anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 1. Dezember 2024
Abendhimmel aus der Luft
Als ich heute morgen das Flugwetter checkte, musste ich ob der sehr deutlichen Nord-Süd-Trennung schon ein bisschen schmunzeln
Gafor heute
Blau bedeutet Charly = optimale Wetterbedingungen
Rot bedeutet X-Ray = Fliegen nicht möglich, in diesem Fall wegen des dicken Nebels, der jede Sicht nahm.

Zum Nachmittag wurde es aber auch im Süden besser, allerdings sind die Tage zur Zeit ja echt kurz. Sonnenuntergang war heute um 16.22h, mit einer knappen halben Stunde Karenzzeit, der sogenannten bürgerlichen Dämmerung, mussten wir bis spätestens 16.48h gelandet sein, um nicht in einen flugplanpflichtigen Nachtflug reinzukommen.

Grundsätzlich hat K die Nachtflugberechtigung und der FMO ist ein 24h Flughafen, aber um bei einem Nachtflug auch noch Passagiere dabei zu haben, muss er in den letzten 90 Tagen mindestens 3 Starts und Landungen unter Nachtflugbedingungen absolviert haben und das hat er aktuell natürlich nicht. Wenn wir zu spät unterwegs gewesen wären, hätte ich also irgendwo vorher aussteigen müssen, kein sinnvolles Szenario.
Deshalb hatten wir den Onkel gebeten, uns um 15h abzuholen, was aber nicht richtig hinhaute, denn der Onkel verspätete sich, weil er sich im Internet/WhatsApp und den internen Klaasohm-Berichten festgelesen hatte.

Aber um kurz vor 16h waren wir dann doch in der Luft und ich konnte gar ncht mehr aufhören, diese irren Farben am Himmel zu fotografieren.

Sonnenuntergänge beim Start
Sonnenuntergänge unterwegs

So ein Abendhimmel wirkt aus der Luft noch mal schöner als vom Boden aus, finde ich.

Sonst ist nicht viel passiert, wir haben den Haushalt wieder aufs Festland transportiert und hier in Greven ist die Tiefgarage für die nächsten drei Tage wegen Bauarbeiten gesperrt. Ich habe Glück, mein Auto steht schon seit Freitag, als aus der Werkstatt zurückgebracht wurde, draußen und da gab es noch freie Parkplätze direkt vor der Tür. Jetzt habe ich natürlich einen Zielkonflikt, wenn ich morgen mit dem Auto irgendwo hin fahre, ist der schöne Parkplatz anschließend garantiert weg - ich komme mir vor wie in einer Großstadt, wo man vor allem deshalb so ungerne Auto fährt, weil man anschließend nicht weiß, wo man es parken soll.

Für K sind die letzten drei Wochen Büroarbeit angebrochen, wenn er endlich damit durch ist, mache ich noch mal drei Kreuze mehr als an meinem letzten Tag, denn eigentlich lohnt sich meine Freiheit ja nur dann richtig, wenn ich nicht die Hälfte der Zeit damit verbringe, darauf zu warten, dass K endlich aus dem Büro zurückkommt
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Sonntag, 28. Januar 2024
Ausflug
Heute war das erste Mal seit Monaten richtig perfektes Fliegerwetter, K zappelte von einem Bein aufs andere, um 12h saßen wir im Flieger, um 13h holte uns der Onkel vom Flugplatz ab, K war hochzufrieden.



Im Winter sind die Tage kurz, um halb vier ging es schon wieder zurück, als wir landeten ging die Sonne unter, es war ein wunderschöner Tag
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Sonntag, 3. September 2023
Fliegeinfos
Am Abend gab es erwartungsgemäß wieder eine große Portion Wehmut, denn noch dauert es etwas länger als ein Jahr, bis ich mich von beruflichen Verpflichtungen nicht mehr scheuchen lassen muss, also blieb noch nichts anderes übrig als abends zurück aufs Festland zu fliegen, um morgen pünktlich den Bürodienst absolvieren zu können.

