anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 17. August 2019
Inseltaxi und Wolkenformationen
J wollte heute nach Wangerooge, weil sein Kumpel Geburtstag hat und zum Geburtstagsgrillen eingeladen hatte.
Ein Nachteil dieses Internats, das J vier Jahre besucht hat, ist, dass es als das "Niedersächsische Internatsgymnasium" nicht nur für eine Insel zuständig ist, sondern halt für alle Insel in Niedersachsen - und das sind sieben. Heißt damit auch, dass die Internatskinder im Internat auch jede Menge Kinder von den anderen Inseln kennenlernen, so dass sich recht enge, inselübergreifende Freundschaften entwickeln. Was sich romantisch anhört, hat einen handfesten logistischen Nachteil: Wenn man von einer Insel auf die andere möchte, ist das entweder eine Tagesreise mit Fähre - Bus/Zug - Fähre, oder man kennt jemanden, der ein Flugzeug hat.
J kennt jemanden, der ein Flugzeug hat, weshalb heute ein Taxiflug nach Wangerooge geplant war, morgen möchte er wieder abgeholt werden. Grundsätzlich kein Problem, wenn nicht ausgerechnet dieses Wochenende die Wetterbedingungen mehr als grenzwertig wären.

Aber dann fand sich doch das fliegbare Wetterloch von 45 Minuten - denn mehr braucht es nicht für einmal hin und her, die Schiff-Land-Schiffreise bräuchte alternativ ca. acht Stunden, Glück für J.

Ob es morgen auch zurück klappt, werden wir morgen sehen, die Wettervorhersagen sind grade hier für die Insel oft nicht wirklich passend.

Ich bin mitgeflogen, weil ich K grundsätzlich ungern alleine fliegen lasse. Wenn er abstürzt, ist es mir lieber, ich bin dabei, die Vorstellung, alleine zurückzubleiben finde ich ungleich schrecklicher als gleich auch mit abzustürzen.
Das Problem des alleine Zurückbleibens hatte diesmal die arme C, der das auch während unserer Abwesenheit ziemlich bewusst wurde. Als wir zu zweit, heil, gesund und fröhlich wieder zurück waren, war sie sehr erleichtert. Sie hatte eine schwere Stunde verbracht mit quälenden Vorstellungen, was sie tun würde, wenn wir zu zweit oder gar zu dritt (schon auf dem Hinweg) im Watt zerschellen. Mein Hinweis, dass ich doch ihre Fährrückfahrkarte extra vorher für sie rausgelegt hatte, tröstete sie auch nur wenig.

Ein bisschen aufregend war der Flug tatsächlich, denn beim Start funktionierte die Geschwindigkeitsanzeige nicht, weshalb K den ersten nud auch den zweiten Start abbrach.
Startabbrüche sind nicht unbedingt das, was ich gerne mag. Ist ja auch eine blöde Situation: Um den Vogel in die Luft zu kriegen, nimmt man auf der Startbahn Anlauf und beschleunigt so viel es geht, um rechtzeitig, bevor die Startbahn zu Ende ist, die Füße in der Luft zu haben. Wenn man beim Beschleunigen bemerkt, dass was nicht stimmt, muss man so rechtzeitig aufhören zu beschleunigen, dass der Rest der Startbahn noch reicht, zum bremsen.
Hat aber funktioniert, nach dem ersten Start hat K das Pitotrohr kontrolliert und freigepustet, manuell bedient, funktionierte alles, beim zweiten Startversuch war die Instrumentenanzeige aber immer noch tot, also noch mal abgebrochen, noch mehr freigepustet - und beim dritten Versuch war alles okay, weitere Störungen traten nicht mehr auf.

Das Wetter war ebenfalls grenzwertig, es liess sich dann aber doch problemlos fliegen, man machte halt einen Bogen um die dicken, schwarzen Wolken und so kamen wir gut hin und wieder zurück.

Die Fotos sind ganz hübsch geworden, schwarze Wolken mit Sonne und Wasser gibt interessante Kontraste, besonders auf dem Rückflug, wo wir Richtung Westen unterwegs waren und damit gegen die Sonne flogen.


