzimmer statt, weil ich da sowieso noch sauber machen muss, zum Streichen ist das Regal dann in Ns Zimmer umgezogen, da stand es niemandem im Weg und konnte in Ruhe trocknen.

Heute haben wir es dann nach draußen getragen und dort erneut geschliffen, diesmal aber nur stellenweise, um diesen shabby look zu erzeugen. Dann haben wir es einmal mit Stahlwolle glattpoliert und anschließend reichlich hellgrauen Versiegelungswachs richtig gründlich einpoliert.

Jetzt steht es wieder bei uns im Schlafzimmer und ich bin wirklich sehr zufrieden, mit dieser Aktion, es ist genau so geworden, wie ich mir das vorgestellt habe und passt mit diesem hellblaugrau nun auch viel besser in das ebenfalls in vielen Blautönen gehaltene Schlafzimmer. (Bis auf die sandfarbene Wand).


Auf dem Bild unten in der Mitte sieht man genau wo es noch nicht mit Wachs poliert wurde, hierfür graues Wachs zu wählen war genau die richtige Entscheidung.

Anschließend fuhren C und ich zum Vaterhaus und haben dort weitergewirbelt, gestoppt wurden wir von einem gewaltigen Regenschauer, damit hatten wir aber auch eine gute Begründung, warum der Rest der Gartenarbeiten erst morgen erfolgt.

Ns Zimmer ist jetzt auch wieder freigeräumt, für die nicht anwesende Familie habe ich es in dem jetzigen Einrichtungszustand einmal fotografiert, der neue (Js alter) Schreibtisch passt deutlich besser in dieses Zimmer als das alte Holzbrett, was dort vorher montiert war.


Insgesamt ein sehr schöner Tag, mal schauen, was wir morgen alles schaffen
.

725 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 31. Juli 2019
Johannisbeerenernte und verbrühte Hand
Pünktlich um 9h stand heute morgen der örtliche Bauunternehmungsmensch vor der Tür und hatte ein sichtlich schlechtes Gewissen. Ich hatte die geplanten Umbaumaßnahmen für dieses Haus ja wirklich schon vor über einem Jahr mit ihm durchgesprochen und nur vorher um einen Kostenvoranschlag gebeten.
Der dann nie kam.

Andere Menschen auf der Insel berichteten ähnliches, hier sind alle Handwerker komplett und vollständig überlastet und man wartet Ewigkeiten, bis man überhaupt mal mit einem reden kann, bis er Zeit hat, einen Bauauftrag auszuführen, dauert dann noch mal zwei weitere Ewigkeiten.
Ich nahm ihm das Nichtmelden also gar nicht übel, aber ich scheine immer noch einen recht förderlichen Insulanerbonusstatus zu haben, denn mein Onkel war lange Vorsitzender der örtlichen Handwerkerinnung und mein Vater ist mit seinem Inselverlag eh bekannt, deshalb fand ich das alles sehr positiv und gedachte der alten Regel: "Beziehungen schaden nur dem, der keine hat."
Wenn das also dazu führt, dass meine geplante Baumaßnahme jetzt bevorzugt behandelt wird, soll mir das recht sein, insgesamt waren wir fast zwei Stunden damit beschäftigt, noch mal alle Details genau zu besprechen, jetzt will er mir als erstes Kataloge (neues Gartenhaus Blockhaus), Muster (Klinker für neue Pflasterung) und weitere Informationen (Photovoltaik auf den Fahrradschuppen) vorbeibringen und dann natürlich endlich einen Kostenvoranschlag.
Ich bin schon sehr gespannt, aber wenn das alles so umgesetzt wird, wie wir das jetzt besprochen haben, dann wird das hier ein echtes kleines Schmuckkästchen, was die Außenanlagen angeht und ich fände es schon alles sehr schön, wenn das auch so klappt, wie heute überlegt, manches wird allerdings auch wirklich Zeit. Die Gartenmauer zur Straße ist komplett gar und muss neu, in dem Zusammenhang werden wir jetzt gleich einen Stellplatz im Vorgarten schaffen, weil davon auszugehen ist, dass demnächst Parkverbot auf der Straße sein wird. Ich unterstütze das übrigens ausdrücklich, den völlig ausufernden Autoverkehr in den Sommermonaten kann man nur damit in Griff bekommen, dass man einfach keine Parkplätze mehr auf den Straßen zulässt.

Und ja, ich habe an dieser Stelle auch überhaupt kein Verständnis für soziale Rücksichtnahmen. Ich würde viele "Luxusartikel", die nicht zwingend existenznotwendig sind (und dazu gehört, dass man als Urlauber sein Auto mit auf die Insel nimmt, weil es halt deutlich bequemer ist) derart abstrus verteuern, dass Ottonormalverdiener sich das eben nicht mehr leisten kann, über den Preis regeln sich viele Dinge ganz schnell und völlig problemlos von ganz alleine.
Verbieten provoziert Widerstand, einfach nur verteuern, halte ich für eine ausgesprochen regulierende Maßnahme. Ich würde deshalb zB auch die KfZ-Steuer für SUVs (in meinen Augen die überflüssigsten Autos der Welt, wenn man nicht grade im Busch wohnt, was hier in Deutschland nur sehr wenige Menschen für sich als Ausrede in Anspruch nehmen können), also ich würde die KfZ-Steuer für SUVs sofort verfünfzigfachen, wenn ich König von Deutschland wäre, ewig schade, dass ich das nicht bin.

Nachdem wir also den Vormittag gut mit den geplanten Umbaumaßnahmen im Außenbereich verbracht haben, schmiss ich noch eine Maschine Wäsche an und dann fuhren wir anschließend kurz einkaufen (Brot, Bier und Eis war alle).
Am Nachmittag fuhren wir mit einem angenehmen Umweg über die Promenade zum Onkel, sein PC verlangte nach Updateaufmerksamkeit und außerdem hatte er soviele Johannisbeeren, dass er sie alleine gar nicht alle nutzen konnte, ich hatte also einen Pflückeimer dabei.