Rückblick auf Borkum im abendlichen Gegenlicht:


K schraubte mal wieder an der Technik des Fliegers herum, rein theoretisch gibt es in dieser Maschine jetzt einen fast alleskönnenden Autopiloten, die Betonung liegt aber auf fast und das, was er nicht kann, ist Zuverlässigkeit. Man weiß nie so genau, wann die Technik sich entscheidet, nicht mehr mitzuspielen.
Es ist etwas anstrengend zur Zeit, aber K lässt nicht locker und probiert es jedes Mal wieder aufs Neue.

Mich persönlich fasziniert ja nach wie vor die offen ausgewiesene Stelle für TOD

Wir hatten es hier schon mal, es meint "Top of descent", aber ich bleibe dabei, gefühlvoll ist die Fliegersprache nicht - zumindest nicht für Deutsche.

Ganz rechts wird übrigens der Spritverbrauch angezeigt, in der Fliegerei rechnet man mit GPH =gallons per hour, und dieser Flieger braucht knapp 11 gallons per hour.
Wenn man das in Liter pro 100km umrechnet, bedeutet das zunächst, dass er rund 40l die Stunde verbraucht (1 Gallon=3,785l), für die 45 Flugminuten von Münster nach Borkum sind das also rund 30l für ca. 240km, d.h. wir sind mit 12,5l pro 100km unterwegs . Zugegeben, mein Golf braucht weniger, aber insgesamt ist es noch lange nicht so viel, dass man deshalb eine irre Flugscham haben müsste.
Ich finde es noch immer einigermaßen überschaubar.

Für nächstes Wochenende hat K übrigens schon den nächsten Job angenommen: Der Onkel bestellt einen Container für Freitag und dann müssen die abgebrochenen Hüttenreste in den Container verladen werden. Wir werden also nächstes Wochenende wieder auf Borkum sein
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Freitag, 1. September 2023
Wolkenflug
Gegen Mittag kam K nach Hause, er hatte keine Lust mehr im Büro gehabt und ich beschloss, dass das mit dem Home-Office für heute auch ausreichend durchgespielt worden war.
Wir machten noch fix das Haus gemeinsam sauber, dann beschäftigte sich K mit der Flugplanung.

Auf Borkum war strahlendblauer Himmel, kaum ein Wölkchen und kaum Wind. In Münster hingen die Wolken in Ameisenkniehöhe und es war insgesamt ein ziemlich trübsinniges Wetter. Weil nicht sicher war, ob wir unter den Wolken, also in Sichtflugbedingungen über den Teuto kommen, gab er vorsichtshalber einen IFR Flugplan auf - und von der Flugsicherung bekam er dann einen festen Abflugslot so gegen 17h zugeteilt, weil unterwegs noch ein Unwetter sei, dass er nur schwer umfliegen könne.

Wir flogen also IFR in Münster ab und steckten sehr schnell komplett in den Wolken, waren aber angewiesen worden, immer weiter zu steigen, bis wir die zugewiesene Reiseflughöhe von 7000 Fuß erreichten. In der Höhe war dann wieder bestes Wetter, über uns blauer Himmel nur unter uns eine geschlossene Wolkendecke.

Aber je weiter nördlich wir kamen, umso löcheriger wurde die Wolkendecke, bis sie über dem Meer komplett verschwunden war.