Das hier ist Baltrum, unten das Festland neben Baltrum, da konnte man die schwarzen Wolken besonders gut sehen.


Hier verschiedene Inseln, die hellen Flecken ergaben sich immer dort, wo grade keine Wolken waren und die Sonne ungehindert bis nach unten scheinen konnte.


Das hier habe ich noch mal einzeln rausgefischt, weil mich dieser Sandhaufen regelmäßig besonders fasziniert. Es ist eine Aufnahme von Kachelot, einer Sandbank, die sich grade in den letzten Jahren ganz massiv verändert hat und gefühlt jedes mal größer geworden ist, wenn wir drüber fliegen.
Mittlerweile kann man an mehreren Stellen schon deutlich sichtbaren, grünen Bewuchs erkennen, ein untrügliches Zeichen, dass dieser Teil der Sandbank auch bei Hochwasser nicht mehr überflutet wird.
Durch die Pflanzen wird der Flugsand aufgehalten, es entstehen Dünen, die im Laufe der Zeit immer höher wachsen.
So sind alle ostfriesischen Inseln entstanden und irgendwie habe ich das Gefühl, wir können hier grade einer neuen Insel beim Entstehen zuschauen.

Zum Abschluss dann noch unser Anflug auf Borkum, wir kamen diesmal aus Osten und nicht wie sonst gewohnt aus Süden, das gibt eine komplett andere Fotoperspektive.


Da erfreulicherweise auch grade Niedrigwasser war, ergaben sich noch mal deutlich hübschere Sand-Watt-Wasser-Spiegelungs-Effekte und auch wenn es im Grunde immer das gleiche ist, so macht es mir doch jedesmal wieder aufs Neue Spaß, es zu fotografieren.

Ansonsten, zum Abhaken der to-do-Liste:
Der Keller ist komplett gereinigt (hui, was gab es da viel Dreck und tote Asseln) und das Duschbad ebenfalls (hier gab es vor allem viele Haare, die sich zu Staubknäueln in den Ecken verknotet hatten).

C hat einen Pflaumenkuchen gebacken aus den Pflaumen, die wir gestern im Vatergarten geerntet haben. Da stehen mindestens drei riesige Pflaumenbäume und sind randvoll mit dunkelblauen Zwetschgen, wobei ich nicht weiß, ob es Pflaumen oder Zwetschgen sind, auf alle Fälle sind die Dinger biestig sauer. Aber mit viel Teig und noch mehr süßen Streuseln schmeckt es gut
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Sonntag, 17. März 2019
Sturmflug
Vor zwei Wochen war ich zwar auf Borkum, bin aber weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg beim Vater gewesen, weil es auf dem Hinweg zu früh gewesen wäre und auf dem Rückweg war er nicht da, da er an dem Tag einen (neuen) Shunt gelegt bekam und deshalb im Krankenhaus war.
Letztes Wochenende hat J. in Greven Zwischenstation gemacht, da war auch keine Zeit, den Vater zu besuchen, weshalb ich ihm für dieses Wochenende fest versprochen hatte, ihn zu besuchen.
Um nach Borkum zu fahren, reichte es nicht, da K ja gestern unbedingt an diesem Pflichtbriefing teilnehmen musste, also stand nur für heute einmal Leer und wieder zurück auf dem Plan.
Als wir gegen 9h aufwachten checkte K das Fliegerwetter und meinte, es wäre grundsätzlich fliegbar. Es war zwar arg windig, aber der Wind ist nur beim Starten und Landen ein Thema, ist man erst mal in der Luft, sind auch wilde Sturmböen eigentlich kein Problem. Die Luft wird dann zwar schon mal etwas bockig, das heißt der Flieger hüpft dann unkontrolliert hoch und runter und hin und her und flugunerfahrene Gäste fangen dann gerne an zu beten, gefährlich ist es aber nicht, nur etwas ungemütlich. Da der Wind heute ziemlich gleichmäßig direkt aus Westen kam, war aber auch Starten und Landen nicht kompliziert, da die Startbahn in Münster eine Ost-West-Ausrichtung hat und die Bahn in Leer auch, problematisch ist vor allem Starten und Landen mit starkem Seitenwind, aber das war heute zum Glück kein Thema.
Also beschlossen wir zu fliegen, K war schon seit vier Wochen nicht mehr in der Luft, dann kribbelt es bei ihm immer schon.