Am Abend fuhren wir nach einem halb upgedateten PC und 2,5 kg roten Johannisbeeren wieder nach Hause, J war heute den ersten Tag in der Milchbude arbeiten, ich wollte also ein vernünftiges Abendessen kochen und die Johannisbeeren entsaften.

Gelang fast.
Obwohl eigentlich gelang alles, wenn auch anders als geplant, ich habe mir nämlich ungeplant einen Liter kochendes Nudelwasser über die Hand gegossen und fiel danach erst mal aus.
Ich stand danach also mit anderhalb Händen im Eiswassereimer am Spülbecken und habe J und K erklärt, wie ich mir das mit dem Essen denke - die zwei haben einen sehr leckeren Nudeltopf mit Filetspitzen und Pilzen hinbekommen, es gab nix zu Meckern.

Symbolbild für meine Trotteligkeit, was den Umgang mit heißen Nudeltöpfen angeht:

Ein Riesenlauch - heute beim Onkel im Garten geknipst.

Die Johannisbeeren waren zum Glück schon alle fertig geputzt und zum Entsaften aufgesetzt, als Abschlusshandlung musste K sie nur in den Entsafterstrumpf umfüllen, die Konstruktion mit Galgen und Doppeltopf habe ich letztes Jahr schon entwickelt, funktioniert immer noch bestens


Aus dem Saft koche ich morgen Johannisbeergelee, bis dahin wird auch hoffentlich meine Hand wieder soweit geheilt sein, dass ich das problemlos alleine hinbekomme
.

797 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 23. Juli 2019
Brief eingeworfen
Grundsätzlich habe ich mir für diesen Sommer einen Aktivurlaub vorgenommen, weil ich es satt habe, dass ich immer nur schlapp in der Gegend rumhänge und nix geregelt kriege.
Für diesen Urlaub habe ich mir vorgenommen, ganz viele Dinge zu erledigen, die ich alle schon lange auf meiner to-do-Liste vor mir her schiebe, außerdem Dinge zu tun, die man einfach mal so macht als Tagesaktivität, von denen man anschließend berichten kann, an die man sicher erinnern kann und die dann nicht lauten "im Bett gelegen und das Internet leergelesen".

Deshalb führe ich jetzt Buch. Hier.
Taten des heutigen Tages: Ich habe den Brief mit der Vollmacht für das Sozialministerium in einen Briefumschlag gesteckt, eine Briefmarke draufgeklebt und in den Briefkasten geworfen.
Und, tja hmm, im Wesentlichen war's das dann aber auch, was mir an erwähnenswerten Taten einfällt.
Außer:
Ich habe den lokalen Bauunternehmer angerufen, um endlich mal nachzufragen, wann er sich mal mit meinem Auftrag, den wir vor einem Jahr besprochen haben, beschäftigen wird. Grundsätzlich eine erwähnenswerte Tat, weil ich meine akute Telefonphobie überwunden und wirklich dort angerufen habe. Nur leider erfolglos, es lief nur ein Band, dass die Firma derzeit geschlossen ist und man sich nächste Woche wieder melden solle. Pech.

Ansonsten saß ich kurz am PC, ein bisschen Buchhaltung und Verwaltungskram für den Vater erledigt, ein paar Büromails gecheckt und wenn es kurz ging, auch beantwortet, davon zwei große E-Mails runtergeladen, die Anhänge lokal abgespeichert und nach oberflächlichem Studium beschlossen, dass ich doch keine Lust habe, mich heute damit zu befassen, die eigene Buchhaltung aktualisiert und außerdem noch dies und das und plötzlich war es nach 13h und ich bekam schlechte Laune, weil ich es blöde fand, dass ich am PC saß.
Deshalb runtergegangen, den Versorgungszustand geprüft und den Putenbraten, den ich gestern eingefroren habe, wieder aus dem Freezer geholt, damit er antaut. Wenn er nur noch halbgefroren ist, lässt er sich perfekt mit der Brotschneidemaschine in ganz dünne Scheiben schneiden, aus denen ich dann ganz dünne Puteninvoltini, gefüllt mit Pesto, Käse und Bacon, herstelle, die wiederum perfekt zum Kaltessen für ein Strand- oder Dünenpicknick geeignet sind.
Außerdem ein paar Dips aus Creme fraiche und Gewürzen zusammengerührt, damit die zum Abendessen gut durchgezogen sind.
Die Spülmaschine ausgeräumt, die Küche aufgeräumt und dann befunden, dass es Zeit für einen Badeausflug wird. Also zum Strand gedackelt, eine Runde geschwommen, anschließend noch lange am Strand rumgesessen und die Leute beguckt. Sehr spannend, was da so alles an Menschen rumläuft, kann ich mich stundenlang mit beschäftigen, Leute gucken.

Irgendwann bekam ich Hunger, also wieder nach Hause gegangen, Butterbrot gegessen und festgestellt, dass mir noch ein Paket Krabben fehlt, wenn ich nochmal diesen Nordseekrabben-Radieschen-Lauch-Salat machen will, den ich neulich so lecker fand.
Also einkaufen, anschließend aber direkt wieder nach Hause, denn plötzlich bin ich sehr hungrig und sehr müde, gut, dass ich auf dem Hinweg zum Einkaufsladen den Brief in den Kasten geworfen habe, sonst hätte ich gar nichts produktives zu berichten.

Lecker gegessen, jetzt Bett
.