Nach Ankunft und Auspacken der mitgebrachten Kühltasche fuhren wir Einkaufen, Vorräte aufstocken und vor allem fehlende Frischdinge ergänzen.
Bei Lidl dann die unerwartete Entdeckung: Der Wein, der auf dem Festland schon am Dienstag komplett ausverkauft war, ist hier auf Borkum noch in Mengen vorhanden. Wir kauften so viel, wie in unsere Fahrradtaschen passte, morgen müssen wir wohl noch mal mit leeren Taschen erneut einkaufen fahren.
Ich staune immer noch darüber, aber die Borkumer trinken wohl eher Bier als Wein und die Urlauber bevorraten sich nicht gleich in Riesenmengen.
Mir soll's recht sein, so komme ich dann doch noch zu meinem geplanten Weinvorrat
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Samstag, 29. Juli 2023
Flugtag
Heute waren wir in Friedrichshafen, um J abzuholen, der dort in der Nähe grade einen Teil seiner Praktikumszeit verbringt.

Ich war schon mal am Bodensee, vor ungefähr 35 Jahren, eine Studienfreundin kannte dort jemanden, der jemanden kannte - auf alle Fälle konnten wir dort irgendwie sehr günstig wohnen und sind deshalb mal für eine Woche gemeinsam in meinem Auto nach Konstanz gefahren. Ich hatte Spaß daran, ständig über Ländergrenzen zu fahren, um zwischen BRD, Österreich und der Schweiz zu pendeln und die Zöllner bei jedem neuen Grenzübertritt ein bisschen zu triezen. So ließ ich mir jedesmal einen Stempel in den Pass geben und diskutierte fröhlich die Möglichkeiten des Schmuggelns mit den Zöllnern, die das alles längst nicht so lustig fanden wie ich.

Ansonsten erinnere ich mich daran, dass es bis zum Bodensee irre weit war und wir gefühlt Tag und Nacht gefahren sind. Und ich erinnere mich, dass ich nach einer Woche gründlich genug von der Gegend hatte, weil ich die Sprache der Menschen anstrengend fand.
Auch wenn ich gar nicht mit den Menschen reden musste oder wollte, so fand ich es schon anstrengend, dauernd von diesem südlichen Dialekt umgeben zu sein, in Ruanda-Burundi hätte ich mich wahrscheinlich heimischer gefühlt, weil da immerhin eine Menge Leute Englisch sprechen.

Nun, die letzten 35 Jahre zog mich nichts mehr in diese Gegend und auch für heute war kein langer Aufenthalt geplant, einfach hinfliegen, J einladen und zurück- bzw. nach Borkum fliegen.

Ganz so einfach war es dann doch nicht, wir hingen nämlich fast drei Stunden auf diesem Friedrichshafener Flugplatz fest, weil K den Rückflugflugplan nicht vorher schon aufgegeben hatte und weil wir verzweifelt versuchten, J einzuladen.
J konnte nämlich nicht einfach einsteigen, weil Friedrichshafen ein Hochsicherheitsflugplatz ist. Keine Ahnung warum, aber die machen ein Höllengeschiss darum. Bevor ein Mensch zu den Flugzeugen gehen darf, muss er durch die Sicherheitskontrolle.
Durch die Sicherheitskontrolle dürfen aber nur Leute, die eine gültige Bordkarte haben oder eine Pilotenlizenz. Wenn man beides nicht hat, braucht man einen Piloten mit Lizenz, der seine Passagiere persönlich begleitet.

Konkret hieß das, wir mussten den Flieger parken und unsererseits den Sicherheitsbereich verlassen, um draußen J einzusammeln und dann mit ihm gemeinsam wieder durch die Sicherheitskontrolle zu gehen.
Umständlicher geht kaum.

Außerdem musste K aber ja auch noch einen neuen Flugplan aufgeben, was sich unerwartet kompliziert gestaltete, weil wir im gesamten Flugplatz keinen Flugvorbereitungsraum und auch kein W-LAN fanden und weil K sein Handy im Flieger vergessen hatte, an den wir aber nicht mehr drankamen, ohne das gesamte Sicherheitsballett mehrfach zu absolvieren.

Irgendwie gelang es ihm dann doch, nur leider bekamen wir einen Abflugslot mit zwei Stunden Wartezeit. Wohlgemerkt - da war nix los auf dem Flugplatz, die stellten sich aber an, als wären sie überlasteter als Frankfurt und Düsseldorf zusammen.