Ich mag es ja, bei diesem "besonderen" Wetter zu fliegen, weil mich die wilden Wolkenformationen immer wieder aufs Neue begeistern und heute war richtig viel zu gucken unterwegs. Eigentlich war richtig schönes Fliegerwetter, strahlendblauer Himmel und dicke Cumuluswolken, tolle Farben und beste Sichten. Nur zwischendurch gab es immer wieder vereinzelte, dicke Gewitterwolken und wenn die neben einem vorbeizogen, dann konnte man sehr präzise sehen, was Meteorologen unter "örtlichen Schauern" verstehen - denn es ist überall heller Sonnenschein, nur an einer einzigen, örtlich sehr begrenzten Stelle geht grade die Welt unter.
Hier habe ich mal so eine Wolkenwand, die grade örtlich begrenzten Starkregen abliefert, fotografiert, mich beeindruckt das immer wieder aufs Neue


Und hier sind noch mehr solcher "Wetterunterschiede", es war tatsächlich allerbestes Flugknipswetter.


Als wir in Münster gestartet waren, konnten wir sehr gut das aktuelle Emshochwasser bewundern. Meine Nina-App springt im Moment ja mindestens einmal täglich an und meldet eine amtliche Hochwasserwarnung, aber nicht für Borkum, sondern immer für diverse Orte in NRW, was ich jedes mal witzig finde. Beim Drüberfliegen heute wurde mir aber klar, dass die Ems mittlerweile wirklich reichlich Wasser hat.


Auf dem Hinweg konnten wir wegen der Wolken auch nur rund 1500 Fuß hoch fliegen, sonst wären wir in die dicken Gewitterwolken gebrettert, das muss ja nicht sein. Aber nur ca. 500m hoch ist halt nicht sehr hoch, was man vor allem bemerkt, wenn man gefühlt nur knapp über den Windrädern vorbeischrammt.

Dieses Foto ist nicht einen Millimeter rangezoomt, die Windräder waren tatsächlich sehr "nah", und erst wenn man so dicht an ihnen vorbeifliegt, fällt einem auf, welch unendliche Mengen an Windrädern mittlerweile in Norddeutschland aufgestellt sind.

Und dann war da noch das Rätsel um das orangene Feld.
Auf dem Hinweg fiel es schon auf, weil es so leuchtend orange aus der Landschaft herausstieß, dass man gar nicht umhin kam, sich zu wundern, was das wohl ist, auf dem Rückweg war es immer noch da (Überraschung) und mich würde wirklich interessieren, was es ist, dass dieses Feld so orange macht. Ich fliege ja nun schon seit vielen Jahren in der Gegend rum, aber ein derart oranges Feld habe ich noch nie gesehen.

Oben zwei Fotos vom Hinflug, unten von der anderen Seite vom Rückflug. Man sieht deutlich, wie auffällig die Farbe hervorsticht, auch auf dem Foto, wo ich noch von ziemlich weit weg ohne Zoom fotografiert habe, ist der minikleine orangene Fleck nicht zu übersehen.
Seltsam, oder? Aber gleichzeitig kann man auch hier sehen, wie viel Wasser in der letzten Zeit vom Himmel gefallen ist.

Und schließlich noch Landung und Start in Leer:

Vor der Ostseite der Bahn sind mehrere Seen, die ich schon oft fotografiert habe, weil es da meist wunderbare Spiegelungen gibt. Diesmal gab es Spiegelungen (und damit eine glatte Wasseroberfläche) nur auf dem einen See, auf dem anderen See direkt dahinter war die Wasseroberfläche dagegen so kribbelig, dass sich nix mehr spiegelte.
Als wir drei Stunden später wieder zurückflogen, lag der Platz grade in einem Sonnenloch, der Himmel war knalleblau, aber der See war immer noch so kräuselig, dass sich immer noch nichts spiegelte, schade. (Die unteren Fotos habe ich kurz vor dem Start gemacht, weil wir auf der Bahn ganz bis zum Anfang gerollt sind, um dann umzudrehen und gegen den Wind zu starten, so wie wir vorher ja auch gegen den Wind gelandet waren.)