795 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 22. Juli 2019
Alles mögliche erledigt
Taten des Tages heute:
Am Vormittag den Onkel besucht, ein paar Dinge geregelt, Post für den Vater mitgenommen, dann ins Dorf gefahren, Ausweis verlängern, Inselmagazine für den Monat Juli einsammeln, (Literatur für den Vater), Vollmacht zur Unterschrift vorbereitet, Mittagessen und dann nach Leer geflogen, Vater besucht, Vollmacht unterschreiben lassen (damit das Sozialministerium mit mir redet, wenn ich das mit dem Grad der Behinderung für den Vater beantrage) und wieder zurückgeflogen.

Insgesamt verbleibt ein angenehmes Gefühl, jetzt schon mal die wichtigsten Pflichttermine erledigt zu haben.
Fühlt sich so an, als könne es jetzt Urlaub werden.

Die Landung in Leer war sportlich, kurz vor dem Aufsetzpunkt gab es wilde Luftverwirbelungen und wir wurden mehr über die Landebahn geschleudert als dass es einer geordneten Übung glich, aber die Bahn ist ja lang genug, also alles kein Problem.
Auf dem Hinweg hingen die Wolken noch sehr tief und es war sehr dunstig, auf dem Rückweg waren die Sichten etwas besser, weshalb wir noch eine Extrarunde am Haus lang gedreht haben, ich habe "unseren" Strand geknipst (den sogenannten Südstrand, wo es zwar mittlerweile auch schon voll ist, verglichen mit dem Hauptstrand direkt am Dorf aber noch sehr überschaubar voll.) Ich habe also diesen Strand einmal von Ost nach West und dann von West nach Ost fotografiert und mich darüber gefreut, dass jedesmal unser Haus so gut zu erkennen ist, weil es so ein schönes rotes Dach hat.





K hat ja extra eine gute neue Kamera erworben, damit ich schicke Hausbilder von oben machen kann, die hatten wir nur leider heute nicht dabei. Ich finde die Handyfotos aber auch ganz gut gelungen.

Wieder zu Hause sagte K, er hätte überhaupt keinen Hunger, für mich der Hinweis, dass es sich nicht lohnt, etwas zu essen herzustellen, ich hatte aber Hunger und habe eine Tüte Chips gegessen. Jetzt habe ich keinen Hunger mehr, jetzt ist mir schlecht.
Deshalb gehe ich jetzt ins Bett
.

612 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 22. Juli 2019
Aufgeräumt
Die Tat des Tages bestand heute darin, den Topfschrank aus- und nach gründlicher Reinigung und Sichtung aller Töpfe, wieder einzuräumen, wobei insgesamt vier Töpfe endgültig aussortiert wurden.
Mein Topfschrank ist kein richtiger Schrank, sondern eher ein Edelstahl-Regal, 1,20m breit, 60cm tief und 90cm hoch, die obere Platte ist meine Arbeitsplatte, dadrunter sind zwei Regalböden (nicht massiv, sondern mehr so Gitterroste), wo meine Töpfe und sonstige Kochuntensilien untergebracht sind.
Mir ist heute aufgefallen, dass ich diese Regalböden das erste Mal seit dem Einzug, damit also das erste Mal seit 13 Jahren, nicht nur ausgeräumt, sondern auch gründlich saubergemacht habe. Für 13 Jahre offene Küche waren sie erstaunlich wenig verdreckt.

Dadurch, dass ich vier Töpfe endgültig aussortiert habe, kann ich jeden Topf einzeln stellen und muss keine Töpfe mehr ineinanderstapeln, um alle unterzubekommen, das ist jetzt deutlich komfortabler und vor allem habe ich endlich mal wieder alle Töpfe so sortiert, dass die viel benutzten vorne stehen und die Riesen-Großfamilien-Töpfe hinten. Wenn ich die Riesentöpfe wirklich mal brauche, dann muss ich die vorderen halt erst wegräumen, um dran zu kommen, dann ist Kochen aber ja eh schon eine Großkampfaktion, da kommt es darauf dann auch nicht mehr an.

Insgesamt waren wir mehr als drei Stunden damit beschäftigt, es waren nicht nur viele Töpfe, sondern auch viel sauberzumachen, wozu man in seltsamen Verrenkungen schräg in das Regal reinklettern musste oder alternativ der Länge nach auf dem Boden lag, alles ziemlich anstrengend und kräfte- sowie nervenzehrend, jetzt ist aber alles wieder eingeräumt und ich bin sehr zufrieden.

Zum Abendessen gab es gebratenes Gemüse mit Huhn, beim Aufräumen hatte ich die große Wok-Pfanne wiedergefunden und sofort sinnstiftend eingesetzt. K war ganz entzückt, wie gut man in dieser Pfanne "schwonken" kann.

Außerdem kleine Radtour die Promenade lang, die Insel ist voll, voll, voll, ich glaube, in diese Gegend der Insel muss ich die nächsten Wochen nicht mehr fahren.
Eingekauft haben wir auch noch mal, einfach weil wir es können. Das gefällt mir hier so gut, dass es einerseits das pure Dorfleben ist, mit allem, was dazu gehört, jeder weiß alles von jedem, jeder kennt natürlich auch jeden und hat zu allem eine Meinung, andererseits gibt es hier aber noch freiere Ladenöffnungszeiten als in Berlin, denn selbstverständlich haben hier alle Läden auch Sonntags geöffnet.

Sehr viel mehr ist nicht passiert, K hat sich über das herrliche Rückseitenwetter gefreut, knallblauer Himmel mit dicken Schäfchenwolken, den Flug nach Leer, um den Vater zu besuchen, haben wir aber auf morgen verschoben, heute waren wir schicht zu faul. (und ich musste ja auch Töpfe räumen)
.