Wir hatten also reichlich Wartezeit und damit reichlich Gelegenheit, den Geräuschpegel einer einheimischen Damengruppe zu genießen, die offenbar ihren Kegelclubausflug am dortigen Flugplatz machten.
Sie flogen nirgendwo hin, sie waren einfach nur da - und schnatterten. In ihrem lokalen Dialekt und in entsprechender Lautstärke.
Ich wusste nachher, weshalb mich die letzten 35 Jahre nichts mehr in diese Gegend gezogen hat.

Aber gegen 15h konnten wir endlich starten und waren drei Stunden und drei Minuten später auf Borkum.
Mit Flugzeug dauert es auch noch relativ lange, aber insgesamt geht es doch deutlich schneller als wenn man die Strecke mit dem Auto gefahren wäre.

Der Flug selber entwickelte sich dann auch zu einem echten Abenteuerflug, unerwartet viele Wolken und Gewitter, die auch die Fluglotsen nicht auf dem Schirm hatten, versperrten uns immer wieder den Durchflug, irgendwann bekamen wir die Freigabe "for any heading as long as you are safe", weil wir ständig den Kurs ändern mussten, da die Geräte Blitzwarnungen anzeigten.
Eigentlich war es als Instrumentenflug geplant und beantragt, normale Wolken stören dann nicht so, aber gegen Blitze sind auch Instrumente machtlos, bzw. sie gehen dann einfach kaputt, Blitze sollte man also tunlichst meiden.
Wir flogen also eine Menge Zickzack, kamen am Ende aber gut auf Borkum an.

In Friedrichshafen ist auch der Zeppelinstartplatz

den Flug übers Wasser fand ich dagegen nicht so aufregend :-)

Auf dem Rückflug kamen wir ziemlich dicht an Frankfurt vorbei und ich wollte unbedingt ein Foto von der gesamten Stadt machen, was nur halb gut gelang

Oben links sind wir noch ein bisschen zu weit weg, um brauchbar etwas erkennen zu können.
Oben rechts hatten wir die optimale Position für ein Foto - wenn die eine Wolke nicht gewesen wäre.

Nach der einen Wolke kamen noch ganz viele, irgendwann wurde es sehr langweilig
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Samstag, 22. Mai 2021
Bockiger Flug
Hat alles gut geklappt heute, das Fliegewetter war, nun, freundlich ausgedrückt, bescheiden, aber es war fliegbar und wir sind heil angekommen. Allerdings gab es unterwegs sehr viel Wind in Böen, was die gesamte Reise zu einer enorm bockigen Veranstaltung machte.
Zum Glück hat der Borkumer Flugplatz gekreuzte Bahnen, auch wenn die Ost-West Bahn nur eine Grasbahn ist, ist das immer noch besser als mit 30 Knoten Crosswind auf Asphalt zu landen, so dass die Landung kein Problem war.
K ärgert sich nur immer über die Putzerei nach einer Grasbahnlandung, aber vielleicht kann er demnächst ja wieder durch prasselnde Regenschauer fliegen, eine natürliche Waschstraße für Flugzeuge.

Auf dem Boden ist das Wetter auch nicht besser als in der Luft, wir sitzen also gemütlich vor dem Kaminofen und freuen uns, dass wir nicht raus müssen
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Samstag, 20. Februar 2021
Endlich mal wieder in der Luft
Endlich war wieder fliegbares Wetter, K war ganz aufgeregt. Er war jetzt seit Anfang Dezember nicht mehr in der Luft gewesen, so lange Pause hat er schon lange nicht mehr gehabt.
Aber heute. Der Flughafen war immer noch weitestgehend menschen- und fliegerleer, nur eine einzige größere Maschine stand auf dem Vorfeld. Ich dachte erst, der Flieger heißt Coronair und hätte das sehr passend gefunden, er hieß dann aber doch leicht anders.