Insgesamt hat der Ausflug viel Spaß gemacht, der Vater hat sich auch gefreut, also winwin für alle und dann habe ich noch erfahren, dass ich eine Karte bekommen kann für das Barcamp Ruhr in Essen nächstes Wochenende, das finde ich eine ganz prima Sache und freue mich sehr, dass das für mich so spontan noch klappt (ich hatte mich natürlich überhaupt nicht weiter mit anderen Barcamps beschäftigt, obwohl mir das Barcamp Dangast letztes Jahr sehr gut gefallen hat, aber ach, ich bin schon ein echter Planungsversager, umso besser, wenn dann tolle Dinge manchmal spontan klappen.) Jetzt bin ich sehr gespannt, was mich da erwartet
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Mittwoch, 17. Oktober 2018
Reise in die Großstadt
Morgen ist eine Konferenz in Frankfurt und weil Autofahren so mühsam ist und das Wetter so gut, sind wir geflogen.
Frankfurt ist natürlich ein anderer Schnack als Borkum, allerdings gibt es dort für die Privatflieger einen eigenen Flugplatz, auf dem großen Frankfurt-Flugplatz lassen die die kleinen Flieger eh nicht landen, die würden ja den gesamten Betrieb durcheinander bringen.
Kleine Flieger landen deshalb in Frankfurt Egelsbach, da der aber ziemlich dicht an dem großen Flughafen liegt, gelten auch dort recht pingelige Anflugvorschriften.
Hat aber alles gut geklappt, das GPS ist mittlerweile so präzise, dass man kaum was falsch machen kann.

Das Wetter bestand nur aus Wetter ohne Wind. Es war so windstill, dass der Rauch aus dem Kraftwerk grade nach oben ging und sich auf den Wasseroberflächen nix kräuselte, weil halt kein Wind blies.



Unterwegs kamen wir am Möhnesee vorbei und trafen jede Menge Ballonfahrer, für die war das heute perfektes Wetter.

Die Skyline von Frankfur war im Dunst schon von ziemlich weit weg zu sehen.

Die Landebahn in Egelsbach ist dafür ungemein unspektakulär.

Wir sind so grade kurz vor Sonnenuntergang gelandet, der Himmel war ein einziges Farbenspiel.


Hinter uns parkten jede Menge ähnlich kleine Flugzeuge wie unseres, einige davon auffallend abgerockt. Ich wundere mich selber, warum ich in letzter Zeit so viele so besonders runtergekommene Maschinen sehe. Auf dieser saß schon der Pleitegeier und wartete....


In Egelsbach gibt es ein hervorragendes Flughafenrestaurant, brasilianische Grillspezialitäten, nach der Landung haben wir uns erstmal satt gegessen.

Die Fahrt nach Frankfurt-Innenstadt war dann wieder aufregend, weil wir S-Bahn gefahren sind und das mache ich so selten, dass ich es viel aufregender finde als die ganze Fliegerei. Aber auch das hat gut geklappt, jetzt liege ich im Hotelbett, schaue auf Unmengen von Beton um mich herum und frage mich, was Leute dazu bringt, dauerhaft in einer Stadt zu leben. Ich merke schon die ersten, leichten klaustrophobischen Wellen anrollen, ich muss jetzt mal eine Runde bewusst atmen, das hilft und ich freue mich, dass auf diese Weise der einzige Geburtsvorbereitungskurs, an dem ich teilgenommen habe, doch noch zu was nütze ist
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Sonntag, 30. September 2018
Himmel
Heute habe ich keinen Text, heute habe ich nur Fotos, denn das beeindruckendste des Tages war der Himmel auf dem Rückflug nach Paderborn.
Es begann mit einer seltsamen Wolkenformation, die so aussah, als würde die untergehende Sonne die Wolken wie ein Trichter ansaugen



Und dann verschwanden die Wolken in der Sonne und wurden dahinter wieder ausgespuckt



Wobei die Sonne sich nach und nach löste,



bis sie schließlich alleine zu sehen war.



