anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 13. Juni 2015
Alles bleibt anders
und nichts wird artig.

Ich frage mich, ob es mir je gelingen wird, meine sonstigen Lebensumstände mal so weit aufzuräumen, zu organisieren oder zu gestalten, dass sie wenigstens von weitem und im Groben und Ganzen betrachtet von einem Durchschnittsmenschen als "normal" oder zumindest als "nachvollziehbar" bezeichnet werden könnten.

Dabei will ich das gar nicht so, dass bei mir immer alles anders ist.
Ich fände ein Leben, in dem alle sonstigen Umstände unauffällig oder wie üblicher Standard zusammenspielen, durchaus erstrebenswert, aber irgendwie gibt es regelmäßig einen Grund, warum grad dies oder jenes bei mir nicht so ist, wie die meisten Menschen es wohl gemeinhin erwarten würden.

Meistens liegt das dann daran, dass ich genau dieses "übliche Verhalten" entsetzlich unsinnig finde und deshalb natürlich versuche, mich in der jeweiligen Situation nicht so seltsam zu benehmen - und schwupp, habe ich schon wieder einen dicken Normabweicher produziert.

Neulich ist mir das wieder aufgefallen, als eine Bekannte auf Facebook meldete, sie sei nun endlich glücklich geschieden, sich gleichzeitig aber auch sehr darüber mokierte, dass ihr Ex die Geschmacklosigkeit besessen hätte, den Scheidungsgrund mit zum Scheidungstermin zu nehmen und sie für diese Meldung neben Glückwünschen auch gleichzeitig ebenso viele zustimmende "Geht ja gar nicht"-Bestätigungen erhielt.

Den „Scheidungsgrund“ nicht abzulehnen, sondern als neue Freundin anzunehmen, weil alle Beteiligten (auch man selber) davon nur profitieren, ist eine dieser seltsamen Normabweichungen, für die mich Menschen verwundert anschauen und im positivsten Fall sagen: „Das könnte ich ja nicht.“

Ich habe dagegen die Erfahrung gemacht, dass es keinen besseren Lästerpartner (über den Mann) gibt, als eine Frau, die ihn von derselben Seite kennengelernt hat wie ich.
Überhaupt, so einen Mann weiterzureichen und sich dann, bei Beschwerden, entspannt zurücklehnen zu können und zu sagen: „Tja, dafür bin ich zum Glück nicht mehr zuständig“ – wer lässt sich so eine Chance eigentlich freiwillig entgehen?

Ehrlich gesagt verstehe ich den Rest der Welt nicht, der es normal findet, dass man den neuen Partner seines eigenen Ex nicht leiden kann.
Deshalb bleibt mir hier nur ein
?

503 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?