Die Luft war ungemein ruhig, allerdings ziemlich diesig. Dafür kein Geschaukel und kein Gewackel, ich finde das sehr angenehm. Bis der Flieger dann plötzlich doch sehr seltsame Bewegungen machte, sich von links nach rechts neigte und sich irgendwie seltsam verrenkte in der Luft. Da ich überhaupt keine Thermik oder andere Turbulenzen erkennen konnte, habe ich mich natürlich sehr gewundert, was jetzt plötzlich los ist. Es stellte sich dann raus, dass meinem Westfalenmann bei dem friedlichen Wetter langweilig geworden war und er nur so aus Gaudi immer abwechselnd mal ins linke, dann ins rechte Seitenruder getreten hat.
Spielkind.

Über der Meyer Werft konnten wir ein fast fertiges, neues Kreuzfahrtschiff bewundern


Das nimmt kein Ende, mit diesen Riesendampfern.

Unterwegs habe ich noch ein hübsches Foto von Lüttje Hörn gemacht,
Lüttje Hörn

Anflug und Landung auf Borkum ansonsten ohne besondere Vorkommnisse, das aufregendste war die Autofahrt vom Flugplatz zum Haus, denn der Onkel hatte uns abgeholt und die Kombination aus zunehmend schlechterer Sehfähigkeit mit genauso zunehmender Alterstüddeligkeit lässt dann selbst solche Autofahrten zu einem Abenteuer für die Mitfahrer werden. Ich kenne das ja schon von meinem Vater, der auch viele Jahre noch bedenkenlos Auto fuhr, obwohl er wegen seiner schlechten Augen als Lehrer schon mit Mitte 50 pensioniert wurde.

Hier im Haus ist es sehr gemütlich, der Ofen bullert leise vor sich hin und K meint, ich solle zu ihm aufs Sofa kommen und Wilsberg gucken.
So sei es
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Montag, 13. Juli 2020
Ausflug nach Leer
Es ist noch früh, aber im Urlaub ist so ein Tag schnell rum, gefühlt haben wir heute so viel gemacht, dass es eigentlich schon fast Mitternach sein müsste.

Der Tag begann damit, dass K ab Mitternacht jede Stunde einmal aufstand, um den Kometen zu gucken.
Ich bin liegen geblieben, wurde aber jedesmal so halb mit wach und habe beim halbwachen Wiedereinschlafen dann ein ziemliches Durcheinander an wirren Traumsequenzen produziert, so dass ich nicht weiß, was ich geträumt habe oder was ich mir tatsächlich selber aktiv überlegt habe, es war auf alle Fälle eine anstrengende Nacht und ich bin entsprechend genervt heute morgen aufgewacht.
K hat den Kometen eigentlich gar nicht so gut gesehen, sagt er, aber die Kamera vom Handy konnte ihn sehr gut fotografieren, so dass er den Kometen dann auf seinem selbstgemachten Foto noch mal ausführlich bewundern konnte.
Außerdem hat gestern irgendjemand im Fernsehen gesagt, dass 4h morgens die beste Zeit wäre, den Kometen zu beobachten - das gilt aber nicht hier für den Norden, hier ist es um vier nämlich schon fast hell. Aber um 3h, da war eine gute Zeit und da hat K auch ein schickes Foto gemacht. Um 4h hat er auch eines gemacht, mit dem er beweisen kann, dass 4h keine gute Zeit für Kometenstalkerei im Norden ist.
Damit wäre das auch geklärt.