An solchen Kitschhimmelbildern könnte ich mich totknipsen, weil ich es jedesmal aufs neue so faszinierend finde
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Freitag, 24. August 2018
Gewitterflug und Hüftdiagnose
Dieses Wochenende muss eine komplizierte Logistik abgearbeitet werden: J ist heute auf einer Party auf Wangerooge eingeladen, wir sind morgen beim Onkel aus Borkum eingeladen, J möchte dann am Sonntag von Wangerooge wieder nach Borkum - und wir müssen zurück nach Greven, Montag ist ein normaler Bürotag.
So viel hin und her mit so viel Inselhopping geht wirklich nur mit dem Flieger, aber ausgerechnet heute kippte ja das Wetter und so war es spannend, ob es überhaupt klappen würde. Aber es hat funktioniert und es war auch noch ein toller Flug, weil wir uns im Zickzack zwischen den Gewittern durchgeschlängelt haben, ich habe dabei einen Fotoflash wegen all der tollen Regenbögen bekommen, die permanent um uns herum aufploppten



Als wir auf Wangerooge ankamen, um J abzusetzen, war dort grade Weltuntergang, wir haben noch eine Viertelstunde im Flieger gesessen, weil Aussteigen sofortiges Absaufen bedeutet hätte, es goss in Strömen.



Aber dann schwächelte der Regen etwas, wir schmissen J raus und starteten Richtung Borkum. Flugzeuge haben ja keine Scheibenwischer, weil es beim Fliegen so viel Wind gibt, der die Scheiben immer sofort wieder trockenpustet, dass man eben keine Scheibenwischer braucht - als wir über Wangerooge waren, waren die Scheiben deshalb wieder tropfenfrei.

Von Wangerooge nach Borkum ist eine wirklich schöne Tour, denn sie führt über alle Ostfriesischen Inseln. Wenn man die Strecke abends fliegt, fliegt man auch noch gegen die Sonne, das gibt ein ganz besonderes Licht und damit entsprechend scharf ausgeleuchtete Gegenlichtbilder, mich fasziniert das jedes Mal aufs neue.



Oben links ist Spiekeroog, daneben Norderney,
unten links ist Juist und rechts unten Borkum.

Vorgestern war ich nach einem dreiviertel Jahr Gehumpel und Gejammer über meine Hüften endlich bei einem Orthopäden, der allerdings keinen Hüftschaden wegen Abnutzung diagnostizierte (O-Ton bei der Kommentierung des Röntgenbildes: Beide Hüftgelenke sind altersgemäß abgenutzt, aber keine sonstige Auffälligkeit), sondern eine beidseitige Schleimbeutelentzündung, die ich wunderbar verschleppt habe, weil ich ja fand, dass so ein bisschen Gehumpel kein Grund für einen Arztbesuch ist.
Nun denn, jetzt gibt es erstmal Tabletten und Einlagen, damit die Hüftgelenke sich nicht extra anstrengen müssen, irgendeine Fußfehlstellung auszugleichen. Die Hüftgelenke brauchen vor allem Ruhe und Schonung, das war der positive Teil der Diagnose. Keinen Sport kann ich gut. Die Einlagen habe ich dann heute abgeholt, sehr seltsames Laufgefühl damit, aber die Tabletten wirken auch schon, insgesamt mutiere ich hier grade wieder zu einem jungen Hüpfer
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Dienstag, 3. Juli 2018
Noch mehr Fotos
Geht los mit Borkum, das ich diesmal von weiter oben fotografiert habe. Sonst fliegen wir ja immer knapp unterhalb oberhalb der vorgeschriebenen Mindesthöhe um die Insel, damit ich besser ranzoomen kann und auch Einzeldetails von oben noch scharf werden. Am Sonntag sind wir aber gleich etwas höher gestiegen, weil wir ja Strecke machen wollten und so konnte ich dann mal fast die gesamte Insel aufs Bild bekommen.


Von Borkum haben wir gleich Kurs aufs offene Meer genommen, um nach Helgoland zu fliegen, von Helgoland hatte ich gestern schon ein Foto hochgeladen, weshalb ich heute als nächstes ein Foto von der Küste bei St. Peter Ording habe, dort sind wir nämlich nach dem Tanken übers Watt Richtung Amrum geflogen.