702 x anjeklickt (3 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 12. Juli 2019
Check, check und check
So, den wichtigsten Termin vor den Ferien haben wir heute gut abgearbeitet, es war mal wieder Aufsichtsratssitzung, was ja immer eine gewisse Hektik in der Vorbereitungszeit bedeutet, aber jetzt ist alles erledigt und das ist schon mal ein sehr gutes Gefühl.

Auf dem Nachhauseweg habe ich dann noch zwei Besorgungen erledigt, die schon seit über drei Monaten auf meiner Einkaufsliste stehen, nämlich eine runde Wachstischdecke und eine große Husse für den neuen Terrassentisch auf Borkum.
Alles, was es nicht bei einem normalen Discounter gibt, fällt unter erschwerte Bedingungen beim Kaufen, weil ich dann erst mal das passende Geschäft dafür finden muss und in diesem Fall habe ich es tatsächlich in diversen Läden bisher erfolglos versucht, so dass ich jetzt sehr zufrieden bin, gleich beide Teile erfolgreich erworben zu haben.
Die runde Wachstischdecke ist für den Terrassentisch hier in Greven, weil der unter dem Balkon steht, von dem es beständig feucht herabtropft, so dass sich auf dem Tisch schon richtig dicke Stalagmiten* gebildet haben, die ich ätzend finde, weil ich sie ständig mühevoll abkratzen muss, damit der Tisch eine glatte Oberfläche hat und keine Kraterlandschaft. Ich stelle mir vor, dass es einfacher ist, den Tisch abzudecken, dann kann ich die Tropfsteingebilde einfach abschütteln, wenn ich die Decke abnehme. Zu meinem großen Erstaunen, war es gar nicht so einfach, einen Laden zu finden, der Wachstischdecken verkauft.
*Stalagtiten heißen die Dinger, wenn sie hängen, oder?

So eine große Husse hatte ich dagegen schon in anderen Läden gesehen, dort war sie mir aber regelmäßig zu teuer, heute habe ich eine gefunden, die grade aktuell im Sonderangebot mit 50% Rabatt verkauft wurde, da habe ich natürlich sofort zugeschlagen.

Insgesamt also ein rundum erfolgreicher Tag, Aufsichtsrat erledigt, Einkaufsliste abgearbeitet und nur noch eine Woche bis zum Urlaub
.

798 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 30. Juni 2019
Toller Samstag
Heute war ein rundum schöner Tag.
Ich habe hier im Haus rumgepuzzelt, Wäsche gewaschen, meine Bügelwäsche sortiert und dabei festgestellt, dass ich dringend einen neuen Bezug für mein Bügelbrett brauche, Wäsche aufgehangen, Gazpacho gemacht, meine Buchhaltung am PC aktualisiert und in der Sonne gesessen und den kleinen Erziehungsratgeber von Axel Hacke gelesen. Ich glaube, jetzt habe ich das Büchlein zum dritten Mal gelesen, es macht jedesmal wieder Freude.
Dann sind wir einkaufen gefahren und haben dabei die schöne Route durch die Greune-Stee genommen.
Bei Lidl gab es heute im Sonderverkauf Bügelbrettbezüge, eine dieser mysteriösen Koinzidenzen, die mich grundsätzlich aus der Fassung bringen, aber manchmal ist das Leben mysteriös.

Als wir wieder zu Hause waren, hat K die neue Lampe über der Treppe angebracht.
Die Lampe sollte an die Stelle, an die man eigentlich nicht drankommt, wo noch immer die uralt Lampe hing, bei der er neulich erst mit viel Akrobatik schon die Glühbirne gewechselt hat, aber jetzt will er gleich die ganze Leuchte wechseln.
Die Tatsache, dass man eigentlich an diese Stelle nicht drankommt, ist nur die eine Schwierigkeit bei diesem Vorhaben, die zweite, und meiner Meinung nach ja mindestens so beunruhigende Problematik ist die Tatsache, dass diese Lampe nicht weit weg von der anderen Lampe hängt, bei dessen Montage dieses Loch entstand, was sich als Großbaustelle entpuppte und nur mit sehr viel Aufwand wieder zugegipst werden konnte.

Aber weil mein unverbesserlicher Westfalenmann es nach zwei Monaten regelmäßigen Nachbesserns ja irgendwann geschafft hatte, die erste Lampe in dem kleinen Flur hinter der Treppe zu installieren, wollte er jetzt vor dem kleinen Flur über der Treppe unbedingt die gleich Lampe haben, das sieht ja sonst nicht aus, fand er. Dass die Decke über beiden Lampe genau die gleiche prähistorische Qualität hat (ist halt ein Haus aus den 50ern), hat ihn nicht geschreckt und deshalb hat sich heute mit diesem Vorhaben auseinandergesetzt.

Ich will es gar nicht genau beschreiben, wie er das gemacht hat, es war auf alle Fälle wahrhaft abenteuerlich und während er da auf der Leiter balanzierte, die nur mit einem Fuß auf der schmalen Stufe stand und ich die Verantwortung hatte, dass die Leiter nicht abrutscht, während dieser Aktion ging mir der Satz "die meisten Unfälle passieren im Haushalt" in Dauerschleife durch den Kopf - aber es ist diesmal tatsächlich alles gut gegangen und es sieht jetzt natürlich viel schöner aus, wenn beide Lampen gleich sind.


Anschließend waren wir beide gut durchgeschwitzt und beschlossen, eine Runde schwimmen zu gehen.
Das Wasser war herrlich, es war überhaupt perfektes Strandwetter und dementsprechend voll am Strand.
Wir lagen nach dem Schwimmen noch eine Weile am Strand rum und guckten den Möwen zu, die sehr zielstrebig jede unbeaufsichtigte Provianttasche untersuchten und oft genug dicke Beute machten. Im Juni scheinen besonders viele unerfahrene Badegäste auf der Insel zu sein.