Am Vormittag habe ich im Seniorenheim vom Vater angerufen, weil dort angeblich ab heute ein neues Hygiene-Corona-Besuchskonzept gelten soll, tatsächlich gilt das aber wohl erst ab nächste Woche, doch man machte für uns eine Ausnahme, wir durften den Vater also schon heute zu zweit besuchen.
Das Wetter war perfektes Fliegerwetter, also sind wir mal eben nach Leer geflogen, die bequemste Art, den Vater zu besuchen.
Er freute sich auch ganz ungemein, das war alles insgesamt sehr positiv. Vor allem ließ er sich mindestens dreimal erzählen, dass sein ältester Enkel jetzt fertiger Arzt ist, er konnte gar nicht genug davon hören. Eine Überweisung hatte er auch schon vorbereitet, er wusste nur die Kontonummer von N nicht. Ansonsten haben wir ihn auf den neuesten Stand gebracht, wer hier auf der Insel alles so verstorben ist, das sind Informationen, die fragt er immer gleich als erstes ab.
Nach einer Stunde wurden wir wieder rauskomplementiert, Besuchszeit abgelaufen.
Das ist schon alles nicht so einfach, das mit dem Alt sein und zur Risikogruppe zu gehören, wenn man in einem Seniorenheimen wohnt, das seine Bewohner - berechtigterweise - vor Corona schützen will - und gleichzeitig die letzten Tage des Lebens noch irgendwie ein bisschen Freude zu finden. Ich habe meinen Vater nie sehr gemocht - aber jetzt tut er mir leid.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Schlenker über die Seen in Leer, weil die bei diesem Wetter so schön aussehen und flogen dann über den Hafen von Emden, dort lief grade der Kat aus



Es waren wirklich ganz ungemein gute Sichten, deshalb wurde auch das Foto mit unserem Haus ziemlich scharf, das alles übrigens nur mit der Handykamera, weil K die "echte" Kamera in Greven vergessen hat.



Gelaufen bin ich heute den zweiten Tag in Folge so viel, dass das Datensammelarmband ständig vibriert vor Bewunderung, langsam wird mir das peinlich
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Sonntag, 14. Juni 2020
Rückflug
Spoiler vorab: Wir sind ohne Drama und ohne irgendeine Katastrophe überstanden haben zu müssen heute Nachmittag wieder in Münster gelandet, der Flug war allerdings, wie sich mein Westfalenmann so trocken ausdrückte "wenigstens mal etwas Abwechslung".

Das Wetter war vorhersagegemäß nicht wirklich einladend, da K aber morgen Termine hat, war er sehr daran interessiert, heute irgendwie zurück aufs Festland zu kommen, und plante deshalb den Vormittag über rum, um sich schließlich für ein "mit Glück vorhandenes Wetterloch zwischen 15h-16h" zu entscheiden, das wir aber auch nur mit einer relativ weit nach Westen ausholenden Route über die Niederlande erwischen können. Also hat er einen Flugplan aufgegeben, die Route über Ameland, Lelystad, Nordhorn eingetragen und wir haben es einfach mal probiert.



Die Wolken hingen so tief, dass wir mit einer Flughöhe von 1500 Fuß (ca. 500m) schon über den Wolken waren, die oberen Bilder sind über Ameland gemacht, überm Wasser war die Wolkendecke dann dicht, um aber über dem Festland wieder aufzureißen.
Als wir ungefähr Höhe Lelystad über dem Festland ankamen, teilte uns der holländische Fluglotse mit, dass ein paar Meilen vor uns ein Höllengewitter stattfindet und lotste uns erst mal ein wenig nördlich, damit wir eine Chance haben, darum herum zu fliegen.

Das klappte erstaunlich gut und mit ein paar zusätzlichen Steuerkursen vom Lotsen flogen wir nachher genau zwischen zwei Unwettern durch, das war etwas aufregend, aber gleichzeitig auch ziemlich perfekt



Auf dem Bild erkennt man die eine helle Stelle zwischen den dunklen Wolken - und genau dort haben wir uns zwischendurch gefuddelt und kamen so völlig problemlos hinter dem Unwetter auf der anderen Seite an.