Es war ja schon etwas später, so dass die tiefstehende Sonne wunderschöne Kontraste ins Bild zauberte, das gleiche machte sie auch als wir dann genau über Amrum waren



Noch ein Stückchen weiter nach Norden kommt dann Sylt - hier war das Spiel mit der Sonne nicht mehr so spektakulär und Sylt selber ist auch einfach zu lang, um es vernünftig auf ein Foto zu bekommen, zumindest hatten wir keine Lust nur dafür extra auf 6000 Fuß zu steigen, deshalb gibt es Sylt hier nur halb



Ich habe auch noch überall wo wir vorbeikamen den Leuchtturm fotografiert, daraus könnte ich noch eine Collage basteln und die Schiffe unterwegs waren natürlich auch tolle Fotoobjekte, aber dazu müsste ich dann all die hundertundviele Fotos durchgucken, um die passenden rauszufischen, dafür fehlt mir aktuell einfach die Lust.

Vom Tag zu erzählen habe ich nix, ich war im Büro, das sagt doch schon alles
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Sonntag, 1. Juli 2018
Rundflug
Die Luft war heute glasklar, kein Fitzeltröpfelchen Feuchtigkeit störte mit Dunstfilter, so trocken ist das Wetter selten, weshalb wir den Rückflug zu einem langen Rundflug nutzen und von Borkum zunächst über Helgoland nach St. Peter Ording geflogen sind. K. meinte, dort sei der Sprit so günstig, leider waren sie genau heute 5 cent im Liter hochgegangen. Und wenn man dann so gut 200l tankt, dann sind das locker 10 Euro Preisanstieg. Interessanterweise gucken grade Fliegerleute, die anschließénd kein Problem damit haben, die gesamten 200l Sprit durch fröhliches Rumgondeln in der Luft wieder zu verbrennen, bei solchen Kleinigkeiten durchaus auf den Preis - aber nu war zu spät, wir mussten Tanken bzw. hatten schon getankt und überhaupt, wollten wir ja sowieso einen Rundflug über die nordfriesischen Inseln machen.
Von St. Peter Ording aus sind wir dann auch über Pellworm, Amrum und Föhr bis nach Sylt geflogen, haben uns vom Sylter Fluglotsen die Genehmigung für einen Flug rund um die Insel geholt und sind dann kurz vor der dänischen Grenze wieder umgedreht und von Sylt aus auf direktem Kurs zurück nach Münster.
Die Fotos von Inseln, Meer und Watt sind ganz fantastisch geworden, leider sind es so viele, dass ich mich spontan nicht entscheiden kann, welche ich hier hochlade, also suche ich erst in Ruhe aus und reiche die besten Fotos nach.

Sehr beeidndruckt hat mich aber der Blick von oben in den Schornstein Kühlturm vom Kraftwerk in Ibbenbüren, das scheint bereits stillgelegt zu sein, sieht jetzt aber erst recht ein wenig aus wie ein Höllenschlund.



Gelandet sind wir schließlich zwei Minuten vor Sonnenuntergang, die Landebahnbeleuchtung war schon an, damit sieht so ein Landeanflug immer doppelt faszinierend aus


Alle anderen Fotos folgen irgendwann die nächsten Tage
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Sonntag, 3. Juni 2018
Zurück aufs Festland
Gestern relativ früh ins Bett, heute relativ lange geschlafen, jetzt bin ich endlich mal satt geschlafen, das ist ein schönes Gefühl.
Nach dem Aufstehen haben wir zunächst das Haus abreisefit gemacht, ich habe ja eine panische Angst vor Ungeziefer, die das Haus überfällt, wenn keiner da ist, weshalb ich darauf achte, dass stets alles peinlich sauber ist, wenn ich das Haus für mehr als einen Tag verlasse.
Es mag sein, dass ich eine möglicherweise leicht übertriebene Sorge vor Ungeziefer habe, aber wir hatten halt schon mehrere Situationen, wo wirklich Viecher im Haus waren, Mäuse, Motten, Ameisen, Fliegen - und wenn die sich dann ungestört vermehren können, weil sie ja alleine im Haus sind und auch reichlich zu Essen finden, dann ist es wirklich äußerst unangenehm, wenn man bei seiner eigenen Rückkehr ein besetztes Haus vorfindet - deshalb übertreibe ich es mit meiner Vorsicht lieber ein wenig, denn besser einen Tick zu viel geputzt, als von Mäusen besetzt, und ich weiß, wovon ich rede.