Am Abend hat K den Rasen gemäht und ich habe den Bürgersteig und unsere Mauerkante saubergemacht, der Onkel hatte schon gemeckert, bei uns sähe es ja wohl ziemlich verwahrlost aus.

Jetzt ist außen wieder alles fein, innen hängt die neue Lampe, die Gazpacho war superlecker und der gesamte Tag hat einfach nur Spaß gemacht
.

621 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 26. Mai 2019
Voller Tag
Ausgesprochen produktiver Tag heute, viele Sachen erledigt, einen Rekord aufgestellt, mich gefreut, mich geärgert, über Dinge nachgedacht und mich dann auch wieder abgeregt.

Die letzten zehn Tage war meine Mutter mit ihren drei Brüdern und zwei Schwägerinnen in meinem Haus auf Borkum, gestern sind sie wieder abgereist und ich hatte mit K vereinbart, dass wir dieses Wochenende rüberfliegen, um die verwurschelten Dinge im Haus wieder grade zu ziehen. Meine Mutter hat sich zwar viel Mühe gegeben, das Haus sauber und ordentlich zu verlassen, aber erstens ist sie inzwischen auch einiges über 80 und zweitens sind ihre Brüder und ihre Schwägerinnen eine ganz spezielle Klientel, die der festen Überzeugung sind, dass ihre Art ein Leben und einen Haushalt und überhaupt alles zu führen, die einzig richtige ist, eine Einstellung, die man akzeptieren kann, die aber erfahrungsgemäß weder meinem Haus noch meinen Nerven gut bekommt. Einer der Onkel samt Frau ist Hardcore-Öko, das heißt aber zum Beispiel, dass sie keine Putzmittel benutzen, weil die ja die Umwelt belasten. Mag so sein, führt aber bei mir zu Panikattacken, wenn ich weiß, dass sie zehn Tage in meinem Haus gehaust haben. Nach ihrer Abfahrt muss ich dringend sofort dort hin und sauber machen, weil ich eben nicht tierlieb genug bin, um mein Haus mit Mäusen, Ratten, Ameisen, Motten, Schaben und was sonst noch so an Viehzeug durch überall rumliegende Essensreste angelockt wird, zu teilen.
Außerdem kann ich mein Haus normalerweise per Smart Home vollelektronisch übers Internet steuern, klappt aber nicht mehr, wenn die Geräte im Haus ausgestöpselt oder abgeklemmt oder verstellt wurden, weil Strom ja so gefährliche Wellen aussendet und man nur in stromfrei geschalteten Räumen schlafen kann oder weil man überhaupt nicht wusste, was das für ein Ding ist und den Sensor dann in irgendeine Ecke stellt.

Ja, ich weiß, ich bin es selber schuld, wenn ich fremde Menschen ohne Aufsicht in meinem Haus wohnen lasse. Normalerweise verweigere ich das auch rigoros, zwei sehr gute Freundschaften sind daran zerbrochen, weil ich nicht will, dass jemand in meinem Haus wohnt, wenn ich nicht da bin.
Es ist eben kein steriles Ferienhaus, sondern es ist mein privates Zuhause. Und es ist randvoll mit persönlichen Dingen und Sachen, die auf eine ganz bestimmte Art und Weise behandelt werden müssen und wenn man da nicht drauf achtet, dann gehen sie kaputt oder werden unbrauchbar und müssen ersetzt werden.
Einige Dinge sind gar nicht zu ersetzen und wenn, ist es mühevoll, aufwändig und ärgerlich und ich ärgere mich dann eben sehr, dass ich die Arbeit, die Lauferei, die Kümmerei und eben überhaupt die gesamten Unbequemlichkeiten deswegen an der Backe habe, nur weil jemand "mal ein bisschen Urlaub auf Borkum" machen will und "oh sorry, aber das wusste ich nicht, dass dieses Messer nicht in die Spülmaschine darf" oder dass in diese Teekanne nur schwarzer Tee und niemals Früchte oder Kräutertee gefüllt werden darf (weil, wegen Patina innen und Geschmacksveränderung) oder dass man verdammte Hacke NIEMALS die Teekanne auf die Holzarbeitsplatte stellt und dass Sachen, die man auf die Holzplatte kleckert SOFORT weggewischt werden müssen oder tausendmillionen andere Dinge, die ich in meinem Haushalt ganz selbstverständlich beachte, mache oder eben so haben will, die für fremde Leute aber verständlicherweise überhaupt nicht vorhersehbar sind.

Meine Großmutter hatte früher eine Zuckerdose, da war ein hellblaues Schleifchen an einem Henkel, das hieß, dass man da nicht anfassen durfte, denn der Henkel war geklebt und hatte nur noch optische Wirkung und keine praktische mehr.
Solche Kleinigkeiten gibt es doch in jedem Haushalt, oder nicht? Aus genau dem Grund kann ich überhaupt nicht verstehen, wie AirBnB so ein Riesenerfolg werden konnte, denn selbstverständlich würden fremde Leute die Zuckerdose auch an der Schleifchenseite anfassen und dann - oohps, sorry, aber das habe ich nicht gewusst.
Ich verstehe also nicht, wie man seine eigene, private Wohnung an fremde Leute übergeben kann, wenn man selber mal grade nicht da ist, für mich kommt das einfach überhaupt nicht in Frage.
Deshalb habe ich heute zwei Freundinnen weniger, weil die sich persönlich beleidigt fühlten, dass ich ein Haus auf Borkum habe und sie dort nicht Urlaub machen dürfen und deshalb habe ich es mir überhaupt mit einer ganzen Menge Leute verdorben, aber was soll ich meiner Mutter sagen, wenn sie fragt, ob sie nicht vielleicht doch noch mal hinfahren darf, ein allerletztes Mal, mit ihren Brüdern und es hat ihnen dort doch immer so gut gefallen und sie passt auch sehr auf und macht alles wieder sauber.
Und ach - was sage ich dann? Nein, ich will das nicht? Weil deine Schwägerin meine Küchenmesser durcheinander bringt, dein Bruder Flecken auf die Arbeitsplatte macht und ich anschließend den Drang habe, das gesamte Geschirr im Haus noch mal extra zu spülen, weil halt überall Flecken drauf geblieben sind?