Auf der deutschen Seite mussten wir dann auch noch ein weiteres Unwettergebiet um Rheine herum umfliegen, was aber auch problemlos klappte, so dass wir mit nur einem weiteren Schlenker schließlich unter halbwegs passablen Bedingungen in Münster landen konnten.



Funfact nebenbei: Der holländische Fluglotsendienst heißt "Dutch mil info" - und als wir die ersten Male durch Holland flogen, fand ich den Namen jedesmal richtig niedlich, weil ich annahm, er hätte etwas mit den vielen holländischen Windmühlen zu tun. In Deutschland heißt der vergleichbare Fluginformationsdienst "Langen Information", schlicht deshalb, weil er in Langen bei Frankfurt ansässig ist.
Und dann sah ich mal irgendwo eine Langform der holländischen Station und begriff, dass "mil" nicht für Mühle, sondern für military steht und der Fluglotsendienst in Holland vom Militär gemacht wird. Irgendwie hat er dadurch enorm an Attraktivität verloren, fand ich, der Lotse heute war aber sehr nett und hat uns wunderbar um alle Unwetter herumgeführt.

Morgen also wieder Büro, noch vier Wochen, die Fähre für den 10.7. ist schon fest reserviert
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Sonntag, 18. August 2019
Inseltaxi und Wolkenformationen
J wollte heute nach Wangerooge, weil sein Kumpel Geburtstag hat und zum Geburtstagsgrillen eingeladen hatte.
Ein Nachteil dieses Internats, das J vier Jahre besucht hat, ist, dass es als das "Niedersächsische Internatsgymnasium" nicht nur für eine Insel zuständig ist, sondern halt für alle Insel in Niedersachsen - und das sind sieben. Heißt damit auch, dass die Internatskinder im Internat auch jede Menge Kinder von den anderen Inseln kennenlernen, so dass sich recht enge, inselübergreifende Freundschaften entwickeln. Was sich romantisch anhört, hat einen handfesten logistischen Nachteil: Wenn man von einer Insel auf die andere möchte, ist das entweder eine Tagesreise mit Fähre - Bus/Zug - Fähre, oder man kennt jemanden, der ein Flugzeug hat.
J kennt jemanden, der ein Flugzeug hat, weshalb heute ein Taxiflug nach Wangerooge geplant war, morgen möchte er wieder abgeholt werden. Grundsätzlich kein Problem, wenn nicht ausgerechnet dieses Wochenende die Wetterbedingungen mehr als grenzwertig wären.

Aber dann fand sich doch das fliegbare Wetterloch von 45 Minuten - denn mehr braucht es nicht für einmal hin und her, die Schiff-Land-Schiffreise bräuchte alternativ ca. acht Stunden, Glück für J.

Ob es morgen auch zurück klappt, werden wir morgen sehen, die Wettervorhersagen sind grade hier für die Insel oft nicht wirklich passend.

Ich bin mitgeflogen, weil ich K grundsätzlich ungern alleine fliegen lasse. Wenn er abstürzt, ist es mir lieber, ich bin dabei, die Vorstellung, alleine zurückzubleiben finde ich ungleich schrecklicher als gleich auch mit abzustürzen.
Das Problem des alleine Zurückbleibens hatte diesmal die arme C, der das auch während unserer Abwesenheit ziemlich bewusst wurde. Als wir zu zweit, heil, gesund und fröhlich wieder zurück waren, war sie sehr erleichtert. Sie hatte eine schwere Stunde verbracht mit quälenden Vorstellungen, was sie tun würde, wenn wir zu zweit oder gar zu dritt (schon auf dem Hinweg) im Watt zerschellen. Mein Hinweis, dass ich doch ihre Fährrückfahrkarte extra vorher für sie rausgelegt hatte, tröstete sie auch nur wenig.