Deshalb wird der Abreisetag grundsätzlich erst dann entspannt, wenn alles geputzt ist, das war heute so um 15h der Fall. Wir riefen den Onkel an, dass er uns bitte um 17h abholt und zum Flughafen bringt und sind bis dahin noch mal zu einer Radtour um die Insel aufgebrochen.

Der Leuchtturm ist kein Leuchtturm, sondern der Wasserturm, ich fand den Blick durch diesen Dünenweg so hübsch und gleich gegenüber, also wenn man sich um 180° dreht, blickt man auf einen Priel, der auch bei Niedrigwasser noch Wasser führt.
Wir sind am Strand lang bis zum Flugplatz gefahren, haben dort schon mal die Lande- und Abstellgebühren bezahlt und sind dann am Seerosenteich zurück nach Hause geradelt, es war perfektes Wetter für eine Radtour.

Zum Fliegen war das Wetter nur so mittelgut, die Wolken hingen relativ tief, aber K. fand natürlich das Loch vom Dienst (das muss man finden, damit man legal durch die Wolken steigen kann, es heißt schließlich Sichtflug und durch Wolken fliegen ist verboten, weil keine Sicht) aber so stiegen wir ziemlich schnell relativ hoch und sind dann über den Wolken bis nach Münster geflogen, allerdings hatte sich im Münsterland die Wolkenschicht unter uns schon von ganz alleine aufgelöst, so dass wir ganz entspannt und langsam wieder nach unten gleiten konnten.


Auf den oberen Fotos: Die Strandsauna am FKK-Strand, dieses Jahr wieder in Betrieb, letztes Jahr hat man ihr die Lizenz verweigert oder so etwas ähnliches, auf alle Fälle, wurde sie nicht aufgebaut, dieses Jahr ist aber wieder alles aktiv, allerdings scheint nicht viel los zu sein dort. Aber wird ja vielleicht noch.
Auf allen anderen Fotos von dem Flug sieht man nur noch Wolken, wenn man da so dicht dran vorbeifliegt, können die aber auch sehr faszinierend aussehen.

Ab morgen dann wieder Büroalltag, die nächsten Ferien gibt es erst in sechs Wochen
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Sonntag, 19. November 2017
Sturmflug
Heute war das Wetter zwar auf dem Boden besser, zum Fliegen aber insgesamt schlechter, da deutlich mehr einzelne Gewitterwolken mit dem entsprechenden Gewitter dadrin unterwegs waren und dann ist man gezwungen einen recht seltsamen Zickzackkurs zu fliegen, um genau diese lokalen Gewitter zu umfliegen. Regen als solches ist nicht das Problem, aber Wolken eben schon, da K. ja nach wie vor nur für den Sichtflug zugelassen ist - und in Wolken gibt es keine Sicht und damit keine Zulassung für K., da einfach durchzufliegen.
Also flogen wir drumrum, was dann wieder zur Folge hat, dass man geile Bilder machen kann, wenn man direkt neben so einer Gewitterwolke herfliegt.
Zum Beispiel so eines:


Man sieht deutlich, dass über der Wolke bestes Wetter herrscht, strahlend blauer Himmel mit einigen Schäfchenwolken, die Gewitterwolke selber ist aber schon arg dicht und dunkel und sieht wirklich nicht sehr freundlich aus, dadrunter möchte man in dem Moment auch nicht unbedingt langlaufen, ich schätze, die Leute dort unten hatten ein wenig das Gefühl, die Welt geht unter.

Mit ein bisschen mehr Abstand sieht das so aus:

Die gesamte Gewitterwolke war schon relativ groß und hat eine richtige Front gebildet. Ich war deshalb auch sehr froh, dass wir da nicht durch mussten, sondern knapp nebenher vorbeifliegen konnten, um schließlich in Münster zu landen, wo das Wetter plötzlich komplett "harmlos" war (kein Wind, kein Regen, keine Wolken, man konnte sich gar nicht vorstellen, dass nur 20km weiter, hinterm Teuto, grade derart die Post abging.).