Nein, bringe ich nicht fertig, deshalb waren die alten Leute zehn Tage alleine in dem Haus, aber deshalb wollte ich anschließend auch sofort dorthin, um wenigstens die Funktionstüchtigkeit des Hauses wieder herzustellen.
Und es war gut, dass ich da war, jetzt ist mein Haus wieder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt, K hat eine dreiviertel Stunde alles gründlich gestaubsaugt (es gibt zwei Staubsauger in dem Haus, einen Akkusauger fürs schnelle Saugen zwischendurch und einen richtigen Staubsauger für gründliches Saugen. Den richtigen Staubsauger hat ganz offensichtlich niemand benutzt, wahrscheinlich weil das so ein böser alter Stromfresser ist.) und ich habe anschließend mit viel Meister Propper ausgiebig den Boden gewischt und aus ungefähr 17 Tassen die Teeränder entfernt, die die Spülmaschine grundsätzlich nicht rauswäscht.
Alle Steuerungsgeräte sind wieder eingestöpselt, alle Kameras wieder eingestellt, alle Sensoren wieder richtig in Position gebracht, und ich habe mir die ganze Zeit dabei gesagt: Mutter hat gesagt, es war das letzte Mal, also reg dich nicht auf, es kommt nie mehr vor.

Nächstes Wochenende werde ich die Arbeitsplatte abschleifen - und dann ist wirklich wieder alles so, wie es sein soll, und dann ist es auch gut.


Gestern haben wir den Flug allerdings spontan verschoben, weil ich ja den Schlafsessel kaufen musste, heute hatte ich deshalb gleich zwei Gründe, warum ich dringend fliegen wollte, denn außer um in dem Haus nach dem rechten zu sehen, hatte ich jetzt auch noch das gesamte Bettzeug, was ich schon mal rüberschaffen wollte. Ich fahre zwar am Mittwoch auch mit dem Auto, aber das wird schon rappelvoll sein, wenn es mir überhaupt gelingt, das Gestell dort reinzustecken, für Matratze und Bettzeug ist dann bestimmt kein Platz mehr. Und außerdem wollte ich den Überzug ja auch gewaschen haben, also stand heute ein Ferryflug auf dem Programm und es hat wunderbar geklappt.
Als der Onkel uns am Flugplatz abholte und den hochbeladenen Wagen sah, wollte er wissen, ob unser Flieger jetzt einen Dachgepäckträger hat, aber es war wirklich alles innen drin


Das Wetter war allerdings nicht so schön, sehr tief hängende Wolken und auf dem Hinflug sind wir deshalb auch ziemlich tief geflogen, nur grade so über die Windräder geschrabbelt. Dafür konnte ich ein schönes Foto vom Dollart bei Niedrigwasser machen - und der Kat war auch gut zu erkennen.


Am Nachmittag checkte K den neuen Wetterbericht und wir entschieden, dass wir besser heute schon wieder zurückfliegen, für morgen ist so viel schlechtes Wetter angesagt, dass wir nicht sicher sein konnten, ob wir da noch zurückgekommen wären.
Die wichtigen Dinge waren ja auch erledigt, also ging es am Abend dann wieder zurück. Diesmal stieg K nach dem Start sofort ziemlich steil hoch, so dass wir ruckzuck über den Wolken waren, die inzwischen noch tiefer hingen als am Vormittag.
Über den Wolken ist aber Sonne, so dass man dort viel schönere Fotos machen kann.

Auf allen vier Bildern ist Borkum, da der Wind aus Norden kam, sind wir auch Richtung Norden gestartet und mussten dann drehen. Rechts unten sieht man den Hafen, da hatten wir gedreht und flogen wieder Richtung Süden, waren aber schon so hoch, dass der Hafen nur noch klein zwischen den Wolken durchblitzte.
Die schwarzen Flecken auf dem Land sind übrigens Wolkenschatten.


Links oben ist Lüttje Hörn, was durch ein Wolkenloch gut zu sehen war, überm Wasser wurden die Wolken aber immer dichter und rissen erst überm Festland wieder etwas auf.


Oben links und rechts Emden, einmal vor, einmal hinter der Wolke, dadrunter die Meyer Werft in Papenburg, da wird grade das nächste Kreuzfahrtschiff fertig gestellt.

Auf dem Rückweg hatten wir leichten Rückenwind, reine Flugzeit 43 Minuten - und für den Weg Haustür-Haustür haben wir einen neuen Rekord aufgestellt: 89 Minuten.

Der Onkel meldete, dass der Sesselbezug schon fertig gewaschen ist und jetzt auf der Leine hängt, "da ist aber eine ganz schöne Brühe rausgekommen" war sein Kommentar, "jetzt ist er aber strahlend sauber und sieht sehr schön aus." - Na siehste, genau deshalb wollte ich ihn ja auch waschen, auch wenn man den Dreck nicht sieht, konnte man doch davon ausgehen, dass er da ist, so ist das bei gebrauchten Sachen, aber jetzt ist ja alles fein
.