Ein bisschen aufregend war der Flug tatsächlich, denn beim Start funktionierte die Geschwindigkeitsanzeige nicht, weshalb K den ersten nud auch den zweiten Start abbrach.
Startabbrüche sind nicht unbedingt das, was ich gerne mag. Ist ja auch eine blöde Situation: Um den Vogel in die Luft zu kriegen, nimmt man auf der Startbahn Anlauf und beschleunigt so viel es geht, um rechtzeitig, bevor die Startbahn zu Ende ist, die Füße in der Luft zu haben. Wenn man beim Beschleunigen bemerkt, dass was nicht stimmt, muss man so rechtzeitig aufhören zu beschleunigen, dass der Rest der Startbahn noch reicht, zum bremsen.
Hat aber funktioniert, nach dem ersten Start hat K das Pitotrohr kontrolliert und freigepustet, manuell bedient, funktionierte alles, beim zweiten Startversuch war die Instrumentenanzeige aber immer noch tot, also noch mal abgebrochen, noch mehr freigepustet - und beim dritten Versuch war alles okay, weitere Störungen traten nicht mehr auf.

Das Wetter war ebenfalls grenzwertig, es liess sich dann aber doch problemlos fliegen, man machte halt einen Bogen um die dicken, schwarzen Wolken und so kamen wir gut hin und wieder zurück.

Die Fotos sind ganz hübsch geworden, schwarze Wolken mit Sonne und Wasser gibt interessante Kontraste, besonders auf dem Rückflug, wo wir Richtung Westen unterwegs waren und damit gegen die Sonne flogen.


Das hier ist Baltrum, unten das Festland neben Baltrum, da konnte man die schwarzen Wolken besonders gut sehen.


Hier verschiedene Inseln, die hellen Flecken ergaben sich immer dort, wo grade keine Wolken waren und die Sonne ungehindert bis nach unten scheinen konnte.


Das hier habe ich noch mal einzeln rausgefischt, weil mich dieser Sandhaufen regelmäßig besonders fasziniert. Es ist eine Aufnahme von Kachelot, einer Sandbank, die sich grade in den letzten Jahren ganz massiv verändert hat und gefühlt jedes mal größer geworden ist, wenn wir drüber fliegen.
Mittlerweile kann man an mehreren Stellen schon deutlich sichtbaren, grünen Bewuchs erkennen, ein untrügliches Zeichen, dass dieser Teil der Sandbank auch bei Hochwasser nicht mehr überflutet wird.
Durch die Pflanzen wird der Flugsand aufgehalten, es entstehen Dünen, die im Laufe der Zeit immer höher wachsen.
So sind alle ostfriesischen Inseln entstanden und irgendwie habe ich das Gefühl, wir können hier grade einer neuen Insel beim Entstehen zuschauen.

Zum Abschluss dann noch unser Anflug auf Borkum, wir kamen diesmal aus Osten und nicht wie sonst gewohnt aus Süden, das gibt eine komplett andere Fotoperspektive.


Da erfreulicherweise auch grade Niedrigwasser war, ergaben sich noch mal deutlich hübschere Sand-Watt-Wasser-Spiegelungs-Effekte und auch wenn es im Grunde immer das gleiche ist, so macht es mir doch jedesmal wieder aufs Neue Spaß, es zu fotografieren.

Ansonsten, zum Abhaken der to-do-Liste:
Der Keller ist komplett gereinigt (hui, was gab es da viel Dreck und tote Asseln) und das Duschbad ebenfalls (hier gab es vor allem viele Haare, die sich zu Staubknäueln in den Ecken verknotet hatten).

C hat einen Pflaumenkuchen gebacken aus den Pflaumen, die wir gestern im Vatergarten geerntet haben. Da stehen mindestens drei riesige Pflaumenbäume und sind randvoll mit dunkelblauen Zwetschgen, wobei ich nicht weiß, ob es Pflaumen oder Zwetschgen sind, auf alle Fälle sind die Dinger biestig sauer. Aber mit viel Teig und noch mehr süßen Streuseln schmeckt es gut
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