Da es aber die meiste Zeit der Strecke sehr viel Wind gab, der freundlicherweise genau von hinten kam, waren wir extrem schnell unterwegs. Einmal zeigte das Navi sogar 190 Knoten Groundspeed an, was ca. 350 km/h bedeutet und wenn man weiß, dass der Flieger sonst eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 140 Knoten (260 km/h) hat, bekommt man ein Gefühl, wie viel Rückenwind wir wirklich hatten.
Wir haben deshalb die Strecke Haustür:Haustür natürlich auch wieder in unter 100 Minuten geschafft, wobei ich dabei noch 5 Minuten vertrödelt habe, weil ich nach der Landung noch dringend als erstes auf Toilette musste. (Bitte keine Kommentare zu meinen regelmäßigen last second Toilettengehaktionen, K. erledigt das ausreichend für alle mit, das Kommentieren, meine ich).

Ansonsten habe ich heute die notwendigen Gespräche geführt, die im Ergebnis deutlich besser liefen als von mir vorher befürchtet, hier warte ich jetzt einfach mal ab, wie es weiter geht, aber ich denke, die Weichen sind positiv gestellt
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Samstag, 14. Oktober 2017
Über den Wolken
Heute war das Wetter zweigeteilt: Im Münsterland war strahlender Sonnenschein bei 25°C, wolkenloser Himmel, echtes Traumwetter - aber ab dem Emsland gab es Wolken, die Richtung Norden immer dichter wurden und über Ostfriesland einen dicken Wolkenteppich bildeten, der für Sichtflugbedingungen als "marginal" bezeichnet wird.

K. hat seine Instrumentenflugberechtigung noch nicht fertig, d.h. er darf nur VFR fliegen, also nach "visual flight rules".
Konkret heißt das, er darf nicht durch Wolken fliegen, denn in Wolken sieht man nichts, deshalb gelten dort andere Flugvorschriften, für die man eine eigene Zulassung braucht und deshalb ist es ein echtes Problem, wenn Ostrfriesland unter einem dicken Wolkenteppich liegt. Dann braucht man ein Loch in den Wolken, sonst kommt man da nicht durch.

Heute morgen war die Wolkenschicht im Norden ziemlich dicht, K. hat mit allen Plätzen in Ostrfriesland telefoniert, um Live-Wetterberichte zu bekommen, die einhellige Meinung war, vor Mittag geht hier gar nichts.

Deshalb sind wir erst gegen 15h losgeflogen, die Wetterwebcams auf Borkum zeigten stellenweise blauen Himmel und wir dachten, wir probieren es einfach. Im allerschlimmsten Fall drehen wir halt wieder um, aber wenn wir Glück haben, ist irgendwo überm Meer das Loch, das wir brauchen, und genau so war es dann auch.

Abflug in Münster, Supersichten, fast keine Wolken, alles toll


Doch je mehr wir Richtung Norden kamen, umso mehr sammelten sich die Wolken, so dass wir auf knapp 5.000 Fuß stiegen. In der Höhe war alles wolkenfrei, nur unter uns sammelten sich die Wolken immer mehr zu einem Teppich.


Ab ca. Papenburg war es eine relativ geschlossene Wolkendecke, aber wir waren schon hoch genug und genossen das Gefühl der unendlichen Freiheit, das sich über den Wolken tatsächlich einstellt, denn über uns war einfach nur noch strahlend blauer Himmel.


Als wir über der Nordsee waren, tat sich dann aber zum Glück auch das erhoffte Wolkenloch auf, so dass wir ziemlich steil abwärts schossen, schließlich mussten wir in kurzer Zeit von 5.000 Fuß bis auf sealevel zum Landen runter, Aber mit der Insel im Blick geht das alles.

Hat also gut geklappt, hier auf der Insel ist das Wetter zwar längst nicht so schön wie im Münsterland - aber morgen soll es besser werden und zum Rasen mähen war es heute noch gut genug. K. meint, das war jetzt der letzte Schnitt des Jahres, next cut next year, noch dreimal schütteln und das Jahr ist schon wieder um.

Wahnsinn
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