625 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 19. Mai 2019
Wunderbar fauler Samstag
Jetzt war ich ja zwei Tage auf, jetzt wurde es Zeit, dass ich mal wieder einen Tag überwiegend im Bett verbringe.
Heute habe ich allerdings nur bis 10h geschlafen, ab da war ich wach und habe lesend im Bett gesessen, auch wenn ich gründlich nachdenke, gibt es keine Beschäftigung, die ich lieber mache. Zum Lesen habe ich mich schon immer am allerliebsten ins Bett gelegt, wenn kein Bett da ist, eben irgendeine andere Stelle, an der ich liegen kann, Sofa, Heuboden, Liegestuhl, ungefähr in der Reihenfolge, wenn ich nicht liegen kann, wird mir beim Lesen schnell unbequem.

K hustet und schnupft auch noch hartnäckig vor sich hin, der war ebenfalls froh, dass ich keine anderweitigen Aktivitäten anleierte, so lagen wir gemeinsam bis ca. 18h im Bett, dann übermannte uns ein Aktivitätsschub, im wesentlichen ausgelöst durch Hunger.
Die Kühlschrankkontrolle ergab, dass einiges nachbeschafft werden musste, aber vorher zogen wir noch schnell das Bett ab, das hatte es eindeutig nötig. Wenn wir einmal dabei sind, kann man auch gleich die große Frühjahrsputznummer starten, also auch die oberen Schutzbezüge der Wasserbettmatratze abnehmen und durch die Kochwäsche jagen, sie waren schon sichtbar angegilbt und sind jetzt wieder wunderbar schneeweiß. Außerdem rund um und so weit es geht unter der Wasserbettmatratze staubsaugen, da sammeln sich sehr gern größere Mengen an Haut-Staub-Schuppen-Milbenleichen, ein bisschen eklig, aber nur, weil man die beim Wasserbett so deutlich sieht.
Seitdem ich ein Wasserbett habe und weiß, welche Mengen an Dreck sich in kurzer Zeit in so einem Bett sammeln, finde ich das Schlafen auf normalen Matratzen richtig gruselig eklig, denn auch wenn ich sonst sehr gut mit der Devise fahre "Dreck, den man nicht sieht, ist kein Dreck", so ist das mit diesem unzweifelhaft vorhandenen Dreck, der in normalen Matratzen steckt, doch noch mal etwas anderes. Den könnte ich ja noch nicht mal entfernen, selbst wenn ich es gerne wollte - und das macht das Problem aus. Ich glaube, ich würde vor lauter nicht zu verdrängenden Bildern im Kopf jedes Jahr neue Matratzen kaufen.
In unserem Bett ist er jetzt auf alle Fälle wieder gründlich entfernt, sehr schönes Gefühl, wenn alles wieder frisch ist.

Dann Einkaufen, dann Kochen und Essen und Warten, dass der Trockner fertig wird, um das Bett wieder beziehen zu können.
Derweil habe ich ein wenig gebügelt, K hat weiter iPad gelesen und im Fernseher kam ein äußerst seltsamer Krimi aus München, den keiner von uns wirklich verfolgte, weil er schlicht zu blöd war, das Fernsehprogramm aber nichts anbot außer ESC, was ich noch blöder gefunden hätte.

N. hat sich jetzt für morgen einen Sprinter als Oneway-Mietwagen organisiert, was mit seinem Auto ist, wissen wir noch nicht, die Werkstatt hatte gestern keine Zeit, sich darum zu kümmern.

Insgesamt also ein wunderbar fauler Samstag, der durch die Bettaktion aber trotzdem ein Gefühl angemessener Produktivität vermittelt, solche Tage liebe ich
.

739 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 18. Mai 2019
Bundespräsident und Brot
Heute habe ich den Bundespräsidenten gesehen und das Brot fertig gebacken.
Aus organisatorischen Gründen und auch um die Tagesstruktur einigermaßen zu erhalten, habe ich zuerst das Brot gebacken.
Der Teig steht ja seit gestern zum Gehen in der Ecke, heute morgen folgte also Teil 2 des Rezeptes: "Schiebe den aufgegangenen Teig aus der Schüssel auf ein Backpapier und forme irgendwie eine Kugel ohne zu kneten".
Nunja, hört sich nicht kompliziert an, ist aber eine ziemliche Matscherei, denn der Teig klebt schon arg und er klebt auch an allem, also an der Schüssel, aus der er nicht rauswill, an den Händen, von denen er nicht mehr abgeht und am Backpapier, auf dem er sich viel lieber kuhfladenartig ausbreitet als sich als "irgendwie kugelförmig" disziplinieren zu lassen.
Ich habe ihn dann einfach dadurch zu einer Kugel gezwungen, dass ich einen kleinen Bräter gewählt habe, in den ein großer Kuhfladen gar nicht reinpasste, denn letztlich wird der Teig ja samt Backpapier im Bräter im Ofen gebacken. Das klingt jetzt alles ein wenig wirr, aber wenn man sich die Rezeptanweisungen durchliest, dann versteht man, was ich meine.
Ich gebe zu, ich war skeptisch. Sehr skeptisch. Denn ich backe schon seit vielen, vielen Jahren Brot und diese Variante kannte ich noch gar nicht, sie machte aber beim Machen keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Eigentlich geht Brotbacken anders, dachte ich.
Aber nun war es einmal angefangen, jetzt wurde es auch durchgezogen.
Als es fertig gebacken aus dem Ofen kam, habe ich mir zunächst mal schrecklich die Finger verbrannt, weil der Bräter doch tatsächlich 230°C heiß ist, wenn man ihn stundenlang in einem 230°C heißen Backofen als Brotbackform benutzt. Habe ich jetzt auch gelernt.
Außerdem habe ich gelernt, dass auch Methoden, die einem sehr seltsam vorkommen, weil man meint, man hätte schon alles gesehen und kenne die Welt und so ginge es doch bestimmt nicht, dass auch solche Methoden ein Recht auf eine Testversion haben, denn manchmal (okay, ich glaube wirklich nur manchmal, aber immerhin), denn manchmal funktionieren auch Methoden, denen man es nicht zugetraut hätte.
Diese Brotbackmethode funktioniert tatsächlich. Sehr faszinierend.
So sah es nachher aus:


und es schmeckt prima, soweit ich das aktuell beurteilen kann*, die Konsistenz ist perfekt, Superkruste und superfluffiges Innenleben.
Mein Mittagessen:


*Die Erkältung hat nicht nur meine Nebenhöhlen, sondern auch meinen Geruchs- und damit auch meinen Geschmackssinn fast vollständig lahmgelegt. Ich komme mir vor wie die Mutter von Hape Kerkeling, die hat auch erst ihren Geschmackssinn - und anschließend den Spaß am Leben verloren. Wobei, ich bin noch bei Stufe 1 und das mit dem Spaß am Leben werde ich hartnäckig verteidigen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es hart wird, wenn man wirklich gar nichts mehr schmeckt. Ich kenne das jetzt erst seit zwei Tagen, bin aber schon gründlich genervt.

Ich halte auf alle Fälle schon mal fest, dass ich diese Methode, Brot zu backen, noch häufiger wiederholen werde, ich habe allerdings sogar noch Verbesserungsideen im Sinn. Wir werden sehen.

Am Nachmittag ging es dann zu der Ausstellungseröffnung mit dem Bundespräsidenten.
Die Ausstellung ging um Verschwörungstheorien und eigentlich finde ich das Thema sehr interessant.
Das Interessanteste an diesem Nachmittag war aber nicht die Ausstellung, denn die kann man sich auch einfach als Buch kaufen und dann in Ruhe auf dem Sofa lesen, weil man Theorien eben auch wirklich nur schlecht in einer Ausstellung zeigen kann. Eigentlich bestand die Ausstellung aus einzelnen (Faksimiles) von Postern, Briefen, Schriften, Buchauszügen oder Zeitungsartikeln mit sehr viel Erklärtext dazu, in der Summe enorm viel interessante Informationen, aber wie gesagt, als Buch deutlich besser und vor allem sinnvoller aufzunehmen.
Das Interessanteste heute war die Inszenierung des Bundespräsidenten.
Ich habe bisher nur einen abgedankten Bundespräsidenten live erlebt, das war aber ein tolles Erlebnis, weil ich sowohl die Rede als auch den Menschen als etwas ganz Besonderes wahrgenommen habe. Es gab zwar noch Security, aber die war dezent im Hintergrund. Er war halt nicht mehr im Amt.

Heute kam aber der amtierende Bundespräsident und es war wirklich beeindruckend grotesk, welches Tamtam deshalb veranstaltet wurde.
Das gesamte Securitygewusel - geschenkt, es gibt mittlerweile an so vielen Stellen derart alberne (und gefühlt völlig nutzlose, weil lächerlich einfach zu umgehende) Sicherheitskontrollen, dass ich längst aufgehört habe, mich darüber aufzuregen. Irgendjemand braucht diese Farce, um sich prophylaktisch reinzuwaschen, dass er nicht Schuld ist, wenn etwas passiert. DASS etwas passieren kann, ändert sich durch dieses Securitypossentheater nicht, aber immerhin wurde ja etwas getan.

Nein, was ich tatsächlich völlig schräg fand, war die Gesamtinszenierung des Auftritts. Ich kam mir vor wie in einem oppulenten Kostümfilm, wo sich alle Gäste bereits im Saal befinden und sich fröhlich miteinander unterhalten, als der Herold (oder wie auch immer die richtige Bezeichnung für den Ausrufer ist) seinen Stab dreimal kräftig aufs Parkett knallt (aka: mit dem Kuli ans Mikrofon klopft), alle Gäste komplett verstummen, so dass die Stimme mit Echo durch den Raum schallt: "Seine Majestät, der König von Deutschland!" und der König dann gefolgt von einer großen Entourage von weiteren Höflingen und Günstlingen Einzug hält. Alle, die gesessen haben, erheben sich selbstverständlich und der König samt Gefolge schreitet unter Applaus durch den Saal und besetzt dann vorne die reservierten Plätze.
So war das heute, nur sagte der Herold der Moderator nicht "der König", sondern: "Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland." Alles andere war gleich.

Der König selber Der Bundespräsident selber war dann eine ziemliche Enttäuschung.
Er hielt eine unglaublich belanglose Rede, die im Wesentlichen aus Floskelsalat und Blabla bestand, vorgetragen mit einer beeindruckend teilnahmslosen Gleichgültigkeit, dafür aber mit unsauberer Aussprache. Ich hätte den Typ noch nicht mal in einem B-Movie als Komparse für die Rolle besetzt, aber nun ja, ich habe wahrscheinlich auch keine Ahnung, was ein Bundespräsident so können können sollte. Ich persönlich fände ja ein sauberes Hochdeutsch sowieso grundsätzlich nicht verkehrt, aber in Zeiten der Inklusion macht sich Bildung und Bedeutung wahrscheinlisch nischt mehr am sch fest.

Sei's drum, im Großen und Ganzen fand ich den Tag trotzdem ganz witzig, ich hatte ausreichend Gelegenheit über alles mögliche ausgiebig zu lästern und habe mehrere Fotos von Menschen gemacht, die sich nicht entblödeten, sich in Trauben und mit gezückten Handys um den Bundespräsidenten herumzudrängeln - wenn man bedenkt, dass auf dieser Veranstaltung nur "ausgewähltes Publikum" überhaupt eingeladen war, dann kann man sich vielleicht vorstellen, wie skurril ich das fand. Da drängeln sich CbisZ-Promis für ein Selfie mit einem A-Promi. Ich schüttele immer noch leicht angegruselt mit dem Kopf
.

1044 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?